Archiv der Kategorie: Europa

Wie die Isle of Man zum Bitcoin-Hub wird

Ich wollte schon lange diese wirklich liebevoll gemachte Multimedia-Reportage von Bloomberg verbloggen: Greetings from Bitcoin Island. No place on the planet has welcomed digital currencies as warmly as the Isle of Man, da kommt just die Tage auch Arte mit einem kurzen Beitrag über das kleine Eiland in der irischen See daher, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, nicht nur als der Standort für Online-Glücksspiel zu werden („During the past decade, some of the world’s biggest such companies have relocated here […] making the island as important to online poker as Las Vegas and Macau are to bricks-and-mortar casinos.“), sondern auch in Sachen Bitcoin und Kryptowährungen große Ambitionen hegt.

Bloomberg top, Arte flop

Wobei aber die Bloomberg-Reportage die deutlich bessere ist, weil der Arte-Beitrag Bitcoin per se in ein zwielichtiges Licht rückt, ohne das kritisch zu hinterfragen. Mitten in dem Panama-Papers-Steueroasen-Hype zeigt die Redaktion hier leider, dass sie das Thema fachlich nicht angemessen umsetzen kann.

Wer allerdings auf Lesen und Englisch keinen Bock hat, kann sich trotzdem auch den Arte-Beitrag anschauen. Von der unnötig tendenziösen Berichterstattung abgesehen, ist das Geschehen auf der Isle of Man ja dennoch interessant.

https://youtu.be/lD2BV3d92n0

Island und die heißen Bitcoin-Minen

Der Business Insider hat sich aufgemacht eine Bitcoin-Mine auf Island zu besuchen. Das Land bietet klimatisch ja ideale Voraussetzungen für solch ein wärmeintensives Geschäft und die Versorgung mit günstiger Geothermie-Energie macht das Geschäft erst profitabel und wenigstens halbwegs umweltfreundlich.

Der Artikel ist okay, aber die zugehörige Bildstrecke ist spannend. Besonders, weil sich darin weitere Details zum Mining-Business verstecken, die einen schon mal hellhörig werden lassen:

„CEO Marco Streng says energy companies “offer us helicopter rides whenever we arrive,” and speculates they may be one of the biggest single users of power in the country.“

Auch dieses weitere Imagevideo ist interessant, weil es an einigen Punkten erschreckend ehrlich ist: “Working inside a bitcoin mine is absolutely terrible.”

Alles in allem eine große angelegte Marketing-Kampagne von Genesis-Mining, aber ein bisschen mehr Transparenz tut dem Mining-Business ganz gut. Insofern sind auch die Live-Streams aus dem Rechenzentrum auf Island eine feine Idee, vor allem da #2 und #3 auch Ton bzw. Lärm übertragen. (Aber dass bei #1 die Fahne umgefallen ist, scheint noch keiner bemerkt zu haben.)

Medientipp – Bitcoin in Griechenland II

Vergangenen Dienstag hatte ich schon auf einen Radiobeitrag hingewiesen, der sich dem Thema Bitcoin und Griechenland sehr gut angenähert hat. Hier nun der zweite Medientipp zum selben Sujet. Allerdings aus einer anderen Perspektive.

Für seine Abschlussarbeit an der Fakultät für Journalismus und Medien and der Aristoteles-Universität Thessaloniki hat Kostas Mouratidis nämlich diesen Film gedreht, in dem es darum geht wie Bitcoin sich auf die (Kreativ-)Wirtschaft und die Gesellschaft in Griechenland auswirkt.

Medientipp: Bitcoin in Griechenland I

Bitcoin und Griechenland ist seit einigen Wochen eine beliebte Themenkombination in den großen Medien. Nicht jeder Beitrag ist dabei wirklich gelungen, aber dieses Radiostück, das am Samstag bei Breitband lief, ist wirklich hörenswert. Nicht nur, weil darin mit Felix Weis ein alter Bekannter der Berliner Bitcoins-Szene zu hören ist, der auf seiner Bitcoin-Weltreise gerade in Griechenland einen Zwischenstopp macht, sondern auch, weil das Thema Bitcoin kritisch-fundiert dargestellt wird. Anhand von Menschen eben.

FTB – Bitcoin trifft britischen Kunstpathos

Was genau es mit Fork The Banks auf sich hat, ist noch nicht so ganz klar. Es geht wohl um Kunst, Musik und um Bitcoin und ein dahinter stehendes britisches Kollektiv. Der Rest wird scheinbar Stück für Stück bekannt gegeben, um die Spannung zu halten. Auf Reddit funktioniert das mit dem ersten Trailer ฿ The Light“ jedenfalls schon mal ganz gut. Ist aber auch sehr pathetisch.

