Archiv der Kategorie: Grundlagen

Bitcoin-Rumble in the Banken-Jungle – Die Value of Bitcoin Conference

Vergangenen Montag fand in München die Value of Bitcoin Conference statt, eine Veranstaltung, die ob ihrer inhaltlichen Ausrichtung und Zielgruppe bei mir im Vorfeld ziemlich hohe Erwartungen geweckt hatte.

Rückblickend kann ich sagen, dass sich diese Erwartungen mehr als erfüllt haben.

Ziel der VOB: Verschiedene Akteure und Entscheider zum Thema Bitcoin aufeinander loslassen.
Die Value of Bitcoin – Streiten auf hohem Niveau

Selten war ich auf einer Konferenz, in der Agenda und Speaker so gut kuratiert waren, die Vorträge so knackig und informativ waren und Diskussionen so hitzig geführt wurden. Oder anders gesagt: Wenn du es schaffst, einige der profiliertesten Forscher, Wissenschaftler, (Zentral-)Banker, Investoren und Bitcoiner so kontrovers und streitlustig miteinander in einen Dialog zu bringen, weißt du, dass du als Organisator alles richtig gemacht hast.

Dann entstehen nämlich Momente, die einem in Erinnerung bleiben. Wie zum Beispiel als Alex de Vries (im Titelbild zu sehen) in seinem Vortrag „The (un)sustainability of Bitcoin„, in dem er den Stromverbrauch von Bitcoin als ausgesprochen negativ darstellte, seine Thesen mit einer Karte belegen wollte.

Laut Alex de Vries angeblich überbewertet: Mining in Québec (Quelle: 2nd Global Cryptoasset Benchmarking Study, S. 78)

Diese zeigte die globale Verteilung der Mining-Epizentren. Alex de Vries kritisierte, dass der Punkt für das kanadische Québec viel zu groß sei. Ein aktuelles Interview mit einem lokalen Energieversorger würde auf deutlich geringere Nutzung der dortigen regenerativen Quelle Wasserkraft fürs Mining hinweisen.

Direkter Widerspruch aus dem Publikum

Dem widersprach allerdings umgehend ein Teilnehmer aus dem Publikum, der sich als in Québec beheimatet zu erkennen gab. Das Interview bezöge sich nur auf die Zahlen eines der vielen Energieversorger in der Region.

Als anschließend auch noch Michel Rauchs das Wort ergriff, der am Cambridge Centre for Alternative Finance der Judge Business School der University of Cambridge eben jene 2nd Global Cryptoasset Benchmarking Study verantwortet hat, aus der Alex de Vries die kritisierte Karte entnommen hatte, war klar, dass hier und heute genau der Ort ist, an dem all diese normalerweise weit verteilt arbeitenden Menschen zusammenkommen müssen, um sich auszutauschen und, wenn nötig, auch zu streiten.

Teils heftige und emotionale Debatten

Das Mining- und ökologischer Fußabdruck-Thema war dabei nicht das einzige, bei dem es kontrovers und erfrischend hitzig zuging. Im Panel „Bitcoin from a financial market and investment perspective“ platze schließlich dem prominenten und eloquenten Bitcoiner Saifedean Ammous (Autor von The Bitcoin Standard) im Publikum der Kragen.

Zuvor hatte er selbst schon einen Vortrag gehalten („Bitcoin as the working free market alternative to national central banks“) und mit Jochen Metzger von der Deutschen Bundesbank, Christopher Waller von der US-amerikanischen Fed und Thorsten Polleit vom Goldhändler Degussa zum Thema „A free market for private money – central banks under pressure?“ diskutiert.

https://twitter.com/rohmeo_de/status/1135495455209644032

Wobei gerade die beiden Zentralbänker hier stark in die Mangel genommen wurden. Teils zurecht, teils jedoch nicht. Denn fairerweise muss man darauf hinweisen, dass sie dabei auch für Dinge zur Rede gestellt wurden, die sie gar nicht selbst zu verantworten haben.

Als Vertreter des „alten Systems“ wurden sie letztlich aber zur leichten Zielscheibe und dabei argumentativ in Sippenhaft für Entscheidungen genommen, die Politiker nicht aber die Zentralbanker getroffen haben. Vielleicht müsste man solch eine Diskussion beim nächsten Mal um ebendiese politische Vertreter erweitern.

Unwissenheit, Provokationen und die Stimmung kocht hoch

Doch war das noch harmlos im Vergleich zum Panel „Bitcoin from a financial market and investment perspective“, in dem die Auseinandersetzung teils hart und bis an die Gürtelline geführt wurden. Zwischenruf aus dem Publikum in richtung eines Panelteilnehmers: „Es gibt Leute, die haben das Buch [das Sie zitieren, Anm.d.R.] tatsächlich gelesen. Sie gehören offensichtlich nicht dazu!“

Konkret ging es um die provokante Frage, ob Bitcoin letztlich nicht doch nur eine Spekulationsblase sei wie so viele zuvor – allerdings um ein Vielfaches größer. Vertreten wurde diese These vom Hans-Jörg-Naumer (Allianz), der sie mit einer mitgebrachten Grafik untermauern wollte.

