Archiv der Kategorie: Aktuelles

Honigdachs #37 – Faketoshi & andere Bitcoin-Dramen

Die 37. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist. (Abonnieren)

Honigdachs #37 – Faketoshi und andere Bitcoin-Dramen

Die angekündigte Lightning-Kritik-Folge haben wir noch einmal aufgeschoben. Die wollen wir stattdessen beim kommenden Lightning-Hackday Anfang Juni in München aufzeichnen und dabei idealerweise auch gleich die Experten vor Ort zu Wort kommen lassen.

Dieses Mal blicken wir daher zurück auf den April, in dem es auch so nicht an Drama, Unterhaltung und spektakulären Ereignissen mangelte. Vom immer weiter eskalierenden Konflikt zwischen der Bitcoin-Community gegen Möchtegern-Bitcoinerfinder Craig Wright aka „Faketoshi“ über Mt.Gox (Ja, auch der Drama-Zombie kommt immer wieder) bis zum aktuellen Tether-Bitfinex-Spektakel. Und dann war da ja auch noch der Bitcoin-Kurs, der im vergangenen Monat einen ordentlichen Satz nach oben gemacht hat. Wer jemals gedacht hat, bei Bitcoin könnte es langweilig werden …

Nun aber erst einmal viel Spaß beim Hören.

Die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick

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Bitcoin- und Lightning-Nodes im Test – RaspiBlitz

Vor einiger Zeit habe ich den Casa Node getestet und damit den ersten in einer Reihe von handlichen Bitcoin- und Lightning-Fullnodes. Nun läuft seit einigen Wochen ein RaspiBlitz auf meinem Schreibtisch, der in der Community weit verbreiteten, weil günstigen und trotzdem komfortablen DIY-Lightning-Lösung.

Zeit für ein Zwischenfazit, das durchweg positiv ausfällt. Denn der RaspiBlitz ist gut ausgewogen zwischen Zugänglichkeit und einfacher Handhabung (aka User Experience) auf der einen Seite und Funktionsumfang und individuellen Konfigurationsmöglichkeiten (aka Nerdigkeit) auf der anderen.

Tauchen auf Lightning-Hackdays oftmals in Rudeln auf: RaspiBlitz-Nodes
RaspiBlitz – Der DIY-Bitcoin- und Lightning-Node

Doch beginnen wir erst einmal mir dem Aufbau des RaspiBlitz, der – wie der Name schon verrät – wie auch der Casa Node auf dem RaspberryPi basiert und durch eine Festplatte, einen Kühlkörper und ein schmuckes LCD-Display ergänzt wird. Komponenten, die man laut Einkaufsliste aktuell für rund 150 Euro bekommt.

Der DIY-RaspiBlitz-Bausatz (hier schon halb vormontiert) kostet aktuell rund 150 Euro.

Mein Testgerät, dass mir Christian Rotzoll, der RaspiBlitz-Hauptverantwortliche, freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, kam dabei schon vormontiert. Wobei ich aber davon ausgehe, dass ich das auch selbst problemlos hinbekommen hätte, da die entsprechende Anleitung auf GitHub gut bebildert ist und als nahezu idiotensicher gelten kann, wenn man des Englischen einigermaßen mächtig ist.

Aus der Community für die Community

Ohnehin muss man sagen, dass eine der ganz großen Stärken des RaspiBlitz die außerordentlich gute und verständliche Dokumentation ist. Jeder wichtige Schritt, vom Zusammenbau der Hardware bis zum Einrichten der Software, ist übersichtlich bebildert und nachvollziehbar erklärt. Das ist keine Selbstverständlichkeit, ganz besonders, wenn man mit dem Produkt (noch) kein Geld verdient.

https://twitter.com/fluidvoice/status/1120162152030064640

Wer darüber hinaus noch individuelle Probleme hat, der findet Hilfe über Twitter (#RaspiBlitz) oder GitHub. Dafür sorgt eine Community, deren Größe und Engagement, das Projekt zu ergänzen und weiterzuentwickeln zeigt, dass der RaspiBlitz längst kein Nischenphänomen mehr ist, sondern unter bastelaffinen Bitcoinern eine der beliebtesten Bitcoin-/Lightning-Fullnode-Lösungen.

Setup und Inbetriebnahme

Sind die Hardware-Komponenten dann verbunden, kann der RaspiBlitz in Betrieb gehen. Dafür muss das aktuellste RaspiBlitz-Image (zur Zeit 1.1) auf die SD-Karte geschrieben werden. Dieser Prozess ist für Windows-Only-Nutzer möglicherweise ungewohnt, aber dank der guten Anleitungen durchaus machbar. Zumal auch spätere Updates über dieses halbmanuelle Prozedere auf den RaspiBlitz eingespielt werden müssen.

Nun beginnt der komplizierteste Part des RaspiBlitz-Setups, wobei das „kompliziert“ letztlich aber nur Ansichtsache ist. Um den RaspiBlitz einzurichten, muss man ihn über eine Netzwerk-Verbindung ansteuern. Beim Casa Node lief das über den Browser (und funktionierte nicht reibungslos), beim RaspiBlitz braucht man eine zusätzliche SSH-Software wie bspw. Putty.

Terminal-Session einrichten

Für Leute, die an Computern bislang vor allem mit grafischen Nutzeroberflächen, Touchscreens und Wischgesten sozialisiert wurden, mag das herausfordernd wirken. Hat man jedoch die IP des RaspiBlitz im heimischen Netzwerk herausgefunden (wird praktischerweise auf dem LCD-Screen angezeigt), das richtige Zeichenset aktiviert (ginge auch ohne, aber dann sieht es noch nerdiger aus – siehe Bild unten) und die Einstellungen einmal als Voreinstellungen gespeichert, ist das Einloggen auf dem RaspiBlitz auch nur noch eine Sache von vier Klicks. Wer einen Drucker einrichten kann, der wird auch daran nicht scheitern.

