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Steelwallet – Bitcoins für die Ewigkeit sichern

Zugegeben – wie soll man wissen, ob man Bitcoins überhaupt für die Ewigkeit sichern kann, wenn man die Zukunft gar nicht kennt. Aber ist das ein Grund es nicht trotzdem zu versuchen? Genau! Und deswegen habe ich auch direkt zugesagt, als mich Aljoscha von Steelwallet neulich fragte, ob ich ebensolcheine Steelwallet mal ausprobieren wollen würde.

Mit rostfreiem Stahl gegen alle Eventualitäten

Kurze Zeit später lag dann ein schmuckloser Pappumschlag mit zwei je knapp 180 Gramm schweren fast quadratischen Plättchen (ca. 10×10 cm) aus rostfreiem Stahl und einem halbautomatischen Stanz-Stift in meinem Briefkasten.

Zwei Platten aus rostfreiem Stahl zur Sicherung zweier 12-Wörter- oder eines 24-Wörter-Seeds

Jedes Plättchen zeigt dabei ein lasergraviertes Raster mit 24×26 Feldern. Vertikal mit dem Alphabet und horizontal mit den Zahlen 1-6 (Vorderseite) und 7-12 (Rückseite), wobei jeder Zahl vier Spalten untergeordnet sind, die dann die Buchstaben-Zeilen kreuzen.

In diese Felder kann man dann den Seed einstanzen, also die individuelle Wortreihenfolge, die eine Bitcoin-Software-Wallet zufällig erzeugt und aus der sie alle zugehörigen Schlüssel und Adressen ableitet, die dann im Alltag wiederum Zugang zu den eigenen Bitcoins ermöglichen.

Wer diesen Seed gut aufbewahrt, kann seine Wallet und damit die eigenen Bitcoins auch im Falle eines Falles jederzeit einfach wiederherstellen. Der Seed ist also das Backup und die Idee der Steelwallet ist es nun, dieses Backup, so sicher und unverwüstlich wie möglich in der physischen Welt zu schützen.

Wie sichert man einen Seed am beständigsten?

Mit dieser Idee ist die Steelwallet natürlich nicht alleine auf dem Markt. Schon seit langem gibt es verschiedene Konzepte und Ausführungen auf dem Markt. In einem sehr ausführlichen Stresstest (Teil 1, Teil 2) hat Jameson Lopp verschiedene Seed-Storage-Systeme verglichen und die Steelwallet kam dabei u.a. aufgrund der einfachen Handhabung ganz ordentlich bei weg. Ein Fazit, dem ich mich durchaus anschließen kann.

Denn weder braucht man außer dem beigelegten Stanzer noch weiteres Werkzeug, noch sonderlich viel Kraft oder Geschick um die Steelwallet zu nutzen. Einzig etwas Konzentration und ein guter Plan sind von Nöten.

Mnemonic Code Converter – Mnemonic Codes für alle!

Hat man einen Seed (ich habe für den Test natürlich keinen echten genommen, sondern mir hier einen generiert), markiert man die entsprechenden Felder mit einem Filzstift vor.

Man muss nicht die ganzen Wörter stanzen

Da die ersten vier Buchstaben reichen, um das entsprechende Wort im Seed-Wortpool eindeutig zuzuordnen, muss man pro Wort auch nur vier Buchstaben markieren. Meinen Seed „metal sheriff feed witness slush range wall usual accuse because judge eight“ markiere ich entsprechend nur mit den Buchstaben „meta“, sher“, „feed“, „witn“, „slus“, „rang“, „wall“, „usua“, „accu“, „beca“, „judg“ und „eigh“.

Besser erst markieren und ggf. korriegieren, bevor für die Ewigkeit gestanzt wird.

Das ist auch schon der komplizierteste Teil des Prozesses, den man mit der nötigen Sorgfalt durchführen sollte. Denn wenn man mal eben in der Spalte oder Zeile verrutscht, was bei der geringen Größe durchaus mal passieren kann, kann man den Fehler noch vor dem Stanzen korrigieren.

Mit dem Stanz-Stift werden die Markierungen dann verewigt

Sind die Felder richtig markiert, wird der beigelegte Stanz-Stift auf die Punkte gesetzt und runtergedrückt bis es klickt. Die innenliegenden Federn geben dann einen Impuls an die Spitze, der genau ausreicht, eine kleine, aber eindeutige Markierung in dem jeweiligen Feld zu hinterlassen. Fertig.

Das Ganze dauert nicht lang, ist vom Geräuschpegel nicht störend und hinterlässt keinen Müll. Unterm Strich also wirklich eine einfache und praktische Lösung.

Den Seed zu stanzen ist nur die halbe Miete

Vorausgesetzt natürlich man hat sich einen guten Plan gemacht, wo man die Stahlplättchen später aufbewahren möchte. Denn nur weil der Seed in der Steelwallet jetzt gegen Schäden durch Wasser, Feuer, Korosion und Elektrizität geschützt ist, kann er natürlich immer noch gestohlen oder oder ausgelesen werden, solange er allzu leicht zu finden ist.

Im Gegensatz zu einem Backup auf Papier lässt sich die Steelwallet aufgrund der Maße und des Gewichts aber nicht ganz so einfach und unauffällig verstecken. Dafür erlaubt das Material aber eben auch etwas robustere Verstecke. Im Garten vergraben, in den Kamin kleben, im Aquarium versenken – der Phantasie sind hier erst einmal keine Grenzen gesetzt. Gerade wenn es darum geht, einen bestimmten Seed sehr lange aufzubewahren.

Allerdings würde ich mir hierfür noch eine Möglichkeit wünschen, die Reihenfolge der Plättchen zu markieren. Denn wem seine Wallet einen 24-Wörter-Seed vorgibt, der braucht beide Plättchen. Da die aber komplett identisch sind, wäre es hilfreich zu wissen, welche der Platten die ersten zwölf und welche die zweiten zwölf Wörter des Seeds enthält. Aber das ist letztlich ein Problem, das man als Nutzer zur Not auch selbst oben rechts in der Ecke mit einer bzw. zwei Markierungen lösen könnte. Wenn man daran denkt. Ansonsten muss man es später eben ausprobieren.

Ideal nur für die Langzeit-Aufbewahrung einzelner Seeds

Für die Alltags-Wallet(s) auf dem Smartphone wäre die Steelwallet allerdings nicht meine erste Wahl. Sie ist zwar einfach erstellt, aber wer wie ich mehrere und immer neue Wallets nutzt, was im rasant wachsenden und sich beständig wandelnden Bitcoin-Ökosystem ja durchaus üblich ist, müsste sich jedes Mal wieder eine neue Steelwallet kaufen.

Bei einem Preis von knapp 60 Euro für zwei Plättchen geht das schnell ins Geld. Ganz davon abgesehen, dass es ab einer gewissen Menge immer schwer werden würde, kiloweise Stahlplättchen unauffällig aber trotzdem einigermaßen zugänglich zu verstecken. Außerdem sehen alle Steelwallets gleich aus. Auch die eindeutige Zuordnung von diesem Seed-Backup zu jener Wallet könnte da irgendwann schwierig werden.

