Bitcoins kaufen – Teil 2 – Bitcoins online kaufen

Stand: Mai 2020

Zurück zu: Bitcoins kaufen Eine Anleitung
Zurück zu: Bitcoins kaufen – Teil 1 – Die Vorbereitung
Weiter zu: Bitcoins kaufen – Teil 3 – Bitcoins offline kaufen


Teil 2 – Bitcoins online kaufen

Nachdem Sie im ersten Teils dieses Leitfadens bereits die nötigen Vorbereitungen getroffen haben, geht es nun darum, wie Sie online Bitcoins kaufen können. Zunächst gehen wir dabei auf allgemeine Aspekte ein, bevor dann einige konkrete Anbieter und deren Vor- und Nachteile besprochen werden.

Bitcoin – Im Internet zu Hause

Bitcoin ist das native Geld des Internets. Entsprechend ist direkt über das Internet zu kaufen auch die naheliegendste Option, um an das digitale Geld zu kommen. Die meisten Menschen kaufen und verkaufen ihre Bitcoins daher ganz selbstverständlich im Netz. Um diese Nachfrage zu bedienen, haben sich in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Plattformen und Anbietern entwickelt.

Für welche Sie sich am Ende entscheiden, ist auch hier wieder Geschmackssache und hängt von Ihren persönlichen Prioritäten ab. Ist Ihnen der deutschsprachige Support wichtig? Eine besonders einfache und bequeme Bedienung? Oder legen Sie vielleicht besonderen Wert auf Privatsphäre, Sicherheit und Datenschutz? Möglicherweise geht es Ihnen aber auch vor allem um niedrige Gebühren? Alles zusammen werden Sie nirgends finden. Sie müssen daher immer abwägen und ggf. mehrere Anbieter ausprobieren.

Die meisten Bitcoins werden online über spezialisierte Börsen gehandelt

Was Sie über Bitcoin-Börsen wissen müssen

Online-Börsen sind das Rückgrat des globalen Bitcoin-Handels. Über diese Plattformen werden die mit Abstand meisten Bitcoins gehandelt. Auf ihrem virtuellen Parkett bringen die Börsen rund um die Uhr Angebot und Nachfrage zusammen. Damit spielen sie auch für die Feststellung des aktuellen Bitcoin-Kurses eine zentrale Rolle. Diese Zentralisierung erzeugt allerdings auch Probleme. Da auf den Börsen permanent große Mengen Bitcoins (und andere Kryptowährungen) zusammenkommen, sind sie naturgemäß ein attraktives Ziel für Angreifer. Der vermeintliche Witz, dass es eigentlich nur zwei Sorten von Bitcoin-Börsen gibt: die, die bereits gehackt wurden und die, die es noch werden, kommt also nicht von ungefähr, sondern leitet sich aus den konkreten Erfahrungen der letzten Jahre ab.

Für Sie als Nutzer bedeutet das: Sie müssen dem Betreiber einer Bitcoin-Börse immer vertrauen, dass er verantwortungsvoll mit Ihrem (digitalen) Geld umgeht. Daher sollten Sie sich gut überlegen, für welchen Anbieter Sie sich entscheiden. Darüber hinaus ist es wichtig, selbst Ihr individuelles Risiko bestmöglich zu minimieren. Wie im ersten Teil dieses Leitfadens bereits angesprochen, gehört dazu unter anderem, dass Sie grundsätzlich kein Geld auf einer Börse liegen lassen, wenn Sie es dort gerade nicht brauchen. Verwahren Sie Ihre Bitcoins immer in einer Wallet, über die Sie selbst die Kontrolle haben! Was nicht auf einer Börse liegt, kann dort auch nicht verloren gehen.

Vertraue nicht. Verifiziere!

Aber auch für den kurzen Zeitraum, in dem es unumgänglich ist, Ihr Geld bei einer Börse zu lagern, gibt es einige Sicherheitsvorkehrungen, die Sie nutzen sollten. Vermutlich sind Sie diese ohnehin bereits aus dem Online-Banking gewohnt:

  • Prüfen Sie immer sorgfältig, bevor Sie sich irgendwo einloggen, ob Sie sich auf der richtigen Webseite befinden! Durch Tippfehler oder betrügerische Phishing-Links könnten Sie auf eine gefälschte Seite geraten sein.
  • Machen Sie sich mit dem Konzept der Zwei-Faktor-Authentifizierung vertraut und aktivieren Sie diese! Sollte ein Anbieter dieses Standard-Sicherheits-Feature nicht ermöglichen, dann nutzen Sie besser einen anderen.
  • Bewahren Sie Ihre Zugangsdaten sicher auf! Sorgen Sie dafür, dass sie nicht verloren gehen und schützen Sie sie vor dem unbefugten Zugriff durch Dritte.

