Archiv der Kategorie: Wirtschaft & Finanzen

Bitcoin logarithmisch betrachtet

Ich habe neulich den Newsletter von Pantera Capital gelesen, in dem die Verantwortlichen über ihre Bitcoin-Preisvorhersage von 5000 US-Dollar sprechen. Eine Vorhersage, die sie jedoch nicht jetzt, sondern bereits vor fünf Jahren gemacht haben, im Sommer 2013, als der Bitcoin noch bei rund 100 US-Dollar stand und ich noch nicht einmal angefangen hatte, mich überhaupt mit Bitcoin auseinanderzusetzen.

Nun gibt es ja jede Menge mutiger Aussagen irgendwelcher Leute rund um die künftige Entwicklung des Bitcoin-Preises und im Nachhinein ist es natürlich immer leicht, zu behaupten, man hätte es schon immer gewusst. Zumal man ja auch einfach mehrere unterschiedliche Behauptungen aufstellen kann und dann rückwirkend einfach selektiv auf die verweist, die tatsächlich eingetreten ist.

Eine Taktik, die nicht nur bei „erfolgreichen“ Crypto-Influenzern auf Twitter beliebt ist, sondern derer sich in gewisser Weise auch Satoshi Nakamoto selbst bedient hat (ohne told you so!, aber zumindest bei der Breite seiner Prognose).

„I’m sure that in 20 years there will either be very large transaction volume or no volume.“ – Satoshi Nakamoto

Lässt sich der Kurs realistisch vorhersagen?

Nun ist die Retrospektive das eine. Wesentlich interessanter ist es doch aber, erneut in die Zukunft zu schauen. Und hier stellt sich nicht nur die Frage, welchen Preis die, die 2013 den Bitcoin einst bei 5000 US-Dollar gesehen haben, heute über dessen künftige Entwicklung sagen, als vielmehr, wie sie eigentlich darauf kommen? Immerhin halten Dan Pantera und Mitstreiter Ende 2018 einen Bitcoin-Preis von 21.000 US-Dollar und Ende 2019 sogar 67.500 US-Dollar für realistisch.

Angesichts der Kurstalfahrt von rund 20.000 US-Dollar Ende vergangenen Jahres auf gut 8000 US-Dollar derzeit wieder durchaus mutige und erstaunlich konkrete Prognosen.

Logaritmische Darstellung vs. Lineare Darstellung

Pantera Capital greift diese Zahlen jedenfalls nicht gänzlich aus der Luft, sondern begründet sie mit der Vergangenheit. Entwickelt sich der Preis von Bitcoin nämlich unterm Strich weiter, wie er es in den vergangenen acht Jahren tat, dann stünde er eben zu genannten Zeiten bei den genanten Preisen.

Um diese Entwicklung jedoch erkennen und nachvollziehen zu können, ist die allgemein am häufigsten verwendete lineare Darstellung des Bitcoin-Kurses nicht geeignet. Mit dieser lässt sich nämlich das bisher exponentielle Wachstum von Bitcoin nicht abbilden.

Genau das ist aber mit der logarithmischen Darstellung möglich, bei der die Skala eben nicht linear ist, sondern exponentiell ansteigt. Nach der 10 kommen daher nicht die 20, 30, 40 usw., sondern 100, 1000, 10.000.

bitcoin logarithmisch
In der logarithmischen Darstellung sieht der Bitcoin-Kurs vergleichsweise linear aus.
Exponentielle Linearität

Der Vorteil dieser Darstellung liegt nun darin, dass die Preisentwicklung zwischen 1 US-Dollar und 10 US-Dollar ebenso sichtbar und gewichtbar wird wie die zwischen 1000 US-Dollar und 10.000 US-Dollar.

In der linearen Darstellung hingegen verschwindet nahezu die komplette Preisentwicklung vor 2013 (also unterhalb von 200 US-Dollar) unter ferner liefen. Doch hat sich natürlich auch damals schon der Wert von Bitcoin mehrfach verzehnfacht.

Ist die Skala linear geht die Entwicklung im Bereich kleinerer graphisch Werte verloren.

