Archiv der Kategorie: Afrika

Honigdachs #12 – Bitcoin international

Die zwölfte Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan (bitcoinprivacy.net), Manuel (guidap.de) und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist.

Honigdachs -12 – Bitcoin international

Dieses Mal nehmen wir Stefans gerade erst begonnene Weltreise zum Anlass, um ein bisschen über den Tellerrand zu schauen und zu diskutieren, was wir bislang über Bitcoin in einzelnen Ländern wissen. Denn viel zu oft wird außer Acht gelassen, dass Bitcoin ein globales Phänomen ist und überall auf der Welt anders wahrgenommen und eingesetzt wird.

Zum Beispiel haben die SBB, die „Schweizerischen Bitcoin Bahnen“ gerade erst bekannt gegeben, dass man künftig an über 1000 ihrer Fahrkartenautomaten auch Bitcoins kaufen kann. Ein smarter Schachzug, der international für Aufmerksamkeit sorgt und den Bloggern und Journalisten dieser Welt endlich einmal wieder gebührend Anlass bietet, mit schrägen Bahnreise-Wortspielen zu kalauern.

Auf diesen Zug wollen wir aber gar nicht erst aufspringen, sondern halten es lieber mit Jules Verne: „In 80 Minuten um die (Bitcoin-)Welt!“ Bitte sehr, hier entlang …

Shownotes nach dem Klick.

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Cryptofinance und wie es die Welt verändern kann

Menschen, die sich sehr für Bitcoin begeistern, wird immer wieder vorgeworfen, dass sie – besonders auf der Makroebene – ein zu simples Verständnis von ökonomischen Zusammenhängen hätten. Es reiche nun mal nicht aus, nur reflexartig „Bitcoin“ zu rufen, wenn es um Lösungsvorschläge für komplexe gesellschaftliche Probleme geht.

Dass dieses Vorwurf jedoch nicht immer stimmt, beweist Johann Gevers mit diesem Vortrag über „The Age of Cryptofinance“. Darin legt er sehr anschaulich dar, warum Bitcoin und alles was daraus entsteht die Welt verändern und verbessern wird.

Cryptofinance – Ein Begriff der Bitcoin-Zukunft

Dass Gevers ein bodenständiger Visionär ist, hat er schon in anderen Vorträgen bewiesen. Dieser hier ist aber insofern besonders aufschlussreich, weil Gevers Unternehmen Monetas in Tunesien mittlerweile genau das umsetzt, was er hier erklärt (siehe Bitcoin-Presseschau #78). Mal ganz abgesehen davon, dass er mit Cryptofinance einen wirklich smarten Begriff gefunden hat, der die Gesamtheit und das Potential des Bitcoin-Ökosystems clever kommuniziert.

Bitcoin per Messenger zu M-Pesa transferieren

Die große Stärke von Bitcoin ist, dass es kein abgeschlossenes, sondern ein Open Source-Finanzsystem ist. Das bedeutet, dass jederman Bitcoin nutzen kann, um für sein spezifisches Problem oder für die ganz individuellen Ansprüche eine passende Lösung zu basteln. Oder, wie dieses Beispiel zeigt, andere, sehr erfolgreiche, aber eigentlich abgeschlossene Finanzsysteme zu penetrieren.

Bitcoins mittels M-Pesa binnen Minuten zu Bargeld machen

Michael Baumann zeigt nämlich in diesem bemerkenswerten Video, wie es jetzt schon technisch ganz einfach möglich ist, Bitcoins per Telegram-Messenger in das M-Pesa-Netzwerk zu schicken und sich direkt auszahlen zu lassen. Oder den Taxifahrer zu bezahlen. Oder noch viel mehr. (Hier gibt es noch eine Indoor-Demo, bei der man den Bildschirm noch besser sehen kann).

