Archiv der Kategorie: Grundlagen

Bitcoin – Willkommen in der Sekte

Am Mittwoch hab ich noch geschrieben wie wichtig es ist sich beim Thema Bitcoin immer nur auf einen Aspekt zu konzentrieren, weil es sonst ganz schnell ganz wirr werden kann. Hier der Beweis: Shit Bitcoin Fanatics Say, Part 2

Das wunderbare: Genau so sehen tatsächlich viele Diskussionen zum Thema Bitcoin aus. Und das hier ist noch das kleine Beispiel, weil es nur einen Bitcoin-Enthusiasten gibt. In Gruppen diskutieren sich Bitcoiner nämlich gerne noch schneller in euphorische Extase, so dass sie – objektiv betrachtet – durchaus missionarische und sektenhafte Züge an den Tag legen.

Sollte man vielleicht für die nächste Diskussion im Hinterkopf behalten. Aber weil’s so schön ist, hier noch Part 1. Besonders am Ende hab ich schallend gelacht.

Warum steigt der Bitcoin Kurs?

Wer die sonntägliche Presseschau hier im Blog regelmäßig verfolgt, weiß, dass ich nicht der geborene Börsen-Spekulant, Kurs-Analyst und Wert-Nostradamus bin und meine Vorhersagen für Bitcoin grundsätzlich auf einer soliden 50-50-Basis beruhen. Andere nennen es raten.

Macht aber nichts, denn es muss ja nicht jeder das Rad neu erfinden und im Netz gibt es schließlich genügend Möglichkeiten am Fachwissen anderer teilzuhaben. Bei meiner Recherche zu der aktuellen Kurentwicklung bin ich auf dieses Video hier gestoßen: June Bitcoin Price Analysis, News, Indicators & Predictions

Darin interpretiert und begründet jemand, der zur Altcoin Authority-Gruppe gehört, kurz und aus seiner Sicht warum die derzeitige Bitcoin-Kursentwicklung ist wie sie ist.

Aber auch hier gilt: Alles eine Frage der Interpretation und niemand kann den Kurs vorhersehen. Wo der Kurs morgen steht, wissen wir erst morgen. Genauso sehen es auch die Kommentatoren in diesem etwas unterhaltsameren Thread auf Reddit: Dat Volatility. Welcome back, Bitcoin we all know and love.

Can Bitcoin stop the war?

Ich schaue mir ja sehr gerne Vorträge zum Thema Bitcoin an. Vor allem, weil mich die verschiedenen rhetorischen Ansätze und Argumentationen interessieren, die die jeweiligen Redner vorbringen. Denn letztlich – und das ist die große Herausforderung –  muss man sich in jeder Präsentation und in jedem Gespräch auf einen bestimmten Aspekt von Bitcoin konzentrieren. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass es wirr wird und man vom Hundertsten insTausende kommt. Dafür ist das Thema Bitcoin einfach zu weitreichend und facettenreich.

Aus diesem Grund hier der ganz und gar nicht technische, sondern vielmehr gesellschaftspolitische Vortrag Bitcoin vs. Political Power: The Cryptocurrency Revolution von Stefan Molyneux auf der The Next Web Conference Europe vor anderthalb Wochen.

Ich teile nicht alle seine Argumente, aber das muss man auch gar nicht um dennoch eine Menge aus seinem Vortrag mitzunehmen.

Der Hochglanz-Doge

Sieh an. Auch für Dogecoin gibt es bereits ein eigenes Magazin, das man kostenlos online lesen oder sich als Printausgabe nach Hause schicken lassen kann: VeryMuchWow.

verymuchwow

Und das Schönste: Man muss kein Hardcore-Shibe sein um das Magazin zu verstehen und zu mögen. Ich zum Beispiel habe mich gerade mit großem Amüsement durch die zweite Ausgabe vom Juni durchgeblättert und mich einfach nur an all den großartigen Bildmontagen und To the moon!™ -Aufrufen erfreut, die diese beeindruckende und sehr sympathische Community unentwegt skandiert. Dazu noch ein paar Interviews, Linktipps und (Leser-)geschichten und schon ist sie um, die sehr kurzweilige und lohnenswerte halbe Stunde.

