Archiv der Kategorie: Grundlagen

Honigdachs #64 – Von großen Zahlen und kleinen Ländern

Die 64. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig war. (Podcast abonnieren)

Honigdachs #64 – Von großen Zahlen und kleinen Ländern

2 hoch 6 – hurra! So viele Folgen hat dieser, unser kleiner aber feiner Podcast nun schon. Für uns eine ganze Menge, aber in der Mathematik (auf der ja bekanntlich auch Bitcoin beruht), ist das natürlich nichts. Große Zahlen fangen dort nämlich erst an, wo das beschriebene Papier normalerweise aufhört. Wöllte man zum Beispiel von eins bis 2 hoch 256 zählen, würde das ziemlich lange dauern und ziemlich wäre in diesem Zusammenhang die vorsichtige Umschreibung für eine Größenordnung, die Mathematiker zum Schmunzeln und das Vorstellungsvermögen von Nicht-Mathematikern zum Schmelzen bringt. Aber das sind nun einmal die Zahlen, die bei Bitcoin für die Sicherheit sorgen. Doch wie sicher ist dieses sicher eigentlich? So, dass man sich beim Stichwort „Quantencomputer“ doch vielleicht sorgen müsste oder so, dass es das Vorstellungsvermögen schon zum Schmelzen bringt, wenn man nur drüber spricht? Wir haben es für euch ausprobiert!

Und als wäre das noch nicht herausfordernd genug, versuchen wir gleich auch noch zu verstehen, ob es tendenziell eher gut oder eher schlecht ist, dass das verhältnismäßig kleine El Salvador als erstes Land der Welt Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt hat. Denn das ist gar nicht so einfach zu bewerten. Aber hört am besten selbst!

Shownotes

Mehr als nur digitales Geld. Was ist Bitcoin wirklich?

Vergangene Woche habe ich im Auftrag einer Bank einen Vortrag über Bitcoin gehalten: Mehr als nur digitales Geld. Was ist Bitcoin wirklich?

Und weil der einerseits bei der Zielgruppe wohl ziemlich gut angekommen ist (es war alles remote und ich hatte nur direkten Kontakt zum Moderator) und ich andererseits da viel Arbeit reingesteckt habe und ein Freund von Open Education bin, stelle ich die Folien hier auch noch einmal frei und für alle zur Verfügung.

Klicken aufs Bild öffnet die Präsentation

Die Slides allein können zwar nicht ersetzen, was ich in der knappen Stunde zusätzlich dazu erzählt habe (eine frei verfügbare Aufzeichnung des Vortrags gibt es nicht), aber vielleicht inspiriert euch ja die Eisberg-Metapher (den Großteil von Bitcoin sieht man nicht) oder der ein oder die andere kann die verlinkten Quellen oder die sieben Kernthesen gebrauchen. Diese sind:

  1. Bitcoin ist neu – Neues wird oft mit Argwohn betrachtet, ist oft schwer zu beschreiben
  2. Bitcoin ist multidimensional – Geld, Technologie und Gesellschaft sind untrennbar miteinander verbunden
  3. Bitcoin ist unausweichlich – dass digitales Geld kommt, war nur eine Frage der Zeit
  4. Bitcoin ist die Digitalisierung des Geldes – Digitalisierung ist jedoch nicht die 1:1-Nachbildung von analogen Prozessen mit Computern
  5. Bitcoin, not „Blockchain“ – war schon immer so, mussten viele aber auf die harte Tour lernen
  6. Bitcoin ist Infrastruktur – und nicht nur ein Spekulationsobjekt
  7. Bitcoin ist das Internet der Werte – und wir stehen noch ganz am Anfang

Natürlich gäbe es noch ein paar weitere Punkte, die man hier mit einbringen könnte. Zum Beispiel, dass Bitcoin geduldig ist (Stichwort: low time preference) oder dass es das Geld der nächsten Generation ist (Stichwort: digital money natives). Aber das hat aus Zeitgründen in diesen Vortrag nicht mehr reingepasst und ist dann vielleicht auch für eine andere Zielgruppe noch interessanter.

