Archiv der Kategorie: Blockchain

Twitter-Rant gegen all den Blockchain-Bullshit

Ich schreibe zur Zeit an einigen längeren Artikeln für andere Medien, weswegen es hier auf der Seite aktuell recht ruhig zugeht. Ändert sich aber hoffentlich bald wieder.

Tweetstorm gegen den Blockchain-Hype

Nichtsdestotrotz wollte ich ganz kurz auf diese Perle eines Twitter-Rants von Nelson M. Rosario gegen all das Geschwafel rund um Bitcoin, Blockchain, Tokens und ICOs hinweisen. Ich teile nicht alle Aussagen, aber einige der Tweets wären es meiner Meinung nach wert, direkt eingerahmt zu werden.

Hier ein paar meiner Favoriten:

 

Global Cryptocurrency Benchmark Study

Es kommt bei mir selten vor, dass Tabs so lange in meinem Browser offen bleiben, wie der zur ersten Global Cryptocurrency Benchmark Study. Denn normalerweise verlieren die Inhalte im Crypto-Ökosystem schnell an Aktualität und alsbald lohnt es dann (oftmals leider) nicht mehr einen Beitrag zu schreiben.

Zahlen zu Bitcoin, die es nirgendwo anders gibt

Bei der Global Cryptocurrency Benchmark Study ist das anders. Die wurde zwar bereits in der ersten Jahreshälfte 2017 veröffentlicht und damals auch hier und da auf Blogs und Newsseiten erwähnt. Insgesamt hat jedoch noch nicht die Beachtung gefunden, die sie eigentlich verdient hat. Denn wer sich für das Bitcoin-Ökosystem als Ganzes interessiert, findet hier gleich eine ganze Reihe fundierter Zahlen, die es nirgendwo anders gibt.

employes in cryptocurrency
Angestellte in Krypto-Unternehmen (S. 23)

So bietet die Studie z. B.  Zahlen zu Arbeitsplätzen (S. 23), denen zufolge mindestens 1876 Menschen bereits Vollzeit in der Krypto-Industrie arbeiten. Die meisten davon in Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum, die wenigsten mit 29 in Afrika.

Statistik ohne Marketing-Verzerrung

Auch die Anzahl der Menschen, die Kryptowährungen benutzen, ist eine elementare Frage, auf die es bislang aber keine verlässliche Antwort gibt. Kann es in einem dezentralen System auch gar nicht geben. Die Daten der Studie lassen aber zumindest begründete Schätzungen zu und das ist in diesem Falle besser als nichts. Zwischen 2,9 und 5,8 Millionen schätzen die Autoren (S. 25).

Diese Zahl mag überraschen, wenn schon einzelne Wallet-Anbieter wie blockchain.info im vergangenen November die 10 Millionen Wallets-Marke überschritten (aktuell sogar mit knapp 17 Millionen). Genau deswegen ist diese Studie aber so wichtig, denn sie trennt Statistik und Marketing und versucht so ein realistischeres Bild des Krypto-Ökosystems zu zeichnen und ist damit u. a. für Journalisten eine relevante Quelle.

Global Cryptocurrency Mining Map (S. 93)

Auch der Themenkomplex Mining ist aufschlussreich. Insbesondere die Mining Map ist dabei interessant. Denn hier werden globale Mining-Locations anhand der Faktoren Internetgeschwindigkeit, Klima und Stromkosten verglichen.

Vorsicht vor zu schnellen Schlüssen

Natürlich kann man kritisieren, dass auch diese Studie, so sehr sie sich auch bemüht, belastbare Zahlen zu erarbeiten, doch auch an der Herausforderung der Dezentralität scheitert. Denn ein Wert von knapp 2000 Vollzeit-Arbeitsplätzen, die weltweit in der Krypto-Industrie geschaffen wurden, ist nicht nur mengenmäßig ein Witz, sondern verleitet auch dazu, all die statistisch nicht Erfassten bzw. Erfassbaren zu vergessen. Ich selbst befasse mich bspw. durchaus nahezu Vollzeit mit Bitcoin ohne statistisch aber als bitcoinvollzeitbeschäftigt zu gelten. 90 Prozent der Menschen, die ich im Bereich Bitcoin kenne, geht es vermutlich ähnlich. Man muss daher auch die Daten der Global Cryptocurrency Benchmark Study kritisch lesen.

