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Honigdachs #12 – Bitcoin international

Die zwölfte Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan (bitcoinprivacy.net), Manuel (guidap.de) und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist.

Honigdachs -12 – Bitcoin international

Dieses Mal nehmen wir Stefans gerade erst begonnene Weltreise zum Anlass, um ein bisschen über den Tellerrand zu schauen und zu diskutieren, was wir bislang über Bitcoin in einzelnen Ländern wissen. Denn viel zu oft wird außer Acht gelassen, dass Bitcoin ein globales Phänomen ist und überall auf der Welt anders wahrgenommen und eingesetzt wird.

Zum Beispiel haben die SBB, die „Schweizerischen Bitcoin Bahnen“ gerade erst bekannt gegeben, dass man künftig an über 1000 ihrer Fahrkartenautomaten auch Bitcoins kaufen kann. Ein smarter Schachzug, der international für Aufmerksamkeit sorgt und den Bloggern und Journalisten dieser Welt endlich einmal wieder gebührend Anlass bietet, mit schrägen Bahnreise-Wortspielen zu kalauern.

Auf diesen Zug wollen wir aber gar nicht erst aufspringen, sondern halten es lieber mit Jules Verne: „In 80 Minuten um die (Bitcoin-)Welt!“ Bitte sehr, hier entlang …

Shownotes nach dem Klick.

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Mining – Oder Chinas Macht über Bitcoin

Mehr oder weniger zufällig bin ich neulich auf Planet Money – The Economy Explained gestoßen, einen Podcast des US-amerikanischen National Public Radio (NPR), der in hörerfreundlichen Häppchen à 15 bis 20 Minuten verschiedenste Geschichten aus dem thematischen Gesamtkosmos „Wirtschaft“ erzählt.

Und wie es der Zufall wollte, war Folge 708 „Bitcoin Divided“ gleich ein Thema, das ich gerne hier aufgreife, denn es geht um Bitcoin, China, die Blocksize-Debatte und warum Bitcoin als Projekt vor großen Herausforderungen steht.

New York Times Journalist und O-Töne aus der ganzen Welt

Dass das Thema nicht auseinanderfliegt, dafür sorgt auch der Gast Nathaniel Popper. Seines Zeichens Journalist bei der New York Times und Autor eines der bisher besten Bücher über Bitcoin. Der hat nämlich über Bitcoin in China recherchiert und über die Bedeutung des Landes für das digitale Geld anschließend nicht nur einen sehr aufschlussreichen Artikel in der Times geschrieben: „How China Took Center Stage in Bitcoin’s Civil War“ und eine Bilderstrecke erstellt, sondern auch eine Menge O-Töne mitgebracht.

Wer diesen Podcast hört und den Artikel liest, kann in kurzer Zeit sehr viel darüber lernen, warum Bitcoin und China (zumindest derzeit) untrennbar miteinander verbunden sind.

Chinesische Bitcoin-Mine als ödes Kunstobjekt

Ich möchte nicht von mir behaupten ein Kunstexperte zu sein. Allerdings muss mir auch nicht alles gefallen, was unter dem Label „Kunst“ veröffentlicht wird und ich nehme mir das Recht heraus Künstler für ihre Arbeit zu kritisieren, wenn ich das begründen kann. So wie im Fall von Yuri Pattisons „the ideal (v. 0.1)“.

Darin geht es um eine chinesische Bitcoin-Mine im Aufbau und um ganz viel Videomaterial, das scheinbar lust- oder/und konzeptlos zu folgendem Film montiert wurde:

(Zum Skippen der „Meine-Videos-muss-man-von-Anfang-bis-Ende-ansehen“-Künstlerattitüde den Film am besten direkt auf Vimeo schauen)

Ich finde diesen Film insofern enttäuschend, als dass es richtig gute, teilweise einmalige Aufnahmen darin gibt, anhand derer sich wunderbar eine große oder mehrere kleine Geschichten erzählen ließen.

Schönes Setting für zu wenig Inhalt

So wie das Material jedoch aufbereitet ist, wird diese Möglichkeiten grundlos verschenkt, denn sich diesen Film so länger als vier Minuten anzuschauen, nervt. Da hilft auch das ästhetische Gesamtsetting der physischen Ausstellung eines partiell rekonstruierten und mit natürlichen Materialien verfremdeten Mining-Rigs nicht. Zumal auch die Selbstbeschreibung der Arbeit sehr abstrakt bleibt und kaum verrät, warum überhaupt das Ganze.