Ansonsten ist hier aber schon wirklich vieles von dem drin, was ich in den knapp acht Jahren, die ich mich jetzt schon mit Bitcoin befasse, herausgefunden habe. Und zwar so heruntergebrochen, das dem vor allem Bitcoin-Einsteiger gut folgen können.

Wer den Vortrag nun doch lieber selbst sehen will oder eine Zielgruppe hat, die ihn unbedingt sehen sollte oder die Infos vielleicht sogar mit einem praktischen Hands-On-Workshop verbinden will, meldet sich einfach.

Honigdachs #63 – Die bunte Sommerfolge 2021

Die 63. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig war. (Podcast abonnieren)

Honigdachs #63 – Die bunte Sommerfolge 2021

Die letzte Honigdachs-Folge liegt eigentlich noch gar nicht so lange zurück, aber weil sich gerade die zeitliche Gelegenheit ergeben hat, haben wir uns kurzerhand noch einmal zusammengesetzt und den aktuellen Stand von Bitcoin aus unserer Sicht zusammengefasst.

Dabei greifen wir noch einmal die Pickhardt Payments der letzten Folge auf, die insgesamt ja auf erfreulich große Resonanz und positives Feedback gestoßen sind. Wir besprechen unsere anderen laufenden Projekte, wundern uns außerdem mal wieder über Missing Bitcoin OGs, diskutieren, inwieweit Überwachungsskandale und Cyberwaffen, wie Pegasus für Bitcoiner ein Problem sind und geben unseren Senf zur aktuell wieder lauter werdenden Kritik an Tether.

Alles in allem also ein bunte Stunde inkl. Sommer, Sonne, Wind und Vogelgezwitscher. Doch hört am besten einfach selbst!

Shownotes

Honigdachs #62 – Pickhardt Payments

Die 62. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig war. (Podcast abonnieren)

Honigdachs #62 – Pickhardt Payments

Lightning gilt seit Jahren als große Skalierungs-Hoffnung für Bitcoin. Bitcoins werden hierbei nicht mehr über die in ihrer Kapazität stark begrenzten Blockchain selbst geschickt, sondern über ein riesiges Netzwerk von in der Blockchain verankerten Zahlungskanälen.

Seit Jahren entwickelt sich das Lightning-Netzwerk beständig weiter, wächst und wird leistungsfähiger. Dennoch ist sein Potential noch lange nicht ausgeschöpft. Denn bisher kann man es zwar schon oft gut benutzen, aber eben noch nicht immer. Und noch nicht mit großen Summen. Und noch nicht alle Menschen der Welt gleichzeitig.

Wie also kann man Zahlungen im Lightning-Netzwerk noch verlässlicher, effizient und auch bei richtig großen Summen, die transferiert werden sollen, kostengünstig für alle Beteiligten halten?

Genau dazu forscht und promoviert René Pickhardt seit einigen Jahren und gemeinsam mit Stefan ist er in den vergangenen Monaten tief in die Problematik abgetaucht. Beide haben sich durch mathematische Lehrbücher gegraben, Probleme formuliert und gemeinsam ein neues Verfahren entwickelt, das die Möglichkeiten des Lightning-Netzwerks um Größenordnungen verbessern könnte: die Pickhardt Payments

Pünktlich zur baldigen Publikation des zugehörigen Papers, besprechen wir, was sie genau herausgefunden haben, warum die Zwischenergebnisse so toll sind, dass sie selbst knallharte Naturwissenschaftler zum Hüpfen und Tanzen bringen und warum Nachdenken über Bitcoin einfach immer lohnt.

Doch hört am besten einfach selbst!

Shownotes

DLF Kultur-Interview – Warum Bitcoin mehr als nur digitales Geld ist

Am Mittwoch war ich früh morgens bei Deutschlandfunk Kultur zum Thema Mehr als nur Kryptogeld: Bitcoin als Gesellschaftsutopie als Interviewpartner zu Gast. Das ist – wie ich finde – ein ganz schönes Gespräch geworden, wenngleich die acht Minuten, die wir für so ein facettenreiches Thema hatten, natürlich eigentlich viel zu wenig ist.

