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Honigdachs #71 – Bitcoin, die EU & Interessenvertretung

Die 71. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig war. (Podcast abonnieren)

Honigdachs #71 – Bitcoin, die EU & Interessenvertretung

Bitcoin bleibt weiterhin ein heißes Thema in der EU. In der vorherigen Folge haben wir über die Kontroverse rund um das potentielle Verbot des Proof-of-Work-Konsensalgorithmus im Ausschuss für Wirtschaft und Währung des EU-Parlaments gesprochen. Nun hat ebendieser Ausschuss zusammen mit dem für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres wiederum über eine andere Gesetzesvorlage abgestimmt, die anonyme Kryptotransaktionen weitestgehend verbieten soll.

Das sorgt natürlich für Ärger, Frustration und Unmut in der Community und wäre ein verständlicher Grund für fatalistische Politikverdrossenheit. Doch wir gehen einen anderen Weg und stürzen uns voll ins Thema. Mehr denn je versuchen wir zu verstehen, wie es zu dieser Entscheidung kommen konnte, welche Möglichkeiten es noch gibt, darauf korrigierend Einfluss zu nehmen und ob man sich als europäischer Bitcoin-interessierter Mensch nun Sorgen machen muss.

Dafür haben wir uns mit Sebastian Alscher fachliche Expertise in die Runde geholt. Er ist der Bundesvorsitzende der Piratenpartei Deutschland, die mit einem deutschen und drei tschechischen Abgeordneten im EU-Parlament vertreten ist. Mit ihm besprechen wir den politischen Entscheidungsprozess, die Position der Piraten und warum man den Kopf jetzt weder hängen, noch in den Sand stecken sollte. Hört rein!

Shownotes

Die Büchse des Satoshi

Als erster Staat der Welt hat El Salvador Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel eingeführt. Welche Folgen das für das Land und seine Bewohner bedeutet, kann niemand mit Gewissheit sagen. Nur eines ist sicher: Ein Zurück gibt es nicht.

Die Gänge sind schmal und verwinkelt. Bunt leuchten die Farben der Röcke, Tücher und Kleider in den Auslagen der Marktstände, die sich hier dicht an dicht drängen. Von überall dringen laute Stimmen, die reden, feilschen, rufen. Dazu der allgegenwärtige fiepsig-blechernen Sound von bunt blinkendem Plastikspielzeug. Die Markthalle Sagrado Corazon im Herzen San Salvadors ist ein neonerleuchtetes Labyrith aus Wäsche, Essen und Alltagswaren und Melvin David Hernandez Esquivel ist Teil von ihr. Auf der Suche nach Kundschaft durchstreift der 35-jährige jeden Tag ihre Gänge. Aus seinem schiefen Bauchladen heraus verkauft er Kaugummis, Bonbons und kleine Tütchen mit Nüssen. Um die 40 Dollar Umsatz macht er damit am Tag. Doch seit einigen Wochen verdient er etwas mehr. Seit er seine Waren nicht mehr nur für Dollar, sondern auch für Bitcoin verkauft. „Ich habe das als Chance gesehen, ein bisschen was zusätzlich zu verdienen“, sagt er.

Wer bei Melvin David Hernandez Esquivel mit Bitcoin bezahlen will, muss für umgerechnet mindestens 1 Dollar einkaufen.

Auf dem größten und zentralen Markt der Hauptstadt El Salvadors gehört Melvin damit zu den Pionieren, doch ein Einzelfall ist er nicht. Landesweit akzeptieren immer mehr Unternehmen das digitale Geld – Restaurants, Schuhläden, Taxifahrer, Kinos, Fast Food-Ketten, Tankstellen, Straßenhändler. Sie müssen es sogar. Vorausgesetzt sie verfügen über die notwendige technische Infrastruktur. So will es das Gesetz, mit dem der kleine mittelamerikanische Staat das digitale Geld vergangenes Jahr als erstes Land der Welt als offizielles Zahlungsmittel eingeführt hat. Eine Maßnahme, die der mit seinen 40 Jahren vergleichsweise junge und digital-affine Präsident Nayib Bukele in rasantem Tempo umgesetzt hat und die für alle überraschend kam: für die Bitcoin-Community im Netz ebenso wie für die internationale Staatengemeinschaft, die Weltbank oder den Internationalen Währungsfonds. Dabei hat Bukele einen guten Grund für diesen Schritt: finanzielle Inklusion. 70 Prozent der Bevölkerung El Salvadors sind bislang unbanked, haben also kein Konto und damit kaum Zugang zum nationalen und internationalen Zahlungsverkehr. Langfristige Investitionen, zum Beispiel in die eigene Altersvorsorge, sind für sie sehr viel schwieriger. Wer all sein Geld nur bar und jederzeit zur Hand hat, gibt es in der Regel auch schnell wieder aus.

Kinos, Tankstellen, Schuhläden – wer über die technische Infrastruktur verfügt, muss Bitcoin annehmen

Doch so hehr dieses Ziel auch sein mag, so weckte das Tempo, mit dem der Präsident dem Land das neue, fremde Geld aufgebürdet hat, bei vielen Salvadorianern ungute Erinnerungen. Schon einmal, 2001, wurden sie auf ähnliche Art vor vollendete Tatsachen gestellt, als die Regierung den US-Dollar als Währung einführte. Eine Entscheidung, die nicht nur das Ende des salvadorianischen Colón bedeutete, sondern die vor allem zu Lasten der einfachen Leute ging. Die, die nicht ordentlich lesen, schreiben oder rechnen können – damals immerhin fast jeder Dritte – und die, die ohnehin wenig hatten. In einer Umfrage ein Jahr nach der „Dollarisierung“ beklagte die Mehrheit der Salvadorianer, dass sich die eigene finanzielle Situation verschlechtert habe. In einem Land, in dem die Armut zwar zurück geht, aber auch heute noch mehr als jeder Fünfte mit weniger als fünfeinhalb Dollar am Tag auskommen muss und jeder Zehnte nicht richtig lesen und schreiben kann.

Viele Menschen in El Salvador sind skeptisch gegenüber Bitcoin. Das hat auch historische Gründe

Dass nun die erneute Einführung eines neuen Geldes – dieses Mal sogar eines, das man nicht einmal mehr in die Hand nehmen kann, weil es nur noch digital auf dem Smartphone existiert – von heftiger Kritik, Demonstrationen und Protesten in der Bevölkerung begleitet wurde, verwundert nicht. Verdammte Laborratten sei man, sagen die Kritiker. Dass davon eh wieder nur die Wohlhabenderen profitieren würden und dass man das Geld besser in Bildung, Infrastruktur oder die Befriedung des von brutaler Gewalt geprägten Landes gesteckt hätte.

