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Honigdachs #46 – Bitcoin nervt!

Die 46. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig ist. (Abonnieren)

Honigdachs #46 – Bitcoin nervt!

Seit wir diesen Podcast machen, haben wir viel über die positiven Seiten von Bitcoin gesprochen und Bitcoin gegen ungerechtfertigte Kritik verteidigt. Allerdings ist eben nicht alle Kritik an Bitcoin unberechtigt und viel mehr noch – je länger man sich mit Bitcoin beschäftigt, desto mehr Sachen fallen einem auf, die man an Bitcoin nicht mag. Dinge, die nerven. Dinge, die besser laufen könnten. Besser laufen müssten.

Dass Bitcoin auch nach zehn Jahren noch Bitcoin so ein Nerdclub mittelalter, weißer Männer in der westlichen Welt ist zum Beispiel.

Oder dass sich Bitcoin immer noch nicht leicht und mal eben erklären lässt. Oder dass viele Bitcoin-Anwendungen noch weit von echter Benutzerfreundlichkeit entfernt sind. Oder, oder, oder.

In dieser Folge kotzen wir uns also mal so richtig aus über alles, was uns an Bitcoin stört, nervt und ärgert. Wer jetzt keinen Bock auf so viel negative Energie hat, sei beruhigt: Wer seinem Ärger Luft macht und die Dinge beim Namen nennt, der findet nicht nur Seelenfrieden, sondern kommt manchmal auch auf Ideen und Lösungen, auf die die Sicht vorher verstellt war.

Aber hört am besten einfach selbst!

Die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick

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Coldcard – Die kompromisslose Hardware-Wallet

Lange waren Trezor und Ledger die beiden großen dominierenden Anbieter, wenn es um Hardware-Wallets ging. Den Rest des Marktes, meist nur minimal veränderte Trezor-Klone, konnte man unter ferner liefen abhaken Doch mittlerweile ist der Markt gewachsen und immer neue Konzepte für die sichere Verwaltung von Bitcoins sind verfügbar.

Eines dieser Konzepte ist die Coldcard des kanadischen Unternehmens Coinkite und sie ist in vielerlei Hinsicht anders. Einer Security-First-Maxime folgend aufs Minimale reduziert wird niemals der Eindruck erweckt, dass diese Hardware-Wallet Bitcoins verwaltet. Sie schützt Schlüssel.

Design, Funktionalität und Nutzerfreundlichkeit sind dementsprechend einem Form-follows-function-Ansatz untergeordnet. Die Coldcard soll nicht schön sein. Sie soll den sicheren Zugriff auf die eigenen Bitcoins kontrollieren. Ohne Kompromisse.

Die Coldcard-Wallet könnte optisch auch als billiger Taschenrechner aus den 90ern durchgehen.
Ein „hässlicher kleiner Taschenrechner“, der es in sich hat

Richtig eingesetzt ist die Coldcard ein mächtiges und praktisches Werkzeug. Doch wie so oft bei Werkzeugen können Profis damit besser umgehen als Einsteiger. Insbesondere wenn diese nicht immer ganz genau wissen, was sie eigentlich gerade tun. Dann könnten sich Bitcoin-Neulinge mit einer Coldcard womöglich sogar mehr schaden als nutzen.

Die Coldcard richtig einzusetzen, setzt Verständnis voraus über Bitcoin und dessen technische Zusammenhänge und Abläufe „unter der Haube“. Wer dieses Wissen nicht mitbringt, muss es sich selbst aneignen oder läuft Gefahr, etwas falsch zu machen. Die Konsequenz kann dann der unwissentliche Verlust der Privatsphäre sein, dass man sich eine neue Coldcard kaufen muss oder, im schlimmsten Fall, dass die eigenen Bitcoins zwar gut absichert sind, man aber auch selbst den Zugriff darauf verliert.

Auch diese Kompromisslosigkeit ist letztlich konsequent. Bitcoin bietet denen die größte Freiheit und Unabhängigkeit, die sich ihre damit einhergehenden Verantwortung bewusst sind und entsprechend handeln.

