Archiv der Kategorie: Aktuelles

Bitcoin, Blockchain und die Bundestagswahl

Die Bundestagswahl steht ja nun bald vor der Tür und da drängt sich aus Sicht dieses Blogs doch unweigerlich die Frage auf, wen man eigentlich wählen sollte, wenn einem das Thema Bitcoin/Blockchain besonders am Herzen liegt?

Bitcoin und Blockchain kein Thema in den Wahlprogrammen

Keine leichte Frage. In keinem der Wahlprogramme von CDU, CSU, SPD, Grüne, Linke, FDP oder AfD tauchen die Worte „Bitcoin“, „Blockchain“ oder irgendwas mit „Krypto…“ auch nur auf.

Aber auch das sollte kein Problem sein. Denn vor gut zwei Monaten hat sich ja mit einigem Tamtam der Bundesverband Blockchain gegründet mit dem Ziel, Blockchain zum Gegenstand der nächsten Koalitionsverhandlungen zu machen. Dafür, so die Ankündigung, sollte eigentlich der intensive Austausch mit den Digitalexperten aller aktuell und künftig im Parlament vertretenen politischen Parteien gesucht werden.

Auch der Bundesverband Blockchain hat keine Antwort

Doch ob und inwieweit da schon etwas passiert ist, bleibt leider unbekannt. Auf meine Mail-Anfrage von vor einer Woche gab es nicht einmal eine Reaktion. Schade. Pressekonferenzen zu geben und Arbeitsgruppen zu bilden ist das Eine. Als Ansprechpartner da zu sein, wenn man tatsächlich gebraucht wird, etwas anderes.

Entscheidungshilfen für Netzaffine

Bleibt also nur der indirekte Weg, zu schauen, welche Parteien im Bereich Digitales welche Positionen vertreten. Für wen Netzthemen bei der Wahl also wirklich das Zünglein an der Waage sein könnten, der sollte sich mal mit dem Digital-Thesen-Check von D64 auseinandersetzen und auch die Fragen der Koalition Freies Wissen sind durchaus aufschlussreich. Dass es zudem bei netzpolitik.org aktuell jede Menge Beiträge zum Thema geht, muss ich nicht extra erwähnen.

Bild: Michael Fielitz (CC BY-SA 2.0)

Ein paar ICO-Denkanstöße

ICOs (Initial Coin Offerings) sind ohne Frage der neue heiße Scheiß™ im Kryptoland, mit dem sich mit vergleichsweise wenig Aufwand sehr viel Geld machen lässt. Aber eben auch viel Schindluder getrieben wird.

Denn für einen ICO braucht es nicht viel. Minimalanforderungen sind ein Whitepaper und Marketing. Ganz viel Marketing. Je Aufmerksamkeit heischender, desto besser.

Immer spektakulärer – ICOs in der Marketing-Spirale

Doch spätestens wenn Leute wie Paris Hilton beginnen, für ICOs zu werben, sollte man skeptisch werden. Denn besagte Hotelerbin hat die letzten Jahre meines Wissens nach nicht damit verbracht, umfassende Kompetenzen zu erwerben, die sie befähigen, qualifizierte Bewertungen für technisch komplexe und ökonomisch abstrakte Krypto-Konzepte abzugeben.

Dabei haben selbst „professionelle“ Investoren damit offensichtlich große Schwierigkeiten. Anders ist kaum zu erklären, wie bspw. dieser Investor vollmundig und überschwänglich sein Engagement in IOTA ankündigt – ein Kryptoprojekt mit einer zwischenzeitlichen Bewertung von 2,8 Milliarden USD – lange bevor ein Team des MIT Media Labs nun festgestellt hat, dass IOTA in kryptographischer Hinsicht offensichtlich ein dilettantisch zusammengebasteltes Projekt ist, dessen Anfängerfehler darauf hindeuten, dass sich bislang niemand mit der eigentlich dafür nötigen Kompetenz das Projekt angeschaut hat und die Chancen, dass die nun eingeleiteten Maßnahmen des verantwortliche Teams tatsächlich zu mehr Sicherheit führen, als niedrig einzustufen sind. (Update: Hier das IOTA-Statement)

ICOs – drei Lese- und Hörtipps

In diesem Kontext hier also noch eine Handvoll leses- und hörenswerter Beiträge, die sich mit dem Thema ICO, Token sales und Co. beschäftigen und die hoffentlich helfen, das Thema mit der nötigen kritisch-reflektierten Haltung bewerten zu können.

