Archiv der Kategorie: Lightning

Bitcoin- und Lightning-Nodes im Test – RaspiBlitz Reloaded

Vor einem guten Jahr habe ich in meiner Bitcoin- und Lightning-Node-Testreihe den RaspiBlitz unter die Lupe genommen. Seit dem hat sich viel getan. Die einen (Casa) haben ihr Node-Projekt wieder auslaufen lassen. Die anderen (Shift Cryptosecurity) haben die Entwicklung ihrer vielversprechenden BitBoxBase wieder auf Eis gelegt, noch bevor sie überhaupt auf den Markt gekommen ist. Bedauerlich und eigentlich keine guten Nachrichten für das Ökosystem.

Doch glücklicherweise gibt es da ja noch Open-Source-Projekte wie den RaspiBlitz. Der wird nämlich fleißig weiterentwickelt und dank neuer Hardware auf dem Markt und den erweiterten Funktionen der aktuellen Version 1.5 entwickelt sich der Berliner DIY-Node weiter zu einem der zentralen Rückgrat-Projekte der Lightning-Infrastruktur: Schick, funktional und wer nicht will, muss mittlerweile nicht einmal mehr selbst basteln. Höchste Zeit also für eine RaspiBlitz-Review reloaded.

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Eure Fragen zur Bitcoin- & Lightning-Konferenz des Jahres

Am kommenden Wochenende findet in Berlin die mit Abstand größte und relevanteste Veranstaltung zum Thema Lightning-Network ever statt: The Lightning Conference

Erklärtes Ziel des Veranstalters Fulmo ist es, zum ersten Mal das gesamte global verteilte Lightning-Ökosystem an einem Ort zusammenzubringen. Also alle jetzt und künftig relevanten Entwickler, Unternehmen, Vordenker, Projekte, Fanboys und -girls etc.

Und wirft man einen Blick auf die hochkarätige SpeakerInnen-Liste (die für die Szene eine erfreulich hohe Frauenquote aufweist!), scheint das absolut gelungen zu sein.

OpSec-technisch nicht klug, aber geil: Mehr als 70 SpekaerInnen aus der ganzen Welt auf der The Lightning Conference an einem Ort vereint
Zwei volle Tage, zwei volle Bühnen

Zwei Tage lang werden auf zwei Bühne mehr als 70 ReferentInnen aus der ganzen Welt ihre Lightning-Ideen, -Projekte und -Visionen vorstellen. Dazu wird es noch allerlei Rahmenprogramm an den Tagen davor und während der Konferenz geben.

Zum Beispiel duften wir vom Honigdachs-Podcast mit dem Nasty-Ass Honey Badger einen schon jetzt berühmt-berüchtigten Cocktail (ob gut oder schlecht entscheidet sich noch) für den Lightning-Cocktail-Automaten beisteuern, der eigens für die Konferenz in den letzten Monaten in einem Hackspace am anderen Ende der Republik gebastelt wurde. Was zeigt, mit wie viel Zeit, Liebe, Vorfreude und Begeisterung diese Lightning-Konferenz vorbereitet wird.

Ein Blick in die Zukunft des Geldes

Wer dabei ist, wird also viel erwarten können: Herausragende Talks, abgefahrene Prototypen, einen tiefen Einblick in den aktuellen Stand des größten und bedeutendsten Projekts zur Zukunft des (digitalen) Geldes, Cocktails aus ’nem Automaten, Kaffee von Cryptoanarchisten und vermutlich noch sehr viel mehr. Nur keine Krawatten.

Wer noch ein Ticket haben möchte, sollte sich jedoch beeilen. Einige letzte im Restpostenbereich gibt es wohl noch.

Alle Antworten auf eure Lightning-Fragen

Wer es dennoch nicht schafft, selbst vor Ort dabei zu sein, für den gibt es trotzdem noch eine Möglichkeit an der Konferenz teilzunehmen. Wie im letzten Honigdachs-Podcast bereits angekündigt, wollen wir die Gelegenheit der Konferenz nutzen und einen Folge zum aktuellen Stand und der Zukunft des Lightning-Netzwerks machen.