Die BBC über die Isle of Man als Bitcoin-Island

Die Isle of Man, eine kleine Insel in der irischen See, hat große Ambitionen ein „Bitcoin Island“ zu werden.

Mein erster Reflex auf diese Meldung war skeptisches Augenrollen. Denn mit Zypern hatte letztes Jahr bereits ein anderer kleiner Inselstaat aufmerksamkeitsheischend ähnlich hochtönende Pläne geäußert. Der „Bitcoin-Hub“, das „London der Kryptowähungen“, wollte man damals werden. Daraus geworden ist jedoch bekanntlich nicht viel. Mit der hausgemachten Implosion von Neo & Bee platzte auch die mit viel heißer Luft und bombastischen Versprechungen aufgepumpte zypriotische Bitcoin-Begeisterungs-Blase.

Die Isle of Man ist kein zweites Bitcoin-Zypern

Trotz meiner Skepsis habe ich mir dann aber doch diesen BBC-„Business Daily“-Podcast angehört (hier in einem zusammengefassten Artikel), in dem Zoe Kleinman auf der Isle of Man der Frage nachgeht, ob und wie die Bitcoin-Zukunft der Insel denn aussehen könnte.

Und diese Zukunft könte sich ziemlich spannend gestalten. Denn die Bewohner der Isle of Man sind Bitcoin-affin und die Regierung ist offen und vergleichsweise progressiv, was die Ausgestaltung solider rechtlicher Rahmenbedingungen angeht. Vor allem aber herrscht  Konsens darüber, dass eine Regulierung grundsätzlich nötig ist, diese aber mit Augenmaß getroffen werden muss. Ziemlich gute Bedingungen für die Entwicklung einer nachhaltigen Bitcoin-Struktur.

Die Isle of Man verbindet E-Gaming mit Bitcoin

Was mich aber am meisten hat aufhorchen lassen, ist ein Fakt, der mir bisher nicht bewusst war: Durch ihre bisherige Regulierungs- und Steuerpolitik hat sich die Isle of Man bereits jetzt als beliebter Standort für Unternehmen der E-Gaming-Industrie profiliert. Daneben nun Digitale Währungen als weitere Spezialisierung zu setzen, ist ein äußerst smarter Schachzug. Immerhin steht die enorm aussichtsreiche Verbindung von E-Gaming mit digitalem Geld unverständlicherweise noch immer ganz am Anfang. Für die Isle of Man könnte sich das jedoch bald als großer Glücksfall erweisen.

Bild: “Classic old radio 1960s or 70s style” Flickr-User theslowlane (CC BY 2.0)

Der ORF über Bitcoin in Österreich

Dass Bitcoin in Österreich ein Thema ist, darüber berichte ich hier ja gerne immer wieder. Allerdings waren das bisher immer nur Einzelmeldungen bspw. über Bitcoins, die man neuerdings an Trafiken kaufen kann, Regulierungsentscheidungen oder Ähnliches. Also alles eher Schlaglichter, die hier und da bestimmte österreich-spezifische Bitcoin-Ereignisse in den Fokus gerückt haben.

Bitcoin in Österreich – ein umfassender Gesamtüberblick

Mit großem Interesse habe ich daher diesen Radio-Beitrag über Bitcoin in Österreich der Ö1-Sendung matrix – computer und neue medien vom vergangenen Sonntag angehört. Der bietet nämlich erstmals einen umfassenden und  detaillierten Gesamtüberblick über die österreichische Bitcoin-Situation, wie man ihn so bisher noch nicht bekommen hat.

Dabei geht es von Bitcoins am Würstelstand über lokale Wirtschaftsexperten, die erwarten, dass „Bitcoin genauso schnell wieder verschwinde, wie es gekommen ist.“ bis hin zum ersten Bitcoin-Geldautomaten, der zunächst nur aus Prestigegründen aufgestellt wurde, dessen Nutzung sich aber immer größerer Beliebtheit erfreut.

Radio macht Bitcoin in Österreich erfahr- und erlebbar

Dass es sich hierbei um einen Radiobeitrag handelt, verleiht der Darstellung eine ganz besondere Qualität. Nicht nur, dass alle Gesprächspartner durch ihre regionale Sprachfärbung unglaublich sympathisch klingen, sondern die Stimme und die Art und Weise wie über das Thema Bitcoin gesprochen wird, verrät sehr viel mehr über die Überzeugung und das Selbstbewusstsein, mit dem die Protagonisten agieren, als es ein schriftlicher Artikel vermitteln könnte. Das gilt auch für die subtil mitklingende Überraschung darüber, wie gut Bitcoin in Österreich angenommen wird.

