Archiv der Kategorie: Menschen & Gesellschaft

Die Bedeutung von Bitcoin-Musik & -Kultur

Ich bin beim Stöbern im Netz mittlerweile wieder auf eine ganze Reihe neuer Musik mit Bezug zu Bitcoin gestoßen. Dass es immer wieder Menschen gibt, die ihr kreatives Talent nutzen, um das Thema Bitcoin zu bearbeiten, sollte man dabei nicht als reine Spielerei abtun. Vielmehr ist es ein bedeutsames Indiz, das Bitcoin mehr ist als „nur“ Geld.

Ich kenne zumindest niemanden, der von sich aus Lieder über Paypal, Apple Pay, die Deutsche Bank und Co. schreiben würde. Dabei wusste doch Johann Gottfried Seume schon: „Wo man singt, da lass‘ dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“

In diesem Sinne hier ein paar frische Bitcoin-Beats, um die ich, soweit möglich, meine Cryptomusic-Playlist auf Youtube auch schon ergänzt habe.

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B1TC01N, 4,1% – Das Bitcoin-Bier

Ich überlege die ganze Zeit, welcher gute Slogan zu diesem Bitcoin-Bier passen würde. Vielleicht so etwas wie „4,1 Prozent sind keine Volatilität“„Frei von staatlichen Zusätzen“ oder „Gemined nach dem deutschen Reinheitsgebot“.

Weitere Vorschläge gerne in die Kommentare. Ansonsten: Prost!

Bit Coin – The beer 

Man ist nie zu alt, um Bitcoins zu minen

Statistiken behaupten, dass die, die sich mit Bitcoin beschäftigen, meist zwischen 20 und 35 Jahre alt sind. Das mag schon stimmen, aber dieser sympathische ältere Herr ist dann die passende Ausnahme. Immerhin bastelt er mit stolzen 75 Jahren gemeinsam mit dem Sohnemann an seiner Kryptowährungs-Mine. Die scheint angesichts des Lärms nicht gerade klein, immerhin minen sie neben Bitcoin auch Ethereum, Monero und Dash.  Und um die generationenübergreifende Krypto-Begeisterung komplett zu machen: Auf BItcoin und Co. hat ihn sein Enkel gebracht. Smarte Familie.

Beide, Vater und Sohn, sind übrigens Elektriker, wobei der Senior ganz nebenbei auch einen passablen Bauchredner mimt, so wenig wie er beim Sprechen die Lippen bewegt. Wahrlich beeindruckend dieser Mann.

Trump gewinnt – Die Bitcoin-Welt reagiert

Ich bin heute morgen aufgewacht und habe aus Gewohnheit zunächst einen Blick auf den Bitcoin-Kurs geworfen. Oha, dachte ich, schon wieder über 730 US-Dollar (Tendenz steigend).

Erst danach habe ich meine Nachrichten-Apps aufgemacht und es lief mir kalt den Rücken runter: Trump wird Präsident und mir fehlen die Worte.

Deswegen habe ich mich auf die Suche nach ersten Stimmen und Berichten gemacht, die Bitcoin und dieses fürchterliche Ereignis in Zusammenhang bringen und werde das im Laufe des Tages noch aktualisieren und ergänzen.

Aber eines ist schon jetzt klar. Der Bitcoin-Kurs steigt nicht, weil die Wahl von Donald Trump eine gute ist. Es geht vielmehr um die Trennung von Geld und Staat. Einem Staat, der bald von Donald Trump geführt wird.

In den Medien

+ Techcrunch: How bitcoin protects against geopolitical risk

Bei Reddit

if Trump wins … I’m moving all my money to bitcoin! Black swam event, brexit 2.0 !

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Auf Twitter

Wenn es doch nur so einfach wäre …

Kein Altcoin-Name trump genug …

https://twitter.com/ChrisDunnTV/status/796239780417634304

Wenigstens der Humor bleibt …

… wird fortgesetzt.

