Archiv der Kategorie: Bitcoin

Bitcoin-Feature mit Goldgräberstimmung

Das heutige Posting ist besonders geeignet für diejenigen unter uns, die sich noch ein bisschen vom Wochenende erholen müssen. Denn wenn es nicht unbedingt sein muss, sehe ich gar keinen Grund zu Beginn der Woche gleich alle Sinne auf einmal in Alarmbereitschaft zu versetzen. Wir fangen deshalb erst einmal nur mit den Ohren an und die Augen können noch einmal für knapp zwölf Minuten Pause machen.

Bei Radio Corax ist nämlich ein kurzes Feature erschienen, dass sich dem Thema Bitcoin auf rein hörspielerische Art nähert. Grundidee ist dabei der Vergleich vom Bitcoin-Minen mit der historischen Goldgräberstimmung Alaskas. Was mir an dieser Umsetzung besonders gut gefällt, ist, wie die Autorin ihre Geschichte auf Originaltöne aus einem alten Goldrausch-Film oder -Hörspiel gründet. Aber macht euch mit den Ohren ein eigenes Bild:

Das Feature steht übrigens unter Creative Commons-Lizenz und wer mag kann es hier herunterladen.

Bitcoin-Pioniere

Ich halte es grundsätzlich für falsch herausfinden zu wollen, wer sich hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto verbirgt. Der oder diejenigen haben sich entschieden sich der Öffentlichkeit nicht zu offenbaren und niemandem steht es zu diese Entscheidung in Frage zu stellen, so groß die Neugier auch sei. Es wäre eine andere Sitution, wenn Satoshi Nakamoto noch weiterhin aktiv und präsent wäre, dann könnte man das Interesse an ihm möglicherweise mit seinem Status als Person der Zeitgeschichte rechtfertigen, aber er hat sich zurückgezogen bevor Bitcoin auf breites öffentliches Interesse gestoßen ist und das sollte respektiert werden.

Eine gute Sache hat die Suche nach Satoshi Nakamoto jedoch. Sie sorgt dafür, dass eindrucksvolle Geschichten über herausragende Menschen entstehen und die die Leistung und das Leben der Protagonisten mit Fingerspitzengefühl, Einfühlungsvermögen und kritischem Respekt hinterfragend würdigen können. Geschichten, die ohne die Suche nach Satoshi Nakamoto niemals geschrieben worden wären.

Eine dieser Geschichten ist der vor Kurzem bei Forbes erschienene Artikel „Nakamoto’s Neighbor: My Hunt For Bitcoin’s Creator Led To A Paralyzed Crypto Genius“. Dieser erzählt nämlich viel weniger die Geschichte der Suche nach Satoshi Nakamoto (vom Finden ganz abgesehen) als die von Hal Finney, einem Kryptographie-begeisterten Computergenie, der sowohl an der Ausarbeitung von PGP wie auch unmittelbar an der Weiterentwicklung von Bitcoin in der Frühphase beteiligt war. In diesem Zusammenhang stand er damals nicht nur im engen Mailverkehr mit Nakamoto, sondern hat auch die allererste Bitcoin-Transaktion von diesem bekommen. Hal Finney als Bitcoin-Pionier zu bezeichnen ist also durchaus gerechtfertigt und ich habe selten einen persönlicheren Artikel über das doch eher trocken-technische Thema Bitcoin gelesen und das hat nichts damit zu tun, dass Hal Finney an ALS erkrankt ist, einer Krankheit, bei der man zunehmend die Kontrolle über die Muskeln verliert.

Ich überlege ja schon länger eine eigene Seite/Kategorie anzulegen, auf der ich die mit Abstand herausragendsten Bitcoin-/Altcoin-Artikel sammle. Das werd ich jetzt wohl in Angriff nehmen, denn dieser gehört dort definitiv hin.