Ein kleines Land am Pazifik im Fokus der Weltöffentlichkeit

Auf internationaler Ebene wird das Bitcoin-Experiment ebenfalls mit Skepsis betrachtet. Auch weil man nicht weiß, welche Absichten die zwar demokratisch gewählte, aber populistische und zunehmend autokratisch agierende Staatsführung insgeheim womöglich noch verfolgt und welche Konsequenzen sich daraus ergeben könnten. Sollte El Salvador dank Bitcoin seine unmittelbare Abhängigkeit vom US-Dollar überwinden, gingen Sanktionsmöglichkeiten und damit letztlich auch Einfluss der Staatengemeinschaft verloren. Ein womöglich folgenschwerer Präzendenzfall. Nicht nur westliche Demokratien beobachten genau, was derzeit mit Bitcoin in El Salvador passiert. Die ganze Welt schaut auf das kleine Land in Mittelamerika. Auch Despoten, Tyrannen, Theokraten und Diktatoren.

Während die Regierung El Salvadors Bitcoin durchweg positiv sehen, wird das Experiment international sehr kritisch betrachtet

Doch dann gibt es eben auch Optimisten wie Melvin, die eher die Vorteile als die Nachteile sehen. Im trubeligen Tagesgeschäft auf dem Sagrado Corazon zeigt er auf ein Schild an seinem Bauchladen. Darauf steht, dass er zwar Bitcoin-Zahlungen akzeptiert, allerdings erst ab einem Mindestumsatz von einem Dollar. Statt nur ein Tütchen mit Erdnüssen verkauft er dadurch nun immer gleich mindestens vier, wenn jemand etwas mit Bitcoin bezahlt. Ein Viertel seines täglichen Umsatzes mache er mittlerweile mit dem digitalen Geld. Tendenz weiter steigend. Denn zum einen besuchen seit Neuestem viele neugierige Bitcoiner aus der ganzen Welt das Land, um zu sehen, wie gut oder schlecht das Bitcoin-Experiment läuft. Zum anderen stellt der Staat jedem Salvadorianer ein Bitcoin-Startguthaben im Wert von 30 Dollar zur Verfügung. Und egal ob Touristen oder Einheimische – wer das Bezahlen mit dem digitalen Geld ausprobieren möchte, braucht Leute, die es auch annehmen. Leute wie Melvin. Der schwankende Wert von Bitcoin macht ihm dabei keine Sorgen. „Ich habe gelernt, dass ich geduldig sein muss und sehe Bitcoin als langfristiges Investment“, sagt er und nickt zuversichtlich. Immerhin kenne der Kurs historisch und über einen langen Zeitraum betrachtet nur eine Richtung: aufwärts.

Gewalterfahrung ist Teil des Alltags

Rosario, die ihren Nachnamen und ihr Alter lieber nicht nennen möchte, kann Melvins Optimismus nicht teilen. Zu ihrem Stand auf dem Mercado De Mejicanos im Norden San Salvadors, wo sie einfache Dinge des alltäglichen Lebens verkauft – Papiertüten, eingelegte Bohnen und Gewürze – verirren sich keine Touristen. Bei ihr kaufen einfache Arbeiter oder Tagelöhner. Leute aus dem Viertel, das als „rote Zone“, also von Banden kontrolliert gilt. Mächtige und brutale Banden, die sich über Schutzgeld und Erpressung finanzieren und sich gegenseitig mit solch rücksichtsloser Gewalt bekämpfen, dass El Salvador zu den Ländern mit der höchsten Mordrate zählt. 2015 kamen hier 105 Morde auf 100.000 Einwohner. Ein trauriger Weltrekord für ein Land, in dem der Bürgerkrieg vor dreißig Jahren zwar zu Ende ging, Gewalt und Sterben aber blieben.

Überall im Land stehen Sicherheitsleute mit Pumpguns. Vor Einkaufszentren, an Straßen oder, wie hier, auf Kaffeeplantagen.

Dementsprechend knapp sind Rosarios Antworten, deren Gesicht wie das vieler Menschen in El Salvador von einem Leben allgegenwärtiger Gefahr gezeichnet ist. Ihre markanten Falten kommen nicht vom Lachen. Sie sind tiefer und betonen ihren argwöhnischen Blick. Eigentlich ist El Salvador ein junges Land. Nur 15 Prozent der Bevölkerung ist älter als 55 Jahre. Doch wie viele andere hier wirkt auch Rosario, als wäre sie vor ihrer Zeit gealtert. Um zu sprechen zieht sie sich tiefer in ihren Stand zurück, wirkt unruhig, schaut sich nervös um. Von Bitcoin habe sie noch nie etwas gehört. Niemand sei vorbeigekommen und habe ihnen hier irgendwas gezeigt oder erklärt. Es interessiere sie aber auch nicht. All ihre Waren kaufe sie mit Cash und alle, die zu ihr kämen, bezahlten ebenfalls ausschließlich bar. Das war schon immer so und werde auch so bleiben.

Cash ist noch immer King

Tatsächlich ist Cash im salvadorianischen Alltag wichtig. Nicht nur für Einkäufe. Wenn an einer roten Ampel plötzlich jemand mit einer geladenen Waffe neben dem Auto steht, ist neben Glück der griffbereite Geldschein die beste und oft einzige Chance, schnell und heil aus der Sache rauszukommen. Doch hat Bargeld auch ein Problem. Es lässt sich nur schwer über weite Entfernungen versenden. Auf genau solche Transferzahlungen aus dem Ausland sind viele Familien in El Salvador jedoch angewiesen. Vor allem aus den USA, in das während des Bürgerkriegs viele Salvadorianer geflüchtet sind. Heute lebt und arbeitet fast ein Drittel der Bevölkerung in den Vereinigten Staaten und Kanada. Wenn sie Geld an ihre Verwandten ohne Konto zurück in die Heimat schicken, müssen sie dafür Finanzdienstleister nutzen, die sich diesen Service oft teuer bezahlen lassen. Von 100 versendeten Dollar kommen in El Salvador mitunter nur 80 Dollar an. Individuell, aber auch auf nationaler Ebene ein ökonomisch signifikanter Reibungsverlust. Immerhin machen Transferzahlungen aus dem Ausland fast ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts El Salvadors aus.

Auf Basis von Geothermie betreibt der Staat El Salvador Bitcoin-Mining.

Bei Bitcoin fallen solch hohe Gebühren nicht an. 100 Dollar lassen sich dank des Lightning-Protokolls, einer alltagstauglichen Erweiterung des digitalen Geldes, die das sichere Bezahlen in Sekundenschnelle ermöglicht, bereits für den Bruchteil eines Cents an jeden Ort der Welt schicken. Eine Kostenreduktion um mehr als 99 Prozent. Der Umstieg auf diese sehr viel effizientere Zahlungsinfrastruktur ist daher sowohl im Interesse des Staates, weil unterm Strich mehr Geld ins Land kommt. Vor allem profitieren davon aber die Menschen, denen dieses Geld zuerst zur Verfügung steht. Ein Vorteil, den viele Salvadorianer nachvollziehen können und Bitcoin trotz seiner Fremd- und Neuartigkeit eine Chance geben. In den ersten Wochen nach Einführung bildeten sich lange Schlangen vor den neuen staatlichen Geld-Automaten, an denen die Menschen Bitcoin und Dollar ein- und auszahlen können. Innerhalb von nur drei Wochen, so verkündete es der Präsident Ende September vergangenen Jahres auf Twitter, hätten bereits 2,1 Millionen Salvadorianer die staatliche Bitcoin-Wallet heruntergeladen. El Salvador seit damit das erste Land der Welt, in dem die Menschen mehr Bitcoin-Wallets als Bankkonten nutzten.

