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Wodurch der Bitcoin-Preis entsteht – Heute in der ZEIT

Es ist soweit, der nächste größere Artikel von mir zum Thema Bitcoin ist heute in der Die Zeit erschienen: Bitcoin. Ein Hype aus dem Nichts.

Hype? Welcher Hype?

Und bevor sich jemand beschwert: Mit der Überschrift hatte ich nichts zu tun und finde sie auch äußerst unglücklich gewählt. Denn wenn man den Artikel liest, muss man sich doch fragen, welchen “Hype” der Überschriften-Redakteur denn eigentlich meint?

Immerhin geht es in dem Artikel ja genau darum, zu zeigen, dass Bitcoin eben nicht nur heiße Luft ist, wie es der Begriff “Hype” impliziert. Vielmehr gibt es einen echten Bedarf für Bitcoin und aus dem generiert sich ein nicht unerheblicher Teil des Wertes.

Aber wer sich Die Zeit kauft (und das sind bei einer verkauften Auflage von knapp 500.000 nicht wenige), liest in der Regel eh nicht nur die Überschriften. Insofern muss man deswegen auch kein großes Fass aufmachen. Ärgerlich ist es aber trotzdem.

Positiv: Der Artikel steht auch frei im Netz

Was mich hingegen sehr freut: Der Artikel ist einer von denen aus der aktuellen Print-Ausgabe , die gleichzeitig auch online publiziert wurden. Wer sich die grundsätzlich sehr gut investierten 5,10 Euro für die Zeitung nicht leisten kann oder will, der findet den Bitcoin-Artikel auch hier.

Ab heute: Bitcoin & das Darknet im Parlament

Vor einiger Zeit hatte ich kurz erwähnt, dass es hier auf dem Blog etwas ruhiger zugeht, weil ich gerade vermehrt im Auftrag anderer über Bitcoin schreibe. Nun ist es endlich soweit, dass die ersten Ergebnisse dieser Arbeit aus dem Druck kommen und allgemein zugänglich werden.

Wie zum Beispiel die aktuelle Ausgabe von Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), einer monothematischen Zeitschrift, von der die meisten von euch vermutlich noch nie etwas gehört haben (ginge mir vermutlich ähnlich, wenn ich nicht Politikwissenschaft studiert hätte). Diese Zeitschrift wird von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben und erscheint regelmäßig als Beilage der Wochenzeitung Das Parlament. (Na, wer kennt die?)

Aus Politik und Zeitgeschichte – Darknet (und Bitcoin)

Das aktuelle Heft widmet sich jedenfalls dem Oberthema Darknet und neben sechs anderen Autoren, die sich von je anderen Perspektiven diesem Thema nähern, wurde ich gefragt, ob ich einen Artikel zu meinem Spezialthema beisteuern könnte. Konnte ich. Ergebnis: Phänomen Bitcoin. Geld, Technologie und gesellschaftliches Ereignis.

Apuz Bitcoin Darknet 2
Klicken um direkt zum Heft zu gelangen.

Ich freue mich aus gleich zwei Gründen sehr, dass ich das machen durfte. Zum einen weil dieses Heft seinen Autoren im Vergleich zu den meisten anderen Druckmedien sehr viel Platz einräumt. Gerade im Fall eines so facettenreichen und vielschichtigen Phänomens wie Bitcoin ist das natürlich von Vorteil.

Eine Institution mit enormer Reichweite

Der zweite Punkt ist, dass man die Reichweite dieses Medium, auch wenn es viele (noch) nicht kennen, enorm ist. Mit einer Startauflage von 70.000 liegt Aus Politik und Zeitgeschichte bspw. gar nicht so weit weg vom Handelsblatt, dass im dritten Quartal 2017 etwas über 85.000 Exemplare (pro Tag) verkaufte.

Wobei die APuZ-Distribution jedoch eine gänzlich andere ist. Die Zeitschrift geht nämlich zusammen mit Das Parlament (die übrigens vom Bundestag herausgegeben wird) größtenteils kostenlos unters Volk, in Bildungseinrichtungen, an politische Institutionen und in deren Peripherie.

Das aktuelle Darknet/Bitcoin-Heft kommt dementsprechend  also nicht nur in die Zeitung Das Parlament, sondern zusammen mit dieser in großer Stückzahl auch tatsächlich in den Bundestag und alle damit verbundenen Institutionen. Und damit letztlich auch in die Hände sehr vieler Entscheidungsträger und -beeinflusser, die sich bisher womöglich noch nicht wirklich mit Bitcoin auseinandergesetzt haben, die im Jahr 2017 aber eigentlich gut darüber Bescheid wissen sollten.

Alle Inhalte kostenlos und unter Creative Commons Lizenz

Doch ist das politische Ökosystem nicht die einzige Zielgruppe. Denn gemäß des Auftrags der Bundeszentrale für politische Bildung sollen die Hefte eben nicht nur Fachpublikum erreichen, sondern jedem Bürger zugänglich sein. Deshalb sind alle APuZ-Texte nicht nur auch online abrufbar, sondern stehen auch unter einer Creative Commons Lizenz, sodass sie auch leicht weiter verbreitet werden können und dürfen. Darüber hinaus kann man sich sowohl diese aktuelle wie auch viele ältere Ausgaben kostenlos zuschicken lassen.