Wer sich daher die Zeit nimmt, sich mit der der Herausforderung einer guten Cold Storage-Lösung und der berechtigten Kritik an bestehenden Hardware-Wallet-Konzepten auseinanderzusetzen, der wird verstehen, warum die Coldcard so kompromisslos ist, wie sie ist. Und ihre Möglichkeiten zu schätzen lernen, die so bisher keine andere Hardware-Wallet liefert.

Coinkite und ihre Coldcard sind keine Unbekannten

Zunächst zu den Basics. Der Coincard-Hersteller Coinkite ist kein Unbekannter, sondern gehört schon seit Jahren zum Bitcoin-Ökosystem. Mit dem Opendime hat das kanadische Unternehmen eine physische USB-Bitcoin-Wallet entwickelt, die bereits in der 4. Generation vorliegt.

Auch die Coldcard ist nicht neu, sondern in der aktuellsten Version aktuell bereits zweimal verbessert worden. Beständigkeit und transparente Weiterentwicklung, das zeigt die Erfahrung, sind im Bitcoin-Ökosystem aber prinzipiell gute Eigenschaften. Diese Review bezieht sich allerdings nicht auf das aktuelle Mk3-Modell, sondern noch auf ein Mark 2-Modell der zweiten Generation. Die Unterschiede sind aber nicht grundlegend.

Minimalistisch: Mehr als eine Tüte, ’nen Sticker, die Coldcard und einen Merkzettel gibt’s nicht
Minimale Angriffsfläche durch Minimalismus

Das minimalistische Konzept der Coldcard zeigt sich direkt beim Auspacken. Wo andere Hardware Wallet-Hersteller Wert auf ansprechende Haptik, umfangreiches Zubehör und eine schön gestaltete Verpackung legen, kommt die Coldcard in einer stabilen durchsichtigen Plastiktasche. Darin außerdem: ein Sticker und ein Papierkärtchen für das Notieren des Schlüssels. Das war’s.

Will man die Coldcard in Betrieb nehmen, braucht man allerdings noch ein Micro-USB-Kabel und – wenn man die Coldcard für echtes Cold Storage nutzen will – eine Micro-SD-Karte. Wer beides nicht zu Hause hat, muss also noch einmal 10 bis 20 Euro auf die aktuell rund 110 US-Dollar (Vorbestellungspreis Modell Mk3) draufrechnen. Wer die SD-Karte auch als Backup nutzen will, sollte an dieser Stelle jedoch nicht sparen und auf ein auf Langlebigkeit ausgelegtes Markenprodukt zurückgreifen.

Auch beim Kabel muss man eventuell nachkaufen. Nicht jedes Kabel funktioniert an der Coldcard, nur weil es den passenden Anschluss hat. Bei mir war es bspw. erst Kabel Nummer vier, mit dem die Hardware-Wallet schließlich startete.

Unter Strom – die Inbetriebnahme

Was die Coldcard von anderen Hardware-Wallets unterscheidet, ist das namengebende Feature, sie komplett cold, also offline und ohne Verbindung zu einem Computer einsetzen zu können. Daher auch die zwölf robusten, Taschenrechner-ähnlichen Tasten und das Display direkt am Gerät.

Für das initiale Setup muss man die Hardware-Wallet über den USB-Eingang mit Strom versorgen. Dafür soll angeblich eine Powerbank reichen. Wenn man, wie ich, allerdings nur bereits in die Jahre gekommene oder ohnehin schwachbrüstige Werbegeschenk-Powerbanks zur Hand hat, klappt das nicht unbedingt. Mit der Steckdose funktioniert es jedoch problemlos.

Die rote LED wird direkt vom Secure Element gesteuert. Leuchtet die Grüne, ist alles okay.
Im Notfall: Erschieße deine Coldcard!

Bei jedem Start überprüft sich die Coldcard selbst und zeigt per roter bzw. grüner LED die Integrität der Firmware und allem, was im Flashspeicher gespeichert ist. Gesteuert wird dieser Prozess vom Secure Element. Die physische Verbindung ist dabei durch Epoxidharz haptisch vor Manipulation geschützt. Daher auch das transparente Gehäuse, das jede Veränderung erkennen lässt und noch einen anderen Vorteil hat.

