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Cypherpunk Women – Bitcoin aus weiblicher Perspektive

Die Publizistin Leigh Cuen hat die digitale Anthologie Cypherpunk Women veröffentlicht, das „erste Open Source Buch von Frauen über Kryptowährung und Cypherpunk Pioniere“. Darin enthalten sind 40 Interviews, Statements, Gedichte und andere Texte rund um Technologie, Privatsphäre und sozialen Wandel von Entwicklerinnen, Unternehmerinnen und Vordenkerinnen aus der Bitcoin-Community aus ihrer jeweiligen Perspektive.

Klicken um direkt zum Buch zu kommen.

Den Inhalt zu kommentieren steht mir in diesem Kontext nicht zu. Aber angesichts der insgesamt ja sehr männerdominierten Bitcoin-Szene halte ich diese Textsammlung für etwas, das tatsächlich gefehlt hat und hoffe, dass wir in Zukunft noch mehr Vielfalt in der individuellen Wahrnehmung und kollektiven Ausgestaltung von Bitcoin erleben.

Honigdachs #52 – Live from the Halvening

Die 52. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig war. (Abonnieren)

Honigdachs #52 – Live from the halvening

Diese Folge ist eine ganz besondere, denn wir haben live und On-Air das dritte Bitcoin-Halving verfolgt und uns dabei einen schönen, kurzweiligen und bunten Abend gemacht. Das hat sich alles recht kurzfristig ergeben, denn lange Zeit sah es so aus, als würde der entscheidende Block 630.000 mitten in der Nacht gemined werden. Dann drückten die Miner aber derart auf die Tube, dass das Halvening ein echtes Primetime-Event werden konnte.

Also haben wir kurzerhand den Stream angeschmissen, spontan die beiden illustren Gäste Rene Pickhardt und Jeff von Fulmo dazugeschaltet und mehr als zweieinhalb Stunden Programm aus dem Hut gezaubert. Die erste Stunde war dabei die mittlerweile legendäre „Kann man uns etwa schon hören?!?“-Pre-Show, die nicht Teil des offiziellen Podcasts wird („Was in der Pre-Show passiert, bleibt in der Pre-Show!“), weil wir ja versprochen hatten, erst „pünktlich“ zu Block 629996 mit dem vollen Programm zu starten.

Wer nun aber nicht live dabei war, hat also ohne Frage was verpasst. Aber der silveströse Block-Countdown inklusive großem Finale, mit dem wir den Übergang von einer Bitcoin-Epoche in die nächste gefeiert haben, ist natürlich für euch und alle Zeiten dokumentiert. Und dazu all die wichtigen Fragen, die es in diesem Zusammenhang zu besprechen gibt. Zum Beispiel, was es mit den beiden Schlagzeilen in obigem Tweet auf sich hat.

Also hört rein, lehnt euch zurück und genießt die Show!

Gewinne! Gewinne! Gewinne!

Und wie es sich für eine gute Party dieses Ausmaßes gehört, haben wir euch natürlich auch nicht vergessen und noch etwas vorbereitet. Ihr könnt nämlich noch das folgende Bitcoin-Swag-Goodie-Pack gewinnen. Was das genau beinhaltet und was ihr tun müsst, um es zu bekommen, erfahrt ihr im Podcast. Die Lösung dann einfach per Mail an mich. Viel Erfolg!

Könnt ihr alles gewinnen! Wie, erfahrt ihr im Podcast.

Die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick.

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Das Bitcoin-Halving im Deutschlandfunk erklärt

Gestern Abend um halb zehn wurde der von der Bitcoin-Communtity lang ersehnte Block Nummer 630.000 gefunden. Damit fand nun also das dritte Halving in der Geschichte des digitalen Geldes statt.

Auch für die Wirtschaftsredaktion des Deutschlandfunk habe ich in einem Beitrag zusammengefasst, was das eigentlich genau bedeutet: Bitcoin-Halving – Warum die Produktion halbiert wird.

