Archiv der Kategorie: Bitcoin Deutschland

Happy Bitcoin-ATH! PS: Bitcoin ist tot!

Gestern vor einem Jahr erreichte der Bitcoin seinen bisherigen Kurs-Höchststand (All Time High) von rund 20.000 US-Dollar und der Jahrestag war für die Börse vor Acht Grund genug, das zum Thema der gestrigen Ausgabe zu machen: „Was vom Bitcoin übrig bleibt“

Damit endet aber leider auch schon alles Positive, was man dem, was Anja Kohl da zur Prime Time kurz vor der Tagesschau  erzählt, abgewinnen kann.

Zehn Jahre Bitcoin – trotzdem nichts gelernt

Denn eigentlich sollte man ja meinen, dass mittlerweile,
zehn Jahre nach der Erfindung von Bitcoin, zumindest Fachjournalisten versucht haben müssten, Bitcoin und den grundsätzlichen, untrennbaren Zusammenhang zwischen Bitcoin und der Blockchain zu verstehen. Falls Anja Kohl das mal versucht hat, war davon leider nichts zu erkennen.

Zunächst geht Sie auf den Kursverlauf des vergangenen Jahres ein. Zum Jahrestag eine nahe liegende und berechtigte Perspektive. Dass hierbei ein desaströses Bild gezeichnet wird, überrascht nicht. 83 Prozent Verlust innerhalb eines Jahres sind ohne Frage krass und viel. Jedoch lässt sie dieses Zahlen so stehen und ordnet sie nicht in einen größeren Kontext ein.

Manipulation durch Weglassen

Genau das wäre an dieser Stelle aber wichtig und Zeichen eines guten und unvoreingenommenen Journalismus gewesen. Denn vergleicht man nur den Kurs wischen dem 17.12.2017 und dem 17.12.2018, dann ergibt sich ein desaströses Bild.

17.12.201720.100 $
17.12.20183455 $

Vergleicht man jedoch die Kurse nicht nur des letzten, sondern der letzten acht Jahre, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Nämlich eines, indem man das All Time High vergangenes Jahr als offensichtlichen statistischen Ausreißer klassifizieren und dementsprechend auch einordnen muss.

17.12.20100,25 $
17.12.20113 $
17.12.201213 $
17.12.2013480 $
17.12.2014324 $
17.12.2015456 $
17.12.2016791 $
17.12.201720.100 $
17.12.20183455 $

Genau das macht Anja Kohl aber nicht, obwohl sie es eigentlich besser weiß. Immerhin hat sie vor gut einem Jahr bereits staunend darüber berichtet, wie der Bitcoin von rund 1000 US-Dollar auf 10.000 US-Dollar kletterte. 

https://youtu.be/bJyypAOEWBM
Nicht alles, was plausibel klingt, ist auch ein Grund 

Stattdessen reimt sich Anja Kohl dann ein paar Gründe zusammen, warum der Kurs so stark gefallen ist, die für den Laien möglicherweise plausibel klingen, aber weder schlüssig sind, noch in irgendeiner Weise belegt werden.

Denn ja, im vergangenen Jahr wurden möglicherweise Bitcoins gestohlen, aber das werden sie seit es Bitcoin gibt und ist daher kein signifikanter Grund für den Preisrückgang im vergangenen Jahr. Auch gab es bestimmt Hackerangriffe, aber auch die gibt es erstens jedes Jahr, zweitens wurde Bitcoin (das Bitcoin-Protokoll) trotzdem noch niemals gehackt und drittens trafen die krassesten Hackerangriffe dieses Jahr nicht Bitcoin, sondern die Hotelkette Marriott, Google und Facebook. 

In diesem Kontext würde mich daher interessieren, auf welche konkreten Bitcoin-Hackerangriffe sich Anja Kohl denn eigentlich bezieht und wie deren Auftreten mit der Preisentwicklung korreliert. Oder ob „die Hacks“ letztlich doch nur ein bequemer Platzhalter sind, wenn man die echten Gründe nicht benennen kann. Denn „Hacks“ – das passt ja schon irgendwie immer.

Als dritte Ursache für den Kursrückgang dann noch die fehlende Regulierung von Bitcoin zu nennen, ist ebenso schwach. Bitcoin ist kein Projekt, das jemals nach Regulierung gesucht hätte. Bitcoin war vor einem Jahr nicht reguliert und ist es auch heute nicht. Diese fehlende Regulierung nun also als Grund für den Preisverfall im letzten Jahr verantwortlich zu machen, ist ähnlich clever, wie sich beim Bademeister zu beschweren, dass das Wasser zu nass sei.

Es ist nicht nur, wie es ist. Sondern das ist es auch weder überraschend noch unvorhersehbar. 

Die alte und falsche „Bitcoin pfui, Blockchain hui“-Leier 

Am Schlimmsten wird es dann aber als Anja Kohl erklärt, dass Bitcoin ja quasi tot sei (und dabei pauschal alle Kryptowährungen über einen Kamm schert), die Blockchain(-Technologie) jedoch kurz vor ihrem großen Durchbruch stehe. Zwar gebe es noch einige Nachteile …

 … denen gegenüber stünden aber natürlich ganz enorme Vorteile.

