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Honigdachs #72 – Bitcoin ist Politik, Wallets und Einhörner

Die 72. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig war. (Podcast abonnieren)

Honigdachs #72 – Bitcoin ist Politik, Wallets und Einhörner

In dieser Folge wird es mal wieder etwas praktischer. Wir widmen uns der Henne-Ei-Problematik von Bitcoin. Denn die Menschen verwenden das digitale Geld letztlich nur dann, wenn es auch interessante Möglichkeiten gibt, es einzusetzen. Diese Angebote entstehen wiederum meist jedoch erst, wenn es auch genügend Menschen gibt, die Bitcoin haben und es benutzen wollen.

Ein klassisches Dilemma, das man bei Bitcoin aber eigentlich ganz einfach lösen kann. Durch Buidln, dem noch nerdigeren Äquivalent zum Hodln. Nur dass man da eben nicht einfach nur digitales Geld hält und wartet, sondern Bitcoin dafür nutzt, sich die Lösungen, die man haben will, selbst zu bauen.

Einer, der sehr gut darin ist, einfach mal drauflos zu buidln, ist @Bumi, der in dieser Folge nicht nur erzählt, wie er vor Jahren mal per API und Telegram-Bot Bitcoins durch das kenianischen M-Pesa-Geldsystem geschickt hat (Because he can!), sondern der zur Zeit auch die Alby-Browser-Extension mitentwickelt, die dafür sorgt, dass gängige Internetbrowser Lightning sprechen lernen. Außerdem ist er der findige Dude, der die Einhornbox beim großen Magic Future Money-Online-Geschichten-Experiment Lightning-ready gemacht hat. Ein Kunstprojekt und Proof-of-Concept, dessen Ziel es auch ist, das Henne-Ei-Problem bei Bitcoin ein kleines Stückchen kleiner zu machen. Doch hört am besten einfach selbst!

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Honigdachs #71 – Bitcoin, die EU & Interessenvertretung

Die 71. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig war. (Podcast abonnieren)

Honigdachs #71 – Bitcoin, die EU & Interessenvertretung

Bitcoin bleibt weiterhin ein heißes Thema in der EU. In der vorherigen Folge haben wir über die Kontroverse rund um das potentielle Verbot des Proof-of-Work-Konsensalgorithmus im Ausschuss für Wirtschaft und Währung des EU-Parlaments gesprochen. Nun hat ebendieser Ausschuss zusammen mit dem für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres wiederum über eine andere Gesetzesvorlage abgestimmt, die anonyme Kryptotransaktionen weitestgehend verbieten soll.

Das sorgt natürlich für Ärger, Frustration und Unmut in der Community und wäre ein verständlicher Grund für fatalistische Politikverdrossenheit. Doch wir gehen einen anderen Weg und stürzen uns voll ins Thema. Mehr denn je versuchen wir zu verstehen, wie es zu dieser Entscheidung kommen konnte, welche Möglichkeiten es noch gibt, darauf korrigierend Einfluss zu nehmen und ob man sich als europäischer Bitcoin-interessierter Mensch nun Sorgen machen muss.

Dafür haben wir uns mit Sebastian Alscher fachliche Expertise in die Runde geholt. Er ist der Bundesvorsitzende der Piratenpartei Deutschland, die mit einem deutschen und drei tschechischen Abgeordneten im EU-Parlament vertreten ist. Mit ihm besprechen wir den politischen Entscheidungsprozess, die Position der Piraten und warum man den Kopf jetzt weder hängen, noch in den Sand stecken sollte. Hört rein!

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Honigdachs #70 – Bitcoin wird politischer

Die 70. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig war. (Podcast abonnieren)

Honigdachs #70 – Bitcoin wird politischer

Klima, Krieg, Corona – an globalen Krisen mangelt es zur Zeit ja wirklich nicht. Zumal wir ja noch nicht einmal die Folgen der großen Finanzkrise überwunden haben, die für Satoshi Nakamoto der Anlass war, Bitcoin zu starten. Heute, mehr als 13 Jahre später, ist das digitale Worst-Case-Geld längst fester Bestandteil dieser krisengeschüttelten Welt.