Das bevorstehende Bitcoin-Halving erklärt

Aller Voraussicht nach wird am frühen Dienstag Morgen Block 630.000 gemined werden und damit der erste Block, bei dem nur noch 6,25 statt der bisher 12,5 Bitcoins an den Miner des Blocks ausgeschüttet werden. Was es genau mit dieser Halbierung auf sich hat und warum sie ökonomisch eine markante und möglicherweise bedeutende Rolle spielt, habe ich für die Kollegen drüben bei Spiegel.de aufgeschrieben: Wie aus weniger mehr werden soll.

Für das zurecht kritisierte „Krypto“-Fettnäpfchen im Teaser, das dort keinen Sinn macht, weil das hier gar nichts mit Kryptographie zu tun hat, kann ich im Übrigen nichts, obwohl mein Name drunter steht. Ich liefere den Text nur zu, werden aber um Korrektur bitten.

https://twitter.com/danielwingen/status/1259145406958702595

Wie man richtig Bitcoins kauft – Teil 2 ist online!

Nachdem ich vorgestern den ersten Teil meines Leitfadens zum Thema Bitcoin kaufen online gestellt habe, sind nicht nur die Zugriffe hier im Blog in die Höhe geschossen, sondern zeitgleich zündete auch der Bitcoin-Kurs und flog mal eben um knapp 20 Prozent nach oben. Welches dieser drei Ereignisse nun im Einzelnen welches bedingt hat, kann ich natürlich nicht sagen.

Screenshot: Tradeview / Bitstamp.net

Für mich bedeutete diese Konstellation aber, dass mein Plan passé war, die beiden noch fehlenden Teile zu veröffentlichen, sobald ich genügend Zeit, Ruhe und Muße finde, sie fertig zu stellen. Denn mal ehrlich, einen Leitfaden zu erstellen, wie man am besten Bitcoins kauft, und dann endet der direkt vor der entscheidende Passage – nämlich wie man das dann denn nun tatsächlich macht – ist zwar ein ziemlich fetziger Cliffhanger, aber wir sind hier ja nicht in Hollywood, ne?

Also habe ich all meine Pläne über den Haufen geworfen und gestern von früh bis spät rangeklotzt, um zumindest auch den zweiten Teil des Leitfadens zeitnah online stellen zu können. Also den Teil über Bitcoins online kaufen. Denn trotz aller Lockerungen ist das in der derzeitigen Situation für interessierte Precoiner der wohl relevanteste Part dieses Leitfadens. Teil 3 – Bitcoins offline kaufen hat dagegen nun wirklich noch etwas Zeit, wird aber auch noch kommen.

Falls also auch Ihr nach der Lektüre des ersten Teils nun unendlich getriggert seid und gespannt wie ein Flitzebogen, wie das Abenteuer Bitcoins kaufen nach den Vorbereitungen in Teil 1 weiter geht: Bitteschön!

Konstruktive Kritik , Änderungs- und Ergänzungsvorschläge sind natürlich weiterhin willkommen.

Famoser Bitcoin-Kurzfilm „Hodl“

Hodl ist ein ganz großartiger Kurzfilm über einen jungen Mann, der von seinem Onkel nebst einer Angel und einem ausgestopften Hirschkopf unerwarteterweise „some kind of new digital currency or something“ vermacht bekommt. Gekauft 2010. Für 100 Dollar. Aber seht selbst …

Klicken auf das Bild öffnet das Vido auf Youtube

Honigdachs #50 – Bitcoin in der Corona-Krise

Die 50. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig ist. (Abonnieren)

Honigdachs #50 – Bitcoin in der Corona-Krise

Eigentlich sollte diese Folge ja eine besondere sein. 50 Folgen Honigdachs in fast fünf Jahren. Hooray!

Kein Grund zum Feiern …

Doch so sehr wir uns auch freuen, ist uns nur bedingt zum Feiern zu Mute, denn die Zeiten sind unruhig und besorgniserregend. Die Corona-Pandemie stürzt die Welt zunehmend ins Chaos und das Schlimmste steht uns wohl erst noch bevor.

Anstelle einer eigentlich geplanten fröhlichen Feier-Folge, sprechen wir nun also über die Corona-Krise und deren Folgen für Bitcoin und die Welt. Und haben uns dafür mit Marc Friedrich einen Gast eingeladen, der sich mit dem Thema besonders gut auskennt. Der Bestseller-Autor warnt seit Jahren in seinen Büchern vor dem nächsten Crash und eckt dabei mit seinen Thesen auch gerne einmal an. Doch nun ist der ja Crash da. Oder nicht? Oder noch nicht?