Am Ende muss also jeder für sich selbst entscheiden, ob und wie viele Steelwallets (oder alternative Angebote) er nutzen will. Dass es aber überhaupt die Möglichkeit gibt, seinen Seed mit so wenig Aufwand langfristig gegen physische Einflüsse sichern zu können, ist klasse.

Bitcoin ohne Internet – Ein Zwischenstand

Als Internetprotokoll läuft Bitcoin über das Internet und wenn es kein Internet gibt, dann gibt es auch kein Bitcoin. Könnte man meinen, doch ganz so einfach ist es nicht.

Denn auch wenn das weltweite Netzwerk ausfällt, existiert Bitcoin natürlich offline erst einmal auf tausenden Rechnern weiter, die nur darauf warten, wieder miteinander kommunizieren um den Nakamoto-Konsens wiederherzustellen. Bekanntermaßen reicht im Ernstfall ja eine einzige Kopie der Blockchain, um das ganze Bitcoin-System wieder hochzuziehen. Also theoretisch.

Ideal ist das natürlich nicht. Denn je länger der kontinuierliche Konsensfindungsprozess unterbrochen ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, einer erfolgreichen Attacke auf das „wahre“ UTXO-Set (d.h. auf den aktuellen Stand, wem welcher Bitcoin gehört). Außerdem ist Geld, das man nicht verlässlich transferieren kann, recht unpraktisch.

Bitcoin ohne Internetinfrastruktur

Deshalb arbeitet man schon seit Jahren daran, Bitcoin auch ohne Internet verfügbar zu machen. Denn ein gutes Geld sollte auch dann funktionieren, wenn aus politischen Gründen Leitungen gekappt oder manipuliert werden oder eine Naturkatastrophe Teile der Infrastruktur unbrauchbar macht. Kommt ja alles vor.

In Finnland hat man schon vor sechs Jahren die Blockchain testweise per DVB-T ausgestrahlt und damit beachtliche 95 Prozent der Bevölkerung in dem dünn besiedelten Land erreicht.

Um nicht nur Finnland, sondern die ganze Welt zu erreichen, läuft die Blockchain mittlerweile auch über Satelliten und Neil Woodfine arbeitet für Blockstream, die Firma, die genau das ermöglicht. In einem sehenswerten Vortrag beim Bitcoin-Meetup in Zürich berichtete er über den aktuellen Stand von Bitcoin ohne Internet.

Und wer nur wenig Zeit hat oder keine Lust auf Video, für die hat Neil den Vortrag und seine Kernaussagen auch noch einmal in eine handliche Reihe Tweets gepackt.

PocketCap – Der private BTC-Portfolio-Tracker

Vorgestern ist der Bitcoin-Kurs zum ersten Mal in diesem Jahr über 10.000 US-Dollar gestiegen. Mittlerweile liegt er wieder darunter. Dennoch ist das für viele eine symbolisch wichtige Marke, die aufhorchen lässt.

Welche Bedeutung die 10k-Marke aber letztlich für das eigene Portfolio hat, ist von Fall zu Fall verschieden. Hat man darüber gekauft, ist man noch immer im Minus. Hat man seine Bitcoins sehr günstig erworben, ist der Kurs natürlich exorbitant gut. Hat man jedoch sowohl darüber als auch darunter gekauft, ist es gar nicht so leicht, zu sagen, ob man gerade im Plus oder im Minus liegt.

PocketCap zum Investmenttracking

Wer daher den sich ja schon seit einigen Monaten abzeichnenden Kursfrühlings nutzen will, sich nun endlich mal einen fundierten Überblick zu verschaffen, wie man selbst eigentlich kurstechnisch so dasteht, für den könnte die Browser-App PocketCap von Sergiu Bologa eine hilfreiche Option sein.

Beispielportfolio: 3 mal Bitcoin zu unterschiedlichen Preisen gekauft, fast 100% Gewinn gemacht.

Wer zum Beispiel vor Jahren mal 10 Bitcoins zum Preis von je 1000 USD, später dann noch einmal 5 Bitcoins für je 10.000 USD nachgekauft und voller Enthusiasmus sogar 1 Bitcoin beim All-Time-High von 20.000 USD gekauft hat, sieht hier schnell, dass er zum jetzigen Zeitpunkt unterm Strich mit rund 76.000 USD Zuwachs seine Investition nahezu verdoppelt hat.

Da die Seite die Daten von Coinmarketcap zieht, kann man dem eigenen Portfolio neben Bitcoin auch noch eine Vielzahl von anderen Altcoins hinzufügen und sich seine Investitionsübersicht dementsprechend haargenau konfigurieren. Vorausgesetzt natürlich man weiß überhaupt noch, wann man was zu welchem Kurs gekauft hat.

Schutz von Daten und Privatsphäre

Doch selbst wenn man das weiß, stellt sich die Frage, ob man diese Daten überhaupt an einem Punkt gesammelt preisgeben möchte? Denn bekanntermaßen ist es keine gute Idee allzu viele Details über das eigene Portfolio bekannt werden zu lassen.

Sergiu ist sich dieses Dilemmas natürlich bewusst und hat PocketCap dementsprechend als möglichst private Open Source-Lösung konzipiert, bei der die eingegebenen Daten den Browser nicht verlassen. Im Reddit-Thread erklärt er das etwas ausführlicher:

It’s private for a few reasons:

  1. The data you enter never leaves your browser. The communication between your browser and the server is made only to get data from the server and never to send any data. You can check this by looking at the code (it’s open source) or by looking in the browser’s Developer Tools -> Network tab and see what requests are made to the server. You’ll see there all the data exchanged between the server and the browser.
  2. The portfolio is persisted by using the URL hash. So every time you create a portfolio the hash in the URL is changed to contain the data you entered and you can use that to later access your portfolio. That generated URL is in your complete control, the browser never sends it to the server.
  3. There’s a feature that remembers your last added portfolio but again is 100% in your browser and never leaves it. The mechanism is called LocalStorage and it’s a way to store some data in user’s browser without using a server for this. You can check this by accessing the app from another browser.
  4. This is the made idea behind this app, to keep it private and only in your control. So if we can consider that your browser is in your full control, than PocketCap is also in your full control.

Wenn man PocketCap also nicht gerade auf einem öffentlichen oder ungeschützt zugänglichen Rechner ausführt, kann man es also durchaus nutzen. In jedem Fall ist es sauber und ansprechend designed und bietet viele hilfreiche Informationen, selbst wenn man sich nur mal einen groben Überblick über den Stand des eigenen Investments verschaffen möchte oder ein „Hätte-ich-mal“- oder „Was-wäre-wenn“-Szenario“ durchspielen möchte.

Honigdachs #48 – Auf ein gutes Bitcoin-Jahr

Die 48. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig ist. (Abonnieren)

Honigdachs #48 – Auf ein gutes Bitcoin-Jahr

Wie versprochen nehmen wir in dieser Folge unsere unterbrochene Debatte der letzten Folge wieder auf, ob und inwiefern 2019 für Bitcoin ein gutes oder schlechtes Jahr war. Dabei schauen wir aber nur kurz zurück und blicken vor allem nach vorn. Denn so oder so. 2020 verspricht ein sehr viel aufregenderes Jahr zu werden. Allein, was bisher schon alles passiert ist …

Viel Spaß beim Hören und die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick.