Wer also immer schon mal ein Beispiel für die sinnvolle Verwendung von Steuergeldern gesucht hat: Das hier ist eines und ich empfehle sehr, Gebrauch davon zu machen. Zumal auch die Artikel der anderen Autoren äußerst lesenswert sind.

Watch out! Bitcoin is going to crash!

Denn das macht es schon seit Jahren so. Ist auch kein Geheimnis.

Wer sich die eigene Überprüfungs-Recherche für die These sparen will, schaut einfach folgendes Video, in dem Alex Millar die Beweis-Daten anschaulich zusammengetragen hat. So einfach kann guter Datenjournalismus sein.

“… and then another time […] and it crassshed”

Oder wie es ein Kommentator auf Reddit trefflich zusammenfasst:

“Und die Moral von der Geschichte: Bitcoin crashed sich nach oben”

Youtube-Kanal-Empfehlung: Internet Money

Ich erschließe mir gerade Youtube als weitere Quelle für interessante Bitcoin-Geschichten und bin in diesem Zusammenhang auf dieses Video von Cedric Dahl gestoßen, der auf seinem Youtube-Kanal eine Serie namens Internet Money macht. Er selbst ist wohl ziemlich früh bei Bitcoin dabei gewesen, hat damit richtig viel Geld gemacht, einiges davon wieder verloren und mittlerweile einen Blockchain-Hedgefond mitgegründet.

Geschichten aus dem Leben eines Bitcoiners

Und während er so durch die Welt reist, macht er seine Videos, in denen er kurzweilige Geschichten aus seinem Leben als Bitcoiner erzählt. Das ist insofern ganz interessant, als dass er offensichtlich  schon Einiges erlebt hat, gleichzeitig aber durchaus bodenständig geblieben ist. Immerhin gibt er viele Tipps, wie man all die Anfängerfehler vermeidet, die er selber im Umgang mit Bitcoin gemacht hat.

Deswegen als Empfehlung auch dieses Video, in dem er ein paar Anekdoten erzählt, wie sorglos er und seine Freunde mit ihren Private Keys umgegangen sind, als Bitcoin noch kaum etwas wert waren. Mittlerweile ist das richtig viel Geld, das sie verloren haben.

Kümmert euch um eure Private Keys!

Wie sehr einen das wurmen kann, weiß ich aus eigener Erfahrung.  Die rund 40 Euro, die ich vor drei Jahren durch Faulheit verloren habe, wären jetzt 840 Euro wert. Cedric spricht mir in diesem Video also aus dem Herzen und ich kann seinen Appell nur unterstützen: Selbst wenn ihr denkt, dass ihr jetzt noch nicht viel habt – kümmert euch um die sichere Aufbewahrung eurer Bitcoins!

Falls ihr dafür ein bisschen Hintergrundinfos braucht: Hier die Links zu meinen Testberichten für die von ihm erwähnten Hardware-Wallets Trezor und Ledger Nano S.

Twitter-Rant gegen all den Blockchain-Bullshit

Ich schreibe zur Zeit an einigen längeren Artikeln für andere Medien, weswegen es hier auf der Seite aktuell recht ruhig zugeht. Ändert sich aber hoffentlich bald wieder.

Tweetstorm gegen den Blockchain-Hype

Nichtsdestotrotz wollte ich ganz kurz auf diese Perle eines Twitter-Rants von Nelson M. Rosario gegen all das Geschwafel rund um Bitcoin, Blockchain, Tokens und ICOs hinweisen. Ich teile nicht alle Aussagen, aber einige der Tweets wären es meiner Meinung nach wert, direkt eingerahmt zu werden.

Hier ein paar meiner Favoriten:

 

Global Cryptocurrency Benchmark Study

Es kommt bei mir selten vor, dass Tabs so lange in meinem Browser offen bleiben, wie der zur ersten Global Cryptocurrency Benchmark Study. Denn normalerweise verlieren die Inhalte im Crypto-Ökosystem schnell an Aktualität und alsbald lohnt es dann (oftmals leider) nicht mehr einen Beitrag zu schreiben.

Zahlen zu Bitcoin, die es nirgendwo anders gibt

Bei der Global Cryptocurrency Benchmark Study ist das anders. Die wurde zwar bereits in der ersten Jahreshälfte 2017 veröffentlicht und damals auch hier und da auf Blogs und Newsseiten erwähnt. Insgesamt hat jedoch noch nicht die Beachtung gefunden, die sie eigentlich verdient hat. Denn wer sich für das Bitcoin-Ökosystem als Ganzes interessiert, findet hier gleich eine ganze Reihe fundierter Zahlen, die es nirgendwo anders gibt.

employes in cryptocurrency
Angestellte in Krypto-Unternehmen (S. 23)

So bietet die Studie z. B.  Zahlen zu Arbeitsplätzen (S. 23), denen zufolge mindestens 1876 Menschen bereits Vollzeit in der Krypto-Industrie arbeiten. Die meisten davon in Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum, die wenigsten mit 29 in Afrika.