Das wird in der logarithmischen Darstellung wiederum gut sichtbar, die zeigt, wie linear die exponentielle Preisentwicklung von Bitcoin in den vergangenen sieben Jahren verlaufen ist. Zwar gibt es auch hier Kursschwankungen nach oben oder unten. Im Schnitt verlief das Wachstum um den Faktor 10 jedoch relativ beständig und wurde in sieben Jahren sechs Mal absolviert:

  • 2010: 0,1 USD
  • 2011: 1 USD
  • 2011: 10 USD
  • 2013: 100 USD
  • 2013: 1000 USD
  • 2017: 10.000 USD
Die Zahlen bleiben gleich, das Bild ist jedoch ein ganz anderes

Interessant ist nun, wie allein die unterschiedliche Darstellung derselben Daten die Entwicklung des Bitcoin-Kurses in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Als Hype und Blase in der linearen Skalierung. Als stabiles und beständiges Wachstum in der logarithmischen Darstellung.

Eben letztere hat nun auch Pantera Capital als Grundlage für ihre Zukunftsprognose genommen, die aber – auch das ist noch einmal wichtig an dieser Stelle zu betonen – natürlich nicht zwingend stimmen muss.

Niemand konnte 2013 vorsagen, dass Bitcoin mal 5000 US-Dollar erreichen würde. Die fünf Jahre dahin wurden schließlich von unzähligen Variablen beeinflusst – allein die gesamte Blocksize-Debatte, der Fee-Market, SegWit, Lightning, Mining-Zentralisierung, Regulierungs-Gerüchte oder -Vorhaben aus China, den USA, mögliche ETFs, sämtliche BIPs, das Aufkommen von  Ethereum, all den Altcoins und Bitcoin-Klonen und und und.

Niemand weiß, wo Bitcoin einmal landen wird

Auch heute gibt es noch 1001 Möglichkeiten, an denen Bitcoin früher oder später scheitern könnte. Doch falls es das nicht tut, könnte sich der Wertzuwachs unterm Strich auch weiterhin so entwickeln wie bisher. Denn auch wenn es kaum konkreten Zahlen gibt, deutet doch vieles darauf hin, dass das Wachstum von Bitcoin nicht nur im Hinblick auf den Preis, sondern auch auf viele andere Faktoren nicht linear verläuft, sondern exponentiell.

Doch muss man sich selbst dann klar machen, dass auch exponentielles Wachstum in der Praxis nicht unbegrenzt weitergehen kann, sondern früher oder später ihr Ende nehmen wird. Wann und wo das bei Bitcoin der Fall sein wird, kann heute jedoch keiner wissen.

Sicher ist nur: Wir werden in den nächsten Jahren noch viele mutige Statements in die eine oder andere Richtung hören.

Cryptomaps – Hübsch gewichtete Krypto-Kursübersicht

Wer eine schnelle Übersicht über den Kryptowährungsmarkt sucht und dabei weniger auf Zahlen wert legt als auf eine sinnvolle visuelle Aufbereitung, ist möglicherweise bei cryptomaps.org an der richtigen Stelle.

cryptomaps.org
Daten der letzten Stunde sortiert nach Marktkapitalisierung

Die Seite stellt nämlich alle Coins und Token gewichtet nach ihrer Marktkapitalisierung dar, sortiert nach dem zugrunde liegenden Hash-Algorithmus und farbcodiert entsprechend der jeweiligen Kursentwicklung.

Klingt relativ einfach, ist aber in der Tat sehr praktisch wenn man sowohl den Gesamtmarkt als auch einzelne größere Projekte erfassen will.

http://cryptomaps.org/
Daten der letzten 24 Stunden sortiert nach Marktkapitalisierung

Für kleinere Krypto-Projekte wird die Ansicht dann aber doch etwas fummelig, wobei hier die Suchfunktion weiterhelfen kann. Insgesamt aber auf jeden Fall eine sinnvolle Ergänzung zu coinmarketcap.com und Co.

cryptomaps.org
Daten der letzten sieben Tage sortiert nach Marktkapitalisierung

Consensus 2017 – ein ausreichender Rückblick

Mit Bitcoin- und Blockchain-Konferenzen ist das so eine Sache. Erst gab es wenige. Dann schossen Sie wie Pilze aus dem Boden. Zwischenzeitlich gab es verteilt über die ganze Welt so viele, dass die Inhalte komplett austauschbar wurden und nun sehen wir seit einiger Zeit einen Konsolidierungsprozess.

Consensus – Eine Konferenz sie alle zu binden?

