Archiv der Kategorie: Bitcoin Deutschland

Bitcoin, Blockchain und die Bundestagswahl

Die Bundestagswahl steht ja nun bald vor der Tür und da drängt sich aus Sicht dieses Blogs doch unweigerlich die Frage auf, wen man eigentlich wählen sollte, wenn einem das Thema Bitcoin/Blockchain besonders am Herzen liegt?

Bitcoin und Blockchain kein Thema in den Wahlprogrammen

Keine leichte Frage. In keinem der Wahlprogramme von CDU, CSU, SPD, Grüne, Linke, FDP oder AfD tauchen die Worte „Bitcoin“, „Blockchain“ oder irgendwas mit „Krypto…“ auch nur auf.

Aber auch das sollte kein Problem sein. Denn vor gut zwei Monaten hat sich ja mit einigem Tamtam der Bundesverband Blockchain gegründet mit dem Ziel, Blockchain zum Gegenstand der nächsten Koalitionsverhandlungen zu machen. Dafür, so die Ankündigung, sollte eigentlich der intensive Austausch mit den Digitalexperten aller aktuell und künftig im Parlament vertretenen politischen Parteien gesucht werden.

Auch der Bundesverband Blockchain hat keine Antwort

Doch ob und inwieweit da schon etwas passiert ist, bleibt leider unbekannt. Auf meine Mail-Anfrage von vor einer Woche gab es nicht einmal eine Reaktion. Schade. Pressekonferenzen zu geben und Arbeitsgruppen zu bilden ist das Eine. Als Ansprechpartner da zu sein, wenn man tatsächlich gebraucht wird, etwas anderes.

Entscheidungshilfen für Netzaffine

Bleibt also nur der indirekte Weg, zu schauen, welche Parteien im Bereich Digitales welche Positionen vertreten. Für wen Netzthemen bei der Wahl also wirklich das Zünglein an der Waage sein könnten, der sollte sich mal mit dem Digital-Thesen-Check von D64 auseinandersetzen und auch die Fragen der Koalition Freies Wissen sind durchaus aufschlussreich. Dass es zudem bei netzpolitik.org aktuell jede Menge Beiträge zum Thema geht, muss ich nicht extra erwähnen.

Bild: Michael Fielitz (CC BY-SA 2.0)

Bitcoin feiert die SegWit-Party

In dieser Nacht bzw. am frühen Morgen ist es aller Voraussicht nach soweit: SegWit wird aktiviert und damit nach langem, zähem und intensivem Ringen einer der wichtigsten technischen Meilenstein der Bitcoin-Geschichte erreicht.

Party like there’s no covert ASICboost

Wie bei anderen „Großereignissen“ auch trifft sich daher die Bitcoin-Community online und offline, um unter dem Schlagwort #SegWitParty das Ereignis angemessen zu befeiern.

In Berlin wird die SegWit-Aktivierung zum Beispiel ab heute Abend standesgemäß im Room 77 begossen (alle anderen Parties hier und hier). Wer dabei sein will, sollte sich jedoch überlegen, morgen früh besser keine Termine wahrzunehmen. Die tatsächliche Aktivierung wird nämlich voraussichtlich erst um fünf Uhr morgens stattfinden.

Wer sich davon aber nicht abschrecken lässt und schon mal in Stimmung kommen will. Jemand hat das beste Meme aller Zeiten™ genutzt, um für ein bisschen Orientierung im derzeitigen Fork-hier, Fork-da-Chaos zu sorgen. Oder einfach nur für gute Laune.

Kostenloser Bitcoin-Workshop in Leipzig

Immer wieder werde ich gefragt, wann und wo denn all die Bitcoin-Vorträge und Workshops stattfinden, von denen ich u. a. im Honigdachs-Podcast rede und wie man daran teilnehmen könne. Die meisten, um die Frage mal allgemein zu beantworten, finden bisher im Rahmen von anderen Veranstaltungen z. B. an der Uni oder auf Konferenzen statt, quasi „Huckepack“ zum Hauptprogramm.

Das macht die Veranstaltungen damit aber leider bislang recht exklusiv und unzugänglich für die, die sich nur privat für das Thema Bitcoin interessieren oder aber weder eine Konferenz besuchen noch einen kompletten Studiengang belegen können oder wollen.

Bitcoin-Workshops für alle!

