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(Kein) Bitcoin in Thailand

Hier ging es sehr ruhig zu die letzten Wochen und wer die letzte Honigdachs-Folge gehört hat, weiß, dass ich Im Dezember und Januar mit der Familie im Norden und Süden Thailands auf Reisen war. Ein sehr schönes Land, das ich gerne weiterempfehle. Insbesondere wenn man sich von den typischen Tourismus-Hochburgen löst und bereit ist, sich auf eine andere Kultur, andere Mentalität, anderes Essen und anderes Klima einzulassen und dadurch die eigenen Routinen, Gewohnheiten und möglicherweise eingefahrene Denkmuster infrage zu stellen.

„Reise, denn Geld kommt zurück, Zeit nicht.“

kluger Spruch, der unterwegs irgendwo an einer Wand stand

Vier Erkenntnisse aus acht Wochen Reise

Nun soll das hier aber kein Urlaubsbericht werden, sondern natürlich habe ich wie auf jeder Reise die Augen in Hinblick auf das Thema Bitcoin und Geld allgemein offen gehalten. Dabei sind mir einige Sachen aufgefallen, die ich für erwähnenswert finde.

#1 Bitcoin ist unsichtbar

Obwohl ich mich immer wieder umgeschaut habe, ist mir Bitcoin in Thailand in den acht Wochen unserer Reise nirgendwo wirklich begegnet. Jedenfalls nicht ohne aktiv und ganz gezielt danach zu suchen. Zwar waren wir auch nicht in Bangkok, was diese Aussage für „ganz Thailand“ natürlich deutlich einschränkt, aber auch so gab es wirklich keinerlei Anzeichen für die Präsenz des digitalen Geldes.

Sie dem Bitcoin-₿ zwar sehr ähnlich, ist aber „nur“ das Währungs-฿ des thailandischen Baht.

Wer wirklich sucht, findet natürlich einige Bitcoin und sogar Lightning-Meetups nicht nur in Bangkok, sondern bspw. auch in Chiang Mai, der zweitgrößten Stadt Thailands. Außerdem gibt es auch eine handvoll Bitcoin-Automaten. Um die zu finden, muss man aber eben selber aktiv suchen.

Einzig nach einem intensiven, mehr als 1200 steile Stufen umfassenen Aufstieg hab ich doch noch ein winziges Zeichen von Bitcoin in Gestalt eines Trezor-Stickers gefunden. Dass den jedoch jemand in ein religösen Heiligtum geklebt hat, finde ich respektlos.

Cool: Auf einen Gipfel gibt es doch ein winziges Zeichen von Bitcoin. Uncool: Man klebt keine Marketing-Sticker in religöse Heiligtümer.

#2: Cash is king!

Mit Bitcoin habe ich also nichts bezahlt in Thailand. Das gleiche gilt aber auch für die Kreditkarte. Deren einziger Nutzen war auf unserer Reise, Bargeld abzuheben. Obwohl ich durchaus auch mal versucht habe, sie zu benutzen. Aber entweder wurde meine deutsche Visa-Kreditkarte von den Apps „nicht unterstützt“, es gab gar keine Möglichkeit damit zu bezahlen (Straßenküche, Nachtmarkt, Restaurants etc.) oder es war die teuerste Option. Denn bei Bargeld fallen eben keine zusätzlichen Gebühren an.

Möney, Möney, Möney gibt’s überall und am liebsten Cäsh auf die Händ

Auch mobiles Bezahlen per App war nirgendwo eine echte Option. Keine Ali-WeChat-Apple-Google-Samsung-Pay-Schilder. Zumindest nicht so, dass sie mir irgendwie aufgefallen wären.

Das ist insofern bemerkenswert, als dass das mobile Internet in Thailand ausgezeichnet, sehr günstig, überall verfügbar und allgegenwärtig ist. Für meine quasi LTE-Flatrate mit maximaler Geschwindigkeit hab ich umgerechnet ca. 15 Euro im Monat bezahlt (und wahrscheinlich noch nicht einmal den günstigsten Tarif gefunden).