Statistik ohne Marketing-Verzerrung

Auch die Anzahl der Menschen, die Kryptowährungen benutzen, ist eine elementare Frage, auf die es bislang aber keine verlässliche Antwort gibt. Kann es in einem dezentralen System auch gar nicht geben. Die Daten der Studie lassen aber zumindest begründete Schätzungen zu und das ist in diesem Falle besser als nichts. Zwischen 2,9 und 5,8 Millionen schätzen die Autoren (S. 25).

Diese Zahl mag überraschen, wenn schon einzelne Wallet-Anbieter wie blockchain.info im vergangenen November die 10 Millionen Wallets-Marke überschritten (aktuell sogar mit knapp 17 Millionen). Genau deswegen ist diese Studie aber so wichtig, denn sie trennt Statistik und Marketing und versucht so ein realistischeres Bild des Krypto-Ökosystems zu zeichnen und ist damit u. a. für Journalisten eine relevante Quelle.

Global Cryptocurrency Mining Map (S. 93)

Auch der Themenkomplex Mining ist aufschlussreich. Insbesondere die Mining Map ist dabei interessant. Denn hier werden globale Mining-Locations anhand der Faktoren Internetgeschwindigkeit, Klima und Stromkosten verglichen.

Vorsicht vor zu schnellen Schlüssen

Natürlich kann man kritisieren, dass auch diese Studie, so sehr sie sich auch bemüht, belastbare Zahlen zu erarbeiten, doch auch an der Herausforderung der Dezentralität scheitert. Denn ein Wert von knapp 2000 Vollzeit-Arbeitsplätzen, die weltweit in der Krypto-Industrie geschaffen wurden, ist nicht nur mengenmäßig ein Witz, sondern verleitet auch dazu, all die statistisch nicht Erfassten bzw. Erfassbaren zu vergessen. Ich selbst befasse mich bspw. durchaus nahezu Vollzeit mit Bitcoin ohne statistisch aber als bitcoinvollzeitbeschäftigt zu gelten. 90 Prozent der Menschen, die ich im Bereich Bitcoin kenne, geht es vermutlich ähnlich. Man muss daher auch die Daten der Global Cryptocurrency Benchmark Study kritisch lesen.

Nichtsdestotrotz ist sie jedoch eine enorme Bereicherung für alle, die auf der Suche nach fundierten Erkenntnissen über das Phänomen Bitcoin sind. Zumal geplant ist, die Studie regelmäßig zu wiederholen und ich gehe davon aus, dass schon die nächste noch viel mehr interessante und bisher schlichtweg nicht erhobene Informationen liefern wird.

 

Bitcoin Cash geht steil, hier gibt’s die Daten

Der Wert von Bitcoin Cash ist in den vergangenen drei Tagen enorm in die Höhe geschossen. Zwischenzeitlich bei fast 1000 US-Dollar liegt der Kurs aktuell “nur noch” bei gut 800 US-Dollar. Auch die Marktkapitalisierung ist von anfänglichen 7 Milliarden USD direkt nach der Fork auf aktuell mehr als 12 Milliarden USD gestiegen. Das ist ohne Frage beachtlich und die Begründungen im Netz sind vielfältig. Von einem massiven Pump sprechen die einen, von rational-ökonomischen Gründen und technischen Fortschritten andere.

Während ersteres schwerer nachzuweisen ist, kann man bei letzterem immerhin selbst einen Blick auf die Daten werfen. Eine interessante Seite dazu ist fork.lol

Wer Daten liest, kann Bitcoin (Cash) besser verstehen

Dort findet man nämlich neben vielen anderen statistischen Werten unter anderem auch die Mining Profitabilität von Bitcoin gegenüber Bitcoin Cash, das in den vergangenen Tagen für Miner deutlich profitabler zu minen war als Bitcoin.

Das wiederum kann aber wenn, dann nur teilweise eine Begründung für den aktuellen Kursanstieg sein. Denn die höhere Profitabilität lockt spieltheoretisch zwar mehr Miner zu Bitcoin Cash, was langfristig dessen Netzwerk stärkt und zu weiterem Wachstum führen könnte. Allerdings hängt die Profitabilität ja selbst unmittelbar vom Preis ab und erst ein steigender Kurs macht das Bitcoin Cash-Mining letztlich überhaupt erst profitabel.

Es bleibt also weiter offen, wer, wie viele und welche Intentionen hinter dem steigenden Interesse an Bitcoin Cash stehen.

Davon unbeeinflusst bleiben jedoch auch die anderen Werte von fork.lol interessant. Denn anhand von Kriterien wie Transaktions-Geschwindigkeit oder Rechenkapazitäten der jeweiligen Netzwerke lassen sich durchaus hilfreiche Rückschlüsse darauf schließen, wie es um Bitcoin und Bitcoin Cash im direkten Vergleich steht.