Zahlen per Bitcoin mit Smartphone. Wie genau die offizielle „Chivo“-Wallet eigentlich funktioniert, wissen aber nur die wenigsten.

Wie überall auf der Welt, fällt es dabei auch in El Salvador den jüngeren Menschen leichter, das digitale Geld und dessen Möglichkeiten zu verstehen. Sie wachsen bereits mit Smartphones und dem Internet auf, haben weniger digitale Berührungsängste. So besaß auch Nelson Eduardo Martinez Lovo, wie viele seiner Freunde, schon vor der Pandemie ein Konto bei einer Bitcoinbörse im Netz. „Mein Vater schreibt Rechnungen am liebsten noch mit der Hand“, lacht der 24-jährige. Gemeinsam führen sie das Sopón Zacamil, ein großes, helles Restaurant mit dunklen Holztischen auf der Grenze zum Bandengebiet im Norden San Salvadors, in das Einheimische aus der Umgebung zum Mittagessen kommen. Der grüne Leguan, der verschmitzt schauend und mit einem Limettenschnitz in der Hand die Karte ziert, ist die Spezialität des Hauses und auch Nelsons Lieblingsessen. Eigentlich würden sie das auch schon längst für Bitcoin verkaufen, erklärt er, doch warten sie noch auf das dafür notwendige Bezahlterminal. Das kommt aus China, aber die Lieferung verzögere sich immer wieder.

Bitcoin doesn’t fix everything

Solche Beispiele sind Wasser auf die Mühlen der Bitcoin-Skeptiker im Land. Sergio Arauz ist einer von ihnen. Die Regierung macht es investigativen Journalisten wie ihm zunehmend schwer, frei zu recherchieren und kritisch zu berichten. Zu offiziellen Terminen werden mitunter nur noch staatsnahe Medien eingeladen, Regierungserklärungen nur noch per Tweet statt über die offiziellen Webseiten verbreitet. Und der Druck wachse weiter. „Ich hätte nie gedacht, dass der Zeitpunkt kommen würde, an dem ich ernsthaft in Erwägung ziehen müsste, das Land zu verlassen, weil ich Journalist bin. Weil ich anders denke“, sagt Sergio mit ernstem Blick. Doch mittlerweile müssten er und seine Kollegen sich über solche Exit-Strategien Gedanken machen.

Im kleinen El Zonte am Pazifik liegt der „Bitcoin Beach“. Hier begann das salvadorianische Bitcoin-Experiment

Sergio sitzt im warmen Wind, der durch eine offene, zweistöckige Beach-Bar weht. Hinter ihm senkt sich die Sonne über dem Pazifik. Wuchtige Wellen brechen auf den feinen Sandstrand. Hier in El Zonte, wo zwei staubige Straßen das Zentrum eines Surfspots bilden, hat das salvadorianische Bitcoin-Experiment bereits 2019 seinen eigentlichen Anfang genommen. Anders als bei der nationalen Umsetzung wurde am mittlerweile berühmten „Bitcoin Beach“ jedoch niemand gezwungen, Bitcoin zu akzeptieren. Es war ein freiwilliges Graswurzelprojekt. Der Versuch mit Hilfe des digitalen Geldes eine kleine Umlaufökonomie zu schaffen. Ein Community-Projekt von den Menschen für die Menschen, dessen Erfolg jedoch schließlich das Interesse von Entwicklern, Investoren und der Regierung auf sich zog, die es dann auf das ganze Land ausrollte. Ein Fehler, findet Sergio. „Ich bin nicht gegen Bitcoin an sich“, sagt er „sondern gegen die Art, wie es den Leuten im Land aufgezwungen wurde. Überstürzt und per Gesetz.“ Wieso sich die Regierung nicht Zeit genommen habe, die Einführung ordentlich vorzubereiten, fragt er. Mit umfassenden Informationskampagnen und dem Bereitstellen einer verlässlichen technischen Infrastruktur. Wo überhaupt das Geld herkomme, mit dem das Land Bitcoin kauft. „Sie sind für alle Menschen des Landes verantwortlich. Nicht nur für die, die sich den Luxus leisten könnten, sich mit Bitcoin zu beschäftigen“, kritisiert er.

Erster sein um jeden Preis. Alles andere ist zweitrangig.

Von offizieller Seite heißt es dazu ganz pragmatisch, man wollte eben unbedingt erster sein. Geschichtsbücher kennen keinen zweiten Platz. Das große Ziel sei es, El Salvador zum digitalen Pionier des Kontinents zu machen. Bitcoin wird dabei als wichtiger Baustein in der nationalen digitalen Agenda gesehen. Abgesehen davon sei das Interesse der Weltöffentlichkeit enorm. Man stehe bereits mit mehreren Regierungen in Kontakt. Eine Aussage, die die Kritiker nur umso wütender macht. Das Versuchslabor für die Welt sei man. Die Menschen hier hätten aber am Ende nichts davon.

Eines hat Bitcoin El Salvador in jedem Fall gebracht: Mehr Touristen

Die Positionen der Bitcoin-Befürworter und -Kritiker liegen in El Salvador bislang unversöhnlich und weit auseinander. Dass sie noch zueinanderfinden werden, scheint derzeit unwahrscheinlich. Denn hier in Mittelamerika wird vor allem eines deutlich: Bitcoin ist nicht nur eine gänzlich neue Form von Geld, das Geld der digitalen Revolution. Es ist auch ein Politikum, über das man streiten kann und sogar muss. Denn eine Exit-Strategie gibt es nicht. Bitcoin ist resistent gegen Kontrolle und Zensur. Das ist seine Besonderheit, sein Alleinstellungsmerkmal. Man kann versuchen es zu verbieten, doch verschwinden wird es dadurch nicht mehr. Weder hier in El Salvador noch sonst irgendwo auf der Welt. Die Büchse des Satoshi ist offen. Schließen lässt sie sich nicht mehr.


Diese Reportage ist im Rahmen einer Delegationsreise Ende 2021 entstanden und in gekürzter und redaktionell angepasster Version auch im The Red Bulletin erschienen. Mittlerweile auch auf Englisch.

Tschüss, Room 77 – Ende einer Bitcoin-Legende

… und die globale Bitcoin-Community hat ne dicke Träne im Knopfloch.

Denn nachdem es sich schon länger abgezeichnet hat, ist es nun amtlich: Der Room 77 – die legendäre Kreuzberger Kneipe, die 2011 das erste Ladengeschäft weltweit war, in dem man mit Bitcoin bezahlen konnte, wo das erste Bier für Lightning über den Tresen ging, in der die erste mobile Bitcoin-Wallet geschrieben wurde, auf deren Sofas Webseiten wie LocalBitcoins ins Leben gerufen wurden und in die über Jahre hinweg standardmäßig alle Journalisten rannten, wenn sie einen Beitrag über Bitcoin schreiben oder aufnehmen mussten und in der noch so viel mehr passierte, also die Meatspace-Institution wenn es um Bitcoin ging – macht endgültig dicht.