Sicher ist sicher: gleich vier Passwörter muss man beim Setup des RaspiBlitz vergeben.

Anschließend muss man dem Gerät einen Namen geben, insgesamt vier Passwörter vergeben (die tatsächlich alle notwendig sind) und sich überlegen, wie man eigentlich an die Daten der Bitcoin-Blockchain kommen möchte.

Die Blockchain-Gretchenfrage

Der einfachste Weg wäre, den RaspiBlitz mit dem Bitcoin-Netzwerk zu verbinden und die Synchronisation komplett neu machen zu lassen. Da das Gerät aber nur über eine vergleichsweise begrenzte Rechenleistung verfügt, wird dieser Prozess mehrere Wochen dauern. Wer es schneller haben will, kann sich die Blockchain-Daten alternativ als Torrent-Download oder sich von einem anderen Computer im Netzwerk oder einer zweiten Festplatte ziehen.

Wichtig ist dabei nur: Wie beim Casa Node sollte man sich aber auch hier vorab überlegen, für wie vertrauenswürdig man die jeweilige Quelle der vorverifizierten Blockchain hält. Im Zweifel muss man halt von Grund auf alles synchronisieren.

Komfortabel: Der LCD-Screen zeigt den Zwischenstand auch wenn keine SSH-Verbindung besteht.

Sind die Blockchain-Daten dann verfügbar, läuft der Rest der Setups quasi von alleine bzw. wird man in dem Prozess so gut an die Hand genommen, dass es sich wie ein Selbstläufer anfühlt.

Das LCD-Display, das der Node prinzipiell ja eigentlich nicht braucht, ist hier ein nützliches Gimmick. Denn es zeigt die laufenden Prozesse und den jeweiligen Fortschritt auch dann an, wenn der Rechner aus ist. Das ist insofern nützlich, als dass die finale Synchronisation der Blockchain, die in jedem Fall nötig ist, und das Setup des Lightning-Nodes durchaus einige Stunden in Anspruch nehmen können.

Auch die letzten 0,2 Prozent der Blockchain brauchen mitunter noch Stunden zur Synchronisation.

In meinem Fall hängte sich der RaspiBlitz beim Scannen der Blockchain einmal auf. Nach einem Neustart schloss er die initiale Konfiguration dann aber problemlos ab. Bedeutet: Hin und wieder sollte man aufs Display schauen, ob noch alles läuft. Im Großen und Ganzen richtet sich der RaspiBlitz aber so weit wie möglich von alleine ein.

Im Test aufgehangen, aber nach Neustart doch noch abgeschlossen: die Lightning-Synchronisation
Praxistest

Ist das Setup abgeschlossen, eröffnet sich das RaspiBlitz-Hauptmenü und mit ihm eine Vielzahl von Möglichkeiten. Neben den obligatorischen Optionen, Einzahlungen vorzunehmen, Kanäle zu eröffnen und Geld zu verschicken und zu empfangen, kann man hier auch eine mobile Wallet mit dem eigenen Bitcoin-Fullnode verbinden. Eine in puncto Privatsphäre und Vertrauensreduktion durchaus relevante Funktion, die der Casa Node so nicht bot.

Funktionaler als man denkt: Nur 6 von 18 Menüpunkten sind hier zu sehen

Darüber hinaus empfiehlt es sich, in den Menüpunkt Services zu wechseln. Dort lässt sich nämlich die TOR-Funktionalität aktivieren. Die Datenströme des RaspiBlitz laufen dann nämlich anonymisiert durchs TOR-Netzwerk. Ein weiteres Plus in Bezug auf die Privatsphäre und eine Funktion, die in der Community vielfach sogar als Standardeinstellung für Lightning-Nodes gefordert wird, aber längst noch nicht überall verfügbar ist.

TOR und RTL sollte man idealerweise gleich als erstes aktivieren
Perfekte Ergänzung – Ride the Lightning

Neben TOR sollte man gleich auch noch das RTL Webinterface aktivieren. Die Abkürzung steht für Ride The Lightning, ein weiteres Open Source-Projekt, das die komfortable Verwaltung von Lightning-Knoten über den Browser ermöglicht, zusätzliche Optionen eröffnet und dank der grafischen Benutzeroberfläche die Bedienung des RaspiBlitz auch noch einmal stark vereinfacht.

Sehr praktisch: das Ride the Lightning-Interface (Klicken zum Vergrößern)

Als solches ergänzen sich der RaspiBlitz und das RTL Webinterface perfekt. Wenn auch die Bedienung und Erscheinung des originalen RaspiBlitz-Menüs mich angenehm nostalgisch an meine Norton Commander-Zeit auf dem 286er erinnerte – erst die Bedienung über das Ride the Lightning-Interface gab mir das Gefühl mit zeitgemäßer Technologie im Jahr 2019 zu agieren.

Invoices erstellen, mit Lightning bezahlen, Kanäle verwalten – es ist gut zu wissen, dass man das im Zweifel alles kommandozeilenbasiert erledigen kann. Sexy ist es jedoch das mal eben mit wenigen Klicks zu machen und gleichzeitig noch allerlei zusätzliche Informationen und Statistiken zu erhalten.

Finale Prüfung – Zahlungen

Zum Beispiel zeigt das RTL-Interface die Hops einzelner Zahlungen an. In einer meiner Testzahlungen waren das zum Beispiel fünf Hops für eine Transaktion nach Kalifornien. Wie auch schon beim Test vom Casa Node habe ich dabei versucht, einen speziellen Lightning-Sticker zu kaufen. Was jedoch beim Casa Node damals aus unerfindlichen Gründen nicht möglich war, hat beim RaspiBlitz dieses Mal ohne Probleme gleich beim ersten Mal funktioniert.