Die gute Nachricht ist daher, dass ich schon länger auch an eigenständigen Bitcoin-Vorträgen und Workshops arbeite, die leichter zugänglich sind und an denen im Prinzip jeder teilnehmen kann, unabhängig von Job, sozialem Status, Alter, Bildungsstand etc.
Also letztlich all die, die Satoshi Nakamoto primär im Kopf hatte, als er Bitcoin ins Leben gerufen hat.

Insofern freue ich mich, auf die Veranstaltung Bitcoin – Hype, Blase oder zukünftige Weltwährung? (PDF) hinzuweisen , die am 23. August um 18:30 Uhr hier in Leipzig stattfinden wird.

In Zusammenarbeit mit Arbeit und Leben Sachsen e. V., einem in der politischen und sozialen Jugend- und Erwachsenenbildung tätigen Verein, werde ich dort die Grundlagen von Bitcoin erklären und alle Fragen zu dem Thema, die die Besucher mitbringen und die sich in drei Stunden klären lassen.

Schwerpunkt: Bitcoin als gesellschaftliches Phänomen

Ein Schwerpunkt des Abends wird dabei auch das gesellschaftliche und entwicklungspolitische Potential von Bitcoin sein, denn gefördert wird die Veranstaltung vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bzw. dem Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung. Diese Förderung ermöglicht es gleichzeitig, dass die Teilnahme kostenfrei möglich ist. Aufgrund der Raumkapazitäten wird jedoch vorab um Anmeldung per E-Mail gebeten.

Je größer das Interesse, desto mehr Veranstaltungen sind machbar

Auch wer an dem Abend nicht kann, dennoch aber Interesse an dieser oder ähnlichen weiteren Veranstaltung hat, kann sich auch gerne melden. Nachweislich großes Interesse ist immer ein gutes Argument in den Verhandlungen mit potentiellen Partnern und Fördermittelgebern.

Oder individuellen Bitcoin- und Blockchain-Workshop buchen

Wer darüber hinaus auf der Suche nach einem individuell gestalteten Bitcoin- und Blockchain-Vortrag  oder -Workshop ist, kann gerne auch direkt mit mir Kontakt aufnehmen oder in den nächsten Tagen wieder hier auf der Seite vorbeischauen. Bald sollte es hier nämlich auch eine eigene Unterseite geben, die über das weitere Angebot an themen- und zielgruppenspezifischen Bitcoin- und Blockchain-Veranstaltungen informiert.

#BTCM – Blockchain-Konferenz & Meetup in Essen

Vor einiger Zeit hatte ich bereits über das BlockchainHotel in Essen berichtet, nun steht auch das Programm für die angekündigte Konferenz, das Blockchain Tech Crypto Meetup am 15. und 16. September, online.

Der Name ist zwar etwas sperrig, aber nicht ohne Grund gewählt. Zum einen wollten die Veranstalter wohl gerne BTC ins eigene Akronym integrieren. Zum anderen soll der Name die Ausrichtung klar machen. Denn diese Meetup-Konferenz richtet sich nicht nur an Business-People, sondern soll auch der breiten Community eine Chance geben, sich mal wieder zu treffen und auszutauschen. Idealerweise kommt es zu einer Durchmischung, von der alle profitieren.

Business meets Crypto-Szene

Insofern eröffnen Programm und Location zum einen Raum für ein großes Klassentreffen der hiesigen Bitcoin- und Kryptowährungs-Szene. Zum anderen geht es um konkrete Inhalte für Einsteiger und Fortgeschrittene und hierbei wird es dann auch international. Wobei mich in diesem Zusammenhang ganz besonders freut, dass ein bemerkenswert großer Programmteil von afrikanischen Speakern abgedeckt wird. Das scheint mir wirklich ein Alleinstellungsmerkmal und ist vor allem für mich als Journalist besonders interessant.

Ich werde jedenfalls auch vor Ort sein und wer ebenfalls kommen will, kann sich 10 Prozent des Ticketpreises sparen, wenn er/sie den Couponcode „COINSPONDENT“ benutzt.

Daimler und die LBBW, Könige des Blockchain-Bullshit-Bingo

Letzte Woche haben Daimler und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) eine Pressemitteilung mit dem Titel herumgeschickt: „Daimler und LBBW setzen erfolgreich Blockchain bei Schuldschein-Transaktion ein“.  „Holla!“, soll man da wohl denken, „da sind ist aber zwei Unternehmen ganz auf der Höhe der Zeit!“

Blöd nur, dass beide Unternehmen tatsächlich überhaupt nichts mit einer Blockchain gemacht haben, sondern sich vielmehr mit ordentlich Kapital im Rücken zu den Königen des Blockchain-Bullshit-Bingos krönen.

