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Satoshi Wer?

Die Kollegen von Vice haben einen sehr lesenswerten Artikel online, der dem Bitcoin-Erfinder-Phantom Satoshi Nakamato nachspürt. Ob es nun immer ein und dieselbe Person war, die unter dem Pseudonym in Newsgroups und Foren aktiv war, ist auch aus den gesammelten Zitaten nicht eindeutig herauszulesen. Immerhin lassen diese aber Rückschlüsse auf die politische Motivation Satoshis zu. Er ist wohl kein Anarchist, aber zutiefst enttäuscht von der Ungerechtigkeit einer Politik, die sich willfährig von einem maroden Finanzsystem in Geiselhaft nehmen lässt.

Nehmen wir mal an das stimmt so, dann ist Satoshi in jedem Fall ein positives Beispiel und politisches Vorbild, dass sich nicht mit Missständen zufrieden gibt, sondern im Rahmen seiner Möglichkeiten aktiv wird. Und wenn man eben, so wie er es von sich behauptet, besser mit Code als mit Worten umgehen kann, dann erschafft man so etwas einfaches wie Bitcoin. Denn, falls man seinen vermeintlichen Zitaten Glauben schenkt, widmet sich Satoshi mittlerweile „komplexeren Aufgaben“. Was eine Ansage.

Die Statements des rätselhaften Bitcoin-Schöpfers Satoshi
Nakamoto
– Vice

Die internationale Bitcoin-Gretchenfrage

Bitcoin ist eine sehr junge Währung und ihre steigende Popularität zwingt uns unsere auf dem bestehenden Finanzsystem basierende Definition von Geld zu überdenken. Das ist leichter gesagt als getan, denn jedes Land nutzt sein hoheitliches Recht, Bitcoins nach eigenem Ermessen zu bewerten. Ist der Bitcoin eine Währung, ein Handelsgut oder etwas ganz anderes? Ist es legal Bitcoins zu minen, sie zu besitzen oder damit zu handeln? Schon bei diesen grundlegenden Fragen herrscht internationale Uneinigkeit.

Das ist umso problematischer, weil es ja gerade eine der viel beworbenen Eigenschaften von Bitcoin ist, dezentral und unabhängig von Ländergrenzen und hoheitlichen Definitionsansprüchen zu fungieren. Zumindest im Idealfall. Ob der aber jemals erreicht werden kann, darf bezweifelt werden.

Bis dahin sammelen Zachary Taylor und Marc Nickel zum Glück für uns auf BitLegal in einer übersichtlichen Karte und Ampelfarben die Positionen und öffentlichen Bewertungen der einzelnen Staaten. Sofern sie denn bisher schon Position bezogen haben.

Island ist beispielsweise rot, weil dort der Besitz und der Kauf von Bitcoins aus Eurokrisen-Bankenpleite-Gründen verboten ist. Lustigerweise ist es aber erlaubt, Bitcoins zu minen und zu verkaufen, denn so käme ja Geld auf die Insel. Logisch, oder?

Bitcoin: eine Video-Einführung

Auf der 1. Swiss New Finance Conferenz im vergangenen Jahr hat Jens-Christian Fischer einen sehr anschaulichen Vortrag zum Thema Bitcoin – Eine gänzlich andere Währung gehalten, den ich wirklich jedem anzuschauen empfehle. Die halbe Stunde ist sinnvoll investiert, denn der Vortrag gibt sowohl Laien wie auch Fortgeschrittenen einen sehr guten Überblick über das Bitcoin-Universum, ist nicht zu technisch, geht dafür aber auch auf kritische Fragen ein.