Bitcoin Cash ist (noch) keine Gefahr für Bitcoin

Ein Blick auf die Verteilung der Hashrate zeigt bspw. deutlich, dass das Bitcoin-Netzwerk über 95 Prozent der Mining-Power ausgestattet ist. Während Bitcoin Cash bislang nur über gut 5 Prozent verfügt. Vereinfacht kann man daher sagen, dass Bitcoin in Bezug auf bestimmte Angriffe rund 20 Mal sicherer ist als Bitcoin Cash.

bitcoin bitcoin cash
Bitcoin (orange) verfügt im Vergleich zu Bitcoin Cash (blau) über weit mehr Rechenleistung

Es müssten also eine ganze Menge Miner auf Bitcoin Cash wechseln, um zumindest eine gleichwertige Verteilung herzustellen. Dass das passieren wird, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Viele Bitcoiner entscheiden nämlich nicht einfach nur rational nach potentiell größerem Gewinn, sondern vertreten starke Ideale. Und deren Haltung wird sich selbst mit dem gestiegenen Bitcoin Cash-Kurs wohl eher nicht kaufen lassen. Dafür sind die Diskrepanzen zu den “Big Blockern” zu groß.

Toller DLF-Hintergrund erklärt Bitcoin (das Geld)

Im Deutschlandfunk lief schon Ende Juni dieser Hintergrund zum Thema Bezahlsystem Bitcoin – Wie die digitale Währung funktioniert (mp3), den zu hören ich auch sechs Wochen später noch uneingeschränkt empfehlen kann. Denn die Sendung ist sowohl journalistisch als auch akustisch wirklich gut gemacht. Das liegt vor allem an den hohen redaktions- und produktionstechnischen Ansprüchen, die das Format Hintergrund generell erfüllen will (mehrere Erzählstimmen, verschiedene Protagonisten und eine insgesamt umfassende und vielschichtige Recherche).

Von Banker-Bla-Bla bis Bitcoin- und Blockchain-Enthusiasten

Dass in solch einer Sendung auch Carl-Ludwig Thiele von der Bundesbank auftauchen muss, der ja von Amts wegen schon nicht die nötige Denkelastizität mitbringen darf, die jedoch nötig wäre, um ein Phänomen wie Bitcoin richtig zu verordnen, nämlich nicht nur anhand bestehender und keinesfalls perfekter Gelddefinitionen und Geldpolitikmaximen – geschenkt. Wäre ich allerdings Redakteur gewesen, hätte ich Thiele weniger Platz gegeben und dafür lieber noch einen Visionär zu Wort kommen lassen. Einen, der Bitcoin eben nicht nur durch die steif definierte Geldbrille sieht, sondern auch das grundlegende gesellschaftliche Transformationspotential dieses Phänomens erklären kann. Vielleicht eine Gründerin oder Aktivistin?

Aber letztlich ist das Jammern auf hohem Niveau, denn unterm Strich ist das eine wirklich gute Sendung und in 18 Minuten kann man auch nicht alles bis ins letzte Detail erklären.

Auch die Stiftung Warentest erklärt noch einmal Bitcoin

Und weil es so gut zum Thema passt, gibt es hier zum Lesen noch den Artikel der Stiftung WarentestSo funk­tioniert das Geld aus dem Internet, die darin übrigens auch noch einmal explizit auf Onecoin hinweisen, dass sie im Gegensatz zu Bitcoin auf ihre Warnliste Geldanlage gesetzt haben.

Bild: „Classic old radio 1960s or 70s style“ Flickr-User theslowlane (CC BY 2.0)

Hello, Bitcoin Cash! (Oder doch nicht?)

Vorgestern am späteren Nachmittag war es dann endlich so weit. Bitcoin und Bitcoin Cash haben sich voneinander gelöst und gehen seit Block 478559 nun fortan getrennte Wege.

In der Community wurde dieser Moment mit großer Spannung erwartet. Ich hatte bspw. diesen Experten-Livestream des World Crypto Networks laufen, der nicht nur amüsant und unterhaltsam war, sondern bei dem man auch im Nachhinein noch einiges über die Details dieses Events und die Grundlagen von Bitcoin und Bitcoin Cash lernen kann.

Warten auf den ersten Block

Letztendlich war der Nachmittag dann aber dennoch zäher und ernüchternder als von vielen gehofft. Denn mit dem schnellen Reichtum wurde es erst einmal nichts. Nicht, weil die Kurse eingebrochen wären – immerhin zeigte sich der Kurs von Bitcoin,  abgesehen von einer kleinen Spitze in Richtung 3000 US-Dollar, seit Dienstag nahezu unbeeindruckt von der Fork und auch Bitcoin Cash rauschte nicht sofort in den Keller, sondern hat sich mit einer Marktkapitalisierung von gut 7 Milliarden US-Dollar auf Anhieb auf Platz 3 der größten Kryptowährungen gesetzt.