Das alles diskutieren wir in dieser Folge durchaus kontrovers aber immer mit einer positiven Grundhaltung. Natürlich jeder schön in individueller Heimisolation. Also hört rein und wundert euch nicht wenn der Sound bei dem einen oder anderen für kurze Zeit mal etwas knarzig klingt. Das ist nur vorübergehend.

… aber bald!

Die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick und die offizielle Jubiläumsfolge mit allem drum und dran holen wir natürlich nach.

Danke aber schon jetzt an euch, die ihr uns seit fünf Jahren immer wieder hört und so viel positives Feedback gebt.

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BitcoinPriceMap – Der Bitcoin-Preis im globalen Vergleich

Aktuell ist im Bitcoin-Preis ja wieder ordentlich Dynamik. Zwar hat sich der Kurs seit dem markanten Einbruch vor zwei Wochen wieder einigermaßen gefangen und mäandert aktuell um die 6500 US-Dollar-Marke. Der Weg dahin war kein gerader, sondern auf Grund einiger signifikanter Auf und Abs von spürbarer Volatilität geprägt.

Der Bitcoin-Kurs erholt sich langsam, aber kontinuierlich.

Doch kann man genau genommen ja gar nicht von dem Bitcoin-Preis reden. Bitcoin hat ja nicht nur einen, sondern viele Preise. Diese bilden sich nämlich immer dort, wo Angebot und Nachfrage zusammenkommen. In der Regel sind das die Börsen im Netz. Aus den Daten der Börsen kann man dann zwar einen Mittelwert bilden, den man als so etwas wie den Bitcoin-Preis bezeichnen könnte. Man sollte aber trotzdem nicht vergessen, dass dieser Mittelwert global dennoch ziemlich große Differenzen beinhalten kann.

BitcoinPriceMap – Wo Bitcoins auf der Welt aktuell wieviel kosten

Mit der BitcoinPriceMap hat der Brasilianer Miguel Medeiros nun eine Karte entwickelt, die diese Unterschiede sehr anschaulich darstellt. Dafür zieht er sich die Daten von den Börsen in verschiedenen Ländern, rechnet alles in US-Dollar um und stellt die Ergebnisse auf einer Weltkarte gegenüber.

In manchen Ländern zahlt man aktuell fast 1000 US-Dollar mehr pro Bitcoin.

Das ist insofern interessant, als dass mir vorher nicht klar war, wie groß die Preis-Unterschiede in einzelnen Regionen tatsächlich sind. Dass Bitcoins in Nigeria bspw. vergleichsweise teuer sind (zehn Prozent über globalem Mittel) überrascht mich weniger. Dass Argentinien da jedoch nahezu gleichauf liegt, schon. Insbesondere da ein Bitcoin in Venezuela aktuell kaum teurer ist als im gemittelten Rest der Welt. Und warum ein Bitcoin in Australien gerade rund 1000 US-Dollar billig ist als überall sonst, wirft natürlich auch Fragen auf.

Zu wenige Börsen beschränken die Aussagekraft

Ein Teil der Antwort könnte dabei, wie so oft, in der dünnen Datenbasis liegen. Denn sonderlich breit ist die Auswahl der Börsen, die herangezogen werden, nicht. Außerdem scheinen viele eher klein zu sein. Von den meisten habe ich zumindest noch nie etwas gehört. Wobei das natürlich nichts heißen muss.

Aber selbst in den Ländern mit vielen und vor allem volumenstarken Börsen – USA, China etc. – wird bislang jeweils nur eine einzige Börse als Quelle herangezogen. Oder eben gar keine, wenn es wie bei uns in Deutschland, keine gibt. Und wo verortet man denn eigentlich Börsen wie Binance, die letztlich keinen festen Standort haben, sondern immer in die Jurisdiktion wechseln, die für sie gerade am vorteilhaftesten ist?

Gutes Tool für einen Perspektivwechsel

Doch auch wenn es für die BitcoinPriceMap methodisch noch Luft nach oben gibt, ist sie auch so schon jetzt ein wirklich interessantes Tool, das hilft, das eigene Verständnis und die eigene Persepktive auf Bitcoin zu erweitern und interessante Fragen aufwirft, über die man sonst vielleicht so nicht nachgedacht hätte.