Doch wo steht Bitcoin dabei? Die einen wollen es regulieren, womöglich sogar verbieten. Die anderen nutzen es erfolgreich für militärisches Crowdfunding. Wieder andere befürchten die unkontrollierte Umgehung von Sanktionen. Andere bestreiten einfach nur ihren Lebensunterhalt darüber. Fest steht jedenfalls: Bitcoin wird zunehmend politischer. Was das bedeutet? Hört rein!

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Honigdachs #69 – Fragmentiertes Geld

Die 69. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig war. (Podcast abonnieren)

Honigdachs #69 – Fragmentiertes Geld

Während die Welt immer mehr aus den Fugen zu geraten scheint, setzen wir uns zusammen und besprechen etwas, wovon wir zumindest ein bisschen Ahnung haben: Bitcoin und vor allem Lightning. Denn dafür gibt es immer neue (und alte) Anwendungen.

Das ist auf der einen Seite aufregend, führt auf der anderen aber immer mehr dazu, dass unser digitales Geld zunehmen fragmentiert wird. Hier ein paar Satoshi in dieser Wallet, dort ein paar in jener. Und wo der Rest liegt, wissen wir womöglich gar nicht mehr so genau.

Wir sprechen also über die Fragmentierung des Geldes und darüber, warum Lightning zwar supernice ist, aber noch immer ein Risiko und sehr viel mehr reckless, als es in der Community mittlerweile oft dargestellt wird. Hört rein!

Shownotes

Über Bitcoin nachzudenken, lohnt sich!

Am Sonntag lag ich auf der Couch und habe mir eine Stunden lang die aktuelle Folge der SRF Kultur-Sendung Sternstunde Philosophie angeschaut. Das mache ich normalerweise nicht. Ich kannte die Sendung ehrlicherweise bis dato nicht einmal. Allerdings war ich kurz zuvor auf einen Tweet von Ijoma Mangold gestoßen.

Ijoma Mangold ist Journalist, Autor und die meisten kennen ihn wohl als Kulturkorrespondenten im Die Zeit-Feuilleton. Dort hat er mit Das schlaue Gold (Paywall) Mitte letzten Jahres auch einen exzellenten und zu Recht vielbeachteten Artikel über Bitcoin geschrieben. In der Corona-Krise hat er nämlich, wie viele andere auch, angefangen, sich mit Bitcoin zu beschäftigen. Dabei ist er, wie all die anderen, in den Kaninchenbau gefallen. Seitdem macht er, was alle dort machen. Er schafft sich all das Wissen rauf, von dem er vorher keine Ahnung hatte und versucht Bitcoin nicht nur als ökonomisches oder technisches, sondern als Gesamtphänomen zu verstehen.

Mit diesem Hintergrund war er nun zu Gast in genannter Philosophie-Sendung zum Thema „Bitcoin – Eine neue Weltordnung?“, die aus zwei Gründen bemerkenswert ist. Zum einen, weil es endlich soweit ist, dass Bitcoin im Fernsehen nicht immer nur als „dieses kryptische Internetgeld“ oder „die erste Anwendung der eigentlich ja viel besseren bLoCkChAiN-tEcHnOlOgIe“ behandelt wird. Stattdessen geht es hier um Bitcoin als gesellschaftliche Entwicklung und damit als etwas Großes, Neues und zum großen Teil noch Unbekanntes, über das es sich, wie wir ja auch immer wieder gern im Honigdachs betonen, lohnt, nachzudenken. Kudos daher an das Schweizer Radio und Fernsehen und die Redaktion der Sendung, die das erkannt haben und den Sendeplatz dafür bieten.

Ebenfalls bemerkenswert ist aber auch, wie Ijoma Mangold abgeht. Vermutlich hätte er das Format drei Stunden lang alleine füllen können und wäre doch nicht ansatzweise fertig geworden, über alles zu sprechen, was er zu Bitcoin im Kopf hat. Man merkt hier einfach, wie einen das Thema packen und begeistern kann und dass es eben nicht nur die Internetfreaks sind, die sich mit Bitcoin beschäftigen, sondern dass auch schöngeistig-verkopfte Boomer wie er die Bedeutung von Bitcoin begreifen können. Und in der Lage sind, sie auch anderen zu vermitteln. Denn nur wenn es Philosophen gibt, die über Bitcoin nachdenken, kann es auch sinnvolle Philosophie-Sendungen zum Thema Bitcoin geben.