Bezahlt in Sekunden, geliefert in Wochen: Ein Lightning-Sticker aus den USA

Die zehn Sekunden, in denen die Zahlung dabei erfolgreich durch das Netzwerk geroutet wurde, bilden dabei einen faszinierenden Kontrast zu den mehr als sechs Wochen, die der Sticker anschließen per Post von der US-amerikanischen Pazifikküste nach Leipzig unterwegs war.

Fazit – Klein, günstig und multifunktional

Bleibt abschließend die Frage, was man an dem RaspiBlitz berechtigterweise kritisieren kann. Tatsächlich konnte ich im Test jedoch nichts finden, was mich wirklich gestört hat, wo ich nicht weitergekommen bin oder was ich nicht verstanden habe.

Im Gegenteil – Als heavy Windws-User war ich überrascht, wie einfach es mir der RaspiBlitz machte. Die detaillierte und liebevolle Dokumentation spielt dabei als Hilfestellung beim Setup ohne Frage eine entscheidende Rolle. Ist der Node einmal aufgesetzt, schaltet dann die Ride the lightning-Integration all die Funktionen und die bequeme Bedienbarkeit frei, die ich mir als einfacher Nutzer wünsche. Klar kann das alles noch einfacher werden und wird es vermutlich auch bald. Für den aktuellen Stand der Technik im Frühjahr 2019 ist das Gesamtpaket aber schon jetzt durchaus überzeugend.

Ich muss nicht viel selbst konfigurieren. Wenn ich es will, kann ich es aber. Diese gelungene Mischung aus einfacher Nutzbarkeit und potentieller Nerdigkeit macht den RaspiBlitz zu einem außerordentlich praktischen DIY-Node für jedermann. Der unschlagbare Preis von 150 Euro und das Engagement der wachsenden RaspiBlitz-Community macht das Projekt darüber hinaus sehr charmant.

Aus diesem Grund kann ich auch der Befürchtung von Christian Rotzoll nicht zustimmen, die er zwischenzeitlich äußerte:

„Sei ehrlich – für jemanden ohne Raspberry/Linux/Terminal Erfahrung ist das Projekt noch etwas zu sperrig/früh, richtig?“

Absolut nicht. Gute Arbeit!

Quo vadis, Bitcoin? Ein fundierter Ausblick

Aus Bitcoin-Preis-Spekulationen halte ich mich normalerweise raus. Zum einen liegt man damit in der Regel sowieso falsch, zum anderen halte ich andere Aspekte an Bitcoin für interessanter und bedeutender. Zum Beispiel, wie das Phänomen Bitcoin (und nicht nur das Investment) unsere Gesellschaft beeinflusst, prägt und transformiert.

Nichtsdestotrotz gilt der Bitcoin-Kurs im Allgemeinen als DIE wichtigste (wenn eigentlich auch vergleichsweise schlechte) Größe, an der die Qualität und der aktuelle Stand von Bitcoin gemessen wird.

Seltene, gut begründete Kursanalyse

Interessant wird es nun aber für mich, wenn beides zusammenkommt. Eine fundierte Einschätzung des jetzigen und künftigen Bitcoin-Wertes, die jedoch nicht auf Gerüchten, wilden Spekulationen oder Kaffeesatz-Kursanalyse beruht, sondern auf einer faktenbasierten Argumentation.

Der von Tuur Demeester (sollte man auf Twitter unbedingt folgen) mitverantwortete aktuelle Bericht Bitcoin In Heavy Accumulation von Adamant Capital (ein langjähriger Bitcoin Hedge Fund, der nur sich nur alle paar Jahre, aber dafür immer mit gutem Timing öffentlich äußert) bietet genau diese Informationen und geht in der Bitcoin-Community daher gerade auch steil.

Liegt vermutlich aber auch daran, dass er ein recht optimistisches Bild für die mittelfristige Kursentwicklung von Bitcoin zeichnet mit dem Fazit: Der Tiefpunkt ist durch und der seit Ende vergangenen Jahres sanfte aber deutlich erkennbare Aufwärtstrend kommt nicht von ungefähr und wird sich wohl fortsetzen.

Klicken um direkt zum Bericht zu kommen

Doch die Lektüre dieses 17-seitigen Berichts ist nicht nur wegen der gut geführten Argumentation lesenswert (bspw. dass die notwendige „Kapitulation“ durch ist), sondern eben auch wegen der Recherche, die dieser zugrunde liegt. So finden sich beispielsweise auf Seite 10 Zahlen, bis zu welchem Kurs sich das Mining rechnet: $3250 bei 5 Cent/kWh, $2600 bei 4 Cent/kWh und $1950 bei 3 Cent/kWh.

Die Zeit spielt für Bitcoin

Noch viel interessanter fand ich jedoch den Absatz über die Millenials (S. 14), weil hier auch die bereits erwähnte gesellschaftliche, systemkritische Charakteristik von Bitcoin eine bedeutende Rolle spielt:

„Millennials, the generation born between 1981 and 1996, are the largest and fastest growing demographic in the world. Their total disposable income is expected to supersede all the other generations in 2029. One of the defining characteristics of Millennials is that they “found their way through the 2008 recession as young adults.” How this informed their world views was confirmed by a 2016 research project funded by Facebook, which suggested that 92 percent of this generation doesn’t trust banks. 

Having grown up with peer-to-peer protocols like BitTorrent, and running open source code like Linux, Millennials are very open to cryptocurrencies. A survey from 2013 suggests that Bitcoin’s early adopters (and likely whales) were mostly male Millennials. Also in the current landscape surveys suggest that the majority of Bitcoin buyers are also Millennials, with mistrust of governments and growth outlook as the main motivations to buy. As the disposable income of Millennials continues to grow, we expect further tailwinds in terms of Bitcoin adoption and price appreciation.“

Allein dieser Absatz ist bemerkenswert, stützt er doch gleichzeitig die These, dass Zeit ein entscheidender Faktor ist, der für Bitcoin von Vorteil ist. Mit jedem Tag, den es existiert und sich beweist, wird es größer, einflussreicher und relevanter, weil die, die es aus Prinzip ablehnen oder nicht verstehen (wollen) immer weniger werden und an Einfluss verlieren. Wusste im Übrigen auch schon Douglas Adams:

douglas adams
Bonus: Warum es sinnvoll sein kann, in Bitcoin zu investieren

Und wem dieser Bericht noch nicht genug ist, der sollte auch noch den aktuellen Text The case for a small allocation to Bitcoin von Wences Cesares, CEO von Xapo lesen, der die Argumente liefert, warum die im obigen Bericht festgestellte Akkumulierung von Bitcoin eine Investment-Strategie darstellt, über die es sich nachzudenken lohnt.