Nichtsdestotrotz ist sie jedoch eine enorme Bereicherung für alle, die auf der Suche nach fundierten Erkenntnissen über das Phänomen Bitcoin sind. Zumal geplant ist, die Studie regelmäßig zu wiederholen und ich gehe davon aus, dass schon die nächste noch viel mehr interessante und bisher schlichtweg nicht erhobene Informationen liefern wird.

 

Toller DLF-Hintergrund erklärt Bitcoin (das Geld)

Im Deutschlandfunk lief schon Ende Juni dieser Hintergrund zum Thema Bezahlsystem Bitcoin – Wie die digitale Währung funktioniert (mp3), den zu hören ich auch sechs Wochen später noch uneingeschränkt empfehlen kann. Denn die Sendung ist sowohl journalistisch als auch akustisch wirklich gut gemacht. Das liegt vor allem an den hohen redaktions- und produktionstechnischen Ansprüchen, die das Format Hintergrund generell erfüllen will (mehrere Erzählstimmen, verschiedene Protagonisten und eine insgesamt umfassende und vielschichtige Recherche).

Von Banker-Bla-Bla bis Bitcoin- und Blockchain-Enthusiasten

Dass in solch einer Sendung auch Carl-Ludwig Thiele von der Bundesbank auftauchen muss, der ja von Amts wegen schon nicht die nötige Denkelastizität mitbringen darf, die jedoch nötig wäre, um ein Phänomen wie Bitcoin richtig zu verordnen, nämlich nicht nur anhand bestehender und keinesfalls perfekter Gelddefinitionen und Geldpolitikmaximen – geschenkt. Wäre ich allerdings Redakteur gewesen, hätte ich Thiele weniger Platz gegeben und dafür lieber noch einen Visionär zu Wort kommen lassen. Einen, der Bitcoin eben nicht nur durch die steif definierte Geldbrille sieht, sondern auch das grundlegende gesellschaftliche Transformationspotential dieses Phänomens erklären kann. Vielleicht eine Gründerin oder Aktivistin?

Aber letztlich ist das Jammern auf hohem Niveau, denn unterm Strich ist das eine wirklich gute Sendung und in 18 Minuten kann man auch nicht alles bis ins letzte Detail erklären.

Auch die Stiftung Warentest erklärt noch einmal Bitcoin

Und weil es so gut zum Thema passt, gibt es hier zum Lesen noch den Artikel der Stiftung WarentestSo funk­tioniert das Geld aus dem Internet, die darin übrigens auch noch einmal explizit auf Onecoin hinweisen, dass sie im Gegensatz zu Bitcoin auf ihre Warnliste Geldanlage gesetzt haben.

Bild: „Classic old radio 1960s or 70s style“ Flickr-User theslowlane (CC BY 2.0)

Warum “private Blockchains” Unfug sind

Ich habe einiges Feedback auf meinen letzten Beitrag bekommen, in dem ich Daimler und die LBBW als Könige des Blockchain-Bullshit-Bingo bezeichnet habe. Manche waren dankbar dafür, dass ich so deutliche Worte gefunden habe, andere haben nachgefragt, was genau denn an “privaten Blockchains” so schlimm wäre.

Da ich davon ausgehe, dass sich noch viele andere diese und ähnliche Fragen stellen, hier noch einmal eine etwas ausführlicher Erklärung, warum “private Blockchains” ein Widerspruch in sich selbst und damit Unfug sind.

Die Blockchain ist eine Speziallösung

Zunächst ist es wichtig, sich Folgendes zu vergegenwärtigen:

Die Blockchain ist eine ganz spezielle Form einer verteilten Datenbank. Verteilte Datenbanken an sich sind wierum nichts Neues, sondern ein seit Jahrzehnten bewährter und elementarer Bestandteil der IT. Verteilte Datenbank haben bislang jedoch eine wichtige Eigenschaft: Es gibt immer eine zentrale Institution, die sie betreibt, verwaltet und letztlich die Verantwortung für die enthaltenen Daten trägt.

Das kann zum Beispiel eine Bank sein, die ihre Daten aus Sicherheitsgründen nicht auf einem einzigen Server speichert, sondern auf mehreren, räumlich voneinander getrennten. Fällt ein Rechenzentrum aus, kann der Betrieb so im Prinzip dennoch reibungslos aufrecht erhalten werden. Fällt jedoch die Bank selbst als zentrale, den kompletten Datensatz verantwortende Institution aus, dann sind auch alle Daten davon betroffen.