Großer Gewinner desselben ist ohne Frage die Consensus-Konferenz, die vor Kurzem nun bereits zum zweiten Mal in New York stattfand und sich immer mehr als zentrales Krypto-Branchen-Event etabliert. Zumindest ist die Nachfrage trotz stattlicher Ticketpreise so groß, dass kommendes Jahr wohl die Teilnehmerzahl auf 5000 verdoppelt werden soll.

Wobei das jedoch wenig überrascht, angesichts der Tatsache, dass die Marktkapitalisierung aller Krypto-Projekte zusammen gerade die 100 Milliarden US-Dollar-Marke geknackt hat.

In jedem Fall aber habe selbst ich kurz überlegt, ob ich im kommenden Jahr zur Consensus 2018 nach New York reisen sollte. Und das, obwohl ich den Newsletter des Consensus-Hausmediums Coindesk ob dessen unglaublich anstrengend-penetrantem Konferenz-Marketing gekündigt habe.

Alles, was man zu Consensus 2017 gelesen haben muss

Dann aber habe ich mit großer Freude den Consensus 2017 Recap von WhalePanda gelesen und dachte mir: So lange jemand anderes solch lesenswerte Zusammenfassungen schreibt, kann ich mir die Reise vorerst doch noch sparen.  Zitat:

„The opening show was cringeworthy. In case you missed it you can still watch it here from my live stream (bad quality). I was sitting in the back together with Fran and Tuur and we all had the feeling it was the start of a Onecoin conference.“

Wer dagegen lieber die offizielle Berichterstattung lesen möchte: Coindesk hat den Rest der Haus-Konferenz selbstverständlich hinreichend abgedeckt.

Bitcoin und andere Altcoin-Kurse auf einen Blick

Ich bin schon seit einer ganzen Weile auf der Suche nach einem guten Tool, um den Überblick über die Kursentwicklungen verschiedener Kryptowährungen zu behalten. Gerade in letzter Zeit geht es am Altcoin-Markt ja mächtig ab. Ethereum, Dash, Litecoin, Ripple – es gab in den letzten Wochen auffällig viele Kurssteigerungen von bis zu 150 Prozent binnen weniger Tage, von Projekten, die eigentlich nicht ins klassische Pump and Dump-Schema passen.

Altcoins profitieren vom „Stillstand“ bei Bitcoin

Wobei auch in diesem Fall wieder einmal weniger die jeweiligen Kryptowährungen selbst, sondern vor allem Bitcoin die Ursache ist. Denn die vermeintlich festgefahrene Situation um die Kapazität der Blockchain ist für spekulationsfreudige Trader recht langweilig und wenn dann bspw. Litecoin Bitcoin in Bezug auf die Implementierung von SegWit überholt, ist das offensichtlich Grund genug den Kurs massiv in die Höhe zu treiben.

Das ist insofern bemerkenswert, als dass Litecoin über die Jahre sonst ja eigentlich weniger von sich reden gemacht hat und hauptsächlich von seiner Tradition zehrt. Litecoin – als quasi allererste Altcoin-Alkternative zu Bitcoin – gibt es halt schon so lange, dass das irgendwie zum Krypto-Ökosystem dazugehört.

Auch der Kurs von Dash war maßgeblich beeinflusst von der Bitcoin-Blocksize-Debatte, ebenso Ethereum. Wobei hier ohne Frage auch erneut das große Interesse der Industrie für den Preisanstieg mitverantwortlich war. Lesenswert dazu auch Tuur Demesters gestriger Beitrag:  I’m not worried about Bitcoin Unlimited, but I am losing sleep over Ethereum (+ die Kommentare).

Cryptowatch – Übersicht über die größten Kryptowährungen

In jedem Fall aber und egal aus welchem Grund ist es immer sinnvoll bei Kryptowährungen den Überblick zu behalten. Und das ist gar nicht so leicht, wenn man nicht ständig dutzende Tabs im Browser geöffnet haben will.

cryptowatch.ch
cryptowat.ch – Mehr Überblick auf einer Seite geht nicht.