Never trust the marketcap

Wobei man diesen Wert mit großer Vorsicht betrachten muss. Denn es wurden nicht mal ebenso 7 Milliarden US-Dollar aus der hohlen Hand gezaubert und verteilt – schön wär’s. Die Bitcoin Cashcoins(?) ließen sich nach der Fork zwar wie angekündigt auf bestimmten Börsen handeln und dementsprechend konnte aus Angebot und Nachfrage ein Preis gebildet werden. Allerdings können Bitcoin Cashs(?) bzw. die aus dem Verkauf selbiger gezogenen Gewinne die Börsen derzeit nicht verlassen.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, denn während Börsen wie ViaBTC am Handel mit Bitcoin Cash auf ihrer Plattform bereits Geld verdienen, gehen die Nutzer bislang faktisch leer aus.

Dementsprechend kritisch sind auch die Kommentare.

Bitcoin Cash-Netzwerk muss sich erst organisieren

Wobei das durchaus auch technische Gründe hat. Denn da die Bitcoin Cash-Blockchain über bedeutend weniger Rechenpower verfügt als die originale Bitcoin-Blockchain, jedoch bei den gleichen, hohen Schwierigkeitsparametern gestartet ist, braucht das Cash-Netzwerk nun erst einmal sehr viel länger, um überhaupt neue Blöcke zu finden und damit Transaktionen und Bestätigungen zu ermöglichen. Das bedeutet eine Bestätigung braucht hier nicht mehr nur ca. zehn Minuten (wie bei Bitcoin), sondern mitunter Stunden. Aus diesem Grund hat die Bitcoin Cash-Blockchain seit Dienstag auch rund 250 Blöcke weniger erzeugt als die Bitcoin Blockchain.

Der Handel hat noch gar nicht richtig begonnen

Das wiederum bedeutet auch, dass all diejenigen, die Ihre Bitcoins Cash(?) erst noch zu einer Börse schicken müssen, um sie dort zu verkaufen, noch eine ganze Weile warten müssen. Nämlich bis das Bitcoin Cash-Netzwerk sich auf die verfügbare Rechenleistung eingestellt hat, damit auch hier die Blöcke wieder regelmäßig in etwa alle zehn Minuten gefunden werden. Erst wenn das der Fall ist und die Börsen auch ihre Einzahlungs- und Auszahlungsbeschränkungen aufgehoben haben, wird sich der wahre Preis von Bitcoin Cash zeigen können. Ich rechne im Übrigen damit, dass das Angebot an Bitcoin Cashews(?) die Nachfrage dann zumindest kurzfristig deutlich übersteigen und der Preis daher noch signifikant sinken wird.

Aber wie in Kryptoland üblich: Es kann auch alles kommen und wir werden uns noch gedulden müssen, bis wir wissen, ob und inwieweit Bitcoin Cash tatsächlich überlebensfähig ist und wie bedeutend die Fork am Dienstag letztlich war. Denn das wird sich nur retrospektiv bewerten lassen.

Nicht nur in der Bitcoin-Filterbubble relevant

Ungeachtet dessen war es trotzdem bemerkenswert, zu sehen, dass das Ereignis Bitcoin-Fork keineswegs nur in der Kryptoszene auf beachtliches Interesse gestoßen ist. Vor zwei Jahren habe ich noch acht(!) Monate auf den Deutschlandfunk-Redakteur des dortigen Computer-Magazins einreden müssen, um das Thema “Blockchain” dort überhaupt mal ganz kurz auf die Agenda zu setzen.

Diese Woche kam dagegen direkt eine Anfrage von Zeit Online, ob man meinen Blogbeitrag vom Freitag, um ein paar weitere Erklärungen erweitert, auch für das eigene Publikum verwenden dürfe. Der entstandene Artikel ist dabei durchaus gelungen und zeigt erfreulicherweise, wie groß und breit das öffentliche Interesse an dem Thema mittlerweile ist. Zumal der Artikel von der Zielgruppe dankbar angenommen wurde.

Bleiben abschließend nur noch ein paar Fragen zu klären:

Wie kann ich denn nun endlich meine Bcashs(?) veräußern?

Dafür empfehle ich folgenden Artikel aus dem Bitcoin Magazine: A Beginner’s Guide to Claiming Your “Bitcoin Cash” (and Selling It)

Wo bekomme ich mehr Infos über Bitcoin Cash?
Wer ist Shuya Yang?

Diese Frage für sorgt derzeit für Verwunderung, denn im ersten Block (478559) der Bitcoin Cash-Blockchain ist die Botschaft “Welcome to the world, Shuya Yang!” versteckt.

Bevorstehende Bitcoin-Fork – Wer sich nicht informiert, verliert!

Am kommenden Dienstag, dem 1. August steht möglicherweise eine Spaltung des Bitcoin-Netzwerks bevor. Trotz einer Übereinkunft und den ersten erfolgreichen Schritten in Bezug auf die Skalierungsdebatte (aka SegWit2x) will eine Gruppe von Minern, Unternehmen und Aktivisten eine zusätzliche Variante von Bitcoin ins Leben rufen. Diese wird meist als Bitcoin Cash bezeichnet (teils auch Bitcoin ABC, UAHF, BCC, BCH – Wer mehr zu den Details dieser Entwicklung erfahren möchte, findet in den unten stehenden Links ausführlichere Informationen)

Bitcoin Cash als Fork von Bitcoin Core

Bitcoin Cash soll dabei durch eine Hardfork entstehen, bei der ein Teil der das Bitcoin-Netzwerk bildenden Miner auf eine andere Software umsteigt, die im Grunde die bisherige Bitcoin-Software ist, aber eben einige entscheidende Änderungen im Code enthält. Diese Änderungen machen Bitcoin Cash dadurch nicht mit dem bisherigen Code bzw. das, was im Zuge der SegWit2x-Implementierung geplant ist, kompatibel. Zum Beispiel wird bei Bitcoin Cash angestrebt, die Blöckgröße auf 8 MB zu erhöhen. Miner, die weiterhin mit dem originalen Bitcoin Code (namens Bitcoin Core) laufen, werden diese Blöcke jedoch als ungültig verwerfen.