Das große Problem hier jedoch: Wie so oft, wenn es um irgendwas mit „Blockchain“ geht, werden wilde Behauptungen, irgendwelche Interpretationen und reale Eigenschaften der Blockchain in einen großen Topf geworfen, kräftig durchgerührt und nacheinander solange zufällig wieder herausgezogen, bis auf beiden Tafeln vier Bulletpoints stehen. Wegen der Symmetrie. Dass man jedoch keinen der genannten Punkte auf diese Weise unhinterfragt und ohne kritische Einordnung so stehen lassen kann, geschenkt. Symmetrie, Baby!

Ich nehme die obigen Punkte an dieser Stelle jetzt nicht auseinander. Wer sich für solch eine kritische Einordnung interessiert, den verweise ich gerne noch einmal auf unsere sehr gute Diskussion in der Gesprächsrunde zum Thema Blockchain zwischen Hype und Hohn“ neulich bei Deutschlandfunk Kultur.

https://twitter.com/breitband/status/1071388404951199744
Dieser Bericht ist mangelhaft und das Problem symptomatisch 

Was jedoch die Bitcoin- und Blockchain-Kompetenz der ARD-Börsen-Redaktion angeht und deren journalistisches Ambitionen, Sachverhalte korrekt, verständlich und unvoreingenommen zu erklären, so bleibt eigentlich nur ein vernichtendes Urteil. Wer mit solchen schlecht recherchierten und unzureichend aufbereiteten Beiträgen auf Sendung geht, hat in der Prime Time kurz vor der Tagesschau nichts verloren.

Leider sind Anja Kohl und Kollegen mit ihrer Haltung jedoch nicht die einzigen in der Medienlandschaft und dieses Bild fasst das Problem trefflich zusammen. 

Konsequenzen des Berliner Bitcoin-Urteils

Ich war gestern in Berlin zur 10-Jahre-Bitcoin-Whitepaper-Feier und neben einer imposanten und symbolisch durchdachten Zwei-Schichten-Torte wurden dort auch hübsche kleine The Crypto Anarchist Manifesto– & Bitcoin-Whitepaper-Büchlein verteilt.

manifesto
Die zwei wichtigsten Texte für Bitcoiner im handlichen Hosentaschenformat.

Etwas mehr im Hintergrund (siehe oberes Foto), aber eigentlich ebenso ein Highlight war dabei die Tatsache, dass man im Room 77 nun auch wieder einen Bitcoin-Geldautomaten nutzen konnte.

Es gibt wieder Bitcoin-Geldautomaten in Deutschland

Das ging aufgrund des langen Arms der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) lange Zeit nicht. Diese hatte Bitcoin Ende 2013 nämlich bereits als Rechnungseinheit klassifiziert und damit entschieden, dass Geschäfte mit Bitcoin grundsätzlich aufsichtspflichtig sind. Die mit dieser Entscheidung verbundenen hohen aufsichtsrechtlichen Auflagen machten das Aufstellen eines Bitcoin-Automaten in Deutschland auf diese Weise quasi unmöglich. Ganz vereinfacht zusammengefasst.

Dass in Berlin (und auch in München) nun nach Jahren des faktischen Verbots dennoch wieder Bitcoin-Geldautomaten stehen, liegt an einem interessanten Urteil des Berliner Kammergerichts.

Ende September stellte ebendieses Gericht in einem Strafprozess nämlich fest, dass Bitcoins nicht nur keine Rechnungseinheiten seien, sondern die Bafin mit ihrer Einstufung von Bitcoin als solche auch gleich ihre Kompetenz überschritten hätte. Eine Feststellung, die die hiesige Bitcoin-Community natürlich aufhorchen ließ.

https://twitter.com/allgaeucrypto/status/1051057680197066752

Doch wie so oft, wenn es um Juristerei geht, ist die Realität nicht ganz so einfach, wie man sich das wünscht. Denn Strafrecht ist nicht gleich Verwaltungsrecht und die Bafin hat direkt klar gemacht, dass ihr die Auffassung des Kammergerichts – salopp gesagt – schnuppe ist und sie weiter an ihrer Rechtsauslegung festhält, solange kein Verwaltungsgericht etwas anderes entscheidet.

Zwei Quellen, um den Sachverhalt besser einzuordnen

Da das nun für Nicht-Juristen eine recht unbefriedigende und unverständliche Situation ist, verlinke ich hier zwei Quellen, die den Sachverhalt und die sich ergebenden Konsequenzen mit etwas mehr juristischem Kontext und Hintergrund erklären.

Als Einstieg zunächst eine etwas kompaktere Erklärung in schriftlicher Form.

Danach empfehle ich die deutlich umfangreichere, aber sehr erhellende Kombi-Folge des Fintech-Podcasts und des PayTechTalk-Podcasts, die in ihrer „Bitcoin Urteil Analyse“ eine Vielzahl von weitergehenden Fragen klären.

