Archiv der Kategorie: Aktuelles

Happy 600.000 Blöcke, Bitcoin!

Heute Nacht ist es soweit. In weniger als 90 Blöcken wird Bitcoin 600.000 Blöcke alt und wer sich schon ein bisschen länger mit dem Thema beschäftigt, weiß, dass man die Bitcoin-Zeit nicht kalendarisch misst, sondern in Blöcken. Daher ist das ein Jubiläum. Zumindest für Nerds. Daher: Whoop, whoop!

Mit dem 600.000 Block wird auch der 18 Millionste Bitcoin erzeugt werden, was bedeutet, dass damit mehr als 85 Prozent aller jemals verfügbaren Bitcoins in Umlauf sein werden.

Blockzeit ist eine eigene Zeit

Interessant ist: Wir erreichen diesen Punkt deutlich früher als geplant. Denn eigentlich kommen Blöcke im Schnitt alle zehn Minuten. Aber sie kommen eben nur theoretisch alle zehn Minuten. In der Praxis kommen sie etwas schneller. Bei der aktuellen Blockzahl müsste die Blockchain nämlich schon rund elfeinhalb Jahre laufen. Seit dem Genesis-Block Januar 2009 sind aber erst 10 Jahre und knappe 10 Monate vergangen.

Diese Differenz liegt an der Difficulty, also der Schwierigkeit beim Mining einen gültigen Hash zu finden. Die Difficulty soll dafür sorgen, dass durchschnittlich alle zehn Minuten ein neuer Block gefunden wird. Unabhängig davon, mit wie viel Rechenleistung das gerade versucht wird. Das Prinzip: je mehr Leistung, desto schwerer wird es. Je weniger, desto leichter. Eigentlich ganz einfach.

Allerdings wird die Schwierigkeit bei Bitcoin nur alle 2016 Blöcke, also ca. alle zwei Wochen, angepasst. Das bedeutet, dass wenn bis dahin gerade sehr viel Hashing-Power im Netzwerk ist, die Blöcke eben tendenziell immer etwas schneller kommen. Und da die Hashrate von Bitcoin über die Jahre unterm Strich beachtlich gestiegen ist, war die meiste Zeit etwas „zu viel“ Leistung im Netzwerk und in der Praxis haben wir eine durchschnittliche Blockzeit von weniger als zehn Minuten.

Bedeutet also, dass man im Schnitt auch etwas weniger als zehn Minuten für die erste Bestätigung einer Bitcointransaktion warten muss.

Bedeutet aber nicht, dass das immer so ist. Erst neulich gab es wieder einen krassen statistischen Ausreißer-Block, der fast zwei Stunden(!) auf sich warten ließ (vgl. Block #597272 und Block #597273). Eine der ganz seltenen echten Block-Diven.

How high is the Blockchain?

Interessant ist es auch, sich anlässlich des runden Blockjubiläums mal über die korrekte Beschreibung der Blockchain Gedanken zu machen. Die ist nämlich gar nicht so intuitiv., wie viele denken. Das zeigte auch meine spontane, nicht-repräsentative Twitter-Umfrage neulich.

Denn obwohl es natürlich irgendwie naheliegt, dass eine Kette „lang“ ist, spricht man bei den Blöcken der Blockchain jedoch von der Blockhöhe. Die Blöcke bauen nämlich aufeinander auf. Wegen mir muss man da aber nicht pingelig sein. Die Blockchain als 600.000 Blöcke lang zu bezeichnen, finde ich im Sinne der besseren Verständlichkeit auch vollkommen okay.

Das Blockgewicht spielt übrigens erst seit der Aktivierung von Segwit eine Rolle bei der Größenbezeichnung einzelner Blöcke. Man findet die Angabe des Block Weight daher in einigen Blockexplorern ebenso wie die Block Height.

Denen, die aber meinten, die Blockchain sei „breit“, saß vermutlich der Schalk im Nacken. Oder aber es handelt sich hierbei um einen genialen metaphorischen Dreh. Denn wenn man fragt „How high is the Blockchain?“ schlägt man ja durchaus den Bogen zur richtigen Antwort und hat ganz nebenbei auch den einzigen Titel für ein „Blockchain“-Buch, das ich tatsächlich noch lesen wollen würde.