Durch die Hülle kann nämlich genau die Stelle erkennen, die man mit spitzer Gewalt treffen muss, um die eigene Coldcard final ins Jenseits zu schicken. Das mag drastisch klingen. Es gibt aber denkbare Umstände, unter denen es nötig sein kann, nachvollziehbar sicherzustellen, dass bei einer Coldcard definitiv nichts mehr zu holen ist.

„Schieß hierhin!“. Falls man die Coldcard unwiederruflich vor Missbrauch schützen will. (Screenshot: coldcardwallet.com)

In einem Interview erklärte Coinkite CEO Rodolfo Novak den Nutzen der Funktion mit dem Argument, dass dir Verbrecher möglicherweise schlimmere Dinge antun, solange sie davon ausgehen, dadurch irgendwann an deine Bitcoins zu kommen, als wenn offensichtlich ist, dass das sehr viel größeren Aufwand erfordert. Zum Beispiel indem erst eine neue Coldcard und das (idealerweise woanders versteckte) Backup besorgt werden muss.

Klingt für unsere Verhältnisse krass. Es gibt jedoch Situationen und Teile der Welt, da kann es sinnvoll sein, sich über so ein Szenario Gedanken zu machen. Insbesondere, wenn man größere Summen Bitcoins sicher verwahren will.

Das Secure Element „zumauern“

Zu viele falsche PIN-Eingaben führen übrigens zu dem gleichen Ergebnis und machen die Coldcard auch ohne Gewalteinwirkung irreparabel betriebsunfähig. Bis zur Mk2-Version verlängerten ähnlich wie beim Trezor falsche PIN-Eingaben die Zeitabstände für neue Versuche immer weiter. Ab Model Mk3 ist die Anzahl der falschen Eingaben auf 13 limitiert. Danach macht das Secure Element unwiderbringlich dicht.

Wer also nicht gut auf seinen PIN aufpasst, hat Pech und muss seine Bitcoins auf einem neuen Gerät wiederherstellen. Ein Factory Reset ist technisch unmöglich. Zitat: „If you forget your Coldcard PIN, there is nothing we can do except remind you to recycle your e-waste responsibly!“

Zusätzlich zum richtigen PIN kann man aber auch einen Spezial-PIN einrichten, der das Secure Element im Ernstfall sofort dicht macht (das Gerät also besser nicht in Kinderhände geben!) und einen Zweit-PIN, der in eine „falsche“ echte Wallet führt. Also eine Wallet lädt, die wie die originale Wallet aussieht und auch soviel Bitcoins enthalten sollte, um einen potentiellen Angreifer zufriedenzustellen. Aber eben nicht die eigentliche Wallet ist, die man in jedem Fall schützen möchte.

Von Würfeln und anderen Sicherheits-Features

Es gibt noch eine Vielzahl von weiteren Sicherheits-Features, die ich hier nicht auflisten kann, mit denen sich auseinanderzusetzen aber unbedingt schon im Vorfeld eines Kaufs lohnt. Sie sind alle auf der offiziellen Website und noch detaillierter im dortigen FAQ zu finden.

Jedes Secure Element ist einzigartig und sollte die selbe „Bag Number“ zeigen, wie auf dem Bag steht, in der die jeweilige Coldcard geliefert wurde.

Zum Beispiel, dass man sicherstellen sollte, dass jedes Gerät intern dieselbe „Bag Number“ anzeigt, wie auch auf der Verpackung stand, in der die Coldcard geliefert wurde. Oder wie man den Private Key erwürfeln kann, wenn man dem eingebauten Zufallsgenerator nicht vertraut. Oder wie man seine Backups verschlüsselt. Oder oder oder.

Die Coldcard im praktischen Einsatz

Doch wie funktioniert die Hardware-Wallet in der Praxis? Wie bereits erwähnt, ist die Coldcard weniger, was sich die meisten wohl unter einer Bitcoin-Wallet vorstellen würden. Im Gegensatz zu anderen Hardware-Wallets gibt es nämlich kein eigenes Interface, das als App oder Website das Empfangen oder Versenden von Bitcoins per Coldcard ermöglicht.