Aber anstatt hier jetzt einen traurigen Nachruf zu verfassen, habe ich einfach einige der schönen Erinnerungen zusammengetragen, die Bitcoiner aus der ganzen Welt auf Twitter geteilt haben. Ich finde, das zeigt ohnehin am besten, was für ein besonderer Ort der Room war und welche Bedeutung er für viele Menschen hatte.

Mein schönstes Erlebnis (neben einigen interessanten Abenden und Feierlichkeiten) war im Übrigen das Interview, das ich dort mit Jörg Platzer für meine Radio-Feature zu 10 Jahre Bitcoin geführt habe, während wir dabei auf genau den abgewetzten Sofas saßen, auf denen die Welt verändert wurde, ohne das diese etwas davon mitbekam.

Die schönsten Erinnerungen der Bitcoin-Community an den Room 77
https://twitter.com/3nrG/status/1318149637375754240
https://twitter.com/rhian_is/status/1317865190013214722
https://twitter.com/_marianuchis/status/1317847412489265152
https://twitter.com/CandleHater/status/1317831927299178498
https://twitter.com/negrunch/status/1317814349306712065
https://twitter.com/Snyke/status/1317813935928758272
https://twitter.com/arcbtc/status/1317792828077019141
https://twitter.com/thefrankbraun/status/1317790271871090688
https://twitter.com/FelixWeis/status/1317784246707228673
https://twitter.com/udiWertheimer/status/1317765508721147905
https://twitter.com/fulmolightning/status/1317731690727571457

Cypherpunk Women – Bitcoin aus weiblicher Perspektive

Die Publizistin Leigh Cuen hat die digitale Anthologie Cypherpunk Women veröffentlicht, das „erste Open Source Buch von Frauen über Kryptowährung und Cypherpunk Pioniere“. Darin enthalten sind 40 Interviews, Statements, Gedichte und andere Texte rund um Technologie, Privatsphäre und sozialen Wandel von Entwicklerinnen, Unternehmerinnen und Vordenkerinnen aus der Bitcoin-Community aus ihrer jeweiligen Perspektive.

Klicken um direkt zum Buch zu kommen.

Den Inhalt zu kommentieren steht mir in diesem Kontext nicht zu. Aber angesichts der insgesamt ja sehr männerdominierten Bitcoin-Szene halte ich diese Textsammlung für etwas, das tatsächlich gefehlt hat und hoffe, dass wir in Zukunft noch mehr Vielfalt in der individuellen Wahrnehmung und kollektiven Ausgestaltung von Bitcoin erleben.

Crypto Power Plants – Mining mit Grünpflanzen und Photosynthese

Was ich bisher nicht wusste, mich aber außerordentlich fasziniert: Im Rahmen der Photosynthese lässt sich aus Grünpflanzen Strom erzeugen, wenn diese Abfallprodukte (vor allem überschüssige Glukose) an die Erde abgeben, wo Bakterien sie zersetzen. Dabei werden Elektronen und Protonen frei, aus denen sich dann Strom gewinnen lässt. Genug um damit Licht zu erzeugen. (Hier noch ein Artikel). Den Pflanzen passiert dabei nichts.

Grüneres Mining geht nicht
Alt-C von Michael Sedbon

Michael Sedbon hat dieses Prinzip nun auf Krypto-Mining übertragen und in seinem Kunstprojekt Alt-C einen Einplatinen-Rechner mit der Energie von Pflanzen betrieben, der dann eine Kryptowährung gemined hat.

Das Ziel war dabei nicht, Profit zu erzielen, sondern die grundsätzliche Machbarkeit zu demonstrieren, die Idee weiterzuentwickeln und Fragen aufzuwerfen, die sich aus diesem Konzept ergeben.

Zum Beispiel, wie sich in solch einem Setting Wetter und Klima auf die Mining-Erträge auswirken oder ob die mit dem Mining verbundenen Anreizestrukturen womöglich sogar eine Renaturierung nach sich ziehen könnten? Immerhin wird es umso lukrativer je mehr Pflanzen als Energiequelle genutzt werden können.

Alt-C von Michael Sedbon

„As money grows on trees, it is then possible to draw a correlation between atmospheric condition and production of cryptocurrencies. A neural network had been trained to prediction the crypto mining rate in regard to the weather forecast in the UK.

The AI will try to come up with a strategy to reinvest the grown/harvested money into farmable land. As the system grows, it will attempt to plant more trees to provide for the required energy.

Could an ecological computer virus reverse deforestation?

What would it mean to live in a world where economic would be driven by the weather forecast, atmospheric conditions or any naturally occurring phenomenon? Would this made us respect more natural ecosystems or nourish our will to control them? 

With enough abstraction and control, could we plan on growth? In such a context, would economic growth lead to ecological sutanability or a total financialization hegemony on farmable lands making them vulnerable to the fluctuations of the market?“

Alt-C von Michael Sedbon
Allein schwach, in der Masse mächtig

Bitcoin spielt bei diesem Experiment im Übrigen keine explizite Rolle. Bisher haben die Pflanzen nur Michael Sedbons eigene namenlose Kryptowährung gemined. Diese beruht wie Monero auf dem CryptoNote-Protokoll, das mit seinem Egalitarian Proof of Work die Herausbildung und Hochrüstung spezialisierter und energiehungriger Miner (ASICS) verhindern soll.

Da einzelne Pflanzen nur vergleichsweise wenig Strom lieferten, gebe es nur so eine Chance, dass sich das Alt-C-Modell eines nachhaltigen „ökologischen Computer Virus“ überhaupt entwickeln könne, der sich durch potentielle Mining-Profite neue Grünflächen zum weiteren Wachstum (zurück-)erschließt.

Grundsätzlich ließe sich Sedbon zufolge das System aber aus dem Prototypen-Stadium auf Gärten, Felder oder ganze Wälder hochskalieren, die dann wiederum einzelne Server oder ganze Blockchains antreiben könnten.

Alt-C von Michael Sedbon
Geld wächst zwar nicht auf Bäumen, aber darunter

Ob es in der Praxis jemals dazu kommen wird, ist allerdings fraglich. Michael Sedbon arbeitet selbst schon wieder an neuen Projekten. Nichtsdestoweniger bleibt Dank seines Proof of Concepts aber der Beweis, dass Mining nicht zwangsläufig eine der schlimmsten Umweltsünden ist, die die Menschheit je begangen hat.

Und die Erkenntnis dass Geld zwar immer noch nicht auf Bäumen wächst, aber durchaus darunter.

Bitcoin als wachsender demografischer Trend

Vor einigen Tagen veröffentlichte der Krypto- und Blockchain-VC Blockchain Capital die Zusammenfassung ihrer aktuellen repräsentativen Umfrage über die Einstellung der US-Bevölkerung zu Bitcoin. Dabei ging es u.a. um die Bekanntheit von Bitcoin, den Besitz und die potentielle Kaufbereitschaft.

Wie verändert sich die Einstellung der Menschen zu Bitcoin?

Die Ergebnisse dieser Umfrage sind insofern interessant, als dass einige der Fragen im Herbst 2017 schon einmal gestellt wurden. Aus dem Vergleich der Antworten lässt sich also eine Entwicklung ablesen.