In A Brief Introduction to Token Sales erklärt Vinny Lingham am Beispiel seines eigenen ICOs, wie komplex und aufwändig ein guter Token sale ist, wenn man diesen solide, rechtssicher und nachhaltig durchführen will.

Auch der paymentandbanking Podcast geht in Folge 116 auf ICOs ein und kommt, neben der Beantwortung von ein paar grundlegenden Fragen, wie obiger Beitrag auch zu der wichtigen Erkenntnis, dass Tokens ohne technische Relevanz, letztlich keinen Mehrwert bieten.

Und als drittes noch der Hinweis auf meine aktuelle, ICO-kritische Kolumne Gier macht blind, die man im aktuellen Global Investor-Magazin findet und über die Website auch digital nachlesen kann.

Global Cryptocurrency Benchmark Study

Es kommt bei mir selten vor, dass Tabs so lange in meinem Browser offen bleiben, wie der zur ersten Global Cryptocurrency Benchmark Study. Denn normalerweise verlieren die Inhalte im Crypto-Ökosystem schnell an Aktualität und alsbald lohnt es dann (oftmals leider) nicht mehr einen Beitrag zu schreiben.

Zahlen zu Bitcoin, die es nirgendwo anders gibt

Bei der Global Cryptocurrency Benchmark Study ist das anders. Die wurde zwar bereits in der ersten Jahreshälfte 2017 veröffentlicht und damals auch hier und da auf Blogs und Newsseiten erwähnt. Insgesamt hat jedoch noch nicht die Beachtung gefunden, die sie eigentlich verdient hat. Denn wer sich für das Bitcoin-Ökosystem als Ganzes interessiert, findet hier gleich eine ganze Reihe fundierter Zahlen, die es nirgendwo anders gibt.

employes in cryptocurrency
Angestellte in Krypto-Unternehmen (S. 23)

So bietet die Studie z. B.  Zahlen zu Arbeitsplätzen (S. 23), denen zufolge mindestens 1876 Menschen bereits Vollzeit in der Krypto-Industrie arbeiten. Die meisten davon in Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum, die wenigsten mit 29 in Afrika.

Statistik ohne Marketing-Verzerrung

Auch die Anzahl der Menschen, die Kryptowährungen benutzen, ist eine elementare Frage, auf die es bislang aber keine verlässliche Antwort gibt. Kann es in einem dezentralen System auch gar nicht geben. Die Daten der Studie lassen aber zumindest begründete Schätzungen zu und das ist in diesem Falle besser als nichts. Zwischen 2,9 und 5,8 Millionen schätzen die Autoren (S. 25).

Diese Zahl mag überraschen, wenn schon einzelne Wallet-Anbieter wie blockchain.info im vergangenen November die 10 Millionen Wallets-Marke überschritten (aktuell sogar mit knapp 17 Millionen). Genau deswegen ist diese Studie aber so wichtig, denn sie trennt Statistik und Marketing und versucht so ein realistischeres Bild des Krypto-Ökosystems zu zeichnen und ist damit u. a. für Journalisten eine relevante Quelle.

Global Cryptocurrency Mining Map (S. 93)

Auch der Themenkomplex Mining ist aufschlussreich. Insbesondere die Mining Map ist dabei interessant. Denn hier werden globale Mining-Locations anhand der Faktoren Internetgeschwindigkeit, Klima und Stromkosten verglichen.

Vorsicht vor zu schnellen Schlüssen

Natürlich kann man kritisieren, dass auch diese Studie, so sehr sie sich auch bemüht, belastbare Zahlen zu erarbeiten, doch auch an der Herausforderung der Dezentralität scheitert. Denn ein Wert von knapp 2000 Vollzeit-Arbeitsplätzen, die weltweit in der Krypto-Industrie geschaffen wurden, ist nicht nur mengenmäßig ein Witz, sondern verleitet auch dazu, all die statistisch nicht Erfassten bzw. Erfassbaren zu vergessen. Ich selbst befasse mich bspw. durchaus nahezu Vollzeit mit Bitcoin ohne statistisch aber als bitcoinvollzeitbeschäftigt zu gelten. 90 Prozent der Menschen, die ich im Bereich Bitcoin kenne, geht es vermutlich ähnlich. Man muss daher auch die Daten der Global Cryptocurrency Benchmark Study kritisch lesen.

