Archiv der Kategorie: Bitcoin

Argumentationshilfen für Bitcoin-Diskussionen

Immer wieder kommt man in die Situation, Bitcoin mal eben auf die Schnelle erklären zu müssen dürfen. Beliebteste, schwerste und entwaffnendste Frage ist in diesem Zusammenhang die zugleich naheliegendste:

„Was ist Bitcoin?“

Die Suche nach einer passenden Antwort treibt mitunter selbst Bitcoin-Enthusiasten Schweißperlen auf die Stirn. Denn wo soll man anfangen? Wie kann man die Essenz von Bitcoin in wenigen Worten allumfassend und verständlich beschreiben?

Ein probates Mittel in solch einer Situation ist sich einfach auf einen bestimmten Aspekt von Bitcoin zu konzentrieren – am besten einen, mit dem das Gegenüber auch etwas anfangen kann. Welche verschiedenen Möglichkeiten es da gibt, zeigt die Liste „66 Bitcoin Quotes in 140 Characters Or Less“, die verschiedene Bitcoin-Erklärsätze in jeweils twittertauglichen 140 Zeichen zusammengetragen hat.

Für einen politisch interessierten Gesprächspartner könnte man zum Beispiel mit einem dieser Sätze Interesse wecken:

„Bitcoin is an experiment in the separation of money and state. You’ll be surprised how many will support that.“

oder

„Countries rejecting bitcoin reminds me of the time when countries were resisting the Internet.“

Bei technisch Interessierten hingegen eignen sich wohl eher diese Gesprächseröffnungen:

„Because bitcoin is a protocol for transmitting value. It will be bigger than Internet and will accelerate Internet.“

oder

„Bitcoin’s distributed asset ledger is the most important Computer Science invention of the century.“

Für den unzufriedenen Bankkunden gäbe es diese Variante:

„The last consumer focused innovation in financial services was credit cards, in the 1950s. There is no industry more ripe for disruption.“

und für alle, die selbst mit „Ja, von Bitcoin hab ich gehört. Das ist doch vor einiger Zeit Pleite gegangen, oder?“ ins Gespräch einsteigen:

„If you want to read something intelligent about bitcoin, read the source code and The Coinspondent

Bildnachweis: „The Purpose of Argument“ Flickr-User jon collier (CC BY-SA 2.0)

Eine Bitcoin-Einführung für Fortgeschrittene

Scott Driscoll aka CuriousInventor hat mich neulich ja schon mit seinem technisch durchaus anspruchvollen 20-minütigen Bitcoin-Erklärvideo How Bitcoin Works Under The Hood geflashed. Mein Eindruck: Wenn einer Bitcoin verstanden zu haben scheint, dann er.

Nun hat er seine geballte Fachkompetenz noch weiter komprimiert und ein ebenso beeindruckendes Fünf-Minuten-Erklärvideo erstellt: How Bitcoin Works in 5 Minutes

Auch dieses Video bedarf zum Verständnis einiges an Konzentration, aber es ist ja auch kein Bitcoin-Imagefilm, sondern ein ziemlich gut gemachtes Erklärvideo. Und wer beim ersten Mal nicht mitgekommen ist, auf Scotts Website hat er den Sprechertext auch noch einmal zum Mitlesen online gestellt.

Bitcoin – Digitales Gold

Zum Wochenende gibt es mal wieder etwas auf die Ohren. Klaus Uhrig hat nämlich für die Sendung IQ Wissenschaft und Forschung  auf Bayern 2 eine halbstündige Bitcoin-Sendung zum Thema „Digitales Gold“ gemacht und mich schwer damit begeistert. Hier ein Snippet:

„Bitcoin – digitales Geld – wird von Computern erzeugt und auf Tauschbörsen gehandelt. Zuerst eine Sache für Hacker und Kriminelle, nun auch Zahloption in Kneipen und im Versandhandel. Ein digitaler Goldrausch?“

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Proof of Work

Wer sich näher mit Bitcoin oder anderen Altcoins beschäftigt, wird u.a. im Zusammenhang mit der Wertschöpfung der jeweiligen Kryptowährung oder einer Prozess-Validierung immer wieder auf Termini stoßen, die mit Proof of … beginnen. Im Falle von Bitcoin ist das Proof of Work, andere Varianten sind u.a. Proof of Stake, Proof of Burn oder Proof of Transaction. Manche Coins basieren auch auf Kombinationen verschiedener Proof of-Ansätze.

Zeit, sich mal genauer damit auseinander zu setzen, was sich eigentlich hinter diesen Begriffen verbirgt. Heute: Proof of Work

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Der Elektrische Reporter erklärt Altcoins

In der, wie immer sehr sehenswerten, aktuellen Folge des Elektrischen Reporters geht es ab Minute 14:35 um „Kryptowährungen der 2. Generation“, also Altcoins.

Zetacoin – ein Altcoin über den bisher noch kein größeres deutschsprachiges Medium berichtet hat – wird dabei herausgegriffen und etwas ausführlicher vorgestellt. Anschließend geht es noch angenehm hinterfragend um Sinn und Unsinn von potentiell unendlich vielen Altcoins.

Mir gefällt der Beitrag ja sehr gut. Er ist inhaltlich umfassend, journalistisch ausgewogen und mit viel Liebe zum visuellen, tech-ästhetisch Detail gemacht. Was an Zetacoin nun aber im Einzelnen dran ist und warum sich gerade dieser Altcoin von anderen Altcoins abhebt, die ebenfalls schneller verarbeitet werden als Bitcoin, wird mir auch nach dem Beitrag nicht ganz klar. Vor allem da es ja schon seit längerer Zeit immer wieder positive und negative Zetacoin-Gerüchte und Mutmaßungen gibt, ebenso wie offizielle Dementi.