Block 600.000 – Wo noch nie jemand zuvor gewesen ist

Doch genug geschlaumeiert. Kommen wir zum praktischen Teil. Wer die geometrische Erscheinung der Blockchain nämlich abschließend selbst erkunden will, für den habe ich noch diesen traumhaften Echtzeit 3D-Blockexplorer von Scott Darby im Angebot, der jedes Science Fiction-Herz höher schlagen lässt.

Im Zentrum liegt der Mempool, um den sich alles dreht und um den auch die Blockchain Block für Block wächst. Transaktionen fliegen durch den Raum und werden in die kristallartige Baumstruktur der jeweiligen Blöcke eingarbeitet. Jede Transaktion bildet je nach Größe eine eigene Struktur, die sich beim freien Umherfliegen erkunden lässt.

Kurzum: Dieser Blockexplorer weckt bei mir die Vorfreude auf die kommende The Expanse-Staffel und ist gleichzeitig das beste Mittel sich die Zeit bis dahin mit Bitcoin-Nerd-Stuff zu vertreiben. Und das Beste ist: Da man im Raum nicht weiß, wo oben und unten ist, ist es auch egal, ob die Blockchain nun lang, hoch oder breit ist.

Honigdachs #44 – Bitcoin in Vietnam

Die 44. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig ist. (Abonnieren)

Honigdachs #44 – Bitcoin in Vietnam

Schon lange wollte ich gerne mal Dominik Weil als Gast in den Podcast holen. Nachdem er in der Frankfurter Bitcoin-Community aktiv war, ist er 2013 nach Vietnam gegangen und hat dort in den vergangenen Jahren die größte lokale Bitcoin-Börse Bitcoin Vietnam aufgebaut.

Das ist keine kleine Sache, denn die Vietnamesen lieben das Traden. Nicht nur gibt es im Land mindestens eine Million Krypto-Trader. Diese sind auch noch äußerst umtriebig. Schaut man auf die Herkunft der Logins auf den größten Kryptobörsen im Netz ist Vietnam unter den Top 5 und der Vietnamische Dong unter den 20 meistgehandelten Währungen.

Derselbe Bitcoin in einer anderen Welt

Hier in Deutschland bekommen wir davon allerdings nichts mit. Daher ist es höchste Zeit für eine Schalte zu Dominik nach Saigon, um mal wieder über den okzidentalen Tellerrand zu schauen und zu erfahren, welche Rolle Bitcoin in Südostasien spielt. Los geht’s!

Die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick

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Eure Fragen zur Bitcoin- & Lightning-Konferenz des Jahres

Am kommenden Wochenende findet in Berlin die mit Abstand größte und relevanteste Veranstaltung zum Thema Lightning-Network ever statt: The Lightning Conference

Erklärtes Ziel des Veranstalters Fulmo ist es, zum ersten Mal das gesamte global verteilte Lightning-Ökosystem an einem Ort zusammenzubringen. Also alle jetzt und künftig relevanten Entwickler, Unternehmen, Vordenker, Projekte, Fanboys und -girls etc.

Und wirft man einen Blick auf die hochkarätige SpeakerInnen-Liste (die für die Szene eine erfreulich hohe Frauenquote aufweist!), scheint das absolut gelungen zu sein.

OpSec-technisch nicht klug, aber geil: Mehr als 70 SpekaerInnen aus der ganzen Welt auf der The Lightning Conference an einem Ort vereint
Zwei volle Tage, zwei volle Bühnen

Zwei Tage lang werden auf zwei Bühne mehr als 70 ReferentInnen aus der ganzen Welt ihre Lightning-Ideen, -Projekte und -Visionen vorstellen. Dazu wird es noch allerlei Rahmenprogramm an den Tagen davor und während der Konferenz geben.

Zum Beispiel duften wir vom Honigdachs-Podcast mit dem Nasty-Ass Honey Badger einen schon jetzt berühmt-berüchtigten Cocktail (ob gut oder schlecht entscheidet sich noch) für den Lightning-Cocktail-Automaten beisteuern, der eigens für die Konferenz in den letzten Monaten in einem Hackspace am anderen Ende der Republik gebastelt wurde. Was zeigt, mit wie viel Zeit, Liebe, Vorfreude und Begeisterung diese Lightning-Konferenz vorbereitet wird.

