Archiv der Kategorie: Bitcoin Deutschland

Ticketverlosung: Unchain-Convention

Ich hatte die Tage schon auf eine Reihe kommenden Bitcoin-Konferenzen hier in Deutschland hingewiesen. Noch nicht aufgeführt war dabei die Unchained Convention, die Mitte Juni in Berlin stattfindet.

Das ist natürlich unfair und sei deshalb hiermit nachgeholt. Zumal sich das Programm zu mehr als 50 Prozent auf Bitcoin fokussiert und einige sehr interessante Akzente setzt.

Ich hatte im Vorfeld bereits ein langes Hintergrundgespräch mit den Machern, die u.a. gute Kontakte zur südamerikanischen Bitcoin-Szene pflegen und sich international so gut vernetzt haben, dass sie ein wirklich abwechslungsreiches Programm mit einer bunten Speaker-Durchmischung auf die Beine gestellt haben.

Verlosung: 1 x 2-Tage Unchained Convention

Wer sich nun selbst davon überzeugen will, die kann jetzt hier ein kostenloses Ticket abstauben. Das ist jedoch an eine Bedingung geknüpft: An dieser Verlosung können nur Frauen teilnehmen!

Denn obwohl auf der Unchain Convention die Spekerinnen-Quote mit knapp 25 Prozent schon besser ist als auf vielen anderen Bitcoin-Veranstaltungen, ist das noch ausbaufähig. Also setzen wir hier mal ein Zeichen und sorgen dafür, dass die Schlage vor dem Jungs-Klo nicht so lang wird.

Wenn ihr, liebe Bitcoin-interessierte Damen, nun also die Freikarte für die Unchain Convention gewinnen wollt, schreibt bis einschließlich 31. Mai eine Mail.

Bei mehreren Einsendungen (hoffentlich!) wird die Gewinnerin per random.org bestimmt und per Mail benachrichtigt. Verstellen lohnt sich übrigens nicht. Spätestens am Einlass müsst ihr euch identifizieren.

Kleiner Trostpreis

Für alle, die nicht gewinnen oder gar nicht erst teilnehmen können, gibt es aber glücklicherweise noch ein kleines Trostpflaster. Wer auch so zur Unchain Convention gehen möchte, bekommt 20 Prozent Rabatt auf’s Ticket, wenn er/sie mit dem Code „Coinspondent20“ bucht.

Viel Glück!

Noch mehr Bitcoin-Konferenz- und Event-Tipps

Weil ich gestern erst auf die Value of Bitcoin-Konferenz hingewiesen habe und in New York dieser Tage gerade der Mega-Crypto-Konferenz-Marathon stattfindet, bleiben wir der Vollständigkeit halber einfach noch kurz beim Thema mit zwei weiteren anstehenden Bitcoin-Event-Empfehlungen.

Blockchainhotel Konferenz 2019, Essen

Da wäre zum einen am 30. und 31. Mai die dritte Ausgabe der Blockchainhotel-Konferenz, dem jährlichen „Bitcoin- und Krypto-Klassentreffen“ in Essen.

Auch wenn Bitcoin hier nicht namengebend ist, handelt es sich in meinen Augen dennoch im Kern um eine Bitcoin-Konferenz. Das ist nämlich der mit Abstand größte gemeinsame Nenner, der die Community an diesen zwei Tagen zusammenbringt.

Dieses Jahr bereits zum dritten Mal: Die Blockchainhotel Conference

Ich war die letzten beide Mal dort und werde auch dieses Mal kurz wieder vorbeikommen, weil es wirklich ein schönes Community-Event ist und man immer interessante und abgefahrene Leute trifft, die man sonst nirgendwo trifft.

Wer auch noch kommen mag – mit dem Code Coinspondent25 gibt es 25 Prozent Rabatt aufs Ticket.

5th Lightning Hackday, München

Direkt im Anschluss, am 1. und 2. Juni, findet dann in München der fünfte Lightning Hackday statt. Mittlerweile kann man diese Veranstaltungsreihe ja durchaus als renommierte Institution bezeichnen, die beste Werbung für den Bitcoin/Lightning-Standort Deutschland macht (hier mein Artikel über den dritten Lightning Hackday vergangenen Herbst).

Findet bereits zum fünften Mal statt: Der Lightning Hackday

Regelmäßig versammelt sich hierbei die internationale Szene und es würde mich wundern, wenn Elizabeth Stark, CEO von Lightning Labs, wie gerade in New York verkündet als Ort für die erste richtig große Lightning-Konferenz Mitte Oktober von allen Städten dieser Welt rein zufällig Berlin ausgesucht haben sollte. Nachtigall ick hör dir trapsen!

Tickets für den Lightning Hackday gibt’s ab fünf Dollar und wer dann eh schon in München ist, bleibt am besten gleich noch für die Value of Bitcoin Konferenz am nächsten Tag und alle weiteren Termine der dortigen Bitcoin Festival Week.

Vielleicht sehen wir uns ja hier oder dort.

Value of Bitcoin – Was bestimmt den Wert von Bitcoin?

Der Bitcoin-Preis steigt rasant wie lange nicht mehr und viele wundern sich, warum? Waren die Schlagzeilen in letzter Zeit nicht denkbar schlecht?

Bitcoin-Kurs der vergangenen 6 Monate, Quelle: Finanzen.net

Der Krypto-Börse Binance wurden immerhin 7000 Bitcoin gestohlen und deren CEO dachte in einer Kurzschlussreaktion kurzzeitig sogar laut über ein Zurücksetzen der Bitcoin-Blockchain nach. (Bei Bitcoin ein absolutes No-Go.)

Derweil kämpft Bitfinex, eine andere populäre Krypto-Börse, mit einem hausgemachten Finanzskandal und einer umfassenden Anklage aus New York, in deren Aufarbeitung immer mehr pikante Details über den besorgniserregenden Umgang mit Kundengeldern und -daten ans Licht kommen.