Dass die Rechtslage und damit das Fazit des Podcasts die anfängliche Euphorie der Community etwas den Wind aus den Segeln nimmt, ist natürlich ernüchternd. Und ist auch der Grund, warum auch das Team der Berliner Bitcoin-Startups Bitwala neulich, auf starkes Anraten der eigenen Rechtsabteilung hin, leider nur mit einem funktionsunfähigen Bitcoin-Geldautomaten vor dem Brandenburger Tor stand.

Immerhin: Die Debatte nimmt Fahrt auf

Dennoch gibt es auch Hoffnung. Denn auch wenn sich die Bitcoin-Geldautomaten in Berlin und München nach dem Urteil des Berliner Kammergerichts rechtlich noch immer in einer Grauzone befinden, kommt immerhin wieder etwas Bewegung in die Debatte. So lädt der Blockchain Bundesverband am 14.11. in Berlin zu einer Diskussion rund um die Konsequenzen aus dem Berliner Urteil. Auch mit in der Runde: Die Bafin.

Das Wichtigste vom Lightning Hackday #3

Ich war am letzten Wochenende auf dem dritten Lightning Hackday in Berlin und da die Hauptbühne ohnehin live gestreamt wurde (und fast alles aufgezeichnet wurde) und drüben im Bitcoinblog auch ein zusammenfassender Artikel über zwei der Talks erschienen ist, mach ich hier quasi nur meine eigene kleine Sammlung, mit Erkenntnissen und Fundstücken von dem Tag.

Der Room 77 empfängt erste Lightning-Bitcoins

Das ist (in seinem eigenen Maßstab betrachtet) durchaus historisch. Denn nachdem der Room 77 bekanntlich 2011 das erste Ladengeschäft war, das Bitcoins akzeptierte und im April 2017 dort auch das erste Bier für Lightnig-Testnet-Bitcoins über den Tresen ging, wurden am vergangenen Samstag nun auch die ersten Bestellungen mit „echten“ Bitcoins über das Lightning-Netzwerk beglichen.

This beer was paid for with testnet coins routed over the Lightning network.

Das ist ziemlich beeindruckend, denn es geht schnell (1 Sekunde bei direkten Kanal, 9 Sekunden beim Routing durch das Lightning-Netzwerk), ist privat (keiner weiß, durch wessen Knoten das alles gelaufen ist) und kostet bei knapp 30 Euro Rechnungswert nur 0,017 Cent.

Genauere Infos über das Prozedere gibt es bei René Pickhardt, der an dem Bezahlvorgang beteiligt war.

Insgesamt deutlich internationaler

Darüber hinaus war natürlich auch der Hackday als solches bemerkenswert. Alles wieder ein Stück größer und internationaler – ich hab mit Leuten aus Japan, Korea, Spanien, der Schweiz und Norwegen gesprochen, aber es waren wohl auch noch welche aus Italien, den USA, Südafrika, Tschechien und anderen Ländern da. Bei „nur“ rund rund 200 Teilnehmern insgesamt eine beachtliche Leistung. So viele Experten und Interessierte an einem Ort vereint findet man selten. Zumal die meisten tatsächlich „nur“ für dieses Event angereist waren.

Weitere Fundstücke

Es gibt eine kleine Spiele-Entwicklerbutze, die Bitcoin- und Lightning-inspirierte Browsergames macht. Kann man im Browser spielen, macht Spaß ist aber alles noch recht einfach.

satoshis games
Super Bro 2 – Du musst Satoshi Nakamoto retten und sammelst dabei Satoshis

Minecraft + Lightning

Konstantin Nick hat live gezeigt, wie man Minecraft und Lightning verbinden kann. Durch Lightning-Transaktion beamte er seine Spielfigur bspw. 100 Schritte vorwärts. (im obigen Live-Mitschnitt ab ca. 6:15:30)

Mincraft Lightning
Wer diese Minecraft-Lightning-Rechnung bezahlt, beamt sich nach vorn.

Handliche Lightning-Nodes sind praktisch und beliebt

Die von Fulmo gebauten (und komplett Open Source) RaspiBlitz sind ziemlich smarte und handliche Geräte und als vollwertige Bitcoin- & Lightning-Knoten ideal für den Einstieg in Lightning. Im Eigenbau muss man mit ca. 130 Euro rechnen. Wer im Netz sucht, findet ähnliche bzw. zusammengesetzte Modelle für 250 bis 300 Dollar.

RaspiBlitz
Jeder RaspiBlitz ist ein eigener Lightning-Knoten.

Großes Interesse an ungelösten Problemen

Eine der bestbesuchten (aber leider nicht aufgezeichneten) Sessions war die über die noch zu bewältigenden Hürden und Probleme des Lightning-Netzwerks. Das kann man bestimmt beim nächsten mal noch ausführlicher und prominenter platzieren.

Bester Moment dieser Session: Als gefragt wurde, wie viele der Anwesenden Bitcoins bei irgendeiner Online-Exchange liegen haben, obwohl alle wissen, dass man das nicht machen sollte und sich rund 80 Prozent der Anwesenden meldeten. Der Punkt, wie wichtig und mächtig Bequemlichkeit, Einfachheit und Nutzerfreundlichkeit sind, war damit recht eindrucksvoll belegt.

Problems with lightning
Es funktioniert, trotzdem hat das Lightning-Netzwerk noch viele Baustellen.

