Archiv der Kategorie: Aktuelles

Bitcoin-Presseschau #86

Die Bitcoin-Presseschau fasst die wichtigsten Informationen, Entwicklungen und Links aus dem Bereich Bitcoin und digitales Geld zusammen. Für den Zeitraum vom 26. März bis 22. April 2016 mit folgenden Themen:

  • #Bitcoin Kurs: stabiler als Gold und steigend.
  • #Thema: Happy Birthday, Satoshi Nakamoto!
  • #Grundlagen: Bitcoin für Dummies / Wer braucht schon Altcoins? / How to be Satoshi Nakamoto / 9 Blockchain-Fehler zum daraus Lernen / Die Unmöglichkeit von Smart Contracts
  • #Business: Bitwala goes big / Circle mit Geldlizenz / Open Bazaar hat geöffnet / Der Krimi um den ShapeShift-Hack / Airbnb übernimmt nur Kompetenz
  • #Technologie: Bitcoin goes Messenger-Bot / R3CEV-Blockchain ohne Blockchain
  • #Wissenschaft: Fachmagazin nutzt Bitcoin
  • #Legales: Bitcoin-Lobbying auf EU-Ebene beginnt
  • #Gesellschaft: Bitcoin und die Panama Papers / Die Cypherpunks sind immer noch da / Vergessliche Menschen sind ein smartes Geschäftsmodell / Bitcoin-Frauen vereinigt euch!
  • #International: Kenia: ideal für Bitcoin / Kenia: möglicherweise ist das doch alles nicht so einfach
  • #Fundstück: Such Certified!
  • #Fail: Zeit Online mit Anfängerfehler

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CryptoWoo – Sicher mit Bitcoins bezahlen lassen

Dem aufmerksamen Leser mag es bereits aufgefallen sein: Seit kurzem ziert wieder ein Werbebanner diese Webseite. Und wer hier schon länger mitliest, weiß, dass ich grundsätzlich sehr sparsam mit Werbung umgehe und nur solche Angebote aufnehme, bei denen ich auch überzeugt bin, dass sie einen Mehrwert für die Leser bieten. Und dass die Geschichte dahinter erzählenswert ist.

Bei CryptoWoo ist genau das der Fall. Denn nach jahrelanger Entwicklung hat der Berliner Felix Stein mit diesem WordPress-Plugin nicht nur einfach eine weitere Bezahlen-mit-Cryptowährungen-Lösung auf den Markt geworfen, sondern eine relevante Lücke im Bitcoin-Ökosystem erkannt und, weil es keine Alternative gab, kurzerhand selbst die Initiative ergriffen, sie zu füllen.

Ich bin ein großer Fan von dieser Einstellung. Nicht nur, weil ich mit dieser Webseite ja eine ähnliche Idee verfolge, sondern auch weil genau das ja die Grundidee von Bitcoin ist: Wenn du ein Problem siehst, warte nicht auf eine Erlaubnis oder darauf, dass jemand anderes etwas tut, sondern kümmere dich selbst um die Lösung.

Welches Problem CryptoWoo konkret löst und wie man erfolgreich so ein Projekt ins Leben ruft, dazu habe ich Felix im Folgenden einige Fragen gestellt. Und auf die hat er nicht nur sehr offen geantwortet, sondern war auch noch so frei, drei CryptoWoo-Bundles (Plugin + HD Wallet Addon) zur Verfügung zu stellen, die ihr gewinnen könnt. Doch zunächst ein paar Infos über CryptoWoo und die Idee dahinter:

Hallo Felix, stell dich doch bitte selbst einmal kurz vor.

Ich bin Felix, 29 Jahre alt und habe an der Fachhochschule in Mainz Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Wirtschaftsinformatik und Steuerrecht studiert. Seit fünf Jahren wohne ich in Berlin und fühle mich hier in der Großstadt wohler als in der Kleinstadt im Westen Deutschlands, aus der ich ursprünglich stamme.