Dafür wollen wir mit den Leuten vor Ort sprechen und ihnen die Fragen stellen, die euch unter den Nägeln brennen. Dafür brauchen wir natürlich: eure Fragen!

Also schickt uns per Mail alles, was ihr schon immer mal zu Lightning beantwortet bekommen haben wolltet, was euch (noch) nicht ganz klar ist oder Ideen, Lob und Kritik, die wir weitergeben sollen. Wir versuchen dann, vor Ort die passenden GesprächspartnerInnen zu organisieren und die Antworten in eine der kommenden Honigdachs-Folgen mitzubringen.

Eine Fragen sind in den vergangenen Tagen schon eingegangen (danke dafür!). Ich bin mir aber sicher, da gibt es noch sehr viel mehr. Also nutzt eure Chance und kommt entweder selbst rum oder lasst uns am kommenden Wochenende alle eure Fragen zu Lightning stellen.

Keine halben Bitcoins. Oder: Der irrationale Wunsch nach Ganzheit

Neulich sagte jemand im Gespräch nebenbei etwas Bemerkenswertes:

„Ich wollte gerne Bitcoin kaufen, aber da mir ein ganzer zu teuer ist, habe ich mir stattdessen einen Ether gekauft.“

Dieses Aussage hat mich verdutzt und irritierte und je länger ich darüber nachdachte, desto absurder erschien sie mir. Vor allem, da ich wusste, dass sich derjenige durchaus mit der Bitcoin/Blockchain-Materie beschäftigt hat.

Wieso, so fragte ich mich, hat er sich nicht einfach einen halben Bitcoin gekauft. Oder einen viertel? Oder einen hundertstel? Wenn etwas leicht und präzise zu teilen ist, dann doch dieses praktische digitale Geld mit seinen 100 Millionen(!) Untereinheiten.

Wer Bock auf Schokotorte hat, sich aber keine ganze leisten kann, kauft sich doch auch nicht stattdessen Zwiebeln, nur weil die billiger sind. Man kauft stattdessen eben nur ein Stück Torte. Oder zwei. Oder drei. So viel man sich eben leisten kann oder möchte.

Schon Kinder wissen: Teilen ist doof!

Erstaunlicherweise scheint dieses Logik bei Bitcoin jedoch nicht zu greifen. Denn es ist nicht das erste Mal, dass ich obiges Statement in den vergangenen Jahren gehört habe. Seit der Bitcoin-Kurs Mitte 2017 zu klettern begann, habe ich immer wieder sonst eigentlich sehr vernünftig wirkende Leute getroffen, die mir sagten, dass sie lieber „Coin X“ oder „Token Y“ gekauft haben, weil es für einen ganzen Bitcoin ja leider nicht gereicht hätte.

Gerade kleine mengen Bitcoins sind schwer umzurechnen, wirken abstrakt und besonders klein.

Statt einem Stück Schokotorte haben sie also lieber einen haufen (vermutlich sogar fauler) Zwiebeln gekauft. Hauptsache sie haben für ihr Geld eine möglichst große Summe bekommen. Wichtiger als das, was sie letztlich kauften, war ihnen wie viel sie davon bekommen haben.

Mehr ist besser

In der Bitcoin-Community ist dieses „Problem“ natürlich bekannt. Obwohl es letztlich ja nur symbolisch ist, haben es ja auch viele Bitcoiner genossen, mal eben zum Dogecoin-Millionär oder sogar Milliardär zu werden. Einfach nur, weil man es kann und es sich schon irgendwie besonders angefühlt hat, in seiner digitalen Brieftasche auf einmal eine siebenstellige Zahl vor dem Komma zu sehen. Selbst wenn man wusste, dass diese Zahl letztlich ja nur eine virtuelle Illusion ist. Aber ist das Geld nicht immer?

Über die Jahre gab es daher immer wieder Versuche, auch Bitcoin für Freunde ganzer Zahlen attraktiver zu machen und es in kleinere, handlichere Zwischeneinheiten zu unterteilen. „Bits“, „Millibits“ und andere Vorschläge setzten sich aber nie flächendeckend durch. Meist, weil man am Ende doch nie genau wusste, auf welche der acht Nachkommastellen von Bitcoin sich der jeweilige Begriff denn nun eigentlich genau bezieht.