Genau in diesem Punkt unterscheidet sich die Blockchain. Denn es ist die erste und bislang einzige Form einer verteilten Datenbank, die ganz ohne zentrale Betreiber-Institution auskommt. Also ohne Bank. Das hat viele Vorteile. Einer ist zum Beispiel die erhöhte Sicherheit und Verlässlichkeit der Daten. Denn es gibt nicht nur eine (zentrale) Instanz, die die Datenbank betreibt, sondern deren Organisation ist auf tausende gleichberechtigte Teilnehmer verteilt.

In diesem Netzwerk verliert der Einzelne ganz bewusst an Bedeutung. Weder kann er gegen den Konsens aller die Daten willkürlich bearbeiten, dafür bleibt deren Integrität aber auch gewährleistet, fällt er (oder hunderte andere mit ihm) aus. Daraus folgt auch: Je größer und dezentraler das Netzwerk, das die Blockchain betreibt, desto sicherer sind die Daten darin.

Dezentralität lohnt, hat aber auch ihren Preis

Um nun zu verstehen, warum “private Blockchains” Unsinn sind, ist es wichtig, sich klar zu machen, dass die herausragenden Eigenschaften der Blockchain (Ausfallsicherheit, Nicht-Manipulierbarkeit, Dezentralität etc.) natürlich auch ihren Preis haben. Denn verglichen mit anderen verteilten Datenbanken ist die Blockchain extrem langsam, hat eine enorm begrenzte Kapazität und ist unglaublich verschwenderisch in Bezug auf Ressourcen wie Energie und benötigte Rechenleistung. Darüber hinaus sind alle Daten in der Blockchain für jedermann offen einsehbar.

Das ist jedoch nicht optional, sondern Grundbedingung, dass die Blockchain überhaupt funktioniert. Würde man Daten in der Blockchain irgendwie auf “privat” setzen, würde das das gesamte System ad absurdum führen. Denn die Daten in der Blockchain sind nur dann sicher und vertrauenswürdig, wenn jeder Netzwerkteilnehmer sie gleichberechtigt auf Richtigkeit überprüfen kann. Das ist nun einmal der Preis, den man beim Einsatz der Blockchain zu zahlen hat. Und er ist nicht verhandelbar.

Dafür bekommt man im Gegenzug aber zum Beispiel mit Bitcoin ein staaten-, banken- und grenzenloses Geld, das nicht zensierbar ist und dessen Vorteile gegenüber den oben genannten Nachteile offenbar überwiegen.

Als Zwischenfazit lässt sich daher festhalten: Die Blockchain ist eine sehr spezielle Form einer verteilten Datenbank, die keine zentrale Institution benötigt. Das macht sie enorm innovativ und – siehe Bitcoin – für bestimmte Anwendungen sehr erfolgreich. Allerdings bringt die Blockchain auch Eigenschaften mit sich, die sie nicht für alle Anwendungen zur idealen Lösung machen. Denn sie ist vergleichsweise langsam, ressourcenhungrig und bietet nur Platz für wenige Daten. Zudem geht es nicht ohne Transparenz. Das sind die Eigenschaften, die die Blockchain ausmachen und sie können nicht einfach so verändert werden.

Eine Blockchain ist kein Wunschkonzert

An dieser Stelle wird nun deutlich, warum “private Blockchains” so widersinnig sind. Denn die Blockchain einzusetzen, lohnt nur, wenn man ihre Vorteile auch voll zu nutzen weiß: Offenheit, Dezentralität, Transparenz der Daten etc.

Baut man hingegen, wie die Daimler-LBBW-“Blockchain”-Lösung, eine in sich abgeschlossene Datenbank, um genau das Gegenteil zu erreichen – zentrale Kontrolle über die Daten und beschränkter Zugriff darauf – stellt sich die Frage, warum eine Blockchain hierfür die optimale Lösung sein sollte? Immerhin holt man sich dadurch all die Nachteile ins Boot (langsame Geschwindigkeit, hoher Ressourcenbedarf, begrenzte Kapazität) ohne aber die Vorteile zu nutzen, die eine offene Blockchain ermöglicht. Zumal die Sicherheit der Daten in einem sehr kleinen Blockchain-Netzwerk eben auch sehr klein ist.