Und damit schöne Ostern!

Basic Attention (Shit-)Token – Unnötig, kompliziert & ärgerlich

Neulich bekam ich folgende Mail:

Hallo,

ich habe heute aus reinem Interesse meine erste BAT Spende mit dem Brave-Browser durchgeführt und dabei Ihre Seite als Ziel meiner Spende gewählt.

Was mich nun interessiert, ob und wie diese Spende bei Ihnen ankommt. Müssen Sie dafür auch den Brave Browser benutzen? Erhalten Sie eine Benachrichtigung in irgendeiner Art? Würde mich freuen, wenn Sie Ihre Erfahrungen teilen.

P.S.: Mein pessimistisches Ich sagt mir, dass überhaupt nichts passiert ist. 😀 BAT bleibt in meinen Augen wohl ein Shitcoin. Den Brave-Browser nutze ich dennoch gern und mittlerweile lieber, als die etablierten Browser.

Beste Grüße
Ein treuer Leser und Hörer

Let’s test!

Ich habe mich über diese Mail sehr gefreut. Zum einen über die konkrete Wertschätzung meiner Arbeit. Noch viel mehr aber über den Vorschlag und die Gelegenheit den Basic Attention Token (BAT) endlich mal einem realen Test unterziehen zu können.

Endlich wird alles gut! Behauptet man zumindest bei Brave/BAT.

Zwar hatte ich den Brave-Browser selbst schon einmal ausprobiert (überzeugt hat er mich allerdings nicht), doch fehlte mir bislang das richtige Setting den zugehörigen Token zu testen. Der soll Content-Produzenten nämlich endlich die ideale Lösung bieten, mit ihren Inhalten anständiges Geld zu verdienen.

Große Erwartungen, wenig Ergebnisse

Mit diesem fulminanten Versprechen hatte Brave 2017 einen der aufsehenerregendsten ICOs des Jahres hingelegt. In weniger als 30 Sekunden(!) legten die Investoren für die verfügbaren Basic Attention Token umgerechnet gut 35 Millionen US-Dollar auf den digitalen Tisch. Kein anderer ICO war schneller ausverkauft.

Trotz Millionenfunding ist das großes Ziel „das Netz zu reparieren“ noch immer in weiter Ferne.

Seitdem ist es jedoch recht ruhig um den Browser geworden, der sich nicht weniger auf die Fahnen geschrieben hat, als „das Netz zu reparieren“.

So richtig durchgestartet ist das Projekt in diesem Punkt jedoch nicht. Vorsichtig gesagt. Für eine Platzierung in den Statistiken, welche Browser im Netz am meisten genutzt werden, ist der Brave-Browser jedenfalls auch knapp zwei Jahre nach dem Rekord-ICO noch zu unbedeutend und gehört nur zur Restegruppe „Others“.

Wozu jetzt eigentlich noch einmal der eigene Token?

In diesem Kontext ist natürlich auch die Frage interessant, warum für das ambitionierte Vorhaben „das Netz zu fixen“ eigentlich unbedingt ein eigener Token ins Leben gerufen werden musste? Eine überzeugende Antwort gab es darauf bislang nicht.

Umso besser, dass sich nun also die Gelegenheit für einen echten BAT-Praxistest ergeben hat. Denn wenn der Brave-Browser schon nicht das Web fixt, dann könnte doch wenigstens die versprochene Vergütung von mir als Inhalteanbieter klappen. Dachte ich zumindest am Anfang. Doch was dann kam frustrierte mich immer mehr.

Wie das Brave-BAT-Bezahlsystem (nicht) funktioniert

Erste Aufgabe war für mich, herauszufinden, wie ich denn nun eigentlich konkret an die BAT kommen könnte, die mir „treuer Leser“ zugedacht hatte. Diese BAT hatte er zuvor irgendwie über seine browserinterne BAT-Wallet an meine Seite „geschickt“.

Doch da ich auf diesem Blog weder eine BAT-Wallet habe, noch sonst irgendwo bei dem Projekt registriert bin, stellte sich hier nun die berechtigte Frage, wo diese BAT denn nun eigentlich geblieben sind?

Die Antwort: Der Brave-Browser sammelt zunächst einmal die „Spenden“ für die jeweiligen Seiten ein und verwahrt diese. Ruft ein Seitenbetreiber sein Spendenguthaben nicht innerhalb von 90 Tagen ab, verfällt es und geht an den Spender zurück.

Spenden ins Leere

Bedeutet also: Hätte „treuer Leser“ mich nicht explizit auf seine BAT-Spende hingewiesen, hätte ich nichts davon erfahren und folglich auch nichts bekommen. Keine Ahnung, wie viele BAT mir und anderen Seitenbetreibern auf dieses Weise zuvor schon erfolglos, weil schlussendlich wieder zurückgebucht, gespendet wurden.

Einen richtig durchdachten Eindruck macht dieses System in jedem Fall nicht. Zumal der Brave-Browser auch explizit damit wirbt, dass man seine Lieblingsseiten im Netz vollkommen anonym unterstützen kann. Kann man auch. Man muss ihnen anschließend bloß noch Bescheid sagen, dass sie eine Spende erhalten haben. Sonst war das Ganze für die Katz, die sich bei diesem Prinzip letztlich selbst in den Schwanz beißt.

