Archiv der Kategorie: Amerika

Digitales Bezahlen #15 – Der Bitcoin-Podcast

Jeden Mittwoch gibt es hier die aktuelle Folge des #DigitalesBezahlen-Podcasts, den ich in Kooperation mit dem Leipziger Onlineradio detektor.fm produziere. Abonnieren kann man den Podcast hier. Mehr Informationen und eine Übersicht über alle bisherigen Folgen gibt es auf der zugehörigen Podcast-Seite.

Diese Woche geht es um Griechenland und die Frage ob und wie digitales Geld von Staaten genutzt werden kann. Zu Griechenland und dem Bitcoin-Bildungshintergrund des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis habe ich vergangene Woche schon etwas detallierter berichtet.

Spannend dazu auch die Gedanken, die man sich zum selben Thema beim britischen Guardian macht. Auch dort wird digitales Geld – zumindest als Übergangslösung – mittlerweile durchaus als realistische „Grexit“-Strategie bezeichnet.

Im Podcast bleiben wir jedoch etwas allgemeiner. Es geht vor allem um den generellen Kontext, welchen Nutzen Staaten aus digitalen Währung wie Bitcoin ziehen können, wenn sie sich – wie im Falle von Deutschland dringend nötig – erst einmal darauf einlassen und ihre paranoide Beschützerattitüde ablegen.

Nach dem Klick noch mehr Infos und die zugehörigen Links.

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Wie Bitcoin ist Amerika?

Morgan Spurlock wurde vor allem dadurch bekannt, dass er sich in Super Size Me allein durch exzessiven Fast Food-Konsum an die Grenzen körperlicher und seelischer Belastbarkeit brachte.

Bitcoin-Doku mit großem Unterhaltungsfaktor

Glücklicherweise hat Spurlock dieses Experiment gut überstanden, denn so kann er weitere sehenswerte Dokumentationen drehen.  Wie zum Beispiel diese, in der er in die Welt von Bitcoin eintaucht, versucht eine Woche allein von Bitcoin zu leben, dabei jede Menge Pro- und Contra-Akteure trifft und mit der richtigen Portion naiver Neugier immer die richtigen Fragen stellt.

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Lesetipp #5 – Bitcoin, Retter in der Not

Der Brasilianer Marco Agner wollte für ein Jahr nach Thailand. Eingentlich ohne Bitcoin, denn er plante dafür zunächst 5000 brasilianische Real ein, umgerechnet 2300 US-Dollar. Um die beachtlichen Steuern von mehr als 6 Prozent zu sparen, die der brasilianische Staat bei Auslandsüberweisungen erhebt, hat er das Geld kurzerhand in bar mitgenommen. Vor Ort musste er jedoch leider feststellen, dass es kein Einzelfall ist, wenn eine thailändische Geldwechselstube keine brasilianischen Real annimmt. Im ganzen Land ist es grundsätzlich unmöglich diese umzutauschen.

Auch seine Bitcoin waren in Brasilien geblieben

21 Flugstunden von zu Hause besaß Marco Agner plötzlich nichts mehr außer seinem Rucksack, einem großen Bündel wertloses Papier, 40 US-Dollar, die er glücklicherweise in Abu Dahbi bereits umgetauscht hatte und seinem Smartphone. Was ihn letztlich rettete? Das Internet und Bitcoin!

Die ganze Geschichte hier: How Bitcoin Saved My Life In Thailand

Rückblick Bitcoin-Filmfestival

Am Samstag fand in Berlin das Bitfilm-Festival statt, bei dem rund fünf Stunden lang nur Filme rund um das Thema Bitcoin auf dem Programm standen. Das war ziemlich viel Input und ich habe gar nicht erst versucht alle Filme zu sehen, da ich zwischendurch noch Interviews geführt habe. Aber was ich gesehen habe, war eine sehr gute Auswahl.

Nun tourt das Festival um die Welt und für alle, die am Samstag nicht kommen konnten und auch nicht das Glück haben in Rio, Kapstadt, Seoul und Co. vor Ort sein zu können, hier ein paar der Perlen, die gezeigt wurden und im Netz verfügbar sind. Sehenswert auch deshalb, weil einige der Filme frisch aktualisiert und erweitert wurden.

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Die teure Welt der Überweisungen

Der Guardian hat eine eindrucksvolle Infografik zusammengestellt, die die ausbeuterische Ungerechtigkeit bei den Gebühren internationaler Überweisungen veranschaulicht. Unter diesen leiden, wenig überraschend, vor allem die Entwicklungsländer, deren Bevölkerung vielfach darauf angewiesen ist, dass Wanderarbeiter ihren Lohn zurück zu ihren Familien schicken.