Felix Stein

Wann und wie bist du das erste Mal auf Bitcoin gestoßen und was begeistert dich daran?

Das erste Mal habe ich von Bitcoin im Jahr 2011 gehört. Damals glaubte ich nicht, dass das funktionieren kann und habe es deshalb nicht weiter verfolgt. Erst durch die Wikileaks-Blockade ein Jahr darauf wurde mir bewusst, dass Bitcoin tatsächlich funktioniert. Seitdem fasziniert mich diese geniale Erfindung jeden Tag aufs Neue. Der spannendeste Aspekt für mich ist der freie und vergleichbar einfache Zugang zu einem globalen Netzwerk, bei dem jeder Teilnehmer direkte Kontrolle ausüben und zu jedem Zeitpunkt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den wahren Zustand des kompletten Systems bestimmen kann.

Nun zu deinem Projekt. Kannst du in kurzen Sätzen erklären, was CryptoWoo ist?

CryptoWoo ist ein Plugin für die E-Commerce Plattform WooCommerce. Es ermöglicht Webshop-Betreiber Bitcoin-, Litecoin-, Dogecoin- und BlackCoin-Zahlungen direkt in die eigene HD Wallet zu empfangen. Die Nutzung des Plugins verringert den Einfluss von Dritten auf die Geschäfte des Händlers und verbessert sowohl das Einkaufserlebnis als auch die Privatsphäre der Kunden.

Wie bist du auf die Idee zu CryptoWoo gekommen und wie lange hat es gedauert von der Idee zum fertigen Produkt?

Ursprünglich hatte ich mit dem Gedanken geliebäugelt, Beratungsleistungen im Bereich digitale Währungen anzubieten. Bei der Recherche nach Zahlungslösungen für Bitcoin habe ich dann festgestellt, dass ich keine der vorhandenen Implementationen bedenkenlos empfehlen würde. Also habe ich mich entschieden, selbst eine Lösung zu erschaffen, die meinen Ansprüchen gerecht wird. Mit einer Alpha Version Ende 2014 habe ich die Idee getestet und nach positivem Feedback mit der Arbeit an einem finalen Produkt begonnen. Das gesamte Jahr 2015 habe ich dann mit der Unterstützung mehrerer Shopbetreiber in einer Beta Phase verbracht und seit Januar 2016 ist das Plugin über www.cryptowoo.com erhältlich.

Ist CryptoWoo ein Solo-Projekt und machst du das hauptberuflich?

Ja, CryptoWoo ist ein Solo-Projekt und nimmt momentan den Großteil meiner Freizeit ein. Hauptberuflich arbeite ich in einer Marketing-Agentur. Dort kümmere ich mich um die technische Umsetzung von Kundenprojekten und übernehme Aufgaben im Marketing.

Was waren die größten Hürden/Hindernisse/unvorhergesehenen Schwierigkeiten in der Entwicklung?

Die größte Hürde in der Entwicklung ist der Balanceakt zwischen einfacher Konfiguration und Flexibilität. Der Wissensstand der Händler ist doch recht unterschiedlich, auch wenn die meisten Händler, mit denen ich während der Betaphase Kontakt hatte, schon vorher Erfahrungen mit digitalen Währungen gesammelt hatten.

Für wen machst du CryptoWoo? Welche Art von Webseite kann deiner Meinung nach am meisten von dem Plugin profitieren?

CryptoWoo ist in erster Linie für Händler, die schon erste Erfahrungen mit digitalen Währungen gemacht haben und nun daran interessiert sind, ihre Zahlungen nicht mehr über Drittparteien abzuwickeln und das Einkaufserlebnis des Kunden im Gesamten zu verbessern. CryptoWoo eignet sich am Meisten für Anwendungsfälle, in denen es nicht notwendig ist die Coins direkt in Fiat-Währung umzutauschen. Natürlich habe ich an Wege der Automatisierung gedacht. Beispielsweise ist eine Weiterleitung der Zahlung an einen Exchange mit anschließender Verkaufsorder über die API denkbar. Allerdings muss man dabei dann tendenziell auch wieder etwas Kontrolle und Sicherheit aufgeben. Daher ist dieser Weg momentan nicht mein Fokus. Die entsprechenden Schnittstellen, um so etwas selbst einzubinden, sind jedoch bereits vorhanden.