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Tatsächlich hatte ich auch noch sehr viel mehr auf meinem vorbereitetem Zettel zu stehen, was man hätte erwähnen können und was für das Verständnis der Hörerinnen und Hörer durchaus hilfreich gewesen wäre. Aber Sendeplatz ist eben Sendeplatz – da kann man nicht über die Länge streiten. Und deswegen versuche ich auch nicht allzu viele „Eigentlich hättest du das ja auch noch irgendwie erwähnen müssen“-Gedanken zuzulassen, die einem nach so einem Gespräch naturgemäß durch den Kopf gehen. Denn das ist ein Nullsummenspiel. Dafür hätte ich etwas anderes streichen müssen und Live-Interviews sind ja ohnehin immer ein bisschen tricky. Vor allem, wenn man gerade aus dem Bett gefallen ist.

Was mich in solchen Momenten aber ohnehin immer am meisten beruhigt: Satoshi Nakamoto selbst wusste, was für eine enorme Herausforderung es ist, Bitcoin für eine „general audience“ erklären zu wollen. Und wenn selbst der Erfinder von Bitcoin das Erklären von Bitcoin für „bloody hard“ hielt, dann bin ich in diesem Fall ganz zufrieden mit meiner Performance.

Was hinter den Kulissen passierte

Es gibt aber noch einen anderen Punkt, der das Interview interessant und besonders macht und den ich hier unbedingt noch erwähnen möchte, weil man das „von außen“ gar nicht mitbekommen hat.

Tatsächlich hatte mich die verantwortliche Redakteurin nämlich ursprünglich nur für einen Vorsetzer angefragt, also einen vorab produzierten Beitrag, der ein bisschen was erklärt und einordnet, damit dann im Anschluss ein etwas tiefergehendes Interview mit einem anderen Gast stattfinden kann. Und das eigentliche Thema des Sendeplatzes war – wie so oft dieser Tage – die Umweltproblematik von Bitcoin.

Ich fand das aber sehr schwierig, weil man die Zusammenhänge zwischen Bitcoin, Energie und Umwelt nicht mal eben so in drei Minuten für Laien erklärt. Und aus meiner Erklärung, warum das nicht geht, ist dann ein längeres Gespräch entstanden, in dem wir uns eine Stunde ganz ausführlich über die Grundlagen und Zusammenhänge und die vielen Facetten von Bitcoin unterhalten haben.

Am Ende kam die Redakteurin dann zu dem Schluss, das Umwelt-Thema zu canceln und sich auf dem Sendeplatz lieber doch noch einmal den grundlegenderen Zusammenhängen von Bitcoin zu widmen. Oder zumindest einem Teil davon. Obiges Interview ist dessen Ergebnis.

Journalisten sind auch nur Menschen.

Warum ich das hier aufschreibe ist, weil es in den vergangenen Monate viel Grund zur Kritik an der allgemein schlechten Berichterstattung von Bitcoin in den Medien gibt. (Interessant dazu auch diese aktuell Episode des Bitcoin Verstehen Podcast mit Philipp Mattheis.)

Allerdings darf man dabei eben nicht alle Redaktionen und Journalisten pauschal in einen Sack werfen und als „die Medien“ kritisieren. Denn wie das Deutschlandfunk Kultur-Beispiel zeigt, gibt es keine allgemeine Agenda der Medien gegen Bitcoin. Es ist nur eben kein triviales Thema und man braucht Zeit und geduldige Erklärungen, um einen guten Zugang dazu zu finden.

Honigdachs #60 – Ist Bitcoin eine DANGO?

Die 60. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig war. (Podcast abonnieren)

Honigdachs #60 – Ist Bitcoin eine DANGO?

Lange war es ruhig beim Honigdachs, was jedoch nichts damit zu tun hat, das wir keine Lust hätten Bitcoin zu besprechen. Im Gegenteil. Auch uns brannte schon seit langem wieder der Wunsch nach einer neuen Folge unter den Nägeln. Mit unseren parallel laufenden Projekten Magic Future Money und netpositive.money und all den anderen Herausforderungen dieser Tage waren wir bis hierher aber einfach voll ausgelastet.