Diese Sicherheitshinweise gelten neben den Börsen im Übrigen auch für alle anderen Anbieter und Dienstleister. Wann immer Sie Bitcoins im Netz kaufen oder anderweitig damit agieren – Nehmen Sie sich immer genügend Zeit, überprüfen Sie sorgfältig und bleiben Sie skeptisch! Aber das wissen Sie ja bereits.

Bild: Marco Verch (CC BY 2.0)

Alternative Bitcoin-Anbieter im Netz

Neben den Börsen gibt es noch viele weitere Wege, wie Sie online Bitcoins kaufen können. Weit mehr um sie hier alle im Detail vorstellen zu können. Das Prinzip und die Vorgehensweise sind jedoch im Kern immer gleich.

Zunächst müssen Sie ein Nutzerkonto anlegen und sich verifizieren. Planen Sie ein, dass diese Prozedur etwas dauern kann. Je nach Identifizierungsverfahren bis zu mehreren Tagen. Da Sie hier sensible persönliche Daten preisgeben, überlegen Sie sich zudem gut, wem Sie diese anvertrauen möchten!

Zusätzliche Wartezeit müssen Sie in der Regel anschließend auch noch einmal für das Aufladen Ihres jeweiligen Nutzer-Kontos einplanen. Dieses Guthaben brauchen Sie, weil sie Bitcoins im Netz generell nur gegen direkte Bezahlung bekommen. Ein Kauf auf Rechnung o. Ä. ist nicht möglich. Stellen Sie sich also auch hier auf die im bargeldlosen Verkehr üblichen Fristen und Verzögerungen ein. Wobei es zusätzlich auch vorkommen kann, dass die automatischen Kontrollmechanismen ihrer Hausbank eine Überweisung auf eine ausländische Bitcoin-Börse zunächst blockieren und diese erst nach erneuter Rücksprache manuell freigegeben wird. Dieses Problem haben Sie beispielsweise nicht, wenn Sie Ihre Bitcoins direkt bei einem Anbieter kaufen, der selbst eine Bank ist und damit in der Lage, Zahlungen in Euro und Bitcoin gleichermaßen unter einem Dach abzuwickeln.

Doch selbst wenn Sie einmal warten müssen, ist auch das kein Weltuntergang. Sehen Sie es positiv! So haben Sie noch etwas Zeit, sich mit Bitcoin zu beschäftigen, bevor es ernst wird. Wie wäre es mit einem guten Buch?

Starten Sie klein und testen Sie!

Doch egal für welchen Weg Sie sich nun entscheiden – über den etwas teureren, aber dafür regulierten Anbieter mit Banklizenz und bekannter Adresse oder über die schicke, aber kryptische Online-Börse mit den besten Preisen und dem größten Handelsvolumen – überlegen Sie sich gut, wieviel Geld Sie mit einem Mal aus der Hand geben wollen. Denn so wie Sie vermutlich Ihr Geld nicht verschenken wollen, sollten Sie auch Ihr Vertrauen nicht leichtfertig hergeben!

Mein Tipp: Beginnen Sie zunächst mit einem kleinen Betrag! Auch wenn Sie eigentlich planen, eine größere Summe in Bitcoin zu investieren, ist es keine gute Idee, diese auf einen Schlag auszugeben. Teilen Sie den Betrag besser in mehrere kleinere Tranchen. Auf diese Weise können Sie den Anbieter Ihrer Wahl auf Verlässlichkeit testen und gleichzeitig Ihr Verlustrisiko minimieren, falls es doch einmal zu Problemen kommen sollte.

Eine Auswahl von Bitcoin-Anbietern

Im Folgenden finden Sie nun einige Anbieter, bei denen Sie online Bitcoins kaufen können. Diese Auswahl ist natürlich nicht vollständig und sie ist subjektiv. Sie müssen also nicht zwingend einen dieser Anbieter nehmen. Wenn Sie selbst noch einmal im Netz recherchieren, werden Sie aber vermutlich schnell auf eines oder mehrere Unternehmen aus dieser Liste stoßen, da sie alle schon seit einigen Jahren am Markt sind und sich in dieser Zeit eine gewisse Popularität erarbeitet haben.