Kurvige Kryptographie

Kryptografie ist die theoretische Grundlage von Bitcoin und jeder anderen – der Name sagt es schon – Kryptowährung. Aber verstehen zu wollen, wie sie funktioniert, ist für, ich nenn es mal, interessierte Laien nicht immer ganz einfach. Viel Mathe, sehr abstrakt, hohes Häh?-Potential.

Wer sich jedoch einmal auf Elliptic Curve Cryptography (ECC) einlässt, sich ein bisschen Zeit nimmt und eine (im Rahmen des Möglichen) verständliche Einführung hinzuzieht, der wird mit einem faszinierenden Erkenntnis-Abenteuer voller elliptischem Billard, erweiterten euklidischen Algorithmen und heimtückischen Falltüren belohnt.

Als Lektüre empfehle ich den Blogeintrag A (Relatively Easy To Understand) Primer on Elliptic Curve Cryptography des Cloudservice anbieters Cloudflare, der natürlich mit diesem Artikel auch Werbung für seine Verschlüsselungsdienstleistungen machen will, sich dafür aber alle Mühe gibt, das Thema auf ein für interessierte Laien verständliches Niveau herunterzubrechen.

Bildnachweis: „südkurve“ Flickr-User hcl (CC BY-SA 2.0)

Bitcoin – Secured by math

Die Website directory.io bietet nicht viel. Außer natürlich sämtliche Bitcoin-Adressen inklusive der jeweiligen Zugangsdaten („Private Keys„) um sie zu verwalten oder zu plündern, je nachdem wie man so drauf ist.

Ja, auch deine Bitcoin-Adresse und ja, mit Private Key. Sämtliche heißt sämtliche und meine ist demzufolge auch dabei.

Sollte uns das jetzt schlaflose Nächte bereiten? Nicht wirklich, denn die Website kann gar keine wirkliche Datenbank aller existierenden Bitcoin-Adressen enthalten – das ist technisch nicht möglich –  sondern erzeugt nur für jede aufgerufene Seite 128 aufeinanderfolgende Private Keys + jeweiliger Bitcoin-Adresse generiert aus der Seitenzahl:

Q: How does this work?
A: Private keys are a number.
Private keys can be very large numbers.
Private keys can be very small numbers.

A private key with the value 0 would generate the address: 16QaFeudRUt8NYy2yzjm3BMvG4xBbAsBFM
A private key with the value 1 would generate the address: 1EHNa6Q4Jz2uvNExL497mE43ikXhwF6kZm
A private key with the value 2 would generate the address: 1LagHJk2FyCV2VzrNHVqg3gYG4TSYwDV4m
A private key with the value 127 would generate the address: 1FB8cZijTpRQp3HX8AEkNuQJBqApqfTcX7

For every page requested, 128 keys are generated.
 For page 1, private keys with the value 0 to 127 are generated.
 For page 2, private keys with the value 128 to 255 are generated.
 For page 3, private keys with the value 256 to 383 are generated.

For page P, private keys with the value (P-1) * 128 to (P-1) * 128 + 127 are generated.

Wer die richtige Seite anklickt, findet damit auch deinen, meinen und den Private Key jedes anderen. Das wiederum ist aber so unwahrscheinlich, dass es – Mathematik sei Dank – praktisch unmöglich ist. Es gibt nämlich 1077 mögliche Bitcoin-Adressen und – dankenswerterweise hat das schon jemand auf Reddit ausgerechnet – selbst wenn man technisch schon etwas, einiges, enorm, supercalifragilisticexpialigetisch viel weiter wäre, ist es nahezu unmöglich auch nur eine Datenbank aller Private Keys + zugehöriger Adresse anzulegen:

„So, if you could use the entire planet as a hard drive, storing 1 byte per atom, using stars as fuel, and cycling through 1 trillion keys per second, you’d need 37 octillion Earths to store it, and 237 billion suns to power the device capable of doing it, all of which would take you 3.6717 octodecillion years.“

Wer die Zeit hat sollte sich gleich noch das FAQ von directory.io mit durchlesen, das erklärt nicht nur Einiges mehr, sondern ist auch sehr charmant geschrieben.