Doch nun sind wir zurück und haben nicht nur viel Neues über besagte Projekte zu berichten, sondern auch eine These mitgebracht, die vielleicht dabei hilft, Bitcoin im Kontext seines zivilgesellschaftlichen Potentials besser zu verstehen: Ist Bitcoin eine DANGO?

Was sich hinter dem Begriff und der These verbirgt, hört ihr am besten selbst!

Shownotes

„Hallo Trottel“ – Bitcoin polarisiert und das ist gut!

Man kann zu Bitcoin stehen wie man will und das ist gut so. Gerade jetzt, wo Tesla bekannt gegeben hat, dass man 1,5 Milliarden US-Dollar in Bitcoin investiert habt und das digitale Geld künftig auch als Bezahlung annehmen will.

Bitcoin ist nicht leicht zu akzeptieren

Ich für meinen Teil hatte in diesem Zusammenhang gerade eine bemerkenswerte Diskussion auf Twitter. Auf der einen Seite ich. Auf der anderen Seite Michael Seemann alias @mspro, der die aktuelle Kursentwicklung mit einem – nun ja – eher wenig substantiellen Tweet kommentierte.

Wer @mspro kennt, weiß, dass er kaum eine Gelegenheit auslässt, die Bitcoin-Community mit solchen Aussagen zu triggern und sich dann im Nachhinein als Opfer darstellt, wenn er Widerspruch erfährt, der in der Bitcoin-Community selten mit Samthandschuhen ausgeteilt wird.

@mspro liebt es, zu trollen und viele in der Bitcoin-Community fallen leider immer wieder auf diesen trivialen Trick herein, mit toxischer Online-Kommunikation Aufmerksamkeit zu generieren, anstatt die alte „Don’t feed the trolls!“-Weisheit zu beherzigen, von denen @mspro nun mal einer ist.

Jeder kann sich mal irren. Trolle wollen es jedoch

Man könnte das nun einfach geschehen lassen. Allerdings macht so ein Verhalten das Netz auf Dauer zu einem schlechteren Ort. Daher habe ich mich heute entschieden, @mspro ein Gesprächsangebot zu machen, in der Hoffnung, diesen immer wiederkehrenden, von ihm angezettelten Zickenkrieg ein bisschen einzufangen. Ich finde Streit und Diskurs nämlich prinzipiell gut, aber sich immer nur ergebnislos anzublaffen, furchtbar langweilig und sinnlos.

Man muss dazu noch wissen, dass @mspro und ich uns zwar nicht persönlich kennen, vor einiger Zeit mal gemeinsam Gäste einer Diskussionsrunde bei Deutschlandfunk Kultur zum Thema „Blockchain“ waren. Da ging es durchaus zivilisiert zu und wir waren in vielen Punkten sogar ähnlicher Auffassung. Ich hatte daher gute Hoffnung, dass wir auch auf Twitter auf dieser Basis aufbauen könnten.

Die Direktheit seiner Antwort auf mein Gesprächsangebot hat mich daher überrascht.

Argumente? LOL!

Unser ganzes „Gespräch“, bei dem ich den festen Vorsatz hatte, mich nicht provozieren zu lassen (warum auch?), kann man hier nachlesen. Muss man aber auch nicht. Denn @mspro konnte oder wollte die Trollmaske einfach nicht ablegen.

Zuhören?

LOL

Kritik verständlich und nachvollziehbar formulieren?

LOL

Fragen beantworten?

LOL

Man kann sich nun über das kindische Verhalten von @mspro aufregen. Wer eine wilde These ins Netz stellt, sollte schließlich auch das Rückgrat haben, sie zu verteidigen. Insbesondere wenn man von sich behauptet „ins Internet zu denken“.

Vor allem aber würde es von Reife zeugen, wenn man das angekratzte Ego ein bisschen zurückfährt, wenn man sich mit einer steilen These vor seinen mehr als 20.000 Followern argumentativ auf zu dünnes Eis begeben hat und dann ertappt und zur Rede gestellt wird. @mspro hat in diesem Zusammenhang jedoch den Schwanz eingekniffen und sich getrollt.