Meine Kriterien waren zudem, dass die Auswahl ein Mindestmaß an Vielfalt und Breite für verschiedene Zielgruppen abbildet und dass jeder Anbieter in seiner individuellen Ausrichtung mindestens in einem Punkt eine besondere Relevanz besitzt.


Bitcoin.de – Das deutsche Urgestein
Screenshot. Bitcoin.de

Bitcoin.de ist schon seit vielen Jahren fest etablierter Bestandteil des deutschsprachigen Bitcoin-Marktes. 2011 gegründet ist die Plattform keine Börse, sondern ein Marktplatz, der private Käufer und Verkäufer zusammenbringt. Bitcoins kaufen Sie hier also immer direkt von einer anderen Person, der Sie entsprechend auch das Geld direkt überweisen. Bitcoin.de übernimmt dabei eine Treuhänderfunktion und bekommt von beiden Parteien je 0,5 Prozent des Kaufpreises als Gebühr. Die Handelsplattform ist nach deutschem Recht reguliert und lässt sich jährlich durch eine Wirtschaftsprüfung die Bitcoin-Bestände attestieren.


Bitwala – Die Berliner Bitcoin-Bank
Screenshot: Bitwala.com

Auch Bitwala ist keine Bitcoin-Börse, sondern eine echte Bitcoin-Bank. Als Nutzer bekommen Sie mit der Anmeldung ein kostenloses Girokonto über das Sie Ihre Euros einfach, bequem und direkt in Bitcoin und zurück tauschen können. Das ist bequem, aber mit einem Prozent Gebühr auch vergleichsweise teuer. Da das Berliner Unternehmen unter den Auflagen einer Banklizenz agiert, sind dafür sämtliche ihrer Euro-Einlagen so sicher wie bei anderen Banken auch. Für die in Ihrem Bitwala-Nutzerkonto gespeicherten Bitcoins sind Sie hingegen selbst verantwortlich. Hier gilt es also, besondere Sorgfalt bei der Erstellung und Aufbewahrung Ihrer Backup und Zugangsdaten walten zu lassen.


Bitstamp – Die solideste Bitcoin-Börse Europas
Screenshot: Bitstamp.net

Bitstamp ist die älteste und größte Bitcoin-Börse Europas. Das ursprünglich in Slowenien gegründete Unternehmen ist mittlerweile in Luxemburg reguliert und hat seinen offiziellen Sitz in Großbritannien. Verglichen mit anderen internationalen Bitcoin-Börsen ist das Image von Bitstamp eher konservativ. Trotz eines Hacks im Jahr 2015 konnte sich die Börse einen Ruf als stabile und verlässliche Handelsplattform erarbeiten. Mit 0,5 Prozent liegen die Gebühren höher als bei anderen international agierenden Börsen. Kaufen und verkaufen kann man direkt mit Euro. Die Seite und der Support sind jedoch nur auf Englisch verfügbar.


Kraken – Das US-amerikanische Bollwerk
Screenshot: Kraken.com

Obwohl Kraken in den USA sitzt, können Sie bei dieser Börse Bitcoins auch direkt in Euro an- und verkaufen. Was die Plattform darüber hinaus besonders macht, ist dass sie trotz ihrer Größe seit ihrem Start 2013 noch nie gehackt wurde. Aber auch so genießt die Börse im Bitcoin-Ökosystem einen sehr guten Ruf als kompetent und nachhaltig agierendes Unternehmen. Als Käufer zahlen Sie hier mit 0,26 Prozent zudem vergleichsweise geringe Gebühren. Dafür müssen Sie sich aber auch hier mit einer englischsprachigen Webseite und englischsprachigem Support begnügen.


Bitfinex – Die Mysteriöse
Screenshot: Bitfinex.com

Mit Bitfinex ist es so eine Sache. Die einen lieben die 2012 gegründete Börse, andere warnen in lauten Tönen vor der Systemrelevanz und dem damit verbundenen Manipulationspotential dieser vergleichsweise intransparenten Plattform. Fest steht: Das in einer Steueroase registrierte Unternehmen gehört zu den internationalen Bitcoin-Börsen mit dem größten Handelsvolumen und ist seit Jahren extrem gut im Ökosystem vernetzt. So gut, dass es sogar mehrfache Hacks mit millionenschweren Verlusten durch seine Profitabilität immer wieder ausgleichen konnte. Vielleicht ist es gerade diese Krisenresistenz, die die Nutzer schätzen. Vielleicht sind es auch die geringen Gebühren von nur 0,2 Prozent. Gehandelt wird bei der aus Hong Kong operierenden Börse nicht in Euro, sondern in Dollar. Webseite und Support sind entsprechend auch nicht auf Deutsch verfügbar.