Allerdings fiel vielen im Publikum schnell auf, dass besagte Grafik nicht korrekt ist, weil sie nur einen willkürlichen Ausschnitt des Bitcoin-Kurses zeigt, der die Entwicklung der ersten fünf Jahre von Bitcoin vollkommen außer acht lässt. Diese Manipulation triggerte lautstarke und energische Kritik und war der Zündfunken für eine aufgebrachte, emotionale und teils mit harten Bandage geführte Diskussion zwischen und unter Publikum und Panel-Teilnehmern.

https://twitter.com/proofofsteph/status/1135608561944465413

Dass sich der zweite Vertreter des klassischen Investorenlagers, Alexis Eisenhofer, in diesem Schlagabtausch zu der entblößenden Aussage hinreißen ließ, dass er ohnehin nichts mit Bitcoin anfangen könne, weil Blockchain-Technologie sowieso der viel heißere Scheiß sei, war das größte Fettnäpchen, das in dieser Situation zu finden war. Vor allem, da es ja den ganzen Tag schon vielseitige und fundierte Vorträge gegeben hatte, die genau diese Aussage längst ad absurdum geführt hatten.

Ähnliche Lacher erntete später nur noch der Teilnehmer, der bemerkte, dass man ja noch gar nicht über die Möglichkeiten von Ripple gesprochen habe! Nur konnte der glücklicherweise gleich wieder im Publikum abtauchen und musste nicht noch eine Paneldiskussion durchstehen, auf die er sich bedeutend zu schlecht vorbereitet hatte.

Hoher Lernfaktor

Neben den hitzigen, lebhaften und unterhaltsamen Debatten zwischen Bitcoin-Skeptikern und -Befürwortern, die durch die organisatorische Ausrichtung der Value of Bitcoin ja unbedingt gewollt war (und erfreulicherweise niemandem im konferenztypischen nachmittäglichen Schnitzel-Koma versacken ließen), war das Event aber noch aus einem anderen Grund von Wert: Es gab wirklich viele interessante Einblick („Security of Bitcoin private keys: from hardware to quantum attacks“) und einiges zu lernen.

Wie die von der BIS (Bank for International Settlements) kreierte Money Flower, in der Cyrus de la Rubia (Hamburg Commercial Bank) in seinem Vortrag „Bitcoin as catalyst for Central Bank Digital Currencies (CBDC)“ Bitcoin verortete und diskutierte.

Oder die Zentralbankkonten für jedermann, die in Deutschland mangels Nachfrage in den Neunzigern wieder abgeschafft wurden.

Und selbst die Vertreter der Banken-Seite gingen offensichtlich nicht leer aus.

Video-Aufzeichnungen sollen noch kommen

Glücklicherweise wurden alle Sessions in Bild und Ton aufgezeichnet und stünden sie schon online würde ich hier jede einzelne verlinken. Bis sie (hoffentlich bald) online gehen, lohnt es sich für noch ein paar mehr Einblicke den Konferenz-Liveblog von Holger Rohm nachzulesen, der ein treffliches Fazit gefunden hat, dem ich eigentlich nichts mehr hinzufügen kann:

Treffliche Zusammenfassung im #VOB19-Liveblog der Kollegen von blockchaincenter.net
Bitte mehr von diesem Format!

Außer natürlich, dass es unbedingt eine Fortsetzung der Value of Bitcoin geben muss. Nicht nur, weil es international kein vergleichbares Event gibt und das Feedback der Speaker und Teilnehmer (jedenfalls soweit ich das mitbekommen habe) so positiv war, sondern auch, weil sich mit diesem auf Diskurs und Austausch ausgelegten Format ein regelmäßiges Bitcoin-Event mit erkennbarem Mehrwert und Alleinstellungsmerkmal aufbauen ließe. Wenn viele anderen Konferenzen gefühlt einen immer größeren Schwerpunkt auf Erlebnis und Entertainment legen, ist die intellektuelle Auseinandersetzung mit Bitcoin immer noch die reizvollste.

Außerdem muss man den Kollegen der BayernLB eine Chance geben, zu zeigen, dass sie das mit der Vergabe guter Passwörter besser können.

Bitcoingeld – Bitcoin für Kinder erklärt

Neulich habe ich über das Bitcoin-Kinderbuch für Erwachsene geschrieben und dass Bitcoin generell etwas ist, für das sich die Jüngeren mehr interessieren als die Älteren, Ist Hier Im Blog ja Immer Wieder Thema.

Bitcoin Money – Das Kinderbuch

Kein Wunder also, dass ich sofort zugeschlagen habe, als ich gesehen habe, dass Michael Caras, der Bitcoin-Rabbi (dessen Name sich im Gegensatz zum einstigen „Bitcoin Jesus“ tatsächlich aus seiner Berufung als Rabbi ableitet), ein Bitcoin-Kinderbuch geschrieben hat: Bitcoin Money. A Tale of Bitville Discovering Good Money (Ist mittlerweile auch auf Deutsch zu haben: Bitcoingeld: Eine Geschichte über die Entdeckung von gutem Geld in Bitdorf)

Bitcoin Money: Schöne, kindgerechte und liebevoll illustrierte Geschichte
Wie die Kinder von Bitville gutes Geld entdecken

In dem Buch, das man mit seinen knapp 30 Seiten fairerweise eigentlich eher als Heftchen bezeichnen muss, lernen die Kinder von Bitville – wie der Titel bereits verrät – in sechs liebevoll illustrierten Kapiteln die Notwendigkeit von gutem Geld kennen.

Zunächst beginnen die Bitville-Kinder zu handeln, später führen sie Münz- und Scheingeld ein und schließlich landen sie beim besseren, weil manipulationssicheren digitalen Geld: Bitcoin.

Am Anfang war der Handel …
… der durch Geld immer leichter wurde, dabei aber auch Probleme verursachte …
… und erst gutes, digitales Geld machte die Kinder in Bitville wieder glücklich.
Primär für Kinder, aber nicht nur

Damit füllt Bitcoin Money wirklich eine Lücke. Denn solch ein kindgerechtes Bitcoin-Bildungsangebot gibt es bisher noch nicht.