Dafür hatte ich dann aber auch wirklich überall richtig schnelles Internet. In den Bergen, auf dem Meer, in der Stadt und überall dazwischen. Am Ende habe ich mir nicht einmal mehr die Mühe gemacht, mich in die freien WLANs der Unterkünfte und Restaurants einzuwählen. Wer hat der kann.

Nicht im Bild: Sohnemann der auf dem Handy zockt, chattet und streamt.

Und weil das Internet überall verfügbar ist, wird es auch überall genutzt. Der Pförtner stream während seiner Schicht Videos, die Köchen der Garküche videotelefoniert nebenbei und die Kinder der Händler auf dem Nachmarkt spielen Online-Spiele oder schauen anderen im Netz dabei zu. Auf dem Motorroller, beim Essen, an der Kasse – das Smartphone ist in Thailand fester, ständiger und akzeptierter Begleiter aller Menschen in jeder Situation. In seiner Intensität wirkte das auf uns manchmal befremdlich.

Die Infrastruktur für mobiles Bezahlen wäre also durchaus da. Genutzt wird sie jedoch nicht. Die genauen Gründe kenne ich nicht. Es scheint wohl aber, dass die „Nur Bares ist Wahres“-Mentalität keine ur-deutsche Einstellung ist. Immerhin konnten wir selbst in besseren Unterkünften die Kaution und manchmal sogar das ganze Appartment nur in bar bezahlen.

#3: Apps sind situativ relevant

Auf unserer Reise habe ich mehrfach darüber nachgedacht, wie diese wohl verlaufen wäre, wenn sie ein paar Jahre früher stattgefunden hätte? Ohne mobiles Internet, Smartphones, Cloud-Services und Apps. In jedem Fall sehr viel herausfordernder. Ich hätte die digitalen Helfer jedenfalls nicht missen wollen.

Die Lieblings-Hörspiele und -Musik der Kinder jederzeit bei Spotify streamen. Sehr hilfreich! Dieses bestimmte Märchen spontan als Gutenachgeschichte googlen. Top! Ein paar aktuelle Die Maus-Folgen auf dem Tablet schauen. Super!

Doch nicht nur für die familieninterne Stimmung waren Apps auf unserer Reise im Hinblick auf daheimgebliebene CDs, Bücher etc. im wahrsten Sinner des Wortes eine große Erleichterung. Einige Apps haben unsere Reise (mit kleinen Kindern) in Teilen überhaupt erst ermöglicht.

Google Maps hat sich in einem Land mit fremdem Schriftbild und einer anspruchsvollen Sprachbarriere als unverzichtbarer und verlässlicher Navigator erwiesen. Ohne die App wären die mehr als tausend Kilometer Autofahrt in einem Straßenverkehr, der zu den tödlichsten der Welt gehört, jedenfalls sehr viel unentspannter gewesen.

Alle Kurven und die voraussichtliche Ankunftszeit dank Google Maps schon vorab zu kennen, macht das Fahren sehr viel entspannter.

Eine andere quasi unverzichtbare App, die wir entsprechend viel genutzt haben, war Grab, das lokale Uber. Gerade in Städten wie Chiang Mai war das als Famile die perfekte Art der Fortbewegung. Denn die App löste viele unserer Probleme:

  • Der Verkehr ist intensiv und rollerlastig, sodass selber Autofahren in der Stadt sehr stressig ist. Auch weil man nur schwer einen Parkplatz findet.
  • Die Pförtnerin unseres Komplexes sprach kein Wort Englisch und konnte uns daher auch kein „offizielles“ Taxi rufen.
  • Die halbfesten Routen der Sammeltaxis waren außerhalb unserer Reichweite
  • Die Grab-Fahrer sprachen meist zwar auch kein Englisch, mussten sie aber auch nicht. Die App hat unsere Kommunikation über Standort und Ziel über die Sprachbarriere hinweg gemanaged.
  • Durch die Echtzeit-Routenverfolgung konnten wir jederzeit überprüfen, ob wir auf dem richtigen Weg sind und eingreifen, wenn nicht.
  • Wir haben immer einen fairen Preis bezahlt. Die App hat den Fahrpreis vorab vorgegeben und mit einem Trinkgeld für den Fahrer obendrauf waren wir sicher, dass keiner von uns einen schlechten Schnitt gemacht hat. Wussten wir auch daher, weil die Preisvorhersagen der App in vielen Situationen erstaunlich nah an den spontan im Kopf kalkulierten Preisen von „normalen“ Taxis/Fahrern waren.

Mittlerweile habe ich die Grab-App wieder gelöscht und fragte mich jemand, ob ich nun auf den Geschmack gekommen sei und ein vergleichbares Angebot fortan auch regelmäßig hier in Deutschland nutzen wollen würde, wäre meine Antwort weiterhin in den meisten Fällen nein. Uber und Co. sind zwar ganz nett, lösen für mich hier aber bislang zu selten ein Problem, das ich nicht auch anders/einfacher lösen könnte. Bei der nächsten Reise nach Südostasien, würde ich Grab jedoch sofort wieder installieren.

#4: Asien ist mehr als nur China

Wenn ich vorher an Apps und Asien gedacht habe, dachte ich lange automatisch an China und ging davon aus, dass deren digitale Angebote längst auch die angrenzenden Länder der Region erobert hätten. Oder dass sich die westliche Apps von Facebook und Co. irgendwie durchgesetzt hätten.

Das Beispiel Grab (gegründet 2012 in Malaysia heute in ganz Südostasien verbreitet) zeigt aber, dass das nicht so ist. Die App ist in Thailand quasi der etablierte Standard für Mobilitätsvermittlung von Mensch und Essen.

Ein Tauchshop-Betreiber sagte uns zudem, dass er auf seiner Visitenkarte Whatsapp nur pro forma für die westlichen Besucher drauf habe. Sonst nutze das hier nämlich keiner.

Die Standard-Kommunikationsapp in Thailand ist hingegen Line (sitzt in Japan). Einen WeChat– oder Telegram-Kontakt hatte er erst gar nicht, obwohl die Gegend gerade bei Russen und Chinesen ein sehr beliebtes Reiseziel ist. Möglicherweise gehen die aber auch einfach nicht so gerne schnorcheln.

Das alles sind letztlich eben doch nur individuelle Eindrücke meinerseits, die aber trotzdem hilfreich sind, ein differenzierteres Bild der (digitalen) Welt jenseits des eigenen geistigen Tellerrandes zu entwickeln.

Zurück am Schreibtisch

Und mit diesen frischen Eindrücken geht es nun auch hier im Blog wieder weiter. Denn auch wenn ich von Bitcoin in Thailand zwar nicht viel gesehen habe, so hat sich doch bei Bitcoin in den vergangenen zwei Monaten Einiges getan. Zudem verspricht das laufende Jahr sehr ereignisreich und spannend zu werden. Meine Themenliste ist dementsprechend lang und der nächste Honigdachs-Podcast selbstredend schon in der Vorbereitung.

Wie sich Nordkoreas Krypto-Ambitionen stoppen lassen

Ich bin die Tage eher zufällig auf ein bemerkenswertes Paper gestoßen, dessen Thema mich direkt in seinen Bann schlug und das ich gerade mit großem Interesse gelesen habe: Closing the Gap. Guidance for Countering North Korean Cryptocurrency Activity in Southeast Asia von David Carlisle und Kayla Izenman.

Nordkoreas Krypto-Ambitionen verstehen

Wie der Name schon sagt, geht es dabei im Kern um Nordkoreas wachsende Ambitionen, bestehende Sanktionen mit Hilfe von Kryptowährungen zu umgehen und wie man dem mit Blick auf die Region Südostasien begegnen könnte.