Wenn er so weiter macht, gehe ich davon aus, dass Ijoma Mangold ein Katalysator für das Thema Bitcoin in intellektuellen Kreisen sein wird, in denen Bitcoin bisher noch keine sonderlich große Rolle spielt. Das finde ich gut. Denn insgesamt denken noch viel zu wenige Leute über Bitcoin nach. Dabei lohnt sich das und kann – wie man an Ijoma Mangold sieht – großen Spaß machen. Auf das Bitcoin-Buch, an dem er gerade schreibt, dürfen wir uns also freuen.

Honigdachs #68 (Spezial) – Rusty Russell

Die 68. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig war. (Podcast abonnieren)

Honigdachs #68 (Spezial) – Rusty Russell

Diese Folge ist mal wieder besonders. Denn wie schon in Folge 8 haben wir dieses Mal einen englischsprachigen Gast am anderen Ende der Leitung. Wobei die Leitung wirklich bis zum anderen Ende reicht. Rusty Russell wohnt in Australien. Von dort aus hat er viele Jahre an Linux gearbeitet, bis er irgendwann auf Bitcoin stieß. Seit einigen Jahren arbeitet er nun für Blockstream und ist einer der Entwickler, die das Lightning-Paper vom theoretischen Konstrukt in eine echte Anwendung überführen. Wenn ihr also jemals eine Lightning-Transaktion ausgeführt habt, dann nur, weil Leute wie Rusty den Code dafür schreiben.

Das macht er mit so großer Leidenschaft, dass er hin und wieder sogar dafür bereit ist, früh aufzustehen. Als kritische Stimme lässt er zudem gerne auch mal ein bisschen heiße Luft aus dem mitunter überhypten Bitcoin-Space und nimmt dabei in seinem Zweit-Twitteraccount andere Bitcoiner auf die Schippe. Das aber natürlich immer mit Humor.

Da dieses Mal nur Stefan und Manuel für die Australien-Schalte Zeit hatten, ist das Gespräch vielleicht ein bisschen techniklastiger als sonst geworden. Lasst euch davon aber nicht abschrecken. Es lohnt sich bis zum Ende dran zu bleiben.

Shownotes

Honigdachs #67 – Willkommen / 2022

Die 67. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig war. (Podcast abonnieren)

Honigdachs #67 – Willkommen / 2022

Das neue Jahr hat für Bitcoin mit einem Kursrutsch begonnen und auch sonst sind die Aussichten nicht ganz rosig, angesichts der permanenten Ablehnung und Anfeindungen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. 13 Jahre nach dem Start stellt sich daher die Frage, ob Bitcoin überhaupt jemals Mainstream werden kann und ob es sich lohnt, dieses Ziel zu verfolgen.

Keine ganz einfache Frage, daher sprechen wir viel über Pro und Contra von Twitter-Diskussionen, über die Aussagekraft von Wissenschaft, darüber was gelungene Kommunikation ausmacht und warum wir meinen, das es nicht klug ist, Teil einer Bitcoin-Sekte zu sein. Dazu haben wir noch einen kurzen statistischen Rückblick auf das alte Jahr und in die Historie vom Honigdachs. Denn dieser Podcast heißt ja nicht ohne Grund so, ne? Also: listen, and repeat!

Shownotes

https://twitter.com/callebtc/status/1479841456005300227?s=20

„Human B“ – Die bisher beste Bitcoin-Dokumentation

Wer selbst über einen Feed mit Bitcoin-News verfügt oder bereits die aktuelle Honigdachs-Folge gehört hat, wird nicht drumherum gekommen sein. Kurz vor Weihnachten haben Aaron Mucke und Eva Mühlenbäumer ihren von der Community bereits heiß erwarteten Dokumentarfilm Human B (Die Reise in den Bitcoin-Kaninchenbau) online gestellt. Und er ist gut geworden. Sehr gut sogar.

