Archiv der Kategorie: Allgemeines

Die dunkle Seite des Coins

Bei Wired ist ein erhellender(!) Artikel erschienen, der sich mit den Gründen des imposanten Wertwachstums des Darkcoin beschäftigt, einem Altcoin, der tatsächliche Anonymität im digitalen Zahlungsverkehr verspricht. Bitcoin ist in dieser Hinsicht ja nur pseudonym, da es durchaus möglich ist einzelne Adressen mit bestimmten Personen zu verknüpfen und sich Zahlungsvorgänge effektiv nur mit zusätzlichen Tools anonymisieren lassen. Eine Möglichkeit wäre es dann eben Bitcoin-Transaktionen über Darkcoins abzuwickeln und so die Nachverfolgung zu erschweren.

Ein anderes Tool zur Anonymisierung von Bitcoin ist die bisher nur in einer Alpha-Version verfügbare Darkwallet. Diese will mit „Stealth“-Adressen und dem Mischen von Transaktionen eine stärkere Anonymisierung von Bitcoin erreichen.

Die Namen beider Projekte sind übrigens sehr passend gewählt, denn neben dem berühmt-berüchtigten Darknet definiert das FBI tatsächlich offiziell ein Going Dark-Problem.

Bildnachweis: „IMG_3629“ Flickr-User goldstardeputy (CC BY 2.0)

Von Bitcoin-Briefmarken und Vote-Coins

Bitcoin als Währung zu benutzen ist nur die Spitze des Eisbergs, von dem, was alles mit dem Bitcoin-Protokoll möglich ist. Für das ZDF-Blog Hyperland bin ich daher in dem sehr einsteigerfreundlichen Artikel „Nicht nur Währung: Was steckt noch an Potential in Bitcoin“ mal ein bisschen detaillierter auf die Idee eingegangen Bitcoin zum Beispiel gegen Spam einzusetzen oder Wahlen damit abzuhalten.

Bildnachweis: „Bitcoin V2“ Flickr-User PerfectHue (CC BY 2.0)

Erst denken, dann twittern

Sonntag vor einer Woche habe ich auf ein Gerücht hingewiesen, das auf eine mögliche Zusammenarbeit zwischen einem Altcoin und der afrikanischen Bitcoin-Alternative M-Pesa hindeutet. Ob an der Sache was dran ist? Nichts genaues weiß man (immer noch) nicht, aber das braucht es auch nicht um zu zeigen, wie schnell und leichtfertig der menschliche Verstand ausgeknipst wird und Hemmschwellen in der digitalen Kommunikation fallen, wenn Gier und geplatzte Träume im Netz aufeinandertreffen.

Erst denken, dann twittern weiterlesen

Bitcoin-Feature mit Goldgräberstimmung

Das heutige Posting ist besonders geeignet für diejenigen unter uns, die sich noch ein bisschen vom Wochenende erholen müssen. Denn wenn es nicht unbedingt sein muss, sehe ich gar keinen Grund zu Beginn der Woche gleich alle Sinne auf einmal in Alarmbereitschaft zu versetzen. Wir fangen deshalb erst einmal nur mit den Ohren an und die Augen können noch einmal für knapp zwölf Minuten Pause machen.

Bei Radio Corax ist nämlich ein kurzes Feature erschienen, dass sich dem Thema Bitcoin auf rein hörspielerische Art nähert. Grundidee ist dabei der Vergleich vom Bitcoin-Minen mit der historischen Goldgräberstimmung Alaskas. Was mir an dieser Umsetzung besonders gut gefällt, ist, wie die Autorin ihre Geschichte auf Originaltöne aus einem alten Goldrausch-Film oder -Hörspiel gründet. Aber macht euch mit den Ohren ein eigenes Bild:

Das Feature steht übrigens unter Creative Commons-Lizenz und wer mag kann es hier herunterladen.

Bitcoin-Pop im „Wissensmagazin“

Man darf ja von der Pro Sieben-Sendung Galileo halten was man möchte, aber zumindest nimmt sie sich zwölfeinhalb Minuten Zeit das Thema Bitcoin anzugehen. Das ist aus journalistischer Sicht eine ganze Menge Zeit für einen Beitrag, die erst einmal mit Inhalt gefüllt werden will.