Für Kinder, die in dem Alter sind, den Umgang mit Geld zu lernen, ist das Buch daher durchaus geeignet. Zumal es Michael Caras eben auch vorrangig darum geht, die ökonomische Notwendigkeit eines „guten Geldes“ zu erklären und weniger die Technologie dahinter. Positiver Nebeneffekt: Dabei können nicht nur die Kinder noch etwas lernen.

„I believe that the key value of Bitcoin is its economic role, and so we focus on that aspect, as opposed to a detailed explanation of the technology behind it.

Although it appears as a simple children’s story, I hope that this book can serve as an introduction to Bitcoin for people of all ages.“

Bitcoin Money, knapp 30 Seiten kosten ca. 15 US-Dollar
Fazit: Inhaltlich top, Haptik ausbaufähig

Bitcoin Money. A Tale of Bitville Discovering Good Money ist ein kurzweiliges, unterhaltsames und zielgruppengerechtes Buch, das Spaß zu lesen macht. Einziges Manko ist das dünne Papier, dass bei dem überschaubaren Seitenumfang aus dem Buch nur ein Heftchen macht. Etwas dickere oder stabilere Seiten wären sowohl kindgerechter und würden auch eine Wertigkeit vermitteln, die dem Preis von rund 15 US-Dollar auch gerecht wird.

Das kommt hoffentlich mit der zweiten Auflage. Doch dafür muss zunächst die erste unter den Bitcoin-Nachwuchs gebracht werden. Wer dabei mithelfen will: Bitcoin Money. A Tale of Bitville Discovering Good Money ist im Eigenverlag erschienen und kann bei Amazon auf Deutsch oder Englisch oder direkt über die Website des Bitcoin Rabbi bestellt werden. Wer dort mit Bitcoin bezahlt, bekommt sogar Rabatt.

T-1 Jahr (in etwa) – Der Halving-Countdown läuft wieder

Seit mehreren Monaten habe ich im Browser einen Tab www.thehalving.com offen.

Ich wollte nämlich einen kurzen Beitrag veröffentlichen, wenn diese wirklich hübsch gestaltete Seite anzeigt, dass es noch ein Jahr dauert, bis das nächste Bitcoin-Halving stattfindet. Also die Halbierung des Blockrewards, den der Miner für einen neuen, gültigen Block bekommt.

Aktuell liegt dieser bei 12,5 Bitcoin pro Block. Ganz am Anfang waren es 50, danach 25 und ab in etwa einem Jahr werden es dann nur noch 6,25 Bitcoins sein.

Ein Block kommt, wann ein Block kommt

Warum ab „in etwa“ einem Jahr? Weil sich die Halbierung nicht am Kalender orientiert, sondern an der Blockhöhe. Bei Block 630.000, also in gut 50.000 Bitcoin-Blöcken verringert sich der Blockreward. Da diese Blöcke nun aber nur in etwa alle 10 Minuten gefunden werden und nicht exakt alle 10 Minuten, kann niemand so ganz genau vorhersagen, wann das nächste Halving konkret stattfindet.

Insofern hab ich mich natürlich schön geärgert, als bereits vorgestern die ersten Jahres-Countdown-Tweets losschwirrten.

Seit Monaten halte ich diesen dämlichen Tab offen und beobachte das geschätzte Halbierungs-Datum. Doch dann war all das geduldige Warten umsonst, denn andere kalkulieren die restliche Blockzeit wohl einfach etwas kürzer. Statt mit zehn Minuten pro Block nur mit 9:59 Minuten oder 9:58 oder vielleicht sogar noch weniger und berauben mich so meines langersehnten journalistischen Überraschungsmomentes!

Warum das Halving relevant ist

Bleibt nur noch die Frage, warum das Halving überhaupt so relevant sein soll, dass man einen Countdown dafür bräuchte? Immerhin geht es doch nur um den Mining-Reward, mit dem selbst die meisten Bitcoiner direkt überhaupt nichts zu tun haben.

Doch ist das ja noch nicht das ganze Bild. Immerhin ändern sich mit der dritten Halbierung erneut auch die innermonetären Kennzahlen von Bitcoin. Wenn nur noch 6,25 neue Bitcoins pro Block auf den Markt kommen, sinkt die Bitcoin-Inflation damit rechnerisch zum ersten Mal auf knapp unter zwei Prozent und damit auf einen Wert, den die EZB für den Euro als stabil anstrebt.

Zwar lassen sich Euro und Bitcoin in diesem Kontext nicht problemlos miteinander vergleichen. Trotzdem ist diese Kennzahl für viele Bitcoiner eine symbolisch wichtige Größe. Eine stetig sinkende Inflation bedeutet immerhin, dass Bitcoins rarer werden. Und damit wertvoller.

Countdown zur nächsten Kursrally?

Genau diese Eigenschaft ist auch der zweite Punkt, warum viele in der Community das Halving als wichtiges Ereignis herbeisehnen. Historisch betrachtet fallen die ganz großen Preisrallys nämlich immer in den Zeitraum kurz nach einem Bitcoin-Halving.

Ob das nun Zufall ist oder doch kausal zusammenhängt, mag jeder selbst für sich entscheiden. Die Halving-Optimisten halten aber schon jetzt einen post-Halving-Bitcoin-Preis im sechsstelligen Bereich für denkbar.

Viele glauben, dass der nächste große Preisschub nach dem nächsten Halving beginnt.
Halving mit extra Käse!

