Archiv der Kategorie: Bücher & Filme

Digital Gold – Bitcoin spannend wie ein Krimi

Da es hier auf der Seite ja gerade etwas ruhiger zugeht, hier eine aktuelle Lesempfehlung, mit der sich die Wartezeit ganz hervorragend überbrücken lässt: Digital Gold von Nathaniel Popper

Wobei ich schon sehr skeptisch war, als ich das Buch in den Händen hielt. Der New York Times-Reporter hatte im Mai diesen Jahres im Rahmen der Veröffentlichungspromo einen Artikel aus ebendiesem Buch für die reichweitenstarke Zeitung exzerpiert, auf dessen Grundlage er Nick Szabo als Mastermind hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto identifizierte. Ich halte das aus medienethischen Gründen noch immer für eine schlechte Entscheidung. Warum, kann man hier nachlesen.

Digital Gold – trotzdem ein bemerkenswertes Buch

Nathaniel Popper hatte also keinen guten Start bei mir. Und doch hat er es geschafft mich mit Digital Gold in kürzester Zeit zu begeistern und so sehr in seinen Bann zu ziehen, dass ich mich im Sommerurlaub (der ja eigentlich auch Urlaub vom Bitcoin-Business war) regelrecht zwingen musste das Buch auch mal wieder aus der Hand zu legen. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass man die Geschichte von Bitcoin so spannend erzählen kann.

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Ulterior States – Bitcoin versteckt dokumentiert

Tomer Kantor alias I am Satoshi hat eine beeindruckende Leistung erbracht. Drei Jahre lang ist er um die halbe Welt von Bitcoin-Event zu Bitcoin-Event gereist, hat dabei unzählige Interviews geführt um schließlich aus insgesamt 125 Videos die einstündige Bitcoin-Dokumentationen Ulterior States zusammengeschnitten, die sich locker mit den beiden anderen großen Bitcoin-Dokus wie The Rise and Rise of Bitcoin und Bitcoin. The End of Money As We Know It messen lassen kann.

Ulterior States steht kostenlos im Netz

Dass er sich dann aber auch noch entscheidet sein Werk kostenlos ins Netz zu stellen, hängt vermutlich damit zusammen, dass es sein Abschlussprojekt an der London South Bank University ist, bleibt aber dennoch ein extrem smarter Move. Vor allem wenn man bedenkt wie viel die Produktion einer Bitcoin-Dokumentation dieser Länge kosten kann.

Immerhin kann man ihn mit Spenden unterstützen und das solltet ihr auch machen, denn der Film ist wirklich gelungen. Viel subtiler und unaufgeregter als der bombastisch-emotionale Bitcoin. The End Of Money As We Know It, aber nicht weniger wirkungsvoll. Denn auch der Einsatz von Guerillia Film Making Techniques ist stimmig und passt zu dem gesellschaftlich-politischen Blickwinkel auf das Thema Bitcoin.

Mehr Werbung wäre verdient

Einziger Nachteil an diesem Solo-Mamutprojekt ist jedoch, dass sich bisher wohl niemand so richtig um das Marketing kümmern konnte. Denn obwohl ich wusste, dass der Film bald fertig werden würde und ich sehr viele Infokanäle nutze, hab auch ich die Veröffentlichung nur so beiläufig mitbekommen.

Falls euch derFilm also gefällt, macht ein bisschen Werbung dafür. Denn auch so kann man Tomas Kantor für diese beeindruckende Leistung Respekt zollen.

Am Ende des Geldes angekommen

Vor einiger Zeit ist der Dokumentarfilm Bitcoin. The End Of Money As We Know It erschienen und als ich mir den Film vor ein paar Tagen angeschaut habe, war ich ziemlich geflasht von der Intensität der Bilder und dem inhaltlichen Tiefgang. Daher habe ich den Regisseur Torsten Hoffmann direkt angeschrieben um ihm ein paar Fragen zu stellen, denn soviel steht fest: In diesen 60 Minuten stecken enorm viel Fleiß und Leidenschaft und das macht den Film zu einem echten Erlebnis.

Bitcoin. The End Of Money As We Know It2

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1up Fever – die Bitcoin-Mockumentary

Das hier ist der letzte Beitrag bevor ich mich in den Urlaub verabschiede und The Coinspondent in die verdiente Sommerpause versetze.