Helfen kann in dem Fall dabei eine Seite wie cryptowat.ch. Die ermöglicht nämlich auf einen Blick die aktuellen Kursentwicklungen verschiedener Kryptowährungen über verschiedene Börsen hinweg zu verfolgen. Dass das nicht mit allen drölfhunderttausend Altcoins funktioniert, versteht sich von selbst. Mit Bitcoin, Litecoin, Monero, Dash, ZCash, Ethereum und Ethereum Classic  hat man aber schon mal eine ganz gute Übersicht. Zumal man sich die Ansicht auch noch nach Belieben selbst konfigurieren kann.

Interessant auch: cryptowat.ch wurde vor Kurzem von der Bitcoin-Börse Kraken übernommen, was nicht nur für den Nutzen des Projekts spricht, sondern auch ein schönes Beispiel dafür ist, wie man sich mit einer guten Idee und Herzblut im Krypto-Ökosystem einen Job schaffen kann.

ETF abgelehnt. Bitcoin reagiert gelassener als erwartet

Gestern Abend zu (hierzulande) später Stunde hat die US-Börsenaufsicht (SEC) nach jahrelanger Bearbeitungszeit und vielem hin und her ihre Entscheidung verkündet, den von den Winklevoss-Brüdern beantragten Bitcoin ETF nicht zu genehmigen. (Mehr zum Hintergrund hier).

Ablehnung des Bitcoin ETF nicht überraschend

Man kann nicht sagen, dass diese Entscheidung überraschend kam. Bei meiner spontanen kleinen Twitter-Umfrage gestern glaubten nur 48 Prozent an eine Zustimmung der SEC. Etwas mehr als die Hälfte war skeptisch.

Unterm Strich deckte sich diese letztlich sehr knappe Unentschlossenheit auch mit der Stimmung, die vorab in vielen anderen Umfragen und Vorhersagen im Bitcoin-Ökosystem kursierten. Wobei nicht wenige auch einfach nur auf einen rakentenhaften Kurszuwachs im Falle einer Zustimmung und damit letztlich auf schnelles Geld hofften.

Enttäuschung kaum spürbar

Doch auch wenn sich die Enttäuschung über die Ablehnung des Bitcoin ETF – wie erwartet – in einem sofortigen Kurseinbruch zeigte, fielen die Reaktionen insgesamt deutlich weniger dramatisch aus, als von manchen im Vorfeld befürchtet. Der Kurs fing sich sehr schnell wieder und begann sofort wieder zu steigen.

Auch das ist wenig verwunderlich. Denn es gab in den vergangenen Jahren kaum eine Gelegenheit, bei der man zeitlich so genau auf eine 50:50-Chance hoffen konnte, verhältnismäßig billige Bitcoins zu kaufen.

„Billig“ hat bei Bitcoin eine ganz eigene Bedeutung

Wobei die Definition von „billig“ in diesem Zusammenhang für viele offenbar direkt mit der symbolisch wichtigen 1000 US-Dollar-Marke verbunden war. Aber auch darüber hinaus scheint (außer den Winklevoss-Brüdern vielleicht) kaum einer diesem Bitcoin ETF ernsthaft eine Träne nachzuweinen.

Erleichterung und Rückbesinnung auf Bitcoins wahre Werte

Vielmehr äußern viele direkt ihre Erleichterung und zwischen den Zeilen der anderen schimmert die Rückbesinnung auf die ursprünglichen Werte der Bitcoin-typischen, rebellischen Unangepasstheit durch.

Dass der Bitcoin ETF wegen mangelnder Regulierungsmöglichkeiten abgelehnt wurde, ist ja schließlich genau der Grund, warum Bitcoin heute so groß und relevant ist und weiter wächst: Niemand kann es (idealerweise) kontrollieren.

Bitcoin ist kein US-amerikanisches Phänomen

Was man an dieser Stelle aber auch noch einmal explizit betonen muss: Die vergleichsweise milden Kurs-Reaktionen sind auch ein Indiz dafür, dass man den Einfluss der USA auf Bitcoin nicht überschätzen darf.

Zwar haben viele Entwickler, Medien und Investoren US-Bezug und Englisch dominiert als Sprache die Kommunikation und Berichterstattung in der westlichen Welt. Trotzdem hatte die Entscheidung der SEC für einen Großteil der global verteilten Bitcoin-Community letztlich aber nur wenig Relevanz.