Nichtsdestotrotz kann man das den Autoren aber nicht zum Vorwurf machen. Für die äußerst begrenzte Sendezeit der Öffentlich-Rechtlichen haben sie thematisch wirklich viel herausgearbeitet und selbst ich, der ich ja verhältnismäßig tief in der Thematik stecke, konnte einiges aus dem Beitrag mitnehmen.

Aber die korrekte Aussprache von Dogecoin hätten die Autoren schon noch recherchieren können: Do-usch“-coin. Für’s nächste Mal.

Eine Republica (fast) ohne Bitcoin

Nun ist sie also vorbei die re:publica 2014 und die Meinungen, ob gelungen oder nicht, gehen auseinander. Zu groß und unübersichtlich den einen – die mit Abstand weltweit bedeutendeste Netzkultur-Konferenz für die anderen.

Fakt ist: Es ist eine enorme Herausforderung allen Entwicklungen, Themen und Tendenzen zum Oberthema Netzkultur und -politik angemessen und ausgewogen zu repräsentieren. Bitcoin und digitale Währungen blieben dieses Jahr dabei allerdings abgeschlagen auf der Strecke. Da zwingt sich die Frage auf: Wie klein ist die Nische tatsächlich, in der das Bitcoin-Protokoll in Deutschland (noch) sein Dasein fristet?

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Kostenlose Bitcoin-Rechtsberatung

Ich persönlich bin ja kein großer Podcast-Fan. Erstaunlich, immerhin mache ich ja selbst Radio, aber zu Podcasts finde ich selten einen richtigen Zugang. Möglicherweise liegt das daran, dass ich bei meiner Arbeit nichts nebenbei hören kann, keinen langen Arbeitsweg habe und auch nicht regelmäßig lange Strecken mit dem Auto zurücklegen muss. Für diesen Podcast habe ich mir aber die Zeit genommen ihn sehr konzentriert und sogar zweimal anzuhören.

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Master of Kryptowährung

Im Januar kündigte die Universität von Nikosia an, dass Studiengebühren ab sofort auch in Bitcoin beglichen werden können. Nebenbei erklärte die Uni zusätzlich noch die Einführung des Master of Science-Studiengangs Digital Currencies.

Um das ganze nun ein bisschen mehr zu promoten, ist die Einführung in das Thema als Massive Open Online Course angelegt, an dem jeder kostenlos über das Netz teilnehmen kann.

Snippet von der Website:

„Students who successfully complete the course and who are interested in pursuing the full MSc program will be able to receive credit if they successfully pass their assessment.

The MOOC will cover both a technical overview of decentralized digital currencies like Bitcoin as well as attempt to put them in a broader economic, legal and financial context.“

Detaillierte Übersichten über die Inhalte gibt es hier, eine Übersicht über den Themenfahrplan inkl. Literaturliste hier (u.a. das Bitcoin-Whitepaper). Die einzelnen Themenblöcke finde ich aber tatsächlich richtig spannend. Vom Problem der byzantinischen Generäle über Ethereum bis hin zu M-Pesa. Da kann man eventuell noch mal richtig solides Grundlagenwissen mitnehmen. Kann gut sein, dass ich da einfach mal mitmache.

Check! Ich bin dabei. Wer noch? Dann könnten wir nämlich ’ne Online-Fahrgemeinschaft aufmachen.

How to steal bitcoin

Wer – wie ich – großen Wert darauf legt seine Bitcoins sicher aufzubewahren, sollte sich mit diesem hervorragenden Blogpost hier beschäftigen: How to steal Bitcoin.

Anstatt nämlich den Leser mit unzähligen Du-must-Vorschriften und allerlei semi-klugen Tipps zu überfordern, geht der Autor den elegant Weg einfach mal die theoretische Perspektive eines potentiellen Bitcoin-Diebes einzunehmen, der nach einem simplen Weg sucht die Dummheit anderer Bitcoin-User auszunutzen um schnellen Profit zu machen.

Der Leser wiederum kann so – anstatt eine öde mach-dies-nicht-mach-das-nicht-Sicherheitsbelehrung über sich ergehen zu lassen – selbst entscheiden, ob es bspw. gut ist ein eh schon unsicheres Passwort als Grundlage für den eigenen Private Key zu nehmen und das ganze auch noch bei einem zwielichtigen Online-Generator machen zu lassen. Ist natürlich ein Extrembeispiel und keiner von uns wäre einfältig genug darauf reinzufallen, oder?

Und selbst wenn nicht, lernt man beim Lesen dieses Artikels mit dem etwas anderen Dreh ganz nebenbei ein paar Fakten über die Funktionsweise von Bitcoin-Adressen, die man – Stichwort Transferwissen – mit Sicherheit auch in anderen Situationen gebrauchen kann, wenn bspw. niemand vertrauenswürdiges da ist, den man fragen kann. Denn letztlich gewinnt der, der nicht auf die Hilfe anderer angewiesen ist, sondern eigenständig die beste Entscheidung für die Sicherheit seiner Bitcoins treffen kann.

Bildnachweis: “SBC6120 and Morrow Designs terminal setup” Flickr-User vaxomatic (CC BY 2.0)