Das sage ich nicht deswegen, weil ich einer der (Neben-)Protagonisten bin, mit denen sie gedreht habt, sondern obwohl. Mich hat es nämlich nie ins Rampenlicht gezogen und ich habe über die Jahre auch schon einige ähnlich Anfragen abgelehnt. Aaron und Eva waren aber selbst so überzeugt von ihrem Filmprojekt – das sie im übrigen komplett selbst und ohne irgendeine institutionelle Förderung auf die Beine gestellt haben – dass sie mich schlussendlich auch überzeugen konnten, mitzumachen.

In zwei Wochen bereits über 100k Views

Und ich bereue es nicht. Im Gegenteil. Seit der Film online gegangen ist, geben meine Twitter-New Follower-Notifications keine Ruhe, weil der Film bereits mehr als 100.000 Mal abgerufen wurde und dabei auf durchweg positive Resonanz stößt. Es scheint, als haben Aaron und Eva hier einen Nerv getroffen und einen Film gemacht, der vielen Bitcoinern aus dem Herzen spricht. Weil es nicht ums reich werden geht, sondern darum, warum immer mehr Menschen auf der ganzen Welt meinen, das eine Welt mit Bitcoin besser ist als eine Welt ohne.

Diese Perspektive macht den Film übrigens auch absolut geeignet für Einsteiger, die bisher keinen Zugang zu Bitcoin gefunden haben. Meine Eltern finden ihn zum Beispiel auch sehr gut und auch hier wiederum nicht (nur) wegen mir, sondern weil er zum Beispiel „… echt witzig ist mit diesem einen Typen im Froschkostüm und diesem Malen an die weiße Wand im Hintergrund. Toll!“

Auf Youtube gibt es den Film für die internationale Crowd auch mit englischen Untertiteln (aber leider wohl manchmal mit Werbung), bei Vimeo gibt es die werbefreie rein deutsche Variante.

Show some love!

Und wem der Film gefällt, der sollte den beiden Filmemachern unbedingt noch etwas in den digitalen Hut werfen. Man sieht dem Film an, dass dort sehr viel Herzblut, Arbeit und eine mittlere bis hohe fünfstellige Summe hineingeflossen ist, die die beiden privat vorausgelegt haben. Also show some love für das Engagement und schickt den beiden unbedingt noch euer Eintrittsgeld für dieses Kinoerlebnis (geht auch mit Old-School-Money). Das wäre nur fair.

Honigdachs #66 – Mele Kalikimaka!

Die 66. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig war. (Podcast abonnieren)

Honigdachs #66 – Mele Kalikimaka!

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und pünktlich vor dem Weihnachtsfeste treffen sich die drei Santanisten zur Ho-Ho-Honigdachs-Aufnahme. Mit dabei dampfender Glühwein, krachende Printen und natürlich ein Sack voller Geschenke! Doch der ist irgendwo versteckt in unserem bunten Themenbouquet, das von El Salvador über progressive Bitcoiner bis hin zu jeder Menge Buch- und einem Filmtipp reicht.

Also macht es euch gemütlich und lauschet der insgesamt doch recht frohen Kunde, mit der wir den Honigdachs-Sack für dieses Jahr zu machen. (Also wahrscheinlich, aber man soll ja nie nie sagen, ne?). Frohes Fest und Mele Kalikimaka!

Shownotes

„Auf Protokollebene“ – Delegationsreise nach El Salvador.

Auf Deutschlandfunk Kultur lief neulich meine Reportage über die Bitcoin-Delegationsreise neulich nach El Salvador. Dabei handelte es sich nicht um einen Beitrag über Bitcoin in El Salvador und ob das digitale Geld gut oder schlecht für das Land und die Menschen ist – davon gibt es ja mittlerweile ein ganze Reihe. Es ging vielmehr um die bemerkenswerte Tatsache, dass ein staatenloses Open-Source-Projekt aus dem Netz aka „Neuland“ mittlerweile die diplomatische Ebene erreicht hat und es quasi-diplomatische Beziehungen zwischen einem Land und einem Netzphänomen gibt.

