Archiv der Kategorie: Bitcoin

Woah! Bitcoin!

Dieses Video ist so wunderbar, dass ich es mir den ganzen Tag lang anschauen könnte. Es zeigt – wohl größtenteils basierend auf den Bitcoin-Github-Daten – das Wachstum und die technische Weiterentwicklung von Bitcoin zwischen dem 29.8.2009 und dem 16.10.2013.

Eigentlich ein eher ödes Thema, aber Dank des Software Version Control Visualization Tools Gource und einem cleveren Soundtrack tatsächlich eine faszinierende, begeisternde und angenehm kurzweilige Präsentation, die veranschaulicht mit wie viel Vitalität und Verve die damaligen Akteure den Bitcoin-Code über mehr als vier Jahre pflegten, weiterentwickelten und ausdifferenzierten.

Gleichzeitig ist dieses Video eine visuelle Hymne auf Open Source, denn die Entwickler kommen und gehen – so wie Satoshi Nakamoto, der bei Minute 1:36 noch einmal kurz über seinem Werk schwebt, sich dann aber zurückzieht – Bitcoin wächst davon unabhängig aber weiter und weiter.

„Bitcoin“ für Politiker

Während ich faul im Urlaub war, hat netzpolitik.org dieses zweiseitige PDF „Bitcoins – eine virtuelle Währung“ des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages veröffentlicht, in dem Bitcoin für Politiker verständlich erklärt wird. Der Vollständigkeit halber ist das quasi ein Pflichtpost und vielleicht wart ihr ja auch im Urlaub.

Hier ein Snippet:

„Hinter dem Namen Bitcoins (BTC) verbirgt sich der seit 2009 verfügbare und wohl bekannteste Vertreter der virtuellen Währungen. Zentrale Idee dieser Währung ist, vor dem Hintergrund der Finanzkrise ein Geld- und Zahlungssystem zu schaffen, das unabhängig von Notenbanken, Staaten und Kreditinstituten funktioniert: Die Transaktionen werden direkt zwischen den Nutzernabgewickelt (peer to peer) und Bitcoins, ein Kunstwort aus bit und coins, können im Prinzip durch jedermann am Computer geschaffen werden.“
Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages: „Bitcoins – eine virtuelle Währung“

Bitcoin für den guten Zweck

Eigentlich ist es eine Schande, dass ich erst jetzt über die BitGive Foundation blogge, immerhin bin ich schon vor Monaten darauf gestoßen, habe das Lesezeichen dann aber irgendwie in dem „demnächst verbloggen“-Ordner stiefmütterlich versauern lassen.

Immerhin sammelt die BitGive Foundation schon seit langem Bitcoins für Gesundheits- und Umweltprojekte auf der ganzen Welt. Seien es Initiativen, die sich für sauberes Trinkwasser in Entwicklungsländern einsetzen oder ein Kinderhilfsprojekt, für die Opfer des Taifum Haiyan, der die Philippinen 2013 schwer verwüstete.

bitgiveprojekt

Weil das eine gute Sache ist, gibt es hier keinen Support-Button in eigener Sache, sondern den Aufruf, dass, wenn ihr mit euren Bitcoins Gewinn gemacht habt, einen kleinen Teil davon abgebt und es bitte dem guten Zweck zukommen lasst.

Danke!

Die Blockchain-Alternative

Wer Daten und Statistiken zu Bitcoin sucht, kommt um blockchain.info eigentlich nicht herum. Die Seite bietet einen sehr umfangreichen und nutzerfreundlichen Service – vom Block-Explorer bis hin zur Wallet. Tatsächlich hat blockchain.info dabei mittlerweile sogar eine derartige Monopolstellung beim Suchen und Finden von Transaktionen, Blöcken, der Hashrate und diversen anderen Daten erreicht, dass mache es schon als Google des Bitcoin-Ökosystems bezeichnen.

Ob das nun als Lob oder als Warnung zu verstehen ist, darüber kann man streiten. Fest steht jedoch, dass es auch Alternativen zu blockchain.info gibt, die mitunter sogar noch mehr bieten als der bewährte Platzhirsch. Blockr.io ist eine dieser Alternativen und neben Bitcoin lassen sich dort u.a. auch die Blöcke, Adressen und Transaktionen von Litecoin, Digitalcoin, Quark, Peercoin, Megacoin und dem Bitcoin-Testnet durchsuchen. Warum gerade diese Coins? Ich weiß es nicht. Es wird aber schon irgendeinen Grund geben und hey – vielleicht kommt einer von uns ja mal in die Situation schnell und dringend eine Peercoin-Transaktion zu finden. Dann freut man sich über blockr.io.

