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Papier ist geduldig

Ich habe noch nicht alle Bitcoin 101-Videos von world bitcoin network gesehen (es gibt nämlich einige davon), aber da mit Bezug zu gewissen aktuellen Ereignissen das Thema Bitcoins sicher verwahren schon seit längerem im Raum steht, nutze ich nun einfach mal die Gunst der Stunde gleichzeitig auf diesen sehenswerten Youtube-Channel hinzuweisen und eine Paper Wallet-Erklärung Schrägstrich Anleitung zu posten.

 

Whassup, Bitcoin?

Wie viele Bitcoin-Tweets gehen gerade mit welchen Stichworten durchs Netz? In welchem Land wird am häufigsten nach Bitcoin gegoogelt? Welches Bitcoin-Topic wird auf in den letzten 10 Minuten auf Reddit am meisten kommentiert?

Nicht alle diese Fragen sind existenziell, außer man ist, sagen wir mal, Journalist, hat eine Deadline im Nacken und sucht nach recht spezifischen Antworten. Die Echtzeit-Monitoring-Website whatsupbitcoin.com könnte in diesem Fall die Anlaufstelle erster Wahl sein. Aber nicht nur dann, denn auch sonst bietet sie eine Reihe interessanter Suchfilter um die feilgebotenen Datensammlungen noch spezifischer nach den eigenen Bedürfnissen aufzubereiten. Und selbst falls mal keine Deadline droht, man aber dennoch den Überblick behalten will, können für die langfristige Nutzung auch individuelle Alerts eingerichtet werden.

Auf alle Datenfragen bietet whatsupbitcoin.com zwar keine Antworten – eine Facebook-Auswertung fehlt beispielsweise noch – die Seite ist aber dennoch eine durchaus nützliche Erweiterung im Zusammenspiel mit anderen Bitcoin-Daten- und Statistiktools.

Die Altcoin-Schwemme

Das mit den Altcoins ist so eine Sache. Klar ist es von Vorteil, wenn es sinnvolle Alternativen zu Bitcoin und Litecoin gibt, allerdings ist bei weitem nicht jeder Altcoin auch wirklich eine Bereicherung der kryptografischen Währungswelt. Von 1:1-Plagiaten über PR-geile Meme-Variationen bis hin zu Viren- und Trojanerschleudern ist die bunte Welt der Altcoins eine nahezu komplett anarchische und experimentelle Kryptospielwiese mit allen dazugehörigen Auswüchsen irgendwo zwischen Darwinismus und freiem Markt.

Zum Glück ist die Halbwertszeit vieler Altcoins begrenzt und wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte die meisten einfach ignorieren, solange sie nicht ein bestimmtes Marktvolumen erreicht, eine vitale Community aufgebaut oder an mehr als einer der größeren Altcoin-Börsen gehandelt werden.

Für Risikoliebhaber kann es jedoch von Vorteil sein sich schon früh mit den Newbies auf dem Altcoin-Markt zu beschäftigen, denn viele early adopters sehen in der Anfangsphase eines Altcoins – Stichwort pump & dump – die lukrativsten Gewinnaussichten. Dafür muss man natürlich wissen, wann der nächste vielversprechende Altcoin auf den Markt kommt. Diesen Service bietet coincalendar.eu

Altcoin Kalender

Rückblickend ist der Service frei zugänglich, der Blick in die Altcoin-Zukunft jedoch nur gegen kostenpflichtige Registrierung möglich. Dafür können die Daten dann aber auch direkt in den eigenen Google-Kalender importiert werden. Angesichts der derzeitigen Altcoin-Schwemme könnte das aber leicht unübersichtlich werden, zumindest bis eine reinigende und unausweichliche Altcoin-Konsolidierung einsetzt.

Wer diese im Übrigen noch ein bisschen rauszögern möchte, kann das Angebot von Coingen nutzen um sich für eine Handvoll Bitcoins mit ein paar Klicks seinen eigenen Altcoin zusammenbasteln zu lassen.