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(Kein) Bitcoin in Thailand

Hier ging es sehr ruhig zu die letzten Wochen und wer die letzte Honigdachs-Folge gehört hat, weiß, dass ich Im Dezember und Januar mit der Familie im Norden und Süden Thailands auf Reisen war. Ein sehr schönes Land, das ich gerne weiterempfehle. Insbesondere wenn man sich von den typischen Tourismus-Hochburgen löst und bereit ist, sich auf eine andere Kultur, andere Mentalität, anderes Essen und anderes Klima einzulassen und dadurch die eigenen Routinen, Gewohnheiten und möglicherweise eingefahrene Denkmuster infrage zu stellen.

„Reise, denn Geld kommt zurück, Zeit nicht.“

kluger Spruch, der unterwegs irgendwo an einer Wand stand

Vier Erkenntnisse aus acht Wochen Reise

Nun soll das hier aber kein Urlaubsbericht werden, sondern natürlich habe ich wie auf jeder Reise die Augen in Hinblick auf das Thema Bitcoin und Geld allgemein offen gehalten. Dabei sind mir einige Sachen aufgefallen, die ich für erwähnenswert finde.

#1 Bitcoin ist unsichtbar

Obwohl ich mich immer wieder umgeschaut habe, ist mir Bitcoin in Thailand in den acht Wochen unserer Reise nirgendwo wirklich begegnet. Jedenfalls nicht ohne aktiv und ganz gezielt danach zu suchen. Zwar waren wir auch nicht in Bangkok, was diese Aussage für „ganz Thailand“ natürlich deutlich einschränkt, aber auch so gab es wirklich keinerlei Anzeichen für die Präsenz des digitalen Geldes.

Sie dem Bitcoin-₿ zwar sehr ähnlich, ist aber „nur“ das Währungs-฿ des thailandischen Baht.

Wer wirklich sucht, findet natürlich einige Bitcoin und sogar Lightning-Meetups nicht nur in Bangkok, sondern bspw. auch in Chiang Mai, der zweitgrößten Stadt Thailands. Außerdem gibt es auch eine handvoll Bitcoin-Automaten. Um die zu finden, muss man aber eben selber aktiv suchen.

Einzig nach einem intensiven, mehr als 1200 steile Stufen umfassenen Aufstieg hab ich doch noch ein winziges Zeichen von Bitcoin in Gestalt eines Trezor-Stickers gefunden. Dass den jedoch jemand in ein religösen Heiligtum geklebt hat, finde ich respektlos.

Cool: Auf einen Gipfel gibt es doch ein winziges Zeichen von Bitcoin. Uncool: Man klebt keine Marketing-Sticker in religöse Heiligtümer.

#2: Cash is king!

Mit Bitcoin habe ich also nichts bezahlt in Thailand. Das gleiche gilt aber auch für die Kreditkarte. Deren einziger Nutzen war auf unserer Reise, Bargeld abzuheben. Obwohl ich durchaus auch mal versucht habe, sie zu benutzen. Aber entweder wurde meine deutsche Visa-Kreditkarte von den Apps „nicht unterstützt“, es gab gar keine Möglichkeit damit zu bezahlen (Straßenküche, Nachtmarkt, Restaurants etc.) oder es war die teuerste Option. Denn bei Bargeld fallen eben keine zusätzlichen Gebühren an.

Möney, Möney, Möney gibt’s überall und am liebsten Cäsh auf die Händ

Auch mobiles Bezahlen per App war nirgendwo eine echte Option. Keine Ali-WeChat-Apple-Google-Samsung-Pay-Schilder. Zumindest nicht so, dass sie mir irgendwie aufgefallen wären.

Das ist insofern bemerkenswert, als dass das mobile Internet in Thailand ausgezeichnet, sehr günstig, überall verfügbar und allgegenwärtig ist. Für meine quasi LTE-Flatrate mit maximaler Geschwindigkeit hab ich umgerechnet ca. 15 Euro im Monat bezahlt (und wahrscheinlich noch nicht einmal den günstigsten Tarif gefunden).

Dafür hatte ich dann aber auch wirklich überall richtig schnelles Internet. In den Bergen, auf dem Meer, in der Stadt und überall dazwischen. Am Ende habe ich mir nicht einmal mehr die Mühe gemacht, mich in die freien WLANs der Unterkünfte und Restaurants einzuwählen. Wer hat der kann.

Nicht im Bild: Sohnemann der auf dem Handy zockt, chattet und streamt.

Und weil das Internet überall verfügbar ist, wird es auch überall genutzt. Der Pförtner stream während seiner Schicht Videos, die Köchen der Garküche videotelefoniert nebenbei und die Kinder der Händler auf dem Nachmarkt spielen Online-Spiele oder schauen anderen im Netz dabei zu. Auf dem Motorroller, beim Essen, an der Kasse – das Smartphone ist in Thailand fester, ständiger und akzeptierter Begleiter aller Menschen in jeder Situation. In seiner Intensität wirkte das auf uns manchmal befremdlich.

Die Infrastruktur für mobiles Bezahlen wäre also durchaus da. Genutzt wird sie jedoch nicht. Die genauen Gründe kenne ich nicht. Es scheint wohl aber, dass die „Nur Bares ist Wahres“-Mentalität keine ur-deutsche Einstellung ist. Immerhin konnten wir selbst in besseren Unterkünften die Kaution und manchmal sogar das ganze Appartment nur in bar bezahlen.

#3: Apps sind situativ relevant

Auf unserer Reise habe ich mehrfach darüber nachgedacht, wie diese wohl verlaufen wäre, wenn sie ein paar Jahre früher stattgefunden hätte? Ohne mobiles Internet, Smartphones, Cloud-Services und Apps. In jedem Fall sehr viel herausfordernder. Ich hätte die digitalen Helfer jedenfalls nicht missen wollen.

Die Lieblings-Hörspiele und -Musik der Kinder jederzeit bei Spotify streamen. Sehr hilfreich! Dieses bestimmte Märchen spontan als Gutenachgeschichte googlen. Top! Ein paar aktuelle Die Maus-Folgen auf dem Tablet schauen. Super!

Doch nicht nur für die familieninterne Stimmung waren Apps auf unserer Reise im Hinblick auf daheimgebliebene CDs, Bücher etc. im wahrsten Sinner des Wortes eine große Erleichterung. Einige Apps haben unsere Reise (mit kleinen Kindern) in Teilen überhaupt erst ermöglicht.

Google Maps hat sich in einem Land mit fremdem Schriftbild und einer anspruchsvollen Sprachbarriere als unverzichtbarer und verlässlicher Navigator erwiesen. Ohne die App wären die mehr als tausend Kilometer Autofahrt in einem Straßenverkehr, der zu den tödlichsten der Welt gehört, jedenfalls sehr viel unentspannter gewesen.

Alle Kurven und die voraussichtliche Ankunftszeit dank Google Maps schon vorab zu kennen, macht das Fahren sehr viel entspannter.