Bitcoin verstehen mit gutem Gewissen

Bitcoins in unter fünf Minuten zu erklären ist eine echte Herausforderung. Patrick Briggs und Matthew Rials, zwei Studenten und Mitglieder der Stanford Bitcoin Group, haben sie angenommen und ihre Website trybtc.com löst das Problem auf elegante Weise.

trybitcoin2

Anstatt langer Texte, komplexer Slides oder überladener Infografiken lassen sie den User einfach selber machen. Ganz nach dem Motto: „Hier hast du eine Wallet und ein paar Bitcoins, versuch doch mal, ob du sie einer wohltätigen Organisation spenden kannst.“

trybitcoin4

Die Methode würde ich einfach mal aktive, handlungsorientierte Bitcoin-Pädagogik bezeichnen und ist meines Erachtens der richtige Weg dem Thema Bitcoin das Grauen der Technikkomplexität etwas zu nehmen. Was mir auch sehr gut gefällt: es sind noch mehr Tutorials auf trybtc.com  geplant.

Papier ist geduldig

Ich habe noch nicht alle Bitcoin 101-Videos von world bitcoin network gesehen (es gibt nämlich einige davon), aber da mit Bezug zu gewissen aktuellen Ereignissen das Thema Bitcoins sicher verwahren schon seit längerem im Raum steht, nutze ich nun einfach mal die Gunst der Stunde gleichzeitig auf diesen sehenswerten Youtube-Channel hinzuweisen und eine Paper Wallet-Erklärung Schrägstrich Anleitung zu posten.

 

Bitcoin-Pop im „Wissensmagazin“

Man darf ja von der Pro Sieben-Sendung Galileo halten was man möchte, aber zumindest nimmt sie sich zwölfeinhalb Minuten Zeit das Thema Bitcoin anzugehen. Das ist aus journalistischer Sicht eine ganze Menge Zeit für einen Beitrag, die erst einmal mit Inhalt gefüllt werden will.

Tatsächlich war ich zunächst sehr skeptisch, ob es sich lohnt Die Suche nach dem Bitcoin-Millionär anzuschauen, aber die Autoren nutzen ihre großzügige Beitragszeit durchaus anschaulich und unterhaltsam für ein paar bunte Ausflüge in das Bitcoin-Ökosystem von der Bitcoin Börse Berlin bis zu einem Crowdminer, der sein Haus mit Bitcoin-Mining-Hardware heizen will. Und nebenbei werden, wenn auch sehr vereinfacht, die Grundlagen von Bitcoin erklärt.

Klar wird das Ganze in Hinblick auf die Zielgruppe an manchen Stellen vielleicht ein bisschen zu stark reduziert und ich bin mir nicht sicher, ob der typische Galileo-Zuschauer nach dem Beitrag mehr mit Bitcoin anfangen kann als vorher, aber ausgeschlossen ist es auch nicht, denn neugierig macht der Beitrag in jedem Fall.

Der – Achtung Spoiler! – am Ende des Beitrags gefundene Bitcoin-Millionär ist natürlich ein geschickter und probater Kniff des boulevardesken Journalismus, das trockene Bitcoin-Thema populärwissenschaftlich anzugehen und auch wenn die etwas befremdliche Mischung aus Naivität und Neugier der Erzählerstimme einem zwölfeinhalb Minuten das Gefühl gibt sie liest die BILD-Zeitung vor, haben die Autoren meiner Meinung nach einen ganz ordentlichen Beitrag für das Galileo-Publikum (und vielleicht noch ein paar andere) gemacht.

Noch ein paar kritische Töne wären schön gewesen, aber alles in allem ganz sehenswert und eine schöne Abwechslung, wenn man sich viel mit komplexeren Themen beschäftigt und bspw. gerade versucht das Bitcoin-Protokoll in seinen technischen Einzelheiten nachzuvollziehen.