Mein Gesprächsangebot bleibt bestehen

Das ist einerseits gut, denn vielleicht lernt er daraus und hält sich das nächste Mal zurück, bevor er sein ungenügend recherchiertes Halbwissen über etwas „ins Internet denkt“, über das sich andere schon sehr viel mehr Gedanken gemacht haben.

Andererseits ist es natürlich bedauerlich, denn mein Gesprächsangebot besteht natürlich weiterhin. Mich würde durchaus interessiere, was seine ganz konkrete Kritik an Bitcoin ist und verstehen, warum er sich so vehement weigert, sich weiter damit auseinanderzusetzen?

Gerade erst hat Alex Gladstein von der Human Rights Foundation dieses 5-Minütige Video ins Netz gestellt, das in diesem Zusammenhang eine gute Basis für eine Debatte gewesen wäre.

Trolle mit Argumenten entzaubern

Doch bleibt darüber hinaus noch eine weitere wichtige Erkenntnis. Bitcoin polarisiert. Heute mehr denn je. Das ist jedoch gut, wenn es gelingt daraus in Gespräche und Diskussionen zu kommen. Diskurs ist für beide Seiten wichtig. Niemand hat die Weisheit mit Löffeln gefressen.

Im besten Fall gelingt dieser, wenn man sich von Trollen nicht triggern lässt, sondern sie argumentativ stellt und inhaltlich herausfordert.

Im schlechtesten Fall haben sie wie @mspro darauf jedoch keinen Bock und tauchen wieder ab. Dieses Mal vielleicht für länger. Irgendwann vielleicht für immer.

Totgesagte steigen höher

Der Bitcoin-Kurs hat heute einen neuen Allzeithöchststand erreicht. Das ist zumindest die allgemeine Auffassung, wenn man den Wert von 19.666 US-Dollar zu Grunde legt, der im Dezember 2017 auf Bitstamp erreicht wurde und der heute mit über 19.800 US-Dollar (kurzzeitig) signifikant überschritten wurde.

Es gibt nicht das eine Bitcoin-Allzeithoch

Allerdings merkt auch Bitstamp an, dass es ja nicht den einen Preis gibt. Bitcoin hat letztlich viele Preise, die sich letztlich aber auf den relevanten Börsen immer wieder annähern.

https://twitter.com/Bitstamp/status/1333416643146473473

Ob das ATH daher nun bei 19.666 US-Dollar überschritten ist oder erst bei 20.000 US-Dollar ist daher letztlich egal. Wobei ich jedoch letzteres bevorzuge, weil es eindeutiger ist, griffiger und einfacher zu kommunizieren.

Außerdem – jetzt mal ehrlich – wer in der Bitcoin-Community interessiert sich denn eigentlich überhaupt noch für in Fiat gerechnete Hunderter-, Zehner- und Einerstellen? Die kommen und gehen doch sowieso beständig. Ein Bitcoin ist und bleibt dagegen immer ein Bitcoin.

Warum der aktuelle Bitcoin-Kurs nicht überrascht

Aber ungeachtet dessen habe ich für die Kollegen vom Spiegel einen Artikel zum sich jetzt schon seit Wochen fortschreitenden Kursanstieg geschrieben und in Kürze erklärt, warum man sich davon (und anderen daraus resultierenden möglichen Ereignissen) nicht überraschen lassen sollte: Totgesagte steigen höher.

Funfact am Rande. Den Artikel hab ich vergangenen Mittwoch-Abend abgegeben, kurz bevor der Kurs seinen recht soliden und beständigen Aufwärtstrend abbrach, ins direkte Gegenteil verkehrte und zwischenzeitlich mehr als 2000 US-Dollar einbüßte. So rasant und markant wie seit März nicht mehr.