Blockchain in der Verwaltung. Ein Beispiel

Vor einiger Zeit war ich als Gast bei der Aufzeichnung einer Talkshow zur Zukunft der Banken. Beim Tresen-Networking Im Anschluss fragte mich jemand, welche Beispiele ich für den Einsatz der Blockchain-Technologie in der Verwaltung kenne und wo ich Potential sähe. Damals fielen mir spontan nur die altbekannten Beispiele ein: Bitnation, das mit Estland im Rahmen der dortigen E-Residency kooperiert (von denen es aber sonst lange nichts Neues gab) und diverse Ankündigungen von Projekt X bald in Land Y die Grundbucheinträge über die Blockchain verwalten zu wollen. Stichwort Korruptionsbekämpfung und so.

Blockchain und die Verwaltung. Nicht sexy, aber spannend

Diese Beispiele reichten für eine nette Unterhaltung, aber damals nahm ich mir vor, mal ein bisschen die Augen und Ohren offen zu halten. Blockchain und Verwaltung – das ist nun mal keines der Themen mit denen man mal eben ein sexy Startup gründen und schnell ein paar pralle Finanzierungsrunden abschließen kann. Im Gegenteil – Budgets der öffentlichen Verwaltung sind in der Regel knapp, unflexibel und oftmals schon sehr, sehr lange im Voraus verplant.

Nichtsdestotrotz ist das Anwendungsgebiet spannend. Denn auch wenn man etwas suchen muss, die Realität bietet durchaus interessante Anknüpfungspunkte für Gedankenexperimente. Zum Beispiel in Brandenburg.

Das Dilemma der Kreisgebietsreform

Neulich saß ich also beim Frühstück und hörte im Radio ein Interview mit dem brandenburgischen Innenminister Karl-Heinz Schröter. Darin verteidigt er die Pläne die öffentliche Verwaltung in Brandenburg neu zu organisieren. Denn das Land hat ein großes Problem: nachhaltigen Bevölkerungsschwund. Und dieser Rückgang macht die lokale Verwaltung langfristig teuer und ineffizient.

Denn genau wie bei Banken, deren Filialen sich vor allem in ländlichen Gebieten immer weniger rentieren, ist es auch für die öffentliche Verwaltung schwierig, in jeder noch so kleinen Gemeinde die gleichen Strukturen aufrecht zu erhalten, ohne sich Verschwendung öffentlicher Gelder vorwerfen lassen zu müssen. Auch ein Bürgerbüro muss schließlich ausgelastet sein.

Der Plan ist also, die Strukturen der Verwaltung der realen Bevölkerungsentwicklung anzupassen, d. h., wo möglich, zusammenzulegen.

Weniger Anlaufstellen bedeuten längere Wege

Das wiederum stößt auf begründete Kritik. Man befürchtet, dass man künftig in Brandenburg selbst für banale behördliche Angelegenheiten jedes Mal gleich in eine andere Stadt fahren muss. Bei einer Verkehrsinfrastruktur, in der der Fahrplan der Busse oftmals nicht in Minuten, sondern in Stunden getaktet ist, ginge da für einen Reisepass, die Elterngeldberatung oder den neuen Führerschein schnell mal ein halber oder ganzer Urlaubstag drauf.

Dieses Problem, flächendeckende effiziente Strukturen auch in teils extrem dünn besiedelten Gebieten aufzubauen, ist ein Dilemma und unter den jetzigen Bedingungen letztlich kaum zu lösen. Denn die bürgerrelevanten Verwaltungsstrukturen basieren bislang nun einmal vor allem darauf, dass persönliche Anwesenheit oft Pflicht ist, wenn es mit amtlich rechten Dingen vor sich gehen soll.

Wenn Technologie persönliche Anwesenheit ersetzt

Genau das ist der Punkt, an dem Bitcoin, die Blockchain bzw. eine künftig darauf aufbauenden Technologie ins Spiel kommt. Nämlich wenn man die Idee von einer großen unabhängigen Datenbank im Netz konsequent weiterdenkt. Eine Datenbank, der man vertrauen kann, weil niemand sie manipulieren oder zensieren kann. Eine Datenbank, über die öffentliche Daten frei zugänglich sind, private Daten aber sicher und geschützt und dennoch leicht ausgetauscht werden können.