Klicken führt direkt zum Paper

Was das Paper so spannend macht und warum ich es mir direkt runtergeladen habe, ist, dass es eine Breite an Informationen aufbereitet, die man so nicht jeden Tag im Netz findet.

Allen voran natürlich über Nordkorea, dessen wachsende Cyberarmy und die konkreten Versuche, nun auch Kryptowährungen in ihren umfangreichen und seit Jahren erprobten Maßnahmenkatalog zur Umgehung von Sanktionen zu integrieren.

Von Nordkorea über Russland und Iran bis Venezuela

Es geht aber auch darum, wie andere Länder in ähnlichen Situation das Thema Kryptowährungen angehen: Russland mit seinem „Cyber-Rubel“, der Iran und natürlich Venezuela mit seinem ominösen „Pedro“-Projekt.

Außerdem bekommt man durch den Fokus auf Südostasien auch einen Einblick in die Bitcoin- und Kryptowährungssituation in Ländern wie Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, den Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam. Alles Länder, aus denen man jetzt nicht jeden Tag etwas erfährt.

Selbst wenn man mit Bitcoin nicht viel zu tun hat, macht das das Paper mit all seinen Quellen und Verweisen zu einem wirklich aufschlussreichen Dokument. Eine Publikation, die man für weitere Recherchen auf jeden Fall auf dem Schirm haben sollte.

Honigdachs #12 – Bitcoin international

Die zwölfte Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan (bitcoinprivacy.net), Manuel (guidap.de) und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist.

Honigdachs -12 – Bitcoin international

Dieses Mal nehmen wir Stefans gerade erst begonnene Weltreise zum Anlass, um ein bisschen über den Tellerrand zu schauen und zu diskutieren, was wir bislang über Bitcoin in einzelnen Ländern wissen. Denn viel zu oft wird außer Acht gelassen, dass Bitcoin ein globales Phänomen ist und überall auf der Welt anders wahrgenommen und eingesetzt wird.

Zum Beispiel haben die SBB, die „Schweizerischen Bitcoin Bahnen“ gerade erst bekannt gegeben, dass man künftig an über 1000 ihrer Fahrkartenautomaten auch Bitcoins kaufen kann. Ein smarter Schachzug, der international für Aufmerksamkeit sorgt und den Bloggern und Journalisten dieser Welt endlich einmal wieder gebührend Anlass bietet, mit schrägen Bahnreise-Wortspielen zu kalauern.

Auf diesen Zug wollen wir aber gar nicht erst aufspringen, sondern halten es lieber mit Jules Verne: „In 80 Minuten um die (Bitcoin-)Welt!“ Bitte sehr, hier entlang …

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Shownotes nach dem Klick.

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Mining – Oder Chinas Macht über Bitcoin

Mehr oder weniger zufällig bin ich neulich auf Planet Money – The Economy Explained gestoßen, einen Podcast des US-amerikanischen National Public Radio (NPR), der in hörerfreundlichen Häppchen à 15 bis 20 Minuten verschiedenste Geschichten aus dem thematischen Gesamtkosmos „Wirtschaft“ erzählt.

Und wie es der Zufall wollte, war Folge 708 „Bitcoin Divided“ gleich ein Thema, das ich gerne hier aufgreife, denn es geht um Bitcoin, China, die Blocksize-Debatte und warum Bitcoin als Projekt vor großen Herausforderungen steht.

New York Times Journalist und O-Töne aus der ganzen Welt

Dass das Thema nicht auseinanderfliegt, dafür sorgt auch der Gast Nathaniel Popper. Seines Zeichens Journalist bei der New York Times und Autor eines der bisher besten Bücher über Bitcoin. Der hat nämlich über Bitcoin in China recherchiert und über die Bedeutung des Landes für das digitale Geld anschließend nicht nur einen sehr aufschlussreichen Artikel in der Times geschrieben: „How China Took Center Stage in Bitcoin’s Civil War“ und eine Bilderstrecke erstellt, sondern auch eine Menge O-Töne mitgebracht.