Gibt es schon Seiten, die das Plugin benutzen?

Ja, unter anderem Keys4Coins und A Cut Above Boards. Der Eine verkauft Computerspiele und Geschenkkarten, der Andere handgemachte Schneidebretter aus Kanada. Die Jungs von Keys4Coins sind Tester der ersten Stunde und haben den Entwicklungsprozess maßgeblich beeinflusst.

Als Händler könnte ich ja auch einfach BitPay benutzen. Warum sollte ich stattdessen lieber CryptoWoo einsetzen?

Viele der Kritikpunke an den vorhandenen Lösungen werden oft erst bei der Nutzung deutlich. Das beginnt bei der zwangsweisen Weiterleitung des Kunden auf die Seite des Zahlungsanbieters, geht weiter bei den Fragen nach der Kontrolle über die Zahlungsadressen und hört auch bei den Aspekten „Datensicherheit“ und „Privatsphäre“ noch nicht auf. Mit CryptoWoo findet der gesamte Prozess im Shop des Händlers statt. Die Bezahlseite kann vom Händler nach Belieben umgestaltet und an den Shop angepasst werden. Auch das Verhalten des Plugins während der eigentlichen Abwicklung kann durch verschiedene Optionen verändert werden.

Bei der Nutzung von CryptoWoo mit dem HD Wallet Add-on leitet CryptoWoo die Zahlungsadressen vom öffentlichen Schlüssel der HD Wallet des Händlers, sprich Electrum, Mycelium, Trezor ab. So ist eine Kompromittierung der privaten Schlüssel selbst bei einer Sicherheitslücke im Webshop ausgeschlossen. CryptoWoo gibt Händlern so die Möglichkeit, tatsächliche Kontrolle über ihre Zahlungen zu übernehmen und das Erlebnis für den Kunden bestmöglich zu gestalten. Da keine Zahlungsanbieter involviert sind, können auch Supportanfragen und Probleme viel direkter und schneller abgewickelt werden.

Für die Abwicklung der Zahlungen im Shop ist es natürlich notwending, aktuelle Daten aus der Blockchain abzufragen. Um das Vertrauensproblem an dieser Stelle zu verringern, haben Händler die Möglichkeit, zwischen verschiedenen öffentlichen API Anbietern zu wählen. Wer keinem der Anbieter vertrauen möchte, kann CryptoWoo auch mit einer privaten Instanz der Insight API (ein quelloffener Block Explorer) nutzen.

Gibt es schon Feedback von Nutzern?

Da das Plugin keinerlei Informationen über die tatsächliche Nutzung in den Shops der Händler sammelt, bin ich auf aktives Feedback von Nutzern angewiesen. Ich pflege einen recht engen Kontakt mit einem Teil der Händler, die eine Lizenz gekauft haben, und habe sehr positives Feedback bekommen. Alle Lizenznehmer haben ein Anrecht auf Support und da sich der Großteil noch kein einziges Mal gemeldet hat, gehe ich davon aus, dass auch dort alles okay ist.

Du arbeitest von Berlin aus. Wie ist deine Einschätzung des Standortes. Ist Berlin bzw. Deutschland ein guter Ort um ein Bitcoin-Business zu gründen? Wie empfindest du die Community hier?

Es ist schon ein wenig bürokratisch hier, deshalb kann ich die Meinung mancher Bitcoin-Unternehmer in Deutschland absolut nachvollziehen. Es kommt eben auf das Geschäftsmodell an. Grundsätzlich finde ich Auflagen für bestimmte Modelle wichtig. Manche Auflagen sind allerdings auch längst überholt und passen nicht in ein digitales Zeitalter oder sie schaffen künstliche Monopole mit fragwürdigem Nutzen für den Verbraucher.