Bitcoin als grenzenloses Bindeglied

Das klingt vielleicht banal, ist es aber ganz und gar nicht, wenn man bedenkt was für eine reichweitenstarke Institution das M-Pesa-System mittlerweile im Peer-to-Peer-Bezahlen ist oder dass Anbieter wie Facebook zwar schon lange vollmundig Peer-to-Peer-Bezahlen per Messenger ankündigen, da aber bislang noch nichts Nennenswertes bei rumgekommen ist. Mal ganz abgesehen davon, dass die obige Lösung eine Einzelperson(!) gebaut hat und damit transantionale Überweisungen ins M-Pesa-Netz mit jedem(!) Messenger (Telegram, Whatsapp, WeChat etc.) möglich sind. Hut ab!

Afrikanische Bitcoin-Pionier-Staaten

Wenn von Bitcoin und Afrika gesprochen wird, dreht es sich meist um immer nur die selben Staaten, allen voran Kenia und Südafrika. Dass das viel zu stereotyp und einseitig ist, zeigt dieser Artikel über afrikanische Länder, die eine Pionierrolle bei Bitcoin übernehmen könnten.

Bitcoin-Afrika ist mehr als nur Kenia und Südafrika

Klar, Kenia und Südafrika gehören selbstverständlich auch in diese Liste, aber wie groß das Potential für Bitcoin auf den Seychellen, in Ghana, Marokko, Simbabwe und Tunesien ist, war mir in dem Maße bisher noch nicht bewusst.

Mal gibt es dort eine ziemlich gute Internetabdeckung als gute Voraussetzung mal spielen andere Faktoren wie hohes Bildungniveau, viel Tourismus oder die bereits bestehende Banken- und Finanzinfrastruktur eine Rolle. In Tunesien bspw. gibt es dem Artikel zufolge eine Rekord-Handyverbreitung von 120 Prozent, was bedeutet, dass es dort rund zehn Millionen mehr Mobiltelfone gibt als Einwohner.

Und obwohl der Bitcoin-Weg trotzdem in vielen Ländern noch sehr weit sei, wäre das Potential vielversprechend, so das Fazit.

Bitcoin in Afrika – was gibt es Neues?

Während ich noch mein Material der Inside Bitcoins-Konferenz vergangener Woche durch- und aufarbeite hier ein paar Links mit Themenschwerpunkt Afrika – eines der spannendsten Gebiete, wenn es um das Thema Bitcoin geht.

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M-Pesa – Kenias Mobile-Payment-Erfolg

Gestern lief eine neue Folge der Serie Digitales Bezahlen, bei der ich wöchentlich im Programm von detektor.fm über Bitcoin und andere digitale Währungen berichte.

Nach drei Wochen intensiver Beschäftigung ging es dieses Mal neben aktuellen Ereignissen aus der Welt des digitalen Bezahlens um M-Pesa. Das kenianische Vorzeigeprojekt des Mobile Payment hat bezahlen mit dem Handy nicht nur im eigenen Land zum Standard gemacht, sondern ist mittlerweile in Afghanistan, Südafrika, Rumänien, Mosambik, Indien und sogar im EU-Land Rumänien verfügbar.

M-Pesa ist die kenianische Erfolgsgeschichte des Mobile Payments
Bei mehr als 80.000 in Kenia Agenten verfügbar: M-Pesa

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Bill Gates über das Potential der „Unbanked“

Der Vortrag, den Bill Gates bei der Sibos-Konferenz Anfang Oktober gehalten hat, handelt nicht explizit von Bitcoin. Vielmehr geht es um die enormen Möglichkeiten, die sich ergeben, wenn man allen Menschen auf der Welt Zugang zu einem digitalen Geldsystem ermöglicht. Das wiederum ist heute leichter denn je, immerhin sind Handys und Smartphones selbst in Entwicklungsländern weit verbreitet.