Afrika bekommt die Gebührenlast dabei am deutlichsten zu spüren. Durchschnittlich 11,55 Prozent kostet eine transnationale Überweisung, wenn es in eine Land auf dem schwarzen Kontinent geht. Dazu zählen auch Überweisungen innerhalb Afrikas. So fallen bspw. beim Geldtransfer von Südafrika ins Nachbarland Botswana unglaubliche 22,69 Prozent Gebühren an. Laut Weltbank gingen den Menschen in Botswana im Jahr 2012 auf diese Weise 8,17 Millionen US-Dollar verloren. Einfach nur, weil Banken jeden Fünften Dollar für sich behielten.

Das in Summe meiste Geld wird übrigens von den USA nach Mexiko geschickt (22,81 Milliarden, 2012) , dafür fielen mit 7,26 Prozent jedoch nur verhältnismäßig „moderate“ Gebühren an. Nichtsdestotrotz verdienten die Banken ob der enormen Geldmenge auch so stattliche 1,66 Milliarden US-Dollar.

Unter den weltweit 30 teuersten Transferkorridoren ist Deutschland übrigens gleich sechs Mal vertreten. Mit Ghana (17,04 Prozent), China (16,18 Prozent), Marokko (14,56 Prozent), Kroatien (14,53), das 2012 aber auch noch nicht Mitglied der EU war, Nigeria (14,45 Prozent) und dem Libanon (12,79 Prozent).

Am günstigsten ist es dem Guardian zufolge Geld von Russland nach Armenien zu schicken. Das kostet „nur“ 1,72 Prozent. Aber auch das ist im Vergleich zu den Bitcoin-Transaktionsgebühren immer noch eine ganze Menge.

Bitcoin de Janeiro

Olé – oje! Ich weiß – Fußball ist nicht jedermanns Sache – aber heute startet nun mal die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien und das kann man durchaus zum Anlass nehmen einen Blick auf die dortige Bitcoin-Situation zu werfen. Immerhin könnte man ja beim privaten oder Public Viewing in die Situation kommen Konversation treiben zu müssen und der kleinste und einzige gemeinsame Nenner zwischen Fußball und Bitcoin ist derzeit nun mal Brasilien.

So gesehen ist das doch die Gelegenheit jeden noch so frenetischen Fußball-Verrückten mit seinem mal eben bei 11 Freunde angelesenen Halbwissen durch unglaubliches Insiderwissen über das brasilianische Bitcoin-Ökosystem auszustechen, oder?

Hier also das ulimative Klugscheißer-Fachwissen für alle Bitcoiner_innen, die sich in den nächsten Wochen bei Fußball-Fans mal so richtig unbeliebt machen wollen:

„Wusstest du eigentlich schon, dass …“

… in São Paulo der erste Bitcoin-Geldautomat Südamerikas aufgestellt wurde?

… auf Bitcoins in Brasilien Kapitalertragssteuer gezahlt werden muss?

… die brasilianische Zentralbank Bitcoin als virtuelles, nicht aber als elektronisches Geld einstuft?

… du gar kein portugiesisch können musst, um der brasilianischen Bitcoin Foundation auf Twitter zu folgen?

… es für die WM ein eigenes Kryptowährungs-Tippspiel gibt?

… dafür sogar eine eigener Altcoin ins Leben gerufen wurde?

… es in Brasilien schon 69 Geschäfte gibt, in denen du mit Bitcoin bezahlen kannst?

… allein schon die Überschriften im Brasil Bitcoin-Subreddit wie Urlaub an der Copacabana klingen?

… dieses großartige Lied überhaupt nichts mit Bitcoin zu tun hat, aber es kommt Brasilien darin vor und wird dir nie mehr aus den Ohren gehen?

Bildnachweis: „PICT0052_10x15“ Flickr-User Peter F. (CC BY 2.0)

Überdimensionierter Grillanzünder

In den USA kann man sich einen Flammenwerfer bestellen und ihn mit Bitcoin bezahlen. Und wenn man dieser Website glauben schenken möchte, ist das sogar absolut legal, denn Flammenwerfer zählen ironischerweise in den USA anscheinend nicht als Feuerwaffe(!) und der Handel mit Ihnen wird deshalb auch nicht reguliert.