Die Inkompatibilität beider Varianten wird dafür sorgen, dass es, sollte der Plan tatsächlich umgesetzt werden, fortan zwei eigenständige Bitcoin-Blockchains geben wird: die Bitcoin-Blockchain und die Bitcoin Cash-Blockchain. Wobei sich eine breite Mehrheit bereits im Vorfeld dafür ausgesprochen hat, das originale Bitcoin weiterhin als Bitcoin zu bezeichnen und zu behandeln und der neuen Variante, Bitcoin Cash, den Status eines Altcoins zu geben.

bitcoin forks
Nur ein Auschnitt der bisherigen Forks des Bitcoin-Codes und der daraus entstandenen Altcoins
Duplizierung der Blockchain-Historie und Bitcoin-Verteilung

Das ist insofern kein ungewöhnlicher Vorgang. Der Code von Bitcoin wurde schon hunderte Male geforkt und hat dabei jede Menge Altcoins hervorgebracht. Besonders in diesem Fall ist jedoch nicht nur das große Interesse und der möglicherweise große Support für Bitcoin Cash, sondern auch die bevorstehende Duplizierung sämtlichen Bitcoin-Guthabens.

Denn da die Bitcoin Cash-Blockchain nicht bei Null anfängt, sondern sich aus der aktuellen Bitcoin-Blockchain ausgründet, übernimmt sie als eigenen Ausgangswert den kompletten Status Quo der bieherigen Bitcoin-Blockchain und damit die Verteilung der Bitcoins wie sie aktuell ist.

Freie Coins für alle Bitcoin-Besitzer

Das bedeutet, jede Bitcoin-Adresse die zum Stichtag 1. August über Bitcoins auf der originalen Bitcoin-Blockchain verfügt, wird genau die gleiche Menge ab dann auch auf der Bitcoin Cash-Blockchain besitzen. Oder um es ganz einfach zu sagen: Wer Bitcoins besitzt, der bekommt prinzipiell durch die Fork noch einmal die gleiche Menge in Form von Bitcoin Cash geschenkt.

Wer sie will muss jetzt handeln!

Nun ist aber genau das mit dem “Bitcoins besitzen” der kritische Punkt an der Sache. Denn nicht in jedem Fall bekomme ich als Nutzer auch die Bitcoins der alternativen Blockchain automatisch. An dieser Stelle muss ich ggf. selber tätig werden und zwar bald, denn zum Handeln bleibt nur Zeit bis zum 31.7. In manchen Fällen vielleicht sogar weniger.

Was muss ich machen, um zusätzlich zu meinen Bitcoins auch Bitcoin Cash zu bekommen?

Der entscheidende Punkt ist letztlich, dass die eigenen Bitcoins zum Stichtag der Abspaltung idealerweise auf einer Adresse liegen, die verwaltet wird über ein Programm oder einen Dienstleister, der den Split in Bitcoin Cash unterstützt. Das macht jedoch nicht jeder Anbieter. Coinbase bspw. lehnt die Unterstützung von Bitcoin Cash kategorisch ab. Wer zum Stichtag dort sein Guthaben hält, wird definitiv kein Bitcoin Cash bekommen.

Anders ist das zum Beispiel, wer seine Bitcoins in Hardware-Wallets wie dem Trezor oder dem Ledger Nano S verwahrt. Beide Hersteller haben angekündigt, Programme bereitzustellen, mit denen sich eine Organisation des eigenen Guthabens sowohl in Bitcoin als auch in Bitcoin Cash mehr oder weniger automatisch durchführen lässt.

Wer jetzt nicht handelt, verliert seine Chance!

Wer von der möglichen Fork profitieren will, muss sich also sehr gut überlegen, wo er seine eigenen Bitcoins am kommenden Dienstag aufbewahrt und ggf. schnellstmöglich tätig werden. Einige Börsen haben beispielsweise bereits angekündigt, dass sie Ein- und Auszahlungen rund um den Stichtag der möglichen Aufspaltung temporär aussetzen werden um die Nutzereinlagen vor möglichen Verwerfungen, Angriffen und anderen Verlustszenarien zu schützen.

Es lohnt sich daher unbedingt die Stellungnahmen jedes einzelnen Anbieters zu überprüfen, bei denen man Bitcoin-Guthaben hat oder deren Software man nutzt um seine Bitcoins zu verwalten: Wallets, Börsen, Marktplätze, Payment-Provider, denn die jeweiligen Positionen, falls überhaupt bisher bekannt gegeben, unterscheiden sich teils deutlich.