Damit euch die Zeit währenddessen nicht lang wird, habe ich noch einmal diese bereits 2013 entstandene Bitcoin-Mockumentary The 1up Fever von Silvia Dal Dosso ausgegraben. Denn offenkundig ist dieser schicke Kurzfilm schon lange entstanden, bevor dieser Blog hier Anfang 2014 online ging und wohl nur aus diesem Grund bisher hier auch noch nicht aufgetaucht.

The 1up Fever – eine nostalgische Bitcoin-Berlin-Zeitreise

Das wiederum macht aber gar nichts, denn genau diese Zeitverschiebung erzeugt beim verspäteten Anschauen ein faszinierend ambivalentes Zeitgefühl. Das Thema des Films ist nämlich zeitlos, denn das mockumentierte Spiel könnte auch heute genau so erfunden werden. Die Leute würden vermutlich genauso, wenn nicht sogar noch mehr darauf abgehen.

Auf der anderen Seite ist The 1up Fever jedoch ein fast schon nostalgischer Rückblick in die gute alte Zeit™, in der Berlin in der globalen Bitcoin-Welt noch einen herausragenden Status hatte. Zweifelsohne geht in der Hauptstadt noch immer Einiges, aber andere Städte/Länder/Regionen haben sich mittlerweile zu bedeutend agileren Bitcoin-Innovationsmotoren entwickelt.

Aber auch das muss ja nicht schlecht sein und man kann ja auch mal ein bisschen stolz darauf sein, was in der alten Dame Berlin schon alles erreicht wurde. Vielleicht ist der Film (und das zugehörige Motherboard-Interview mit der Regisseurin) ja auch für den ein oder anderen eine Inspiration.

Over and Out

Insofern euch eine schöne Zeit und danke an Christian, der mich noch einmal auf diese Perle aufmerksam gemacht hat. In ungefähr zwei Wochen geht es hier wieder weiter. Dann mit der Fortsetzung dieses Beitrags, denn natürlich hat sich seit 2013 schon wieder einiges getan.

Aus der Videobeschreibung:

In the city of Berlin everyone is going crazy for a new smartphone app. Anyone with a smartphone can play a sort of Super Mario Bros arcade game in Augmented Reality and has a chance to win Bitcoins just by playing. One coin corresponds to 0.01 Bitcoins. The citizens’ habits are tainted by the game. Coins are hidden all over the city, you can spot them by scanning the local area with your device, but often they are not easy to grab. People started to leave their jobs in order to collect Coins in the streets. All over the city people are jumping and running around with their smartphones, trying to grab as many virtual coins as they can, while the App developers‘ identity remains covered.

By talking about a new imaginary smart phone app, in which the whole city of Berlin is allegedly involved, acknowledged bloggers, hackers, game developers, financial experts are being interviewed about the future of Bitcoins, the relationship between the governments and the cryptographic currencies and more in general, about the relationships between internet users, their own rights and their privacy.
Part of the work is dedicated to the Bitcoinkiez, a small Berlin district where local owners started to sell their products in Bitcoins through the Bitcoin Wallet App. This neighborhood holds a world record: no other one in the world is so densely populated with commercial activities that accept the Bitcoin as a valid currency.

Geld ohne Staat – eine Bitcoin-Utopie

Mit Aaron Koenigs Bitcoin. Geld ohne Staat (Amazon-Partnerlink) ist vor Kurzem das zweite deutsche Buch zum Thema Bitcoin erschienen. Im Gegensatz zu Jörg Platzer, der in Bitcoin kurz & gut. Banking ohne Banken die Grundlagen und Entstehungsgeschichte von Bitcoin vor allem aus einer technischen Perspektive darstellt, geht Koenig das Thema in seinem Buch von einem wirtschaftspolitischen Standpunkt an, der österreichischen Schule der Ökonomie.

Das verspricht eine spannende Auseinandersetzung, steht diese Theorie doch ebenso wie Bitcoin mitunter im direkten Widerspruch zu den Grundlagen der bestehenden globalen Finanzwirtschaft. Doch trotz einiger erzählerisch cleverer Kniffe, kann Koenig diese Erwartungen in Bitcoin. Geld ohne Staat nicht erfüllen. Denn das Buch ist unterhaltsam und kurzweilig. Gerade dadurch bedient es jedoch eines der Haupt-Klischees, dem wirtschaftstheoretisch argumentierenden Bitcoin-Anhängern immer wieder begegnen. An den kritischen Stellen bleibt es zu einfach.