Tatsächlich war ich zunächst sehr skeptisch, ob es sich lohnt Die Suche nach dem Bitcoin-Millionär anzuschauen, aber die Autoren nutzen ihre großzügige Beitragszeit durchaus anschaulich und unterhaltsam für ein paar bunte Ausflüge in das Bitcoin-Ökosystem von der Bitcoin Börse Berlin bis zu einem Crowdminer, der sein Haus mit Bitcoin-Mining-Hardware heizen will. Und nebenbei werden, wenn auch sehr vereinfacht, die Grundlagen von Bitcoin erklärt.

Klar wird das Ganze in Hinblick auf die Zielgruppe an manchen Stellen vielleicht ein bisschen zu stark reduziert und ich bin mir nicht sicher, ob der typische Galileo-Zuschauer nach dem Beitrag mehr mit Bitcoin anfangen kann als vorher, aber ausgeschlossen ist es auch nicht, denn neugierig macht der Beitrag in jedem Fall.

Der – Achtung Spoiler! – am Ende des Beitrags gefundene Bitcoin-Millionär ist natürlich ein geschickter und probater Kniff des boulevardesken Journalismus, das trockene Bitcoin-Thema populärwissenschaftlich anzugehen und auch wenn die etwas befremdliche Mischung aus Naivität und Neugier der Erzählerstimme einem zwölfeinhalb Minuten das Gefühl gibt sie liest die BILD-Zeitung vor, haben die Autoren meiner Meinung nach einen ganz ordentlichen Beitrag für das Galileo-Publikum (und vielleicht noch ein paar andere) gemacht.

Noch ein paar kritische Töne wären schön gewesen, aber alles in allem ganz sehenswert und eine schöne Abwechslung, wenn man sich viel mit komplexeren Themen beschäftigt und bspw. gerade versucht das Bitcoin-Protokoll in seinen technischen Einzelheiten nachzuvollziehen.

Von Bitcoins und Bio-Bauern

Die Entwicklung von Bitcoin in Argentinien beobachte ich seit längerem mit großem Interesse. Nicht nur weil das Land flächen- und bevölkerungsmäßig zu den größten drei Südamerikas gehört, sondern auch weil die volkswirtschaftliche Situation in Argentinien so dermaßen aus dem Ruder gelaufen ist, dass sie mit den traditionellen staatlich-marktwirtschaftlichen Steuerungsinstrumenten kaum mehr zu kontrollieren ist. Hohe Inflation und strenge Finanzregulierungen haben zu großer Unsicherheit in der Bevölkerung geführt und die daraus entstehende Vertrauenskrise in den heimischen Peso beschleunigt wiederum die Inflation. Der klassische Teufelskreis.

Ähnlich wie in anderen finanzkrisengeschüttelten Ländern auch müssen die Menschen aber trotzdem irgendwie sehen wie sie alleine mit dieser großen finanziellen Unsicherheit zu Recht kommen. Manche, wie die Bauern der Tierra Buena-Initiative, sehen dabei in Bitcoin eine echte Alternative und die Macher von BitcoinFilm.org haben die Geschichte von Santiago Zaz und seinen Kollegen in einer sehr sehenswerten Kurzdokumentation zusammengefasst und ins Netz gestellt:

Bitcoins: Liberating Organic Farmers

Es ist im Übrigen schon der zweite Film von BitcoinFilm.org und die Jungs möchten auch noch mehr Dokumentationen über Bitcoin im Alltag von Menschen in Argentinien und auf der ganzen Welt drehen. Dafür sind sie auf der Suche nach beidem, guten, persönlichen Geschichten und finanzieller Unterstützung. Beides kann man ihnen über ihre Website zukommen lassen, die – so hoffe ich – deswegen ein bisschen hinterher ist, weil sie gerade mit neuen Filmen beschäftigt sind.

Wen es jetzt selbst in den Fingern juckt einen Film zum Thema Bitcoin zu machen und wer just in diesem Moment eine passende Musik dafür sucht, darf gerne auf den Soundtrack von BitcoinFilm.org zurückgreifen, der explizit für jeden Film mit Bitcoin-Bezug freigegeben ist.