Ein anderes sehr nützliches Tool, über das ich auch auf die Website gestoßen bin, ist der Widget-Generator:

Derzeit teste ich ja noch den von coinwidget und tatsächlich hätte ich gerne mal beide Buttons zum direkten Vergleich nebeneinander eingebunden, die Skripte stehen sich aber gegenseitig im Weg.

Das von blockr.io bietet jedoch neben einem Zähler für Anzahl oder Wertsumme der Transaktionen auch die charmante Option eines Summe-Countdowns. Wer also eine bestimmte Summe erreichen möchte, der kann die eingeben und dann läuft mit jedem Zahlungseingang der BTC-Wert rückwärts. Sehr schöne Idee.

Ich finde ja beide Widgets ganz brauchbar – welches gefällt euch besser?

Update:

Versucht nicht zwei Coinwidgets auf der selben Seite bzw. im Blog einzubinden – das zerschießt alles. Also ganz strikt entweder coinwidget.com oder blockr.io.

Danke an Monkey King für den Hinweis!

Bitcoin-Bier-Innovation

Q: Wann entstehen gute Ideen?
A: Wenn Leute über Bier nachdenken!

So auch bei Matt Branton, der ursprünglich eine vollautomatische Bierzapfe bauen wollte, die – per WiFi kommunizierend – jedem ein kühles Blondes kredenzen sollte, der die entsprechenden Bitcoin rüber schickt. Die schlechte Nachricht ist, dass diese Zapfe noch nicht fertig ist. Dafür haben Matt und sein Partner Jeff Kinsey aber  CoinCollectr ins Leben gerufen, die erste (noch nicht ganz) massentaugliche Bitcoin-Kasse. Hier ein erstes Video:

Als Prototyp sieht das Ding zwar einfach nur aus wie eine LED, die zwischen zwei, von der Frittenbude nebenan geborgte Styropor-Assietten gelemmt wurde, aber das ist okay. Immerhin wurde das Gerät in einem Startup-Bus entwickelt, bei dem die Ideen sogar an Tankstellen gepitcht wurden.

Eine etwas ausführlichere Geschichte gibt es im Bitcoin Magazin. Ist zwar schon etwas älter, aber, da sich die Bitcoin-Kasse immer noch in der Beta-Phase befindet, dennoch aktuell.

Vor CoinCollectr hat Matt Branton übrigens CoinLock ins Leben gerufen, eine der bisher besten (wenn auch noch nicht optimalen) Möglichkeiten digitale Güter im Netz für Bitcoin anzubieten – flexible Bitcoin-Mini-Paywalls, sozusagen.

Falls ihr CoinLock mal ausprobieren wollt, hier könnt ihr euch für wechselkursbedingte ca. 50 Cent das komplette, halbstündige Interview herunterladen, dass ich mit dem The Cypherfunks-Gründer Simon de la Rouviere über sein Bandprojekt geführt habe. Eine Fragenübersicht als pdf-Datei gibt es hier.

Als Bitcoin flügge wurde

David von Bitshare hat ein bisschen in der Vergangenheit gegraben und die ersten Tweets ausgebuddelt, die jemals zum Thema Bitcoin abgeschickt wurden.

Ganz vorne dabei Hal Finney, der Bitcoin- und Crypto-Pionier, der damals die allererste Bitcoin-Transaktion von Satoshi Nakamoto höchstpersönlich empfangen hat und heute leider nicht mehr twittert, weil er an ALS erkrankt ist, einer Krankheit, bei der man zunehmend die Kontrolle über die Muskeln verliert.

Noch mehr Twitter-Bitcoin-Zeitgeschichte hier.

