Bitcoins kaufen – Teil 1 – Die Vorbereitung

Stand: Mai 2020

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Teil 1 – Die Vorbereitung

Sie haben sich also entschieden Bitcoins zu kaufen. Bevor Sie diesen Plan in die Tat umsetzen, sollten sie jedoch vorab einige Vorbereitungen treffen. Diese sind wichtig, um Ihre Bitcoins nicht durch einen leichtfertigen Fehler oder unbedachtes Handeln zu verlieren. Denn generell gilt: Je besser Sie wissen, was Sie tun, desto sicherer sind Ihre Bitcoins!

Das bedeutet als erstes: Überstürzen Sie nichts! Hast ist selten ein guter Begleiter. Im Umgang mit digitalem Geld gilt das besonders. Lassen Sie sich also niemals und von niemandem unter Druck setzen, „noch schnell“ oder „mal eben“ etwas mit Ihrem (digitalen) Geld zu machen. Das gilt vor allem für Sie selbst. Machen Sie sich bewusst, dass es auch bei Bitcoin unangenehme Effekte wie FOMO gibt, die mitunter gezielt eingesetzt werden, um Sie und Ihr Handeln zu manipulieren und denen man sich nur mit Aufmerksamkeit und Disziplin entziehen kann.

„Vertraue nicht, verifiziere.“ ist, wie auf diesem Sticker, einer der zentralen Leitsprüche bei Bitcoin.
Vertrauen ist gut …

Bevor Sie Bitcoins kaufen, machen Sie sich am besten zunächst erst einmal einen Plan und weichen Sie von diesem nur ab, wenn Sie sich das gut überlegt haben. Ein Bitcoin-Plan gibt Ihnen Orientierung und hilft, auch unter Druck einen kühlen Kopf zu bewahren. Beides werden Sie brauchen. Denn im Umfeld von Bitcoin wird Ihnen viel FUD begegnen.

Verfolgen Sie jedoch konsequent Ihren Plan und versuchen Sie informiert zu bleiben, werden Sie damit gut umgehen können. Bilden Sie sich daher immer selbst eine Meinung, hinterfragen Sie und recherchieren Sie selbst. Nicht ohne Grund ist einer der zentralen Leitsprüche von Bitcoin: Vertraue nicht, verifiziere! Bleiben Sie also skeptisch!

Falls Sie an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen wollen, sich direkt noch ein bisschen Hintergrundwissen zu Bitcoin anzueignen, empfehle ich Ihnen die folgenden beiden Beiträge:

Einen Bitcoin-Plan machen

Glücklicherweise ist es nicht nicht sonderlich schwer, sich einen Bitcoin-Plan zu machen. Im Grunde müssen Sie dafür für sich nur die folgenden beiden Fragen beantworten. Von den Antworten hängt dann wiederum ab, wie Sie am besten weiter vorgehen.

  • Wie viele Bitcoins möchte ich kaufen?
  • Was will ich mit meinen Bitcoins machen?

Wenn Sie beispielsweise nur einen kleinen Betrag an Bitcoins kaufen wollen, um auszuprobieren und zu verstehen, wie das digitale Geld ganz praktisch funktioniert, dann müssen Sie sich erst einmal keine so großen Gedanken um eine möglichst sichere Aufbewahrung machen. Das ändert sich jedoch, wenn Sie planen, langfristig eine etwas größere Summe zu investieren. Dann ist die Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen verschiedener Speicher- und Backup-Konzepte unumgänglich.

Finger weg von Altcoins, Krypto-Token und Trading!

Falls Sie ihre Bitcoins nutzen wollen um zu traden, also mit verschiedenen Altcoins und Kryptotoken an Online-Börsen handeln wollen, so rate ich Ihnen grundsätzlich davon ab. Insbesondere, wenn Sie auf dem Gebiet keine oder nur wenig Erfahrung haben. Es gibt kaum einen sichereren Weg die Anzahl Ihrer Bitcoins zu reduzieren als Cryptotrading. Diese ebenso schmerzhafte wie lehrreiche Erfahrung haben bereits viele Bitcoiner vor Ihnen gemacht. Seien Sie schlau und lernen Sie aus den Fehlern anderer.