Goldene Bitcoins für alle!

Als ich vor einer Weile mal nach Schoko-Bitcoins für einen Workshop gesucht habe, gab es schlichtweg keine. Das fand ich sehr schade. Umso mehr habe ich mich also gefreut, dass man offensichtlich doch wieder welche bekommen kann. Sind allerdings nicht ganz billig, schmecken dafür aber auch ganz gut.

schoko Bitcoins
Mo‘ Bitcoins, mo‘ Schoki

… in anderen Ländern gibt es sie offensichtlich billiger.

Fazit

Insgesamt ein sehr gelungenes Event, bei dem ich selbst noch nicht alles , ob der durchaus anspruchsvollen Thematiken und Konversationen, froh war, dass der Kaffee so stark war, dass binnen weniger Minuten sämtliche Schweißporen aktivierte.

Veranstaltungstipp: Lightning Hackday #3

Ich habe hier im Blog schon häufiger über Lightning berichtet, die meist beachtete und auch interessanteste Skalierungsoption für Bitcoin.

Um das Konzept dieses Second-Layer-Protokolls und dessen Potential und Status Quo besser zu verstehen, war ich selbst vor einiger Zeit beim ersten Lightning Hackday in Berlin, einem der besten Events zu diesem Thema. Nicht nur regional, sondern mittlerweile auch global. Denn zum bevorstehenden Lightning Hackday #3 wird die Sprecher- und Teilnehmerliste immer ausgewählter, hochwertiger und internationaler.

Null-„Blockchain“-Business-Bullshit-Quote

Und da der Lightning Hackday bisher eine der ganz wenigen Veranstaltungen mit Null-„Blockchain“-Business-Bullshit-Quote ist, weise ich gerne auch noch einmal explizit auf die kommende Veranstaltung hin. Dieses Mal erstmals mit einem vorgelagerten Hackathon am 31. August und dem eigentlichen Hackday mit Barcamp, Fachvorträgen und den Ergebnissen des Hackathons dann am 1. September. Das Ganze wieder in Berlin.

Bemerkenswert ist dabei auch, dass das Event kostenlos ist für die, die das wollen. Wer es sich jedoch leisten kann und die Veranstalter unterstützen will, darf den eigentlich symbolischen Ticketpreis aber auch bezahlen.

Litecoin Foundation kauft sich bei nicht-sicherer Bank ein

Vermutlich hätte ich wie viele andere niemals von der Existenz der WEG Bank erfahren, wenn da nicht letzte Woche die überraschende Nachricht durchs Netz gereicht wurde, dass die Litecoin Foundation zusammen mit der Zahlungsplattform Tokenpay 9,9 Prozent an ebendieser kleinen deutschen Nischenbank erworben hat. (Statement Tokenpay / Statement WEG Bank).

Die Infrastruktur der WEG Bank ist nicht sicher

Nun wurde dazu eigentlich auch schon fast alles geschrieben, aber ein kleines, Im Juli 2018 nicht unerhebliches Detail macht doch stutzig: Offensichtlich hält es die WEG Bank trotz großem Brimboriums um die nun seit fast zwei Monaten geltende DSGVO immer noch nicht für nötig, ihre Website zu verschlüsseln. Also nicht nur teilweise nicht, sondern gar nicht. Etwas, dass ich im Jahr 2018 nicht für möglich gehalten hätte.

WEG nicht sicher
Screenshot vom 16.7.2018: Nicht einmal das Kontaktformular der WEG-Bank ist geschützt.

Ich wundere mich einfach nur. Kann denn eine Bank in einem so  stark regulierten Markt wie dem deutschen wirklich so naiv, unbedarft und technisch aus der Zeit gefallen sein, dass sie im Juli 2018 ihre Website samt Kontaktformular straf- und folgenfrei gänzlich unverschlüsselt ins Netz stellt? Erschreckenderweise ja.

Wo sind die Abmahnanwälte, wenn der Markt sie braucht?

Erschreckend insofern, da hier offensichtlich die (Selbst-)Regulation des Marktes versagt hat. Denn ein in puncto Datensicherheit so verantwortungslos agierendes und technisch rückständiges Unternehmen sollte eigentlich in einer Branche, deren Kernthema Vertrauen ist, nicht so lange bestehen dürfen. Doch wo ist die Konkurrenz, wo sind die pfiffigen Abmahnanwälte, wenn man sie mal braucht?

Vielleicht kümmern sich ja die Litecoin Foundation und Tokenpay als Anteilseigner nun bald um dieses Thema und zwingen die WEG Bank technisch auf die Höhe der Zeit. Das wäre nicht nur den Kunden zu wünschen, sondern brächte auch großartige Schlagzeilen mit sich, wenn erst die Krypto-Unternehmen kommen müssen, um einer deutschen Bank zu zeigen, wie man sicher und zeitgemäß mit diesem komischen neuen Ding namens „Internet“ umgeht.

Über den Mikrokosmos Crypto-Twitter

Ich habe vor einer ganzen Weile mal der Redaktion des Online-Ablegers einer der großen deutschen Zeitungen einen Artikel über Crypto-Twitter angeboten.