9 von 10 Leuten haben schon einmal von Bitcoin gehört. Quelle: Blockchain Capital

Diese Entwicklung ist in der Tat aufschlussreich, wenngleich der Titel Bitcoin is a Demographic Mega-Trend aber übertrieben ist. Einige der Punkte sind aber dennoch erwähnenswert.

Die Bekanntheit von Bitcoin wächst

Neben der Erkenntnis, dass die Bekanntheit von Bitcoin weiter zunimmt – 89 Prozent der Befragten haben mittlerweile schon mal etwas von Bitcoin gehört (2017: 77 Prozent) – sind dabei vor allem die demografischen Unterschiede erwähnenswert.

So besitzt fast jeder fünfte US-Amerikaner zwischen 18 und 34 Jahren Bitcoins wohingegen jenseits der 45 Jahre nicht einmal jeder Zwanzigste in Bitcoin investiert ist.

Die Initiative geht von den Jüngeren aus

Dieser „Generationen-Unterschied“ zeichnet sich deutlich auch in den anderen Ergebnissen ab. Die Jüngeren halten es für wahrscheinlicher, dass sie in absehbarer Zukunft (mehr) Bitcoins kaufen. Sie halten es ebenso für wahrscheinlicher, dass die meisten Menschen Bitcoin innerhalb der kommenden zehn Jahre nutzen werden und sie sind im Allgemeinen auch deutlich vertrauter mit dem Thema als die Älteren.

Bitcoin demographisch
Die Jüngeren stehen Bitcoin deutlich offener gegenüber. Quelle: Blockchain Capital

Wobei Letzteres vermutlich direkten Einfluss auf die Ergebnisse der beiden Vorherigen Antworten hat. Denn wer Bitcoin verstanden hat, der wird es auch eher nutzen und kann auch dessen Zukunftsperspektive einschätzen.

Optimistischere Einstellung zu Bitcoin in allen Altersgruppen

Davon ungeachtet steigen die Zustimmungswerte zu BItcoin aber unterm Strich in allen Altersschichten. Und dass, obwohl die erste Umfrage Ende 2017 in einem von Krypto-Hype und überschwänglicher Begeisterung geprägten Marktumfeld stattfand, die aktuelle dagegen nachdem Bitcoin zwischenzeitlich mehr als 80 Prozent seines Wertes eingebüßt hat.

„We suspect that the difference in market environment between the two surveys would have a negative impact on Bitcoin sentiment in the most recent survey. Despite the bear market, the data shows that Bitcoin awareness, familiarity, perception, conviction, propensity to purchase and ownership all increased/improved significantly — dramatically in many cases.“

Begrenzte Aussagekraft, trotzdem bemerkenswert

Natürlich gibt es auch berechtigte Kritik an der Durchführung und sehr euphorischen Interpretation dieser Studie und die Belastbarkeit der präsentierten Zahlen ist zweifelsohne begrenzt. Nichtsdestotrotz kann man sie als weiteres Indiz für die fortschreitende Durchdringung der Gesellschaft durch Bitcoin sehen.

Und dass die Millenials dabei die größte Rolle spielen, ist keine Überraschung, sondern eine auch in anderen Veröffentlichungen bereits vertretene und begründete These.

#bitte1bitcoin – Neue deutsche Bitcoin-Automaten-Initiative

In Deutschland ist es vergleichsweise schwer, Bitcoins zu kaufen. Das ist insofern erstaunlich, als dass Deutschland eigentlich seit jeher einer der bedeutendsten Standorte für das digitale Geld ist.

Bitcoin-Standort Deutschland

Ein beachtlicher Teil der Netzwerkknoten stützt von hier aus die Bitcoin-Infrastruktur. Eine Vielzahl von Forschern, Entwicklern und Gründern setzen sich intensiv mit Bitcoin auseinander und mit dem Room 77 gibt es in Berlin einen weltweit legendären Hotspot, der 2011 nicht nur globaler Vorreiter bei der Bitcoin-Akzeptanz war, sondern noch immer erster Anlaufpunkt für neue Ideen, Konzepte und Projekte ist.

Trotzdem fehlt auch mehr als zehn Jahre nach der Erfindung des digitalen Geldes hierzulande eine Möglichkeit, Bitcoins so einfach und unkompliziert wie möglich zu kaufen: mit Bargeld.

Deutschland hängt hinterher

So wie es zum Beispiel in Österreich möglich ist, wo man Bitcoins längst nicht nur an Automaten bekommt, sondern auch an Tankstellen, in Trafiken und bei der Post. In der Schweiz gibt es das digitale Geld sogar am Fahrkartenautomaten.

Bitcoins gibt es in der Schweiz sogar am Fahrkartenautomat

Davon ist man in Deutschland weit entfernt. Hierzulande führt der „einfachste“ Weg an Bitcoins zu kommen, immer noch über Online-Börsen. Also genau diese Institutionen, die in regelmäßigen Abständen gehackt werden. Wobei unerfahrene Kunden nicht nur ihr digitales Geld verlieren, sondern auch den Missbrauch sensibler persönlicher Daten riskieren. Denn nur die wenigsten Krypto-Börse im Netz lassen sich noch ohne vorherige Identifikation nutzen. Und die, die es ermöglichen, sind potentiell noch riskanter.

Einfachste Lösung: Bitcoin-Automaten

Aus diesem Grund sind Bitcoin-Automaten weltweit auch ein großer Erfolg. An ihnen lassen sich vor allem kleine Bargeld-Beträge schnell und unkompliziert in Bitcoin und zurück tauschen. Privat und mit vergleichsweise geringem Risiko für den Nutzer.

Bitcoin-Automat in einem Prager Hackerspace. Einer von mehr als 4700 weltweit

Mehr als 4700 solcher Bitcoin-ATMs stehen dabei bereits weltweit. Der Großteil in Nordamerika und Europa. Aber auch in Kasachstan, Simbabwe oder auf Barbados kann die jeweilige lokale staatliche Währung längst am Automaten gegen globale staatenlose Bitcoins getauscht werden.

Nur Deutschland war auf der globalen Bitcoin-ATM-Karte eben lange ein weißer Fleck. Zwar gab es über die Jahre immer wieder einzelne Automaten, doch wurde deren Betrieb auf Druck der hiesigen Finanzaufsicht (allen voran die Bafin) jedes Mal wieder eingestellt. Zum großen Verdruss der Community, die sich durch die strenge und restriktive Regulierung hierzulande im internationalen Vergleich unfair benachteiligt sieht.

Noch ein ziemlich weißer Fleck: Deutschland auf einer Bitcoin-ATM-KArte

Eine Situation, die über die Jahre auch dazu geführt hat, dass aus Deutschland heraus zwar viele erfolgreiche Bitcoin-Projekte gegründet wurden, diese ihren offiziellen Sitz aber nicht hier sondern in europäischen Nachbarländern haben und ihre Gewinne dementsprechend in den Niederlanden, Großbritannien, Luxemburg oder der Schweiz versteuern. Andere internationale Anbieter schlossen den deutschen Markt wegen der fehlenden rechtlichen Sicherheit sogar gleich ganz von ihrem Angebot aus.