Solch eine Datenbank könnte dann auch das fehlende Puzzlestück im brandenburgischen Kreisgebietsreform-Dilemma sein. Eine Datenbank, die Amt und Bürger gemeinsam pflegen und deren Integrität beide Parteien vertrauen können, auch wenn sie sich nicht zur selben Zeit im selben Raum befinden. Denn wenn ich meine behördlichen Angelegenheiten nicht zwingend in persona, sondern genauso gut übers Netz erledigen kann, ist es letztlich auch egal, wo das Bürgeramt ist.

Noch ist die Blockchain nicht soweit

Dass es irgendwann so kommen wird, dass wir all unsere Amtsangelegenheiten mit wenigen Klicks übers Netz erledigen, steht außer Frage. Der Elektronische Personalausweis – wenn auch ein Rohrkrepierer – war ja immerhin auch ein Schritt in diese Richtung.

Dennoch steckt in diesem Gedankenexperiment noch viel Zukunftsmusik. Die Blockchain kann die Verwaltung aus vielen Gründen noch nicht „ersetzen“. Die Technologie hat noch nicht das dafür nötige technische Reifestadium, die Mühlen der Verwaltung mahlen langsam und innovative Experimente werden lieber anderen überlassen, die Gewöhnung und das Vertrauen der Menschen in die Blockchain-Technologie ist noch nicht genügend vorhanden und letztlich müsste dafür auch ländliche Regionen in Deutschland endlich mit Breitband versorgt werden. (Und solange die CSU für Letzteres die Verantwortung trägt, wird das wohl noch lange ein bremsender Faktor bleiben.)

Nichtsdestotrotz bleibt das Thema „Blockchain und Verwaltung“ eines, das man im Hinterkopf behalten sollte. Denn letztlich betrifft das Thema Kreisgebietsreform auch andere Bundesländer und viele weitere Beispiele werden sichtbar, wenn man einmal die Augen offen hält. Zudem gibt es auch eine ganze Reihe anderer Länder, die bereits mit der Blockchain experimentieren. Und nicht zuletzt zieht auch Bitcoin selbst das Thema weiter voran. Je mehr sich Bitcoin und die Blockchain etablieren, desto wahrscheinlicher wird es, dass nach der Wirtschaft auch die Verwaltung das Thema bald ernsthaft angeht.

Bild: Abrissblock/Block to be demolished (CC BY-SA 2.0)

Über das Phänomen Bitcoin und warum es so relevant ist

Eine meiner Alltagsbeobachtungen aus drei Jahren Bitcoin-Recherche ist: Besonders oft führt die Tatsache zu Missverständnissen, dass der Begriff „Bitcoin“ nicht nur eine oder zwei Bedeutungen hat, sondern drei.

Die drei Bedeutungen von „Bitcoin“
  • Bitcoin als Geldeinheit („Kann ich mit Bitcoins bezahlen?“)
  • Bitcoins als Bezeichnung für eine Technologie (Bitcoin. A Peer-to-Peer-Electronic Cash System – hier spielt auch die Blockchain eine Rolle) und
  • Bitcoin als Phänomen

Letztere ist die Bedeutung, die oftmals eher unbewusst verwendet wird, eigentlich aber die größte Relevanz hat. Denn das Phänomen Bitcoin beinhaltet letztlich alles, was bislang aus der Idee Bitcoin entstanden ist und noch daraus entstehen wird: Bitcoin selbst (als Geldeinheit und Technologie), alle Blockchain-, Blockchain 2.0- und Blockchain 3.0-Projekte, sämtliche Altcoins, jedes Unternehmen im Krypto-Ökosystem, jede App, jedes Kunstprojekt, das Bitcoin bzw. die Blockchain nutzt, jedes Lied, das darüber gedichtet wird, jede Kulturtechnik, die wir im Umgang mit digitalem Geld entwickeln usw. usf. Kurzum: alles.