Kleiner ist besser

Zwei Entwicklungen könnten nun aber dazu führen, dass diese Problematik (zumindest etwas) an Bedeutung verliert: Der aktuelle Bitcoin-Kurs und Lightning.

Seit etwa vier Monaten mäandert der Bitcoin-Kurs nun schon um die 10.000 US-Dollar-Marke. Die ist nicht nur psychologisch wichtig, sondern hat auch den Vorteil, dass sich Bitcoins bei diesem Kurs recht einfach umrechnen lassen. 1 US-Dollar sind 0,0001 Bitcoin (oder eben ein Millibit). Pi mal Daumen funktioniert das entsprechend auch mit dem Euro

Bei einem Kurs von ca. 10.000 US-Dollar ist das Umrechnen von 0,00049041 BTC viel leichter.

Das Umrechnen von Bitcoin in „echtes“ Geld ist bei diesem Kurs also zur Zeit weit weniger kompliziert. Es ist vielmehr, wie wenn man früher nach Italien oder Frankreich in den Urlaub gefahren ist. Auch da hatte man sich ja irgendwann an den Umrechnungskurs gewöhnt.

Der war damals allerdings auch langfristig vergleichsweise fix und natürlich kann sich die Volatilität und damit der Wechselkurs bei Bitcoin jederzeit wieder ändern. Trotzdem – den Bitcoin-Kurs einigermaßen im Hinterkopf zu haben, kann durchaus praktisch sein und hätte bei einigen der Leuten in diesem Video wohl zu einer anderen, nämlich der deutlich lukrativeren Entscheidung geführt.

Lightning macht den Bitcoin klein

Anders ist der Effekt von Lightning, dem 2nd-Layer-Zahlungsnetzwerk, das derzeit auf Bitcoin entsteht. Das arbeitet ja bekanntlich gar nicht mehr auf der Grundlage von Bitcoin, sondern seiner (bisher) kleinsten Untereinheit, dem Satoshi (1 Sat = 0,00000001 Bitcoin).

Wirkt viel mehr, ist aber immer noch die gleiche Menge Bitcoins.

Das hat bei einem Projekt, das alltagstaugliche Klein- und Kleinstzahlungen mit dem digitalen Geld ermöglichen soll, natürlich vor allem praktische Gründe. Denn aus der Gewöhnung heraus können wir Menschen große Summen vor dem Komma sehr viel besser verorten als fitzelig kleine Nachkommastellen. Der Umgang mit vielen ganzen Satoshis ist für uns also sehr viel einfacher und intuitiver als die Verwendung von kleiner Bitcoin-Bruchstücke.

Und der positive Nebeneffekt: Auf einmal ist es auch bei Bitcoin wieder ganz leicht, zum Millionär zu werden. Vor allem aber muss sich nun niemand mehr Altcoin-Zwiebeln kaufen, wenn er eigentlich Bitcoin-Schokokuchen haben will. Denn einen Sack voll Satoshis (derzeit kostet einer rund 0,0001 Cent – lässt sich gerade auch sehr gut umrechnen) kann sich nun wirklich jeder leisten.

Noch mehr Bitcoin-Konferenz- und Event-Tipps

Weil ich gestern erst auf die Value of Bitcoin-Konferenz hingewiesen habe und in New York dieser Tage gerade der Mega-Crypto-Konferenz-Marathon stattfindet, bleiben wir der Vollständigkeit halber einfach noch kurz beim Thema mit zwei weiteren anstehenden Bitcoin-Event-Empfehlungen.

Blockchainhotel Konferenz 2019, Essen

Da wäre zum einen am 30. und 31. Mai die dritte Ausgabe der Blockchainhotel-Konferenz, dem jährlichen „Bitcoin- und Krypto-Klassentreffen“ in Essen.

Auch wenn Bitcoin hier nicht namengebend ist, handelt es sich in meinen Augen dennoch im Kern um eine Bitcoin-Konferenz. Das ist nämlich der mit Abstand größte gemeinsame Nenner, der die Community an diesen zwei Tagen zusammenbringt.