Bitcoin-Meetups trotz Virus? Let’s meet in VR!

Pandemiebedingt ist es derzeit ja leider nicht möglich sich IRL zu treffen. Damit fallen auf absehbare Zeit natürlich auch bundesweit sämtliche Bitcoin-Meetups und -Stammtische aus.

Das könnte man nun einfach so hinnehmen, aber es liegt nun einmal in der Natur von Bitcoinern, dass sie Sachen ungern einfach so hinnehmen. Insbesondere dann nicht, wenn es doch eine technische Lösung gibt.

Mit Virtual Reality gegen die Virus Reality

Die findigen Bitcoiner aus Ulm verlegen daher ihr reguläres Meetup am kommenden Donnerstag kurzerhand vom virusverseuchten meatspace ins Keimfrei-Virtuelle und laden gleichmal den gesamten deutschsprachigen Raum zum ersten Bitcoin Meetup Germany in Virtual Reality.

Da passenderweise am Donnerstag auch unser Bitcoin-Stammtisch hier in Leipzig gewesen wäre, habe ich natürlich Zeit, auch da zu sein und nach dem Vortrag mit auf dem Panel „sitzen“ und zu diskutieren.

Vortrag, Panel und Fragen und Antworten, kostenlos und für alle

Für ordentlich Programm ist also gesorgt und falls ihr auch Lust habt (Zeit habt ihr ja ohnehin, was wollt ihr denn sonst machen?), mal was Neues auszuprobieren und dabei auch noch die Crème de la Crème der deutschsprachigen Bitcoin-Szene treffen wollt, kommt vorbei und loggt euch ein.

Glück gehabt, auch im virtuellen Raum muss keiner stehen

Das Ganze ist kostenlos und man braucht auch kein spezielles VR-Equipment. Ein Rechner (idealerweise mit Windows) reicht vollkommen. Nur für Getränke und das sonstige leibliche Wohl muss hier natürlich jeder selbst sorgen.

Die Präsentationstechnik ist auch erfolgreich getestet.

Ich freue mich jedenfalls drauf. Inmitten der allgegenwärtig mitschwingenden Endzeitstimmung könnte das das Programm-Highlight der Woche werden.

Bitcoin und die Corona-Krise

„Die große Corona-Krise hat die ganze Welt fest im Griff und lässt erbarmungslos alle wichtigen Märkte crashen. Alle? Nein! Eine kleine unbeugsame Kryptowährung namens Bitcoin widersetzt sich dem übermächtigen Abwärtstrend und bleibt trotz allem wertstabil.“

So hätten sich wohl viele Bitcoiner die Beschreibung dieses Donnerstags gewünscht. Bitcoin – aus der globalen Krise 2008 geboren – beweist sich schon in der nächsten globalen Krise nur wenige Jahre später als verlässliche und entkoppelte Anlageklasse. Ein Wertaufbewahrungsmittel, das nicht mit den klassischen Märkten wie Gold, Aktien, Anleihen und Öl korreliert.

Doch es kam anders.

Der schwarze Corona-Schwan wirft alles durcheinander

Vor einer Woche noch bei über 9000 US-Dollar, brach der Bitcoin-Kurs zusammen mit den Aktienmärkten am Donnerstag massiv ein. Verlor zwischenzeitlich binnen Stunden mehrere Tausend Dollar an Wert und dippte in der Nacht kurzzeitig sogar auf unter 4000 US-Dollar. Seit Gestern steht der Bitcoin zwar wieder bei über 5000 US-Dollar. Unterm Strich bleibt aber ein Verlust von rund 40 Prozent innerhalb einer Woche. Für viele Bitcoiner eine Überraschung. Und ein Schock.

https://twitter.com/TorbjrnBullJens/status/1238125172302979074
Die Volatilität ist nicht das Problem

Allerdings nicht wegen der Wertschwankung an sich. Plötzliche Volatilität ist man bei Bitcoin schließlich seit jeher gewöhnt. Zwar eher selten, aber hin und wieder auch im zweistelligen Prozentbereich.