Weder Daimler noch die LBBW haben die Blockchain verstanden

Denn auf die kritische Nachfrage hin, wo ich auf der angeblich verwendeten Ethereum-Blockchain denn besagter Schuldschein-Smart Contract zu finden sei, kam die wenig überraschende Antwort: „Es handelt sich in der Tat um eine private Blockchain. Für das Pilotprojekt haben wir eine private Blockchain gewählt, da diese eine höhere Sicherheit bietet, während wir gleichzeitig komplette Kontrolle über das Netzwerk behalten.“

Übersetzt heißt das: Um einen Schuldschein zu verwalten haben die LBBW und Daimler eine extrem ineffiziente interne Datenbank aufgesetzt, die keinen einzigen Vorteil von dem mit sich bringt, den eine echte Blockchain bietet, sondern nur letztlich nur alle Nachteile. „Hooray! Glückwunsch!“ Man braucht nicht viel Fantasie um zu erraten, wie die Karriere dieses „Prototypen“ wohl verlaufen wird.

Blockchain-Bullshit-Bingo zur Täuschung der Öffentlichkeit

Das alles wäre nicht ganz so schlimm, wenn solcherlei Tests (obwohl die Ergebnisse vorab durchaus erwartbar sind) intern durchführt und auswertet werden und man fern der Öffentlichkeit in einem Lernprozess seine Schlüsse daraus zieht.

Peinlich wird es jedoch, wenn man auf ganz dicke Hose macht und die eigene Verirrtheit mit solch stolzgeschwellter Brust nach vorne trägt, wie es Daimler und die LBBW mit folgendem Promovideo machen.

Dabei ist es nicht nur drollig, zu sehen, wie die Unternehmensvertreter ihrer absolut authentischen Begeisterung für „Blockchain“ eloquent und vollkommen ungeskriptet Ausdruck verleihen. Es ist auch bemerkenswert, wie viel Geld in die Hand genommen wird, um die Öffentlichkeit in voller Absicht zu täuschen.

Denn die Frage, die sich beim Anschauen und Fremdschämen zwangsläufig stellt ist: Für wie dumm halten die Macher eigentlich die Leute, für die dieses Video gedacht ist? Mehr Blockchain-Bullshit auf so wenig Raum unterzubringen, ist jedenfalls kaum möglich´und erfordert einiges an Vorsatz.

Blockchain kills the video star

Aber was will man erwarten von Unternehmen, in denen mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Erfindung de Internets zur Abwicklung des Geschäftsbetriebs nach eigener Aussage noch immer Fax-Bestätigungen nötig sind.

Dass Bitcoin und die Blockchain erschaffen wurden, um genau solche Institutionen letztlich obsolet zu machen, entbehrt in diesem Zusammenhang nicht einer gewissen Ironie. Und erleichtert mich.

Im Ruhrpott eröffnet das erste Blockchain-Hotel

Als ich das erste Mal von der Idee eines BlockchainHotels hörte, war ich irritiert. Verständlicherweise, denn  in den vergangenen Monaten wurde der Begriff „Blockchain“ immer wieder wild mit allem Möglichen kombiniert, um zu schauen, ob sich die daraus entstehenden, teils kuriosen Mixturen irgendwie zu Geld machen lassen.

Drei gute Gründe für das Blockchain Hotel

Mittlerweile habe ich mich aber davon überzeugen lassen, dass es vielleicht doch gar keine so skurrile Idee ist, ein monothematisches Schulungs- und Tagungshotel rund um Bitcoin- und die Blockchain aufzubauen. Denn erstens ist die Nachfrage nach guten Bildungsangeboten zu dem Thema groß. Zweitens ist das Konzept erprobt. Mit dem Linux-Hotel gibt es nämlich (trotz dieser Website!) bereits ein erfolgreiches Vorbild und „Schwester“-Hotel. Und drittens steckt hinter dem BlockchainHotel nicht irgendwer, sondern die umtriebigen Jungs, die auch die Website bitcoin-treff.de ins Leben gerufen haben, nachdem sich localbitcoins aus dem deutschen Markt zurückgezogen hatte.

