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Bitcoin-Volatilität

Eines der am häufigsten genutzten Argumente gegen Bitcoin ist seine vergleichsweise hohe Volatilität, also die Schwankungen im Wert. Betrachtet man die vergangenen zwölf Monate waren die Wechselkurs-Kapriolen beim Bitcoin tatsächlich enorm und bewegten sich in einem Rahmen zwischen zehn und über 1.000 US-Dollar. Für die letzten 30 Tage ist die durchschnittliche Preisschwankung hingegen viel niedriger, liegt aber dennoch deutlich über den relativ stabilen Werten von Gold, Euro und Dollar.

Alles also eine Frage des statistischen Blickwinkels und grundsätzlich muss eine hohe Volatilität ja nicht unbedingt schlecht sein. Immerhin könnte der Kurs – für spekulative Anleger von Interesse – auch große Sprünge nach oben machen. Für die allgemeine Etablierung von Bitcoin in Handel und Gesellschaft ist tatsächlich jedoch eine verlässlich niedrige Volatilität von Vorteil, da der Einsatz von Bitcoin im Alltag ähnlich wie bei Euro und Dollar vor allem auf Vertrauen in seine Wertstabilität beruht.

In jedem Fall lohnt es sich aber die allegemeine Preisschwankung des Bitcoin im Auge zu behalten und eine gute Möglichkeit dafür bietet die Website btcvol.info. Sie stellt die jeweils aktuelle Volatilität der letzten 30 Tage dar und bietet zusätzlich eine Übersicht über die langfristige Indexentwicklung. Grundlage ist dabei der Wechelskurs Bitcoin zu US-Dollar. Hier noch ein Snippet der Website:

Why is volatility important?

Volatility means that an asset is risky to hold—on any given day, its value may go up or down substantially. The more volatile an asset, the more people will want to limit their exposure to it, either by simply not holding it or by hedging. Volatility also increases the cost of hedging, which is a major contributor to the price of merchant services. If Bitcoin volatility decreases, the cost of converting into and out of Bitcoin will decrease as well.

What definition of volatility does btcvol.info use?

The standard deviation of daily returns for the preceding 30-day window. This is a measure of historical volatility based on past Bitcoin prices. When the Bitcoin options market matures, it will be possible to calculate Bitcoin’s implied volatility, which is in many ways a better measure.

Wie Bitcoin im Detail funktioniert

Es ist die hohe Kunst des Journalismus komplexe Sachverhalte so einfach und anschaulich wie möglich zu erklären. Allerdings muss man das Thema dafür jedoch selbst erst einmal verstanden haben.

Gerade beim Thema Bitcoin gab es in letzter Zeit immer wieder Beispiele, die den Schluss nahe gelegt haben, dass der Autor/die Autorin das nicht haben und – zugegeben – es ist auch gar nicht so leicht zu spezifischen Fragen im Netz gute, detaillierte und sachkundige Quellen zu finden. Und wenn man sie gefunden hat, braucht es meist auch noch einige Zeit sie zu lesen und zu verstehen. Es lohnt sich in der Regel aber trotzdem.

So auch bei den beiden folgenden Quellen, die sich sehr detailliert mit den ganz elementaren Funktionsmechanismen des Bitcoin-Protokolls auseinandersetzen. Zunächst emfehle ich den Blog-Post Bitcoins the hard way: Using the raw Bitcoin protocol von Ken Sherriff.  Darin dokumentiert er Schritt für Schritt wie er einfach nur versucht eine einzelne Bitcoin-Transaktion manuell auszuführen.

Dass man dafür das gesamte System im Sinne von wann passiert hier eigentlich was ziemlich gut durchschauen muss, ist naheliegend, gewinnt aber an Bedeutung, wenn man berücksichtigt, dass schon der kleinste Fehler, und sei es nur ein Vertipper, die Transaktion fehlschlagen lässt, ohne dass es einen Hinweis auf die Fehlerursache gibt. Ich verrate nur so viel: Er hat es geschafft.