Eine andere quasi unverzichtbare App, die wir entsprechend viel genutzt haben, war Grab, das lokale Uber. Gerade in Städten wie Chiang Mai war das als Famile die perfekte Art der Fortbewegung. Denn die App löste viele unserer Probleme:

  • Der Verkehr ist intensiv und rollerlastig, sodass selber Autofahren in der Stadt sehr stressig ist. Auch weil man nur schwer einen Parkplatz findet.
  • Die Pförtnerin unseres Komplexes sprach kein Wort Englisch und konnte uns daher auch kein „offizielles“ Taxi rufen.
  • Die halbfesten Routen der Sammeltaxis waren außerhalb unserer Reichweite
  • Die Grab-Fahrer sprachen meist zwar auch kein Englisch, mussten sie aber auch nicht. Die App hat unsere Kommunikation über Standort und Ziel über die Sprachbarriere hinweg gemanaged.
  • Durch die Echtzeit-Routenverfolgung konnten wir jederzeit überprüfen, ob wir auf dem richtigen Weg sind und eingreifen, wenn nicht.
  • Wir haben immer einen fairen Preis bezahlt. Die App hat den Fahrpreis vorab vorgegeben und mit einem Trinkgeld für den Fahrer obendrauf waren wir sicher, dass keiner von uns einen schlechten Schnitt gemacht hat. Wussten wir auch daher, weil die Preisvorhersagen der App in vielen Situationen erstaunlich nah an den spontan im Kopf kalkulierten Preisen von „normalen“ Taxis/Fahrern waren.

Mittlerweile habe ich die Grab-App wieder gelöscht und fragte mich jemand, ob ich nun auf den Geschmack gekommen sei und ein vergleichbares Angebot fortan auch regelmäßig hier in Deutschland nutzen wollen würde, wäre meine Antwort weiterhin in den meisten Fällen nein. Uber und Co. sind zwar ganz nett, lösen für mich hier aber bislang zu selten ein Problem, das ich nicht auch anders/einfacher lösen könnte. Bei der nächsten Reise nach Südostasien, würde ich Grab jedoch sofort wieder installieren.

#4: Asien ist mehr als nur China

Wenn ich vorher an Apps und Asien gedacht habe, dachte ich lange automatisch an China und ging davon aus, dass deren digitale Angebote längst auch die angrenzenden Länder der Region erobert hätten. Oder dass sich die westliche Apps von Facebook und Co. irgendwie durchgesetzt hätten.

Das Beispiel Grab (gegründet 2012 in Malaysia heute in ganz Südostasien verbreitet) zeigt aber, dass das nicht so ist. Die App ist in Thailand quasi der etablierte Standard für Mobilitätsvermittlung von Mensch und Essen.

Ein Tauchshop-Betreiber sagte uns zudem, dass er auf seiner Visitenkarte Whatsapp nur pro forma für die westlichen Besucher drauf habe. Sonst nutze das hier nämlich keiner.

Die Standard-Kommunikationsapp in Thailand ist hingegen Line (sitzt in Japan). Einen WeChat– oder Telegram-Kontakt hatte er erst gar nicht, obwohl die Gegend gerade bei Russen und Chinesen ein sehr beliebtes Reiseziel ist. Möglicherweise gehen die aber auch einfach nicht so gerne schnorcheln.

Das alles sind letztlich eben doch nur individuelle Eindrücke meinerseits, die aber trotzdem hilfreich sind, ein differenzierteres Bild der (digitalen) Welt jenseits des eigenen geistigen Tellerrandes zu entwickeln.

Zurück am Schreibtisch

Und mit diesen frischen Eindrücken geht es nun auch hier im Blog wieder weiter. Denn auch wenn ich von Bitcoin in Thailand zwar nicht viel gesehen habe, so hat sich doch bei Bitcoin in den vergangenen zwei Monaten Einiges getan. Zudem verspricht das laufende Jahr sehr ereignisreich und spannend zu werden. Meine Themenliste ist dementsprechend lang und der nächste Honigdachs-Podcast selbstredend schon in der Vorbereitung.

Honigdachs #47 – Jahresendzeitkontroverse

Die 47. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig ist. (Abonnieren)

Honigdachs #47 – Jahresendzeitkontroverse

Heute ist Bitcoin-Genesis-Day. Hooray! Vor elf Jahren hat Satoshi Nakamoto den ersten Block der Blockchain gemined. Eigentlich ein Grund zu feiern. Aber was machen die drei Honigdachse von der Tanke (fast) zu diesem Anlass? Wir beginnen zu streiten, ob 2019 eher ein gutes oder verlorenes Jahr für Bitcoin war.

Und das ganze auch noch live vor Publikum (4 Zuhörern auf dem 36C3) und der Welt (13 Leute im Stream). Da bleibt euch nun wohl keine Wahl mehr, als aufzuholen und euch selbst eine Meinung zu bilden, wer in welchem Team gelandet ist. Außerdem klärt sich in dem Podcast auch, warum es hier seit einigen Wochen so ruhig zugeht. Hat alles seine Richtigkeit.

Und wer uns schon gehört hat: Hier das versprochene Symbol-GIF, des typischen „Crypto“-Hodlers beim Handling seines Altcoinportfolios 2019/2020.

Viel Spaß beim Hören! In der nächsten Folge werden wir die Kontroverse vertiefen.

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Die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick

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BitBox02 – Die Schweiz als Hardware-Wallet

Nachdem ich neulich die Coldcard auf dem Schreibtisch hatte, eine Hardware-Wallet, die Design und Nutzerfreundlichkeit in jeder Hinsicht dem Thema Sicherheit unterordnet, könnte der Kontrast zur BitBox02, meinem aktuellen Testgerät aus dem Hause Shift Cryptosecurity, nicht größer sein.

Zwar kann man die schweizerische BitBox02 nicht so gut „erschießen“ wie den „hässlichen kleinen Taschenrechner“ aus Kanada und auch den eigenen Seed kann man nicht erwürfeln. Wenn man jedoch bereit ist, auf einige dieser Maximal-Sicherheitsfeatures zu verzichten, bekommt man mit der BitBox02 die derzeit wohl modernste, anwenderfreundlichste und zeitgemäßeste Hardware-Wallet.

Als Nachfolger der BitBox01 wirkt sie in vielen Details gut durchdacht, die Handhabung ist auf die Bedürfnisse des Nutzers fokussiert und das Design ist elegant. Wer hätte gedacht, dass sich die technische Nerdigkeit von Bitcoin und die Herausforderung, Bitcoins sicher aufzubewahren, so sexy verkaufen lässt.

Massiv, sicher und für die Ewigkeit gemacht. Der BitBox02-Hersteller versteht es, das Schweizer Image der Stabilität und Vertrauenswürdigkeit auf seine Produkte zu übertragen.
Krypto-Sicherheit als Schweizer Statement

Um das Konzept der BitBox02 zu verstehen, muss man sich zunächst mit Shift Cryptosecurity befassen. Kaum ein anderes Unternehmen ist mir in den letzten Monaten häufiger positiv aufgefallen.

Egal ob es um das Finden und verantwortungsvolle Kommunizieren von Schwachstellen in den Hardware-Wallet-Konzepten anderer Hersteller geht. Oder um einen Plan, wie man einen Lightning-Node baut, der so ansehnlich und funktional ist, dass ihn sich sogar die eigenen Eltern gerne ins Wohnzimmer stellen würden oder eben um eine zeitgemäße Hardware-Wallet. Das Auftreten des Shift Cryptosecurity-Teams wirkt nach außen hin immer respektvoll, engagiert, kompetent und konstruktiv.

https://twitter.com/Stadicus3000/status/1186298106196967431

Eine smarte Strategie. Denn durch gute Kommunikation, Kooperationsbereitschaft und Authentizität erarbeiten sich die Schweizer langfristig das wichtigste Gut, das ein Unternehmen im Bitcoin-Ökosystem besitzen kann: Vertrauen.