BlockchainHotel Karte
In Essen, mitten im Ruhrpott eröffnet das erste BlockchainHotel
Hotel plus Konferenz + Meetups + Schulungen

Künftig wollen die Betreiber das BlockchainHotel also nutzen, um dort selbst Workshops, Meetups und Konferenzen zu veranstalten, aber auch anderen eine All-Inclusive-Lösung für Bitcoin- und Blockchain-Veranstaltungen zu geben.

Noch ist das Hotel im Aufbau, aber die ersten Events stehen bereits fest. Am 15. und 16. September findet eine Konferenz statt, in der Woche davor gibt es die ersten Schulungen und Workshops, die man zusätzlich besuchen kann und ab kommendem Montag findet dort monatlich ein thematisches Meetup statt.

Bei der Konferenz werde ich dann übrigens auch vor Ort sein und mir selbst ein Bild machen können. Nach allem, was ich bisher gehört habe, steckt aber bereits jetzt viel Arbeit, Energie und Herzblut in dem Projekt.

So bewertet die BaFin die Blockchain-Technologie

Dass sich die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) seit längerem mit der Blockchain und ihren Möglichkeiten auseinandersetzt, ist kein Geheimnis. Nun ermöglicht die Behörde mit diesem umfassenden Artikel jedoch endlich auch einen Einblick, was sie unter dem Begriff „Blockchain-Technologie“ versteht und wie sie selbst zu dem Thema steht.

Das ist nicht nur für Leute interessant, die sich beruflich mit der BaFin auseinandersetzen (müssen), sondern auch für alle, die  sich grundsätzlich für die Thematik interessieren. Denn da es zu den Anforderungen gehört, die an die BaFin gestellt werden, verständlich zu schreiben, hat man sich hier Mühe gegeben, Funktion und Potential anschaulich herunterzubrechen.

Bis auf einen Punkt fast alles richtig erklärt

Dass sich dabei der sachliche Fehler eingeschlichen hat, Nodes und Miner im Bitcoin-Netzwerk pauschal gleichzusetzen, sei verziehen, wenn das zeitnah korrigiert wird. Denn ein Node verdient keine Bitcoins, ist aber dennoch wichtig für die Infrastruktur des Netzwerks. Miner hingegen leisten die Arbeit und können dabei auch Nodes sein, müssen es aber nicht, wenn sie bspw. in Pools organisiert sind.

Angesichts der derzeitigen Gräben zwischen Minern und einem Großteil der Community und den daraus erwachsenden weitreichenden Konsequenzen – Stichwort UASF etc. –  ist es wichtig das trennscharf zu unterschieden. Hier darf man von der BaFin durchaus noch ein kleines bisschen mehr behördliche Akribie erwarten.

Update (19.6.2017)

Die BaFin hat umgehend auf die Kritik reagiert und den Passus überarbeitet. Vorbildlich!

Zu dünnes Bitcoin- & Blockchain-Programm der Republica 2017

In Berlin startet heute wieder die Republica. Ich bin aber erneut nicht vor Ort. Ich hatte zwar angeboten, wie vergangenes Jahr gemeinsam mit Christian und Anna einen Bitcoin-Praxis-Workshop durchzuführen. Immerhin wurde uns beim letzten Mal die Bude eingerannt und in unseren für 42 Leute ausgelegten Raum drängten sich mehr 100 Personen und eine ganze Reihe musste sogar außen vor bleiben. „Interesse der Teilnehmer“ ist jedoch für die Programmentscheidungen offensichtlich nicht unbedingt ein relevanter Faktor: Standardabsage ohne Begründung.

Nichtsdestotrotz habe ich mir das Programm angeschaut und wenn ich doch auf der Republica wäre, würde ich mir die folgenden Sessions anschauen. Das sind jedoch mal wieder nicht allzu viele, weswegen die Entscheidung, auch ohne eigene Session nicht hinzufahren, für mich auf jeden Fall die richtige war.

Blockchange – How science revolucionizes democracy, work and nature using blockchain – Montag, 8. Mai – 12:15 bis 12:45, Stage 5

Blockchain technology changes more than the financial industry. Scientists have proposed revolutionary concepts for managing our democracy, forests and other natural systems as well as the way we work. Discussing potential benefits and risks, Thomas Wagenknecht introduces “Futarchy” and similar DAO governance models to change political systems, “terra0” which proposes a self-owned augmented forest and a concept to compensate founders and employees.