Map of Coins

Es ist wahrlich nicht leicht den Überblick zu behalten, wann wie wo welcher Altcoin entstanden ist und wie dieser mit jenem zusammenhängt. Ist der eine nur eine Abwandlung des anderen oder basiert er womöglich auf einer gänzlich anderen Funktionsweise?

Eine gute Datenvisualisierung kann in solchen Fällen helfen und die Map of Coins macht genau das. Und zwar ganz konsequent in Form einer Münze.

Screenshot mapofcoins.com2

Monat für Monat kann man abgleichen wie das Altcoin-Universum wächst und sich ausdifferenziert. Nicht nur Dataporn-Fetischisten werden daran ihre Freude haben, deshalb meine uneingeschränkte Bookmark-Empfehlung.

Bitcoin-Volatilität

Eines der am häufigsten genutzten Argumente gegen Bitcoin ist seine vergleichsweise hohe Volatilität, also die Schwankungen im Wert. Betrachtet man die vergangenen zwölf Monate waren die Wechselkurs-Kapriolen beim Bitcoin tatsächlich enorm und bewegten sich in einem Rahmen zwischen zehn und über 1.000 US-Dollar. Für die letzten 30 Tage ist die durchschnittliche Preisschwankung hingegen viel niedriger, liegt aber dennoch deutlich über den relativ stabilen Werten von Gold, Euro und Dollar.

Alles also eine Frage des statistischen Blickwinkels und grundsätzlich muss eine hohe Volatilität ja nicht unbedingt schlecht sein. Immerhin könnte der Kurs – für spekulative Anleger von Interesse – auch große Sprünge nach oben machen. Für die allgemeine Etablierung von Bitcoin in Handel und Gesellschaft ist tatsächlich jedoch eine verlässlich niedrige Volatilität von Vorteil, da der Einsatz von Bitcoin im Alltag ähnlich wie bei Euro und Dollar vor allem auf Vertrauen in seine Wertstabilität beruht.

In jedem Fall lohnt es sich aber die allegemeine Preisschwankung des Bitcoin im Auge zu behalten und eine gute Möglichkeit dafür bietet die Website btcvol.info. Sie stellt die jeweils aktuelle Volatilität der letzten 30 Tage dar und bietet zusätzlich eine Übersicht über die langfristige Indexentwicklung. Grundlage ist dabei der Wechelskurs Bitcoin zu US-Dollar. Hier noch ein Snippet der Website:

Why is volatility important?

Volatility means that an asset is risky to hold—on any given day, its value may go up or down substantially. The more volatile an asset, the more people will want to limit their exposure to it, either by simply not holding it or by hedging. Volatility also increases the cost of hedging, which is a major contributor to the price of merchant services. If Bitcoin volatility decreases, the cost of converting into and out of Bitcoin will decrease as well.

What definition of volatility does btcvol.info use?

The standard deviation of daily returns for the preceding 30-day window. This is a measure of historical volatility based on past Bitcoin prices. When the Bitcoin options market matures, it will be possible to calculate Bitcoin’s implied volatility, which is in many ways a better measure.

Die internationale Bitcoin-Gretchenfrage

Bitcoin ist eine sehr junge Währung und ihre steigende Popularität zwingt uns unsere auf dem bestehenden Finanzsystem basierende Definition von Geld zu überdenken. Das ist leichter gesagt als getan, denn jedes Land nutzt sein hoheitliches Recht, Bitcoins nach eigenem Ermessen zu bewerten. Ist der Bitcoin eine Währung, ein Handelsgut oder etwas ganz anderes? Ist es legal Bitcoins zu minen, sie zu besitzen oder damit zu handeln? Schon bei diesen grundlegenden Fragen herrscht internationale Uneinigkeit.

Das ist umso problematischer, weil es ja gerade eine der viel beworbenen Eigenschaften von Bitcoin ist, dezentral und unabhängig von Ländergrenzen und hoheitlichen Definitionsansprüchen zu fungieren. Zumindest im Idealfall. Ob der aber jemals erreicht werden kann, darf bezweifelt werden.