Mein Vorschlag war, einen Artikel über das zunehmende Spannungsverhältnis zu schreiben. Auf der einen Seite Twitter, die Kommunikationsplattform, die seit 2009 von der Szene für alle Themen rund um Bitcoin genutzt wird (und auch für mich eine der zentralen Informationsplattformen ist), auf der anderen Seite immer mehr Scam-Bots, penetrantes Kurznachrichten ICO-Marketing und eine teils toxische Kommunikationskultur. Die Absage der Redaktion kam dann mit der kurzen Begründung: „Unsere Leser interessieren sich leider nicht für Twitter.“

Crypto-Twitter ist trotzdem ein interessantes Thema

„Oha!“ dachte ich damals, „wenn nicht einmal explizite Online-Medien Themen bzgl. Twitter für relevant genug halten …“, habe kurz überlegt eine Henne-Ei-Diskussion mit dem Redakteur zu starten, mich dann aber nicht weiter daran gestört. Denn da ich ja regelmäßig eine Kolumne für das Global Investor-Magazin schreibe, habe ich das Thema dann eben dort aufgegriffen.

Und da dieser Texte nun offensichtlich lange genug nur den Käufern des gedruckten Magazins zugänglich war, ist der Text Eine Symbiose mit Tücken nun auch online frei zugänglich.

Trotz nerviger Schwächen ist Twitter eine der wichtigsten Kommunikationsplattformen für die Bitcoin- und Blockchain-Community. Doch muss man mit dem Kurznachrichtendienst umzugehen wissen.

Alle meine bisherigen Kolumnen für das Magazin gibt es übrigens hier und die nächste habe ich auch schon fertig geschrieben. Wird dann vermutlich in ca. einem viertel Jahr online erscheinen.

Zwei(einhalb) frische Bitcoin-Podcast-Hörtipps

Ich war die Tage in Köln um dort Angehörige der Bundeswehr in ihrem Weiterbildungsseminar Digitale Revolution und Politik einen Workshop zu Bitcoin zu geben. (In dem übrigens sowohl das Interesse als auch die Diskussionsfreude erfreulich hoch war.)

Und weil man nun zwischen Leipzig und Köln sehr viel Zeit im Zug verbringt, habe ich selbige genutzt, um endlich mal ein paar Podcasts zu Ende zu hören, die ich schon seit langem offen bzw. in der Playlist hatte.

Die beiden besten stelle ich hier kurz vor, aber weil für eine ordnungsgemäße akustisch-intellektuelle Ménage-à-trois zwei bekanntlich einer zu wenig sind, gibt es als Bonus obendrauf noch ein ganz besonderes Schmankerl!


#1 Deutschlandfunk KulturBitcoin Boom auf Island. Wem nützt die Goldgräberstimmung

Island gehört zu den wichtigsten „Schürfgebieten“ von Bitcoins. Billiger Strom aus Erneuerbaren, natürliche Kühlung der Rechenzentren und die Offenheit für neue Technologien locken internationale Krypto-Unternehmer an. Über Risiken sprechen wenige. (direkt zur mp3)

Diese Sendung ist wirklich eine rundum gelungene halbe Stunde, die sich mit Island, dem prominenten und von der Krypto-Industrie geprägten Mining-Standort, einen ganz eigenen Fokus sucht und Geschichten erzählt, die man so noch nirgends anders gehört hat. Insbesondere die, die Island immer als Positiv-Beispiel für „grünes“ Mining herangezogen, werden ihre Position hinterfragen müssen, wenn dafür immer neue Leitungen durch ein Land verlegt werden, das selbst von dem Krypto-Boom möglicherweise gar nicht so viel hat. Sehr hörenswert!


#2 UnchainedJimmy Song on Why Bitcoin Will Be the Winning Cryptocurrency – Ep.69

In an episode of strong positions, Blockchain Capital  partner and Bitcoin educator Jimmy Song explains why private blockchains will never work, why smart contracts will never work, and why Bitcoin will be the one and only valuable cryptocurrency. He also gives his definition sound money, describes why Bitcoin is sound money, and talks about how he finds new companies to invest in if he believes Bitcoin is already the winner. Plus, he recounts the story of his buzz-generating debate with ConsenSys’s Joe Lubin at the Consensus conference, which ended with a challenge to come up with a bet in Bitcoin, and what terms Jimmy would like to make the bet on. Lubin, it’s your move.

Bisher kannte ich Jimmy Song nur als technisch versierten und meinungsstarken Bitcoin-Maximalisten, der in der Lage ist, seine Sichtweise verständlich und nachvollziehbar aufzubereiten. Nach dem Hören dieses Podcasts weiß ich nun auch, warum er so eine starke Position u.a. gegen private Blockchains vertritt. Er selbst hatte selbst zwei Jahre lang den Auftrag, solch eine private Blockchain-Lösung zu entwickeln und ist dabei Stück für Stück in jedes Problem hineingeraten, das sich aus diesem letztlich widersprüchlichen Konzept ergibt. Harte, aber lehrreiche Schule also.


Bonus: MDR Sachsen AnhaltBitcoin und Blockchain

Wie eine komplizierte Technologie Banken, Versicherungen, öffentliche Register und die Wirtschaft verändern könnte.