Disrupting organizations: Decentraliced autonomous organisations on the blockchain – Montag, 8. Mai – 12:45 bis 13:15, Stage 5

Blockchain is the driving force of the next generation Internet, also referred to as the Decentralized Web. It allows us to decentralise trust. Smart contracts on the Blockchain radically reducing transaction costs creating the basis for a P2P society, allowing for new forms of organisational structures that were not feasible before. What is the state of that technology and what are the pitfalls and challenges of Blockchain based DAOs (Decentralized Autonomous Organizations)?

Diese Session löst ein erstaunlich starkes Déjà-vu zum letzten Jahr in mir aus. Damals lautete die Session der Vortragenden Blockchain, smart contracts & the future of democracy und wenn ich mir so überlege, was sich im vergangenen Jahr konkret Bedeutendes in diesem Bereich getan hat, fällt mir nicht sehr viel ein und auch damals ging es auch schon um DAOs. Ich möchte das aber auch nicht vorschnell schlecht machen. Vielleicht ist die Session eine positive Überraschung.

Fintech Meetup – Montag, 8. Mai – 17:15 bis 18:15, Meet up Green

Organisiert von einem der Bitwala-Mitgründer, ist das wohl die einzige Session, auf der es erwartbar auch um Bitcoin gehen wird:

Staatliche Korruption, Nutzerdaten, FinTech Potenziale … wie werden wir künftig mit Geld umgehen? Welche Zahlungsmittel sind noch denkbar? FinTech birgt das Potenzial, Machtstrukturen zu ändern und in Frage zu stellen – Bitcoin für Bitcoin.

Energie-Blockchain: Stromhandel über den Gartenzaun – Mittwoch, 10. Mai – bis 12:15, Stage T

Blockchain macht direkte Geschäfte zwischen Stromerzeugern und -verbrauchern möglich, unabhängig von Versorgern und – zumindest theoretisch – zu minimalen Transaktionskosten. Damit hat die Technologie das Zeug dazu, die Energiebranche radikal zu verändern, stärker noch als die Finanzindustrie.

Darüber hinaus gibt es noch drei andere Sessions, die mich aus persönlich interessieren würden, aber nicht unbedingt was mit Bitcoin/Blockchain zu tun haben.

  • Wie Podcasts mehr Leute erreichen können – Montag, 8. Mai – 12:15 bis 12:45, Stage 8
    Podcasts und Audio im Netz könnten noch viel erfolgreicher sein: für NutzerInnen UND MacherInnen. In verschiedenen Bereichen fehlt Bewegung. Wie noch mehr Bewegung in dieses spannende Umfeld kommen kann, wird hier vorgestellt und diskutiert.
  • Banks and Fintechs – Frenemies?  – Dienstag, 9. Mai, 16:45 bis 17:15, Lightning Talks 1
    Der plakative Titel ist dem aktuellen Trend in der Finanzbranche entnommen. Banken und FinTechs arbeiten immer mehr zusammen obwohl beide Seiten gefühlt aus einer anderen Welt kommen.
  • Geld im digitalen Journalismus – Wege zu innovativen Geschäftsmodellen – Mittwoch, 10. Mai – 12:30 bis 13:00. Media Cube
    Der digitale Wandel stellt Medienunternehmen vor eine große Herausforderung: Wie lässt sich online mit Informationsjournalismus Geld verdienen? Führt der Weg dahin über Kämpfe um das sogenannte Leistungsschutzrecht, Adblocker oder “zahlungswillige” UserInnen? Oder muss die Medienbranche stattdessen ebendiese UserInnen sowie deren Bedürfnisse ins Zentrum stellen, um daraus innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln? Und falls ja, wie geht das? Wir diskutieren mit euch, ob und wie man existierende digitale Geschäftsmodelle für Medien nutzbar machen kann.

Alles in allem ist das Bitcoin- und Blockchain-Programm auf der Republica also mal wieder recht überschaubar. Aber auch darüber hinaus fühle selbst ich mich, der ich mich als Blogger, Journalist und Medienschaffender im Allgemeinen sowohl beruflich wie auch privat nahezu rund um die Uhr mit digitalen Themen beschäftige, nur sehr begrenzt vom Komplettprogramm angesprochen. Aber dass Anspruch und Wirklichkeit auf der Republica schon länger nicht mehr so richtig kongruent verlaufen, sind wir ja bereits gewohnt.