Bitcoin-Daten-Zeitreise

Genau das richtige, wenn man nach der ganzen Mt.Gox-Nachrichtenflut der letzten Tage seinen Horizont mal wieder wieder ein bisschen erweitern will um sich zum Beispiel einen fundierten Überblick über die bisherige Geschichte von Bitcoin von 2007 bis Januar 2014 zu verschaffen: History of Bitcoin.

History of Bitcoin 2

Auf einer Datenachse ordnet die Webseite diverse Meilensteine der Bitcoin-Historie und verknüpft diese mit hübschen Visualisierungen, Bildern, Links, News und Videos. Ein schönes Fundstück ist zweifelsohne der legendäre 10.000 Bitcoin-Pizzahandel von 2010.

History of Bitcoin 3

Dass die Seite nicht ganz auf dem neuesten Stand ist, ist im Hinblick auf die Dichte der aktuellen Ereignisse verständlich. Was aber definitiv noch fehlt ist eine Suchfunktion. Unter dem Schlagwort „Mt.Gox“ hätte man dann zum Beispiel das hier finden können:

History of Bitcoin 4

Map of Coins

Es ist wahrlich nicht leicht den Überblick zu behalten, wann wie wo welcher Altcoin entstanden ist und wie dieser mit jenem zusammenhängt. Ist der eine nur eine Abwandlung des anderen oder basiert er womöglich auf einer gänzlich anderen Funktionsweise?

Eine gute Datenvisualisierung kann in solchen Fällen helfen und die Map of Coins macht genau das. Und zwar ganz konsequent in Form einer Münze.

Screenshot mapofcoins.com2

Monat für Monat kann man abgleichen wie das Altcoin-Universum wächst und sich ausdifferenziert. Nicht nur Dataporn-Fetischisten werden daran ihre Freude haben, deshalb meine uneingeschränkte Bookmark-Empfehlung.

Bitcoins minen im Selbstversuch – Update

Die Frage, ob es sich noch lohnt selbst nach Bitcoins zu minen, wird im Netz ja immer wieder gestellt. Für DRadio Wissen habe ich über den Jahreswechsel einfach mal den Test gemacht. Mit einem sehr überschaubaren Investitionskapital, großen Erwartungen und einer Woche Testzeitraum.

Das Ergebnis kann man bei DRadio Wissen nachhören.

Update vom 21. Februar 2014

In einem Anflug geistiger Umnachtung haben sich die Verantwortlichen von DRadio Wissen im Zuge ihrer Programmreform dazu entschieden ihr über Jahre mit viel Mühe und Arbeit aufgebautes und durch den Rundfunkbeitrag von der Öffentlichkeit finanziertes Beitragsarchiv offline zu stellen. Damit verschwinden auch jede Menge gut recherchierte Beiträge zum Thema Bitcoin vollkommen grundlos aus dem öffentlichen Zugriff. Freier Zugang zu Wissen und Bildung sieht anders aus.

Ich habe selten eine idiotischere Entscheidung erlebt und ganz offensichtlich muss man im Hause DRadio Wissen um ein Netzradio zu leiten weder das Internet verstanden haben – Stichwort Hyperlink – noch sich bildungspolitisch relevanten Zielen verbunden fühlen – Stichwort UNESCO „Open Access – Chancen für den Zugang zum Wissen für alle“

Es gab mal eine Zeit, da waren die Mitarbeiter von DRadio Wissen Stolz darauf, dass alle Beiträge online stehen und nicht gelöscht werden. Blöd, wer darauf vertraut hat. Glücklicherweise habe ich meinen Beitrag ja noch auf dem Rechner und stell ihn hier rein, die Anmoderation müsst ihr nun aber seber lesen.

Bitcoins minen im Selbstversuch – Update weiterlesen