Kurzum: Egal welches Problem –  eine “private Blockchain” ist immer die schlechteste Wahl. Denn will ich etwas privat und zentralisiert machen, sind “klassische” Datenbank-Lösungen effizienter, billiger und sicherer. Will ich mir hingegen die Vorteile einer offenen, dezentralen Lösung wie der Blockchain zu eigen machen, muss ich mich mit ihren Eigenschaften arrangieren.

Sollten Banken die Finger von der Blockchain lassen?

Bleibt die Frage, inwieweit es trotzdem sinnvoll sein kann, wenn Banken mit der sogenannten “Blockchain-Technologie” experimentieren. Ich halte das für sehr sinnvoll, insbesondere wenn das Ergebnis ist, dass die Blockchain in vielen Fällen eben nicht das geeignete Werkzeug ist, sondern möglicherweise eine andere, Blockchain-inspirierte Lösung.

In jedem Fall gilt es aber solch ein Blockchain-Bullshit-Bingo zu vermeiden, wie es Daimler und die LBBW fabriziert haben. Sich das Ethereum-Protokoll zu nehmen, es auf einer privaten Instanz laufen zu lassen und dann zu behaupten man hätte die Blockchain genutzt, ist in etwa so zutreffend, wie wenn man sich Laufschuhe ausleiht, diese einmal zu Hause anzieht und dann behauptet einen Marathon gelaufen zu sein. Kann man machen, ist aber eben …

Abschließender Hinweis

Im Sinne der Argumentation habe ich in diesem Text einige Punkte vereinfacht.

Daimler und die LBBW, Könige des Blockchain-Bullshit-Bingo

Letzte Woche haben Daimler und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) eine Pressemitteilung mit dem Titel herumgeschickt: “Daimler und LBBW setzen erfolgreich Blockchain bei Schuldschein-Transaktion ein”.  “Holla!”, soll man da wohl denken, “da sind ist aber zwei Unternehmen ganz auf der Höhe der Zeit!”

Blöd nur, dass beide Unternehmen tatsächlich überhaupt nichts mit einer Blockchain gemacht haben, sondern sich vielmehr mit ordentlich Kapital im Rücken zu den Königen des Blockchain-Bullshit-Bingos krönen.

Weder Daimler noch die LBBW haben die Blockchain verstanden

Denn auf die kritische Nachfrage hin, wo ich auf der angeblich verwendeten Ethereum-Blockchain denn besagter Schuldschein-Smart Contract zu finden sei, kam die wenig überraschende Antwort: “Es handelt sich in der Tat um eine private Blockchain. Für das Pilotprojekt haben wir eine private Blockchain gewählt, da diese eine höhere Sicherheit bietet, während wir gleichzeitig komplette Kontrolle über das Netzwerk behalten.”

Übersetzt heißt das: Um einen Schuldschein zu verwalten haben die LBBW und Daimler eine extrem ineffiziente interne Datenbank aufgesetzt, die keinen einzigen Vorteil von dem mit sich bringt, den eine echte Blockchain bietet, sondern nur letztlich nur alle Nachteile. “Hooray! Glückwunsch!” Man braucht nicht viel Fantasie um zu erraten, wie die Karriere dieses “Prototypen” wohl verlaufen wird.

Blockchain-Bullshit-Bingo zur Täuschung der Öffentlichkeit

Das alles wäre nicht ganz so schlimm, wenn solcherlei Tests (obwohl die Ergebnisse vorab durchaus erwartbar sind) intern durchführt und auswertet werden und man fern der Öffentlichkeit in einem Lernprozess seine Schlüsse daraus zieht.

Peinlich wird es jedoch, wenn man auf ganz dicke Hose macht und die eigene Verirrtheit mit solch stolzgeschwellter Brust nach vorne trägt, wie es Daimler und die LBBW mit folgendem Promovideo machen.

Dabei ist es nicht nur drollig, zu sehen, wie die Unternehmensvertreter ihrer absolut authentischen Begeisterung für “Blockchain” eloquent und vollkommen ungeskriptet Ausdruck verleihen. Es ist auch bemerkenswert, wie viel Geld in die Hand genommen wird, um die Öffentlichkeit in voller Absicht zu täuschen.

Denn die Frage, die sich beim Anschauen und Fremdschämen zwangsläufig stellt ist: Für wie dumm halten die Macher eigentlich die Leute, für die dieses Video gedacht ist? Mehr Blockchain-Bullshit auf so wenig Raum unterzubringen, ist jedenfalls kaum möglich´und erfordert einiges an Vorsatz.