Ohne Frage hat dabei ein Schweizer Unternehmen aufgrund der langen Tradition des Landes, Vermögen professionell und diskret zu verwalten, von Natur aus einen Vertrauens-Bonus. Das Team von Shift Cryptosecurity versteht es aber, dieses Schweizer Image zu nutzen und geschickt und authentisch auf das Bitcoin-Finanzwesen zu übertragen. Eine Hardware-Wallet aus der Schweiz? Das klingt solide und lässt sich gut verkaufen. Immerhin nutzte ja schon Barack Obama vor ein paar Jahren in Bezug auf Verschlüsselung das Sinnbild des „swiss bank account in a pocket“.

BitBox02 – Das Lieferdilemma

Abgesehen vom positiven Image bringt der Standort Schweiz jedoch auch Nachteile mit sich. Denn als Nicht-EU-Land muss eine BitBox02 bei der Lieferung nach Deutschland zunächst durch den Zoll, was in meinem Fall eine recht unerfreuliche Erfahrung war.

Zum einen verlängerte der Prozess meine Lieferzeit um zwei Wochen. Außerdem musste ich eine detaillierte Sendungs- und Inhaltsbeschreibung abgeben. Gerade wenn es um das private sichere Aufbewahren von Bitcoin geht, fühlt sich das nicht richtig an, eine Bitcoin-Hardware-Wallet und ihren Einsatzzweck beschreiben zu müssen, wenn man nicht weiß, wer diese Information schließlich alles in die Hände bekommt.

Vom Zoll zur Durchsicht geöffnet und wieder „verschlossen“. Einer Hardware-Wallet, die in so einer manipulierten Verpackung ankommt, sollte man eigentlich nicht mehr vertrauen.

Am ärgerlichsten war jedoch der Zustand, in dem das Päckckchen schlussendlich bei mir ankam: offensichtlich geöffnet und äußerst lieblos und dilettantisch wieder zugeklebt. Hätte ich die BitBox02 nicht zu Testzwecken, sondern für den privaten Nutzen bekommen, hätte ich mir an dieser Stelle überlegen müssen, ob ich meine Bitcoins dieser manipulierten Lieferkette wirklich anvertrauen möchte. Im Zweifel wohl eher nicht.

Neue Ideen für mehr Sicherheit

Doch genau dieses systemischen Problems ist man sich offensichtlich auch bei Shift Cryptosecurity bewusst. Mit dem frisch vorgestellten Konzept von BitBox Tep hat man jedenfalls eine der aktuell interessantesten Lösungen für das Lieferkette-Problem vorgestellt: Wie lässt sich nachweisen, dass das Gerät, das beim Kunden ankommt, zwischendurch nicht manipuliert wurde? Ein Problem, das ja letztlich alle Hardware-Wallet-Anbieter irgendwie lösen müssen.

Dass sich Shift Cryptosecurity hierbei wieder früh an die Community wendet, um Feedback zu bekommen, passt zum insgesamt konstruktiv-kooperativen Auftreten des Unternehmens.

Noch ohne BitBox Tep-„Fingerabdruck“ und daher einfacher manipulierbar: die BitBox02 im gebrandeten Vakuumbeutel.

Bei meinem Testgerät kam das Tep-Feature allerdings noch nicht zum Einsatz. Meine BitBox02 wurde vorerst nur im „Marken“-Vakuumbeutel geliefert. Besser als nichts, aber in der Form (ebenso wie Hologram-Sticker etc.) letztlich nur eine Maßnahme aus der Kategorie Security-Theater.

Für rund 100 Euro bekommt man: Sticker, die BitBox02, eine SD-Karte, ein USB-Adapter, ein USB-C-Verlängerungskabel, drei Befestigungsbändchen und eine wirklich schön gestaltete Verpackung.
Un-BitBox-ing

Entvakuumiert befinden sich dann in der sehr ansprechend gestalteten Verpackung neben der eigentlichen Hardware-Wallet die fast schon obligatorischen Sticker, eine SD-Karte, ein USB-C-Verlängerungskabel und ein USB-Adapter. Der ist eine charmante Lösung um die BitBox02 abwärtskompatibel zu halten. Erfreulicherweise hat das Gerät selbst nämlich einen modernen USB-C-Anschluss. Eines der Details, die die Hardware-Wallet technisch auf der Höhe der Zeit verorten.

Der andere ist die Kombination aus großem Display und Bedienung per Touch-Gesten. Dadurch kommt das Gerät nicht nur ganz ohne Tasten aus, sondern wird auch sensorisch zu einem Erlebnis.

You can touch it

Tippen, streichen und drücken – diese Gesten kennen wir vom Smartphone und immer mehr Alltagsgeräten. Nun auch die eigene Hardware-Wallet auf diese Weise zu bedienen, wirkt daher nicht sonderlich futuristisch, sondern eher zeitgemäß. Allerdings lässt es die Bedienung über kleine, fummelige Knöpfe wie bspw. bei den weit verbreiteten Ur-Hardware-Wallets Ledger Nano S oder Trezor One geradezu anachronistisch erscheinen.

Vor allem, da die Bedienung der BitBox02 wirklich durchdacht ist. Das Display selbst ist nämlich nicht touchfähig, sondern nur die Seiten der Hardware-Wallet. So bleibt der Blick aufs Display immer frei und wird nicht durch die eigenen Finger versperrt. Bei der Geräte-Größe von 45x24x8 Millimeter (ohne Stecker) eine gute Entscheidung.

Reibunsglose Inbetriebnahme

Auch in Betrieb setzt sich der positive Eindruck fort. Die Einrichtung der Hardware-Wallet funktioniert ähnlich wie bei der Konkurrenz. Wie bei den meisten anderen Anbietern auch muss zunächst eine Desktop-App heruntergeladen werden, über die auf die BitBox02 zugegriffen und Updates installiert werden können.

Neue Wallet oder Wiederherstellen? Mit wenigen Klicks ist die BitBox02 betriebsbereit.

Für Kritiker bedeutet das natürlich einen potentiellen Privatsphäre-Verlust. Allerdings kann man (falls man das kann) in den „Experten-Einstellungen“ die App zumindest auch mit einem eigenen Full-Node verbinden.

Backups für alle!

Positiv zu bewerten ist in jedem Fall der Umstand, dass das Backup der Hardware-Wallet nicht nur per Seed, sondern auch auf der beiliegenden SD-Karte gespeichert wird. Das erhöht zwar den individuellen Aufwand. Neben dem Seed muss nun nämlich auch die SD-Karte sehr sicher aufbewahrt werden, da das Backup hier unverschlüsselt gespeichert ist. Allerdings gibt es dafür auch ein explizites System, wie das eigene Guthaben im Ernstfall auch ohne BitBox02 wiederhergestellt werden kann.

Dass das Backup auf der SD-Karte unverschlüsselt liegt, ist sehr wichtig zu wissen.