Die Coldcard lässt sich nur zusammen mit einer anderen Wallet-Software wie bspw. Electrum betreiben. Das ist prinzipiell kein Problem. Außer man betreibt selbst keinen eigenen Electrum-Server und ist sich auch nicht darüber im Klaren, wie viel Privatsphäre verloren geht, wenn man seine Daten stattdessen von irgendeinem Electrum-Server bezieht.

Wer die Coldcard nutzen will, sollte sich also nicht nur mit der Coldcard, sondern auch mit anderer Software, in dem Fall Electrum, auseinandersetzen. Für Einsteiger eher suboptimal.

Wird die Coldcard womöglich doch schnell mal am rechner abgeschlossen, wird sie zur „Hot“card

Auch die Möglichkeit, die Electrum Wallet auf dem Rechner mit der Coldcard zu verschlüsseln ist tricky. Um die entsprechende Wallet zu öffnen, muss man die Coldcard dann nämlich jedes Mal mit dem Computer verbinden. Genau das sollte ja mit der Initialisierung per Powerbank/Steckdose ja ursprünglich vermieden werden.

Auf der anderen Seite eröffnet die Kombination aus Electrum und Coldcard aber denen, die sich auskennen und genau wissen, was sie vorhaben, eine Vielzahl von Möglichkeiten. Das ist nicht immer intuitiv, aber unterm Strich mächtig.

Wer die Coldcard mit Electrum verwendet, sollte vorher wissen, was er/sie machen möchte.
PSBT – Teilsignierte Bitcoin-Transaktion

Zu den Besonderheiten gehört auch die Unterstützung von Partially Signed Bitcoin Transactions (PTSB), ein Feature, das es ermöglicht, eine Transaktion nacheinander von mehreren Institutionen signieren zu lassen bzw. lassen zu müssen, bevor sie gültig ist und vom Netzwerk akzeptiert wird.

Erst durch die Coldcard als zweite Instanz wird aus der .psbt eine final-txn erzeugt.

Dabei wird zum Beispiel in Electrum eine PTSB vorbereitet. Diese wird dann auf eine Micro-SD-Karte kopiert und in die Coldcard gegeben, die die Transaktion offline fertig signiert. Zurück im Rechner kann Electrum die finalisierte Transaktion von der SD-Karte dann ins Netzwerk geben.

Erst wenn die Coldcard die Transaktion fertig signiert hat, kann sie propagiert werden.

Durch den Einsatz von PSBTs lässt sich die Coldcard komplett offline verwenden. Das ist für kleinere Summen nicht unbedingt praktisch, erhöht aber die Sicherheit (auch die gefühlte), wenn es um große Beträge geht.

Noch mehr, wenn PSBTs künftig zu einem Standard-Feature von Hardware-Wallets werden und sich eine Bitcoin-Wallet dann über die Hardware-Wallet-Modelle mehrere Hersteller hinweg sichern lässt.

Bisher kann allerdings nur die Coldcard mit PSBTs umgehen und auf Rechnerseite muss entweder Electrum oder Bitcoin Core laufen. PSBTs einzusetzen, ist also schon möglich, bislang aber eben noch eine sehr exotische Erfahrung, an der vor allem Nerds ihre Freude haben werden.

Ich hatte zum Beispiel keinen passenden SD-Kartenleser und musste meine Test-PSBT kurzerhand durchs Audiointerface schleusen. Pay per mic, quasi. Klappt, wird den bequemen Endnutzer so aber noch nicht überzeugen.

Pay per mic: Wenn die PSBT vor dem Bitcoin-Netzwerk erst noch durchs Audiointerface muss
Fazit

Unterm Strich kann die Coldcard aufgrund ihrer kompromisslosen Fokussierung auf Sicherheit und Bitcoin (es wird nichts anderes unterstützt) die wohl beste Hardware-Wallet sein, die man derzeit kaufen kann. Vorausgesetzt man ist bereit, sich auf sie einzulassen.

