Archiv der Kategorie: Globale Entwicklung

Erst denken, dann twittern

Sonntag vor einer Woche habe ich auf ein Gerücht hingewiesen, das auf eine mögliche Zusammenarbeit zwischen einem Altcoin und der afrikanischen Bitcoin-Alternative M-Pesa hindeutet. Ob an der Sache was dran ist? Nichts genaues weiß man (immer noch) nicht, aber das braucht es auch nicht um zu zeigen, wie schnell und leichtfertig der menschliche Verstand ausgeknipst wird und Hemmschwellen in der digitalen Kommunikation fallen, wenn Gier und geplatzte Träume im Netz aufeinandertreffen.

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Master of Kryptowährung

Im Januar kündigte die Universität von Nikosia an, dass Studiengebühren ab sofort auch in Bitcoin beglichen werden können. Nebenbei erklärte die Uni zusätzlich noch die Einführung des Master of Science-Studiengangs Digital Currencies.

Um das ganze nun ein bisschen mehr zu promoten, ist die Einführung in das Thema als Massive Open Online Course angelegt, an dem jeder kostenlos über das Netz teilnehmen kann.

Snippet von der Website:

„Students who successfully complete the course and who are interested in pursuing the full MSc program will be able to receive credit if they successfully pass their assessment.

The MOOC will cover both a technical overview of decentralized digital currencies like Bitcoin as well as attempt to put them in a broader economic, legal and financial context.“

Detaillierte Übersichten über die Inhalte gibt es hier, eine Übersicht über den Themenfahrplan inkl. Literaturliste hier (u.a. das Bitcoin-Whitepaper). Die einzelnen Themenblöcke finde ich aber tatsächlich richtig spannend. Vom Problem der byzantinischen Generäle über Ethereum bis hin zu M-Pesa. Da kann man eventuell noch mal richtig solides Grundlagenwissen mitnehmen. Kann gut sein, dass ich da einfach mal mitmache.

Check! Ich bin dabei. Wer noch? Dann könnten wir nämlich ’ne Online-Fahrgemeinschaft aufmachen.

M-Pesa – die afrikanische Bitcoin-Alternative

Kryptowährung und digitale Währung. Häufig wird beides synonym verwendet, aber es gibt einen Unterschied zwischen den Begriffen. Während sich Kryptowährung ganz spezifisch auf Bitcoin und Altcoins bezieht, umfasst die Kategorie digitale Währungen sowohl Kryptowährungen, als auch andere digitale „Währungen“, die nach einem anderen Prinzip funktionieren. Also zum Beispiel mit einer zentralen Verwaltungsinstanz, aber dennoch ohne Banken.

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Weltweite Bitcoin-Ankäufe visualisiert

Hier mal wieder was aus der Daten-Visaulierungs-Ecke. Die Website fiatleak.com zeigt eine Echtzeit-Übersicht, wo auf der Welt Fiatgeld, also „echtes“ Geld, in welchen Mengen in Bitcoin umgetauscht wird.

Das ist ganz nett anzuschauen – je größer das fliegende Bitcoin-Symbol, desto höher die Summe – aber nicht represantativ, denn es gibt einen ziemlichen China-Bias, da die Daten nur auf dem Handelsvolumen einiger bestimmter BTC-Börsen beruhen, nicht auf allen.

Generell sollte man da mal wieder ein gründliches Quellen-Update machen und in diesem Zuge auch gleich den faulen Apfel Mt.Gox entfernen. Das wirkt sich nicht so gut auf die Seriösität aus. Ansonsten aber schon beeindruckend das Ganze einfach mal ein bisschen laufen zu lassen und den Summen beim Wachsen zuzuschauen.

Bitcoin und Afrika

Ich interessiere mich ja sehr für die Themenschnittmenge Bitcoin und Afrika. Das ist eine spannendere Themenkombination als man vielleicht auf den ersten, eurozentristischen Blick denken mag. Bitcoin und Afrika – da sehe ich enormes Entwicklungspotential, allerdings – wie bei Afrika-Themen leider üblich – muss man schon selbst die Initiative ergreifen und gründlich im Netz suchen um spannende Quellen aufzutun und erst einmal herauszufinden, welche Länder des Kontinents diesbzüglich am aktivsten sind. Südafrika, klar, aber auch Kenia oder Simbabwe haben durchaus rege Bitcoin-Communities.