Blockchain kills the video star

Aber was will man erwarten von Unternehmen, in denen mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Erfindung de Internets zur Abwicklung des Geschäftsbetriebs nach eigener Aussage noch immer Fax-Bestätigungen nötig sind.

Dass Bitcoin und die Blockchain erschaffen wurden, um genau solche Institutionen letztlich obsolet zu machen, entbehrt in diesem Zusammenhang nicht einer gewissen Ironie. Und erleichtert mich.

Im Ruhrpott eröffnet das erste Blockchain-Hotel

Als ich das erste Mal von der Idee eines BlockchainHotels hörte, war ich irritiert. Verständlicherweise, denn  in den vergangenen Monaten wurde der Begriff “Blockchain” immer wieder wild mit allem Möglichen kombiniert, um zu schauen, ob sich die daraus entstehenden, teils kuriosen Mixturen irgendwie zu Geld machen lassen.

Drei gute Gründe für das Blockchain Hotel

Mittlerweile habe ich mich aber davon überzeugen lassen, dass es vielleicht doch gar keine so skurrile Idee ist, ein monothematisches Schulungs- und Tagungshotel rund um Bitcoin- und die Blockchain aufzubauen. Denn erstens ist die Nachfrage nach guten Bildungsangeboten zu dem Thema groß. Zweitens ist das Konzept erprobt. Mit dem Linux-Hotel gibt es nämlich (trotz dieser Website!) bereits ein erfolgreiches Vorbild und “Schwester”-Hotel. Und drittens steckt hinter dem BlockchainHotel nicht irgendwer, sondern die umtriebigen Jungs, die auch die Website bitcoin-treff.de ins Leben gerufen haben, nachdem sich localbitcoins aus dem deutschen Markt zurückgezogen hatte.

BlockchainHotel Karte
In Essen, mitten im Ruhrpott eröffnet das erste BlockchainHotel
Hotel plus Konferenz + Meetups + Schulungen

Künftig wollen die Betreiber das BlockchainHotel also nutzen, um dort selbst Workshops, Meetups und Konferenzen zu veranstalten, aber auch anderen eine All-Inclusive-Lösung für Bitcoin- und Blockchain-Veranstaltungen zu geben.

Noch ist das Hotel im Aufbau, aber die ersten Events stehen bereits fest. Am 15. und 16. September findet eine Konferenz statt, in der Woche davor gibt es die ersten Schulungen und Workshops, die man zusätzlich besuchen kann und ab kommendem Montag findet dort monatlich ein thematisches Meetup statt.

Bei der Konferenz werde ich dann übrigens auch vor Ort sein und mir selbst ein Bild machen können. Nach allem, was ich bisher gehört habe, steckt aber bereits jetzt viel Arbeit, Energie und Herzblut in dem Projekt.

So bewertet die BaFin die Blockchain-Technologie

Dass sich die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) seit längerem mit der Blockchain und ihren Möglichkeiten auseinandersetzt, ist kein Geheimnis. Nun ermöglicht die Behörde mit diesem umfassenden Artikel jedoch endlich auch einen Einblick, was sie unter dem Begriff “Blockchain-Technologie” versteht und wie sie selbst zu dem Thema steht.

Das ist nicht nur für Leute interessant, die sich beruflich mit der BaFin auseinandersetzen (müssen), sondern auch für alle, die  sich grundsätzlich für die Thematik interessieren. Denn da es zu den Anforderungen gehört, die an die BaFin gestellt werden, verständlich zu schreiben, hat man sich hier Mühe gegeben, Funktion und Potential anschaulich herunterzubrechen.

Bis auf einen Punkt fast alles richtig erklärt

Dass sich dabei der sachliche Fehler eingeschlichen hat, Nodes und Miner im Bitcoin-Netzwerk pauschal gleichzusetzen, sei verziehen, wenn das zeitnah korrigiert wird. Denn ein Node verdient keine Bitcoins, ist aber dennoch wichtig für die Infrastruktur des Netzwerks. Miner hingegen leisten die Arbeit und können dabei auch Nodes sein, müssen es aber nicht, wenn sie bspw. in Pools organisiert sind.

Angesichts der derzeitigen Gräben zwischen Minern und einem Großteil der Community und den daraus erwachsenden weitreichenden Konsequenzen – Stichwort UASF etc. –  ist es wichtig das trennscharf zu unterschieden. Hier darf man von der BaFin durchaus noch ein kleines bisschen mehr behördliche Akribie erwarten.