Dieses Jahr bereits zum dritten Mal: Die Blockchainhotel Conference

Ich war die letzten beide Mal dort und werde auch dieses Mal kurz wieder vorbeikommen, weil es wirklich ein schönes Community-Event ist und man immer interessante und abgefahrene Leute trifft, die man sonst nirgendwo trifft.

Wer auch noch kommen mag – mit dem Code Coinspondent25 gibt es 25 Prozent Rabatt aufs Ticket.

5th Lightning Hackday, München

Direkt im Anschluss, am 1. und 2. Juni, findet dann in München der fünfte Lightning Hackday statt. Mittlerweile kann man diese Veranstaltungsreihe ja durchaus als renommierte Institution bezeichnen, die beste Werbung für den Bitcoin/Lightning-Standort Deutschland macht (hier mein Artikel über den dritten Lightning Hackday vergangenen Herbst).

Findet bereits zum fünften Mal statt: Der Lightning Hackday

Regelmäßig versammelt sich hierbei die internationale Szene und es würde mich wundern, wenn Elizabeth Stark, CEO von Lightning Labs, wie gerade in New York verkündet als Ort für die erste richtig große Lightning-Konferenz Mitte Oktober von allen Städten dieser Welt rein zufällig Berlin ausgesucht haben sollte. Nachtigall ick hör dir trapsen!

Tickets für den Lightning Hackday gibt’s ab fünf Dollar und wer dann eh schon in München ist, bleibt am besten gleich noch für die Value of Bitcoin Konferenz am nächsten Tag und alle weiteren Termine der dortigen Bitcoin Festival Week.

Vielleicht sehen wir uns ja hier oder dort.

Bitcoin- und Lightning-Nodes im Test – RaspiBlitz

Dieser Artikel ist aus dem dem April 2019. Eine zweite, ergänzende Review des RaspiBlitz (Stand: Juni 2020) gibt es hier.


Vor einiger Zeit habe ich den Casa Node getestet und damit den ersten in einer Reihe von handlichen Bitcoin- und Lightning-Fullnodes. Nun läuft seit einigen Wochen ein RaspiBlitz auf meinem Schreibtisch, der in der Community weit verbreiteten, weil günstigen und trotzdem komfortablen DIY-Lightning-Lösung.

Zeit für ein Zwischenfazit, das durchweg positiv ausfällt. Denn der RaspiBlitz ist gut ausgewogen zwischen Zugänglichkeit und einfacher Handhabung (aka User Experience) auf der einen Seite und Funktionsumfang und individuellen Konfigurationsmöglichkeiten (aka Nerdigkeit) auf der anderen.

Tauchen auf Lightning-Hackdays oftmals in Rudeln auf: RaspiBlitz-Nodes
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Neue Lightning-Podcasts

Ich durfte vergangene Woche mal wieder im Podcast von Payment and Banking zu Gast sein und dort einen thematischen Einstieg in das Lightning-Netzwerk geben.

Natürlich haben wir in der einen Stunde nur an der Oberfläche kratzen können, aber irgendwo muss man ja anfangen. Außerdem sollte man ja jede/n der rund 35.000 monatlichen HörernInnen auch inhaltlich mitnehmen.

Das Feedback für den Podcast war bisher recht positiv. Falls ich jedoch was Falsches erzählt habe, korrigiert mich bitte. Auch ich lerne gerne noch dazu.

Auch schön: Die Veröffentlichung des Podcasts fiel zeitlich so nah mit dem markanten Kurssprung zusammen, dass manch einer hier glatt einen direkten Zusammenhang erkannte.

Nächste Honigdachs-Folge zum Thema „Lightning-Kritik“

Und weil wir gerade so schön beim Thema sind: Auch in der kommenden Folge des Honigdachs-Podcasts wollen wir uns wieder mit Lightning beschäftigen. Dieses Mal (auf expliziten Wunsch) aber vor allem mit der (berechtigten) Kritik daran und welche Ideen bereits existieren, um die aktuellen Schwachstellen, Hürden und Probleme anzugehen. Oder eben auch nicht.

Falls ihr da thematisch etwas beisteuern wollt – Fragen, explizite Kritikpunkte etc. – kommentiert hier, schreibt eine Mail oder tweetet uns unter @HondigdachsPod an. Wir versuchen das dann aufzunehmen.