Wer diesen Podcast hört und den Artikel liest, kann in kurzer Zeit sehr viel darüber lernen, warum Bitcoin und China (zumindest derzeit) untrennbar miteinander verbunden sind.

Chinesische Bitcoin-Mine als ödes Kunstobjekt

Ich möchte nicht von mir behaupten ein Kunstexperte zu sein. Allerdings muss mir auch nicht alles gefallen, was unter dem Label „Kunst“ veröffentlicht wird und ich nehme mir das Recht heraus Künstler für ihre Arbeit zu kritisieren, wenn ich das begründen kann. So wie im Fall von Yuri Pattisons „the ideal (v. 0.1)“.

Darin geht es um eine chinesische Bitcoin-Mine im Aufbau und um ganz viel Videomaterial, das scheinbar lust- oder/und konzeptlos zu folgendem Film montiert wurde:

(Zum Skippen der „Meine-Videos-muss-man-von-Anfang-bis-Ende-ansehen“-Künstlerattitüde den Film am besten direkt auf Vimeo schauen)

Ich finde diesen Film insofern enttäuschend, als dass es richtig gute, teilweise einmalige Aufnahmen darin gibt, anhand derer sich wunderbar eine große oder mehrere kleine Geschichten erzählen ließen.

Schönes Setting für zu wenig Inhalt

So wie das Material jedoch aufbereitet ist, wird diese Möglichkeiten grundlos verschenkt, denn sich diesen Film so länger als vier Minuten anzuschauen, nervt. Da hilft auch das ästhetische Gesamtsetting der physischen Ausstellung eines partiell rekonstruierten und mit natürlichen Materialien verfremdeten Mining-Rigs nicht. Zumal auch die Selbstbeschreibung der Arbeit sehr abstrakt bleibt und kaum verrät, warum überhaupt das Ganze.

Möglicherweise bin ich auch nur ein Banause, aber ich mag einfach es nicht, wenn erkennbares Potential so ignorant nicht ausgeschöpft wird. Anstatt einfach nur Rohmaterial aneinanderzureihen hätte es bei diesem Projekt noch reichlich Luft nach oben gegeben.

Bitcoin-Spenden für Nepal

Immer wenn ich in den letzten Tagen Nachrichten gesehen habe und darin zu Spenden für die Hilfsmaßnahmen in Nepal aufgerufen wurde, habe ich mich innerlich geärgert, dass dort „nur“ eine Kontonummer eingeblendet wurde, aber kein Bitcoin-QR-Code.

Ich hatte mein Smartphone sowieso meist bei der Hand und hätte binnen Sekunden meine Spende abschließen können. Zumal die Einblendung gestaltungstechnisch ja durchaus noch genügend Platz geboten hätte.

Bitcoin-Spenden für Nepal
Spendenaufruf in der Tagesschau leider ohne Bitcoin-QR-Code.

Für Nepal noch keine deutschen Bitcoin-Spenden möglich

Aber leider haben deutsche Spendenorganisationen wie die Aktion Deutschland hilft oder das Bündnis Entwicklung hilft das Potential von digitalem Geld für ihre Arbeit bisher noch nicht erkannt. Das ist ärgerlich, denn mal eben einen Code abscannen zu können, macht es den Menschen viel leichter sofort zu spenden. Besonders, weil das ein wichtiger Faktor für die Spendenbereitschaft ist. Denn je weiter die dramatischen Bilder der Katastrophe weg sind, desto geringer die Betroffenheit und irgendwann hat man einfach wieder vergessen, dass man ja noch spenden wollte.

Glücklicherweise gibt es trotzdem Möglichkeiten den Opfern in Nepal Hilfe zukommen zu lassen und dabei Bitcoin zu benutzen. Denn da Bitcoin nicht an Nationen gebunden ist und innerhalb kürzester Zeit an jeden Ort der Welt verschicken lässt, sind deutsche Bitcoiner nicht zwingend darauf angewiesen Spenden über deutsche Hilfsorganisationen laufen zu lassen.