Und weil heute Samstag ist und wir alle ein bisschen mehr Zeit haben hier noch der ebenfalls sehr sehenswerte erste Film von BitcoinFilm.org:

Bitcoins in Argentina

Bitcoins minen im Selbstversuch – Update

Die Frage, ob es sich noch lohnt selbst nach Bitcoins zu minen, wird im Netz ja immer wieder gestellt. Für DRadio Wissen habe ich über den Jahreswechsel einfach mal den Test gemacht. Mit einem sehr überschaubaren Investitionskapital, großen Erwartungen und einer Woche Testzeitraum.

Das Ergebnis kann man bei DRadio Wissen nachhören.

Update vom 21. Februar 2014

In einem Anflug geistiger Umnachtung haben sich die Verantwortlichen von DRadio Wissen im Zuge ihrer Programmreform dazu entschieden ihr über Jahre mit viel Mühe und Arbeit aufgebautes und durch den Rundfunkbeitrag von der Öffentlichkeit finanziertes Beitragsarchiv offline zu stellen. Damit verschwinden auch jede Menge gut recherchierte Beiträge zum Thema Bitcoin vollkommen grundlos aus dem öffentlichen Zugriff. Freier Zugang zu Wissen und Bildung sieht anders aus.

Ich habe selten eine idiotischere Entscheidung erlebt und ganz offensichtlich muss man im Hause DRadio Wissen um ein Netzradio zu leiten weder das Internet verstanden haben – Stichwort Hyperlink – noch sich bildungspolitisch relevanten Zielen verbunden fühlen – Stichwort UNESCO „Open Access – Chancen für den Zugang zum Wissen für alle“

Es gab mal eine Zeit, da waren die Mitarbeiter von DRadio Wissen Stolz darauf, dass alle Beiträge online stehen und nicht gelöscht werden. Blöd, wer darauf vertraut hat. Glücklicherweise habe ich meinen Beitrag ja noch auf dem Rechner und stell ihn hier rein, die Anmoderation müsst ihr nun aber seber lesen.

Bitcoins minen im Selbstversuch – Update weiterlesen

Medienschelte für den Deutschlandfunk

Am Samstag lief beim Deutschlandfunk in der Sendung Computer und Kommunikation ein Beitrag über Bitcoin, der nach journalistischen Standards so nicht hätte ausgestrahlt werden dürfen. Er verletzt nämlich gleich mehrere Grundprinzipien objektiver Berichterstattung.

Medienschelte für den Deutschlandfunk weiterlesen

Mind-Blowing-Bitcoin-Speech

Auf der diesjährigen DLD Conference gab es ein Panel mit dem Namen Bitcoin: Money Sans Frontieres.

Im Mittschnitt sind vier sehr interessante Kurzvorträge plus Gruppendiskussion zu sehen, die zwar leider meist ohne die Präsentationsfolien abgefilmt wurden, aber einen sehr interessanten Einblick in die Bitcoin-Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln geben. Zum Beispiel aus dem argentinischen, wenn man sich Gedanken über die finanzielle Zukunft der eigenen Kinder macht.

Wer keine Stunde Zeit hat sich das ganze Video anzuschauen, dem empfehle ich zum Vortrag von Johann Gevers bei Minute 36 zu springen, der bei mir mit seiner Rede einen echten Mind-Blow-Effekt ausgelöst hat. Er erweitert nämlich den Betrachtungshorizont und ordnet Bitcoin in einen viel größeren gesamtgesellschaftzlichen Prozess ein, in dem künstliche, fehleranfällige, zentralistische Strukturen in Politik und Wirtschaft dank dezentraliserter Energieerzeugung, dezentraler Produktion und eben dezentralem Finanzsystem überwunden werden können.

Nun habe ich endlich auch verstanden, warum die Erfindung des massentauglichen 3-D-Druckers ebenso wie die des Bitcoins ein ebenso brillianter wie relevanter Meilenstein für die freie Gestaltung unserer Zukunft ist.

Bei Minute 54:13 enthüllt im Übrigen Satoshi Nakamoto seine wahre Identität. Überraschung: Er ist Deutscher und kann tatsächlich nicht so gut mit Worten umgehen. Und leider teilt er das Schicksal jedes großen unbekannten Heldens. Keiner glaubt ihm. Er hätte also auch sagen können er sein Batman.