Und nicht zuletzt steigt auch der politische Druck auf Bitcoin. Der Kongressabgeordnete Brad Sherman wirbt um Unterstützung bei seinem Ziel, alle Kryptowährungen zu verbieten. Diese würden die auf dem Dollar basierende ökonomische und politische Vormachtsstellung der USA gefährden.

Was bestimmt den Wert von Bitcoin?

Doch offensichtlich haben all diese Events keinen sonderlich negativen Einfluss auf den Bitcoin-Preis. Sonst würde dieser wohl nicht, wie am vergangenen Wochenende innerhalb eines Tages um mehr als 1000 US-Dollar steigen.

Wobei manche jedoch behaupten, dass sich Aussagen wie die von Brad Sherman, ob ihrer enttarnenden „Ich hab die Hosen voll“-Ehrlichkeit, keineswegs negativ, sondern vielmehr positiv auf den Preis auswirkten. Immerhin zeigten solche Statements, dass Bitcoin funktioniere. Im viel zitierten Mantra: „First they ignore you, than they laugh at you, than they fight you, than you win“, hätte Bitcoin damit nämlich die dritte von vier Eskalationsstufen erreicht.

Doch sind genau das die Fragen, die aktuell noch viel zu wenig diskutiert werden: Was ist eigentlich dieses Bitcoin? Warum wächst es immer weiter? Welchen ökonomischen und politischen Platz könnte und wird es in Zukunft einnehmen?

Value of Bitcoin-Konferenz in München

Genau diesem Thema widmet sich die Value of Bitcoin Anfang Juni in München. Eine Konferenz, die sich inhaltlich zwar auf den Wert von Bitcoin konzentriert, bei der der aktuelle Kurs aber nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Ein bemerkenswertes Konzept, 2019 – im mittlerweile entzauberten Blockchain-Hype – eine reine Bitcoin-Konferenz auf die Beine zu stellen, bei der sich hochrangige und versierte Bitcoin-Befürworter und -Skeptiker in den Räumen einer Bank auf Augenhöhe begegnen. Ich habe Daniel Wingen, Bitcoiner aus München und Organisator der Konferenz, daher ein paar Fragen gestellt.

Mit der Value of Bitcoin-Konference organisierst du eine Top-Level-Konferenz, die sich explizit und nur auf Bitcoin konzentriert. Das ist ungewöhnlich. Immerhin haben in den vergangenen Jahren die meisten einen großen Bogen um Bitcoin gemacht und stattdessen „Blockchain“- oder „Crypto“-Konferenzen organisiert. Warum meinst du, dass 2019 wieder eine reine Bitcoin-Konferenz notwendig ist und funktionieren kann?

Die Idee für die Value of Bitcoin-Konferenz ist aus Gesprächen mit der BayernLB und Saifedean Ammous (Autor von The Bitcoin Standard,
Anm. d. R.) entstanden, da Dr. Ammous bereits letztes Jahr einen Vortrag bei der BayernLB vor Mitarbeitern und Kunden gehalten hatte und dieser sehr gut angekommen ist.

Auf Grund des stark ansteigenden internen Wissensbedarf bei der BayernLB aber auch deren Kunden, lag die Idee nahe, das Ganze etwas größer zu wiederholen und sich dabei ganz auf Bitcoin aus volkswirtschaftlicher und monetärer Perspektive zu konzentrieren.  Bitcoin ist nun seit über 10 Jahren „am Leben“ und es sieht aktuell nicht danach aus als würde das Netzwerk in absehbarer Zeit „sterben“ oder der Preis des Bitcoin-Token gegen Null gehen. Das sehen auch immer mehr institutionelle Investoren, Unternehmer, Ökonomen und Banker.

Die Notwendigkeit für eine solche Konferenz ergibt sich aus dem Bedarf auf Entscheider-Ebene, die notwendigen Informationen zu aggregieren, um einen guten Überblick zu erhalten. Dafür reichen die aktuell sehr oberflächlichen Informationen in der Management- und Finanz-Presse bei weitem nicht aus. Es gibt viel Kritik an Bitcoin und auf der anderen Seite viel tiefgreifende Forschung die positiven Ergebnissen hervorgebracht hat. Eine Konferenz auf der die verschiedenen auch kritischen Perspektiven eine Plattform erhalten, gab es bis her in der Form nicht. Es ist jedoch für Entscheidungsträger essenziell, sich möglicht viele divergierende Perspektiven und Meinungen anzuhören und zu verarbeiten, um zu einer eigenen Meinungen und damit fundierten Entscheidungen im Umgang mit Bitcoin gelangen zu können und durch proaktive Entscheidungen einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.

Die Konferenz heißt zwar Value of Bitcoin, doch spielt der aktuelle Kurs von Bitcoin inhaltlich weniger eine Rolle. Worum geht es dann?

Wir spielen mit den Namen eher auf den intrinsischen Wert bzw. potenziellen Nutzen des Bitcoins an und wollen besonders kontrovers und tief auf diesen Aspekt eingehen. Der Preis ergibt sich aus Angebot und Nachfrage und ist rein Markt-getrieben. Die große Frage dahin lautet jedoch: Was treibt die Nachfrage nach dem Bitcoin? Hier klaffen die verschiedenen Meinungen besonders stark auseinander.

Die Konferenz findet in den Räumen der BayernLB statt, du hast namhafte Experten aus der ganzen Welt gewinnen können. Wie schwer war es, dieses „Bitcoin only“-Event auf die Beine zu stellen? Musstest du für deine Idee kämpfen oder hast du offene Türen eingerannt?