Jetzt wird es richtig umständlich

Doch wusste ich ja glücklicherweise in diesem Fall, dass mich eine konkrete Spende erwartet. Das war auch der einzige Grund, der mich motiviert hat, den langen und nervigen Registrierungsprozess als „Brave Reward Creator“ auf mich zu nehmen.

Zunächst musste ich mich dafür auf der zugehörigen Plattform registrieren und meine Website „claimen“. Dafür musste ich wiederum ein eigenes WordPress-Plugin installieren (das war noch die einfachste Variante).

Immerhin lief das bei mir einigermaßen reibungslos, wenngleich sich die Anmeldung von einem „Ich mach das mal schnell“ immer mehr zu einem nervigen und aufwendigen Zeitfresser entwickelte. Am Ende wurde mir aber zumindest tatsächlich meine angekündigte BAT-Spende angezeigt.

Mein BAT-Guthaben wird jedoch nur einmal im Monat ausgezahlt.
Spende bleibt unauszahlbar

Eigentlich sollte der Test an dieser Stelle vorbei sein. Bis hierher war es ja auch schon umständlich genug. Zumal ich ja mit den BAT nichts anfangen kann und daher ohnehin noch die Aufgabe auf mich wartet, diese drolligen Token in etwas halbwegs Nützliches (Bitcoin) umzutauschen.

Doch wäre das ja viel zu einfach. Tatsächlich sehe ich in meinem Creator-Profil nämlich nur ein Guthaben, an das ich jedoch nicht herankomme. Denn das BAT-Guthaben wird generell nur einmal im Monat(!) ausgeschüttet.

Zur Erinnerung: Wir reden hier über hypermegageile Token, die auf Blockchainbasis ganz fancy und vollkommen zeit-, raum- und reibungslos transferiert werden können. Bei denen man sich bei Brave aber entschieden hat, eine willkürliche Transaktionszeit von bis zu 31 Tagen einzuführen. Klasse! So lange braucht nicht mal Omis Geburtstagskarte mit dem Zehner für die Eisdiele.

Man muss sich im Brave BAT-System komplett nackig machen

Leider ist aber selbst das noch nicht das Schlimmste. Denn als Creator kann man sich die BAT grundsätzlich nicht an eine beliebige Adresse auszahlen lassen, sondern ausschließlich auf eine Wallet beim exklusiven Partner Uphold, einem Wallet-Anbieter, von dem ich noch niemals zuvor gehört hatte und mit dem ich eigentlich auch gar nichts zu tun haben will.

Denn auch hier muss man sich zunächst registrieren, um anschließend die neue Uphold-Wallet mit dem eigenen Brave Reward Creator-Profil zu verbinden. Eigentlich wäre ich an diesem Punkt schon längst abgesprungen und hätte alle BAT-Spenden fröhlich in den Wind geschossen. Im Rahmen dieses Tests habe ich mich dann aber doch durchgerungen, auch diesen Schritt noch zu gehen.

Die Brave-Philosophie: Du bist kein Produkt, aber bitte mach dich doch mal nackig.

Jedoch nur um abschließend festzustellen, dass ich meine Uphold-Wallet (die ich ja niemals haben wollte) zwar mit meinem Brave Reward Creator-Profil (das ich ebenfalls niemals haben wollte)
verbinden kann. Dass die monatliche(!) Auszahlung der BAT (drollige Token, mit denen ich eigentlich nichts anfangen kann) jedoch nur stattfindet, wenn ich mich zuvor als Nutzer bei Uphold komplett verifiziere. Also mit Adresse, Telefonnummer, Foto und Personalausweiskopie. Soviel zur Privatsphäre, auf die Brave in seinem Selbstverständnis so enorm viel Wert legt.

Fazit: BAT ist ein unnötiger, komplizierter, ärgerlicher Shitcoin

Das war der Punkt, an dem auch meine Toleranzgrenze endgültig überschritten war und ich die These von „treuer Leser“ als bestätigt ansehe: BAT ist tatsächlich nur ein Shitcoin und nach dieser Erfahrung möchte ich weder als Nutzer noch als Creator“ jemals wieder etwas damit zu tun haben. Worst Token-Experience ever!

Ich habe mich daher entschieden alle meine Brave/Bat/Uphold-Profile direkt wieder zu löschen und sämtliche Spenden in BAT-Shitcoins fortan vorsätzlich verfallen zu lassen.

Es gibt gute Gründe für Bitcoin

Wer dennoch die Arbeit hier am Blog unterstützen möchte, kann das wie gehabt gerne mit Bitcoin, Lightning und ein paar anderen Optionen machen. Das verletzt weder meine, noch eure Privatsphäre. Zahlungen dauern nicht einen Monat. Es gehen nicht 5 Prozent Gebühren an eine Shitcoin-Betreiberfirma. Außerdem fixt das das Web viel mehr, als ein bedeutungsloser Nischen-Browser (der bei mir dauernd abstürzt oder regelmäßig gar nicht startet) und ein ultrakomplexer Shitcoin-Token, den niemand braucht.

Wer bisher andere Content-Anbieter bereits mit BAT unterstützt, sollte sich gut überlegen, ob er ihnen das weiterhin antun möchte.

Mit Dank an „treuer Leser“ für den Versuch!

Neue Lightning-Podcasts

Ich durfte vergangene Woche mal wieder im Podcast von Payment and Banking zu Gast sein und dort einen thematischen Einstieg in das Lightning-Netzwerk geben.

Natürlich haben wir in der einen Stunde nur an der Oberfläche kratzen können, aber irgendwo muss man ja anfangen. Außerdem sollte man ja jede/n der rund 35.000 monatlichen HörernInnen auch inhaltlich mitnehmen.

Das Feedback für den Podcast war bisher recht positiv. Falls ich jedoch was Falsches erzählt habe, korrigiert mich bitte. Auch ich lerne gerne noch dazu.