Drei internationale Optionen Nepal mit Bitcoins zu unterstützen

Hier also drei Alternativen für die, die ihre Bitcoins nutzen wollen um den Menschen in Nepal Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen:

American Red Cross

Bitcoin-Spenden an das American Red Cross kann man über den BitPay-Account der Organisation, der jedoch nicht über die offizielle Spenden-Website zu erreichen ist. Auch über den Microtipping-Dienst ChangeTip kann man das American Red Cross unterstützen. Alternativ kann man sogar in seinem ChangeTip-Account eine direkte Weiterleitung der selbst eingenommenen Spenden an das American Red Cross einrichten.

changetip redirect

British Red Cross

Auch das British Red Cross nimmt Bitcoin-Spenden über ChangeTip.

See Change Foundation Nepal

Die gemeinnützige See Change Foundation ist ohnehin in Nepal tätig und kümmert sich dort um Bildung, Gesundheitsvorsorge und Entwicklungsarbeit. Wer nachhaltig spenden will und dabei lieber eine Organisation mit nur geringem bürokratischem Überbau unterstützen möchte, ist hier wohl am besten aufgehoben. Bitcoins spenden kann man über die Website bzw. den dahinterstehenden BitPay-Account. Aktuelle Updates zu den derzeitigen Aktivitäten vor Ort in Nepal gibt es hier.

Bali, Sonne, Strand & Bitcoin

Schon Urlaub geplant? Falls nicht ist Bali ja vielleicht eine Option. Immerhin arbeitet das BitIslands-Team schon seit einiger Zeit daran die indonesische Insel so Bitcoin-freundlich wie möglich zu machen.

Snippet von der Website:

Was ist BitIslands?

BitIslands ist ein soziales Experiment das Bitcoin als globale Gemeinschaftswährung etablieren soll. Zunächst versuchen wir Bali in eine Bitcoin Insel (daher „BitIsland“) zu verwandeln, auf der die Menschen reisen und bleiben können ohne Bargeld mit sich führen zu müssen. Sie können in Hotels übernachten, in vornehmen Restaurants speisen, mit ihren Surfboards wellenreiten und für all das mit Bitcoin bezahlen! Es ist einfach und effizient! Plus, es ist wesentlich cooler als mit Bargeld zu bezahlen, oder?

Bali wird zum BitIsland. Aber langsam.

Die angepeilten 100 Händler auf Bali zu überzeugen haben die Initiatoren zwar bisher noch nicht erreicht, aber es sind doch schon einige. Wäre auf jeden Fall eine gute Gelegenheit, wenn man Bitcoin eh mal als Reisegeld ausprobieren will.

Bitcoin-Mining auf chinesisch

Ihr habt es bemerkt. In der letzten Woche war es ungewöhnlich ruhig hier auf der Seite. Das lag an meinem Hauptjob und einem sehr intensiven Jahresstart mit mehreren heißen Projektphasen gleichzeitig, sodass ich hier im Blog etwas kürzer treten musste und „nur“ das Kernprogramm aus Presseschau und Podcast machen konnte.

Jetzt habe ich aber wieder ein bisschen Luft udn Freizeit und einen Haufen Links und Material, das aufgearbeitet werden will. Deswegen fange ich mit diesem Motherboard-Video an, das letzte Woche durchs Netz gereicht wurde und einen kleinen Einblick in die chinesische Mining-Industrie eröffnet.

Bitcoin-Mining-Level: Chinesisch!

Ich lasse das mal unkommentiert, weil ich über genau dieses Mine und die extremen Lärm-Hitze-Arbeitsbedingungen bereits im August letzten Jahres geschrieben habe. Auf ein Detail will ich aber hinweisen. In der Region mag sie zwar die größte Bitcoin-Mine sein. Im Vergleich zu dieser chinesischen Mega-Mine wirkt sie dann aber doch eher bescheiden.

Nichtsdestotrotz. Absolut sehenswert!