Nichtsdestotrotz ist sie jedoch eine enorme Bereicherung für alle, die auf der Suche nach fundierten Erkenntnissen über das Phänomen Bitcoin sind. Zumal geplant ist, die Studie regelmäßig zu wiederholen und ich gehe davon aus, dass schon die nächste noch viel mehr interessante und bisher schlichtweg nicht erhobene Informationen liefern wird.

 

Honigdachs #18 – BCash, SegWit und andere kostenlose Coins

Die 18. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan (bitcoinprivacy.net), Manuel (guidap.de) und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist.

Honigdachs 18 – BCash, SegWit  und andere kostenlose Coins

Endlich wieder am selben Ort vereint, geht es dieses Mal direkt ums Geld. Kostenloses Geld. Aus dem Internet. Also das, wovon Mutti immer sagt, dass man besser die Finger davon lassen sollte.

Dam it really was a Nigerian prince that emailed me last night..

Oder doch nicht? Immerhin konnte sich, wer Bitcoins besitzt, doch Anfang August über eine doch ganz ordentliche Zugabe in Form von Bitcoin Cash freuen. Und wer weiter sucht, findet noch eine ganze Reihe weiterer kostenloser Coins im Netz: Stellar, Clams, Byteball und Co. Sie alle verschenken ihre Währung.

„There’s no free lunch“

Doch wie so oft hat die Sache auch hier einen Haken. Denn nichts ist wirklich kostenlos im Netz und alles, was man macht, hat Konsequenzen. Steuerliche, moralische und vor allem auch Privatsphäre-relevante. Aber zum Glück habt ihr ja uns und wir haben unsere Freunde™, die für uns all die Fehler machen, die wir nicht machen wollen, aus denen wir alle aber viel lernen können und über die es sich zu sprechen lohnt.

Die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick.

Honigdachs #18 – BCash, SegWit und andere kostenlose Coins weiterlesen

Die schlechtesten Bitcoin Miner aller Zeiten

Über Ken Sherriff, der zeigt, wie man mit 0,67 Hashes pro Tag Bitcoins mit Zettel und Stift errechnet oder historische Lochkarten-Hardware für das Mining verwendet, habe ich immer wieder mal berichtet.

Nun bin ich durch Zufall auf einer anderen Netzkultur-Seite auf einen Artikel über schlechte bzw. sehr umständliche Bitcoin-Miner gestoßen, der ebenfalls Ken Shirriffs arbeiten auflistet, aber eben auch noch zwei mir bislang unbekannte.

Bitcoin Mining mit Taschenrechner und Stempel

Denn mittlerweile haben Martín Nadal und César Escudero Andaluz in ihrem Projekt Bittercoin auch einen alten Taschenrechner zum sympathisch nerdigen, aber ansonsten leider furchtbar schlechten Bitcoin-Miner umgerüstet.

Noch besser finde ich aber eigentlich ihr aktuelles Projekt Bitcoin of Things, in dem ein Stempel zu einem Miner umfunktioniert wurde. Ein Stempel! Das Tolle: Dieser macht das Mining wieder zu echter Handarbeit und verleiht dem Begriff Proof of Work eine ganz praktische Bedeutung.

Wenn es jetzt noch jemandem gelingt, Bitcoin-Mining endlich mit einem Fidget Spinner zu betreiben, dann würde die Hashrate vermutlich ebenso durch die Decke gehen, wie der Bitcoin-Kurs in den letzten Monaten.

Bitcoin feiert die SegWit-Party

In dieser Nacht bzw. am frühen Morgen ist es aller Voraussicht nach soweit: SegWit wird aktiviert und damit nach langem, zähem und intensivem Ringen einer der wichtigsten technischen Meilenstein der Bitcoin-Geschichte erreicht.

Party like there’s no covert ASICboost

Wie bei anderen „Großereignissen“ auch trifft sich daher die Bitcoin-Community online und offline, um unter dem Schlagwort #SegWitParty das Ereignis angemessen zu befeiern.

In Berlin wird die SegWit-Aktivierung zum Beispiel ab heute Abend standesgemäß im Room 77 begossen (alle anderen Parties hier und hier). Wer dabei sein will, sollte sich jedoch überlegen, morgen früh besser keine Termine wahrzunehmen. Die tatsächliche Aktivierung wird nämlich voraussichtlich erst um fünf Uhr morgens stattfinden.