In Zukunft werde ich daher hier im Blog einen kleinen Schwerpunkt auf das Thema legen und immer mal wieder ein paar Beiträge dazu einstreuen. Den Anfang macht ein sehr interessanter Artikel über die AfriKoin, eine Konferenz zum Thema Emerging Africa Digital Money Trends & Innovation, die im November in Nairobi stattgefunden hat und auf der natürlich auch Bitcoin eine Thema war. Der Artikel ist ein guter Einstieg in die afrikanische Finanzwelt und er zeigt, dass bereits jetzt einiges geht auf dem schwarzen Kontinent. Vom kenianischen Leuchtturmprojekt M-Pesa über Googles BepaPay bis hin zu afrikanischen Online- und Mobile Payment-Startups.

Zur besseren Wiederauffindbarkeit aller Beiträge mit Afrika-Bezug gibt es übrigens in der linken Menüleiste nun auch eine entsprechende Rubrik und wer einen guten Linktipp hat, immer her damit.

Update: Hier nochmal der Link zum Artikel, der jetzt auch im Beitrag verlinkt ist: Can Bitcoin transform Africa? – Wamda

Von Bitcoins und Bio-Bauern

Die Entwicklung von Bitcoin in Argentinien beobachte ich seit längerem mit großem Interesse. Nicht nur weil das Land flächen- und bevölkerungsmäßig zu den größten drei Südamerikas gehört, sondern auch weil die volkswirtschaftliche Situation in Argentinien so dermaßen aus dem Ruder gelaufen ist, dass sie mit den traditionellen staatlich-marktwirtschaftlichen Steuerungsinstrumenten kaum mehr zu kontrollieren ist. Hohe Inflation und strenge Finanzregulierungen haben zu großer Unsicherheit in der Bevölkerung geführt und die daraus entstehende Vertrauenskrise in den heimischen Peso beschleunigt wiederum die Inflation. Der klassische Teufelskreis.

Ähnlich wie in anderen finanzkrisengeschüttelten Ländern auch müssen die Menschen aber trotzdem irgendwie sehen wie sie alleine mit dieser großen finanziellen Unsicherheit zu Recht kommen. Manche, wie die Bauern der Tierra Buena-Initiative, sehen dabei in Bitcoin eine echte Alternative und die Macher von BitcoinFilm.org haben die Geschichte von Santiago Zaz und seinen Kollegen in einer sehr sehenswerten Kurzdokumentation zusammengefasst und ins Netz gestellt:

Bitcoins: Liberating Organic Farmers

Es ist im Übrigen schon der zweite Film von BitcoinFilm.org und die Jungs möchten auch noch mehr Dokumentationen über Bitcoin im Alltag von Menschen in Argentinien und auf der ganzen Welt drehen. Dafür sind sie auf der Suche nach beidem, guten, persönlichen Geschichten und finanzieller Unterstützung. Beides kann man ihnen über ihre Website zukommen lassen, die – so hoffe ich – deswegen ein bisschen hinterher ist, weil sie gerade mit neuen Filmen beschäftigt sind.

Wen es jetzt selbst in den Fingern juckt einen Film zum Thema Bitcoin zu machen und wer just in diesem Moment eine passende Musik dafür sucht, darf gerne auf den Soundtrack von BitcoinFilm.org zurückgreifen, der explizit für jeden Film mit Bitcoin-Bezug freigegeben ist.

Und weil heute Samstag ist und wir alle ein bisschen mehr Zeit haben hier noch der ebenfalls sehr sehenswerte erste Film von BitcoinFilm.org:

Bitcoins in Argentina

Argentiniens Bitcoin-Zukunft

Immer wieder fallen die Namen zweier Länder, wenn es um die Vorreiterrolle bei der Institutionalisierung von Bitcoin geht: Zypern und Argentinien. Während über Bitcoin-Zypern hier im Blog ja schon ein paar Sachen liefen, hatte ich über die Situation in Argentinien bis auf den kurzen Vortrag von Rodolfo Andragnes bei der DLD-Conference bisher noch nicht so viel erfahren.