Der Text ist ausführlich und anspruchsvoll und um ihn zu verstehen bedarf es einiges an Zeit und Konzentration. Wer die aber aufbringt, wird – wie ich – so begeistert sein, dass er ihn anschließend gleich noch einmal liest. Und das ist gut, denn mit diesem Vorwissen ist das folgende Erklärvideo How Bitcoin Works Under the Hood von CuriousInventor wie die Kirsche auf dem Eis.

Das ist nämlich anschaulich illustriert, aber nicht minder anspruchsvoll. Das bereits angelesene Vorwissen hilft hier definitiv den knackig aneinandergereihten Slides, Erklärungen und Schlüssen zu folgen. Für Einsteiger vielleicht nicht das erste Video der Wahl, für alle anderen schon. Der Geist will ja schließlich auch ein bisschen gefordert werden, oder?

Bitcoins the hard way: Using the raw Bitcoin protocol – Ken Sherriff’s Blog

Bitcoins kaufen leicht gemacht

Der derzeit einfachste Weg an Bitcoins zu kommen, ist sie zu kaufen. Dass das einfacher ist als viele denken, hat Martin Weigert herausgefunden und seine Vorgehensweise Schritt für Schritt dokumentiert. Mittlerweile gibt es ja genügend vertrauenswürdige Bitcoin-Exchanges und sich eine Wallet anzulegen ist so einfach wie eine Mail-Adresse einzurichten.

Tatsächlich soll es aber künftig für jedemann noch einfacher werden an Bitcoins zu kommen. Verschiedene Anbieter entwickeln gerade Systeme damit Bitcoins künftig auch ganz bequem im Laden gekauft werden können. Das soll dann ähnlich funktionieren wie wenn man eine Prepaid-Handykarte kauft. Der Händler sammelt das Geld ein, der Kunde bekommt die Bitcoins, wenn er mag, direkt aufs Smartphone geschickt. Spannend ist dabei, dass einige Systeme auf Basis von SMS funktionieren sollen um den Einsatz auch in weniger entwickelten Regionen der Welt noch einfacher zu ermöglichen. Definitiv eine vielversprechende Zukunftsbranche.

Wie und warum ich 0,1 Bitcoin erwarb – netzwertig.com

Bitcoin ist doch was für Mädchen!

In der Tat.

Wie Reddit-User kimberlitepipes beweist, dessen (oder deren?) elfjährige Tochter bei ihrem Wissenschafts-Schulwettbewerb in Alaska sich dem Thema Bitcoin gewidmet hat. Ihre These lautete:

Kann eine Sechstklässlerin Bitcoins besitzen, benutzen und gewinnbringen anlegen?

Um das zu untersuchen hat sie sowohl einen kleinen Betrag ihres eigenen Geldes (College-Fond) in Bitcoin umgetauscht, als auch selbst ein paar Bitcoins gemined, sich eine eigene Wallet zugelegt, für eine Handvoll Bitcoins eine neue Hülle für ihr Schul-iPad gekauft und das Ganze ordentlich dokumentiert.

Fazit: These bestätigt!

Es liegt natürlich auf der Hand, dass sie das nicht ganz ohne Hilfe geschafft hat, aber letztlich musste sie ihr Ergebnisplakat ja nicht einfach nur irgendwo hinstellen, sondern selbst den Besuchern und vor allem den kritischen Juroren Rede und Antwort stehen. Zitat von kimberlitepipes:

„She said the judges asked about mining (she demonstrated her little mining on Bitminter with her USB block erupter), they asked about benefits and she explained transparent and decentralized banking, she discussed difficulty levels in mining, she discussed is value since start, she discussed consumer opportunities in use with current business and potential vendors. She told me that she was asked about process and she discussed about how she got help from r/bitcoin and read about it, she talked about her interview and visit with local crypto currency expert and miner u/joemattie, he really amazed her with his intelligence and abilities.“

Ganz offensichtlich war sie so überzeugend, dass sie den Schulwettbewerb in der Kategorie Investigation/Research gewonnen hat und nun mit ihrer Präsentation bei der Bezirksauswahl antritt.