Wie das Phänomen Bitcoin die Welt verändern wird

Oder um es anders zu sagen: Bitcoin als Phänomen zu betrachten, bedeutet sich damit auseinanderzusetzen, wie die Erfindung von Bitcoin unsere Gesellschaft grundlegend beeinflusst und nachhaltig transformiert. Klingt vielleicht abstrakt und schwer verständlich, ist es aber gar nicht, wenn man sich

a) erst einmal auf den Gedanken eingelassen hat, dass Bitcoin eben nicht nur dieses ominöse Drogengeld aus dem Internet™ ist, sondern von seiner Bedeutung her in einer Liga spielt mit Begriffen wie „Internet“ und „Social Media“. Und

b) solche TED-Vorträge sehen kann, wie „The future of money“ von Neha Narula, ihres Zeichen Director of Research der Digital Currency Initiative am MIT Media Lab. Darin veranschaulicht sie nämlich sehr prägnant, dass die Erfindung von Bitcoin letztlich unausweichlich war (und vom Prinzip her gar nicht so kompliziert ist) und wie es uns helfen wird, unnötig bremsende Barrieren in der Entwicklung der Gesellschaft zu überkommen.

Wer Bitcoin verstehen will, sollte diesen TED-Talk schauen

Keine leichte Aufgabe und umso größer ist mein Respekt, wie gut sie das macht. Wer das Potential und die Vision verstehen will, die das Phänomen Bitcoin beinhaltet, sollte sich diese 16 Minuten unbedingt anschauen.

… und ich hab nun einen Ohrwurm.

Bitcoin und Blockchain verstehen – durch Lyrik

Ich liebe dieses Projekt von Trevor Salyzyn (pdf / auf Github), in dem er in 150 Haikus Ökonomie, Technologie und Philosophie lyrisch miteinander verknüpft und damit ganz nebenbei auch die Grundlagen von Bitcoin und der Blockchain erklärt.

150 Haikus zu Bitcoin und der Blockchain

Für Geisteswissenschaftler wie mich zwischen all den technisch-abstrakten Whitepaper eine sehr willkommene Abwechslung. Hier eine Auswahl meiner Favoriten.

How can we apply
The lessons of Internet
To our capital?

A transcendental,
Meta-economic thought:
„What is currency?“

Permanent times stamps:
To maintain security.
Maintain the blockchain.

Deep security.
A blockchain is more hack-proof
Than a government.

Own your own data
Get paid if it’s valuable
End of Big Data.

Paypal stopped service
For WikiLeaks donations.
Spotlight on bitcoins.

Only consensus
Keeps the process running well.
No reward for cheats.

Open source software:
One can freely alter it
And look at the code.

The longest blockchain
Is automatically
The official one.

When trying to mine,
Trial-and-error solution.
Millions of attempts.

Two-of-three wallet
Requires two sigs to open.
Can be further scaled.

Is bitcoin a threat?
How will governments respond
To mathenomics?

Wenn das Problem zu abstrakt ist, kann Lyrik helfen

Am meisten begeistern mich aber die Dreizeiler über das Problem der Byzantinischen Generäle, dem Kernproblem, dessen Lösung die Blockchain so innovativ macht. Ganz ehrlich – diese Haikus erklären das sogar besser als der Wikipedia-Artikel.

A few generals,
Some loyal; some traitorous,
Surround a city.

For siege to succeed
Armies must coodinate
Through foot-messengers.

Loyal generals
Must be able to agree
On plan of attack.

Disloyal leaders
Must not cause loyalists to
Adopt a bad plan.

When a computer
Gets conflicting messages
It’s like Generals.

Byzantine problem:
Guarantee same messages
To all generals.

Unanimity:
Byzantine Fault Tolerance:
Loyals all agree.

How to guarantee?
A network in parallel
Forms a proof-of-work.

Every general
Receives hash data from each
And computes the hash.

The majority
Is the rule they all obey:
„Traitor tolerance“.

… und jetzt gehe ich erstmal meinen Zen-Garten harken.

„Ich hatte in drei Jahren bestimmt 80 Wallets“

Was mich bis heute noch wundert: Es hat erstaunlich lange gedauert, bis ich im Netz auf den Altcoinspekulanten aufmerksam geworden bin, den Blog, auf dem Markus M. Bohl den Altcoinmarkt analysiert und einsteigerfreundliche Kryptoanlagetipps gibt.