Tolles Projekt der Community, vor allem weil der Dogecoin es gerade ja nicht sehr leicht hat, aber dazu mehr in einem der kommenden Posts.

Hier der Vollständigkeit halber noch die die erste Ausgabe zum Nachlesen und das offizielle Dogecoin- und VeryMuchWow-Promovideo:

Fehlt eigentlich nur noch ein Pin-up-Doge als Poster in der Mitte zum Herausnehmen. Vielleicht nächsten Monat.

Die dunkle Seite des Coins

Bei Wired ist ein erhellender(!) Artikel erschienen, der sich mit den Gründen des imposanten Wertwachstums des Darkcoin beschäftigt, einem Altcoin, der tatsächliche Anonymität im digitalen Zahlungsverkehr verspricht. Bitcoin ist in dieser Hinsicht ja nur pseudonym, da es durchaus möglich ist einzelne Adressen mit bestimmten Personen zu verknüpfen und sich Zahlungsvorgänge effektiv nur mit zusätzlichen Tools anonymisieren lassen. Eine Möglichkeit wäre es dann eben Bitcoin-Transaktionen über Darkcoins abzuwickeln und so die Nachverfolgung zu erschweren.

Ein anderes Tool zur Anonymisierung von Bitcoin ist die bisher nur in einer Alpha-Version verfügbare Darkwallet. Diese will mit „Stealth“-Adressen und dem Mischen von Transaktionen eine stärkere Anonymisierung von Bitcoin erreichen.

Die Namen beider Projekte sind übrigens sehr passend gewählt, denn neben dem berühmt-berüchtigten Darknet definiert das FBI tatsächlich offiziell ein Going Dark-Problem.

Bildnachweis: „IMG_3629“ Flickr-User goldstardeputy (CC BY 2.0)

Niemand hat Bitcoin bisher verstanden

Am vergangenen Wochenende war ich auf der CryptoCon14, einer kleinen aber feinen Veranstaltung hier in Leipzig, bei der es mehrere Tage um Verschlüsselung in Theorie und Praxis ging. Ein Thema war dabei auch Bitcoin und wie bei ausnahmslos allen Vorträgen zum Thema Bitcoin, die ich bisher schon gesehen, erlebt und gehalten habe, gab es auch hier im Anschluss wieder allerlei Fragen und es haben sich kleine Gesprächsrunden gebildet, die noch eine ganze Weile über Wallets, die Blockchain, Kryptographie, Mining und noch viel mehr diskutiert und gesprochen haben.

Und wie imer hat sich gezeigt: Fragen zu Bitcoin lassen sich am allerbesten im persönlichen Gespräch klären. Auch wenn Bitcoin digital und virtuell ist – der direkte Austausch zu dem Thema ist immer noch der schnellste Weg Bitcoin zu verstehen.

Aus diesem Grund habe ich heute noch ein bisschen recherchiert und eine Liste der regelmäßigen Bitcoin-Veranstaltungen erstellt, zu denen ihr auch als totale Neueinsteiger hingehen könnt und wo ihr sehr nette und sympathische Menschen treffen könnt, die euch gerne eure Fragen zum Thema Bitcoin beantworten. Die sich sogar darauf freuen Fragen beantworten zu können, denn beim Beantworten von Fragen lernt man selbst ja generell am meisten. Und eines steht fest (jetzt folgt eine steile These, auf die ihr mich gerne festnageln könnt):

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5 überraschende Bitcoin-Händler

Bitcoin etabliert sich. Ein Indiz dafür ist die stark wachsende Anzahl von verzeichneten real (nicht nur digital) existierenden Bitcoin-Händlern und Institutionen auf coinmap.org. Mehr als 4500 haben sich mittlerweile bei eingetragen, weit mehr als Hundert davon in Deutschland, um die 40 in Österreich und knapp 60 in der Schweiz.