Darüber hinaus hat sich ihr Engagement aber auch finanziell gelohnt. Seit das Thema auf Reddit veröffentlicht wurde, hat sie nicht nur viel Lob und positives Feedback aus der ganzen Welt erhalten, auch ihre neu eingerichtete Wallet wurde mit diversen kleinen Bitcoin-Tips bedacht. Ein gönnerhafter Spender (oder eine gönnerhafte Spenderin) hat dem Mädchen sogar einen kompletten Bitcoin geschickt.

Smartes Mädchen interessiert sich für Bitcoin und bessert damit ganz nebenbei ihren College-Fond auf. Tolle Geschichte. Mehr davon.

Rückblick Inside Bitcoins in Berlin

Vergangenen Mittwoch und Donnerstag fand in Berlin die Inside Bitcoins-Konferenz statt und war ich anfangs noch etwas skeptisch, ob und inwiesweit das nur ein nerdiges Szene-Event sein würde, so kann ich rückblickend doch sagen, dass es sich sehr gelohnt hat dorthin zu fahren. Das Programm, das aus Vorträgen und Diskussionen bestand, war durchgehend spannend, wobei mir hier und da ein bisschen mehr Kritik in der Themen- oder Sprecherauswahl gut gefallen hätte. Aber es liegt wohl in der Natur der Sache, dass Bitcoin-Konferenzen in erster Linie Pro-Bitcoin sind.

Für mich noch wertvoller als das offizielle Programm war jedoch die Möglichkeit mit den anderen Konferenzteilnehmern ins Gespräch zu kommen, die aus allen Ecken der Welt angereist waren und sehr unterschiedliche Geschichten erzählen konnten. Hier ein paar Kostproben:

  • in Kuwait und der angrenzenden Region wird Bitcoin bisher gar nicht wahrgenommen bzw. wenn, dann nur negativ. Wer dort nach Informationen sucht, findet vor allem Werbung zu unseriösen Gambling-Angeboten. Vertrauenswürdige und kritische Informationen gehen in diesem Flimmer- und Link-Wust unter.
  • Auch wenn Nachrichtenagenturen und „seriöse“ Medien diesen Fehler gerne und immer wieder durchkauen: China hat den Bitcoin tatsächlich nie verboten. Vielmehr gab es offizielle Stellungnahmen, die das mehr oder weniger zwischen den Zeilen nahelegen aber eben gleichzeitig auch Schlupflöcher offen lassen. Dass es eine Zeit lang keinen Bitcoin-Handel in China gab, lag daran, dass die größte chinesische Bitcoin-Börse BTC China zunächst den Handel  eingestellt hat um diese Schlupflöcher zu finden.
  • Ähnlich ist die Situation in Russland. Auch dort muss man zwischen den Zeilen lesen um die offiziellen Stellungnahmen richtig interpretieren zu können.
  • In Mittel-, Süd- und Südosteuropa liegt das europäische Bitcoin Zentrum. Dort befindet sich mit Bitstamp jetzt schon eine der größten internationalen Bitcoin-Börsen und weitere nehmen in Kürze den Betrieb auf. In Bosnien ist zudem der Strompreis so günstig, dass dort recht beeidruckende Miningfarmen und -pools wachsen.
  • Die Schweden sind, wenig überraschend, sehr Bitcoin-affin.
  • Afrika gilt als großer Wachstumsmarkt für mobile payment-Systeme.
  • Und die deutsche Bitcoin-Community ist tatsächlich so klein wie ich bisher vermutet habe.

Das mal als kurzen Überblick über die zwei Tage. Einzelne Themen werden hier noch einen eigenen und ausführlicheren Platz finden. Die Veranstalter haben auch versprochen die Präsentationen online zu stellen, aber auch das wird noch ein paar Tage dauern. Die Inside Bitcoin zieht jetzt jedenfalls weiter um die Welt und findet dieses Jahr u.a. noch in Las Vegas, Hong Kong, Melbourne und London statt. Nächstes Jahr ist dann wieder Berlin dran und ich streich mir das gleich mal im Kalender an.

Die Bitcoin-Kryptographie-Basics

Gute Infografiken kann man nie genug haben. Denn jede bringt einem ein Detail näher, dass man bisher so noch nicht wusste oder zumindest im Einzelnen noch nicht verstanden hat. Bei dieser ist zum Beispiel die Verifizierung von Bitcoin-Transaktionen und das Hash-Prozedere sehr anschaulich dargestellt, denn die Grafik ist Teil eines Artikels, der den Schwerpunkt auf die Privatsphäre legt, die durch kryptologische Währungen wiedergewonnen werden kann.