Das ganz wäre ohne die BayernLB und Fidelity Digital Assets als Partner nicht möglich gewesen und diese haben stark dazu beigetragen, die Experten für die Veranstaltung gewinnen zu können. Tatsächlich haben wir zum einen – auch bei Kritikern – offene Türen eingerannt, aber zum anderen haben wir auch Antworten wie: „[…] kommt es einem so vor, als würden Sie BitCoin selbst als Investment Instrument verstehen und kritisch beleuchten wollen. Aber diese Schlacht ist doch nun schon lange geschlagen. BitCoin ist als Investment genauso gut wie jeder andere Pump and Dump Penny Stock. End of Discussion. […]“ erhalten.

Klares Statement, worum es bei der Value of Bitcoin-Konferenz nicht geht.
Die Zusammenstellung der Teilnehmer und Experten ist sehr facettenreich. Es kommen Wissenschaftler, Banker, Unternehmesvertreter, Technik-Experten und unter ihnen sind Bitcoin-Skeptiker, -Kritiker und -Befürworter. Was erhoffst du dir von dem Aufeinandertreffen dieser unterschiedlichen Meinungen und Perspektiven?

Ich selbst würde mich auch als sehr kritisch bezeichnen. Bevor ich eine Entscheidung treffe, hole ich mir möglich viele und tiefgreifende Informationen ein und wäge diese gegeneinander ab. Genauso gehe ich im Zusammenhang mit Bitcoin auch vor und hinterfrage meine Meinung über Bitcoin tagtäglich. Daher weiß ich wie wertvoll es ist gegenüber kritischen Meinungen offen zu sein und selbst zu prüfen ob sie auf Basis des bereits angesammelten Wissens valide sein könnten.

Dieser Prozess ist jedoch sehr aufwendig und zeitintensiv und viele Entscheidungsträger haben nicht den Luxus wie du und ich, sich so intensiv mit der Materie auseinanderzusetzen. Die Value of Bitcoin-Konferenz bietet Ihnen die Möglichkeit, innerhalb von einem Tag so tief in die Materie einzusteigen wie es ansonsten nur durch wochenlange oder gar jahrelange Recherchen möglich wäre. Ganz nach dem Motto: „Don’t trust, verify!“ 

Die Konferenz richtet sich an Entscheidungsträger aus dem Finanz- und Wirtschaftsbereich – bewusst auch an Vertreter eher konservativer Institutionen. Warum gerade diese Zielgruppe?

Das ist ganz einfach: Hier gibt es einen massiven Bedarf, viele offene Fragen rund um Bitcoin beantworten zu können. Man kann die Beantwortung dieser Fragen zwar aufschieben, aber der Drang eigene Antworten zu finden und Entscheidungen zu treffen wird immer größer, je mehr Unternehmen und Institutionen sich öffentlich zu Bitcoin äußern und in dem Bereich aktiv werden.

Die Konferenz ist ein vergleichsweise exklusives Event. Die Ticketpreise sind hoch, die Teilnehmeranzahl ist begrenzt. Trotzdem sind die Diskussion und die Ergebnisse auch für die Community interessant. Wird es einen Livestream oder Mitschnitte geben oder sollen die Teilnehmer in einem „geschützten Raum“ unter sich bleiben?

Der Mehrwert der Veranstaltung entsteht vor allem durch die extrem hohe Dichte an divergierenden aber vor allem fundierten Informationen. Das ist besonders wertvoll für Teilnehmer, welche nicht die Zeit haben sich intensiv und tagtäglich mit dem Thema zu beschäftigen.

Aus verschiedenen Gründen wird es leider keinen Livestream geben, aber für die Community machen wir in München am Folgetag ein Meetup mit dem Titel „The VoB Conference in Retrospect“, welches sehr wahrscheinlich live gestreamt wird.

Wir werden jedoch eine Handvoll Tickets an die Community rausgeben. Der Ticketpreis hierfür ist auf einem Level mit Baltic Honeybadger/Breaking Bitcoin. Interessenten können sich mit Ihrer Bewerbung gerne direkt an mich wenden.

#bitte1bitcoin – Neue deutsche Bitcoin-Automaten-Initiative

In Deutschland ist es vergleichsweise schwer, Bitcoins zu kaufen. Das ist insofern erstaunlich, als dass Deutschland eigentlich seit jeher einer der bedeutendsten Standorte für das digitale Geld ist.

Bitcoin-Standort Deutschland

Ein beachtlicher Teil der Netzwerkknoten stützt von hier aus die Bitcoin-Infrastruktur. Eine Vielzahl von Forschern, Entwicklern und Gründern setzen sich intensiv mit Bitcoin auseinander und mit dem Room 77 gibt es in Berlin einen weltweit legendären Hotspot, der 2011 nicht nur globaler Vorreiter bei der Bitcoin-Akzeptanz war, sondern noch immer erster Anlaufpunkt für neue Ideen, Konzepte und Projekte ist.

Trotzdem fehlt auch mehr als zehn Jahre nach der Erfindung des digitalen Geldes hierzulande eine Möglichkeit, Bitcoins so einfach und unkompliziert wie möglich zu kaufen: mit Bargeld.

Deutschland hängt hinterher

So wie es zum Beispiel in Österreich möglich ist, wo man Bitcoins längst nicht nur an Automaten bekommt, sondern auch an Tankstellen, in Trafiken und bei der Post. In der Schweiz gibt es das digitale Geld sogar am Fahrkartenautomaten.

Bitcoins gibt es in der Schweiz sogar am Fahrkartenautomat

Davon ist man in Deutschland weit entfernt. Hierzulande führt der „einfachste“ Weg an Bitcoins zu kommen, immer noch über Online-Börsen. Also genau diese Institutionen, die in regelmäßigen Abständen gehackt werden. Wobei unerfahrene Kunden nicht nur ihr digitales Geld verlieren, sondern auch den Missbrauch sensibler persönlicher Daten riskieren. Denn nur die wenigsten Krypto-Börse im Netz lassen sich noch ohne vorherige Identifikation nutzen. Und die, die es ermöglichen, sind potentiell noch riskanter.