Digitales Bezahlen als direkte, nachhaltige und angewandte Entwicklungshilfe quasi und letztlich dann doch auch ein Thema, das direkten Bitcoin-Bezug hat, denkt man an Unternehmen wie bspw. 37coins. Das arbeitet mit Blick auf die Infrastruktur von ärmeren Ländern daran, dass sich Bitcoins auch ohne Internet, sondern einfach per SMS verschicken lassen.

Rückblick Bitcoin-Filmfestival

Am Samstag fand in Berlin das Bitfilm-Festival statt, bei dem rund fünf Stunden lang nur Filme rund um das Thema Bitcoin auf dem Programm standen. Das war ziemlich viel Input und ich habe gar nicht erst versucht alle Filme zu sehen, da ich zwischendurch noch Interviews geführt habe. Aber was ich gesehen habe, war eine sehr gute Auswahl.

Nun tourt das Festival um die Welt und für alle, die am Samstag nicht kommen konnten und auch nicht das Glück haben in Rio, Kapstadt, Seoul und Co. vor Ort sein zu können, hier ein paar der Perlen, die gezeigt wurden und im Netz verfügbar sind. Sehenswert auch deshalb, weil einige der Filme frisch aktualisiert und erweitert wurden.

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Lesetipp #2 – Crypto for Africa

How Can Digital Currency Enable Farmers in Africa?

Neulich habe ich die Infografik mit den horrend hohen Überweisungskosten verlinkt, die vor allem Afrika besonders hart treffen. Eine Erklärung dafür findet sich in obigem Artikel: Weil selbst bei innerafrikanischen Transaktionen ausländische Banken (vor allem in Nordamerika) involviert sind, liegen die Kosten so hoch.

Eine mögliche Lösungen: Kryptowährungen, die Transaktionen über eine Blockchain abwickeln.

Die teure Welt der Überweisungen

Der Guardian hat eine eindrucksvolle Infografik zusammengestellt, die die ausbeuterische Ungerechtigkeit bei den Gebühren internationaler Überweisungen veranschaulicht. Unter diesen leiden, wenig überraschend, vor allem die Entwicklungsländer, deren Bevölkerung vielfach darauf angewiesen ist, dass Wanderarbeiter ihren Lohn zurück zu ihren Familien schicken.

Afrika bekommt die Gebührenlast dabei am deutlichsten zu spüren. Durchschnittlich 11,55 Prozent kostet eine transnationale Überweisung, wenn es in eine Land auf dem schwarzen Kontinent geht. Dazu zählen auch Überweisungen innerhalb Afrikas. So fallen bspw. beim Geldtransfer von Südafrika ins Nachbarland Botswana unglaubliche 22,69 Prozent Gebühren an. Laut Weltbank gingen den Menschen in Botswana im Jahr 2012 auf diese Weise 8,17 Millionen US-Dollar verloren. Einfach nur, weil Banken jeden Fünften Dollar für sich behielten.

Das in Summe meiste Geld wird übrigens von den USA nach Mexiko geschickt (22,81 Milliarden, 2012) , dafür fielen mit 7,26 Prozent jedoch nur verhältnismäßig „moderate“ Gebühren an. Nichtsdestotrotz verdienten die Banken ob der enormen Geldmenge auch so stattliche 1,66 Milliarden US-Dollar.

Unter den weltweit 30 teuersten Transferkorridoren ist Deutschland übrigens gleich sechs Mal vertreten. Mit Ghana (17,04 Prozent), China (16,18 Prozent), Marokko (14,56 Prozent), Kroatien (14,53), das 2012 aber auch noch nicht Mitglied der EU war, Nigeria (14,45 Prozent) und dem Libanon (12,79 Prozent).

Am günstigsten ist es dem Guardian zufolge Geld von Russland nach Armenien zu schicken. Das kostet „nur“ 1,72 Prozent. Aber auch das ist im Vergleich zu den Bitcoin-Transaktionsgebühren immer noch eine ganze Menge.