Ich habe mich für ein Open Source-Geschäftsmodell entschieden, bei dem man mit dem Kauf Zugang zum Download freier, quelloffener Software bekommt. Mit dabei ist auch eine Lizenz, die ein Jahr lang Zugang zu Support und Download von Updates ermöglicht. Da ich keinen Einfluss oder Kontrolle über das habe, was Nutzer mit dem Quellcode anstellen, entstehen für mich keine besonderen Umstände durch die Tatsache, dass digitale Währungen involviert sind.

Die Community hier in Berlin ist recht groß und ich hatte hier bereits einige interessante Gespräche. Leider schaffe ich es viel zu selten zu den Meetups.

Gewinnen! Gewinnen! Gewinnen!

Falls ihr nun eines von drei CryptoWoo-Bundles (Lizenz + HD Wallet Addon) gewinnen wollt, dann beantwortet folgende Frage: Welche der Features, die CryptoWoo bietet, sind eurer Meinung nach die wichtigsten? Eure Top 5 schickt ihr mir dann bis zum 4.5. per Mail und wenn mehr als drei mitmachen, entscheidet random.org über die Gewinner. Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Honigdachs #6 – Was ist Bitcoin (nicht)?

Die sechste Folge von Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan (bitcoinprivacy.net), Manuel (guidap.de) und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist.

Honigdachs – 06 – Was ist Bitcoin (nicht)?

Dieses Mal sprechen wir über ein Thema, das man pauschal so eigentlich eher in der ersten Folge hätte erwarten können: Was ist Bitcoin?

Allerdings – jeder, der schon einmal versucht hat, diese Frage zu beantworten, weiß, dass das bedeutend kniffliger sein kann, als man denkt. Und so finden auch wir keine einfache Antwort, sondern nähern uns dem Phänomen Bitcoin von verschiedenen Seiten, entmystifzieren den weiter anhaltenden „Blockchain-Hype“, unterscheiden verteilte von dezentralisierten Datenbanken, definieren  „virtuelles Geld“, sprechen über die Trennung von Geld und Macht und die Vorteile von erlaubnisfreiem finanziellen Handeln.

Was das dann auch noch alles mit Fomo, Proof-of-Nonsense und einem Sägezahnsee zu tun hat – hört selbst!

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Yeah, Bitcoin! It helps to do cool stuff!

Mashable beweist mit diesem Bitcoin-Erklärvideo, dass sie Bitcoin und die Blockchain im Großen und Ganzen zwar verstanden haben, es aber kaum möglich ist, in all dem Blockchain-Hype-Buzz, der derzeit durch die Medien geistert, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Fazit der Blockchain-Hype-Bubble

Zu welchem Fazit kommt man also, wenn das Wort „Blockchain“ so inflationär gebraucht wird, dass reine Fantasie-Projekte nicht von denen zu unterscheiden sind, die echtes Potential haben? „It’s clear to see that this model has the potential to really help us do some cool stuff.“

Nuff said.

Wie die Isle of Man zum Bitcoin-Hub wird

Ich wollte schon lange diese wirklich liebevoll gemachte Multimedia-Reportage von Bloomberg verbloggen: Greetings from Bitcoin Island. No place on the planet has welcomed digital currencies as warmly as the Isle of Man, da kommt just die Tage auch Arte mit einem kurzen Beitrag über das kleine Eiland in der irischen See daher, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, nicht nur als der Standort für Online-Glücksspiel zu werden („During the past decade, some of the world’s biggest such companies have relocated here […] making the island as important to online poker as Las Vegas and Macau are to bricks-and-mortar casinos.“), sondern auch in Sachen Bitcoin und Kryptowährungen große Ambitionen hegt.

