Archiv der Kategorie: Bitcoin

Der Elektrische Reporter erklärt Altcoins

In der, wie immer sehr sehenswerten, aktuellen Folge des Elektrischen Reporters geht es ab Minute 14:35 um „Kryptowährungen der 2. Generation“, also Altcoins.

Zetacoin – ein Altcoin über den bisher noch kein größeres deutschsprachiges Medium berichtet hat – wird dabei herausgegriffen und etwas ausführlicher vorgestellt. Anschließend geht es noch angenehm hinterfragend um Sinn und Unsinn von potentiell unendlich vielen Altcoins.

Mir gefällt der Beitrag ja sehr gut. Er ist inhaltlich umfassend, journalistisch ausgewogen und mit viel Liebe zum visuellen, tech-ästhetisch Detail gemacht. Was an Zetacoin nun aber im Einzelnen dran ist und warum sich gerade dieser Altcoin von anderen Altcoins abhebt, die ebenfalls schneller verarbeitet werden als Bitcoin, wird mir auch nach dem Beitrag nicht ganz klar. Vor allem da es ja schon seit längerer Zeit immer wieder positive und negative Zetacoin-Gerüchte und Mutmaßungen gibt, ebenso wie offizielle Dementi.

Nichtsdestotrotz kann man das den Autoren aber nicht zum Vorwurf machen. Für die äußerst begrenzte Sendezeit der Öffentlich-Rechtlichen haben sie thematisch wirklich viel herausgearbeitet und selbst ich, der ich ja verhältnismäßig tief in der Thematik stecke, konnte einiges aus dem Beitrag mitnehmen.

Aber die korrekte Aussprache von Dogecoin hätten die Autoren schon noch recherchieren können: Do-usch“-coin. Für’s nächste Mal.

Eine Republica (fast) ohne Bitcoin

Nun ist sie also vorbei die re:publica 2014 und die Meinungen, ob gelungen oder nicht, gehen auseinander. Zu groß und unübersichtlich den einen – die mit Abstand weltweit bedeutendeste Netzkultur-Konferenz für die anderen.

Fakt ist: Es ist eine enorme Herausforderung allen Entwicklungen, Themen und Tendenzen zum Oberthema Netzkultur und -politik angemessen und ausgewogen zu repräsentieren. Bitcoin und digitale Währungen blieben dieses Jahr dabei allerdings abgeschlagen auf der Strecke. Da zwingt sich die Frage auf: Wie klein ist die Nische tatsächlich, in der das Bitcoin-Protokoll in Deutschland (noch) sein Dasein fristet?

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Kostenlose Bitcoin-Rechtsberatung

Ich persönlich bin ja kein großer Podcast-Fan. Erstaunlich, immerhin mache ich ja selbst Radio, aber zu Podcasts finde ich selten einen richtigen Zugang. Möglicherweise liegt das daran, dass ich bei meiner Arbeit nichts nebenbei hören kann, keinen langen Arbeitsweg habe und auch nicht regelmäßig lange Strecken mit dem Auto zurücklegen muss. Für diesen Podcast habe ich mir aber die Zeit genommen ihn sehr konzentriert und sogar zweimal anzuhören.

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Master of Kryptowährung

Im Januar kündigte die Universität von Nikosia an, dass Studiengebühren ab sofort auch in Bitcoin beglichen werden können. Nebenbei erklärte die Uni zusätzlich noch die Einführung des Master of Science-Studiengangs Digital Currencies.

Um das ganze nun ein bisschen mehr zu promoten, ist die Einführung in das Thema als Massive Open Online Course angelegt, an dem jeder kostenlos über das Netz teilnehmen kann.

Snippet von der Website:

„Students who successfully complete the course and who are interested in pursuing the full MSc program will be able to receive credit if they successfully pass their assessment.

The MOOC will cover both a technical overview of decentralized digital currencies like Bitcoin as well as attempt to put them in a broader economic, legal and financial context.“

Detaillierte Übersichten über die Inhalte gibt es hier, eine Übersicht über den Themenfahrplan inkl. Literaturliste hier (u.a. das Bitcoin-Whitepaper). Die einzelnen Themenblöcke finde ich aber tatsächlich richtig spannend. Vom Problem der byzantinischen Generäle über Ethereum bis hin zu M-Pesa. Da kann man eventuell noch mal richtig solides Grundlagenwissen mitnehmen. Kann gut sein, dass ich da einfach mal mitmache.

Check! Ich bin dabei. Wer noch? Dann könnten wir nämlich ’ne Online-Fahrgemeinschaft aufmachen.

How to steal bitcoin

Wer – wie ich – großen Wert darauf legt seine Bitcoins sicher aufzubewahren, sollte sich mit diesem hervorragenden Blogpost hier beschäftigen: How to steal Bitcoin.

Anstatt nämlich den Leser mit unzähligen Du-must-Vorschriften und allerlei semi-klugen Tipps zu überfordern, geht der Autor den elegant Weg einfach mal die theoretische Perspektive eines potentiellen Bitcoin-Diebes einzunehmen, der nach einem simplen Weg sucht die Dummheit anderer Bitcoin-User auszunutzen um schnellen Profit zu machen.