Bei meinen Recherchen wollte ich mir mal einen Überblick verschaffen, wer sich so hinter all diesen Fähnchen auf der Karte verbirgt und ich muss sagen, die bunte Vielfalt hat mich sehr beeindruckt und geht quer durch wirklich alle Branchen. Klar sind viele IT-Dienstleister dabei, Bars und Restaurants, Online-Shops und Übernachtungsmöglichkeiten, aber es gibt auch viele dieser ganz besonderen Angebote – seien es Branchen, die einem (noch) nicht als erstes einfallen, wenn man an Bitcoin denkt oder Menschen, bei denen man nicht damit rechnet, dass Bitcoin sie in ihrem Lebensumfeld schon erreicht hat. Diese Einschätzung beruht letztlich aber immer auf eigenen Vorturteilen, eingefahrenen Denkmustern und vielleicht auch auf  dem Einfluss von zu stark verallgemeinerten Medienberichten.

Hier deshalb eine kleine, vollkommen willkürliche Auswahl von überraschenden und unerwarteten Perlen des deutschen Bitcoin-Handels.

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Argumentationshilfen für Bitcoin-Diskussionen

Immer wieder kommt man in die Situation, Bitcoin mal eben auf die Schnelle erklären zu müssen dürfen. Beliebteste, schwerste und entwaffnendste Frage ist in diesem Zusammenhang die zugleich naheliegendste:

„Was ist Bitcoin?“

Die Suche nach einer passenden Antwort treibt mitunter selbst Bitcoin-Enthusiasten Schweißperlen auf die Stirn. Denn wo soll man anfangen? Wie kann man die Essenz von Bitcoin in wenigen Worten allumfassend und verständlich beschreiben?

Ein probates Mittel in solch einer Situation ist sich einfach auf einen bestimmten Aspekt von Bitcoin zu konzentrieren – am besten einen, mit dem das Gegenüber auch etwas anfangen kann. Welche verschiedenen Möglichkeiten es da gibt, zeigt die Liste „66 Bitcoin Quotes in 140 Characters Or Less“, die verschiedene Bitcoin-Erklärsätze in jeweils twittertauglichen 140 Zeichen zusammengetragen hat.

Für einen politisch interessierten Gesprächspartner könnte man zum Beispiel mit einem dieser Sätze Interesse wecken:

„Bitcoin is an experiment in the separation of money and state. You’ll be surprised how many will support that.“

oder

„Countries rejecting bitcoin reminds me of the time when countries were resisting the Internet.“

Bei technisch Interessierten hingegen eignen sich wohl eher diese Gesprächseröffnungen:

„Because bitcoin is a protocol for transmitting value. It will be bigger than Internet and will accelerate Internet.“

oder

„Bitcoin’s distributed asset ledger is the most important Computer Science invention of the century.“

Für den unzufriedenen Bankkunden gäbe es diese Variante:

„The last consumer focused innovation in financial services was credit cards, in the 1950s. There is no industry more ripe for disruption.“

und für alle, die selbst mit „Ja, von Bitcoin hab ich gehört. Das ist doch vor einiger Zeit Pleite gegangen, oder?“ ins Gespräch einsteigen:

„If you want to read something intelligent about bitcoin, read the source code and The Coinspondent

Bildnachweis: „The Purpose of Argument“ Flickr-User jon collier (CC BY-SA 2.0)

Eine Bitcoin-Einführung für Fortgeschrittene

Scott Driscoll aka CuriousInventor hat mich neulich ja schon mit seinem technisch durchaus anspruchvollen 20-minütigen Bitcoin-Erklärvideo How Bitcoin Works Under The Hood geflashed. Mein Eindruck: Wenn einer Bitcoin verstanden zu haben scheint, dann er.

Nun hat er seine geballte Fachkompetenz noch weiter komprimiert und ein ebenso beeindruckendes Fünf-Minuten-Erklärvideo erstellt: How Bitcoin Works in 5 Minutes

Auch dieses Video bedarf zum Verständnis einiges an Konzentration, aber es ist ja auch kein Bitcoin-Imagefilm, sondern ein ziemlich gut gemachtes Erklärvideo. Und wer beim ersten Mal nicht mitgekommen ist, auf Scotts Website hat er den Sprechertext auch noch einmal zum Mitlesen online gestellt.