LocalBitcoins: Dieses Angebot ist in deinem Land leider nicht verfügbar.

Trotz der einstmaligen Vorreiterposition und der noch immer wichtigen Rolle als Infrastrukturstandort gilt Deutschland daher mittlerweile für viele in der Community in Hinblick auf die Versorgung mit und die Zugänglichkeit zu Bitcoin als zurückgebliebenes Entwicklungsland.

Neue deutsche Bitcoin-Automaten-Initiative: #bitte1bitcoin

Vielen ist diese paradoxe Situation ein Dorn im Auge. Schon lange rumort es in den deutschsprachigen Foren und Messenger-Gruppen und die Stimmen werden immer lauter, endlich gemeinsam den Kampf mit dem übermächtigen Regulierer aufzunehmen. Im Zweifel eben auch juristisch.

Wichtigster Treiber für diese Entwicklung war das Berliner Kammergericht, das im Oktober 2018 in seinem Urteil in einem Strafprozess nicht nur feststellte, dass Bitcoins im Gegensatz zur Auffassung der Bafin kein Finanzinstrument im Sinne des Kreditwesengesetzes seien, sondern das die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht mit der Klassifizierung von Bitcoin als „Rechnungseinheiten“ sogar auch den ihr zugewiesenen Aufgabenbereich überspanne.

Mit der nun ins Leben gerufenen und u.a. vom Bundesverband Bitcoin getragenen Initiative #bitte1bitcoin gehen daher dieser Tage gleich mehrere neuer Bitcoin-Automaten in Deutschland (wieder) an den Start. Zunächst in Berlin, Hamburg und Essen. Weitere sollen später folgen.

Einfach mal machen. Ein es der Plakate der #bitte1bitcoin-Kampagne
Aufbruch ins Ungewisse

Doch ist das Unterfangen riskant. Denn auch wenn sich das Urteil des Berliner Kammergerichts wie die von der Community so dringend erhoffte Befreiung aus der festen Hand des Regulierers liest, bleibt die Situation kompliziert.

Für die Bafin hat das Urteil des Berliner Kammergerichts formal nämlich erst einmal keine direkten Auswirkungen, da es sich dabei aus ihrer Sicht nur um einen strafrechtlichen Einzelfall, nicht aber um Verwaltungsrecht handele. Sie erklärte daher, so lange an ihrer Rechtsauffassung festzuhalten, bis es ein rechtlich bindendes Urteil gegen einen konkreten Entscheid der Bafin gebe.

Rechtstreit oder nicht. Das ist hier die Frage.

Genau das will die Community durch die #bitte1bitcoin-Initiative nun aber provozieren. Oder es zumindest darauf ankommen lassen. Denn ein Rechtsstreit mit dem Aufseher, könnte nicht nur die konkrete rechtliche Situation für Bitcoin-Automatenbetreiber klären, sondern letztlich auch den Gesetzgeber zwingen, endlich mal eine verbindliche Position zu Bitcoin zu beziehen.

Bisher fehlt es nämlich an wirklich konkreten offiziellen Standpunkten. Viele Gründer wünschen sich jedoch schon lange Klarheit, unter welchen rechtlichen Rahmenbedingungen sie ihr Bitcoin-Projekt in Deutschland starten können. Oder eben nicht.

Andere in der Community sehen die Auswirkungen eines Konflikts mit der Bafin und dessen mögliche Konsequenzen jedoch kritischer. Sie fürchten, dass es nicht klug sei schlafende Hunde zu wecken. Am Ende lande man womöglich bei einer schlechteren Gesamtsituation für Bitcoin in Deutschland als bisher. Aber dann eben rechtlich verbindlich.

Gretchenfrage: Was macht die Bafin?

Doch obliegt diese Entscheidung nun nicht mehr der Community (in der es ja ohnehin jedem freisteht, zu machen, was er oder sie will). Mit dem offensiven Aufstellen neuer Automaten liegt der Ball nun im Feld der Bafin, die entscheiden muss, wie sie mit der Provokation umgeht und ob und wie sie den Konflikt eskaliert.

Die #bitte1bitcoin-Projektinitiatoren haben sich jedenfalls ihrerseits auf alle Optionen vorbereitet und starten nun ihrerseits mit ihrem ersten Zug: dem Aufstellen der Automaten. Die große Feier dafür findet heute Abend (natürlich) im Berliner Room 77 statt, dem Ort, an dem schon einmal 2014 der erste Bitcoin-Automat Deutschlands stand.

Der Bitcoin-Preis steigt, die Krypto-Kultur blüht

Dass der Bitcoin-Preis vor ein paar Tagen ordentlich in die Höhe ging, ist bekannt. Vielfach ist schon vom Ende des „Krypto-Winters“ zu lesen.

Was diese These in gewisser Weise unterstützt, aber erstens keine kausale Verbindung zum aktuellen Kurs-Boom hat und zweitens auch nur auf meiner rein subjektiven Beobachtung beruht: Auch die kreative Auseinandersetzung mit Bitcoin nimmt wieder zu.

Minecraft-Bitcoin-Kurs-Achterbahn

Zumindest stoße ich in letzter Zeit wieder häufiger auf entsprechende Links, Videos und Spielereien. Wie zum Beispiel diese historische Bitcoin-Kurs-Achterbahn, die @sqatch_crypto von November bis Dezember vergangenen Jahres in Minecraft nachgebaut hat und seitdem wöchentlich um eine Kurs-Candle erweitert.

https://twitter.com/squatch_crypto/status/1113608042061471744

Warum @sqatch_crypto das macht? Einfach so. Er/sie liebte nach eigenen Angaben schon früher Lego und baut nun eben mit digitalen Blöcken in Minecraft herum.

Krypto-Kultur wird zu eigener Gattung

Was dabei bemerkenswert ist: Es war das für die Bitcoin-Szene bereits ikonische Meme des Bitcoin Rollercoaster, das @sqatch_crypto für seine eigene Spielerei inspirierte.

Der Remix dieses bekannten Memes bedeutet wiederum, dass die kulturelle und memetische Auseinandersetzung mit Bitcoin mittlerweile eine Tiefe erreicht hat, in der die kreativen Einflüsse nicht mehr nur von außen kommen, sondern bereits die Reflexion und Neubearbeitung eigener originärer Bitcoin-Memes stattfindet. Bedeutet: Krypto-Kultur kann man längst schon als eigene subkulturelle Gattung bezeichnen.

Bitcoin and Friends – Die Serie

Ein anderes Beispiel für die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Bitcoin ist die Serie Bitcoin and Friends, eine amüsante Zeichtrickserie, in der Bitcoin und seine Freunde sich auf die abenteuerliche Suche nach dem Sinn der Existenz des namengebenden Hauptprotagonisten begeben.

Pal Fifty, Mitalik und andere sind (zumindest in dieser Serie) die Freunde von Bitcoin.

Die erste Folge steht bereits online und weitere sieben sind geplant. Voraussetzung für die Fortsetzung ist jedoch ein erfolgreiches Crowdfunding, das sich mit veranschlagten 5 Bitcoin pro Episode allerdings recht hohe Hürden setzt. Mal schauen, ob diese Summe bei dem weiter steigenden Kurs zusammenkommt. Vielleicht findet sich im nun vielfach heraufbeschworenen „Krypto-Frühling“ ja auch ein großzügiger Sponsor.