Einfachste Lösung: Bitcoin-Automaten

Aus diesem Grund sind Bitcoin-Automaten weltweit auch ein großer Erfolg. An ihnen lassen sich vor allem kleine Bargeld-Beträge schnell und unkompliziert in Bitcoin und zurück tauschen. Privat und mit vergleichsweise geringem Risiko für den Nutzer.

Bitcoin-Automat in einem Prager Hackerspace. Einer von mehr als 4700 weltweit

Mehr als 4700 solcher Bitcoin-ATMs stehen dabei bereits weltweit. Der Großteil in Nordamerika und Europa. Aber auch in Kasachstan, Simbabwe oder auf Barbados kann die jeweilige lokale staatliche Währung längst am Automaten gegen globale staatenlose Bitcoins getauscht werden.

Nur Deutschland war auf der globalen Bitcoin-ATM-Karte eben lange ein weißer Fleck. Zwar gab es über die Jahre immer wieder einzelne Automaten, doch wurde deren Betrieb auf Druck der hiesigen Finanzaufsicht (allen voran die Bafin) jedes Mal wieder eingestellt. Zum großen Verdruss der Community, die sich durch die strenge und restriktive Regulierung hierzulande im internationalen Vergleich unfair benachteiligt sieht.

Noch ein ziemlich weißer Fleck: Deutschland auf einer Bitcoin-ATM-KArte

Eine Situation, die über die Jahre auch dazu geführt hat, dass aus Deutschland heraus zwar viele erfolgreiche Bitcoin-Projekte gegründet wurden, diese ihren offiziellen Sitz aber nicht hier sondern in europäischen Nachbarländern haben und ihre Gewinne dementsprechend in den Niederlanden, Großbritannien, Luxemburg oder der Schweiz versteuern. Andere internationale Anbieter schlossen den deutschen Markt wegen der fehlenden rechtlichen Sicherheit sogar gleich ganz von ihrem Angebot aus.

LocalBitcoins: Dieses Angebot ist in deinem Land leider nicht verfügbar.

Trotz der einstmaligen Vorreiterposition und der noch immer wichtigen Rolle als Infrastrukturstandort gilt Deutschland daher mittlerweile für viele in der Community in Hinblick auf die Versorgung mit und die Zugänglichkeit zu Bitcoin als zurückgebliebenes Entwicklungsland.

Neue deutsche Bitcoin-Automaten-Initiative: #bitte1bitcoin

Vielen ist diese paradoxe Situation ein Dorn im Auge. Schon lange rumort es in den deutschsprachigen Foren und Messenger-Gruppen und die Stimmen werden immer lauter, endlich gemeinsam den Kampf mit dem übermächtigen Regulierer aufzunehmen. Im Zweifel eben auch juristisch.

Wichtigster Treiber für diese Entwicklung war das Berliner Kammergericht, das im Oktober 2018 in seinem Urteil in einem Strafprozess nicht nur feststellte, dass Bitcoins im Gegensatz zur Auffassung der Bafin kein Finanzinstrument im Sinne des Kreditwesengesetzes seien, sondern das die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht mit der Klassifizierung von Bitcoin als „Rechnungseinheiten“ sogar auch den ihr zugewiesenen Aufgabenbereich überspanne.

Mit der nun ins Leben gerufenen und u.a. vom Bundesverband Bitcoin getragenen Initiative #bitte1bitcoin gehen daher dieser Tage gleich mehrere neuer Bitcoin-Automaten in Deutschland (wieder) an den Start. Zunächst in Berlin, Hamburg und Essen. Weitere sollen später folgen.

Einfach mal machen. Ein es der Plakate der #bitte1bitcoin-Kampagne
Aufbruch ins Ungewisse

Doch ist das Unterfangen riskant. Denn auch wenn sich das Urteil des Berliner Kammergerichts wie die von der Community so dringend erhoffte Befreiung aus der festen Hand des Regulierers liest, bleibt die Situation kompliziert.

Für die Bafin hat das Urteil des Berliner Kammergerichts formal nämlich erst einmal keine direkten Auswirkungen, da es sich dabei aus ihrer Sicht nur um einen strafrechtlichen Einzelfall, nicht aber um Verwaltungsrecht handele. Sie erklärte daher, so lange an ihrer Rechtsauffassung festzuhalten, bis es ein rechtlich bindendes Urteil gegen einen konkreten Entscheid der Bafin gebe.

Rechtstreit oder nicht. Das ist hier die Frage.

Genau das will die Community durch die #bitte1bitcoin-Initiative nun aber provozieren. Oder es zumindest darauf ankommen lassen. Denn ein Rechtsstreit mit dem Aufseher, könnte nicht nur die konkrete rechtliche Situation für Bitcoin-Automatenbetreiber klären, sondern letztlich auch den Gesetzgeber zwingen, endlich mal eine verbindliche Position zu Bitcoin zu beziehen.

Bisher fehlt es nämlich an wirklich konkreten offiziellen Standpunkten. Viele Gründer wünschen sich jedoch schon lange Klarheit, unter welchen rechtlichen Rahmenbedingungen sie ihr Bitcoin-Projekt in Deutschland starten können. Oder eben nicht.

Andere in der Community sehen die Auswirkungen eines Konflikts mit der Bafin und dessen mögliche Konsequenzen jedoch kritischer. Sie fürchten, dass es nicht klug sei schlafende Hunde zu wecken. Am Ende lande man womöglich bei einer schlechteren Gesamtsituation für Bitcoin in Deutschland als bisher. Aber dann eben rechtlich verbindlich.