Es ist also davon auszugehen, dass Block 630.000 heute in ungefähr einem Jahr von der Bitcoin-Community ziemlich groß und pompös gefeiert werden wird. Noch mehr, sollten die heutigen Schätzungen dann sogar richtig liegen und der Block in exakt einem Jahr, am 22. Mai 2020, gefunden werden. Dann fallen Halving und der Bitcoin-Pizza-Day zusammen, der sich heute zum neunten und kommenden Mai dann zum zehnten Mal jährt. Yummi!

https://twitter.com/bitcoin_pizza/status/1131020388383825920

Noch mehr Bitcoin-Konferenz- und Event-Tipps

Weil ich gestern erst auf die Value of Bitcoin-Konferenz hingewiesen habe und in New York dieser Tage gerade der Mega-Crypto-Konferenz-Marathon stattfindet, bleiben wir der Vollständigkeit halber einfach noch kurz beim Thema mit zwei weiteren anstehenden Bitcoin-Event-Empfehlungen.

Blockchainhotel Konferenz 2019, Essen

Da wäre zum einen am 30. und 31. Mai die dritte Ausgabe der Blockchainhotel-Konferenz, dem jährlichen „Bitcoin- und Krypto-Klassentreffen“ in Essen.

Auch wenn Bitcoin hier nicht namengebend ist, handelt es sich in meinen Augen dennoch im Kern um eine Bitcoin-Konferenz. Das ist nämlich der mit Abstand größte gemeinsame Nenner, der die Community an diesen zwei Tagen zusammenbringt.

Dieses Jahr bereits zum dritten Mal: Die Blockchainhotel Conference

Ich war die letzten beide Mal dort und werde auch dieses Mal kurz wieder vorbeikommen, weil es wirklich ein schönes Community-Event ist und man immer interessante und abgefahrene Leute trifft, die man sonst nirgendwo trifft.

Wer auch noch kommen mag – mit dem Code Coinspondent25 gibt es 25 Prozent Rabatt aufs Ticket.

5th Lightning Hackday, München

Direkt im Anschluss, am 1. und 2. Juni, findet dann in München der fünfte Lightning Hackday statt. Mittlerweile kann man diese Veranstaltungsreihe ja durchaus als renommierte Institution bezeichnen, die beste Werbung für den Bitcoin/Lightning-Standort Deutschland macht (hier mein Artikel über den dritten Lightning Hackday vergangenen Herbst).

Findet bereits zum fünften Mal statt: Der Lightning Hackday

Regelmäßig versammelt sich hierbei die internationale Szene und es würde mich wundern, wenn Elizabeth Stark, CEO von Lightning Labs, wie gerade in New York verkündet als Ort für die erste richtig große Lightning-Konferenz Mitte Oktober von allen Städten dieser Welt rein zufällig Berlin ausgesucht haben sollte. Nachtigall ick hör dir trapsen!

Tickets für den Lightning Hackday gibt’s ab fünf Dollar und wer dann eh schon in München ist, bleibt am besten gleich noch für die Value of Bitcoin Konferenz am nächsten Tag und alle weiteren Termine der dortigen Bitcoin Festival Week.

Vielleicht sehen wir uns ja hier oder dort.

Bitcoin als wachsender demografischer Trend

Vor einigen Tagen veröffentlichte der Krypto- und Blockchain-VC Blockchain Capital die Zusammenfassung ihrer aktuellen repräsentativen Umfrage über die Einstellung der US-Bevölkerung zu Bitcoin. Dabei ging es u.a. um die Bekanntheit von Bitcoin, den Besitz und die potentielle Kaufbereitschaft.

Wie verändert sich die Einstellung der Menschen zu Bitcoin?

Die Ergebnisse dieser Umfrage sind insofern interessant, als dass einige der Fragen im Herbst 2017 schon einmal gestellt wurden. Aus dem Vergleich der Antworten lässt sich also eine Entwicklung ablesen.

9 von 10 Leuten haben schon einmal von Bitcoin gehört. Quelle: Blockchain Capital

Diese Entwicklung ist in der Tat aufschlussreich, wenngleich der Titel Bitcoin is a Demographic Mega-Trend aber übertrieben ist. Einige der Punkte sind aber dennoch erwähnenswert.

Die Bekanntheit von Bitcoin wächst

Neben der Erkenntnis, dass die Bekanntheit von Bitcoin weiter zunimmt – 89 Prozent der Befragten haben mittlerweile schon mal etwas von Bitcoin gehört (2017: 77 Prozent) – sind dabei vor allem die demografischen Unterschiede erwähnenswert.

So besitzt fast jeder fünfte US-Amerikaner zwischen 18 und 34 Jahren Bitcoins wohingegen jenseits der 45 Jahre nicht einmal jeder Zwanzigste in Bitcoin investiert ist.

Die Initiative geht von den Jüngeren aus

Dieser „Generationen-Unterschied“ zeichnet sich deutlich auch in den anderen Ergebnissen ab. Die Jüngeren halten es für wahrscheinlicher, dass sie in absehbarer Zukunft (mehr) Bitcoins kaufen. Sie halten es ebenso für wahrscheinlicher, dass die meisten Menschen Bitcoin innerhalb der kommenden zehn Jahre nutzen werden und sie sind im Allgemeinen auch deutlich vertrauter mit dem Thema als die Älteren.

Bitcoin demographisch
Die Jüngeren stehen Bitcoin deutlich offener gegenüber. Quelle: Blockchain Capital

Wobei Letzteres vermutlich direkten Einfluss auf die Ergebnisse der beiden Vorherigen Antworten hat. Denn wer Bitcoin verstanden hat, der wird es auch eher nutzen und kann auch dessen Zukunftsperspektive einschätzen.

Optimistischere Einstellung zu Bitcoin in allen Altersgruppen

Davon ungeachtet steigen die Zustimmungswerte zu BItcoin aber unterm Strich in allen Altersschichten. Und dass, obwohl die erste Umfrage Ende 2017 in einem von Krypto-Hype und überschwänglicher Begeisterung geprägten Marktumfeld stattfand, die aktuelle dagegen nachdem Bitcoin zwischenzeitlich mehr als 80 Prozent seines Wertes eingebüßt hat.