Bloomberg top, Arte flop

Wobei aber die Bloomberg-Reportage die deutlich bessere ist, weil der Arte-Beitrag Bitcoin per se in ein zwielichtiges Licht rückt, ohne das kritisch zu hinterfragen. Mitten in dem Panama-Papers-Steueroasen-Hype zeigt die Redaktion hier leider, dass sie das Thema fachlich nicht angemessen umsetzen kann.

Wer allerdings auf Lesen und Englisch keinen Bock hat, kann sich trotzdem auch den Arte-Beitrag anschauen. Von der unnötig tendenziösen Berichterstattung abgesehen, ist das Geschehen auf der Isle of Man ja dennoch interessant.

https://youtu.be/lD2BV3d92n0

Die Republica, Blockchain und Bitcoin für alle!

Seit Jahren kritisiere ich nun schon, dass die Republica als Netz-, Kultur- und Gesellschaftskonferenz einen markanten blinden Fleck in ihrem Themenspektrum hat, wenn sie einen so großen Bogen um das Thema Bitcoin macht, wie sie es die letzten Jahre gemacht hat.

Immerhin gab es 2015 nicht eine einzige Session, die sich mit Bitcoin und/oder der Blockchain auseinandergesetzt hat, obwohl es das Jahr war, in dem Banken auf einmal anfingen das Wort „Blockchain“ sexy zu finden, Investoren hunderte Millionen US-Dollar in Bitcoin Startups auf der ganzen Welt investierten und das öffentliche Interesse und die Medienpräsenz des Themas rasant zunahm.

Was lange währt …

Aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben. Wie jedes Jahr habe ich daher ein paar Bitcoin-thematische Sessions vorgeschlagen und siehe da: auf der diesjährigen Republica wird es nicht nur eine, sondern gleich eine ganze Handvoll Talks, Diskussionen und Workshops zu Bitcoin und der Blockchain geben.

free bitcoins

Freie Bitcoins für alle!

Gemeinsam mit Christian Rotzoll und Annalena Kurth werde ich zum Beispiel einen Workshop mit dem schmissigen Titel: „FREE BITCOINS!!1! click here!“ durchführen. Wobei der Name absolut nicht übertrieben ist. Immerhin werden wir als quasi Real-Life-Faucet wirklich Bitcoins an die Workshop-Teilnehmer verschenken, Wallets installieren und dann gemeinsam die Blockchain für einen guten Zweck fluten.

Das wird nicht nur spaßig, sondern ist auch didaktisch der sinnvollste Weg. Denn Bitcoin selbst einmal in der Praxis nutzen zu können, ist erfahrungsgemäß für die meisten Menschen eine spannende, lehrreiche und begeisternde Erfahrung und der schnellste Weg einen Zugang zu dem Thema zu finden.

Kommt alle vorbei!

Zudem wollen die Session nutzen, um einen kleinen Anlaufpunkt für alle zu schaffen, die sich für Bitcoin interessieren. Falls Ihr also zufällig auch auf der Republica seid, kommt vorbei. Vielleicht brauchen wir die ein oder andere helfende Hand, vielleicht machen wir anschließend noch so etwas wie ein spontanes Meetup an der Bar, vielleicht überlegen wir uns auch noch eine weitere Aktion. Das entscheiden wir dann spontan (und wenn wir genau wissen, wann und wo die ganzen Sessions stattfinden)

Nach dem Klick noch die Liste mit den weiteren Bitcoin-/Blockchain-thematischen Vorträgen und Diskussionen. Manche davon klingen sehr theoretisch und abstrakt. Aber das ist ja bei vielen Republica-Sessions im Vorfeld so und muss nichts heißen.

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Bitcoin goes Journalistenausbildung

Ich kritisiere hier im Blog ja häufig (und gerne) andere Medien und Journalisten, die über Bitcoin und die Blockchain schreiben. Manchmal lobe ich aber auch. Denn ingesamt steigt die Qualität der Artikel, die sich mit dem Thema befassen, auch wenn es im Großen und Ganzen noch immer viel zu erklären, berichtigen und kritisieren gibt.