Gretchenfrage: Was macht die Bafin?

Doch obliegt diese Entscheidung nun nicht mehr der Community (in der es ja ohnehin jedem freisteht, zu machen, was er oder sie will). Mit dem offensiven Aufstellen neuer Automaten liegt der Ball nun im Feld der Bafin, die entscheiden muss, wie sie mit der Provokation umgeht und ob und wie sie den Konflikt eskaliert.

Die #bitte1bitcoin-Projektinitiatoren haben sich jedenfalls ihrerseits auf alle Optionen vorbereitet und starten nun ihrerseits mit ihrem ersten Zug: dem Aufstellen der Automaten. Die große Feier dafür findet heute Abend (natürlich) im Berliner Room 77 statt, dem Ort, an dem schon einmal 2014 der erste Bitcoin-Automat Deutschlands stand.

Happy Bitcoin-ATH! PS: Bitcoin ist tot!

Gestern vor einem Jahr erreichte der Bitcoin seinen bisherigen Kurs-Höchststand (All Time High) von rund 20.000 US-Dollar und der Jahrestag war für die Börse vor Acht Grund genug, das zum Thema der gestrigen Ausgabe zu machen: „Was vom Bitcoin übrig bleibt“

Damit endet aber leider auch schon alles Positive, was man dem, was Anja Kohl da zur Prime Time kurz vor der Tagesschau  erzählt, abgewinnen kann.

Zehn Jahre Bitcoin – trotzdem nichts gelernt

Denn eigentlich sollte man ja meinen, dass mittlerweile,
zehn Jahre nach der Erfindung von Bitcoin, zumindest Fachjournalisten versucht haben müssten, Bitcoin und den grundsätzlichen, untrennbaren Zusammenhang zwischen Bitcoin und der Blockchain zu verstehen. Falls Anja Kohl das mal versucht hat, war davon leider nichts zu erkennen.

Zunächst geht Sie auf den Kursverlauf des vergangenen Jahres ein. Zum Jahrestag eine nahe liegende und berechtigte Perspektive. Dass hierbei ein desaströses Bild gezeichnet wird, überrascht nicht. 83 Prozent Verlust innerhalb eines Jahres sind ohne Frage krass und viel. Jedoch lässt sie dieses Zahlen so stehen und ordnet sie nicht in einen größeren Kontext ein.

Manipulation durch Weglassen

Genau das wäre an dieser Stelle aber wichtig und Zeichen eines guten und unvoreingenommenen Journalismus gewesen. Denn vergleicht man nur den Kurs wischen dem 17.12.2017 und dem 17.12.2018, dann ergibt sich ein desaströses Bild.

17.12.201720.100 $
17.12.20183455 $

Vergleicht man jedoch die Kurse nicht nur des letzten, sondern der letzten acht Jahre, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Nämlich eines, indem man das All Time High vergangenes Jahr als offensichtlichen statistischen Ausreißer klassifizieren und dementsprechend auch einordnen muss.

17.12.20100,25 $
17.12.20113 $
17.12.201213 $
17.12.2013480 $
17.12.2014324 $
17.12.2015456 $
17.12.2016791 $
17.12.201720.100 $
17.12.20183455 $

Genau das macht Anja Kohl aber nicht, obwohl sie es eigentlich besser weiß. Immerhin hat sie vor gut einem Jahr bereits staunend darüber berichtet, wie der Bitcoin von rund 1000 US-Dollar auf 10.000 US-Dollar kletterte. 

https://youtu.be/bJyypAOEWBM
Nicht alles, was plausibel klingt, ist auch ein Grund 

Stattdessen reimt sich Anja Kohl dann ein paar Gründe zusammen, warum der Kurs so stark gefallen ist, die für den Laien möglicherweise plausibel klingen, aber weder schlüssig sind, noch in irgendeiner Weise belegt werden.

Denn ja, im vergangenen Jahr wurden möglicherweise Bitcoins gestohlen, aber das werden sie seit es Bitcoin gibt und ist daher kein signifikanter Grund für den Preisrückgang im vergangenen Jahr. Auch gab es bestimmt Hackerangriffe, aber auch die gibt es erstens jedes Jahr, zweitens wurde Bitcoin (das Bitcoin-Protokoll) trotzdem noch niemals gehackt und drittens trafen die krassesten Hackerangriffe dieses Jahr nicht Bitcoin, sondern die Hotelkette Marriott, Google und Facebook. 

In diesem Kontext würde mich daher interessieren, auf welche konkreten Bitcoin-Hackerangriffe sich Anja Kohl denn eigentlich bezieht und wie deren Auftreten mit der Preisentwicklung korreliert. Oder ob „die Hacks“ letztlich doch nur ein bequemer Platzhalter sind, wenn man die echten Gründe nicht benennen kann. Denn „Hacks“ – das passt ja schon irgendwie immer.

Als dritte Ursache für den Kursrückgang dann noch die fehlende Regulierung von Bitcoin zu nennen, ist ebenso schwach. Bitcoin ist kein Projekt, das jemals nach Regulierung gesucht hätte. Bitcoin war vor einem Jahr nicht reguliert und ist es auch heute nicht. Diese fehlende Regulierung nun also als Grund für den Preisverfall im letzten Jahr verantwortlich zu machen, ist ähnlich clever, wie sich beim Bademeister zu beschweren, dass das Wasser zu nass sei.

Es ist nicht nur, wie es ist. Sondern das ist es auch weder überraschend noch unvorhersehbar. 

Die alte und falsche „Bitcoin pfui, Blockchain hui“-Leier 

Am Schlimmsten wird es dann aber als Anja Kohl erklärt, dass Bitcoin ja quasi tot sei (und dabei pauschal alle Kryptowährungen über einen Kamm schert), die Blockchain(-Technologie) jedoch kurz vor ihrem großen Durchbruch stehe. Zwar gebe es noch einige Nachteile …

 … denen gegenüber stünden aber natürlich ganz enorme Vorteile.