Was viele jedoch überrascht, ist die Tatsache, wie sehr sich Bitcoin von der allgemeinen Verunsicherung der klassischen Märkte hat nach unten reißen lassen. Das war so schließlich nicht vorgesehen.

Dass es trotzdem so gekommen ist, ist bemerkenswert und spannend gleichermaßen, werfen die gestrigen Ereignisse doch Fragen auf, die man im Rahmen des Bitcoin-Experiments eigentlich schon für beantwortet hielt.

Die Kursentwicklung der letzten Jahre deutete schließlich darauf hin, dass sich die These von Bitcoin als „Sicherer Hafen“ gegen Verwerfungen auf den klassischen Märkten als valide erweist. Soweit, dass sie eigentlich gar nicht mehr wirklich hinterfragt wurde und sich sogar zu einem der wichtigsten Alleinstellungsmerkmale von Bitcoin entwickelte.

Wir wissen weniger über Bitcoin als wir denken

Doch offensichtlich lagen wir in diesem Punkt falsch mit dem, was wir über Bitcoin zu wissen meinten. Denn wäre dem nicht so, hätte der Kurs nicht derart korreliert crashen dürfen. Und dass das für viele so überraschend kam, deutet darauf hin, dass es möglicherweise noch andere Bitcoin-Erkenntnisse gibt, die bisher als einigermaßen gesichert angenommen werden, in Wahrheit jedoch wohl nur Thesen sind, die bisher einfach nur noch nicht be- oder widerlegt wurden. Oder Annahmen, die in ihren Konsequenzen bislang schlichtweg noch nicht zu Ende gedacht wurden.

So warten viele Bitcoiner ja schon seit Jahren darauf, dass Bitcoin durch die Zulassung von ETFs und eine flächendeckende rechtliche Annerkennung als „offizielle“ Investitionsmöglichkeit endlich zu einem Magneten für institutionelles Geld wird. In der Hoffnung, dass das große Geld™ den Kurs massiv beflügelt und gleichzeitig dafür sorgt, dass sich auch die Volatilität langfristig in einem beständigen Rahmen einpendelt.

Eine Hoffnung, die jedoch stark auf der seit Donnerstag gründlich erschütterten „Sicherer-Hafen“-Annahme beruht und darüber hinaus zu einer weiteren Verpflechtung von Bitcoin mit bestehenden Marktmechanismen führen würde. Genau das würde aber künftig ähnliche korrelierte Markt-Entwicklungen noch viel wahrscheinlicher machen und den „Sicherer-Hafen“-Anspruch weiter untergraben. Ein Dilemma.

Denn man kann nicht auf das Geld von Investoren scharf sein, aber gleichzeitig nicht wollen, dass diese Investoren Bitcoin wie jedes andere ihrer Investments behandlen. Also im Zweifel zusammen mit all ihren anderen Anlagen massenhaft verkaufen, wenn sie dazu gezwungen sind.

Was die Corona-Krise für Bitcoin bedeutet

Was zu der letztlich relevanten Frage führt, wie wir den Kursrutsch für Bitcoin bewerten müssen und was wir daraus lernen können. Haben die Bitcoin-Kritiker am Ende womöglich doch Recht? Wenn das digitale Geld in turbulenten Zeiten wie diesen kein sicherer Hafen ist, was ist Bitcoin dann überhaupt wert?

Eine berechtigte Frage, auf die die Antwort wie so oft bei Bitcoin lautet: Zum jetzigen Zeitpunkt können wir das schlichtweg nicht sagen, für einen Abgesang ist es aber definitiv noch zu früh. Aus dem einfachen Grund, dass wir gestern zwar einen massiven Einbruch des Bitcoin-Kurses gesehen haben, wir aber noch ganz am Anfang der Corona-Krise stehen. Eine Krise, in der sich weit mehr als Bitcoin beweisen muss.

Man muss dabei kein sonderlicher Pessimist sein, um davon auszugehen, dass die gestrigen Marktreaktionen nicht das Schlimmste war, was uns noch bevorsteht. Wenn die Bundeskanzlerin offen sagt, dass die Situation außergewöhnlicher sei als zu der Zeit der Bankenkrise, dann hat sie damit Recht. Denn im Gegensatz zu 2008 ist die Krise, in die die Banken insbesondere hierzulande gerade rutschen und so bedrohlich sie auch wirken mag, dieses Mal nur ein Nebenschauplatz.