Ein Blick in die Zukunft des Geldes

Wer dabei ist, wird also viel erwarten können: Herausragende Talks, abgefahrene Prototypen, einen tiefen Einblick in den aktuellen Stand des größten und bedeutendsten Projekts zur Zukunft des (digitalen) Geldes, Cocktails aus ’nem Automaten, Kaffee von Cryptoanarchisten und vermutlich noch sehr viel mehr. Nur keine Krawatten.

Wer noch ein Ticket haben möchte, sollte sich jedoch beeilen. Einige letzte im Restpostenbereich gibt es wohl noch.

Alle Antworten auf eure Lightning-Fragen

Wer es dennoch nicht schafft, selbst vor Ort dabei zu sein, für den gibt es trotzdem noch eine Möglichkeit an der Konferenz teilzunehmen. Wie im letzten Honigdachs-Podcast bereits angekündigt, wollen wir die Gelegenheit der Konferenz nutzen und einen Folge zum aktuellen Stand und der Zukunft des Lightning-Netzwerks machen.

Dafür wollen wir mit den Leuten vor Ort sprechen und ihnen die Fragen stellen, die euch unter den Nägeln brennen. Dafür brauchen wir natürlich: eure Fragen!

Also schickt uns per Mail alles, was ihr schon immer mal zu Lightning beantwortet bekommen haben wolltet, was euch (noch) nicht ganz klar ist oder Ideen, Lob und Kritik, die wir weitergeben sollen. Wir versuchen dann, vor Ort die passenden GesprächspartnerInnen zu organisieren und die Antworten in eine der kommenden Honigdachs-Folgen mitzubringen.

Eine Fragen sind in den vergangenen Tagen schon eingegangen (danke dafür!). Ich bin mir aber sicher, da gibt es noch sehr viel mehr. Also nutzt eure Chance und kommt entweder selbst rum oder lasst uns am kommenden Wochenende alle eure Fragen zu Lightning stellen.

Honigdachs #43 – Rückblick HCPP19

Die 43. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist. (Abonnieren)

Honigdachs #43 – Rückblick HCPP19

Wie im vergangenen Jahr auch, sind wir auch dieses Jahr zum Hackers Congress Paralelní Polis nach Prag gefahren, um dort drei Tage lang tief in Themen rund um Cryptoanarchie, Dezentralisierung und Bitcoin einzutauchen.

Kunst und Hacktivismus. Das Paralelní Polis will Tor sein zu einer (besseren?) Parallelgesellschaft.

Wie beim letzten mal auch, bedeutete das u.a. wieder nur mit Bitcoin zu bezahlen. Wobei das in diesem Jahr Dank Lightning sehr viel einfacher und eleganter war als bisher. Die eigens für den Kongress gebauten Hardware-Wallets waren zwar schön, kamen vielfach aber gar nicht wirklich zum Einsatz.

Praktisch, aber längst überholt: Die HCPP-Hardware-Wallet kann kein Lightning
Turbo Channel: Sofort bezahlen können, obwohl die Funding-Transaktion noch nicht bestätigt ist.

Davon abgesehen gab es aber jede Menge Talks und Präsentationen von verschiedener Qualität. Wir sprechen daher über die Tops und Flops, fassen unseren Eindruck (nach 2/3 des Kongresses) zusammen und berichten von unseren Erfahrungen aus der cryptoanarchischen Parallelgesellschaft.

Von Prag nach Berlin

Als Gast haben wir nicht nur der Tradition halber auch wieder Jeff in der Runde. Mit der Lightning Conference, die in knappen zwei Wochen in Berlin stattfindet, stellt er nach fünf Lightning-Hackdays nämlich gerade das nächste große Event auf die Beine. Zum ersten Mal kommt Mitte Oktober die gesamte internationale Lightning-Crème de la Crème an einem Ort zusammen. Das sollte man nicht verpassen.

Und wer nicht selbst kommen kann, schickt uns einfach alle seine/ihre Fragen und wir stellen sie stellvertretend und bauen die Antworten in eine der nächsten Folgen ein. Deal? Deal!

Die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick

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Wie sich Nordkoreas Krypto-Ambitionen stoppen lassen

Ich bin die Tage eher zufällig auf ein bemerkenswertes Paper gestoßen, dessen Thema mich direkt in seinen Bann schlug und das ich gerade mit großem Interesse gelesen habe: Closing the Gap. Guidance for Countering North Korean Cryptocurrency Activity in Southeast Asia von David Carlisle und Kayla Izenman.