Nach dem Bitcoin ETF ist vor der Blocksize-Debatte

Alles in allem ist die langerwartete Entscheidung damit aber endlich vom Tisch und man kann in Bitcoin-Land wieder zur Tagesordnung übergehen. Es ist ja nicht so, dass es nicht noch andere, bedeutend wichtigere Baustellen gäbe. Eine nachhaltige Lösung für die noch immer schwelende Blocksize-Debatte zu finden,  ist letztlich um ein Vielfaches wichtiger für Bitcoin als ein Bitcoin ETF. Bevor es die nicht gibt, macht es wenig Sinn ernsthaft über solche Spekulations-Instrumente für den Massenmarkt nachzudenken. Insofern war die Entscheidung der SEC sowohl für die Verbraucher, die sie schützen soll, als auch für Bitcoin letztlich eine gute.

In jedem Fall können wir aber festhalten: Die Auswirkungen, die einzelne Ereignisse auf Bitcoin haben, selbst wenn sie mit so großem Interesse verfolgt werden wie dieses, werden kleiner. Das ist eine sehr, sehr positive Entwicklung in Richtung Stabilität und Zuverlässigkeit.

Ach ja: Bitcoin ist tot! mal wieder …

Und bevor wir es vergessen. Falls recherchefaule Redakteure für das Thema noch eine hübsche Clickbait-Schlagzeile suchen. Wie wär es hiermit:

https://twitter.com/jamesjcousins/status/840506257920413696

Der Bitcoin-ETF und seine Konsequenzen

Der März wird spannend für Bitcoin. Bis zum 11. März will die US-Börsenaufsicht SEC entscheiden, ob der von den Winklevoss-Brüdern beantragte Bitcoin ETF (Exchange-traded fund) namens COIN genehmigt wird oder nicht.

Ich will gar nicht so sehr auf die Details zum ETF eingehen, denn das wird in den folgenden Links hinreichend erklärt. Vielmehr möchte ich darauf hinweisen, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist, sich über eine Strategie Gedanken zu machen, die man verfolgt, wenn eine Entscheidung fällt und der Markt reagiert.

Bitcoin ETF: Preisstabilität ist das unwahrscheinlichste Ereignis

Denn egal, ob der ETF erlaubt wird, oder nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das ganz direkt auf den Kurs auswirken wird, ist hoch. Oder wie es Vinny Lingham ausdrückt:

You think you’ve seen volatility — baby, you ain’t seen nothin’ yet!

Der Beitrag von Vinny Lingham ist auch der, dem ich in jedem Fall zu lesen empfehle. Er sieht den ETF zum jetzigen Zeitpunkt kritisch und begründet das ausführlich und reflektiert. Plus: Retrospektiv betrachtet lag Lingham mit seinen Einschätzungen und Analysen bisher sehr oft richtig.

Hier also ein paar Lesetipps zum Thema, damit am Ende keiner sagen, er hätte von nichts gewusst.

Österreichischer Blockchain-Contest

Dass unsere österreichischen Nachbarn in puncto Bitcoin/Blockchain umtriebig sind und uns dabei gerne auch mal einen Schritt voraus, habe ich hier ja schon häufiger thematisiert. Und um diese These direkt zu untermauern, veranstaltet der BlockchainHub Graz in Kooperation u.a. mit der lokalen Sparkasse(!) einen Blockchain-Startup Contest.

Bis 31. Oktober können sich Gründer, Entwickler und Projektinitiatoren (wohl nicht nur österreichische) dort mit ihren Ideen, Startups und Prototypen bewerben und um Preise im Gesamtwert von 15.000 Euro konkurrieren. Diese werden aber selbstverständlich nicht in Euro, sondern in Bitcoin und Ether ausgezahlt.

Intention des Wettbewerbs noch nicht ganz klar

Allerdings wird aus der Website nicht ganz ersichtlich, was die eigentliche Intention dieses Wettbewerbs ist. Geht es nur darum die Ideen ins Rampenlicht zu holen? Wird es ein Event zum Netzwerken geben? Interessiert sich womöglich die Sparkasse selbst für die eingereichten Projekte oder ist diese nur formal ein Unterstützer?

Ein paar mehr begleitende Informationen würden dem Contest also gut tun. Ein bisschen Zeit ist ja aber auch noch und die Seite soll beständig aktualisiert werden.

Noch mehr BlockchainHubs

BlockchainHubs gibt es übrigens nicht nur in Graz, sondern auch in Berlin und Brüssel. In weiteren Ländern sind sie im Aufbau.