Blitz-Geburtstag – Ein Jahr Lightning-Netzwerk

Heute feiert das Lightning-Netzwerk ersten Geburtstag. Am 15. März 2018 veröffentlichte Lightning Labs die erste Beta ihrer LND-Software und das Lightning-Netzwerk wanderte damit vom Testnet ins Mainnet. Damit begann eine bemerkenswerte Entwicklung.

https://twitter.com/lightning/status/974299189076148224

Denn seitdem hat sich einiges getan. Das Lightning-Netzwerk umfasst mittlerweile zwischen knapp 4000 und gut 7000 Knoten (kann man in einem dezentralen Netzwerk nicht eindeutig feststellen) und mehr als 35.000 Kanäle. Zusammen haben die eine Kapazität von mehr als 800 Bitcoin, was derzeit einer Summe von gut drei Millionen US-Dollar entspricht.

Große Summe in kleinen Teilen

Das ist insofern eine bemerkenswerte Zahl, als dass die Kapazität für einzelne Transaktionen wegen des offiziell ja noch sehr experimentellen Status bislang künstlich auf 0,04 Bitcoin (rund 150 US-Dollar) beschränkt ist.

lightning nodes
Abbildung der Lightning-Netzwerks laut explorer.acinq.co

Darüber hinaus sind mit c-lightning (Blockstream) und eclair (Acinq) zwei weitere große Implementierungen hinzugekommen. Eine Vielzahl mobiler Wallets wurde entwickelt. Lightning-Hackdays fanden in Europa, Asien und Nordamerika statt. Auch akzeptieren längst schon die ersten Gastronomen, Händler und Automaten Lightning als Zahlungsmittel.

https://twitter.com/stefanwouldgo/status/1086205828825341952

Auch kommt immer mehr handliche und einsteigerfreundliche Lightning-Hardware auf den Markt und die Bitcoin-Community liebt es sowieso, in immer neuen spielerischen Experimenten die Möglichkeiten von freien, zensur- und manipulationsresistenten Instant-Nano-Payments auszuloten.

Auf der digitalen Web-Leinwand satoshis.place bezahlt man für jedes Pixel, das man gestalten möchte einen Satoshi (0,00000001 Bitcoin) per Lightning. (Screenshot vom 15.3.2019)

So wanderte die Lightning-Torch beispielsweise zuletzt von den USA in den Iran und von dort weiter nach Israel, um später über Afrika und schließlich sogar trotz Stromausfalls nach Venezuela zu gelangen.

Mitunter ist es bei all diesen Entwicklungen schwer, überhaupt auf dem Laufenden zu bleiben und zu dokumentieren, wie schnell sich das Lightning-Netzwerk weiterentwickelt. Da passt es ganz gut, dass dieser Tage zufälligerweise ein Artikel, den ich bereits vor einem knappen halben Jahr für das t3n-Printmagazin über Lightning geschrieben habe, nun endlich auch online zu lesen ist. Damals lag die Zahl der Kanäle nämlich noch bei „nur“ 12.000.

Ansonsten ist der Artikel aber noch immer aktuell, wenn man sich mal ein bisschen in die Thematik einlesen will. Wer tiefer in Lightning eintauchen will, findet hier die wahrscheinlich beste und umfassendste Ressourcen-Sammlung.

Alles neu, aufregend und experimentell, aber …

Natürlich muss man für einen journalistisch ausgewogenen Artikel nach all den positiven Nachrichten auch noch darauf hinweisen, dass Lightning trotz all der positiven Entwicklungen noch immer extrem experimentell ist und es sowohl auf technischer als auch auf konzeptioneller Ebene berechtigten Gründe für Kritik gibt.

Auf die gehe jetzt hier aber nicht im einzelnen ein, sondern belasse es bei dem Fazit, dass das Lightning-Netzwerk trotz aller Fortschritte noch immer weit von einer Massentauglichkeit entfernt ist. Das ist allen ernsthaft Beteiligten aber bewusst. Außerdem läuft das Ganze ja auch erst seit einem Jahr.

Gemessen an dem, was in dieser Zeit schon erreicht wurde und was sich aktuell noch in der Entwicklungs-Pipeline befindet, dürfen wir für das nächste Jahr aber sehr gespannt sein. Langweilig oder ereignisarm wird es in jedem Fall nicht.

Bleibt abschließend nur die Frage, ob Lightning Labs vor einem Jahr das Veröffentlichungsdatum eigentlich zufällig auf die Iden des März gelegt haben oder ob sie absichtlich Raum für Interpretationen lassen wollten. Immerhin könnte man das Lightning-Release am Jahrestag des wohl berühmtesten Tyrannenmords der Geschichte ja durchaus symbolisch sehen. Es wäre zumindest nicht die erste „versteckte“ Botschaft in Bitcoin und Lightning.

Das Coinbase-(Kommunikations)-Disaster

Coinbase, ist eines der größten, bekanntesten und ältesten Unternehmen des Bitcoin-Ökosystems und hat einen nicht zu vernachlässigenden Anteil daran, dass Bitcoin heute so groß ist, wie es ist. Für viele Menschen weltweit war und ist der US-amerikanische Krypto-Handelsplatz die erste Wahl und bequemste Möglichkeit, ein paar Bitcoins oder mittlerweile auch andere Kryptowährungen zu kaufen, zu handeln oder einfach nur zu halten.

Trotzdem schafft es kaum ein anderes Unternehmen in regelmäßigen Abständen die Bitcoin-Community so sehr gegen sich aufzubringen wie Coinbase. Das liegt zum einen an vielen irritierenden Entscheidungen des Unternehmens. Viel mehr aber an einer seit Jahren vollkommen misslungenen Kommunikationsstrategie. Beides zusammen führt aktuell dazu, dass immer mehr Bitcoiner Coinbase den Rücken kehren.

Seit Langem immer wieder Fehltritte

Dabei kriselt es zwischen Coinbase und der Bitcoin-Community
schon seit Jahren. Im sich zuspitzenden Streit um die Skalierung von Bitcoin war Coinbase 2017 lange ein prominenter Verfechter des Segwit2X-Ansatzes. Des von der Community verhassten Kompromisses, der die damals konkurrierenden Forderungen einer Aktivierung von SegWit und der Verdoppelung der Blockgröße auf 2 MB pragmatisch unter einen Hut bringen sollte.

Eine Lösung, die für viele in der Community jedoch den faden Beigeschmack einer von einer sich selbst als Elite sehenden Business- und Miner-Interessengemeinschaft in Hinterzimmern ausgeklüngelten Mauschelei hatte und den offenen Standards und Entscheidungsstrukturen von Bitcoin entgegenstand. Die Community setzte sich schließlich gegen Coinbase & Co durch. Segwit2X wurde nie umgesetzt.