Nordkoreas Krypto-Ambitionen verstehen

Wie der Name schon sagt, geht es dabei im Kern um Nordkoreas wachsende Ambitionen, bestehende Sanktionen mit Hilfe von Kryptowährungen zu umgehen und wie man dem mit Blick auf die Region Südostasien begegnen könnte.

Klicken führt direkt zum Paper

Was das Paper so spannend macht und warum ich es mir direkt runtergeladen habe, ist, dass es eine Breite an Informationen aufbereitet, die man so nicht jeden Tag im Netz findet.

Allen voran natürlich über Nordkorea, dessen wachsende Cyberarmy und die konkreten Versuche, nun auch Kryptowährungen in ihren umfangreichen und seit Jahren erprobten Maßnahmenkatalog zur Umgehung von Sanktionen zu integrieren.

Von Nordkorea über Russland und Iran bis Venezuela

Es geht aber auch darum, wie andere Länder in ähnlichen Situation das Thema Kryptowährungen angehen: Russland mit seinem „Cyber-Rubel“, der Iran und natürlich Venezuela mit seinem ominösen „Pedro“-Projekt.

Außerdem bekommt man durch den Fokus auf Südostasien auch einen Einblick in die Bitcoin- und Kryptowährungssituation in Ländern wie Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, den Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam. Alles Länder, aus denen man jetzt nicht jeden Tag etwas erfährt.

Selbst wenn man mit Bitcoin nicht viel zu tun hat, macht das das Paper mit all seinen Quellen und Verweisen zu einem wirklich aufschlussreichen Dokument. Eine Publikation, die man für weitere Recherchen auf jeden Fall auf dem Schirm haben sollte.

Herausragender BBC-Podcast über Onecoin

Ich wusste, dass es irgendwann passiert und war mir (leider) auch sicher, dass es kein großes deutsches Medium sein würde, dass den Mut dazu aufbringt, diese Geschichte zu recherchieren. Aber nun ist es endlich soweit. In der herausragenden Podcast-Serie The Missing Cryptoqueen erzählt Jamie Bartlett für die BBC die unglaubliche Geschichte rund um Onecoin und verschafft dem Thema damit die Aufmerksamkeit, die es eigentlich schon seit Jahren so dringend braucht.

Für mich ist es natürlich ein Fest, das zu hören. Nicht nur, weil die die BBC weiß, wie man gute Podcasts macht und dabei regelmäßig die Messlatte definiert. Sondern natürlich vor allem, weil ich selbst in den vergangenen Jahren immer wieder kritisch über Onecoin berichtet habe und diese Berichterstattung schließlich sogar vor Gericht verteidigen musste.

Alle müssen von Onecoin hören!

Für mich war das eine große Sache. Für Onecoin wohl eher ein Fliegenschiss. Immerhin war/ist der Verein in mehr als 190 Ländern aktiv und hat laut Dokumenten, die Jamie Bartlett im Laufe seiner Recherche zugespielt wurden, scheinbar allein bis 2017 vier Milliarden(!) Euro eingesammelt.

Wäre es nicht so makaber, könnte man Onecoin angesichts dieser Summe als eines der größten „Fintech-Startups“ aller Zeiten bezeichnen. Dessen Geschäftsmodell gleichzeitig jedoch ein großes und zwielichtiges Geheimnisse ist. Zumindest bislang. Denn in jeder der acht Folgen taucht Jamie Bartlett nun Stück für Stück immer tiefer in die dubiosen Machenschaften rund um Onecoin ein und berichtet, was er dabei herausfindet.

Wöchentlich eine neue Folge

Jeden Donnerstag erscheint eine weitere Folge. Diese drei sind bisher online:

  • Episode 1: Dr Ruja – Dr Ruja promised financial revolution. And then, two years ago, she disappeared. Why?
  • Episode 2: The Bitcoin Killer – Not all is as it seems with Dr Ruja’s revolutionary cryptocurrency, OneCoin.
  • Episode 3: More than just a coin – Dr Ruja is charged in absentia with money laundering and fraud. But the hold OneCoin has over its investors is far stronger than we’d imagined. Why do people still believe?

Folge eins zieht sich etwas, wenn man sich selbst schon mit dem Thema gut auskennt. Spätestens ab Folge zwei wird es aber richtig gut. Inhaltlich aber auch, weil die Stärken des Mediums Podcast hier voll ausgenutzt werden.