„We suspect that the difference in market environment between the two surveys would have a negative impact on Bitcoin sentiment in the most recent survey. Despite the bear market, the data shows that Bitcoin awareness, familiarity, perception, conviction, propensity to purchase and ownership all increased/improved significantly — dramatically in many cases.“

Begrenzte Aussagekraft, trotzdem bemerkenswert

Natürlich gibt es auch berechtigte Kritik an der Durchführung und sehr euphorischen Interpretation dieser Studie und die Belastbarkeit der präsentierten Zahlen ist zweifelsohne begrenzt. Nichtsdestotrotz kann man sie als weiteres Indiz für die fortschreitende Durchdringung der Gesellschaft durch Bitcoin sehen.

Und dass die Millenials dabei die größte Rolle spielen, ist keine Überraschung, sondern eine auch in anderen Veröffentlichungen bereits vertretene und begründete These.

Bitcoin- und Lightning-Nodes im Test – RaspiBlitz

Vor einiger Zeit habe ich den Casa Node getestet und damit den ersten in einer Reihe von handlichen Bitcoin- und Lightning-Fullnodes. Nun läuft seit einigen Wochen ein RaspiBlitz auf meinem Schreibtisch, der in der Community weit verbreiteten, weil günstigen und trotzdem komfortablen DIY-Lightning-Lösung.

Zeit für ein Zwischenfazit, das durchweg positiv ausfällt. Denn der RaspiBlitz ist gut ausgewogen zwischen Zugänglichkeit und einfacher Handhabung (aka User Experience) auf der einen Seite und Funktionsumfang und individuellen Konfigurationsmöglichkeiten (aka Nerdigkeit) auf der anderen.

Tauchen auf Lightning-Hackdays oftmals in Rudeln auf: RaspiBlitz-Nodes
RaspiBlitz – Der DIY-Bitcoin- und Lightning-Node

Doch beginnen wir erst einmal mir dem Aufbau des RaspiBlitz, der – wie der Name schon verrät – wie auch der Casa Node auf dem RaspberryPi basiert und durch eine Festplatte, einen Kühlkörper und ein schmuckes LCD-Display ergänzt wird. Komponenten, die man laut Einkaufsliste aktuell für rund 150 Euro bekommt.

Der DIY-RaspiBlitz-Bausatz (hier schon halb vormontiert) kostet aktuell rund 150 Euro.

Mein Testgerät, dass mir Christian Rotzoll, der RaspiBlitz-Hauptverantwortliche, freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, kam dabei schon vormontiert. Wobei ich aber davon ausgehe, dass ich das auch selbst problemlos hinbekommen hätte, da die entsprechende Anleitung auf GitHub gut bebildert ist und als nahezu idiotensicher gelten kann, wenn man des Englischen einigermaßen mächtig ist.

Aus der Community für die Community

Ohnehin muss man sagen, dass eine der ganz großen Stärken des RaspiBlitz die außerordentlich gute und verständliche Dokumentation ist. Jeder wichtige Schritt, vom Zusammenbau der Hardware bis zum Einrichten der Software, ist übersichtlich bebildert und nachvollziehbar erklärt. Das ist keine Selbstverständlichkeit, ganz besonders, wenn man mit dem Produkt (noch) kein Geld verdient.

https://twitter.com/fluidvoice/status/1120162152030064640

Wer darüber hinaus noch individuelle Probleme hat, der findet Hilfe über Twitter (#RaspiBlitz) oder GitHub. Dafür sorgt eine Community, deren Größe und Engagement, das Projekt zu ergänzen und weiterzuentwickeln zeigt, dass der RaspiBlitz längst kein Nischenphänomen mehr ist, sondern unter bastelaffinen Bitcoinern eine der beliebtesten Bitcoin-/Lightning-Fullnode-Lösungen.

Setup und Inbetriebnahme

Sind die Hardware-Komponenten dann verbunden, kann der RaspiBlitz in Betrieb gehen. Dafür muss das aktuellste RaspiBlitz-Image (zur Zeit 1.1) auf die SD-Karte geschrieben werden. Dieser Prozess ist für Windows-Only-Nutzer möglicherweise ungewohnt, aber dank der guten Anleitungen durchaus machbar. Zumal auch spätere Updates über dieses halbmanuelle Prozedere auf den RaspiBlitz eingespielt werden müssen.

Nun beginnt der komplizierteste Part des RaspiBlitz-Setups, wobei das „kompliziert“ letztlich aber nur Ansichtsache ist. Um den RaspiBlitz einzurichten, muss man ihn über eine Netzwerk-Verbindung ansteuern. Beim Casa Node lief das über den Browser (und funktionierte nicht reibungslos), beim RaspiBlitz braucht man eine zusätzliche SSH-Software wie bspw. Putty.

Terminal-Session einrichten

Für Leute, die an Computern bislang vor allem mit grafischen Nutzeroberflächen, Touchscreens und Wischgesten sozialisiert wurden, mag das herausfordernd wirken. Hat man jedoch die IP des RaspiBlitz im heimischen Netzwerk herausgefunden (wird praktischerweise auf dem LCD-Screen angezeigt), das richtige Zeichenset aktiviert (ginge auch ohne, aber dann sieht es noch nerdiger aus – siehe Bild unten) und die Einstellungen einmal als Voreinstellungen gespeichert, ist das Einloggen auf dem RaspiBlitz auch nur noch eine Sache von vier Klicks. Wer einen Drucker einrichten kann, der wird auch daran nicht scheitern.