Als ich gesehen habe, dass nicht nur der MDR (den ich wegen seines allzeit spürbaren nostalgischen Festhaltens an eigentlich zu Recht vergangenen Zeiten gerne auch M-DDR nenne), sondern mit MDR Sachsen Anhalt auch noch eine der drei regionalen Landeswellen einen Podcast zum digitalen Leben startet und sich die erste Folge auch noch Bitcoin widmet, war ich gleichzeitig positiv überrascht und befürchtete Schlimmes. Denn wer einmal MDR Sachsen-Anhalt gehört hat, weiß, dass das kompetente und gut recherchierte Aufarbeiten von komplexen und abstrakten Vorgängen nicht unbedingt zu den Kernkompetenzen dieses Senders gehört.

Schlimm, schlimmer, MDR Sachsen-Anhalt

Leider zementiert der Podcast dieses Image noch weiter, indem hier Leute, die keine Ahnung haben, mit Leuten sprechen, die ebenfalls keine Ahnung haben (oder so zusammen geschnitten wurden, dass es wirkt, als hätten sie keine Ahnung). Von Bitcoin über die „Blockchain-Technologie“ bis hin zu ICOs  wird wild, unkritisch, teils haarsträubend naiv und oft zusammenhanglos und ohne echte Erklärungen umher schwabuliert.

Dass einer der Moderatoren dabei sogar in einen ICO investiert hat, aber nicht einmal erklären kann, was das Unternehmen ihm da eigentlich verkauft hat oder überhaupt macht, passt ganz hervorragend zu einem Podcast, der wie ein akustischer Verkehrsunfall wirkt. Es ist so furchtbar, dass man nicht weghören kann.

Die ultimative Herausforderung: Bis zum Ende hören!

Genau deswegen „empfehle“ ich diesen Podcast hier auch. Man muss zwar ganz ganz tapfer sein, um bis zum Ende zuzuhören, aber man lernt auch was dabei. Zum Beispiel, dass das das journalistische Niveau ist, von dem der MDR in Sachsen-Anhalt meint, das er es seinen Hörern zumuten kann: unterirdisch und das Schlimmste, was ich jemals zu Bitcoin gehört habe. So schlimm, dass es tatsächlich schon wieder komisch ist. Wenn es nur nicht so traurig wäre.

Denn dieser Podcast wirf ein schlechtes Licht auf sämtliche Beteiligten. Die, die ihn verantworten und die, die darin auftauchen. Und ganz ehrlich – wenn z. B. Petra Sitte (MdB) als Mitglied des politischen Beirats des Blockchain Bundesverbands und das, was sie in diesem Podcast sagt, repräsentativ für die Kompetenz des Bundesverbandes steht, dann würde ich an deren Stelle den Laden lieber heute als morgen aus Scham wieder dicht machen. Selbst für eine Politikerin ist die Bullshit-Quote hier rekordverdächtig.

Aber so etwas kommt eben dabei heraus, wenn man nicht die Leute befragt, die Ahnung haben, sondern ausschließlich die, die im Sendegebiet wohnen. Genau diese Mauer in den Köpfen macht den MDR zum M-DDR.

Bild: „Classic old radio 1960s or 70s style“ Flickr-User theslowlane (CC BY 2.0)

#BTCM – Das Bitcoin- & Krypto-„Klassentreffen“ in Essen

Ich war am Samstag in Essen auf dem (der?) #BTCM2018, einer ganz eigenen Mischung aus Crypto-Konferenz und internationalem Meetup, die es sonst wohl nirgendwo anders gibt.

Denn die bunte und sehr interessante Durchmischung der Teilnehmer und Speaker zusammen mit der unaufgeregten Einfach-Machen– und Get-Lost/Get Found-Atmosphäre der Location, dem Unperfekthaus, sorgen für einen Charme, bei dem man sich ganz schnell wohl fühlt und mit Leuten ins Gespräch kommt, die man wohl nirgendwo anders direkt beieinander treffen würde: Miner, Gründer, Aktivisten, Neulinge, Cypherpunks, Anwälte, Blogger – aus allen Ecken war jemand da und alle haben sich – teils hitzig, aber immer auf Augenhöhe –  miteinander ausgetauscht.

Was die (das?) #BTCM2018 nun schon zum zweiten Mal zu so etwas wie dem inoffiziellen Klassentreffen der lokalen, aebr eben auch internationalen Bitcoin- und Krypto-Szene macht. Neben dem HCPP, den Breaking Bitcoin bzw. Building on Bitcoin-Konferenzen und der Baltic Honeybadger ist die (das?) #BTCM2018 damit wohl eines der nahbarsten und authentischsten Bitcoin-Events.

Wenngleich Bitcoin-Maximalisten im Programm wohl eine etwas zu hohe „Blockchain“ und ICO/Tokensale-Ankündigungs-Quote monieren würden.

Doch ist das Programm, wie so oft, letztlich auch hier nur der offizielle Anlass, sich zu treffen. Das, was am Ende in Erinnerung bleibt, passiert ohnehin abseits der Bühne. Bekannte Gesichter (wieder-)treffen), Raum für ungezwungene Off-Topic-Diskussionen, ein Gefühl für Stimmungen, Tendenzen und Meinungen kriegen und sich selbst für neue Projekte, Artikel und Formate inspirieren lassen.