Dabei sollte man sich auch noch einmal vor Augen führen, dass es einen wichtigen Unterschied gibt zwischen Bitcoin-Guthaben bspw. bei einer Börse zu besitzen und Bitcoins zu besitzen. Nur wer die Kontrolle über die privaten Schlüssel hat, besitzt auch tatsächlich die Bitcoins! (Und hat damit die besseren Chancen, die zugehörigen Bitcoin-Cash-Coins zu bekommen).

Jetzt recherchieren und tätig werden!

Da das hier ja ein Rechercheblog ist, habe ich für alle die von einer möglichen Fork profitieren wollen, im Folgenden eine alphabetische, aber keinesfalls vollständige Auflistung der relevantesten Bitcoin-Wallet-Anbietern, Börsen, Marktplätze und Payment-Providern und ihre jeweilige Haltung gegenüber einer möglichen Bitcoin-Cash-Aufspaltung aufgelistet.

Wer mit Bitcoin Cash dagegen nichts zu tun haben will, muss prinzipiell erst einmal gar nichts machen, außer vielleicht ein bisschen auf die News der kommenden Tage achten. Die Erfahrung zeigt, dass Bitcoin-Land gerne auch mal für Überraschungen gut ist.

Allen anderen: Viel Glück und noch einmal willkommen im großen und spannenden Bitcoin-Experiment!

So reagieren Wallet-Provider, Börsen und Co.

Blockchain.info – Noch kein Statement abgegeben

Auch der bekannteste Online-Wallet-Anbieter Blockchain.info hat im eigenen Blog noch kein Statement zum Umgang mit einer möglichen Aufspaltung des Netzwerks abgegeben. Nutzer müssen sich hier aber bewusst sein, dass sie, solange ihr Guthaben in einer Blockchain.info-Wallet liegt, keine Hoheit über Ihre(n) privaten Schlüssel haben und ggf. in Bezug auf Bitcoin Cash leer ausgehen können.

Bitcoin.de – Noch kein Statement abgegeben

Der deutsche Marktplatz Bitcoin.de hat bislang noch keine Stellungnahme veröffentlicht (schlechtes Timing des Bitcoinblog-Urlaubs). Sobald ich Antwort auf meine Anfrage erhalte, ergänze ich die Auflistung. Im Zweifel sollte man aber sein komplettes Guthaben abziehen und unter eigene Kontrolle bringen. Nur so kann man sicher gehen, am Ende beide Coins zu besitzen.

Update: Auch Bitcoin.de plant grundsätzlich die Einlagen der Nutzer automatisch zu splitten und zur Verfügung zu stellen.

Bitcoin Wallet (Android) – Noch keine Aussage

Bitcoin Wallet ist vermutlich die bekannteste Bitcoin Wallet für Android. Dennoch gibt es bislang keine Aussage dazu, was im Falle einer Fork mit den von Nutzern in der App verwalteten Bitcoins passiert.  Eine entsprechende Nutzer-Anfrage über den Google Play Store blieb bislang unbeantwortet.

Bitfinex – Noch kein Statement abgegeben

Auch die in Hong Kong ansässige Börse Bitfinex hat noch kein Statement abgegeben, wie man im Falle einer Fork vorgehen werde und welche Konsequenzen sich daraus für die Nutzer ergeben. Falls Sie sich dazu noch äußern, ist das Statemente voraussichtlich im Unternehmensblog zu finden.

Bitpay – Fork ist unwahrscheinlich, also machen wir nichts

Eine durchaus interessante Position vertritt der Bitcoin-Payment-Provider Bitpay. Dort geht man nämlich ganz optimistisch davon aus, dass es höchstwahrscheinlich gar nicht erst zu einer Aufspaltung kommen werde und man deswegen auch nichts machen müsse. Ich mag die Einstellung, hoffe aber, dass sich dieser Optimismus im Nachhinein nicht als Naivität herausstellt.

Bitstamp – keine Unterstützung für Bitcoin Cash

Die europäische Bitcoin-Börse Bitstamp bspw. wird Bitcoin Cash vorerst nicht unterstützen und begründet die Entscheidung mit der Sicherheit der Nutzereinlagen, die oberste Priorität habe.

Breadwallet (iOS) – Keine automatische Aufsplittung

Wenn ich den Blogpost der Breadwallet-Entwickler richtig verstanden habe – er liest sich an der entscheidenden Stelle etwas zwischenzeilig – dann wird die App die Bitcoins der Nutzer nicht automatisch aufsplitten. Da der Code aber Open Source sei, könnte das ja aber prinzipiell jeder selber machen, der das wolle. Wer dazu nicht in der Lage ist, sollte daher wohl seine Bitcoins zum Zeitpunkt der Fork besser nicht in dieser Wallet haben, falls er Bitcoin Cash-Coins haben will.