Sicher ist sicher: gleich vier Passwörter muss man beim Setup des RaspiBlitz vergeben.

Anschließend muss man dem Gerät einen Namen geben, insgesamt vier Passwörter vergeben (die tatsächlich alle notwendig sind) und sich überlegen, wie man eigentlich an die Daten der Bitcoin-Blockchain kommen möchte.

Die Blockchain-Gretchenfrage

Der einfachste Weg wäre, den RaspiBlitz mit dem Bitcoin-Netzwerk zu verbinden und die Synchronisation komplett neu machen zu lassen. Da das Gerät aber nur über eine vergleichsweise begrenzte Rechenleistung verfügt, wird dieser Prozess mehrere Wochen dauern. Wer es schneller haben will, kann sich die Blockchain-Daten alternativ als Torrent-Download oder sich von einem anderen Computer im Netzwerk oder einer zweiten Festplatte ziehen.

Wichtig ist dabei nur: Wie beim Casa Node sollte man sich aber auch hier vorab überlegen, für wie vertrauenswürdig man die jeweilige Quelle der vorverifizierten Blockchain hält. Im Zweifel muss man halt von Grund auf alles synchronisieren.

Komfortabel: Der LCD-Screen zeigt den Zwischenstand auch wenn keine SSH-Verbindung besteht.

Sind die Blockchain-Daten dann verfügbar, läuft der Rest der Setups quasi von alleine bzw. wird man in dem Prozess so gut an die Hand genommen, dass es sich wie ein Selbstläufer anfühlt.

Das LCD-Display, das der Node prinzipiell ja eigentlich nicht braucht, ist hier ein nützliches Gimmick. Denn es zeigt die laufenden Prozesse und den jeweiligen Fortschritt auch dann an, wenn der Rechner aus ist. Das ist insofern nützlich, als dass die finale Synchronisation der Blockchain, die in jedem Fall nötig ist, und das Setup des Lightning-Nodes durchaus einige Stunden in Anspruch nehmen können.

Auch die letzten 0,2 Prozent der Blockchain brauchen mitunter noch Stunden zur Synchronisation.

In meinem Fall hängte sich der RaspiBlitz beim Scannen der Blockchain einmal auf. Nach einem Neustart schloss er die initiale Konfiguration dann aber problemlos ab. Bedeutet: Hin und wieder sollte man aufs Display schauen, ob noch alles läuft. Im Großen und Ganzen richtet sich der RaspiBlitz aber so weit wie möglich von alleine ein.

Im Test aufgehangen, aber nach Neustart doch noch abgeschlossen: die Lightning-Synchronisation
Praxistest

Ist das Setup abgeschlossen, eröffnet sich das RaspiBlitz-Hauptmenü und mit ihm eine Vielzahl von Möglichkeiten. Neben den obligatorischen Optionen, Einzahlungen vorzunehmen, Kanäle zu eröffnen und Geld zu verschicken und zu empfangen, kann man hier auch eine mobile Wallet mit dem eigenen Bitcoin-Fullnode verbinden. Eine in puncto Privatsphäre und Vertrauensreduktion durchaus relevante Funktion, die der Casa Node so nicht bot.

Funktionaler als man denkt: Nur 6 von 18 Menüpunkten sind hier zu sehen

Darüber hinaus empfiehlt es sich, in den Menüpunkt Services zu wechseln. Dort lässt sich nämlich die TOR-Funktionalität aktivieren. Die Datenströme des RaspiBlitz laufen dann nämlich anonymisiert durchs TOR-Netzwerk. Ein weiteres Plus in Bezug auf die Privatsphäre und eine Funktion, die in der Community vielfach sogar als Standardeinstellung für Lightning-Nodes gefordert wird, aber längst noch nicht überall verfügbar ist.

TOR und RTL sollte man idealerweise gleich als erstes aktivieren
Perfekte Ergänzung – Ride the Lightning

Neben TOR sollte man gleich auch noch das RTL Webinterface aktivieren. Die Abkürzung steht für Ride The Lightning, ein weiteres Open Source-Projekt, das die komfortable Verwaltung von Lightning-Knoten über den Browser ermöglicht, zusätzliche Optionen eröffnet und dank der grafischen Benutzeroberfläche die Bedienung des RaspiBlitz auch noch einmal stark vereinfacht.

Sehr praktisch: das Ride the Lightning-Interface (Klicken zum Vergrößern)

Als solches ergänzen sich der RaspiBlitz und das RTL Webinterface perfekt. Wenn auch die Bedienung und Erscheinung des originalen RaspiBlitz-Menüs mich angenehm nostalgisch an meine Norton Commander-Zeit auf dem 286er erinnerte – erst die Bedienung über das Ride the Lightning-Interface gab mir das Gefühl mit zeitgemäßer Technologie im Jahr 2019 zu agieren.

Invoices erstellen, mit Lightning bezahlen, Kanäle verwalten – es ist gut zu wissen, dass man das im Zweifel alles kommandozeilenbasiert erledigen kann. Sexy ist es jedoch das mal eben mit wenigen Klicks zu machen und gleichzeitig noch allerlei zusätzliche Informationen und Statistiken zu erhalten.

Finale Prüfung – Zahlungen

Zum Beispiel zeigt das RTL-Interface die Hops einzelner Zahlungen an. In einer meiner Testzahlungen waren das zum Beispiel fünf Hops für eine Transaktion nach Kalifornien. Wie auch schon beim Test vom Casa Node habe ich dabei versucht, einen speziellen Lightning-Sticker zu kaufen. Was jedoch beim Casa Node damals aus unerfindlichen Gründen nicht möglich war, hat beim RaspiBlitz dieses Mal ohne Probleme gleich beim ersten Mal funktioniert.