Eine allgemeine Bewertung dieses Backup-System ist schwierig und hängt letztlich immer von der individuellen Situation ab. Einerseits ist es riskant. Gelangt die SD-Karte in falsche Hände, ist alles verloren. Andererseits ist das eine sehr praktische und intuitive Backup-Form für alle, die mit dem Einsatz von mnemonic seeds nicht vertraut sind. Wer das hingegen nicht will, kann das SD-Karten-Backup außerdem ja auch verwerfen und sich wie bei anderen Wallets auch ganz auf seinen Seed verlassen.

Zukunftstaugliche Hardware

Dass es allerdings einen SD-Karten-Slot bei der BitBox02 gibt, ist auch in Hinsicht auf Partially Signed Bitcoin-Transaktionen sinnvoll. Also wenn man mehrere Hardware-Wallets unterschiedlicher Anbieter gleichzeitig nutzen will, um seine Cold-Storage-Bitcoins sicher aufzubewahren. Auch wenn es aktuell zwar noch keine PSBT-Option in der BitBoxApp gibt, bietet das Gerät damit zumindest die nötigen Voraussetzungen, die Funktion künftig softwareseitig durch ein Update nachzurüsten.

Ist der SD-Karten-Slot vorhanden, könnte eine PSBT-Option softwareseitig einfach nachgerüstet werden.

Darüber hinaus ist mir im Umgang mit der App ein weiteres Detail positiv aufgefallen, das zeigt, wie viel Mühe man sich bei Shift Cryptosecurity gegeben hat, das eigene Konzept mit Schweizerischer Gründlichkeit zu durchdenken. Anstatt wie sonst oft üblich einen FAQ-Teil als eigenständige Menü-Option integrieren, hat jeder Menü-Bereich in der BitBoxApp einen eigenen kleinen Frage-Antwort-Bereich. Und zwar mit den jeweils konkreten Fragen, die an ebendiesem Menüpunkt relevant sein können.

So geht gute UX: Der „Guide“ ist kein separates FAQ, sondern beantwortet Fragen gleich dort, wo sie aus Nutzersicht entstehen.

Mögliche Fragen zu antizipieren und verständlich zu beantworten ist die Pflicht, die alle Hardware-Anbieter erfüllen. Die Fragen aber direkt dort zu beantworten, wo sie entstehen, ist aus Herstellersicht kein großes Ding. Aus Nutzersicht ist es aber das Tüpfelchen auf dem i, das zeigt, dass sich hier jemand tatsächlich Gedanken um die die Nutzererfahrung gemacht hat und wie man sie so reibungslos wie möglich gestalten kann. Haben wir im aktuellen Honigdachs-Podcast noch die oft verbesserungswürdige UX-Erfahrungen in Bitcoin-Anwendungen kritisiert, ist das hier ein positives Beispiel, wie man es wirklich gut machen kann.

Fazit

Am Ende bleibt wirklich wenig, was ich an der BitBox02 kritisieren kann. Zum Beispiel könnte sie sich timeout-mäßig automatisch abmelden und den Zugriff auf die App sperren, wenn man sie längere Zeit unbenutzt am Rechner angeschlossen lässt. Wenn das jedoch schon der größte Kritikpunkt ist, spricht das für sich.

In Hinblick auf die Bedienung, die Software-Optionen und die Hardware an sich ist die BitBox02 ansonsten nämlich eine Hardware-Wallet, wie ich sie mir vorstelle, wenn ich an die Schlagworte „Bitcoin“, „Schweiz“ und „2019“ denke: Solide, sicher, kundenorientiert und verlässlich.

Natürlich ist die BitBox02 wie andere Hardware-Wallets auch eine kleine Blackbox und ganz ohne Vertrauen geht es auch hier nicht. Wie sind die Teile intern verbaut? Lässt sie sich doch manipulieren? Ist das Secure Element auch wirklich secure? Wo sind bisher unbekannte konzeptionelle Schwachstellen?

Dass früher oder später auch bei der BitBox02 der ein oder andere Angriffsvektor entdeckt werden, ist eigentlich unausweichlich. Die Frage, die sich daher stellt, ist: Wie sehr vertraue ich dem Hersteller, darauf vorbereitet zu sein und das Problem schnell und effizient in den Griff zu kriegen?

Keine Hardware-Wallet ist unfehlbar. Bei der BitBox02 wird darüber erfreulich offen kommuniziert.

Der Relevanz dieser Frage scheint man sich sich Shift Cryptosecurity jedenfalls bewusst zu sein und adressiert sie dementsprechend offensiv durch gute Kommunikation, offene Innovation und gutes, nutzerorientiertes Design. Eine aufwändige, aber sinnvolle Strategie, die sich hoffentlich langfristig auszahlt. Denn mit der BitBox02 legt Shift Cryptosecurity die Messlatte für Hardware-Wallets ein gutes Stück höher. Um zu bestehen, müssen alle anderen Hersteller darauf nun angemessen reagieren. Für das Bitcoin-Ökosystem als Ganzes kann das nur von Vorteil sein.

Dementsprechend bin ich also nicht nur gespannt, wie sich die BitBox02 zusammen mit BitBox Tep und der BitBox App künftig weiterentwickeln wird, sondern auch wie sich der bald erscheinende Lightning-Node BitBoxBase in das Gesamtkonzept von Shift Cryptosecurity einfügt.

Kaufen

Die BitBox02 Hardware Wallet gibt es in einer Multi-Edition und einer Bitcoin-only-Variante. Beide kosten jeweils 109 Schweizer Franken (in etwa 100 Euro) und sollten wie alle Hardware-Wallets idealerweise direkt beim Hersteller gekauft werden.

Der Bitcoin Standard – „Wir wollen, dass die Message rüberkommt“

The Bitcoin Standard von Saifedean Ammous ist eines der prominentesten und polarisierendsten Bücher, die bisher über Bitcoin erschienen sind. Vor allem wegen der Erklärung des Stock-to-Flow-Modells und der Beschreibung von Bitcoin als extrem hartes Geld hat The Bitcoin Standard in Teilen der Community längst Kultstatus erreicht. Kritiker stören sich hingegen an der vertretenen Extremposition und einer mitunter konstruierten Argumentation.

Wenn sich kein Verlag findet, muss man ihn eben selber gründen

Wer sich selbst ein Bild machen wollte, musste das Buch bislang in der englischsprachigen Originalversion lesen. Ein deutscher Verlag fand sich nicht. Fabio und Stefan, zwei Bitcoiner aus der deutschen Community, wollten das nicht hinnehmen. Sie haben kurzerhand selbst einen Verlag gegründet, um The Bitcoin Standard endlich auch auf Deutsch verfügbar zu machen.

Seit ein paar Wochen ist Der Bitcoin Standard nun auf dem Markt und ich habe die Gelegenheit genutzt, Fabio zu ihrem Verlags-Projekt und ihrer Motivation zu befragen.

Der Bitcoin Standard von Saifedean Ammous. 432 Seiten kosten 24 Euro.

Hallo Fabio, stell euch doch mal kurz vor. Wer seid ihr und was habt ihr eigentlich mit Bitcoin zu tun?