Wer sich davon aber nicht abschrecken lässt und schon mal in Stimmung kommen will. Jemand hat das beste Meme aller Zeiten™ genutzt, um für ein bisschen Orientierung im derzeitigen Fork-hier, Fork-da-Chaos zu sorgen. Oder einfach nur für gute Laune.

Bitcoin Cash geht steil, hier gibt’s die Daten

Der Wert von Bitcoin Cash ist in den vergangenen drei Tagen enorm in die Höhe geschossen. Zwischenzeitlich bei fast 1000 US-Dollar liegt der Kurs aktuell „nur noch“ bei gut 800 US-Dollar. Auch die Marktkapitalisierung ist von anfänglichen 7 Milliarden USD direkt nach der Fork auf aktuell mehr als 12 Milliarden USD gestiegen. Das ist ohne Frage beachtlich und die Begründungen im Netz sind vielfältig. Von einem massiven Pump sprechen die einen, von rational-ökonomischen Gründen und technischen Fortschritten andere.

Während ersteres schwerer nachzuweisen ist, kann man bei letzterem immerhin selbst einen Blick auf die Daten werfen. Eine interessante Seite dazu ist fork.lol

Wer Daten liest, kann Bitcoin (Cash) besser verstehen

Dort findet man nämlich neben vielen anderen statistischen Werten unter anderem auch die Mining Profitabilität von Bitcoin gegenüber Bitcoin Cash, das in den vergangenen Tagen für Miner deutlich profitabler zu minen war als Bitcoin.

Das wiederum kann aber wenn, dann nur teilweise eine Begründung für den aktuellen Kursanstieg sein. Denn die höhere Profitabilität lockt spieltheoretisch zwar mehr Miner zu Bitcoin Cash, was langfristig dessen Netzwerk stärkt und zu weiterem Wachstum führen könnte. Allerdings hängt die Profitabilität ja selbst unmittelbar vom Preis ab und erst ein steigender Kurs macht das Bitcoin Cash-Mining letztlich überhaupt erst profitabel.

Es bleibt also weiter offen, wer, wie viele und welche Intentionen hinter dem steigenden Interesse an Bitcoin Cash stehen.

Davon unbeeinflusst bleiben jedoch auch die anderen Werte von fork.lol interessant. Denn anhand von Kriterien wie Transaktions-Geschwindigkeit oder Rechenkapazitäten der jeweiligen Netzwerke lassen sich durchaus hilfreiche Rückschlüsse darauf schließen, wie es um Bitcoin und Bitcoin Cash im direkten Vergleich steht.

Bitcoin Cash ist (noch) keine Gefahr für Bitcoin

Ein Blick auf die Verteilung der Hashrate zeigt bspw. deutlich, dass das Bitcoin-Netzwerk über 95 Prozent der Mining-Power ausgestattet ist. Während Bitcoin Cash bislang nur über gut 5 Prozent verfügt. Vereinfacht kann man daher sagen, dass Bitcoin in Bezug auf bestimmte Angriffe rund 20 Mal sicherer ist als Bitcoin Cash.

bitcoin bitcoin cash
Bitcoin (orange) verfügt im Vergleich zu Bitcoin Cash (blau) über weit mehr Rechenleistung

Es müssten also eine ganze Menge Miner auf Bitcoin Cash wechseln, um zumindest eine gleichwertige Verteilung herzustellen. Dass das passieren wird, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Viele Bitcoiner entscheiden nämlich nicht einfach nur rational nach potentiell größerem Gewinn, sondern vertreten starke Ideale. Und deren Haltung wird sich selbst mit dem gestiegenen Bitcoin Cash-Kurs wohl eher nicht kaufen lassen. Dafür sind die Diskrepanzen zu den „Big Blockern“ zu groß.

Toller DLF-Hintergrund erklärt Bitcoin (das Geld)

Im Deutschlandfunk lief schon Ende Juni dieser Hintergrund zum Thema Bezahlsystem Bitcoin – Wie die digitale Währung funktioniert (mp3), den zu hören ich auch sechs Wochen später noch uneingeschränkt empfehlen kann. Denn die Sendung ist sowohl journalistisch als auch akustisch wirklich gut gemacht. Das liegt vor allem an den hohen redaktions- und produktionstechnischen Ansprüchen, die das Format Hintergrund generell erfüllen will (mehrere Erzählstimmen, verschiedene Protagonisten und eine insgesamt umfassende und vielschichtige Recherche).