Einerseits durch eine sehr persönliche, berührende und mitunter intime Atmosphäre. Bartlett berichtet nicht einfach nur von seiner Recherche, sondern nimmt uns mit. Wir erleben, was er erlebt, während er es erlebt. Gespräche mit Wissenschaftlern und Experten, mit verzweifelten Investoren und bei seiner Suche vor Ort.

Ein Podcast mit Folgen

Andererseits macht auch der Work in Progress-Part des Podcasts die Geschichte lebendig. Denn natürlich kommt durch die Veröffentlichung der ersten Folgen Einiges in Bewegung. Mit teils drastischen Konsequenzen.

Die Onecoin-Stimmungsmaschine im Netz gegen den Podcast, seine Macher und die Protagonisten läuft offensichtlich schon auf Hochtouren. Noch bevor die erste Folge überhaupt online war, gab es wohl auch schon massive Beschwerden über die Lügen, die darin angeblich verbreitet würden.

Hören und weiterempfehlen!

Umso wichtiger ist es also, dass The Missing Cryptoqueen, die Aufmerksamkeit bekommt, die das Thema Onecoin verdient. Mit dieser Podcast-Serie stoßen Jamie Bartlett und seine Producerin, Georgia Catt in ein aggressives Wespennest und was sie dabei aufschrecken, lässt sich nur durch größtmögliche Öffentlichkeit besiegen.

Wer dabei helfen will und nützliche Informationen hat, ist aufgerufen, sich bei Jamie und Georgia zu melden. Ich für meinen Teil werde gleich mal Kontakt aufnehmen.

Sieh deinem Bitcoin- & „Krypto“-Portfolio beim Schrumpfen zu

Okay, die Überschrift ist etwas gemein. Aber was kann ich denn dafür, wenn ich just an dem Tag auf diesen praktischen Cryptocurrency Portfolio Tracker stoße, wenn Bitcoin und alle anderen Kryptowährungen kräftig nach unten gehen? Nichts, genau!

Bitcoin Kursentwicklung am 24.9.2019
Free and Open Source Portfolio Tracker

Also müssen wir da jetzt alle durch. Denn unabhängig vom aktuellen Kursgeschehen ist DFD Cryptocoin Values wirklich etwas, nach dem ich Freunde von mir lange gesucht haben: Eine Möglichkeit, die Entwicklung eines Bitcoin- oder (fast) beliebigen „Krypto“-Portfolio zu verfolgen, ohne dabei allzu viele sensible Informationen über sich selbst preisgeben zu müssen. So zumindest das Versprechen des Entwicklers:

Open source / free private cryptocurrency investment portfolio tracker, with email / text / Alexa alerts, charts, mining calculators, leverage / gain / loss / dominance stats, and other crypto tools.

Privately track your investment in Bitcoin, Ethereum, Monero, Litecoin, Grin, Cosmos, and an unlimited number of other altcoins / cryptocurrencies. Customize the coin list / alerts / charts to your favorite assets and exchange pairings. No limits, add as many coins / markets as you want.“

Für echte und virtuelle Portfolios

Ich persönlich brauche nicht mal all Funktionen und erst recht nicht all die Coins, die der Portfolio Tracker bietet, kann aber jedem empfehlen, zumindest mal mit der Demo rumzuspielen. Wer will kann damit ja auch ein virtuelles Portfolio pflegen und ohne Risiko schauen, wie gut man traden kann, bevor man echtes Geld verliert.

Insgesamt also ein schönes Tool. Aber trotzdem noch der Hinweis, dass man sich dennoch immer genau überlegen sollte, von wo man welche Software runterlädt und installiert. Aber eh man auf der Suche nach einem ordentlichen Portfolio Tracker auf irgendeine grellbunte Datensammel-App reinfällt (davon gibt es viel zu viele), ist dieses Open Source-Projekt vermutlich die bessere Option.

Keine halben Bitcoins. Oder: Der irrationale Wunsch nach Ganzheit

Neulich sagte jemand im Gespräch nebenbei etwas Bemerkenswertes:

„Ich wollte gerne Bitcoin kaufen, aber da mir ein ganzer zu teuer ist, habe ich mir stattdessen einen Ether gekauft.“

Dieses Aussage hat mich verdutzt und irritierte und je länger ich darüber nachdachte, desto absurder erschien sie mir. Vor allem, da ich wusste, dass sich derjenige durchaus mit der Bitcoin/Blockchain-Materie beschäftigt hat.