In erster Linie bedroht das Corona-Virus nämlich nicht die Bilanzen von Banken sondern das Leben von Milliarden Menschen weltweit. Der Umgang mit dem Virus ist folglich ein direkter Stresstest für die Integrität und Performanz jedes einzelnen Staates, seiner Gesellschaftsform, seiner Institutionen, der Werte, für die er steht und des Sozialgefüges, in dem diese Werte gelebt werden.

Und es ist keinesfalls ausgeschlossen, dass es Staaten gibt, die diesen Test nicht bestehen werden. Was im Übrigen nicht nur für den Iran gilt.

Menschenleben oder Bankenbilanzen?

Im Hinblick auf die Banken bedeutet das, dass Regierungen dieses Mal womöglich nicht nur vor der Entscheidung stehen werden, (schon wieder) die Banken zu retten oder nicht. Im schlimmsten Fall müssen sie abwägen, ob sie die Mittel der Gesellschaft eher dafür einsetzen, um marode Banken zu retten oder Menschenleben.

Es braucht nicht viel Phantasie, um zu erkennen, dass in einem solchen Fall das Budget für eine mögliche Bankenrettung, sofern sie überhaupt kommt, kein „whatever it takes“ sein kann und wahrscheinlich nicht für alle Institute reichen wird.

Wenn das Virus Ärzte wie in Italien jetzt schon dazu zwingt, zu entscheiden, wem man die Behandlung versagt und damit womöglich sterben lässt, weil die Überlebenschancen anderer besser sind und die medizinischen Kapazitäten nicht für alle reichen, dann wird keine Gesellschaft in dieser Krise akzeptieren, nicht auch offensichtlich marode Banken „sterben“ zu lassen, um zumindest den einigermaßen überlebensfähigen eine Chance zu geben.

https://twitter.com/aantonop/status/1238126574278512640

In diesem Kontext wirkt die Tatsache, dass Bitcoin am Donnerstag kurzzeitig die Hälfte seines Wertes eingebüßt hat, gleich sehr viel weniger dramatisch. Denn eines darf man nicht vergessen. Alles, was bei Bitcoin passiert, ist live und ungeschönt. Es gibt kein Fangnetz und keine Rettungsschirme. Selbst wenn der Kurs crasht, weiß man jederzeit, woran man ist. Und dass der Kurssturz von selbst einen Boden auf immer noch hohem Niveau gefunden hat, zeigt, wie es um das grundsätzliche Vertrauen in Bitcoin steht: ziemlich gut.

Bitcoin braucht kein Fangnetz, es ist das Fangnetz

Im Gegensatz zu Banken war Bitcoin noch nie auf eine Rettung von außen angewiesen und wird es auch nie sein. Für das Fortbestehen von Bitcoin ist es egal, ob Banken pleite gehen oder nicht. Selbst wenn tatsächlich der absolute Worst case eintritt und wir Staaten scheitern sehen, wird das Bitcoin nicht schaden. Im Gegenteil.

Denn genau für solch ein Extremfall wurde Bitcoin gemacht. Nicht als sicherer Hafen für institutionelle Investoren, sondern als globales und universelles Geldsystem, dass auch in den schlimmsten Zeiten, also Zeiten systemischer Krisen, verlässlich funktioniert.

Ob und inwieweit Bitcoin diese Erwartungen in den kommenden Monaten wird erfüllen können oder womöglich sogar müssen, werden wir sehen. Wir wissen heute noch nicht, wie die Welt nach Corona aussehen wird. Vielleicht werden wir am Ende vergleichsweise glimpflich davon gekommen sein. Ich möchte mich aber nicht darauf verlassen müssen. Sehr viel wahrscheinlicher stehen uns nämlich extrem turbulente Zeiten bevor.

Und in diesem Fall zu wissen, dass es ein zensur- und manipulationsresistentes Geldsystem gibt, das zwar nicht perfekt aber auch nicht mehr ultra-experimentell ist, und im Notfall nicht von Politik und Ländergrenzen abhängig ist, lässt mich deutlich besser schlafen.