Das ist eine neue Ebene der Digitalisierung, mit der wir uns aber womöglich in Zukunft häufiger beschäftigen müssen. Denn die Verbindungen zwischen Offline- und Online-Welt werden noch dichter werden. Immerhin arbeitet Mr. Zuckerberg an seinem Metaverse und neulich habe ich mit einem Computerchemiker gesprochen, der meinte, dass wir nicht drum herumkommen werden, die KI künftig in unseren Zoom-Calls als gleichwertiges Mitglied zu betrachten.

Insofern war ich selbst sehr verwundert über den Dreh, den die beiden Moderatoren meinem Beitrag gaben. Statt meiner Anmoderation (die man als Autor standardmäßig als Vorschlag immer mitliefert), gab es eine neue, die – warum auch immer – direkt einen negativen Dreh auf das Thema Bitcoin in El Salvador hatte. Stichwort Geldwäsche und so. Noch befremdlicher war jedoch die Abmoderation, in der beide Moderatoren ihre offenkundig auf einem nicht sehr fundierten Wissensstand beruhende Abneigung gegen Bitcoin feierten. Das war weder professionell (als Moderator sollte man Präsentation und Meinung trennen können) noch kollegial, denn eigentlich sind Autoren, Redakteure und Moderatoren Teil des selben Teams.

An der Moderation gab es daher auch im Nachhinein viel Kritik. Diese wurde gehört und man versicherte mir, dass man die Moderation so auch nicht wieder machen würde. Immerhin. Warum sie dann aber immer noch in dieser Form online steht, bleibt mir ein Rätsel. On-Air mag sich sowas ja versenden. Das Netz vergisst jedoch nicht.

Da ich hier aber natürlich alle meine Beiträge sammele, habe ich mich daher entschieden, nicht den gesendeten Beitrag zu archivieren, sondern die originale Version.


Auf Protokollebene.
Bitcoin-Delegationsreise nach El Salvador

Anmoderation: Delegationsreisen in andere Länder –normalerweise ist das etwas, das auf beiden Seiten von offizieller Seite organisiert wird – von staatlichen oder wirtschaftsnahen Institutionen wie Handelskammern, Wirtschaftsverbänden, Ländervertretungen oder Botschaften.

Doch was passiert eigentlich, wenn bei so einer Delegationsreise auf einmal das Internet ins Spiel kommt und nur eine der beiden Parteien aus einem „echten“ Land, die andere hingegen aus der digitalen Welt stammt? Kann es überhaupt so etwas wie diplomatische Beziehungen zwischen einem Staat und einem staatenlosen Netzphänomen geben? Und wenn ja, wie könnten diese aussehen?

Genau diese Fragen hat eine Delegationsreise Mitte November nach El Salvador aufgeworfen. Rund 40 Bitcoiner*innen aus dem deutschsprachigen Raum sind dabei in das kleine mittelamerikanische Land gereist. Offiziell eingeladen und mit diplomatischer Begleitung.

Auslöser dafür war die Entscheidung El Salvadors dieses Jahr als erstes Land der Welt das digitale Open-Source-Geld als offizielles Zahlungsmittel anzuerkennen. Die Berliner Bitcoin-Community hatte daraufhin quasi-diplomatische Beziehungen aufgenommen, deren bisheriger Höhepunkt nun eben eine umfassende Delegationsreise bildete. Inklusive Treffen mit  Minister*innen, akademischem Austausch, Besichtigung einer staatlichen, mit Vulkanenergie betriebenen Bitcoin-Mine und dem Ausloten der Möglichkeiten wirtschaftlicher Zusammenarbeit.

Friedemann Brenneis hat die Reisegruppe nach El Salvador begleitet.

Der Vollständigkeit halber: Die Deutschlandfunk Kultur-Version mit der merkwürdigen An- und Abmoderation gibt es hier.

PS: Manchmal kommt es zu Reibungen. Dessen ungeachtet bin ich aber nach wie vor ein großer Fan des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks im Allgemeinen und von Deutschlandfunk ( Kultur) und Breitband im Speziellen.