Und wenn wir schon dabei sind: Lassen Sie am besten grundsätzlich die Finger von jeglicher anderen Kryptowährung als Bitcoin! Sie sollten sich immer vergegenwärtigen: Bitcoin ist bereits ein riskantes Investment. Verglichen mit allem anderen, was sie als „Crypto“ „Coin“, „Token“ oder Ähnliches im Netz finden, ist Bitcoin jedoch so sicher wie ein Sparbuch. Vermeiden sie also jedes unnötige zusätzliche Risiko. Zumindest so lange, bis Sie das Gefühl haben, sehr gut zu verstehen, warum Bitcoin genau so funktioniert, wie es funktioniert. Diesen Punkt haben Sie dann erreicht, wenn Sie Bitcoin einem Außenstehenden erklären können.

Denken Sie schon jetzt ans Ende!

Zu einem guten Bitcoin-Plan gehört es auch, sich bereits von Anfang an Gedanken über das Ende zu machen. Wortwörtlich und im übertragenen Sinn. Machen Sie sich also schon jetzt Gedanken darum, bei welchem Bitcoin-Kurs Sie möglicherweise den Exit zurück in den Euro anstreben. Sofern die Mitnahme von möglichen Kursgewinnen (oder ggf. auch Verlusten) überhaupt Teil Ihres Plan ist. Wollen Sie hingegen Ihre Bitcoins möglichst langfristig halten – als Sicherheit, Altersvorsorge oder aus Prinzip – so machen Sie sich Gedanken, was damit im Falle Ihres Todes passieren soll. Ohne eine entsprechende Vorbereitung gehen Ihre Bitcoins sonst höchstwahrscheinlich verloren.

Sie sehen also, die Gründe und Absichten, wieviel Bitcoins man wofür kaufen möchte, sind sehr individuell. Machen Sie sich daher vor dem Kauf Ihre eigenen Bitcoin-Absichten bewusst! Dadurch sind Sie für den Ernstfall vorbereitet und treffen keine Entscheidungen, die Sie später vielleicht bereuen.

Ihren Bitcoin-Plan können und sollten Sie im Übrigen im Laufe der Zeit immer wieder überprüfen und, wenn gewünscht, anpassen. Nicht wenige, die Bitcoin anfangs nur mal ausprobieren wollten, haben, je mehr sie dabei gelernt haben, später auch längerfristige Pläne mit dem digitalen Geld entwickelt. Für den Anfang empfehle ich daher: Starten Sie klein und investieren Sie nur soviel, wie Sie sich auch leisten können zu verlieren.

Bild: Marco Verch (CC BY 2.0)

Die richtige Wallet finden

Sobald Sie Ihren Bitcoin-Plan haben, wird es praktisch. Nun ist es an der Zeit die richtige Wallet zu finden. Mit dieser digitalen Brieftasche können Sie Ihre Bitcoins empfangen, aufbewahren und verschicken.

Da die Wallet das entscheidende Werkzeug ist, das Ihnen den Zugang zu Ihren Bitcoins ermöglicht (im worst case aber auch verwehrt), sollten Sie bei der Auswahl der richtigen Wallet sehr sorgfälltig und bedacht vorgehen. Vermeiden Sie allzu experimentelle Software und unbekannte Anbieter.

Wenn Sie unsicher sind, ist es immer die bessere Entscheidung, auf eine Wallet zu setzen, die bekannt ist, sich in der Praxis über einen möglichst langen Zeitraum bewährt hat und vielfach empfohlen wird. Hier lohnt es sich, im Zweifel noch ein bisschen mehr zu recherchieren. Insbesondere, da sich Bitcoin und damit auch die Wallets beständig und durchaus rasant weiterentwickeln.