Update (19.6.2017)

Die BaFin hat umgehend auf die Kritik reagiert und den Passus überarbeitet. Vorbildlich!

Seanaps – Blockchain-basiertes Festival in Leipzig

Vom 8. bis 10. September findet hier in Leipzig das erste SeaNaps statt, ein Festival, das nicht nur Kunst, Musik und Ideen zusammenbringen will, sondern dabei auch die bislang vor allem theoretisch diskutierten Möglichkeiten der Blockchain einem Praxistest unterziehen will. Ziel ist es, die mit Hilfe der Technik Transparenz in die Blackbox “Kulturfinanzierung” zu bringen und auf die Verbindung von lokaler Ökonomie und kulturellen Veranstaltungen aufmerksam zu machen.

Das klingt zunächst etwas sperrig, ist aber im Grunde ganz einfach. Für das Festival wird ein eigener digitaler Krypto-Token kreiert, der “Lip”, mit dem man sich zum Beispiel Getränke während eines Konzerts kaufen kann. Per Smart Contract wird das digitalisierte Geld dann beim Bezahlvorgang direkt und fair zwischen all denen aufgeteilt, deren Arbeit nötig war, um das Konzert auf die Beine zu stellen: Musiker, Technik, Veranstalter, Sicherheit, Gastro etc.

Ein dringend nötiges Blockchain-Experiment

Das alles ist natürlich ein großes Experiment und als die Pläne vor einigen Monaten beim hiesigen Bitcoin-Stammtisch vorgestellt wurden, gab es durchaus Skepsis, ob das funktionieren kann.

Aber natürlich gab es auch Begeisterung, denn SeaNaps ist eines der dringend nötigen Real-Life-Experimente, die notwendig sind, um das Potential des Phänomen Blockchain realistisch einzuschätzen. Denn es ist zwar schön, dass Entwickler, Unternehmen und Investoren sich auf gigantischen Konferenzen treffen um über “Blockchain” zu reden, konsequenter und mutiger ist es jedoch, ein Konzept wie das von SeaNaps auch wirklich in die Tat umzusetzen und ohne den im Krypto-Ökosystem weit verbreiteten Profit-Gedanken im Hinterkopf einfach mal zu machen.

SeaNaps wird kein Kleinstadtfestival

Um das zu ermöglichen haben die Veranstalter bereits namhafte Partner gewonnen. Zum einen das hiesige Grassimuseum, eine der bekanntesten Kulturinstitutionen Leipzigs und zum anderen das französische Festival Les Siestes Electroniquesdessen Konzept gleichzeitig als Vorbild gilt und dessen Ableger von Toulouse aus mittlerweile auf der ganzen Welt ausgründen. Wobei der technisch-konzeptionelle Ansatz der Blockchain bislang nur in Leipzig eine Rolle spielen wird.

Trotzdem werden noch weitere Unterstützer für SeaNaps gesucht. Insbesondere für den Blockchain-Part. Denn da der Eintritt zum Festival frei sein wird, muss ein Weg gefunden werden, die für die Blockchain-basierte Bezahlung notwendige Infrastruktur aufzubauen. Dafür sind u. a. Armbänder nötig, um auch Nicht-Nerds den einfachen Umgang mit der hauseigenen Krypto-Schattenwährung zu ermöglichen. Seit gestern läuft daher ein Crowdfunding, das binnen eines Monats 5600 Euro einbringen soll.

Let’s crowdfund this Blockchain-Festival!

Auch das ist ein ambitioniertes Ziel, aber ich kann mir vorstellen, dass die Veranstalter angesichts dessen, was sie in den letzten Monaten schon alles geschafft haben, auch dieses Ziel erreichen. Ich habe mir jedenfalls schon eine Vinylplatte gesichert und würde mich nicht nur persönlich freuen, wenn das SeaNaps-Festival seine Blockchain-Idee wie geplant umsetzen kann, sondern halte das auch inhaltlich für eine wirklich gute Gelegenheit eines der vielen theoretischen Blockchain-Versprechen einfach mal in der Praxis zu erproben und zu schauen, was passiert.

Wir und die Blockchain – Knackige & sehenswerte Dokumentation

Der Schweizer Ökonom und Filmemacher Manuel Stagars hat mal eben eine äußerst sehenswerte Dokumentation zum Thema Blockchain gedreht und ins Netz gestellt: The Blockchain and us.