Auch schön: Die Veröffentlichung des Podcasts fiel zeitlich so nah mit dem markanten Kurssprung zusammen, dass manch einer hier glatt einen direkten Zusammenhang erkannte.

Nächste Honigdachs-Folge zum Thema „Lightning-Kritik“

Und weil wir gerade so schön beim Thema sind: Auch in der kommenden Folge des Honigdachs-Podcasts wollen wir uns wieder mit Lightning beschäftigen. Dieses Mal (auf expliziten Wunsch) aber vor allem mit der (berechtigten) Kritik daran und welche Ideen bereits existieren, um die aktuellen Schwachstellen, Hürden und Probleme anzugehen. Oder eben auch nicht.

Falls ihr da thematisch etwas beisteuern wollt – Fragen, explizite Kritikpunkte etc. – kommentiert hier, schreibt eine Mail oder tweetet uns unter @HondigdachsPod an. Wir versuchen das dann aufzunehmen.

Der Bitcoin-Preis steigt, die Krypto-Kultur blüht

Dass der Bitcoin-Preis vor ein paar Tagen ordentlich in die Höhe ging, ist bekannt. Vielfach ist schon vom Ende des „Krypto-Winters“ zu lesen.

Was diese These in gewisser Weise unterstützt, aber erstens keine kausale Verbindung zum aktuellen Kurs-Boom hat und zweitens auch nur auf meiner rein subjektiven Beobachtung beruht: Auch die kreative Auseinandersetzung mit Bitcoin nimmt wieder zu.

Minecraft-Bitcoin-Kurs-Achterbahn

Zumindest stoße ich in letzter Zeit wieder häufiger auf entsprechende Links, Videos und Spielereien. Wie zum Beispiel diese historische Bitcoin-Kurs-Achterbahn, die @sqatch_crypto von November bis Dezember vergangenen Jahres in Minecraft nachgebaut hat und seitdem wöchentlich um eine Kurs-Candle erweitert.

https://twitter.com/squatch_crypto/status/1113608042061471744

Warum @sqatch_crypto das macht? Einfach so. Er/sie liebte nach eigenen Angaben schon früher Lego und baut nun eben mit digitalen Blöcken in Minecraft herum.

Krypto-Kultur wird zu eigener Gattung

Was dabei bemerkenswert ist: Es war das für die Bitcoin-Szene bereits ikonische Meme des Bitcoin Rollercoaster, das @sqatch_crypto für seine eigene Spielerei inspirierte.

Der Remix dieses bekannten Memes bedeutet wiederum, dass die kulturelle und memetische Auseinandersetzung mit Bitcoin mittlerweile eine Tiefe erreicht hat, in der die kreativen Einflüsse nicht mehr nur von außen kommen, sondern bereits die Reflexion und Neubearbeitung eigener originärer Bitcoin-Memes stattfindet. Bedeutet: Krypto-Kultur kann man längst schon als eigene subkulturelle Gattung bezeichnen.

Bitcoin and Friends – Die Serie

Ein anderes Beispiel für die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Bitcoin ist die Serie Bitcoin and Friends, eine amüsante Zeichtrickserie, in der Bitcoin und seine Freunde sich auf die abenteuerliche Suche nach dem Sinn der Existenz des namengebenden Hauptprotagonisten begeben.

Pal Fifty, Mitalik und andere sind (zumindest in dieser Serie) die Freunde von Bitcoin.

Die erste Folge steht bereits online und weitere sieben sind geplant. Voraussetzung für die Fortsetzung ist jedoch ein erfolgreiches Crowdfunding, das sich mit veranschlagten 5 Bitcoin pro Episode allerdings recht hohe Hürden setzt. Mal schauen, ob diese Summe bei dem weiter steigenden Kurs zusammenkommt. Vielleicht findet sich im nun vielfach heraufbeschworenen „Krypto-Frühling“ ja auch ein großzügiger Sponsor.

Drei beachtenswerte Bitcoin-Publikationen

Da ich selbst gerade nicht viel zum Schreiben komme, verweise ich an dieser Stelle einfach auf drei Publikationen, die ich für ausdrücklich lesens- und beachtenswert halte.


The Case for Electronic Cash. Why Private Peer-to-Peer Payments are Essential to an Open SocietyCoin Center

Coin Center ist einer der wichtigsten US-amerikanischen Think Tanks, der sich kritisch-konstruktiv mit Bitcoin auseinandersetzt und dieses Wissen in Politik und Gesellschaft trägt. Dieses knackige und aktuelle Paper liest sich ganz hervorragend weg und vermittelt gleichzeitig einen wichtigen Eindruck, warum es so wichtig ist, sich mit dem Thema digitalem Bargeld auseinanderzusetzen.

Abstract
Cash is more than a method of payment. It is a fundamental tool for individual privacy and autonomy, and it is necessary for an open society. This paper shows that a cashless economy is a surveillance economy. It also argues that removing the option to freely transact without intermediation greatly limits our economic self-determination, placing our economic lives in the hands of financial institutions and governments. This paper presents several case studies demonstrating the dangers of a completely intermediated payments system and concludes that electronic cash is a tool that should not only be tolerated, but fostered and celebrated.


2nd Global Cryptoasset Benchmarking StudyCambridge Center for Alternative Finance, University of Cambridge Judge Business School

Das Cambridge Center for Alternative Finance der University of Cambridge Judge Business School erforscht schon seit Jahren mit großem Aufwand und Akribie das Bitcoin- und Blockchain-Ökosystem und sammelt dabei Daten, die man sonst nirgendwo anders findet. Diese Studie sollte man sich daher nicht nur gut anschauen, sondern direkt runterladen. Selbst, wenn Sie schon ein paar Monate alt ist.

Highlights from the report

Millions of new users have entered the ecosystem, but most remain passive
Total user accounts at service providers now exceed 139 million with at least 35 million identity-verified users, the latter growing nearly 4X in 2017 and doubling again in the first three quarters of 2018. Only 38 per cent of all users can be considered active, although definitions and criteria of activity levels vary significantly across service providers.