Mir bleibt jedenfalls, auch wenn ich leider nur kurz da sein konnte, vieles in sehr guter Erinnerung.  Und sollte die (das?) #BTCM auch 2019 noch einmal stattfinden, komme ich gerne wieder.

Dann aber definitiv ohne die „Unterstützung“ der Deutschen Bahn.

Der andauernde Kampf um die „Bitcoin“-Marke

Vor ein paar Tagen schrieb mir Markus mit dem Hinweis, dass „Bitcoin“ und „Ethereum“ beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) gerade als Marke angemeldet würden und dass sich hier doch möglicherweise wieder einmal ein Abmahn-Troll in Stellung zu bringen versucht.

Ich fand den Hinweis interessant und habe deshalb mal ein bisschen recherchiert und Kontakt mit dem DPMA aufgenommen, denn es ist ja nicht das erste Mal, dass „Bitcoin“ als Marke geschützt werden soll und teilweise ist es tatsächlich auch schon registriert. Andere Versuche wurden jedoch auch schon abgelehnt. Hier also mal ein Überblick über den aktuellen Stand.

bitcoin dpma alles
Das DPMA listet 35 Einträge zum Stichwort „Bitcoin“ (Stand: 6.3.2018)

Viele Versuche, wenig Erfolg

Insgesamt finden sich zum Stichwort „Bitcoin“ bisher 35 Einträge beim DPMA. Bei den meisten davon ist „Bitcoin“ nur ein Teil der Marke, bspw. „Winklevoss Bitcoin Trust“ das tatsächlich als Marke eingetragen ist. Auch, weil es hinreichend spezifisch und unterscheidbar ist. Andere Kombinationen wie „Bitcoin Investor“, „Bitcoin Report“, „Bitcoin Mag“, „Bitcoin Magazin“, „Start Bitcoin“ und auch das ikonische „Bitcoin accepted here“-Zeichen wurden hingegen nicht eingetragen. Bei wenigen weiteren (bspw. „Bitcoin Pension“) steht die Entscheidung noch aus.

bitcoin_accepted_here
Vom DPMA als Marke abgelehnt: Das bekannte „bitcoin accepted here“-Zeichen

Auf die Klasse kommt es an

Noch interessanter ist jedoch, dass es im Archiv schon acht Einträge zu „Bitcoin“ alleine gibt, aber dennoch nicht alle gleich bewertet wurden. Bei einigen Anträgen wurde der Markenschutz eingetragen, bei anderen nicht. Das liegt auch an den verschiedenen Klassen, in denen man die Marke schützen lassen will. Denn man muss bei der Anmeldung genauer spezifizieren, für welchen Waren oder Dienstleistungsbereich man den Begriff eigentlich schützen lassen will. Je nach Klasse wird dann entschieden, ob das möglich ist oder nicht.

Der älteste Eintrag stammt dabei von bitFlyer Inc, ein japanisches Unternehmen, das sich selbst als weltgrößte Bitcoin-Börse beschreibt und gerade dabei ist, auch nach Europa zu expandieren. Schon 2011 hat das Unternehmen den Schutz für die Klasse 9 (u.a. „Mechaniken für geldbetätigte Apparate; Registrierkassen, Rechenmaschinen, Hardware für die Datenverarbeitung, Computer; Computersoftware“) Klasse 35 (u.a. Werbung; Geschäftsführung; Unternehmensverwaltung; Büroarbeiten), Klasse 38 („Telekommunikation“) und Klasse 42 („Wissenschaftliche und technologische Dienstleistungen sowie
Forschungsarbeiten und diesbezügliche Designerdienstleistungen; industrielle Analyse- und Forschungsdienstleistungen; Entwurf und Entwicklung von Computerhard- und -software“) beantragt und auch genehmigt bekommen.

bitcoin dpma allein
Insgesamt acht Beiträge gibt es beim DPMA zu „Bitcoin“ (Stand 6.3.2018)

Diese nicht unerheblichen Bereiche sind damit seitdem tatsächlich geschützt und zwar nicht nur in Deutschland, sondern europaweit, denn das DPMA listet natürlich auch Einträge des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO), die entsprechend auch hier gelten.

Auch die globalen „Bitcoin“-Rechte liegen in Japan

Darüber hinaus hat sich bitFlyer Inc mittlerweile die genannten Klassen auch noch weltweit sichern lassen und dabei zusätzlich auch den Schutz der Klasse 36 („Versicherungswesen; Finanzwesen; Geldgeschäfte; Immobilienwesen“) und Klasse 45 („Juristische Dienstleistungen; Sicherheitsdienste zum physischen Schutz von
Sachgütern oder Personen; von Dritten erbrachte persönliche und soziale
Dienstleistungen betreffend individuelle Bedürfnisse“) erwirkt.