Der Leser wiederum kann so – anstatt eine öde mach-dies-nicht-mach-das-nicht-Sicherheitsbelehrung über sich ergehen zu lassen – selbst entscheiden, ob es bspw. gut ist ein eh schon unsicheres Passwort als Grundlage für den eigenen Private Key zu nehmen und das ganze auch noch bei einem zwielichtigen Online-Generator machen zu lassen. Ist natürlich ein Extrembeispiel und keiner von uns wäre einfältig genug darauf reinzufallen, oder?

Und selbst wenn nicht, lernt man beim Lesen dieses Artikels mit dem etwas anderen Dreh ganz nebenbei ein paar Fakten über die Funktionsweise von Bitcoin-Adressen, die man – Stichwort Transferwissen – mit Sicherheit auch in anderen Situationen gebrauchen kann, wenn bspw. niemand vertrauenswürdiges da ist, den man fragen kann. Denn letztlich gewinnt der, der nicht auf die Hilfe anderer angewiesen ist, sondern eigenständig die beste Entscheidung für die Sicherheit seiner Bitcoins treffen kann.

Bildnachweis: “SBC6120 and Morrow Designs terminal setup” Flickr-User vaxomatic (CC BY 2.0)

Bitcoin-Feature mit Goldgräberstimmung

Das heutige Posting ist besonders geeignet für diejenigen unter uns, die sich noch ein bisschen vom Wochenende erholen müssen. Denn wenn es nicht unbedingt sein muss, sehe ich gar keinen Grund zu Beginn der Woche gleich alle Sinne auf einmal in Alarmbereitschaft zu versetzen. Wir fangen deshalb erst einmal nur mit den Ohren an und die Augen können noch einmal für knapp zwölf Minuten Pause machen.

Bei Radio Corax ist nämlich ein kurzes Feature erschienen, dass sich dem Thema Bitcoin auf rein hörspielerische Art nähert. Grundidee ist dabei der Vergleich vom Bitcoin-Minen mit der historischen Goldgräberstimmung Alaskas. Was mir an dieser Umsetzung besonders gut gefällt, ist, wie die Autorin ihre Geschichte auf Originaltöne aus einem alten Goldrausch-Film oder -Hörspiel gründet. Aber macht euch mit den Ohren ein eigenes Bild:

Das Feature steht übrigens unter Creative Commons-Lizenz und wer mag kann es hier herunterladen.

Bitcoin-Pioniere

Ich halte es grundsätzlich für falsch herausfinden zu wollen, wer sich hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto verbirgt. Der oder diejenigen haben sich entschieden sich der Öffentlichkeit nicht zu offenbaren und niemandem steht es zu diese Entscheidung in Frage zu stellen, so groß die Neugier auch sei. Es wäre eine andere Sitution, wenn Satoshi Nakamoto noch weiterhin aktiv und präsent wäre, dann könnte man das Interesse an ihm möglicherweise mit seinem Status als Person der Zeitgeschichte rechtfertigen, aber er hat sich zurückgezogen bevor Bitcoin auf breites öffentliches Interesse gestoßen ist und das sollte respektiert werden.

Eine gute Sache hat die Suche nach Satoshi Nakamoto jedoch. Sie sorgt dafür, dass eindrucksvolle Geschichten über herausragende Menschen entstehen und die die Leistung und das Leben der Protagonisten mit Fingerspitzengefühl, Einfühlungsvermögen und kritischem Respekt hinterfragend würdigen können. Geschichten, die ohne die Suche nach Satoshi Nakamoto niemals geschrieben worden wären.

Eine dieser Geschichten ist der vor Kurzem bei Forbes erschienene Artikel „Nakamoto’s Neighbor: My Hunt For Bitcoin’s Creator Led To A Paralyzed Crypto Genius“. Dieser erzählt nämlich viel weniger die Geschichte der Suche nach Satoshi Nakamoto (vom Finden ganz abgesehen) als die von Hal Finney, einem Kryptographie-begeisterten Computergenie, der sowohl an der Ausarbeitung von PGP wie auch unmittelbar an der Weiterentwicklung von Bitcoin in der Frühphase beteiligt war. In diesem Zusammenhang stand er damals nicht nur im engen Mailverkehr mit Nakamoto, sondern hat auch die allererste Bitcoin-Transaktion von diesem bekommen. Hal Finney als Bitcoin-Pionier zu bezeichnen ist also durchaus gerechtfertigt und ich habe selten einen persönlicheren Artikel über das doch eher trocken-technische Thema Bitcoin gelesen und das hat nichts damit zu tun, dass Hal Finney an ALS erkrankt ist, einer Krankheit, bei der man zunehmend die Kontrolle über die Muskeln verliert.

Ich überlege ja schon länger eine eigene Seite/Kategorie anzulegen, auf der ich die mit Abstand herausragendsten Bitcoin-/Altcoin-Artikel sammle. Das werd ich jetzt wohl in Angriff nehmen, denn dieser gehört dort definitiv hin.