Binance – Das Krypto-Kasino
Screenshot: Binance.com

Binance ist die derzeit wohl schillerndste Online-Börse überhaupt. Erst 2017 in China gegründet, ist das Unternehmen binnen kürzester Zeit zu einer der volumenstärksten Handelsplattform für Kryptowährungen aller Art geworden. Diesen Aufstieg verdankt es unter anderem dem konsequenten Ausweichen vor Regulierung und Vermeiden von aufsichtsrechtlichen Auflagen. Im Zweifel wird der Sitz der Börse dafür in eine andere Jurisdiktion verlegt. Auch diese Börse wurde bereits gehackt, konnte den Verlust jedoch ausgleichen. Webseite und Support sind auch auf Deutsch verfügbar. Mit 0,1 Prozent sind die Gebühren zudem unschlagbar günstig. Der Preis dafür ist jedoch ein höheres Risiko.

Sonderfall: Dezentralisierte Börsen

Ein interessanter Sonderfall von Online-Börsen, sind dezentralisierte Börsen. Das Ziel dieser Plattformen ist es, das Risiko für alle Beteiligten zu minimieren, indem die Daten und das Guthaben der Nutzer nicht zentral zugänglich gespeichert werden. Prinzipiell ein sehr guter Ansatz handelt es sich dabei allerdings noch um vergleichsweise experimentelle Konzepte, die für Einsteiger (noch) nicht zu empfehlen sind. Wer sich aber schon einmal anschauen will, was es damit auf sich hat und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben – Diese beiden dezentralisierten Handelsplattformen gibt es bereits:


Tipps für die eigene Suche nach weiteren Anbietern

Wie bereits erwähnt, gibt es noch eine Vielzahl anderer Möglichkeiten und Anbieter, über die Sie im Netz Bitcoins kaufen können. Einen guten Überblick finden Sie zum Beispiel hier.

Die folgenden Fragen und Hinweise können Ihnen zudem bei der kritischen Beurteilung potentieller Kandidaten helfen:

  • Reputation – Welchen Ruf hat das Unternehmen? Wer spricht darüber mit welchem Interesse?
  • Track-Record – Wie lange ist das Unternehmen schon am Markt? Wie hat es sich seitdem entwickelt? Ist es schon einmal gehackt worden? Wie wurde damit umgegangen?
  • Nutzermeinungen – Was sagen die Nutzer im Netz? Gibt es Kritik, Warnungen oder Kontroversen?
  • Kommunikation – Wie aktiv und über welche Kanäle kommuniziert das Unternehmen nach außen? Wie ist der Ton? Ist die Kommunikation lösungsorientiert?
  • Transparenz – Wieviel lässt sich über das Unternehmen und die Verantwortlichen herausfinden?
  • Volumen – Passen die eigenen Angaben zum Gesamteindruck? Je kleiner das Volumen an einer Börse, desto skeptischer sollte man sein. Lassen sich andersherum ungewöhnlich große Zahlen überprüfen?
  • Lizenzen und Regulierung – Welche rechtlichen Auflagen und Kriterien erfüllt das Unternehmen? Welchen Regelungen und Prüfungen unterwirft sich das Unternehmen freiwillig?
  • Verständlichkeit – Verstehen Sie was der Anbieter genau macht? Was ist das zugrundeliegende Geschäftsmodell? Wie und womit wird hier Geld verdient?

Internet? Geht das alles nicht auch anders?

Falls Ihnen die hier besprochene Möglichkeit, Bitcoins im Internet zu kaufen, nicht zusagt, Sie auch den Kauf von digitalem Geld lieber mit einer haptischen Erfahrung verbinden oder Sie einfach gerne von Angesicht zu Angesicht mit Ihrem Bitcoin-Verkäufer interagieren möchten, können Sie Bitcoins natürlich auch offline, also außerhalb des Internets kaufen. Wie, erfahren Sie im dritten und letzten Teil dieser Anleitung.


Zurück zu: Bitcoins kaufen Eine Anleitung
Zurück zu: Bitcoins kaufen – Teil 1 – Die Vorbereitung
Weiter zu: Bitcoins kaufen – Teil 3 – Bitcoins offline kaufen


Offenlegung: Einige der hier verwendeten Links sind Teil von Affiliate-Programmen. Für Sie als NutzerInnen bringt das keine Nachteile mit sich.

Aktuelles, Kritisches und Hintergründiges zu Bitcoin, Blockchain und Crypto-Kultur