Finger weg von „custodial“ Wallets!

Grundsätzlich vermeiden sollten Sie immer sogenannte „custodial“ Wallets. Also solche, bei denen nicht Sie selbst, sondern ein Dienstleister die Bitcoins in der Wallet für Sie verwaltet. Haben Sie Ihre Bitcoins zum Beispiel auf einer Online-Börse liegen, dann liegen sie in einer custodial Wallet. Das bedeutet, dass Sie dem Börsenbetreiber uneingeschränkt vertrauen müssen, dass dieser nicht einfach mit Ihren Bitcoins verschwindet. Oder diese bei einem Hackerangriff gestohlen werden. Beides passiert leider immer wieder und in der Regel bleiben die Nutzer auf dem Schaden sitzen.

Wenn Sie nicht unbedingt traden wollen (was Sie nicht machen sollten), dann sollten Sie Ihre Bitcoins also generell nicht auf Online-Börsen liegen lassen, sondern immer in eine selbstverwaltete („non-custodial“) Wallet übertragen. Damit sind Sie zwar fortan selbst und alleine für die Sicherheit Ihrer Bitcoins verantwortlich. Dafür kann Ihnen diese aber auch niemand wegnehmen oder Sie davon abhalten, sie zu benutzen.

Um direkt nach dem Kauf die Kontrolle über Ihre Bitcoins zu übernehmen, richten Sie sich also vorab schon eine entsprechende Wallet ein und lernen Sie deren Funktionen kennen.

Installieren Sie eine Software-Wallet

Zunächst sollten Sie sich dabei für eine Software-Wallet entscheiden. Diese gibt es mittlerweile für alle gängigen mobilen und stationären Betriebssysteme. Ob Sie Ihre Wallet lieber auf dem Smartphone oder einem Rechner installieren, ist also Geschmackssache. Da diese Geräte in der Regel mit dem Internet verbunden sind, sollten Sie sich jedoch klar machen, dass Ihre darauf verwalteten Bitcoins auch nur so sicher vor Angriffen aus dem Netz sind, wie die Geräte selbst.

Sehen Sie Ihre Software-Wallet daher am besten tatsächlich wie eine digitale Brieftasche und bewahren Sie dort nicht mehr digitales Geld auf, als Sie sonst auch Ihrem „echten“ Portemonnaie anvertrauen. Geht dieses Geld verloren, ist das zwar ärgerlich, aber kein Weltuntergang.

Natürlich können Sie auch verschiedene Wallets ausprobieren und deren Funktionen zunächst nur mit kleinen Beträgen testen. Wichtig ist, dass Sie verstehen, was die Wallet macht und das Gefühl haben, diese gut bedienen zu können. Dazu gehört auch, gleich zu Beginn das obligatorische Backup zu machen und diesen Schritt bei der Einrichtung nicht zu überspringen. Lernen Sie auch hier aus den Fehlern, die schon andere vor Ihnen gemacht haben. Notieren Sie sich am besten auch den Namen der Wallet-Software, das Datum und, sofern Sie es herausfinden können, die Versionsnummer.

Um nun die für Sie richtige Wallet zu finden, können Sie zum Beispiel auf die folgende Auswahlhilfe zurückgreifen:

Mittlerweile gibt es verschiedene Hardware-Wallet Modelle. Jede mit ihren Vor- und Nachteilen.
Brauchen Sie auch eine Hardware-Wallet?

Haben Sie sich für eine Software-Wallet entschieden, sollten Sie überlegen, ob Sie sich zusätzlich auch eine Hardware-Wallet zulegen wollen. In den allermeisten Fällen ist das sinnvoll.