Nun bin ich auf einen sehr lesenswerten Artikel der englischsprachigen The Argentina Independent gestoßen, der uns Eurozentrikern einen weiteren Blick über den Tellerrand ermöglicht und die Bitcoin-Situation in Argentinien kurz und anschaulich umreißt. Immerhin hat sich dort nicht nur die größte Bitcoin-Community Südamerikas gebildet, der heimische Peso hat zudem so viele Krisen durchgemacht, dass das allgemeine Vertrauen in den US-Dollar mittlerweile größer ist.

Eine offizielle Stellungnahme zur rechtlichen Einstufung des Bitcoin steht zwar noch aus, die Fundación Bitcoin Argentina tausche sich wohl aber schon mit der Regierung aus, die dem Bitcoin sehr offen gegenüberstehe. Von offizieller Seite sei daher eher mit Unterstützung als mit einem Verbot zu rechnen.

Bitcoins in Argentina: A New Safe Haven? – The Argentina Independent

Die internationale Bitcoin-Gretchenfrage

Bitcoin ist eine sehr junge Währung und ihre steigende Popularität zwingt uns unsere auf dem bestehenden Finanzsystem basierende Definition von Geld zu überdenken. Das ist leichter gesagt als getan, denn jedes Land nutzt sein hoheitliches Recht, Bitcoins nach eigenem Ermessen zu bewerten. Ist der Bitcoin eine Währung, ein Handelsgut oder etwas ganz anderes? Ist es legal Bitcoins zu minen, sie zu besitzen oder damit zu handeln? Schon bei diesen grundlegenden Fragen herrscht internationale Uneinigkeit.

Das ist umso problematischer, weil es ja gerade eine der viel beworbenen Eigenschaften von Bitcoin ist, dezentral und unabhängig von Ländergrenzen und hoheitlichen Definitionsansprüchen zu fungieren. Zumindest im Idealfall. Ob der aber jemals erreicht werden kann, darf bezweifelt werden.

Bis dahin sammelen Zachary Taylor und Marc Nickel zum Glück für uns auf BitLegal in einer übersichtlichen Karte und Ampelfarben die Positionen und öffentlichen Bewertungen der einzelnen Staaten. Sofern sie denn bisher schon Position bezogen haben.

Island ist beispielsweise rot, weil dort der Besitz und der Kauf von Bitcoins aus Eurokrisen-Bankenpleite-Gründen verboten ist. Lustigerweise ist es aber erlaubt, Bitcoins zu minen und zu verkaufen, denn so käme ja Geld auf die Insel. Logisch, oder?

Ab ins Bitcoin-Ressort!

Darüber, dass Zypern in Sachen Bitcoin ambintioniert ist, habe ich ja schon geschrieben. Das darf man zurecht auch kritisch sehen. Hier nun aber nun ein konsequentes und gleichzeitig irgendwie auch verstörendes Beispiel dafür, dass sie es wirklich ernst meinen:
The First Bitcoin Resort

Schon ab nur 120 Bitcoins gibt es Garten-Appartments mit Pool oder voll ausgestattete Penthouse-Suiten mit Whirlpool und Grillecke auf dem Dach. Gut, Golf spielen müsste ich erst noch lernen, damit ich mich nicht langweile, aber Meerblick und der Yachthafen um die Ecke sind schon ganz nett. Am besten finde ich jedoch den Slogan A Resort for Bitcoiners to Spend Their Summers Together. Zitat von der Website:

„Use the bitcoins you have to buy a place to spend your summers on the beach with other Bitcoin enthusiasts, in a vivid community that will create Bitcoin hackathons and brainstorming sessons while drinking margaritas on the beach.“

Das klingt so strange, gerade deswegen würde ich mir das glatt gerne mal anschauen. Ich fürchte allerdings meine Bitcoin-Reserven reichen dafür noch nicht ganz. Das Angebot läuft nämlich nur noch bis Ende März.