Das große Problem hier jedoch: Wie so oft, wenn es um irgendwas mit „Blockchain“ geht, werden wilde Behauptungen, irgendwelche Interpretationen und reale Eigenschaften der Blockchain in einen großen Topf geworfen, kräftig durchgerührt und nacheinander solange zufällig wieder herausgezogen, bis auf beiden Tafeln vier Bulletpoints stehen. Wegen der Symmetrie. Dass man jedoch keinen der genannten Punkte auf diese Weise unhinterfragt und ohne kritische Einordnung so stehen lassen kann, geschenkt. Symmetrie, Baby!

Ich nehme die obigen Punkte an dieser Stelle jetzt nicht auseinander. Wer sich für solch eine kritische Einordnung interessiert, den verweise ich gerne noch einmal auf unsere sehr gute Diskussion in der Gesprächsrunde zum Thema Blockchain zwischen Hype und Hohn“ neulich bei Deutschlandfunk Kultur.

https://twitter.com/breitband/status/1071388404951199744
Dieser Bericht ist mangelhaft und das Problem symptomatisch 

Was jedoch die Bitcoin- und Blockchain-Kompetenz der ARD-Börsen-Redaktion angeht und deren journalistisches Ambitionen, Sachverhalte korrekt, verständlich und unvoreingenommen zu erklären, so bleibt eigentlich nur ein vernichtendes Urteil. Wer mit solchen schlecht recherchierten und unzureichend aufbereiteten Beiträgen auf Sendung geht, hat in der Prime Time kurz vor der Tagesschau nichts verloren.

Leider sind Anja Kohl und Kollegen mit ihrer Haltung jedoch nicht die einzigen in der Medienlandschaft und dieses Bild fasst das Problem trefflich zusammen. 

Konsequenzen des Berliner Bitcoin-Urteils

Ich war gestern in Berlin zur 10-Jahre-Bitcoin-Whitepaper-Feier und neben einer imposanten und symbolisch durchdachten Zwei-Schichten-Torte wurden dort auch hübsche kleine The Crypto Anarchist Manifesto– & Bitcoin-Whitepaper-Büchlein verteilt.

manifesto
Die zwei wichtigsten Texte für Bitcoiner im handlichen Hosentaschenformat.

Etwas mehr im Hintergrund (siehe oberes Foto), aber eigentlich ebenso ein Highlight war dabei die Tatsache, dass man im Room 77 nun auch wieder einen Bitcoin-Geldautomaten nutzen konnte.

Es gibt wieder Bitcoin-Geldautomaten in Deutschland

Das ging aufgrund des langen Arms der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) lange Zeit nicht. Diese hatte Bitcoin Ende 2013 nämlich bereits als Rechnungseinheit klassifiziert und damit entschieden, dass Geschäfte mit Bitcoin grundsätzlich aufsichtspflichtig sind. Die mit dieser Entscheidung verbundenen hohen aufsichtsrechtlichen Auflagen machten das Aufstellen eines Bitcoin-Automaten in Deutschland auf diese Weise quasi unmöglich. Ganz vereinfacht zusammengefasst.

Dass in Berlin (und auch in München) nun nach Jahren des faktischen Verbots dennoch wieder Bitcoin-Geldautomaten stehen, liegt an einem interessanten Urteil des Berliner Kammergerichts.

Ende September stellte ebendieses Gericht in einem Strafprozess nämlich fest, dass Bitcoins nicht nur keine Rechnungseinheiten seien, sondern die Bafin mit ihrer Einstufung von Bitcoin als solche auch gleich ihre Kompetenz überschritten hätte. Eine Feststellung, die die hiesige Bitcoin-Community natürlich aufhorchen ließ.

https://twitter.com/allgaeucrypto/status/1051057680197066752

Doch wie so oft, wenn es um Juristerei geht, ist die Realität nicht ganz so einfach, wie man sich das wünscht. Denn Strafrecht ist nicht gleich Verwaltungsrecht und die Bafin hat direkt klar gemacht, dass ihr die Auffassung des Kammergerichts – salopp gesagt – schnuppe ist und sie weiter an ihrer Rechtsauslegung festhält, solange kein Verwaltungsgericht etwas anderes entscheidet.

Zwei Quellen, um den Sachverhalt besser einzuordnen

Da das nun für Nicht-Juristen eine recht unbefriedigende und unverständliche Situation ist, verlinke ich hier zwei Quellen, die den Sachverhalt und die sich ergebenden Konsequenzen mit etwas mehr juristischem Kontext und Hintergrund erklären.

Als Einstieg zunächst eine etwas kompaktere Erklärung in schriftlicher Form.

Danach empfehle ich die deutlich umfangreichere, aber sehr erhellende Kombi-Folge des Fintech-Podcasts und des PayTechTalk-Podcasts, die in ihrer „Bitcoin Urteil Analyse“ eine Vielzahl von weitergehenden Fragen klären.

Dass die Rechtslage und damit das Fazit des Podcasts die anfängliche Euphorie der Community etwas den Wind aus den Segeln nimmt, ist natürlich ernüchternd. Und ist auch der Grund, warum auch das Team der Berliner Bitcoin-Startups Bitwala neulich, auf starkes Anraten der eigenen Rechtsabteilung hin, leider nur mit einem funktionsunfähigen Bitcoin-Geldautomaten vor dem Brandenburger Tor stand.