Bitcoin-Infografik

Das der Beitrag schon etwas älter (Mai 2012) ist, merkt man an einem kleinen Detail:

„Since January Bitcoin has stabilized. It’s been holding an exchange rate of about US $5.“

Nichtsdestotrotz ist dieser Text hervorragend, denn er beschreibt nicht nur die Vorgeschichte von Bitcoin sehr ausführlich – entgegen mancher Behauptungen ist Bitcoin nämlich nicht *poff* aus dem Nichts entstanden, sondern vereint die Vorarbeit vieler kluger Köpfe und löst ein paar bisher ungelöste Probleme – er erklärt darüber hinaus auch sehr anschaulich ein paar dieser Probleme wie das Double-Spending-Problem oder die Funktionsweise der Blockchain.

Bitcoin: The Cryptoanarchists’ Answer to Cash – IEEE Spectrum

Tagesthema Bitcoin

In den Tagesthemen lief vor ein paar Tagen ein zusammenfassender Beitrag über die Eröffnung eines Bitcoin-Tausch-Centers in New York, der jüngsten Verhaftungen im Bitcoin-Business wegen angeblicher Geldwäsche und ein paar grundlegenden Erklärungen zur Funktionsweise gab es ganz vorbildlich auch noch dazu.

Den Beitrag anschauen kann man drüben bei den Kollegen von der ARD.

„Es ist eine Illusion die Banken abschaffen zu können“

Kritische Fragen zum Thema Bitcoin haben die Moderatoren der Sendung Breitband bei Deutschlandradio Kultur gestellt, kritische Antworten haben sie bekommen. Denn der Informatikprofessor Raúl Rojas, der sich schon seit den Neunzigern mit digitalen Währungen beschäftigt, zeichnet im Interview ein ziemlich ernüchterndes Bild von Bitcoins.

Seiner Meinung nach hätten CyberCash und Digicash bereits in den Neunzigern bessere Algorithmen und Protokolle benutzt als Bitcoin heute. Sie seien damals aber von Banken ins Leben gerufen worden, nicht von „Idealisten“. Insgesamt sieht er in Bitcoins zwar einen interessanten Ansatz, sie würden aber definitiv nicht das Zahlungsmittel der Zukunft, sondern seien längst zum Spekulationsobjekt geworden.

Ich persönlich finde es wichtig sich auch mit den kritischen Tönen zum Thema Bitcoin auseinanderzusetzen. Viel zu oft und gerne werden die Schattenseiten, von denen keiner behaupten kann, dass es sie nicht gebe, ja ausgeblendet.

Den ganzen Beitrag kann man entweder direkt hier nachhören oder auf der Seite von Breitband.

Bitcoin visualisiert. Kritisch und in 3-D

Es gibt ja dieses eine Bitcoin-Erklärvideo, das auf fast jeder Seite auftaucht, die Bitcoins in irgendeiner Weise erklären will. Und das ist auch in Ordnung, weil kurz, übersichtlich und schön gemacht.

Duncan Elms zeigt jedoch, dass es sich durchaus lohnen kann, sich im Web nicht nur auf ein einziges Erklärvideo zu stützen. Seine Variante ist nämlich nicht nur optisch eine Stufe anspruchsvoller, sondern geht auch auf Themen ein, die im Standard-Video nicht auftauchen: Darknet und Silk Road, Hackerangriffe auf Mt.Gox oder den Einfluss, den allein die Existenz von Bitcoin auf unsere Wahrnehmung von „Geld“ hat.

Zwei kleine Nachteile hat das Video jedoch. Einige der Informationen sind nicht mehr ganz aktuell (es werden bspw. nur noch 25 statt 50 BTC ausgeschüttet) und an manchen Stellen ist es so schön anzusehen, dass man Gefahr läuft erst sich selbst in den Bildern und anschließend den thematischen Anschluss zu verlieren. Aber dann drückt man eben den Replay-Button.