Aber ist diese Kritik immer berechtigt? Immerhin sind Bitcoin, die Blockchain und die Digitalisierung des Geldes noch längt nicht fester Bestandteil der fachlichen Ausbildung von Journalisten, selbst wenn diese sich zusätzlich auf Wirtschaftswissenschaften und verwandte Disziplinen spezialisieren.

Bitcoin wird Teil der Journalistenausbildung

Umso mehr habe ich mich also gefreut, als ich von der Universität Leipzig gefragt wurde, ob ich künftig das Seminar „Wirtschaftsberichterstattung“ für angehende (Radio-)Journalisten übernehmen würde.

Dass ich zugesagt habe, hat vor allem zwei Gründe. Eine moralische Verpflichtung, denn wer kritisiert, muss auch bereit sein, sich konstruktiv an einer Verbesserung zu beteiligen. Und zweitens wurde mir die Freiheit zugesichert, relativ frei über die Inhalte des Seminars bestimmen zu können. Und das bedeutet, dass Bitcoin & Co. zu einem, aber nicht dem einzigen, Schwerpunktthema wird.

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Heute geht es los und ich bin durchaus gespannt, wie die Studierenden auf das Thema reagieren werden, welches Vorwissen bereits da ist und welche journalistischen Ergebnisse dabei entstehen. Denn wir werden sehr praxisorientiert arbeiten und unsere Erkenntnisse der kommenden Monate in einem eigenen Blog unter wirtschaft-und-medien.de veröffentlichen. Aber da verweise ich dann auch nochmal drauf, wenn wir thematisch bei Bitcoin angekommen sind.

Das Bitcoin-Whitepaper – Kommentierte Version

Das Bitcoin-Whitepaper zu lesen, also das allererste Dokument, in dem Satoshi Nakamoto sein Konzept von Bitcoin als „Peer-to-Peer Electronic Cash System“ vorstellt, ist schon etwas Eigenartiges. Vor allem, weil man denkt, dass das ein unglaublich langes, komplexes und abstraktes Werk sein muss. In Wahrheit sind es jedoch nur neun Seiten. Inklusive Grafiken und Quellenangaben.

Das Bitcoin-Whitepaper – kürzer und leichter als man denkt

Trotzdem habe auch ich das Lesen dieses Originaltextes ziemlich lange vor mir hergeschoben. Als ich mir aber dann doch mal die 20 Minuten Zeit genommen habe (länger dauert es wirklich nicht), war ich überrascht, wie leicht man den Gedanken von Satoshi Nakamoto folgen kann und wie gut das Konzept von Bitcoin zu verstehen ist, wenn man das digitale Geld sowieso schon aus der Praxis ein bisschen kennt.

Kommentierte Bitcoin-Lektüre

Wem das jedoch immer noch zu abstrakt ist – im Netz habe ich diese kommentierte Version gefunden, die wichtige Stellen noch einmal betont und ausführlich erläutert. Und wer will, kann anschließend selbst noch in die Erklär-Diskussion einsteigen oder sich mit den weiteren Texten (Kommentare, Mails, Forenbeiträge etc.) befassen, die Satoshi Nakamoto bis zu seinem Verschwinden hinterlassen hat.

Und wer dann noch kann, ließt mal den Quellcode von Bitcoin. Aber soweit bin auch ich noch lange nicht.

3sat sagt: „Bye bye Bargeld“ & „Hello Bitcoin!“

An Bargeld scheiden sich die Geister. Die einen wollen es unbedingt behalten, weil es sich privat und anonym nutzen lässt. Die anderen wollen es abschaffen, weil es unpraktisch ist und sich mit Bargeld-Transaktionen kein Geld verdienen lässt. Und im Spannungsfeld dieser beiden Pole gibt es noch eine Vielzahl weiterer Positionen, Argumente und Beispiele, die mal mehr für die eine, mal mehr für die andere Seite sprechen. Auch Schindluder wird mit beiden Varianten gleichermaßen getrieben. Schwer sich in dieser Debatte also eine fundierte Meinung zu bilden.