Das “mal eben” meine ich dabei durchaus respektvoll anerkennend. Denn im Gegensatz zu anderen Bitcoin-Dokus, bei denen man seit Jahren darauf wartet das mal mehr als der Trailer veröffentlicht wird, war von diesem Projekt im Vorfeld nicht viel zu hören. Dass das Ergebnis dann so kurzweilig und prägnant ist, erfreut beim Sehen umso mehr. Denn Stagars fliegt mit seinen Experteninterviews an einem erkennbaren roten Faden durch das bislang doch eher schwammige “Blockchain”-Thema.

In der Kürze liegt die Würze

Wobei das Fliegen sowohl als bildhafter Vergleich dient als auch als Grundsatz. Mit gut 30 Minuten ist diese Doku nämlich angenehm prägnant und letztlich konsequent. Denn alles zum Thema Blockchain passt eh nicht in einen Film, egal wie lang man ihn machen würde. Dann lieber kurz und knackig.

Blockchain 3.0 – Der Whitepaper-Generator

Eine der weit verbreiteten Fehlinformationen über “Blockchain-Projekte” ist, dass man, um ein solches ins Leben zu rufen, tatsächlich eine innovative Idee bräuchte. Oder fundierte Kenntnisse in Kryptographie. Oder ein hochqualifizierter Entwickler sein muss. Oder Ökonom. Also quasi Satoshi Nakamoto, nur besser. Satoshi Nakamoto 2.0. Oder am besten gleich 3.0!

Ein “Blockchain-Projekt” braucht nicht viel

Letztendlich ist das alles aber ganz schön hoch gegriffen, wenn man doch eigentlich nur ein bisschen schnelles Geld machen will. Mit möglichst wenig Aufwand, versteht sich. Zumal die anhaltende Schwemme von ICOs (Initial Coin Offerings) inhaltsleerer “Blockchain-Projekte” zeigt: das braucht man doch alles gar nicht.

Was man braucht, ist eine shiny, shiny Website, die hübsch aussieht und ganz viel verspricht, einen Social-Media-Fön, der den öden 0815-Standard-Scheiß zum nächsten richtig heißen Scheiß™ aufpustet und natürlich ein grundsolides Whitepaper,  in dem die Vision und der Weg dahin glasklar formuliert ist. Letzteres ist wahrscheinlich der aufwändigste Punkt, denn ohne Whitepaper geht es nun wirklich nicht.

Zum Glück muss man sich darum jetzt auch keine Sorgen mehr machen, denn mit dem Blockchain 3.0 Whitepaper Generator von Koinster lässt sich auch das nun mit wenigen Klicks zusammenstellen.

Jetzt das The Coinspondent-Whitepaper lesen!

Ich hab das direkt ausprobiert und präsentiere hiermit das offizielle The Coinspondent-Whitepaper mit dem knackigen Titel: Deine Muddi: Secure Decentralised Generalised One-time Ring Signature Peer-to-Peer Scalable Off-Chain Untraceable Electronic Instant Cash System and MimbleWimble Transaction Ledger Consensus Algorithm

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Deine Muddi hat ‘nen Feuchten Händedruck

Auf 105 Seiten (kürzer ging es wirklich nicht!) wird dort sachlich, logisch und absolut überzeugend argumentiert, warum es eine absolut gute Idee ist, ich sag mal 1000 Bitcoins oder besser noch mehr an diese Spendenadresse zu schicken. Immerhin bekommt ihr dafür eine wirklich einmalige Kryptowährung, mit ganz besonderen Eigenschaften, wie die folgenden Whitepaper-Auszüge ja bereits überzeugend zeigen.

“Feuchter Haendedruck” is the main internal crypto-fuel of Deine Muddi, and is used to pay transaction fees.”

“Users would thus need to “activate” their accounts with Feuchter Haendedruck, but once the Feuchter Haendedruck is there it would be reusable because the contract would refund it each time.”

“Suppose that the contract’s storage starts off empty, and a transaction is sent with 10 Feuchter Haendedruck value, 2000 gas, 0.001 Feuchter Haendedruck gasprice, and 64 bytes of data, with bytes 0-31 representing the number 2 and bytes 32-63 representing the string CHARLIE.”

Also los! Öffne deine Wallet und

Unterstütze Deine Muddi!

Die obligatorische Social Media-Kampagne hab ich übrigens auch schon gestartet.

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