Merkwürdige Sache das, aber der Händler scheint sich ziemlich sicher zu sein, denn neben Bitcoin und Darkcoin akzeptiert er auch „klassische“ Zahlungen per Kreditkarte. Wie viel ein Flammenwerfer für Heimgebrauch allerdings kostet, erfährt man nur individuell auf Anfrage. Ist für mich aber auch nicht relevant, denn ich lebe weder in den USA noch fällt mir eine wirklich sinnvolle Nutzung für einen Fammenwerfer ein, außer ganz spektakulär die Grillkohle inkl. Grill und Umgebung anzuzünden.

Von Bitcoins und Bio-Bauern

Die Entwicklung von Bitcoin in Argentinien beobachte ich seit längerem mit großem Interesse. Nicht nur weil das Land flächen- und bevölkerungsmäßig zu den größten drei Südamerikas gehört, sondern auch weil die volkswirtschaftliche Situation in Argentinien so dermaßen aus dem Ruder gelaufen ist, dass sie mit den traditionellen staatlich-marktwirtschaftlichen Steuerungsinstrumenten kaum mehr zu kontrollieren ist. Hohe Inflation und strenge Finanzregulierungen haben zu großer Unsicherheit in der Bevölkerung geführt und die daraus entstehende Vertrauenskrise in den heimischen Peso beschleunigt wiederum die Inflation. Der klassische Teufelskreis.

Ähnlich wie in anderen finanzkrisengeschüttelten Ländern auch müssen die Menschen aber trotzdem irgendwie sehen wie sie alleine mit dieser großen finanziellen Unsicherheit zu Recht kommen. Manche, wie die Bauern der Tierra Buena-Initiative, sehen dabei in Bitcoin eine echte Alternative und die Macher von BitcoinFilm.org haben die Geschichte von Santiago Zaz und seinen Kollegen in einer sehr sehenswerten Kurzdokumentation zusammengefasst und ins Netz gestellt:

Bitcoins: Liberating Organic Farmers

Es ist im Übrigen schon der zweite Film von BitcoinFilm.org und die Jungs möchten auch noch mehr Dokumentationen über Bitcoin im Alltag von Menschen in Argentinien und auf der ganzen Welt drehen. Dafür sind sie auf der Suche nach beidem, guten, persönlichen Geschichten und finanzieller Unterstützung. Beides kann man ihnen über ihre Website zukommen lassen, die – so hoffe ich – deswegen ein bisschen hinterher ist, weil sie gerade mit neuen Filmen beschäftigt sind.

Wen es jetzt selbst in den Fingern juckt einen Film zum Thema Bitcoin zu machen und wer just in diesem Moment eine passende Musik dafür sucht, darf gerne auf den Soundtrack von BitcoinFilm.org zurückgreifen, der explizit für jeden Film mit Bitcoin-Bezug freigegeben ist.

Und weil heute Samstag ist und wir alle ein bisschen mehr Zeit haben hier noch der ebenfalls sehr sehenswerte erste Film von BitcoinFilm.org:

Bitcoins in Argentina

Argentiniens Bitcoin-Zukunft

Immer wieder fallen die Namen zweier Länder, wenn es um die Vorreiterrolle bei der Institutionalisierung von Bitcoin geht: Zypern und Argentinien. Während über Bitcoin-Zypern hier im Blog ja schon ein paar Sachen liefen, hatte ich über die Situation in Argentinien bis auf den kurzen Vortrag von Rodolfo Andragnes bei der DLD-Conference bisher noch nicht so viel erfahren.

Nun bin ich auf einen sehr lesenswerten Artikel der englischsprachigen The Argentina Independent gestoßen, der uns Eurozentrikern einen weiteren Blick über den Tellerrand ermöglicht und die Bitcoin-Situation in Argentinien kurz und anschaulich umreißt. Immerhin hat sich dort nicht nur die größte Bitcoin-Community Südamerikas gebildet, der heimische Peso hat zudem so viele Krisen durchgemacht, dass das allgemeine Vertrauen in den US-Dollar mittlerweile größer ist.

Eine offizielle Stellungnahme zur rechtlichen Einstufung des Bitcoin steht zwar noch aus, die Fundación Bitcoin Argentina tausche sich wohl aber schon mit der Regierung aus, die dem Bitcoin sehr offen gegenüberstehe. Von offizieller Seite sei daher eher mit Unterstützung als mit einem Verbot zu rechnen.

Bitcoins in Argentina: A New Safe Haven? – The Argentina Independent