Wir sind zwei Freunde, die ins Bitcoin Rabbit Hole gefallen sind und seither eine Möglichkeit gesucht haben, dem Space weiterzuhelfen und etwas zurückzugeben. Wir haben beide Maschinenbau studiert und arbeiten auch nicht im IT-Bereich, aber sind an Bitcoin kleben geblieben. Stefan hat sich trotzdem eher aus der technischen Sicht Bitcoin genähert, bei mir war es mehr das Potenzial zum Aufbrechen der politischen Ketten in unserem System.

Wie ist es dazu gekommen, dass ihr The Bitcoin Standard auf Deutsch herausbringt?

Nach dem ich das Buch gelesen hatte, war für mich klar, dass ich meinem Umfeld die darin enthaltenen Thesen und Gedanken näherbringen will. Je nach Altersklasse und Englisch-Skill ist das jedoch nicht so einfach. Also hatte ich kurzerhand Saifedean Ammous persönlich angeschrieben, um an die Verlagsrechte zu kommen und dann Stefan überzeugt, dass wir das in Angriff nehmen. Zum Glück hat alles geklappt!

Gab es keine andere, einfachere Möglichkeit das Buch auf Deutsch verfügbar zu machen?

Wir hatten einige Verlage gefragt, ob sie es machen wollen, sind dabei aber auf taube Ohren gestossen. Wenn das die einzige Möglichkeit gewesen wäre, hätten wir bestimmt einen gefunden. Aber uns gefiel dann doch der Gedanke, mit einem solchen Projekt auch mal unseren unternehmerischen Drive umzusetzen und vielleicht in der Bitcoin-Economy ein bisschen Fuß fassen zu können. Außerdem war uns sehr wichtig, dass die Message des Buchs wirklich klar rüberkommt und das Lektorat und die inhaltliche Überprüfung durch Bitcoiner stattfindet.

Wie groß war der Aufwand für euch und welches Kostenrisiko seid ihr eingegangen?

Genaue Zahlen möchte ich jetzt nicht unbedingt nennen, die kann man sich jedoch teilweise aus den Crowdfunding-Infos zusammenreimen. Insgesamt sind wir jedenfalls mit einer für uns sehr stattlichen Summe in Vorleistung gegangen.

Der generelle Ablauf war natürlich nicht unbedingt perfekt strukturiert, da die Verlagsbranche komplettes Neuland für uns war. Begonnen hatte es mit Verhandlungen mit dem Verlag über die Kosten und Dauer der Verlagsrechte. Danach haben wir überlegt, wie wir es umsetzen. Über andere Verlage, im Selbstverlag, Amazon Publishing und was es nicht alles gibt. Dann die Fragen: Wo drucken wir? Wer macht die Grafik? Wer setzt das Buch? Ich bin was Design und UX angeht etwas eigen und konnte mich mit der Qualität und den eingeschränkten Möglichkeiten von Amazon Publishing und dem Einfluss, den wir über die Zusammenarbeit mit einem anderen Verlag verlieren, nicht wirklich anfreunden. Ich hätte es mir nie verzeihen können, wenn die deutsche Version visuell und haptisch nicht dem gerecht wird, was es inhaltlich bietet. Aus dem Grund haben wir uns am Ende für den Selbstverlag und auch einen professionellen Druck entschieden und sind mit dem Ergebnis wirklich sehr zufrieden.

Einige nette und teils recht bekannte Bitcoiner und andere Freunde haben uns da zum Glück mit Kontakten und guten Tipps geholfen. Trotzdem war der Aufwand teilweise aber schon immens. Wir arbeiten beide noch in einem Vollzeitjob und einige Dinge liefen gar nicht zu unserer Zufriedenheit.

Wo hat es denn gehakt?

Das Erstlektorat der Übersetzung war grauenhaft. So schlecht, dass wir das komplett verworfen haben und die eigentlich schon sehr gute Erstübersetzung von Claus Bertermann dann in mehreren Schritten selbst überarbeitet haben. Das ging inhaltlich vom Gegenlesen jedes Satzes über die komplette Rechtschreibung und Vereinheitlichung von gebrauchten Wörtern bis hin zum umformulieren ganzer Abschnitte, weil ansonsten der Grundgedanke aus unserer Sicht nicht genügend getroffen wurde. Das hat definitiv einiges an Zeit geschluckt und uns zahlreiche Wochenenden und Abende gekostet.

 Das klingt nach sehr viel Arbeit. Hattet ihr einen festen Zeitplan?

Alles in allem haben wir so ungefähr neun Monate gebraucht, wenn man das wochenlange Vorgeplänkel mit dem englischen Originalverlag nicht berücksichtigt. Das gesteckte Ziel war ja mal im September dieses Jahres den Verkauf zu starten. Das haben wir leider mit dem 21. Oktober dann um ein paar Wochen verpasst. Jetzt sind wir froh, es geschafft zu haben und freuen uns über jeden Kauf, der uns unterstützt und vor allem jede Buchhandlung, die uns ins Sortiment nimmt. Wir waren sogar nach dem Launch in der Amazon Bestsellerliste, wer hätte das gedacht?

Die enorme Reichweite von Amazon ist für euch natürlich attraktiv. Allerdings hat euch die damit verbundene zentralisierte Abhängigkeit auch wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Was war da los?

Obwohl wir sämtliche KYC-Stationen durchlaufen haben, und ich meine damit Passkopien, aktuelle Gewerbeanmeldung etc., hat Amazon schließlich noch ein Sonderformular für den Onlinehandel gefordert, das wir nicht rechtzeitig organisieren konnten. Da wurde uns dann einfach der Account gesperrt und das gesamte darin enthaltene Geld war nicht mehr verfügbar. Nachdem wir das Formular dann hatten, wurde der Account reaktiviert, hinterliess aber irgendeinen Bug. Dadurch sind wir aus allen Bestseller-Rankings rausgefallen und waren längere Zeit auch im Verkauf blockiert. Unsere Marketingmassnahmen liefen also teilweise ins Leere, wenn die Kunden nicht auch noch unseren eigenen Shop gefunden haben.

Das ist schon sehr ärgerlich und zeigt mal wieder, wie mächtig die Position von Amazon ist. Am schlimmsten ist aber, dass wir aus dem Ranking geflogen sind, ohne jemals tatsächlich nicht lieferfähig gewesen zu sein.

Der Bitcoin Standard. Immer verfügbar, aber nicht immer leicht zu bekommen.

Zurück zum Buch. Bitcoin ist bekanntlich kein triviales Thema. Wie schwer war es, jemanden zu finden, der diese Bitcoin-Fachliteratur gut ins Deutsche übersetzen kann?

Das war lustigerweise ein absoluter Zufall. Nach dem Einholen mehrere Angebote hatten wir uns für eine Dienstleistungsfirma entschieden, die Freelancer organisiert und explizit darum gebeten, jemanden mit dem entsprechenden Bitcoin-Grundverständnis zu finden. Eines Tages bekam ich dann eine E-Mail von Saifedean Ammous weitergeleitet, in der unser Übersetzer Claus Bertermann ihn bittet, dafür zu sorgen, dass er als Übersetzer im Buch erwähnt wird, weil das Buch ihn so sehr begeistert hatte, dass er unbedingt darin vorkommen wollte. Stellte sich raus, der vom Übersetzungsbüro zugewiesene Übersetzer war tatsächlich schon Bitcoin-Fan, der durch das Übersetzen des Buches sogar noch in seiner Überzeugung bekräftigt wurde. Claus hatte eben schon mal die Zehenspitzen ins Bitcoin-Gewässer getaucht und wusste was es ist und wieso es wichtig ist. Das Buch hat ihn dann aber komplett in den Kaninchenbau geschickt. Wieder einer mehr!