BTCC – Beide Coins für alle Nutzer & längste Kette wird “Bitcoin”

Die chinesische Börse BTCC plant im Falle einer Aufspaltung des Netzwerks den Nutzern beide Coins automatisch zur Verfügung zu stellen. Interessant ist hierbei jedoch, dass man sich nicht darauf festlegt, welche Variante man als “Bitcoin” bezeichne. Das macht BTCC nämlich von der längsten Blockchain abhängig bzw. je nach nachdem hinter welchem Coin mehr Hashingpower steckt. Es ist also nicht ausgeschlossen, auch wenn es derzeit nicht danach aussieht, dass Bitcoin Cash zumindest auf BTCC zu “Bitcoin” wird. Das wäre jedoch, vorsichtig ausgedrückt, außerordentlich verwirrend.

Coinbase – Definitiv kein Support für Bitcoin Cash

Coinbase aus den USA ist sowohl Wallet-Provider als auch Börse und hat sich entschieden ausschließlich das originale Bitcoin zu unterstützen. Wer sein Guthaben über den 31.7. hinaus auf der Plattform verwaltete, wird definitiv keinen Zugang zu möglichen Bitcoin Cash-Coins haben. Wer diese jedoch wolle, müsse sein entsprechendes Bitcoin- Guthaben noch im Juli komplett abheben.

Huobi – Nutzereinlagen werden automatisch gesplittet

Die chinesische Börse Huobi wird die Bitcoins der Nutzer automatisch splitten und Bitcoin Cash in gleicher Höhe gutschreiben. Beide Varianten, Bitcoin und Bitcoin Cash, sollen anschließend auf der Plattform handelbar werden.

Kraken – Nutzereinlagen werden automatisch gesplittet

Die US-Börse Kraken will das Bitcoin-Guthaben der Nutzer automatisch aufsplitten und dann beide Varianten, Bitcoin und Bitcoin Cash dem jeweiligen Account gutschreiben. Hier soll man dann auch beide Währungen handeln können. Über das von Kraken neulich aufgekaufte Kurs-Tool cryptowat.ch soll dann auch der aktuelle Bitcoin Cash-Kurs nachvollziehbar sein.

Ledger – Bitcoin Cash wird automatisch verfügbar gemacht

Der französische Hardware-Wallet Anbieter Ledger kündigt an, dass Bitcoin-Guthaben, dass auf einer ihrer Hardware-Wallets liegt, automatisch gesplittet wird und über die zugehörige Chrome-App zugänglich gemacht wird. Das Unternehmen hat bereits Erfahrung mit Forks, denn über u.a. den Ledger Nano S lassen sich bereits sehr bequem beide Ethereum-Varianten, Ethereum und Ethereum Classic  verwalten.

Mycelium (Android) – Bisher kein Statement

Mycelium, ebenfalls eine der bekanntesten Wallets für Android, hat noch keine Aussage dazu gemacht, was mit Bitcoins passiert, die in ihr gehalten werden. Im Zweifel sollte man diese vor dem Stichtag transferieren.

OkCoin – Bitcoin ist Bitcoin, Bitcoin Cash ist ein Altcoin

Die chinesische Börse OkCoin will ebenfalls das Guthaben der Nutzer automatisch aufsplitten und gutschreiben.  Darüber hinaus stellt man klar, dass Bitcoin Cash in jedem Fall als Altcoin betrachtet werden wird.

Poloniex – abwarten und dann entscheiden

Poloniex, eine andere prominente US-Börse, hält sich die Entscheidung noch offen, welche möglichen Bitcoin-Blockchains sie überhaupt unterstützen will. Auch das Aussetzen von Ein- und Auszahlungen sei möglich, um in unübersichtlichen Zeiten die Sicherheit der Einlagen zu gewährleisten.

Trezor – Interface für automatisches Splitting wird bereitgestellt

Auch der tschechische Hardware-Hersteller Trezor kündigt an, die über die hauseigenen Geräte von den Nutzern verwalteten Bitcoins automatisch zu splitten. Dafür werde man ein entsprechendes Interface bereitstellen.

Sonstige

Natürlich betrifft die mögliche Bitcoin-Fork neben expliziten Wallet-Anbietern und großen Börsen auch kleinere Unternehmen und Projekte. Diese haben personaltechnisch jedoch mitunter nicht die Kapazitäten um sich auf alle Szenarien einer möglichen Fork und der sich daraus ergebenen Konsequenzen vorzubereiten.

Ein, wie ich finde, ziemlich gutes Beispiel dennoch angemessen, pragmatisch und transparent mit der Situation umzugehen, liefert der Anbieter Bitrefill, mit dem man sein Telefonguthaben aufladen kann. Dort plant man nämlich das Guthaben der Nutzer im Hintergrund pauschal zu splitten, Bitcoin Cash zu verkaufen und die anteiligen Erlöse den Nutzern direkt in Form von Bitcoin-Guthaben gutzuschreiben.

Diese Variante werde ich übrigens aller Wahrscheinlichkeit nach auch für das Guthaben verwenden, dass ich im Rahmen meines Bitcoin vs. Onecoin-Rechtsstreits verwalte. Das ist zum einen handhabbar und letztlich würden alle bei der angestrebten Rückerstattung davon profitieren.

Bild: Robert Couse Baker (CC BY 2.0)