Firms are increasingly operating across segments:
The cross-segment expansion observed in 2017 has continued: 57 per cent of cryptoasset service providers are now operating across at least two market segments to provide integrated services for their customers, compared to 31 per cent in early 2017.

Multi-coin support is rapidly expanding:
Multi-coin support has nearly doubled from 47 per cent of all service providers in 2017 to 84 per cent in 2018; a trend primarily driven by the emergence of common standards on some cryptoasset platforms (e.g. ERC-20 on Ethereum) that has resulted in a rapid increase in the supply of tokens, airdrops and forks.

The majority of identified mining facilities use some share of renewable energy sources as part of their energy mix
The study estimates that the top six proof-of-work cryptoassets collectively consume between 52 TWh and 111 TWh of electricity per year: the mid-point of the estimate (82 TWh) is the equivalent of the total energy consumed by the entire country of Belgium — but also constitutes less than 0.01 per cent of the world’s global energy production per year. A notable share of the energy consumed by these facilities is supplied by renewable energy sources in regions with excess capacity.

Mining is less concentrated than commonly perceived
Cryptoasset mining appears to be less concentrated geographically, in hashing power ownership, and in manufacturer options than commonly depicted: the mining map exhibits that hashing facilities and pool operators are distributed globally, with growing operations in the USA and Canada.

Self-regulatory efforts reflect growing industry maturity:
Industry actors are pro-actively adopting measures that appear to comply with existing regulation despite not necessarily being explicitly subject to regulations. The increasing number of self-regulatory initiatives, combined with the emergence of sophisticated and professional services, reflect the growing maturity of the industry.


The State of Bitcoin – Delphi Digital

Von Delphi Digital, hatte man zuvor nicht viel gehört, aber dieser Bericht der selbsternannten „independent research boutique providing
institutional-grade analysis on the digital asset market“ hat bei seinem Erscheinen Ende letzten Jahres breites Interesse erregt. Und retrospektiv betrachtet lagen sie mit ihrer Prognose Ende vergangenen Jahres auch nicht so falsch, wenn man sich zum Beispiel Punkt eins der folgenden Key Findings betrachtet. Seit rund zwei Monaten steigt der Bitcoin Kurs zwar langsam, aber sehr beständig.

Key Findings
  • Bitcoin may face additional selling pressure in the near-term, but we believe prices will bottom in Q1 2019 based on our analysis of holder dynamics during prior boom-bust cycles.
  • Lightning Network development has progressed rapidly, allowing Bitcoin to scale without sacrificing security. The success of this technology will be crucial and may prove superior to other scaling solutions in the long run.
  • Total Bitcoin supply is finite at 21 million given that its inflation schedule is predefined and governed by a mathematical algorithm. The vast majority of Bitcoin have already been mined with a significant amount (~2-3 million) presumed to be lost.
Global Demand
  • As global debt rises to new heights, Bitcoin can serve as a check on government institutions by offering a viable alternative to today’s reserve currencies. This is especially true of many developing market economies prone to high inflation (e.g. Venezuela, Argentina), because of weak or harmful governance. Bitcoin offers anyone with internet access the ability to transact and store wealth in a vehicle unrelated to local fiscal and monetary policies.
Value Drivers
  • Bitcoin can serve as a complement to investments like gold given similar traits like scarcity, while offering unique advantages in a digital age.
  • Its censorship-resistant nature provides an attractive alternative to the private offshore banking system currently estimated to hold ~$8 trillion for individuals.
  • An allocation to Bitcoin can enhance risk-adjusted returns for traditional investment portfolios, but proper position sizing is crucial given its historical volatility.

Honigdachs #36 – Teil 2 – Ask me anything!

Hier also nun der zweite Teil unserer Honigdachs-Sonderfolge, die wir in Kooperation mit dem CryptoMonday am 18.3. live vor Publikum aufgezeichnet haben.

Honigdachs cryptomonday

Honigdachs #36 – Teil 2 – Ask me anything!

Im ersten Teil – den man hier hören kann – haben wir über die Frage diskutiert, was nach Blockchain 4.0 kommt. Im zweiten Teil des Abends, dem folgenden Podcast, ist nun das Ask me anything zu hören, also eine knappe Stunde lang Fragen von den Zuschauern.

Honigdachs #36 – Teil 1 – Was kommt nach Blockchain 4.0?

Die 36. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist. Hören und abonnieren kann man den Podcast über iTunesStitcherTuneInSpotify oder ganz klassisch per RSS-Feed.

Honigdachs #36 – Teil 1 – Was kommt nach Blockchain 4.0?

Vergangenen Montag gab es eine besondere Kooperation. Im Rahmen des CryptoMonday haben wir eine Honigdachs-Folge live vor Publikum aufgezeichnet. Dabei haben wir erst zu dritt über die Frage gesprochen, was denn eigentlich nach Blockchain 4.0 kommt (Hyper, Hyper!) und danach gab es ein AMA (Ask me anything), also eine Fragerunde in der uns sowohl das Publikum vor Ort als auch die Leute im Stream Fragen schicken konnten.

Honigdachs cryptomonday

Da dieses Event abendfüllende zwei Stunden lang lief, haben wir den dabei entstandenen Podcast-Mitschnitt aufgeteilt. In diesem Post gibt es mit der Podcastfolge #36a die erste Hälfte zu hören, die Fragerunde wird zeitgleich in einem zweiten Post als Folge #36b online gehen.

Lasst uns gerne häufiger diskutieren!

Insgesamt war das ein sehr schöner und erfolgreicher Abend. Vor Ort und im Stream hatten wir zusammen um die 100 bis 120 Zuschauer (und hoffentlich auch einige Zuschauerinnen). Einige sind an dem Abend sogar extra von weit her angereist, um live dabei zu sein. Das ehrt uns natürlich besonders.