PS: Gut, wer letztes Jahr dabei war …

… denn die Bitcoins, die wir vergangenes Jahr an die Workshop-Teilnehmer verteilt haben (0,0125 BTC bzw. ca. 5 Euro pro Person), sind aktuell 18,40 Euro wert. Keine schlechte Quote.

Wie ein deutsches Bitcoin-Startup die Banken angreift

Die Deutsche Welle hat für ihr Programm Made in Germany die Jungs des Berliner Bitcoin-Startups Bitwala besucht. Herausgekommen ist ein kurzweiliger und informativer Beitrag über Das boomende Geschäft mit den Bitcoins, das Banken und anderen beteiligten Finanzinstituten das bislang sehr lukrative Geschäft mit teuren Auslandstransaktionen aus der Hand nehmen soll.

Sind Tatort-Zuschauer zu doof für Bitcoin?

Ich persönlich kann mit dem Tatort und dem ganzen Wind, der darum gemacht wird, nichts anfangen. Insofern kann ich auch zu dem gestrigen Tatort nicht viel sagen.

Außer dass es da wohl irgendwie um das Darknet ging und (so die Kommentare bei Twitter & Co.) die Macher mal wieder ganz tief in die Klischee-Kiste gegriffen haben, um aus diesem Thema irgendwie einen Krimi zu basteln. Z. B.. soll wohl irgendwie das Netzkabel vom Laptop gekappt worden sein, um diesen vor unbefugtem Zugriff zu schützen.

Vielleicht war es auch anders. Aber allein, dass ich es für realistisch halte, dass so etwas in einem Tatort ernst gemeint sein könnte, erklärt vermutlich ganz gut, warum ich mich nicht für das Format interessiere.

Kein Darknet-Tatort ohne Bitcoin

Bitcoin war gestern übrigens auch irgendwie Thema. Ist in Hinblick auf die Tatort-Drehbuch-Logik aber auch nur vorhersehbar konsequent: Kein Darknet ohne Bitcoin.

Interessant ist dazu auch die Tatort-Kritik vom SWR3:

„Darknet? Der Kommissar selbst hat offenbar noch nie was davon gehört. Borowski muss sich auch die gängigsten Smartphone-Anwendungen erklären lassen, selbst der seit Jahren in jeder Zeitung durchgekaute Begriff „Bitcoin“ ist für Borowski ein Fremdwort. Deswegen wird ein digitalisierter „Comic-Borowski“ – Achtung Kunst – in einer Trickfilm-Sequenz durch dieses geheimnisvolle Internet geführt und ist danach ein bisschen schlauer.“

Brauchen Tatort-Zuschauer die Maus, um Bitcoin zu verstehen?

Verwunderlich ist jedoch, dass im Vorfeld des Ausstrahlung gestern in der Tatort-Sektion der ARD-Mediathek  ein kurzes Video aufgetaucht ist, in dem Armin Maiwald von der Sendung mit der Maus erklärt, was Bitcoins sind.

bitcoin maus armin maiwald 1
Drei minus eins gleich zwei. Die Maus erklärt Mathe und Bitcoin auf Tatort-Niveau.

Ich will das nicht schlecht machen – Armin erklärt Bitcoin sehr gut! Allerdings wirkt das an dieser Stelle merkwürdig fehlplatziert und wirft Fragen auf. Allen voran: Warum?

Was hat dieser Clip in der Tatort.Sektion zu suchen? Glauben die Verantwortlichen, dass die Zielgruppe des Tatorts Erklärungen nicht versteht, die komplexer sind als Sendung mit der Maus-Niveau? Oder hatte man den Clip einfach irgendwo übrig? Oder war es das erste, was man im Sendespeicher fand, auf der Suche nach irgendwas mit BItcoin? (Der Weltspiegel hatte übrigens vor einiger Zeit einen ganz passablen Beitrag und eine ganze Darknet-Doku hat der NDR produziert.)

Ich weiß es nicht und will mich auch gar nicht weiter damit beschäftigen. Fazit ist aber: Bitcoin ist mittlerweile in der Sendung mit der Maus angekommen (Sieh an!) und alles, was mit dem Tatort zu tun hat, finde ich weiterhin seltsam verstörend (Sieh weg!).