Immerhin: Die Debatte nimmt Fahrt auf

Dennoch gibt es auch Hoffnung. Denn auch wenn sich die Bitcoin-Geldautomaten in Berlin und München nach dem Urteil des Berliner Kammergerichts rechtlich noch immer in einer Grauzone befinden, kommt immerhin wieder etwas Bewegung in die Debatte. So lädt der Blockchain Bundesverband am 14.11. in Berlin zu einer Diskussion rund um die Konsequenzen aus dem Berliner Urteil. Auch mit in der Runde: Die Bafin.

Das Wichtigste vom Lightning Hackday #3

Ich war am letzten Wochenende auf dem dritten Lightning Hackday in Berlin und da die Hauptbühne ohnehin live gestreamt wurde (und fast alles aufgezeichnet wurde) und drüben im Bitcoinblog auch ein zusammenfassender Artikel über zwei der Talks erschienen ist, mach ich hier quasi nur meine eigene kleine Sammlung, mit Erkenntnissen und Fundstücken von dem Tag.

Der Room 77 empfängt erste Lightning-Bitcoins

Das ist (in seinem eigenen Maßstab betrachtet) durchaus historisch. Denn nachdem der Room 77 bekanntlich 2011 das erste Ladengeschäft war, das Bitcoins akzeptierte und im April 2017 dort auch das erste Bier für Lightnig-Testnet-Bitcoins über den Tresen ging, wurden am vergangenen Samstag nun auch die ersten Bestellungen mit „echten“ Bitcoins über das Lightning-Netzwerk beglichen.

This beer was paid for with testnet coins routed over the Lightning network.

Das ist ziemlich beeindruckend, denn es geht schnell (1 Sekunde bei direkten Kanal, 9 Sekunden beim Routing durch das Lightning-Netzwerk), ist privat (keiner weiß, durch wessen Knoten das alles gelaufen ist) und kostet bei knapp 30 Euro Rechnungswert nur 0,017 Cent.

Genauere Infos über das Prozedere gibt es bei René Pickhardt, der an dem Bezahlvorgang beteiligt war.

Insgesamt deutlich internationaler

Darüber hinaus war natürlich auch der Hackday als solches bemerkenswert. Alles wieder ein Stück größer und internationaler – ich hab mit Leuten aus Japan, Korea, Spanien, der Schweiz und Norwegen gesprochen, aber es waren wohl auch noch welche aus Italien, den USA, Südafrika, Tschechien und anderen Ländern da. Bei „nur“ rund rund 200 Teilnehmern insgesamt eine beachtliche Leistung. So viele Experten und Interessierte an einem Ort vereint findet man selten. Zumal die meisten tatsächlich „nur“ für dieses Event angereist waren.

Weitere Fundstücke

Es gibt eine kleine Spiele-Entwicklerbutze, die Bitcoin- und Lightning-inspirierte Browsergames macht. Kann man im Browser spielen, macht Spaß ist aber alles noch recht einfach.

satoshis games
Super Bro 2 – Du musst Satoshi Nakamoto retten und sammelst dabei Satoshis

Minecraft + Lightning

Konstantin Nick hat live gezeigt, wie man Minecraft und Lightning verbinden kann. Durch Lightning-Transaktion beamte er seine Spielfigur bspw. 100 Schritte vorwärts. (im obigen Live-Mitschnitt ab ca. 6:15:30)

Mincraft Lightning
Wer diese Minecraft-Lightning-Rechnung bezahlt, beamt sich nach vorn.

Handliche Lightning-Nodes sind praktisch und beliebt

Die von Fulmo gebauten (und komplett Open Source) RaspiBlitz sind ziemlich smarte und handliche Geräte und als vollwertige Bitcoin- & Lightning-Knoten ideal für den Einstieg in Lightning. Im Eigenbau muss man mit ca. 130 Euro rechnen. Wer im Netz sucht, findet ähnliche bzw. zusammengesetzte Modelle für 250 bis 300 Dollar.

RaspiBlitz
Jeder RaspiBlitz ist ein eigener Lightning-Knoten.

Großes Interesse an ungelösten Problemen

Eine der bestbesuchten (aber leider nicht aufgezeichneten) Sessions war die über die noch zu bewältigenden Hürden und Probleme des Lightning-Netzwerks. Das kann man bestimmt beim nächsten mal noch ausführlicher und prominenter platzieren.

Bester Moment dieser Session: Als gefragt wurde, wie viele der Anwesenden Bitcoins bei irgendeiner Online-Exchange liegen haben, obwohl alle wissen, dass man das nicht machen sollte und sich rund 80 Prozent der Anwesenden meldeten. Der Punkt, wie wichtig und mächtig Bequemlichkeit, Einfachheit und Nutzerfreundlichkeit sind, war damit recht eindrucksvoll belegt.

Problems with lightning
Es funktioniert, trotzdem hat das Lightning-Netzwerk noch viele Baustellen.

Goldene Bitcoins für alle!

Als ich vor einer Weile mal nach Schoko-Bitcoins für einen Workshop gesucht habe, gab es schlichtweg keine. Das fand ich sehr schade. Umso mehr habe ich mich also gefreut, dass man offensichtlich doch wieder welche bekommen kann. Sind allerdings nicht ganz billig, schmecken dafür aber auch ganz gut.

schoko Bitcoins
Mo‘ Bitcoins, mo‘ Schoki

… in anderen Ländern gibt es sie offensichtlich billiger.

Fazit

Insgesamt ein sehr gelungenes Event, bei dem ich selbst noch nicht alles , ob der durchaus anspruchsvollen Thematiken und Konversationen, froh war, dass der Kaffee so stark war, dass binnen weniger Minuten sämtliche Schweißporen aktivierte.

Veranstaltungstipp: Lightning Hackday #3

Ich habe hier im Blog schon häufiger über Lightning berichtet, die meist beachtete und auch interessanteste Skalierungsoption für Bitcoin.