Bis dahin sammelen Zachary Taylor und Marc Nickel zum Glück für uns auf BitLegal in einer übersichtlichen Karte und Ampelfarben die Positionen und öffentlichen Bewertungen der einzelnen Staaten. Sofern sie denn bisher schon Position bezogen haben.

Island ist beispielsweise rot, weil dort der Besitz und der Kauf von Bitcoins aus Eurokrisen-Bankenpleite-Gründen verboten ist. Lustigerweise ist es aber erlaubt, Bitcoins zu minen und zu verkaufen, denn so käme ja Geld auf die Insel. Logisch, oder?

Kopf oder Zahl?

Im Netz stößt man ja immer wieder auf Bitcoin-Glückspiele. Meist sind das dann bunt flimmernde, dubiose Online-Casinos. Je bunter und flimmernder, desto dubioser. Kennt man.

Ganz unaufgeregt kommt dagegen die Seite Bitcoin Flip! daher, die nichts mit Roulette, Black Jack, Poker und Sportwetten zu tun hat, sondern sich ganz monothematisch dem virtuellen Münzwurf verschrieben hat. Das Besondere ist jedoch, dass der Zufallsgenerator offen gelegt ist. Jeder kann also überprüfen, ob, bzw. dass nicht geschummelt wurde. Kopf oder Zahl: die Chancen stehen fifty-fifty.

Diese Website spektakulär zu nennen, wäre bei weitem übertrieben. Sie ist simpel und das macht sie so sympathisch. Außerdem macht sie doch nur das, was man sowieso machen möchte, wenn man eine Münze hat. Egal ob real oder virtuell: flip! flip! flip!

Open Coinmap

Wer schon immer wissen wollte, wo er eigentlich seine ganzen  Bitcoins (BTC) und/oder Litecoins (LTC) ausgeben kann, der sollte sich die Seite www.coinmap.org als Lesezeichen speichern.

Auf der Karte werden alle Geschäfte angezeigt, die mindestens eine der beiden digitalen Währungen akzeptieren und über Geschäfts- oder Ladenräume verfügen, die man als Kunde besuchen kann. Das schließt zwar den Großteil aller Bitcoin-/Litecoin-Anbieter aus, denn es liegt in der Natur der Sache, dass die meist nur im Netz zu finden sind, macht die digitalen Währungen im Gegenzug aber sehr viel „Real-Life“-tauglicher und auch nutzerfreudlicher, wenn nicht ständig Links zu dubiosen Online-Bitcoin-Casinos pop-upen und werbeflimmern.

Mehr als 2500 BTC-Läden (ca. 220 LTC-Läden) sind weltweit schon in die Karte eingetragen und da das Ganze auf OpenStreetMap basiert, kann auch jeder neue Geschäfte und Läden in die Karte eintragen.

Erste Bitcoin Verlust-Versicherung

Das Londoner Start-up Elliptic bietet sogenannte Digital Currencies Services an, darunter nun mit dem elliptic vault den ersten Versicherungsschutz für Bitcoins. Wer Angst vor Cyperattacken, Diebstahl oder anderweitigem Verlust hat, kann seine Bitcoins gegen Gebühr im digitalen Tresor des Unternehmens einlagern. Bei Verlust werden die Bitcoins dann durch eine Versicherung ersetzt, die für die Regulierung den Bitcoin-Dollarkurs zum Zeitpunkt der Schadensmeldung zu Grunde gelegt. Ganz im Sinne der Bitcoin-Idee, bieten die Briten ihren Tresor-Service nicht nur für die Insel, sondern weltweit an.

Mehr Informationen:
Link: BBC – Bitcoin vault offering insurance is ‚world’s first‘
Link: Futurezone – Bitcoin-Safe mit Versicherung gestartet
Link: RT – ‘Deep cold storage’ vault created for virtual currency bitcoin