Bezahlt in Sekunden, geliefert in Wochen: Ein Lightning-Sticker aus den USA

Die zehn Sekunden, in denen die Zahlung dabei erfolgreich durch das Netzwerk geroutet wurde, bilden dabei einen faszinierenden Kontrast zu den mehr als sechs Wochen, die der Sticker anschließen per Post von der US-amerikanischen Pazifikküste nach Leipzig unterwegs war.

Fazit – Klein, günstig und multifunktional

Bleibt abschließend die Frage, was man an dem RaspiBlitz berechtigterweise kritisieren kann. Tatsächlich konnte ich im Test jedoch nichts finden, was mich wirklich gestört hat, wo ich nicht weitergekommen bin oder was ich nicht verstanden habe.

Im Gegenteil – Als heavy Windws-User war ich überrascht, wie einfach es mir der RaspiBlitz machte. Die detaillierte und liebevolle Dokumentation spielt dabei als Hilfestellung beim Setup ohne Frage eine entscheidende Rolle. Ist der Node einmal aufgesetzt, schaltet dann die Ride the lightning-Integration all die Funktionen und die bequeme Bedienbarkeit frei, die ich mir als einfacher Nutzer wünsche. Klar kann das alles noch einfacher werden und wird es vermutlich auch bald. Für den aktuellen Stand der Technik im Frühjahr 2019 ist das Gesamtpaket aber schon jetzt durchaus überzeugend.

Ich muss nicht viel selbst konfigurieren. Wenn ich es will, kann ich es aber. Diese gelungene Mischung aus einfacher Nutzbarkeit und potentieller Nerdigkeit macht den RaspiBlitz zu einem außerordentlich praktischen DIY-Node für jedermann. Der unschlagbare Preis von 150 Euro und das Engagement der wachsenden RaspiBlitz-Community macht das Projekt darüber hinaus sehr charmant.

Aus diesem Grund kann ich auch der Befürchtung von Christian Rotzoll nicht zustimmen, die er zwischenzeitlich äußerte:

„Sei ehrlich – für jemanden ohne Raspberry/Linux/Terminal Erfahrung ist das Projekt noch etwas zu sperrig/früh, richtig?“

Absolut nicht. Gute Arbeit!

Quo vadis, Bitcoin? Ein fundierter Ausblick

Aus Bitcoin-Preis-Spekulationen halte ich mich normalerweise raus. Zum einen liegt man damit in der Regel sowieso falsch, zum anderen halte ich andere Aspekte an Bitcoin für interessanter und bedeutender. Zum Beispiel, wie das Phänomen Bitcoin (und nicht nur das Investment) unsere Gesellschaft beeinflusst, prägt und transformiert.

Nichtsdestotrotz gilt der Bitcoin-Kurs im Allgemeinen als DIE wichtigste (wenn eigentlich auch vergleichsweise schlechte) Größe, an der die Qualität und der aktuelle Stand von Bitcoin gemessen wird.

Seltene, gut begründete Kursanalyse

Interessant wird es nun aber für mich, wenn beides zusammenkommt. Eine fundierte Einschätzung des jetzigen und künftigen Bitcoin-Wertes, die jedoch nicht auf Gerüchten, wilden Spekulationen oder Kaffeesatz-Kursanalyse beruht, sondern auf einer faktenbasierten Argumentation.

Der von Tuur Demeester (sollte man auf Twitter unbedingt folgen) mitverantwortete aktuelle Bericht Bitcoin In Heavy Accumulation von Adamant Capital (ein langjähriger Bitcoin Hedge Fund, der nur sich nur alle paar Jahre, aber dafür immer mit gutem Timing öffentlich äußert) bietet genau diese Informationen und geht in der Bitcoin-Community daher gerade auch steil.

Liegt vermutlich aber auch daran, dass er ein recht optimistisches Bild für die mittelfristige Kursentwicklung von Bitcoin zeichnet mit dem Fazit: Der Tiefpunkt ist durch und der seit Ende vergangenen Jahres sanfte aber deutlich erkennbare Aufwärtstrend kommt nicht von ungefähr und wird sich wohl fortsetzen.

Klicken um direkt zum Bericht zu kommen

Doch die Lektüre dieses 17-seitigen Berichts ist nicht nur wegen der gut geführten Argumentation lesenswert (bspw. dass die notwendige „Kapitulation“ durch ist), sondern eben auch wegen der Recherche, die dieser zugrunde liegt. So finden sich beispielsweise auf Seite 10 Zahlen, bis zu welchem Kurs sich das Mining rechnet: $3250 bei 5 Cent/kWh, $2600 bei 4 Cent/kWh und $1950 bei 3 Cent/kWh.

Die Zeit spielt für Bitcoin

Noch viel interessanter fand ich jedoch den Absatz über die Millenials (S. 14), weil hier auch die bereits erwähnte gesellschaftliche, systemkritische Charakteristik von Bitcoin eine bedeutende Rolle spielt:

„Millennials, the generation born between 1981 and 1996, are the largest and fastest growing demographic in the world. Their total disposable income is expected to supersede all the other generations in 2029. One of the defining characteristics of Millennials is that they “found their way through the 2008 recession as young adults.” How this informed their world views was confirmed by a 2016 research project funded by Facebook, which suggested that 92 percent of this generation doesn’t trust banks. 