Möglicherweise bin ich auch nur ein Banause, aber ich mag einfach es nicht, wenn erkennbares Potential so ignorant nicht ausgeschöpft wird. Anstatt einfach nur Rohmaterial aneinanderzureihen hätte es bei diesem Projekt noch reichlich Luft nach oben gegeben.

Bitcoin-Spenden für Nepal

Immer wenn ich in den letzten Tagen Nachrichten gesehen habe und darin zu Spenden für die Hilfsmaßnahmen in Nepal aufgerufen wurde, habe ich mich innerlich geärgert, dass dort „nur“ eine Kontonummer eingeblendet wurde, aber kein Bitcoin-QR-Code.

Ich hatte mein Smartphone sowieso meist bei der Hand und hätte binnen Sekunden meine Spende abschließen können. Zumal die Einblendung gestaltungstechnisch ja durchaus noch genügend Platz geboten hätte.

Bitcoin-Spenden für Nepal
Spendenaufruf in der Tagesschau leider ohne Bitcoin-QR-Code.
Für Nepal noch keine deutschen Bitcoin-Spenden möglich

Aber leider haben deutsche Spendenorganisationen wie die Aktion Deutschland hilft oder das Bündnis Entwicklung hilft das Potential von digitalem Geld für ihre Arbeit bisher noch nicht erkannt. Das ist ärgerlich, denn mal eben einen Code abscannen zu können, macht es den Menschen viel leichter sofort zu spenden. Besonders, weil das ein wichtiger Faktor für die Spendenbereitschaft ist. Denn je weiter die dramatischen Bilder der Katastrophe weg sind, desto geringer die Betroffenheit und irgendwann hat man einfach wieder vergessen, dass man ja noch spenden wollte.

Glücklicherweise gibt es trotzdem Möglichkeiten den Opfern in Nepal Hilfe zukommen zu lassen und dabei Bitcoin zu benutzen. Denn da Bitcoin nicht an Nationen gebunden ist und innerhalb kürzester Zeit an jeden Ort der Welt verschicken lässt, sind deutsche Bitcoiner nicht zwingend darauf angewiesen Spenden über deutsche Hilfsorganisationen laufen zu lassen.

Drei internationale Optionen Nepal mit Bitcoins zu unterstützen

Hier also drei Alternativen für die, die ihre Bitcoins nutzen wollen um den Menschen in Nepal Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen:

American Red Cross

Bitcoin-Spenden an das American Red Cross kann man über den BitPay-Account der Organisation, der jedoch nicht über die offizielle Spenden-Website zu erreichen ist. Auch über den Microtipping-Dienst ChangeTip kann man das American Red Cross unterstützen. Alternativ kann man sogar in seinem ChangeTip-Account eine direkte Weiterleitung der selbst eingenommenen Spenden an das American Red Cross einrichten.

changetip redirect

British Red Cross

Auch das British Red Cross nimmt Bitcoin-Spenden über ChangeTip.

See Change Foundation Nepal

Die gemeinnützige See Change Foundation ist ohnehin in Nepal tätig und kümmert sich dort um Bildung, Gesundheitsvorsorge und Entwicklungsarbeit. Wer nachhaltig spenden will und dabei lieber eine Organisation mit nur geringem bürokratischem Überbau unterstützen möchte, ist hier wohl am besten aufgehoben. Bitcoins spenden kann man über die Website bzw. den dahinterstehenden BitPay-Account. Aktuelle Updates zu den derzeitigen Aktivitäten vor Ort in Nepal gibt es hier.

Bali, Sonne, Strand & Bitcoin

Schon Urlaub geplant? Falls nicht ist Bali ja vielleicht eine Option. Immerhin arbeitet das BitIslands-Team schon seit einiger Zeit daran die indonesische Insel so Bitcoin-freundlich wie möglich zu machen.

Snippet von der Website:

Was ist BitIslands?

