Archiv der Kategorie: System & Technik

Bitcoin ist doch was für Mädchen!

In der Tat.

Wie Reddit-User kimberlitepipes beweist, dessen (oder deren?) elfjährige Tochter bei ihrem Wissenschafts-Schulwettbewerb in Alaska sich dem Thema Bitcoin gewidmet hat. Ihre These lautete:

Kann eine Sechstklässlerin Bitcoins besitzen, benutzen und gewinnbringen anlegen?

Um das zu untersuchen hat sie sowohl einen kleinen Betrag ihres eigenen Geldes (College-Fond) in Bitcoin umgetauscht, als auch selbst ein paar Bitcoins gemined, sich eine eigene Wallet zugelegt, für eine Handvoll Bitcoins eine neue Hülle für ihr Schul-iPad gekauft und das Ganze ordentlich dokumentiert.

Fazit: These bestätigt!

Es liegt natürlich auf der Hand, dass sie das nicht ganz ohne Hilfe geschafft hat, aber letztlich musste sie ihr Ergebnisplakat ja nicht einfach nur irgendwo hinstellen, sondern selbst den Besuchern und vor allem den kritischen Juroren Rede und Antwort stehen. Zitat von kimberlitepipes:

„She said the judges asked about mining (she demonstrated her little mining on Bitminter with her USB block erupter), they asked about benefits and she explained transparent and decentralized banking, she discussed difficulty levels in mining, she discussed is value since start, she discussed consumer opportunities in use with current business and potential vendors. She told me that she was asked about process and she discussed about how she got help from r/bitcoin and read about it, she talked about her interview and visit with local crypto currency expert and miner u/joemattie, he really amazed her with his intelligence and abilities.“

Ganz offensichtlich war sie so überzeugend, dass sie den Schulwettbewerb in der Kategorie Investigation/Research gewonnen hat und nun mit ihrer Präsentation bei der Bezirksauswahl antritt.

Darüber hinaus hat sich ihr Engagement aber auch finanziell gelohnt. Seit das Thema auf Reddit veröffentlicht wurde, hat sie nicht nur viel Lob und positives Feedback aus der ganzen Welt erhalten, auch ihre neu eingerichtete Wallet wurde mit diversen kleinen Bitcoin-Tips bedacht. Ein gönnerhafter Spender (oder eine gönnerhafte Spenderin) hat dem Mädchen sogar einen kompletten Bitcoin geschickt.

Smartes Mädchen interessiert sich für Bitcoin und bessert damit ganz nebenbei ihren College-Fond auf. Tolle Geschichte. Mehr davon.

Kundenfreundliche Mining-Hardware

Neulich habe ich zu einem Artikel gebloggt, dass die Bitcoin-Mining-Hardware-Hersteller sich ihre Geräte über Pre-Order finanzieren lassen, also das Geld von den Kunden einsammeln, noch bevor die Hardware überhaupt entwickelt wurde. Hier nun das kundenfreundliche Gegenteil.

Im Interview mit dem Bitcoinmagazin erzählt Filip Pawczyński, polnischer Bitcoin-Enthusiast und verantwortlich für den Anbieter cryptostore.io, der den Bi•Fury USB-Miner vertreibt, warum sie sich (sehr sympathisch!) gegen Pre-Order entschieden haben und lieber die Geräte auf Vorrat produzieren um sie direkt an die Kunden versenden zu können.

Das Interview ist darüber hinaus auch sehr spannend, weil es Einblicke in die polnische Bitcoin-Bewegung gibt. Ein thematischer Blick in Nachbarland, der lohnt.

Um mal einen Eindruck von den Bi•Fury USB-Miner zu geben: dieses Video zeigt die polnische unit testing facility. Die Kompaktheit der Miner ist beeindruckend, aber die Lüfter sind laut. SEHR, SEHR LAUT!

Millionenschwere Schattenminer

Auf Format.at ist ein sehr lesenswerter Artikel erschienen, der das Bitcoin-Minen und die Industrie, die mittlerweile um diese „Modeerscheinung“ gewachsen ist, kritisch unter die Lupe nimmt.

Dass der Ottonormal-User heute keinen (großen) finanziellen Gewinn mehr macht, wenn er jetzt noch mit schmalem Budget ins Mining-Business einsteigt, ist ein offenes Geheimnis. Wer jedoch auch weiterhin an der Mining-Euphorie sehr gut verdient, sind die ASIC-Chip- und Geräte-Hersteller. Noch bevor sie ihre Mining-Werkzeuge überhaupt hergestellt und getestet haben, verkaufen manche von ihnen diese schon vorab per Pre-Order an die gutgläubigen Privat-Miner, die ihrerseits auf mehr Rechenleistung und ein bisschen mehr vom Bitcoin-Kuchen hoffen. Allein durch diese Pre-Orders sammeln die Hersteller Millionenbeträge ein.

Besonders spannend ist der Artikel jedoch, weil er noch einen logischen Schritt weiter geht und implizit die Frage stellt, warum die Hersteller der Chips nicht einfach selbst nach Bitcoins minen, wenn sie schon die entsprechende Technik entwickeln. Immerhin wären sie ja die ersten, die von neuen, noch effizienteren und leistungsfähigeren Minern profitieren würden noch bevor die breite Masse an Hobby-Minern die Rechenleistung und den Schwierigkeitsgrad des Bitcoin-Netzwerks mit neuen Geräten in die Höhe treibt?

Die wenig überraschende Antwort: Natürlich gibt es schon längst  solche Unternehmen, die wie Hedgefonds möglichst unbemerkt und von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen ihr eigenes hochspezialisiertes Mining-System entwickeln. Vermutlich arbeitet nicht nur das ominöse US-Unternehmen 21e6 an solch einer hochspezialisierten Mining-Anlage bzw. „Gelddruckmaschine“. Die Indizien, die der Artikel zusammenträgt, legen diese Vermutung zumindest nahe.

Sollte das stimmen, stellt sich jedoch sofort eine Frage: Was passiert mit dem Netzwerk, wenn einzelne Super-Miner unbemerkt die Rechenleistung so stark bündeln, dass sie die Integrität des Netzwerkes mit einer 51%-Attacke korumpieren könnten?

Link: Format.at – Bitcoin-Miner – Auf der Suche nach dem virtuellen Gelddrucker

Bitcoins aus dem NES

Es ist mit Sicherheit nicht effektiv, auf einer alten Nintendo- Spielekonsole von 1985 Bitcoins zu minen, aber schön zu wissen, dass es geht und dass es Leute gibt, denen es beim Bitcoin-Minen nicht nur um Effektivität geht. Außerdem gibt es dafür ja den SNES.

Was dem Nintendo-Miner aber definitiv bisher fehlt, ist ein Bildschirmschoner auf dem Super Mario analog zum Mining-Prozess solange gegen virtuelle Blöcke springt, bis irgendwo ein Bitcoin rauskommt. Das wäre ohnehin eine schöne Idee für die nächste Miner-Generation. Gamification trifft Bitcoin: Mining-Mario!

via RetroMiner