Insofern war die Grundlage schon wirklich gut. Wir haben dann einfach bei den Themen, die aufgrund ihrer Komplexität falsch verstanden wurden, nochmal nachgeholfen und sowieso alles bis ins Detail gegengeprüft. Das Buch ist nun mal unser Baby. Garantieren können wir trotzdem für nichts. Wir haben das ja selbst zum ersten Mal gemacht. Das aber definitiv nach bestem Wissen und Gewissen.

Mit Büchern wird man bekanntlich nicht reich, sondern muss mit Herzblut und Idealismus dabei sein. Trotzdem: Wie viele Exemplare müsst ihr verkaufen, um in den schwarzen Zahlen zu landen?

Man muss schon sagen, dass Der Bitcoin Standard wirklich ein idealistisches Projekt ist. Um das schnelle Geld zu machen, ist Bücher zu verkaufen sicher nicht der richtige Weg. Ich bin jedoch überzeugt, dass es sich auf lange Sicht auszahlt, wenn man den richtigen Antrieb dazu hat. Die schwarzen Zahlen hängen natürlich am meisten vom Vertriebsweg der Bücher ab. Im Großen und Ganzen kann man aber sagen, dass wir mindestens 3000 Exemplare verkaufen müssen, um in einen Bereich zu kommen, wo es nicht mehr weh tut. 

Das Buch ist nun seit einigen Wochen auf dem Markt. Wie wird es angenommen? Seid ihr zufrieden mit den Verkäufen bisher?

Wir haben viel Zeit investiert schon vor dem Verkaufsstart eine Community zusammenzutrommeln und interessierte Leute auf dem Laufenden zu halten. Was jedoch nach dem Aktivieren der Vorbestellungen und dann dem offiziellen Launch abging, hätte ich niemals gedacht. Die Resonanz war super positiv und die Nachfrage hat uns absolut überfordert. Wir haben die letzten zwei Wochen etliche Bücher verpackt und Postgänge getätigt.

Der interessante Zeitraum ist aber der, der jetzt bevorsteht. Nachdem die überzeugten Bitcoiner bedient sind, die dieses Buch sowieso feiern, wird es spannend zu sehen, wie der Rest dieses Buch annimmt. Da müssen wir jetzt natürlich an unserer Marketing-Strategien arbeiten, um das auch wirklich unter die Leute zu bringen und allen klar zu machen, dass dies das richtige Buch ist, um sich die wichtigen Verständnis-Grundlagen zuzuführen. Das wird sicher eine Herausforderung.

Wo soll es mit eurem Verlag hingehen? Wollt ihr noch mehr fremdsprachige Bitcoin-Bücher auf Deutsch veröffentlichen oder künftig sogar eigene, neue Bücher verlegen?

Noch ist das relativ offen. Wir sind gerade dabei uns mit einigen Verlagen und Autoren auszutauschen und es gibt 1-2 Titel, die wir sehr gern auf Deutsch verfügbar machen würden. Generell sind wir aber auch nicht eigenen Büchern gegenüber abgeneigt. Wenn da draussen jemand ein tolles Buch über Bitcoin schreiben will und Potenzial in uns als Nischen-Verlag sieht, darf und soll er sich gerne melden.

Honigdachs #46 – Bitcoin nervt!

Die 46. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig ist. (Abonnieren)

Honigdachs #46 – Bitcoin nervt!

Seit wir diesen Podcast machen, haben wir viel über die positiven Seiten von Bitcoin gesprochen und Bitcoin gegen ungerechtfertigte Kritik verteidigt. Allerdings ist eben nicht alle Kritik an Bitcoin unberechtigt und viel mehr noch – je länger man sich mit Bitcoin beschäftigt, desto mehr Sachen fallen einem auf, die man an Bitcoin nicht mag. Dinge, die nerven. Dinge, die besser laufen könnten. Besser laufen müssten.

Dass Bitcoin auch nach zehn Jahren noch Bitcoin so ein Nerdclub mittelalter, weißer Männer in der westlichen Welt ist zum Beispiel.

Oder dass sich Bitcoin immer noch nicht leicht und mal eben erklären lässt. Oder dass viele Bitcoin-Anwendungen noch weit von echter Benutzerfreundlichkeit entfernt sind. Oder, oder, oder.

In dieser Folge kotzen wir uns also mal so richtig aus über alles, was uns an Bitcoin stört, nervt und ärgert. Wer jetzt keinen Bock auf so viel negative Energie hat, sei beruhigt: Wer seinem Ärger Luft macht und die Dinge beim Namen nennt, der findet nicht nur Seelenfrieden, sondern kommt manchmal auch auf Ideen und Lösungen, auf die die Sicht vorher verstellt war.

Aber hört am besten einfach selbst!

[powerpress]

Die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick

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Was wurde aus dem Journalismus „… but with BLOCKCHAIN!“?

Am Samstag war ich bei Breitband zu Gast (Direktlink zur mp3, ab Minute 26:35), um darüber zu berichten, wie „Blockchain“ die Welt verändert. Oder genauer: Wie „Blockchain“ die Welt eben nicht verändert.

Konkret ging es um das Beispiel Journalismus. Denn auch der Journalismus sollte mal dank „Blockchain“ vor Zensur, Fake News, Vetrauensverlust und Finanzierungsschwierigkeiten gerettet werden. Zumindest wurden mit diesen Argumenten einst allerlei kryptische Krypto-Token auf den Markt geworfen.

Was ist vom „Blockchain“-Hype geblieben?

Doch was ist jetzt, Jahre später, daraus geworden? Nicht viel, wenn man ehrlich ist. Genau wie bei eigentlich allen anderen großen „… but with BLOCKCHAIN!“-Projekten.

Darum ist es wichtig, dranzubleiben und immer wieder mal nachzufragen, was denn nun eigentlich konkret aus all den Schöne-Neue-Blockchainwelt-Versprechen geworden ist, die früher so toll beworben wurden?

Mehr kritische Blockchain-Berichterstattung, bitte!

Dass Breitband da offensichtlich eine der wenigen Redaktionen im deutschsprachigen Raum ist, die sich eine Blockchain-kritische Berichterstattung trauen, kann man dem Team gar nicht hoch genug anrechnen.

Erst recht, wenn man bedenkt, welchen anstrengenden Shizzle man danach mit „Blockchain SV“-Trollen hat, die vor lauter Getriggertsein im Beitrag offensichtlich nicht zugehört haben.

Es gibt noch sehr viel mehr zu sagen

Einziger echter Kritikpunkt ist natürlich, dass man noch sehr viel mehr hätte berichten können, aber fünf Minuten sind eben nur fünf Minuten.

Wer sich für das Thema interessiert: Janine hat auf der The Lightning Conference im Oktober dazu einen sehr interessanten Talk (Slides / Talk Notes) gehalten.

Bild: „Classic old radio 1960s or 70s style“ Flickr-User theslowlane (CC BY 2.0)