BitIslands ist ein soziales Experiment das Bitcoin als globale Gemeinschaftswährung etablieren soll. Zunächst versuchen wir Bali in eine Bitcoin Insel (daher „BitIsland“) zu verwandeln, auf der die Menschen reisen und bleiben können ohne Bargeld mit sich führen zu müssen. Sie können in Hotels übernachten, in vornehmen Restaurants speisen, mit ihren Surfboards wellenreiten und für all das mit Bitcoin bezahlen! Es ist einfach und effizient! Plus, es ist wesentlich cooler als mit Bargeld zu bezahlen, oder?

Bali wird zum BitIsland. Aber langsam.

Die angepeilten 100 Händler auf Bali zu überzeugen haben die Initiatoren zwar bisher noch nicht erreicht, aber es sind doch schon einige. Wäre auf jeden Fall eine gute Gelegenheit, wenn man Bitcoin eh mal als Reisegeld ausprobieren will.

Bitcoin-Mining auf chinesisch

Ihr habt es bemerkt. In der letzten Woche war es ungewöhnlich ruhig hier auf der Seite. Das lag an meinem Hauptjob und einem sehr intensiven Jahresstart mit mehreren heißen Projektphasen gleichzeitig, sodass ich hier im Blog etwas kürzer treten musste und „nur“ das Kernprogramm aus Presseschau und Podcast machen konnte.

Jetzt habe ich aber wieder ein bisschen Luft udn Freizeit und einen Haufen Links und Material, das aufgearbeitet werden will. Deswegen fange ich mit diesem Motherboard-Video an, das letzte Woche durchs Netz gereicht wurde und einen kleinen Einblick in die chinesische Mining-Industrie eröffnet.

Bitcoin-Mining-Level: Chinesisch!

Ich lasse das mal unkommentiert, weil ich über genau dieses Mine und die extremen Lärm-Hitze-Arbeitsbedingungen bereits im August letzten Jahres geschrieben habe. Auf ein Detail will ich aber hinweisen. In der Region mag sie zwar die größte Bitcoin-Mine sein. Im Vergleich zu dieser chinesischen Mega-Mine wirkt sie dann aber doch eher bescheiden.

Nichtsdestotrotz. Absolut sehenswert!

Lesetipp #5 – Bitcoin, Retter in der Not

Der Brasilianer Marco Agner wollte für ein Jahr nach Thailand. Eingentlich ohne Bitcoin, denn er plante dafür zunächst 5000 brasilianische Real ein, umgerechnet 2300 US-Dollar. Um die beachtlichen Steuern von mehr als 6 Prozent zu sparen, die der brasilianische Staat bei Auslandsüberweisungen erhebt, hat er das Geld kurzerhand in bar mitgenommen. Vor Ort musste er jedoch leider feststellen, dass es kein Einzelfall ist, wenn eine thailändische Geldwechselstube keine brasilianischen Real annimmt. Im ganzen Land ist es grundsätzlich unmöglich diese umzutauschen.

Auch seine Bitcoin waren in Brasilien geblieben

21 Flugstunden von zu Hause besaß Marco Agner plötzlich nichts mehr außer seinem Rucksack, einem großen Bündel wertloses Papier, 40 US-Dollar, die er glücklicherweise in Abu Dahbi bereits umgetauscht hatte und seinem Smartphone. Was ihn letztlich rettete? Das Internet und Bitcoin!

Die ganze Geschichte hier: How Bitcoin Saved My Life In Thailand

Bill Gates über das Potential der „Unbanked“

Der Vortrag, den Bill Gates bei der Sibos-Konferenz Anfang Oktober gehalten hat, handelt nicht explizit von Bitcoin. Vielmehr geht es um die enormen Möglichkeiten, die sich ergeben, wenn man allen Menschen auf der Welt Zugang zu einem digitalen Geldsystem ermöglicht. Das wiederum ist heute leichter denn je, immerhin sind Handys und Smartphones selbst in Entwicklungsländern weit verbreitet.

Digitales Bezahlen als direkte, nachhaltige und angewandte Entwicklungshilfe quasi und letztlich dann doch auch ein Thema, das direkten Bitcoin-Bezug hat, denkt man an Unternehmen wie bspw. 37coins. Das arbeitet mit Blick auf die Infrastruktur von ärmeren Ländern daran, dass sich Bitcoins auch ohne Internet, sondern einfach per SMS verschicken lassen.