Von Banker-Bla-Bla bis Bitcoin- und Blockchain-Enthusiasten

Dass in solch einer Sendung auch Carl-Ludwig Thiele von der Bundesbank auftauchen muss, der ja von Amts wegen schon nicht die nötige Denkelastizität mitbringen darf, die jedoch nötig wäre, um ein Phänomen wie Bitcoin richtig zu verordnen, nämlich nicht nur anhand bestehender und keinesfalls perfekter Gelddefinitionen und Geldpolitikmaximen – geschenkt. Wäre ich allerdings Redakteur gewesen, hätte ich Thiele weniger Platz gegeben und dafür lieber noch einen Visionär zu Wort kommen lassen. Einen, der Bitcoin eben nicht nur durch die steif definierte Geldbrille sieht, sondern auch das grundlegende gesellschaftliche Transformationspotential dieses Phänomens erklären kann. Vielleicht eine Gründerin oder Aktivistin?

Aber letztlich ist das Jammern auf hohem Niveau, denn unterm Strich ist das eine wirklich gute Sendung und in 18 Minuten kann man auch nicht alles bis ins letzte Detail erklären.

Auch die Stiftung Warentest erklärt noch einmal Bitcoin

Und weil es so gut zum Thema passt, gibt es hier zum Lesen noch den Artikel der Stiftung WarentestSo funk­tioniert das Geld aus dem Internet, die darin übrigens auch noch einmal explizit auf Onecoin hinweisen, dass sie im Gegensatz zu Bitcoin auf ihre Warnliste Geldanlage gesetzt haben.

Bild: „Classic old radio 1960s or 70s style“ Flickr-User theslowlane (CC BY 2.0)

Kostenloser Bitcoin-Workshop in Leipzig

Immer wieder werde ich gefragt, wann und wo denn all die Bitcoin-Vorträge und Workshops stattfinden, von denen ich u. a. im Honigdachs-Podcast rede und wie man daran teilnehmen könne. Die meisten, um die Frage mal allgemein zu beantworten, finden bisher im Rahmen von anderen Veranstaltungen z. B. an der Uni oder auf Konferenzen statt, quasi „Huckepack“ zum Hauptprogramm.

Das macht die Veranstaltungen damit aber leider bislang recht exklusiv und unzugänglich für die, die sich nur privat für das Thema Bitcoin interessieren oder aber weder eine Konferenz besuchen noch einen kompletten Studiengang belegen können oder wollen.

Bitcoin-Workshops für alle!

Die gute Nachricht ist daher, dass ich schon länger auch an eigenständigen Bitcoin-Vorträgen und Workshops arbeite, die leichter zugänglich sind und an denen im Prinzip jeder teilnehmen kann, unabhängig von Job, sozialem Status, Alter, Bildungsstand etc.
Also letztlich all die, die Satoshi Nakamoto primär im Kopf hatte, als er Bitcoin ins Leben gerufen hat.

Insofern freue ich mich, auf die Veranstaltung Bitcoin – Hype, Blase oder zukünftige Weltwährung? (PDF) hinzuweisen , die am 23. August um 18:30 Uhr hier in Leipzig stattfinden wird.

In Zusammenarbeit mit Arbeit und Leben Sachsen e. V., einem in der politischen und sozialen Jugend- und Erwachsenenbildung tätigen Verein, werde ich dort die Grundlagen von Bitcoin erklären und alle Fragen zu dem Thema, die die Besucher mitbringen und die sich in drei Stunden klären lassen.

Schwerpunkt: Bitcoin als gesellschaftliches Phänomen

Ein Schwerpunkt des Abends wird dabei auch das gesellschaftliche und entwicklungspolitische Potential von Bitcoin sein, denn gefördert wird die Veranstaltung vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bzw. dem Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung. Diese Förderung ermöglicht es gleichzeitig, dass die Teilnahme kostenfrei möglich ist. Aufgrund der Raumkapazitäten wird jedoch vorab um Anmeldung per E-Mail gebeten.

Je größer das Interesse, desto mehr Veranstaltungen sind machbar

Auch wer an dem Abend nicht kann, dennoch aber Interesse an dieser oder ähnlichen weiteren Veranstaltung hat, kann sich auch gerne melden. Nachweislich großes Interesse ist immer ein gutes Argument in den Verhandlungen mit potentiellen Partnern und Fördermittelgebern.