Das ist aus zwei Gründen bedauerlich. Denn zum einen hätte ich mir wohl einige Verluste ersparen können, wenn ich seine Artikel gelesen hätte, bevor ich damals (wie so viele) plan- und erfahrungslos meine ersten Altcoin-Investitionen gemacht habe. Zum anderen schreibt Markus oftmals über Themen, die ich selbst überhaupt nicht auf dem Schirm habe. Obwohl ich mich sehr intensiv mit dem Bitcoin- und Kryptowährungssystem auseinandersetze.

Altcoins verstehen mit dem Altcoinspekulanten

Kein Wunder also, das sein Blog mittlerweile nicht nur einen festen Platz in meinem Feedreader hat, sondern wir hin und wieder – wenn es doch einmal zu Schnittmengen in unserer Berichterstattung kommt – direkt auf Twitter diskutieren.

Wobei die begrenzte Zeichenzahl dort jedoch verhinderte, dass ich die Fragen stellen konnte, die mich schon lange beschäftigen: Was bringt einen eigentlich dazu, mit solch großer Begeisterung und Ausdauer über Altcoins zu schreiben? Denn immerhin gibt es den Altcoinspekulanten schon länger als diese Seite.

Also habe ich Markus kurzerhand zum Interview gebeten. Denn wer Bitcoin verstehen will, sollte sich auch mal mit einem Altcoin-Experten unterhalten.

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Weltwirtschaftsforum mit streitbarer „Staats-Bitcoin“-These

Das Weltwirtschaftsforum beschäftigt sich schon seit einiger Zeit mit Bitcoin und stellt dabei durchaus die richtigen Fragen. Wie zum Beispiel in diesem Video über die Blockchain.

Vergangene Woche gab es nun ein neues Video mit der konkreten Frage, was passiert, wenn ein Land eine digitale Währung wie Bitcoin herausgeben würde.

Ein „Staats-Bitcoin“ wäre gut! Nur was soll das sein?

Grundsätzlich eine relevante Frage. Zumal die Antworten suggerieren, dass das für alle Beteiligten enorme Vorteile hätte.

Dennoch lässt einen das Video etwas ratlos zurück. Denn es bleiben viel mehr Fragen offen, als Antworten gegeben werden. So wird bspw. auf den offensichtlichen Widerspruch der Titelfrage gar nicht näher eingegangen: Denn wie soll ein Staat eigentlich eine explizit nicht-staatliche Währung „wie Bitcoin“ herausgeben? Denn entweder ist es eine offizielle, zentral organisierte Währung oder es ist eine Kryptowährung wie Bitcoin, deren Kerneigenschaft das genaue Gegenteil ist: die dezentrale Nicht-Kontrollierbarkeit.

Oder geht es in dem Video letztlich nur um eine Art staatliches E-Geld, das man, weil das Wort gerade so trendig ist, einfach mit Bitcoin in einen Topf wirft? Wird schon keiner merken, dass das nicht passt.

Erregung erzeugt Interaktion, Fakten sind zweitrangig

Möglicherweise ist diese Verwirrung aber auch ein ganz bewusster Teil der Kommunikationsstrategie des Weltwirtschaftsforums. Denn mit seiner schrägen These provoziert es, dass darüber diskutiert wird.

Bei Facebook hat das leicht angepasste Video (man beachte die subtile, reichweitensteigernde Änderung des Titels) nicht nur mehr als 140.000 Aufrufe, sondern wird auch kontrovers diskutiert. Nicht immer sachlich und fachlich korrekt – aber, hey – so funktioniert Social Media nun einmal: Emotionen und Erregung sind wirksamer als Fakten. Und die PR-Leute vom Weltwirtschaftsforum wissen diese Klaviatur recht gut zu spielen.

Wer echte Fakten will, muss selber lesen

Dass bei allen Unschlüssigkeiten bei den Usern da am Ende eine Message hängen bleibt wie „das Weltwirtschaftsforum hält Bitcoin für eine gute Sache“, stört mich persönlich jetzt nicht. Doch wer sich für die Fakten interessiert, sollte sich besser direkt auf der Seite der Bank of England informieren.