Insofern freue ich mich also sehr, dass er dann doch so schnell wieder in der Spur ist, denn sonst wäre der Artikel für die Katz gewesen oder hätte noch einmal deutlich mehr überarbeitet werden müssen. Aber so ist das mit dem Bitcoin-Kurs und mir: eine Hassliebe. Zum Schreiben darüber reicht es, Bitcoin-Millionäre sind aber andere geworden. Aber ich beschwere mich nicht. Auf intellektueller Ebene gibt es nichts, was mich mehr begeistert.

„The Digital Rush“. Eine besondere Bitcoin-Dokumentation

Ich bin neulich über eine Empfehlung im Newsletter von Jimmy Song auf The Digital Rush. A Bitcoin Dokumentary gestoßen, die ich hier sehr gerne weiterempfehlen möchte.

Die Macher verfolgen nämlich nicht den Was-ist-eigentlich-dieses-Bitcoin-für-Einsteiger-Ansatz, wie man ihn ja schon zur Genüge gesehen hat, sondern haben eine durchaus erfrischende Herangehensweise.

Macher statt Vertreter

Statt mit den üblichen Verdächtigen und bunten Hunden zu sprechen, also hinreichend bekannten Investoren, Fürsprechern und Vordenkern, lassen sie in dieser Dokumentation viele von denen zu Wort kommen, die in der öffentlichen Wahrnehmung bislang nicht als erstes mit Bitcoin assoziiert werden. Denen das aber durchaus zusteht, weil sie diejenigen sind, die sich seit Jahren und teils Jahrzehnten damit beschäftigen, an der Umsetzung arbeiten und das Bitcoin-Ökosystem mitprägen.

Etwas männerlastig, aber inhaltlich trotzdem top. Die Interview-Partner

Die gute halbe Stunde bietet dadurch neue interessante Einblicke unter anderem in die Entstehungsgeschichte von Bitcoin.

Aus der Film-Beschreibung:

The documentary The Digital Rush is about interviewing key figures in the bitcoin ecosystem and documenting the community and its events. A proper representation of the bitcoin proposition will be provided: cypherpunk movementtechnological choicesmonetary impact and cultural relevance, etc. It will emphasize the emergence of bitcoin as digital gold.

Aimed at a non-technical audience, the documentary will explain bitcoin using the words of its community members; their advanced (often geeky) technical comments will be properly framed between plain informative segments providing a gradual educational path.

Der Fortschritt von Bitcoin zeigt sich auch hier

Alles in allem eine sehr sehenswerte und anspruchsvolle Dokumentation auch – oder vielleicht sogar vor allem – für die, die schon ein bisschen mehr über Bitcoin wissen. Da kann man auch durchaus drüber hinweg sehen, dass bei der Musik hier und da ein bisschen Mut zu weniger ist mehr gut getan hätte.

Was darüber hinaus auf jeden Fall bemerkenswert ist und sich am eingespielten Bitcoin-erklär-Clip von vor zig Jahren zeigt: Wie professionell, reif, tiefgehend, seriös und ernstzunehmend heutige Bitcoin-erklär-Filme (und damit auch die Wahrnehmung von Bitcoin) geworden sind.

Honigdachs #57 – Bitcoin-Gebühren

Die 57. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig war. (Podcast abonnieren)

Honigdachs #57 – Bitcoin-Gebühren

Jeder, der schon einmal eine Bitcoin-Transaktion gemacht hat, kennt sie: die Bitcoin-Gebühren. Sie sind elementarer Bestandteil der Blockspace-Ökonomie und wirken sich auf viele Prozesse bei Bitcoin aus. Trotzdem wissen die meisten von uns viel zu wenig über Bitcoin-Gebühren. Hauptsache die „Fees“ sind nicht mal wieder viel zu hoch!

Auch wir hatten die Gebühren in all den Jahren als Thema nicht wirklich auf dem Schirm. Bis wir beim letzten Bitcoin-Stammtisch anfingen darüber zu diskutieren und das Gespräch immer größer und größer wurde. Also haben wir diesen Schwung aufgegriffen und widmen uns in dieser Folge den (manchmal fiesen) Fees noch einmal etwas ausführlicher. Hört rein!

Shownotes