Auch wenn es quasi „nur“ um ein direktes Nachbarland geht, bekommt man durch diesen ORF-Beitrag über Bitcoin in Österreich so auch einen sehr plastischen Eindruck, was es in der Realität bedeutet, wenn von Bitcoin als staatenlosem Geld oder als globalem Phänomen gesprochen wird. Denn Bitcoin findet überall auf der Welt statt und die Menschen beginnen es zunehmend in ihren jeweiligen Alltag und ihre spezifische Lebensumwelt zu integrieren.

Lieber gleich hören!

Kleiner Hinweis noch am Rande: Ich weiß nicht, ob es in Österreich ähnliche Beschränkungen wie die hirnlosen deutschen Regelungen im Rundfunkstaatsvertrag gibt, die dazu zwingen Inhalte nach einer bestimmten Frist wieder aus dem Netz zu nehmen. Deswegen empfehle ich den Beitrag zeitnah zu hören. Man kann ihn zwar auch downloaden, aber das nur kostenpflichtig.

Bild: “Classic old radio 1960s or 70s style” Flickr-User theslowlane (CC BY 2.0)

Deutsche Bundesbank akzeptiert Bitcoin

Zumindest langsam und erst einmal nur thematisch, aber hey! Für die Bundebank ist das ein Riesenschritt. Bisher ist sie in Wort und Tat ja eher Bitcoin-avers aufgetreten.

Bundesbank erhebt offizielle Bitcoin-Zahlen

In ihrer aktuellen Veröffentlichung Zahlungsverhalten in Deutschland 2014. Dritte Studie über die Verwendung von Bargeld und unbaren Zahlungsinstrumenten widmet sie Bitcoin nun nicht nur einen eigenen Infokasten, sondern hat in der Datenerhebung erstmals auch einen „kleinen Frageblock zu virtuellen Währungen wie Bitcoins“ untergebracht. Das ist auch angebracht, denn der neue thematische Schwerpunkt der repräsentativen Studie lag auf „baren versus unbaren Zahlungsinstrumenten“.

Kritik und Einordnung der Daten

Die Datenerhebung fand dabei von Mai bis Juli 2014 statt. In Bitcoin- und Internet-Zeitrechnung sind diese mehr als acht Monate eine durchaus relevante Zeitverschiebung, die man bei der Interpretation der Ergebnisse aus heutiger Sicht berücksichtigen muss. Die täglichen Transaktionen sind im Verhältnis zwar nur geringfügig gewachsen, ob die Bekanntheit und die Nutzungszahlen jedoch immer noch valide sind, kann man zumindest anzweifeln.

Zumal das Studiendesign in diesem Punkt einen großen Schwachpunkt hat. Es wurden nämlich nur Personen ab 18 Jahren befragt und damit die Bitcoin-Nutzergruppe der jüngeren Digitale Money Natives außen vor gelassen. Dass aber gerade die jüngeren Bevölkerungsgruppen sehr affin für digitales Geld sind, legt die Bundesbank-Studie selbst nahe. Immerhin bescheinigt sie Bitcoin in der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen mit 41 Prozent den höchsten Bekanntheitsgrad.

Nach dem Klick der Bundesbank-Text zu Bitcoin in voller Länge. Die gesamte Studie gibt es hier.

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Die Euro-Krise faszinierend visualisiert

Ich hätte nicht gedacht, dass es möglich ist die Ursachen, Hintergründe und Herausforderungen der europäischen Schuldenkrise so anschaulich zu visualisieren wie es Bloomberg hier macht.

Auch wenn, wie im Internet üblich, über die Inhalte gestritten wird – ich saß tatsächlich gerade eine Viertelstunde geflasht vor dem Bildschirm. Auch wegen der liebevollen Animationen.

Rückblick – Inside Bitcoins Berlin 2015

Nun ist sie schon drei Wochen her, die Inside Bitcoins Berlin, die größte in Deutschland stattfindende Konferenz zum Thema Bitcoin. Und dass ich erst jetzt darüber schreibe, hat damit zu tun, dass ich zwischenzeitlich im Urlaub war. Es liegt aber auch daran, dass ich bisher nicht wusste, was ich eigentlich schreiben soll.

Denn mein Feedback ist zwiegespalten und das liegt sowohl an der diesjährigen Inside Bitcoins Berlin, als auch an meinen eigenen Erwartungen basierend auf letztem Jahr. Beides hat nicht so richtig zusammengepasst. Aber anstatt diese Differenz mit Kategorien wie gut oder schlecht zu bewerten, will ich aufzeigen, an welchen Punkten mir die Diskrepanz besonders stark aufgefallen ist.

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