Das macht die Japaner nicht nur zum globalen Hegemonen der „Bitcoin“-Markenrechte, sondern ist in einem Punkt auch besonders bemerkenswert. Während das EUIPO nämlich einem anderen Antragsteller 2013 die Klasse 36 für „Bitcoin“ verweigert hat, hat das übergeordnete internationale Pendant, die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO), dieselbe Klasse zwei Jahre später für bitFlyer Inc genehmigt. Ein offensichtlicher Widerspruch, der aber noch niemandem aufgefallen zu sein scheint, bzw. an dem sich bisher keiner ausreichend stört.

Vermutlich auch, weil es bislang nicht zum Streit kam. Ich habe jedenfalls bislang noch keine Meldungen gefunden, dass bitFlyer Inc, die erworbenen Markenrechte in irgendeiner Weise aktiv im Kampf gegen Dritte durchsetzt.

Schutz oder Missbrauch der Rechte?

Ob sich das im Rahmen der laufenden globalen Expansion womöglich ändert, ist ungewiss. Zwei Optionen sind hierbei möglich: Die pessimistische ist, dass bitFlyer Inc die Rechte bislang nur noch nicht einsetzt, sich die Option aber durchaus offen hält. Die optimistischere ist, dass sie die Marke geschützt haben, damit das niemand anderes machen kann, auch und gerade keine professionellen Abmahn-Trolle.

Bis sie das Gegenteil beweisen, deutet bislang alles darauf hin, dass letzteres der Fall ist. Zumal ja auch eingetragene Marken nicht unangreifbar sind. Es ist nämlich durchaus möglich, Löschanträge zu stellen, sofern man diese gut begründen kann und bereit ist, die Kosten für das Löschverfahren zu tragen. BitFlyer Inc’s Markenschutz ist selbst also nicht unangreifbar.

Eine Löschung wurde offensichtlich auch bei einem weiteren „Bitcoin“-Eintrag schon vorgenommen. Für Klasse 40 („Materialbearbeitung“), Klasse 14 („Edelmetalle und deren Legierungen; Juwelierwaren, Schmuckwaren, Edelsteine und Halbedelsteine; Uhren und Zeitmessinstrumente“) und Klasse 25 („Bekleidungsstücke, Schuhwaren, Kopfbedeckungen“) wurde die Marke „Bitcoin“ beim DPMA wieder gelöscht.

Was machen die anderen „Bitcoin“-Einträge

Was die restlichen vier „Bitcoin“-Anmeldungen angeht, so sind diese alle noch ganz frisch aus dem Dezember 2017. Sämtliche Anmeldungen (teilweise auch doppelt für die Klassen 3, 14, 18, 25, 28, 29, 30, 32, 33) laufen noch. Die Entscheidungen über die Eintragung steht also noch aus.

Die Vermutung, dass hier jedoch vor allem der enorm gestiegene Kurs das Interesse an möglichen Markenrechten beflügelt hat, liegt nahe. Da bis zur Eintragung der Marke jedoch immer auch noch eine Widerspruchsfrist läuft und einige der beantragten Klassen bereits schon einmal abgelehnt wurden, sollten diese Versuche der Community zunächst keine Sorgen bereiten. Zumal auch hier der begründete Löschantrag immer als letzte Option zur Verfügung steht.

Und wie steht es nun um „Ethereum“?

Bei „Ethereum“ ist die Lage indes (noch) nicht ganz so verworren. Mit einem der vier bestehenden Einträge beim DPMA hat sich die Ethereum Stiftung europaweit die Rechte für die Klassen 35, 38, und 42 gesichert.

ethereum dpma
Nur vier Beiträge gibt es beim DPMA bisher zu „Ethereum“ (Stand: 6.3.2018)

Die strittige Klasse 36 wurde in einem weiteren Fall vom DPMA ebenfalls abgelehnt und seit Dezember bzw. Januar versucht Christel Faul offensichtlich nicht nur für „Bitcoin“, sondern auch für „Ethereum“ zahlreiche Klassen zu registrieren. Mal schauen, ob ihr das gelingt.

Mehr solche Artikel auf The Coinspondent?

Falls ihr ebenfalls auf ein interessantes Thema von breiterem Interesse stoßt und möchtet, dass ich mich darum kümmere, schreibt mir gerne eine Mail.

Alle anderen können mit einer gelegentlichen Spende die Arbeit an solch einer Recherche überhaupt erst ermöglichen.

Bitcoin aus Verbrauchersicht aktuell eingeordnet

Julian Gräfe von der ARD-Sendung plusminus hat diesen, wie ich finde, durchaus gelungenen Beitrag zu Bitcoin produziert, der vergangene Woche im Fernsehen lief.

Interessante Protagonisten (Es gibt nicht viele, die ihren Bitcoin-Reichtum so offen nach außen tragen. Aus Gründen), kritische Einschätzungen, die obligatorische Umfrage, der ebenso obligatorische Praxistest und ein sehr sachliches Fazit – mehr kann man dem durchschnittlichen ARD-Zuschauer in acht Minuten nicht zumuten.

Sehenswert ist der Beitrag aber vor allem auch, weil er zeigt, wie Bitcoin aktuell außerhalb der Crypto-Filterbubble wahrgenommen wird. Etwas, das man als Teil der Bubble im Blick behalten sollte.