Wieso, so fragte ich mich, hat er sich nicht einfach einen halben Bitcoin gekauft. Oder einen viertel? Oder einen hundertstel? Wenn etwas leicht und präzise zu teilen ist, dann doch dieses praktische digitale Geld mit seinen 100 Millionen(!) Untereinheiten.

Wer Bock auf Schokotorte hat, sich aber keine ganze leisten kann, kauft sich doch auch nicht stattdessen Zwiebeln, nur weil die billiger sind. Man kauft stattdessen eben nur ein Stück Torte. Oder zwei. Oder drei. So viel man sich eben leisten kann oder möchte.

Schon Kinder wissen: Teilen ist doof!

Erstaunlicherweise scheint dieses Logik bei Bitcoin jedoch nicht zu greifen. Denn es ist nicht das erste Mal, dass ich obiges Statement in den vergangenen Jahren gehört habe. Seit der Bitcoin-Kurs Mitte 2017 zu klettern begann, habe ich immer wieder sonst eigentlich sehr vernünftig wirkende Leute getroffen, die mir sagten, dass sie lieber „Coin X“ oder „Token Y“ gekauft haben, weil es für einen ganzen Bitcoin ja leider nicht gereicht hätte.

Gerade kleine mengen Bitcoins sind schwer umzurechnen, wirken abstrakt und besonders klein.

Statt einem Stück Schokotorte haben sie also lieber einen haufen (vermutlich sogar fauler) Zwiebeln gekauft. Hauptsache sie haben für ihr Geld eine möglichst große Summe bekommen. Wichtiger als das, was sie letztlich kauften, war ihnen wie viel sie davon bekommen haben.

Mehr ist besser

In der Bitcoin-Community ist dieses „Problem“ natürlich bekannt. Obwohl es letztlich ja nur symbolisch ist, haben es ja auch viele Bitcoiner genossen, mal eben zum Dogecoin-Millionär oder sogar Milliardär zu werden. Einfach nur, weil man es kann und es sich schon irgendwie besonders angefühlt hat, in seiner digitalen Brieftasche auf einmal eine siebenstellige Zahl vor dem Komma zu sehen. Selbst wenn man wusste, dass diese Zahl letztlich ja nur eine virtuelle Illusion ist. Aber ist das Geld nicht immer?

Über die Jahre gab es daher immer wieder Versuche, auch Bitcoin für Freunde ganzer Zahlen attraktiver zu machen und es in kleinere, handlichere Zwischeneinheiten zu unterteilen. „Bits“, „Millibits“ und andere Vorschläge setzten sich aber nie flächendeckend durch. Meist, weil man am Ende doch nie genau wusste, auf welche der acht Nachkommastellen von Bitcoin sich der jeweilige Begriff denn nun eigentlich genau bezieht.

Kleiner ist besser

Zwei Entwicklungen könnten nun aber dazu führen, dass diese Problematik (zumindest etwas) an Bedeutung verliert: Der aktuelle Bitcoin-Kurs und Lightning.

Seit etwa vier Monaten mäandert der Bitcoin-Kurs nun schon um die 10.000 US-Dollar-Marke. Die ist nicht nur psychologisch wichtig, sondern hat auch den Vorteil, dass sich Bitcoins bei diesem Kurs recht einfach umrechnen lassen. 1 US-Dollar sind 0,0001 Bitcoin (oder eben ein Millibit). Pi mal Daumen funktioniert das entsprechend auch mit dem Euro

Bei einem Kurs von ca. 10.000 US-Dollar ist das Umrechnen von 0,00049041 BTC viel leichter.

Das Umrechnen von Bitcoin in „echtes“ Geld ist bei diesem Kurs also zur Zeit weit weniger kompliziert. Es ist vielmehr, wie wenn man früher nach Italien oder Frankreich in den Urlaub gefahren ist. Auch da hatte man sich ja irgendwann an den Umrechnungskurs gewöhnt.

Der war damals allerdings auch langfristig vergleichsweise fix und natürlich kann sich die Volatilität und damit der Wechselkurs bei Bitcoin jederzeit wieder ändern. Trotzdem – den Bitcoin-Kurs einigermaßen im Hinterkopf zu haben, kann durchaus praktisch sein und hätte bei einigen der Leuten in diesem Video wohl zu einer anderen, nämlich der deutlich lukrativeren Entscheidung geführt.