Auch die Technik lief – was bei so einem Vor-Ort-Plus-Livestream-Event keine Selbstverständlichkeit ist. Für die durchwachsene Tonqualität können wir in dem Fall nichts. Das ging mit der vorhandenen Technik an diesem Abend nicht anders zu lösen.

Beim nächsten Mal wird alles besser!

Aber vielleicht beim nächsten Mal! Denn insbesondere der interaktive Frage-und-Antwort-Teil ist sehr gut angekommen und hat auch uns großen Spaß gemacht. Außerdem war das Format auch für uns auch eine Art Testballon, bei dem wir viel gelernt haben und nun all die Stellschrauben kennen, um es beim nächsten Mal noch besser zu machen.

Hier nun also erst einmal der Erste Teil des Abends, den man sich auch als Video sehen kann. Da die Aufnahmen allerdings etwas hakelig sind, empfehle ich aber doch die Audio-Variante.

Auf jeden Fall aber noch einmal großen Dank an alle, die diesen Abend überhaupt ermöglicht haben! Insbesondere Matthias (und Nadja).

Die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick und zum zweiten Teil geht es hier.

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Blitz-Geburtstag – Ein Jahr Lightning-Netzwerk

Heute feiert das Lightning-Netzwerk ersten Geburtstag. Am 15. März 2018 veröffentlichte Lightning Labs die erste Beta ihrer LND-Software und das Lightning-Netzwerk wanderte damit vom Testnet ins Mainnet. Damit begann eine bemerkenswerte Entwicklung.

https://twitter.com/lightning/status/974299189076148224

Denn seitdem hat sich einiges getan. Das Lightning-Netzwerk umfasst mittlerweile zwischen knapp 4000 und gut 7000 Knoten (kann man in einem dezentralen Netzwerk nicht eindeutig feststellen) und mehr als 35.000 Kanäle. Zusammen haben die eine Kapazität von mehr als 800 Bitcoin, was derzeit einer Summe von gut drei Millionen US-Dollar entspricht.

Große Summe in kleinen Teilen

Das ist insofern eine bemerkenswerte Zahl, als dass die Kapazität für einzelne Transaktionen wegen des offiziell ja noch sehr experimentellen Status bislang künstlich auf 0,04 Bitcoin (rund 150 US-Dollar) beschränkt ist.

lightning nodes
Abbildung der Lightning-Netzwerks laut explorer.acinq.co

Darüber hinaus sind mit c-lightning (Blockstream) und eclair (Acinq) zwei weitere große Implementierungen hinzugekommen. Eine Vielzahl mobiler Wallets wurde entwickelt. Lightning-Hackdays fanden in Europa, Asien und Nordamerika statt. Auch akzeptieren längst schon die ersten Gastronomen, Händler und Automaten Lightning als Zahlungsmittel.

https://twitter.com/stefanwouldgo/status/1086205828825341952

Auch kommt immer mehr handliche und einsteigerfreundliche Lightning-Hardware auf den Markt und die Bitcoin-Community liebt es sowieso, in immer neuen spielerischen Experimenten die Möglichkeiten von freien, zensur- und manipulationsresistenten Instant-Nano-Payments auszuloten.

Auf der digitalen Web-Leinwand satoshis.place bezahlt man für jedes Pixel, das man gestalten möchte einen Satoshi (0,00000001 Bitcoin) per Lightning. (Screenshot vom 15.3.2019)

So wanderte die Lightning-Torch beispielsweise zuletzt von den USA in den Iran und von dort weiter nach Israel, um später über Afrika und schließlich sogar trotz Stromausfalls nach Venezuela zu gelangen.

Mitunter ist es bei all diesen Entwicklungen schwer, überhaupt auf dem Laufenden zu bleiben und zu dokumentieren, wie schnell sich das Lightning-Netzwerk weiterentwickelt. Da passt es ganz gut, dass dieser Tage zufälligerweise ein Artikel, den ich bereits vor einem knappen halben Jahr für das t3n-Printmagazin über Lightning geschrieben habe, nun endlich auch online zu lesen ist. Damals lag die Zahl der Kanäle nämlich noch bei „nur“ 12.000.

Ansonsten ist der Artikel aber noch immer aktuell, wenn man sich mal ein bisschen in die Thematik einlesen will. Wer tiefer in Lightning eintauchen will, findet hier die wahrscheinlich beste und umfassendste Ressourcen-Sammlung.

Alles neu, aufregend und experimentell, aber …

Natürlich muss man für einen journalistisch ausgewogenen Artikel nach all den positiven Nachrichten auch noch darauf hinweisen, dass Lightning trotz all der positiven Entwicklungen noch immer extrem experimentell ist und es sowohl auf technischer als auch auf konzeptioneller Ebene berechtigten Gründe für Kritik gibt.

Auf die gehe jetzt hier aber nicht im einzelnen ein, sondern belasse es bei dem Fazit, dass das Lightning-Netzwerk trotz aller Fortschritte noch immer weit von einer Massentauglichkeit entfernt ist. Das ist allen ernsthaft Beteiligten aber bewusst. Außerdem läuft das Ganze ja auch erst seit einem Jahr.

Gemessen an dem, was in dieser Zeit schon erreicht wurde und was sich aktuell noch in der Entwicklungs-Pipeline befindet, dürfen wir für das nächste Jahr aber sehr gespannt sein. Langweilig oder ereignisarm wird es in jedem Fall nicht.

Bleibt abschließend nur die Frage, ob Lightning Labs vor einem Jahr das Veröffentlichungsdatum eigentlich zufällig auf die Iden des März gelegt haben oder ob sie absichtlich Raum für Interpretationen lassen wollten. Immerhin könnte man das Lightning-Release am Jahrestag des wohl berühmtesten Tyrannenmords der Geschichte ja durchaus symbolisch sehen. Es wäre zumindest nicht die erste „versteckte“ Botschaft in Bitcoin und Lightning.