Um das Konzept dieses Second-Layer-Protokolls und dessen Potential und Status Quo besser zu verstehen, war ich selbst vor einiger Zeit beim ersten Lightning Hackday in Berlin, einem der besten Events zu diesem Thema. Nicht nur regional, sondern mittlerweile auch global. Denn zum bevorstehenden Lightning Hackday #3 wird die Sprecher- und Teilnehmerliste immer ausgewählter, hochwertiger und internationaler.

Null-„Blockchain“-Business-Bullshit-Quote

Und da der Lightning Hackday bisher eine der ganz wenigen Veranstaltungen mit Null-„Blockchain“-Business-Bullshit-Quote ist, weise ich gerne auch noch einmal explizit auf die kommende Veranstaltung hin. Dieses Mal erstmals mit einem vorgelagerten Hackathon am 31. August und dem eigentlichen Hackday mit Barcamp, Fachvorträgen und den Ergebnissen des Hackathons dann am 1. September. Das Ganze wieder in Berlin.

Bemerkenswert ist dabei auch, dass das Event kostenlos ist für die, die das wollen. Wer es sich jedoch leisten kann und die Veranstalter unterstützen will, darf den eigentlich symbolischen Ticketpreis aber auch bezahlen.

Litecoin Foundation kauft sich bei nicht-sicherer Bank ein

Vermutlich hätte ich wie viele andere niemals von der Existenz der WEG Bank erfahren, wenn da nicht letzte Woche die überraschende Nachricht durchs Netz gereicht wurde, dass die Litecoin Foundation zusammen mit der Zahlungsplattform Tokenpay 9,9 Prozent an ebendieser kleinen deutschen Nischenbank erworben hat. (Statement Tokenpay / Statement WEG Bank).

Die Infrastruktur der WEG Bank ist nicht sicher

Nun wurde dazu eigentlich auch schon fast alles geschrieben, aber ein kleines, Im Juli 2018 nicht unerhebliches Detail macht doch stutzig: Offensichtlich hält es die WEG Bank trotz großem Brimboriums um die nun seit fast zwei Monaten geltende DSGVO immer noch nicht für nötig, ihre Website zu verschlüsseln. Also nicht nur teilweise nicht, sondern gar nicht. Etwas, dass ich im Jahr 2018 nicht für möglich gehalten hätte.

WEG nicht sicher
Screenshot vom 16.7.2018: Nicht einmal das Kontaktformular der WEG-Bank ist geschützt.

Ich wundere mich einfach nur. Kann denn eine Bank in einem so  stark regulierten Markt wie dem deutschen wirklich so naiv, unbedarft und technisch aus der Zeit gefallen sein, dass sie im Juli 2018 ihre Website samt Kontaktformular straf- und folgenfrei gänzlich unverschlüsselt ins Netz stellt? Erschreckenderweise ja.

Wo sind die Abmahnanwälte, wenn der Markt sie braucht?

Erschreckend insofern, da hier offensichtlich die (Selbst-)Regulation des Marktes versagt hat. Denn ein in puncto Datensicherheit so verantwortungslos agierendes und technisch rückständiges Unternehmen sollte eigentlich in einer Branche, deren Kernthema Vertrauen ist, nicht so lange bestehen dürfen. Doch wo ist die Konkurrenz, wo sind die pfiffigen Abmahnanwälte, wenn man sie mal braucht?

Vielleicht kümmern sich ja die Litecoin Foundation und Tokenpay als Anteilseigner nun bald um dieses Thema und zwingen die WEG Bank technisch auf die Höhe der Zeit. Das wäre nicht nur den Kunden zu wünschen, sondern brächte auch großartige Schlagzeilen mit sich, wenn erst die Krypto-Unternehmen kommen müssen, um einer deutschen Bank zu zeigen, wie man sicher und zeitgemäß mit diesem komischen neuen Ding namens „Internet“ umgeht.

Über den Mikrokosmos Crypto-Twitter

Ich habe vor einer ganzen Weile mal der Redaktion des Online-Ablegers einer der großen deutschen Zeitungen einen Artikel über Crypto-Twitter angeboten.

Mein Vorschlag war, einen Artikel über das zunehmende Spannungsverhältnis zu schreiben. Auf der einen Seite Twitter, die Kommunikationsplattform, die seit 2009 von der Szene für alle Themen rund um Bitcoin genutzt wird (und auch für mich eine der zentralen Informationsplattformen ist), auf der anderen Seite immer mehr Scam-Bots, penetrantes Kurznachrichten ICO-Marketing und eine teils toxische Kommunikationskultur. Die Absage der Redaktion kam dann mit der kurzen Begründung: „Unsere Leser interessieren sich leider nicht für Twitter.“

Crypto-Twitter ist trotzdem ein interessantes Thema

„Oha!“ dachte ich damals, „wenn nicht einmal explizite Online-Medien Themen bzgl. Twitter für relevant genug halten …“, habe kurz überlegt eine Henne-Ei-Diskussion mit dem Redakteur zu starten, mich dann aber nicht weiter daran gestört. Denn da ich ja regelmäßig eine Kolumne für das Global Investor-Magazin schreibe, habe ich das Thema dann eben dort aufgegriffen.

Und da dieser Texte nun offensichtlich lange genug nur den Käufern des gedruckten Magazins zugänglich war, ist der Text Eine Symbiose mit Tücken nun auch online frei zugänglich.

Trotz nerviger Schwächen ist Twitter eine der wichtigsten Kommunikationsplattformen für die Bitcoin- und Blockchain-Community. Doch muss man mit dem Kurznachrichtendienst umzugehen wissen.

Alle meine bisherigen Kolumnen für das Magazin gibt es übrigens hier und die nächste habe ich auch schon fertig geschrieben. Wird dann vermutlich in ca. einem viertel Jahr online erscheinen.