Lightning macht den Bitcoin klein

Anders ist der Effekt von Lightning, dem 2nd-Layer-Zahlungsnetzwerk, das derzeit auf Bitcoin entsteht. Das arbeitet ja bekanntlich gar nicht mehr auf der Grundlage von Bitcoin, sondern seiner (bisher) kleinsten Untereinheit, dem Satoshi (1 Sat = 0,00000001 Bitcoin).

Wirkt viel mehr, ist aber immer noch die gleiche Menge Bitcoins.

Das hat bei einem Projekt, das alltagstaugliche Klein- und Kleinstzahlungen mit dem digitalen Geld ermöglichen soll, natürlich vor allem praktische Gründe. Denn aus der Gewöhnung heraus können wir Menschen große Summen vor dem Komma sehr viel besser verorten als fitzelig kleine Nachkommastellen. Der Umgang mit vielen ganzen Satoshis ist für uns also sehr viel einfacher und intuitiver als die Verwendung von kleiner Bitcoin-Bruchstücke.

Und der positive Nebeneffekt: Auf einmal ist es auch bei Bitcoin wieder ganz leicht, zum Millionär zu werden. Vor allem aber muss sich nun niemand mehr Altcoin-Zwiebeln kaufen, wenn er eigentlich Bitcoin-Schokokuchen haben will. Denn einen Sack voll Satoshis (derzeit kostet einer rund 0,0001 Cent – lässt sich gerade auch sehr gut umrechnen) kann sich nun wirklich jeder leisten.

Epic Bitcoin Rap Battle

Diese Bitcoin Rap Battle Debate: Hamilton vs. Satoshi wird seit gestern felißig durchs Netz gereicht und zwar vollkommen zurecht.

Zentralisiertes vs. dezentralisiertes Geld

Man muss dabei gar nicht genau wissen, wer Alexander Hamilton war (Wikipedia: „einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten, deren erster Finanzminister und einer der ersten Staatstheoretiker der repräsentativen Demokratie“), denn er steht hier einfach repräsentativ für das auf Kontrolle ausgelegte zentralisierte Finanzsystem.

Da hätte man also auch diverse andere historisch „Verantworliche“ nehmen können. Das Video wurde aber in den USA produziert.

https://twitter.com/reidhoffman/status/1169599231075577856

Über Satoshi Nakamoto muss ich hier nicht viel sagen. Er übernimmt den argumentativen Gegenpol.

Mit Liebe zum argumentativen Detail

Aber nicht nur die Machart und die Easter Eggs (Wer findet und erkennt alle auftauchenden „Bitcoin-Promis“?) haben mich begeistert. Ich halte auch die Lyrics und die tatsächliche inhaltliche Auseinandersetzung für sehr gelungen, weil sie die öffentliche Debatte ziemlich gut widerspiegelt und eine enorme Bandbreite and Vorwürfen und Gegenargumenten ausgetauscht wird, ohne dass es am Ende einen Gewinner gäbe. Oder doch?

Ein kurzer Scan der mittlerweile mehr als 1700 Kommentare zeigt jedenfalls, dass für die Mehrheit Satoshi vorne liegt. Das verwundert aber auch nicht. Zum einen gibt es Bitcoins zu gewinnen und keine Dollar und zum anderen sind die sozialen Netzwerke vermutlich eher nicht der Ort, an dem sich der klassische Hamilton-Homie in seiner Freizeit rumtreibt.

Aber sei´s drum. Am Ende ist das Video sehr gelungenes und zeitgemäßes Edutainment und ich werd es gerne in meine Materialsammlung für mein Uni-Seminar aufnehmen.

Honigdachs #42 – Bitcoins sicher aufbewahren

Die 42. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist. (Abonnieren)

Honigdachs #42 – Bitcoins sicher aufbewahren

Nach der Sommerpause sprechen wir nun also über Sicherheit. Genauer: Wie man seine Bitcoins sicher aufbewahren kann. Doch das ist gar nicht so leicht. Denn selbst die als Allzweck-Wunderwaffe vermarkteten Hardware-Wallets haben ihre Tücken und sind bei weitem nicht so sicher, wie man es gerne hätte.

Was besser dagegen hilft – sie als Taco tarnen oder Hardware-Wallet-Multisig? Wir sprechen darüber.

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