Hardware-Wallets sind ein guter Kompromiss zwischen Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit und bieten auch Einsteigern ohne technische Expertise eine gute Möglichkeit, auch eine etwas größere Summe Bitcoins sicher aufzubewahren. Allerdings sollte man sich auch hier bewusst sein, dass auch Hardware-Wallets nur Hilfsmittel sind und keine von ihnen absoluten Schutz vor Verlust bieten kann. Dennoch ist es eine gute Idee, eine zu benutzen, da sie helfen, das Verlustrisiko stark zu minimieren.

Aktuell gibt es vier Anbieter für Hardware-Wallets, die sich in den vergangenen Jahren in der Bitcoin-Community einen guten Ruf erarbeitet haben. Im Kern machen die Modelle aller Anbieter das Gleiche: Sie verwahren die Schlüssel zu Ihren Bitcoins statt auf dem Telefon oder dem Computer auf einem kleinen separaten Gerät. Die zentralen Unterschiede liegen darin, wie sie das machen.

Während die einen auf größtmögliche Transparenz und Überprüfbarkeit setzen, halten andere Anbieter die Funktionen und den Aufbau besonders sensibler Teile bewusst geheim. Welche der Strategien sicherer ist, lässt sich pauschal nicht sagen, denn jede Strategie bringt Vor- und Nachteile mit sich. Fest steht nur: Da sie alle einen Mittelweg zwischen Anwenderfreundlichkeit und Sicherheit finden müssen, ist keine Hardware-Wallet perfekt und alle Anbieter müssen ihre Walletkonzepte regelmäßig verbessern und updaten, um neuen potentiellen Angriffen und Verlustszenarien entgegenzuwirken.

Letztlich müssen Sie also auch hier eine Wallet finden, mit deren Bedien- und Sicherheitskonzept Sie sich wohl fühlen. Um Ihnen die Auswahl zu erleichtern, finden Sie im Folgenden ausführliche Rezensionen zu den fünf populärsten Hardware-Wallet-Modellen.

Alle Modelle kosten um die 100 Euro. Wenn Sie mehr als diesen Wert in Bitcoins anlegen wollen, empfehle ich, ernsthaft über die Investition in eine Hardware-Wallet nachzudenken. Seien Sie an dieser Stelle im Zweifel nicht geizig. Falls der Kurs noch einmal stark steigen sollte, kann selbst ein ursprünglich kleiner Bitcoin-Betrag schnell auf einmal viel mehr wert sein und Sie werden sich freuen, wenn Sie dann noch Zugang dazu haben.

Weitere wichtige Hinweise zu Hardware-Wallets

Falls Sie sich entscheiden eine Hardware-Wallet zu kaufen, beachten Sie dabei aber bitte folgende wichtige Regeln. Sie riskieren ansonsten den Totalverlust Ihrer Bitcoins.

  • Kaufen Sie niemals eine Hardware-Wallet aus zweiter Hand!
  • Kaufen Sie die Hardware-Wallet nicht bei Drittanbietern, sondern idealerweise direkt beim Hersteller!
  • Achten Sie immer auf eine unbeschädigte Originalverpackung!
  • Verwenden Sie niemals eine Hardware-Wallet, die vorher schon einmal in Betrieb war!
  • Machen Sie auch hier das obligatorische Backup und bewahren Sie es sorgfältig auf!
  • Halten Sie sich und Ihre Wallet immer auf dem neuesten Stand!

Mehr Informationen zu Bitcoin, Wallets und den richtigen Umgang mit Ihnen finden Sie auch in vielen Folgen des Honigdachs-Podcast.

Bitcoins kaufen – Nun geht’s los!

Wenn Sie sich bis hierher nicht von Ihrem Plan, Bitcoins zu kaufen, haben abbringen lassen und all die dafür nötigen Vorbereitungen abgeschlossen sind, kommen wir zum nächsten Teil.

Auf der folgenden Seite werden Sie zunächst erfahren, wie und wo Sie Bitcoins online kaufen können. Im dritten und letzten Teil dieses Leitfadens wird es dann abschließend darum gehen, wie Sie Bitcoins auch außerhalb des Internets kaufen können.


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