Irritierende Entscheidungen über Kundenassets

Zuvor hatte das Unternehmen aber auch im Zuge der Bitcoin Cash-Fork bereits für großen Unmut gesorgt, als es sich sehr lange bedeckt hielt, ob die Kunden für ihre von Coinbase verwalteten Bitcoins überhaupt Zugriff auf die entsprechend geforkten Bitcoin Cash bekommen würden. Schließlich entschied man sich bei Coinbase zwar dazu, den Zugriff zu ermöglichen, doch setzte man sich selbst dafür eine unverbindliche Frist von fünf(!) Monaten. Eine Zeitspanne, die viele Nutzer als Frechheit empfanden. Kaum ein anderer Anbieter – selbst die mit bedeutend weniger Kapital und Manpower – verwehrte seinen Nutzern so lange grundlos den Zugriff auf die eigenen Bitcoin Cash.

Zum Vergleich: Wer seine Bitcoins damals auf einer Hardware-Wallet wie dem Ledger oder dem Trezor hatte, der konnte seine Bitcoin Cash quasi sofort splitten und verkaufen. Beide Anbieter waren technisch extrem schnell und gut vorbereitet. Warum Coinbase als große, erfahrene und finanzkräftige Bitcoin-Institution dazu damals nicht in der Lage war, bleibt bis heute ein Rätsel.

Nur kurze Momente der Entspannung

Spätestens seitdem war das Verhältnis zwischen Coinbase und der Bitcoin-Community angespannt. Immerhin gab es zwischenzeitlich auch wieder Annäherungen. Zum Beispiel als Coinbase ein unmoralisches Angebot von Ripple ablehnte. Das Unternehmen, dass die Kontrolle und den Großteil aller XRP besitzt, wollte Berichten zufolge mit einem großzügigen „Darlehen“ in dreistelliger Millionenhöhe ihre vermeintlichen „Kryptowährung“ auf die Handelplattform von Coinbase hieven.

Die Bitcoin Community würdigte damals die Ablehnung des Angebots durch Coinbase als integere Haltung und Signal, dass man Geld und schnellen Profit nicht über gemeinschaftliche Grundwerte stelle.

Heute so, morgen so

Umso irritierter war daher nun die Reaktion als Coinbase vor Kurzem bekannt gab, nun doch auch XRP ins Handelsportfolio aufzunehmen. Verbunden mit der berechtigten Frage, woher denn der plötzliche Sinneswandel kommt und warum man diesen zentralisierten Privatfirmen-Coin (der für seine berüchtigte Troll-Army auf Twitter bekannt ist, die ihre Kritiker sogar bedroht) nun kostenlos listet, wenn man vor einiger Zeit noch sehr viel Geld dafür hätte nehmen können?

Womit aber nicht gesagt ist, dass wirklich niemand von der Aufnahme von XRP ins Coinbase-Portfolio profitiert hat. Zumindest einige Händler, die das bemerkenswerte Glück hatten, mit perfektem Timing auf Rippels XRP zu setzen, haben offensichtlich einen ganz ordentlichen Reibach gemacht. Ein Schelm wer „Insiderhandel“ dabei denkt.

https://twitter.com/Crypto_Bitlord/status/1100097740531326982
Vom Ripple-Regen in die Neutrino-Traufe

Doch damit nicht genug der Fettnäpfe. Denn kurze Zeit später kaufte Coinbase eine Firma namens Neutrino und fährt damit den Kommunikationskarren so richtig in den Dreck. Eigentlich und offiziell will Coinbase durch den Zukauf ja nur den internen Bereich Blockchain-Analyse stärken. Das sei notwendig, um den geltenden Anti-Geldwäsche- und Kundenidentifikations-Regelungen gerecht zu werden.

Blöd nur, dass sich aber bald herausstellt, dass einige der Mitarbeiter von Neutrino zuvor Teil von Hacking Team waren, einer italienischen Firma mit mittlerweile komplett ruiniertem Ruf, weil sie Überwachungssoftware u.a. an autoritäre und repressive Regime lieferte, sich dabei aber nicht einmal selbst vor einem umfassenden Hack schützen konnte.

Reumütig gesteht Coinbase zwar mittlerweile ein, dass sie im Vorfeld der Übernahme nur schlampig geprüft hätten, wen sie sich da ins Nest holen und mittlerweile steht fest, dass alle Neutrino-Mitarbeiter mit Hacking Team-Vergangenheit das Unternehmen verlassen müssen, doch ist damit das Kind längst schon in den Brunnen gefallen.

Coinbase-Kundendaten wurden heimlich weiterverkauft

Denn die Coinbase-Verkaufchefin hat in einem Interview ganz nebenbei erklärt, dass Neutrino u.a. deswegen gekauft wurde, weil die bisherigen Blockchain-Analyse-Dienstleister die Coinbase-Kundendaten an Dritte weiterverkauft hätten. Ein Vorgang, über den aber bisher weder die Kunden noch irgendjemand anderes informiert worden zu sein scheint.

Was in der Community natürlich erneut für Wut und Unverständnis sorgt und zwei drängende Fragen aufwirft. Was liegt bei Coinbase eigentlich noch alles im Argen und haben Sie tatsächlich niemanden, der sich in dem Laden um eine anständige Kommunikation kümmern kann?

Selbstdemontage ohne Not

Denn nicht nur eine ganze Reihe zweifelhafter Entscheidungen, sondern vor allem das Fehlen einer echten Kommunikationsstrategie haben in den vergangenen Jahren ordentlich am Ruf von Coinbase gekratzt.

Aktuell demontiert sich das Unternehmen dabei selbst und das eigentlich vollkommen ohne Not.

#DeleteCoinbase

Für viele Bitcoiner sind die Ripple/Neutrino-Ereignisse nun jedenfalls der Tropfen, der das Coinbase-Fass zum Überlaufen bringt. Unter dem Hashtag #DeleteCoinbase koordinieren und befeuern sie den gemeinsamen Exodus von der Plattform.

https://twitter.com/OwenKeys/status/1101510383251132416

Doch scheint nicht einmal das Kündigen des Accounts bei Coinbase derzeit ohne Probleme möglich zu sein. So können Accounts nicht geschlossen werden, die noch über Guthaben verfügen. Liegt dieses Guthaben jedoch unterhalb des Mindestauszahlungsbetrags, kann es faktisch gar nicht mehr abgehoben werden. Eine klassische „Hotel California“-Situation: „You can check out any time you like, but you can never leave.“

https://twitter.com/udiWertheimer/status/1100864154443776000

Doch gelten Bitcoiner ja gemeinhin als erfinderisch und kommunikativ. Mit der #DeleteCoinbaseTrustChain akkumulieren bei Coinbase „gefangene“ Bitcoiner daher nun gemeinsam ihre Rest-Satoshis und löschen dann ihre Accounts.

Doch auch wenn #DeleteCoinbase erst einmal wohl nicht in den Ruin treiben wird – dazu ist es zu groß und für viele Nutzer zu bequem – sollte das Unternehmen die wachsende Kritik ernst nehmen. Ein Unternehmen, dass im Bitcoin-Ökosystem erfolgreich sein will, braucht zwar nicht zwingend auch eine gute Beziehung zur Bitcoin-Community. Ein Unternehmen aber, das wegen schlechter Entscheidungen und schlechter Kommunikation das Vertrauen der Bitcoin-Community verliert, wird es auf lange Sicht sehr schwer haben.