Kurvige Kryptographie

Kryptografie ist die theoretische Grundlage von Bitcoin und jeder anderen – der Name sagt es schon – Kryptowährung. Aber verstehen zu wollen, wie sie funktioniert, ist für, ich nenn es mal, interessierte Laien nicht immer ganz einfach. Viel Mathe, sehr abstrakt, hohes Häh?-Potential.

Wer sich jedoch einmal auf Elliptic Curve Cryptography (ECC) einlässt, sich ein bisschen Zeit nimmt und eine (im Rahmen des Möglichen) verständliche Einführung hinzuzieht, der wird mit einem faszinierenden Erkenntnis-Abenteuer voller elliptischem Billard, erweiterten euklidischen Algorithmen und heimtückischen Falltüren belohnt.

Als Lektüre empfehle ich den Blogeintrag A (Relatively Easy To Understand) Primer on Elliptic Curve Cryptography des Cloudservice anbieters Cloudflare, der natürlich mit diesem Artikel auch Werbung für seine Verschlüsselungsdienstleistungen machen will, sich dafür aber alle Mühe gibt, das Thema auf ein für interessierte Laien verständliches Niveau herunterzubrechen.

Bildnachweis: „südkurve“ Flickr-User hcl (CC BY-SA 2.0)

Bitcoin – Secured by math

Die Website directory.io bietet nicht viel. Außer natürlich sämtliche Bitcoin-Adressen inklusive der jeweiligen Zugangsdaten („Private Keys„) um sie zu verwalten oder zu plündern, je nachdem wie man so drauf ist.

Ja, auch deine Bitcoin-Adresse und ja, mit Private Key. Sämtliche heißt sämtliche und meine ist demzufolge auch dabei.

Sollte uns das jetzt schlaflose Nächte bereiten? Nicht wirklich, denn die Website kann gar keine wirkliche Datenbank aller existierenden Bitcoin-Adressen enthalten – das ist technisch nicht möglich –  sondern erzeugt nur für jede aufgerufene Seite 128 aufeinanderfolgende Private Keys + jeweiliger Bitcoin-Adresse generiert aus der Seitenzahl:

Q: How does this work?
A: Private keys are a number.
Private keys can be very large numbers.
Private keys can be very small numbers.

A private key with the value 0 would generate the address: 16QaFeudRUt8NYy2yzjm3BMvG4xBbAsBFM
A private key with the value 1 would generate the address: 1EHNa6Q4Jz2uvNExL497mE43ikXhwF6kZm
A private key with the value 2 would generate the address: 1LagHJk2FyCV2VzrNHVqg3gYG4TSYwDV4m
A private key with the value 127 would generate the address: 1FB8cZijTpRQp3HX8AEkNuQJBqApqfTcX7

For every page requested, 128 keys are generated.
 For page 1, private keys with the value 0 to 127 are generated.
 For page 2, private keys with the value 128 to 255 are generated.
 For page 3, private keys with the value 256 to 383 are generated.

For page P, private keys with the value (P-1) * 128 to (P-1) * 128 + 127 are generated.

Wer die richtige Seite anklickt, findet damit auch deinen, meinen und den Private Key jedes anderen. Das wiederum ist aber so unwahrscheinlich, dass es – Mathematik sei Dank – praktisch unmöglich ist. Es gibt nämlich 1077 mögliche Bitcoin-Adressen und – dankenswerterweise hat das schon jemand auf Reddit ausgerechnet – selbst wenn man technisch schon etwas, einiges, enorm, supercalifragilisticexpialigetisch viel weiter wäre, ist es nahezu unmöglich auch nur eine Datenbank aller Private Keys + zugehöriger Adresse anzulegen:

„So, if you could use the entire planet as a hard drive, storing 1 byte per atom, using stars as fuel, and cycling through 1 trillion keys per second, you’d need 37 octillion Earths to store it, and 237 billion suns to power the device capable of doing it, all of which would take you 3.6717 octodecillion years.“

Wer die Zeit hat sollte sich gleich noch das FAQ von directory.io mit durchlesen, das erklärt nicht nur Einiges mehr, sondern ist auch sehr charmant geschrieben.

Bitcoin verstehen mit gutem Gewissen

Bitcoins in unter fünf Minuten zu erklären ist eine echte Herausforderung. Patrick Briggs und Matthew Rials, zwei Studenten und Mitglieder der Stanford Bitcoin Group, haben sie angenommen und ihre Website trybtc.com löst das Problem auf elegante Weise.

trybitcoin2

Anstatt langer Texte, komplexer Slides oder überladener Infografiken lassen sie den User einfach selber machen. Ganz nach dem Motto: „Hier hast du eine Wallet und ein paar Bitcoins, versuch doch mal, ob du sie einer wohltätigen Organisation spenden kannst.“

trybitcoin4

Die Methode würde ich einfach mal aktive, handlungsorientierte Bitcoin-Pädagogik bezeichnen und ist meines Erachtens der richtige Weg dem Thema Bitcoin das Grauen der Technikkomplexität etwas zu nehmen. Was mir auch sehr gut gefällt: es sind noch mehr Tutorials auf trybtc.com  geplant.