Having grown up with peer-to-peer protocols like BitTorrent, and running open source code like Linux, Millennials are very open to cryptocurrencies. A survey from 2013 suggests that Bitcoin’s early adopters (and likely whales) were mostly male Millennials. Also in the current landscape surveys suggest that the majority of Bitcoin buyers are also Millennials, with mistrust of governments and growth outlook as the main motivations to buy. As the disposable income of Millennials continues to grow, we expect further tailwinds in terms of Bitcoin adoption and price appreciation.“

Allein dieser Absatz ist bemerkenswert, stützt er doch gleichzeitig die These, dass Zeit ein entscheidender Faktor ist, der für Bitcoin von Vorteil ist. Mit jedem Tag, den es existiert und sich beweist, wird es größer, einflussreicher und relevanter, weil die, die es aus Prinzip ablehnen oder nicht verstehen (wollen) immer weniger werden und an Einfluss verlieren. Wusste im Übrigen auch schon Douglas Adams:

douglas adams
Bonus: Warum es sinnvoll sein kann, in Bitcoin zu investieren

Und wem dieser Bericht noch nicht genug ist, der sollte auch noch den aktuellen Text The case for a small allocation to Bitcoin von Wences Cesares, CEO von Xapo lesen, der die Argumente liefert, warum die im obigen Bericht festgestellte Akkumulierung von Bitcoin eine Investment-Strategie darstellt, über die es sich nachzudenken lohnt.

Und damit schöne Ostern!

Neue Lightning-Podcasts

Ich durfte vergangene Woche mal wieder im Podcast von Payment and Banking zu Gast sein und dort einen thematischen Einstieg in das Lightning-Netzwerk geben.

Natürlich haben wir in der einen Stunde nur an der Oberfläche kratzen können, aber irgendwo muss man ja anfangen. Außerdem sollte man ja jede/n der rund 35.000 monatlichen HörernInnen auch inhaltlich mitnehmen.

Das Feedback für den Podcast war bisher recht positiv. Falls ich jedoch was Falsches erzählt habe, korrigiert mich bitte. Auch ich lerne gerne noch dazu.

Auch schön: Die Veröffentlichung des Podcasts fiel zeitlich so nah mit dem markanten Kurssprung zusammen, dass manch einer hier glatt einen direkten Zusammenhang erkannte.

Nächste Honigdachs-Folge zum Thema „Lightning-Kritik“

Und weil wir gerade so schön beim Thema sind: Auch in der kommenden Folge des Honigdachs-Podcasts wollen wir uns wieder mit Lightning beschäftigen. Dieses Mal (auf expliziten Wunsch) aber vor allem mit der (berechtigten) Kritik daran und welche Ideen bereits existieren, um die aktuellen Schwachstellen, Hürden und Probleme anzugehen. Oder eben auch nicht.

Falls ihr da thematisch etwas beisteuern wollt – Fragen, explizite Kritikpunkte etc. – kommentiert hier, schreibt eine Mail oder tweetet uns unter @HondigdachsPod an. Wir versuchen das dann aufzunehmen.

Der Bitcoin-Preis steigt, die Krypto-Kultur blüht

Dass der Bitcoin-Preis vor ein paar Tagen ordentlich in die Höhe ging, ist bekannt. Vielfach ist schon vom Ende des „Krypto-Winters“ zu lesen.

Was diese These in gewisser Weise unterstützt, aber erstens keine kausale Verbindung zum aktuellen Kurs-Boom hat und zweitens auch nur auf meiner rein subjektiven Beobachtung beruht: Auch die kreative Auseinandersetzung mit Bitcoin nimmt wieder zu.

Minecraft-Bitcoin-Kurs-Achterbahn

Zumindest stoße ich in letzter Zeit wieder häufiger auf entsprechende Links, Videos und Spielereien. Wie zum Beispiel diese historische Bitcoin-Kurs-Achterbahn, die @sqatch_crypto von November bis Dezember vergangenen Jahres in Minecraft nachgebaut hat und seitdem wöchentlich um eine Kurs-Candle erweitert.

https://twitter.com/squatch_crypto/status/1113608042061471744

Warum @sqatch_crypto das macht? Einfach so. Er/sie liebte nach eigenen Angaben schon früher Lego und baut nun eben mit digitalen Blöcken in Minecraft herum.

Krypto-Kultur wird zu eigener Gattung

Was dabei bemerkenswert ist: Es war das für die Bitcoin-Szene bereits ikonische Meme des Bitcoin Rollercoaster, das @sqatch_crypto für seine eigene Spielerei inspirierte.

Der Remix dieses bekannten Memes bedeutet wiederum, dass die kulturelle und memetische Auseinandersetzung mit Bitcoin mittlerweile eine Tiefe erreicht hat, in der die kreativen Einflüsse nicht mehr nur von außen kommen, sondern bereits die Reflexion und Neubearbeitung eigener originärer Bitcoin-Memes stattfindet. Bedeutet: Krypto-Kultur kann man längst schon als eigene subkulturelle Gattung bezeichnen.

Bitcoin and Friends – Die Serie

Ein anderes Beispiel für die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Bitcoin ist die Serie Bitcoin and Friends, eine amüsante Zeichtrickserie, in der Bitcoin und seine Freunde sich auf die abenteuerliche Suche nach dem Sinn der Existenz des namengebenden Hauptprotagonisten begeben.

Pal Fifty, Mitalik und andere sind (zumindest in dieser Serie) die Freunde von Bitcoin.

Die erste Folge steht bereits online und weitere sieben sind geplant. Voraussetzung für die Fortsetzung ist jedoch ein erfolgreiches Crowdfunding, das sich mit veranschlagten 5 Bitcoin pro Episode allerdings recht hohe Hürden setzt. Mal schauen, ob diese Summe bei dem weiter steigenden Kurs zusammenkommt. Vielleicht findet sich im nun vielfach heraufbeschworenen „Krypto-Frühling“ ja auch ein großzügiger Sponsor.