Über Healthcoins und verteilte Gesundheit

Dass sich auch die Gesundheitsbranche für die Blockchain-Technologie interessiert, hatte ich schon vor einer Weile mitbekommen. Eine Idee in diesem Bereich ist es zum Beispiel, Medikamente in der Blockchain zu registrieren, um diese jederzeit von gefälschten Produkten unterscheiden zu können und so Menschleben zu retten. Sehr viele Menschleben.

Eine Milliardenbranche ist heiß auf die Blockchain

Trotzdem hielt ich den Bereich Gesundheit bislang eher noch für eine Nische im Bitcoin-Ökosystem, in der außer ersten Ideen und lautem Nachdenken bislang noch nicht viel Greifbares entstanden ist.

Anscheinend habe ich mich getäuscht, denn in der Gesundheitsbranche wird das Thema Blockchain nicht nur recht detailliert beobachtet, mit der Distributed Health findet Anfang Oktober in den USA auch die erste Konferenz statt, in der es explizit um konkrete Anwendungen der Blockchain-Technologie in der Gesundheitsbranche geht.

Und diese sind – schaut man sich das Programm an – deutlich breiter und vielfältiger, als „nur“ Medikamente zu registrieren. So geht es u.a. um elektronische Patientenakten, Versorgungsketten, die Pharmaindustrie, Identität, Vertrauen, rechtliche Aspekte uvm.

Nach der Finanzbranche der zweitgrößte Wirtschaftszweig

Wirklich überraschen sollte das große Interesse aber nicht. „Gesundheit“ ist ein riesiges, globales Geschäft. In Nashville, dem Konferenzort, arbeiten knapp 130.000 Menschen in der Branche und eine Milliarde US-Dollar wurde allein in Startups vor Ort investiert – in etwa so viel wie Investoren in den gesamten USA bislang in Bitcoin- und Blockchain-Startups gesteckt haben.

Außerdem loten Pharma- und Healthcare-Giganten wie Merck auch längst eigenständig das Potential der Blockchain aus und sind sicher, dass es zwar noch etwas Zeit braucht, die Gesundheitsbranche dann aber nach der Finanzbranche die zweitgrößte Industrie sein könnte, die Bitcoin bzw. die Blockchain-Technologie adaptieren wird.

Praxistest: Bitcoins kaufen in Österreich

In Deutschland ist es noch immer vergleichsweise schwer an Bitcoins zu kommen. Mal eben Bitcoins im Wert von 10 oder 20 Euro zu kaufen, ist zwar machbar, aber umständlich. Denn entweder braucht man ein Bitcoin-Meetup in der Nähe, muss einen Privat-Verkäufer finden oder den aufwändigen Registrierungsprozess bei einer Bitcoin-Börse im Internet hinter sich bringen.

Österreich ist deutlich bitcoinfreundlicher als Deutschland

In Österreich ist das anders. Dort kann man Bitcoins nicht nur ganz bequem am Automaten kaufen, sondern Dank des Services von bitcoinbon.at das digitale Geld schon seit einiger Zeit auch an über 600 Verkaufsstellen im ganzen Land erwerben.

Da ich meinen Sommerurlaub gerade erst in Österreich verbracht habe, wollte ich die Gelegenheit nutzen, mal auszuprobieren, wie genau bitcoinbon.at funktioniert. Und ich war angenehm überrascht, wie einfach, schnell und reibungslos der Bitcoinkauf vonstattenging, wenngleich der Service in einigen Punkten aber durchaus noch verbessert werden kann.

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*Plopp* oder: Das Ende der DAO

Vor ziemlich genau einem Monat habe ich ausführlich über The DAO aka das größte Crowdfunding-Projekt aller Zeiten™ geschrieben und das Projekt anschließend auch für Deutschlandradio Kultur eingeordnet. Mein Tenor war damals kritisch – zu viele drängende Fragen schienen mir im damaligen Geldrausch-Hype unbeantwortet. Ich hab The DAO daher damals in Anlehnung an die große Spekulationsblase zu Beginn des Jahrtausends als DAO(tcom)-Blase bezeichnet. Dieser Vergleich war treffend. Denn am Freitag ist die DAO-Blase geplatzt.

Und der Schaden könnte bedeutend größer sein, als dass „nur“ alle DAO-Hobby-Investoren ihre Einlagen verloren haben.

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