Bitcoin – Willkommen in der Sekte

Am Mittwoch hab ich noch geschrieben wie wichtig es ist sich beim Thema Bitcoin immer nur auf einen Aspekt zu konzentrieren, weil es sonst ganz schnell ganz wirr werden kann. Hier der Beweis: Shit Bitcoin Fanatics Say, Part 2

Das wunderbare: Genau so sehen tatsächlich viele Diskussionen zum Thema Bitcoin aus. Und das hier ist noch das kleine Beispiel, weil es nur einen Bitcoin-Enthusiasten gibt. In Gruppen diskutieren sich Bitcoiner nämlich gerne noch schneller in euphorische Extase, so dass sie – objektiv betrachtet – durchaus missionarische und sektenhafte Züge an den Tag legen.

Sollte man vielleicht für die nächste Diskussion im Hinterkopf behalten. Aber weil’s so schön ist, hier noch Part 1. Besonders am Ende hab ich schallend gelacht.

Warum steigt der Bitcoin Kurs?

Wer die sonntägliche Presseschau hier im Blog regelmäßig verfolgt, weiß, dass ich nicht der geborene Börsen-Spekulant, Kurs-Analyst und Wert-Nostradamus bin und meine Vorhersagen für Bitcoin grundsätzlich auf einer soliden 50-50-Basis beruhen. Andere nennen es raten.

Macht aber nichts, denn es muss ja nicht jeder das Rad neu erfinden und im Netz gibt es schließlich genügend Möglichkeiten am Fachwissen anderer teilzuhaben. Bei meiner Recherche zu der aktuellen Kurentwicklung bin ich auf dieses Video hier gestoßen: June Bitcoin Price Analysis, News, Indicators & Predictions

Darin interpretiert und begründet jemand, der zur Altcoin Authority-Gruppe gehört, kurz und aus seiner Sicht warum die derzeitige Bitcoin-Kursentwicklung ist wie sie ist.

Aber auch hier gilt: Alles eine Frage der Interpretation und niemand kann den Kurs vorhersehen. Wo der Kurs morgen steht, wissen wir erst morgen. Genauso sehen es auch die Kommentatoren in diesem etwas unterhaltsameren Thread auf Reddit: Dat Volatility. Welcome back, Bitcoin we all know and love.

Can Bitcoin stop the war?

Ich schaue mir ja sehr gerne Vorträge zum Thema Bitcoin an. Vor allem, weil mich die verschiedenen rhetorischen Ansätze und Argumentationen interessieren, die die jeweiligen Redner vorbringen. Denn letztlich – und das ist die große Herausforderung –  muss man sich in jeder Präsentation und in jedem Gespräch auf einen bestimmten Aspekt von Bitcoin konzentrieren. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass es wirr wird und man vom Hundertsten insTausende kommt. Dafür ist das Thema Bitcoin einfach zu weitreichend und facettenreich.

Aus diesem Grund hier der ganz und gar nicht technische, sondern vielmehr gesellschaftspolitische Vortrag Bitcoin vs. Political Power: The Cryptocurrency Revolution von Stefan Molyneux auf der The Next Web Conference Europe vor anderthalb Wochen.

Ich teile nicht alle seine Argumente, aber das muss man auch gar nicht um dennoch eine Menge aus seinem Vortrag mitzunehmen.

Die dunkle Seite des Coins

Bei Wired ist ein erhellender(!) Artikel erschienen, der sich mit den Gründen des imposanten Wertwachstums des Darkcoin beschäftigt, einem Altcoin, der tatsächliche Anonymität im digitalen Zahlungsverkehr verspricht. Bitcoin ist in dieser Hinsicht ja nur pseudonym, da es durchaus möglich ist einzelne Adressen mit bestimmten Personen zu verknüpfen und sich Zahlungsvorgänge effektiv nur mit zusätzlichen Tools anonymisieren lassen. Eine Möglichkeit wäre es dann eben Bitcoin-Transaktionen über Darkcoins abzuwickeln und so die Nachverfolgung zu erschweren.

Ein anderes Tool zur Anonymisierung von Bitcoin ist die bisher nur in einer Alpha-Version verfügbare Darkwallet. Diese will mit „Stealth“-Adressen und dem Mischen von Transaktionen eine stärkere Anonymisierung von Bitcoin erreichen.

Die Namen beider Projekte sind übrigens sehr passend gewählt, denn neben dem berühmt-berüchtigten Darknet definiert das FBI tatsächlich offiziell ein Going Dark-Problem.

Bildnachweis: „IMG_3629“ Flickr-User goldstardeputy (CC BY 2.0)