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Cryptocurrency – Die Bitcoin-Pflichtlektüre

Vor einiger Zeit habe ich auf eine Rezension von Cryptocurrency. Wie virtuelles Geld unser Leben verändert (Amazon Partnerlink) auf Deutschlandradio Kultur hingewiesen, über die ich mich damals freute, weil sie das Thema Bitcoin auf einen sehr prominenten Sendeplatz setzte.

Cryptocurrency – Man sollte es gelesen haben

Mittlerweile habe auch ich das Buch gelesen und je weiter ich dabei kam, desto sicherer bin ich mir, dass der damalige Rezensent Volker Finkhammer das Buch nicht wirklich gewissenhaft gelesen haben kann.

Anders ist nicht zu erklären, dass seine Rezension inhaltlich und einordnend so oberflächlich geblieben ist, anstatt zu dem Fazit zu kommen, dass die beiden Wirtschaftsjournalisten Michael Casey und Paul Vigna mit Cryptocurrency das mit Abstand umfassendste, bestrecherchierte und lesenswerteste Buch zum Thema Bitcoin geschrieben haben. Und jeder, der sich in irgendeiner Weise für Bitcoin interessiert, sollte es gelesen haben.

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Rückblick Bitcoin-Filmfestival

Am Samstag fand in Berlin das Bitfilm-Festival statt, bei dem rund fünf Stunden lang nur Filme rund um das Thema Bitcoin auf dem Programm standen. Das war ziemlich viel Input und ich habe gar nicht erst versucht alle Filme zu sehen, da ich zwischendurch noch Interviews geführt habe. Aber was ich gesehen habe, war eine sehr gute Auswahl.

Nun tourt das Festival um die Welt und für alle, die am Samstag nicht kommen konnten und auch nicht das Glück haben in Rio, Kapstadt, Seoul und Co. vor Ort sein zu können, hier ein paar der Perlen, die gezeigt wurden und im Netz verfügbar sind. Sehenswert auch deshalb, weil einige der Filme frisch aktualisiert und erweitert wurden.

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Bitcoin – kurz & größtenteils gut

Jörg Platzer ist einer der prominentesten Bitcoiner in Deutschland. Nun hat er ein Buch über Bitcoin geschrieben. Das war dringend notwendig, denn bisher fehlte es an fachkundiger Grundlagenliteratur, die das komplexe Phänomen Bitcoin aufschlüsselt und dem neugierigen und interessierten Publikum auf verständliche Weise nahe bringt.

Bitcoin kurz & gut. Banking ohne Banken soll diese Lücke nun füllen. Das Buch ist unterhaltsam, lehrreich und für solch ein anspruchsvolles Thema überraschend kurzweilig, überzeugt aber noch nicht hundertprozentig. Trotzdem wird „Der Platzer“ erst einmal das deutschsprachige Standardwerk zum Thema Bitcoin werden und alles in allem auch zu Recht.

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Die Bitcoin-Bibel

Heute lag The Book of Satoshi. The Collected Writings of Bitcoin Creator Satoshi Nakamoto in meinem Briefkasten. Als ich das erst Mal von diesem Buch hörte, dachte ich noch: „Was für eine alberne Idee. Warum sollte jemand für Texte bezahlen, die ohnehin frei im Internet verfüg- und lesbar sind?“ Nun habe ich mein eigenes Exemplar und ich bin sehr froh darüber. Denn meine Meinung hat sich geändert.

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Die apokalyptischen Vier

Zum Wochenende hab wieder einen im weitesten Sinne bitcointhematischen Film rausgesucht. Dieses Mal wird es mit Four Horsemen ein bisschen hintergründiger und provokant, geht die Dokumentation von 2012 doch sehr direkt mit der vorherrschenden gewinn- und machtmaximierungsorientierten Verpflechtung von Politik- und Finanzsystem ins Gericht.

Wer sich neulich auch den Vortrag von Stefan Molyneux angeschaut hat, wird – Stichwort spätrömische Dekadenz – einige Überschneidungen in der Argumentation finden, wobei Molyneux auf Bitcoin als Alternative eingeht, dieser Film sich darauf beschränkt die herrschenden Missstände hervorzuheben. Das macht er aber sehr anschaulich. Vermutlich lief er deswegen auch auf so vielen Filmfestivals.

Hier noch der Link zur offiziellen Website.