Oder individuellen Bitcoin- und Blockchain-Workshop buchen

Wer darüber hinaus auf der Suche nach einem individuell gestalteten Bitcoin- und Blockchain-Vortrag  oder -Workshop ist, kann gerne auch direkt mit mir Kontakt aufnehmen oder in den nächsten Tagen wieder hier auf der Seite vorbeischauen. Bald sollte es hier nämlich auch eine eigene Unterseite geben, die über das weitere Angebot an themen- und zielgruppenspezifischen Bitcoin- und Blockchain-Veranstaltungen informiert.

Die Bitcoin-Community feiert Segwit-Lock-in und Peter Wuille

Gestern Abend hat Bitcoin einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Skalierung gemacht: Segwit, eine technische Erweiterung, die von vielen Bitcoin-Experten u. a. als eine Schlüsseltechnologie zur Skalierung und Sicherung von Bitcoin gesehen wird, aber nichtsdestotrotz in den vergangenen Monaten heftig umstritten war, hat den Lock-in-Status erreicht.

https://twitter.com/Symple_LTD/status/895009456861270016

Das bedeutet zwar noch nicht, dass Segwit bereits aktiv ist, aber das ist nun nur noch eine Frage der Zeit. Denn nach dem sozialen Konsens, Segwit schlussendlich doch zu implementieren, wurde jetzt auch auf technischer Ebene ein bindender Konsens hergestellt. Immerhin signalisierten in den vergangenen zwei Wochen nicht nur die geforderten 95 Prozent der von den Minern erzeugten Blöcke die Zustimmung zum Upgrade, sondern sämtliche 2016 Blöcke.

Ein starkes Votum, dass letztlich auch auf der Abspaltung von Bitcoin Cash beruht, denn auf der dortigen Blockchain ist die Implementierung von Segwit nicht vorgesehen.

Bitcoin-Community feiert Segwit-Mastermind Peter Wuille

Für viele in der Bitcoin-Community ist der seit langem herbeigesehnte Lock-In-Status unterdessen ein Grund zu feiern. Auf Twitter wurden die verbleibenden Blöcke der Lock-In-Periode einem Silverster-Countdown gleich heruntergezählt und im Kurznachrichtendienst wurden auch die meisten Glückwünsche und anerkennenden Worte in Richtung Peter Wuille geäußert, dem vergleichsweise stillen Entwickler, der 2015 das Konzept von Segregated Witness (Segwit) vorstellte und meist außerhalb des großen Rampenlichts daran arbeitete, es auch technisch umzusetzen.

https://twitter.com/starkness/status/895003059272724480

Darüber hinaus steht übrigens schon seit einiger Zeit die großartige Seite peterwuillefacts.com im Netz, die dem Entwickler auf sehr amüsante Art huldigt. Peter Wuille wird dort quasi als Chuck Norris für Bitcoin dargestellt und die seinen Ruf in der Community unterstreicht. Hier ein paar Highlights:

  • Pieter Wuille doesn’t write code, he wills it into existence.
  • Pieter Wuille once calculated a 256-bit SHA on an abacus, and the resulting block gave 25 bitcoins to charity.
  • On the seventh day, God rested but Pieter Wuille submitted a pull request.
  • The longest chain is whichever one Pieter Wuille is on.
  • Satoshi Nakamoto is really an AI, created by Future Pieter Wuille, that was sent back in time to create bitcoin.
Trolle aller Länder …

In die allgemeine Champagnerlaune mischen sich indessen aber natürlich auch die kritischen Stimmen, die, um es nett auszudrücken, vor zu frühen und überzogenen Erwartungen in Bezug auf Segwit warnen. Oder um es kurz zu sagen: trollen.

Doch obwohl die Kritiker derzeit massiv in der Unterzahl sind, ob Segwit am Ende ein Erfolg wird bzw. zu einem Erfolg gemacht wird, muss sich er noch zeigen.

Ohne Frage ist der Lock-in-Status aber nach diesem langen Kampf um Segwit jetzt jedoch erst einmal ein Grund zum Feiern. Doch heißt das nicht, dass die Arbeit damit getan wäre. Im Gegenteil. Die Richtung für Bitcoin ist mit Segwit nun zwar vorgegeben, der Weg Bitcoin groß zu machen, aber noch lang.