Von Bargeld über Kreditkarten bis Bitcoin

In genau diese Lücke stößt die tolle 3sat-Doku „Bye Bye Bargeld“ die einen weiten Bogen schlägt von Schweden, dem Musterbeispiel einer bargeldlosen Gesellschaft, bis hin zu Bitcoin und den hochgesteckten Erwartungen an die Blockchain-Technologie und dabei viele Menschen zu Wort kommen lässt: Banker und Bowlingbahnbetreiber, Sicherheitsexperten und Obdachlose, Wissenschaftler, Gründer, Pfarrer.

Ist das Ende vom Bargeld nun gut, schlecht oder unvermeidbar?

In 45 Minuten ergibt sich daraus eine spannende, kritische, gut recherchierte und lehrreiche Reportage, die immer mal wieder ein paar bemerkenswerte Erkenntnisse liefert. Wie zum Beispiel: „Das meiste Bargeld sitzt an irgendwelchen Orten, von denen Zentralbanken keine Ahnung haben.“

Ich lass das mal einfach so stehen, denn wer wissen will, ob diese Aussage nun unter „gut“ oder „schlecht“ einzusortieren ist, der sollte sich selbst zuerst die Dokumentation anschauen und dann eine eigene Meinung bilden.

Um Bitcoin und die Blockchain geht es übrigens recht ausführlich und solide ab Minute 34.

https://youtu.be/EtAbTTuSwd8

Andreas, Berlin und die Chemie des Bitcoin-Legos

Vergangenen Dienstag war mit Andreas Antonopoulos einer der bekanntesten und renommiertesten Köpfe der globalen Bitcoin-Community zu Gast beim Blockchain Meetup Berlin.

Hörer, Leser, Senatoren – alle wollen Bitcoin erklärt bekommen

Seit vielen Jahren schon beschäftigt sich Andreas Antonopoulos intensiv mit Bitcoin und hat sich dabei nicht nur als einer der Moderatoren des Let’s Talk Bitcoin-Podcasts einen Namen gemacht (vermutlich der bekannteste Bitcoin-Podcast überhaupt), sondern auch als Autor und Spezialist im Erklären von Bitcoin. Seine Eloquenz und Expertise haben ihm dabei zu Auftritten auf etlichen Konferenzen, in Dokumentarfilmen und sogar zu vielbeachteten Anhörungen im Senat von Kanada und von Australien verholfen.

Trotzdem hatte ich zunächst gezögert, nach Berlin zu fahren. Vermutlich, weil ich dachte, da ich schon so viele Talks von Andreas Antonopoulos gesehen habe, wüsste ich, was er erzählen würde. Aber weit gefehlt. Denn Andreas Antonopoulos einmal in echt zu erleben, war eine bemerkenswerte Erfahrung.

Bitcoin zu erklären ist Handwerk und man muss es üben

Denn es ist beeindruckend, wie er es schafft, die Tiefe und Komplexität des Themas Bitcoin mit all seinen Facetten und aktuellen Entwicklungen in ruhige, sachliche und anschauliche Beispiele zu verwandeln: Chemie, Lego, Banken, Feuerwehrautos, Dinosaurier, Freiheit und Verantwortung – all diese Bilder und Begriffe zusammenzubringen, ohne dass es abstrus und fahrig wird, ist schwer. Umso mehr, wenn die Hälfte davon in einem offenen Fragen- und Antwortenteil stattfindet. Wer selbst einmal versucht hat, Bitcoin zu erklären, weiß, wie schnell man sich mit schiefen Metaphern in argumentatorische Abseits manövriert.

Andreas Antonopoulos kommt dabei jedoch sein jahrelange Erfahrung zugute. Er arbeitet nämlich schon seit 25 Jahren, also viel läger als es Bitcoin gibt, als Redner. Trotzdem, Hut ab!

Andreas Antonopoulos (und mehr) im Mitschnitt nach dem Klick

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