Denn die Coldcard ermöglicht sehr viel, sie fordert dafür aber auch Einiges. Vor allem muss man wissen, was man eigentlich genau machen will und ob bzw. wie man die Coldcard einsetzen kann, um dieses Ziel zu erreichen. Das kostet Zeit und mitunter einiges an Hirnschmalz. Aber es lohnt sich. Denn je besser man sich auskennt, desto sicherer kann man die Coldcard verwenden.

Wer es hingegen einfach und bequem haben will, der wird mit der Coldcard vermutlich nicht glücklich werden. Gerade wenn es „nur“ um kleinere Summen geht, die im Cold Storage verwahrt werden sollen, auf die aber regelmäßig und schnell zurückgegriffen werden soll, ist die Coldcard im Gegensatz zur Konkurrenz vergleichsweise unhandlich.

Dessen ungeachtet füllt sie aber eine Lücke. Bequeme Hardware-Wallets sind potentiell weniger sicher. Wer größere Summen sichern möchte, technisch allerdings keine noch sehr viel aufwändigere Lösung wie bspw. das Glacier-Protokoll umsetzen kann oder will, der findet in der Coldcard eine sehr gute Lösung, die eben gerade wegen ihrer Kompromisslosigkeit in Hinblick auf den Fokus auf Sicherheit punktet. Dass sie dabei trotzdem sehr gut bedienbar bleibt, liegt an dem gut durchdachten Konzept, das man diesem unscheinbaren kleinen „Taschenrechner“ allerdings nicht auf den ersten Blick ansieht.

Und auch das ist letztlich ja kein Manko, sondern ein potentielles Sicherheits-Feature.

Happy 600.000 Blöcke, Bitcoin!

Heute Nacht ist es soweit. In weniger als 90 Blöcken wird Bitcoin 600.000 Blöcke alt und wer sich schon ein bisschen länger mit dem Thema beschäftigt, weiß, dass man die Bitcoin-Zeit nicht kalendarisch misst, sondern in Blöcken. Daher ist das ein Jubiläum. Zumindest für Nerds. Daher: Whoop, whoop!

Mit dem 600.000 Block wird auch der 18 Millionste Bitcoin erzeugt werden, was bedeutet, dass damit mehr als 85 Prozent aller jemals verfügbaren Bitcoins in Umlauf sein werden.

Blockzeit ist eine eigene Zeit

Interessant ist: Wir erreichen diesen Punkt deutlich früher als geplant. Denn eigentlich kommen Blöcke im Schnitt alle zehn Minuten. Aber sie kommen eben nur theoretisch alle zehn Minuten. In der Praxis kommen sie etwas schneller. Bei der aktuellen Blockzahl müsste die Blockchain nämlich schon rund elfeinhalb Jahre laufen. Seit dem Genesis-Block Januar 2009 sind aber erst 10 Jahre und knappe 10 Monate vergangen.

Diese Differenz liegt an der Difficulty, also der Schwierigkeit beim Mining einen gültigen Hash zu finden. Die Difficulty soll dafür sorgen, dass durchschnittlich alle zehn Minuten ein neuer Block gefunden wird. Unabhängig davon, mit wie viel Rechenleistung das gerade versucht wird. Das Prinzip: je mehr Leistung, desto schwerer wird es. Je weniger, desto leichter. Eigentlich ganz einfach.

Allerdings wird die Schwierigkeit bei Bitcoin nur alle 2016 Blöcke, also ca. alle zwei Wochen, angepasst. Das bedeutet, dass wenn bis dahin gerade sehr viel Hashing-Power im Netzwerk ist, die Blöcke eben tendenziell immer etwas schneller kommen. Und da die Hashrate von Bitcoin über die Jahre unterm Strich beachtlich gestiegen ist, war die meiste Zeit etwas „zu viel“ Leistung im Netzwerk und in der Praxis haben wir eine durchschnittliche Blockzeit von weniger als zehn Minuten.

Bedeutet also, dass man im Schnitt auch etwas weniger als zehn Minuten für die erste Bestätigung einer Bitcointransaktion warten muss.

Bedeutet aber nicht, dass das immer so ist. Erst neulich gab es wieder einen krassen statistischen Ausreißer-Block, der fast zwei Stunden(!) auf sich warten ließ (vgl. Block #597272 und Block #597273). Eine der ganz seltenen echten Block-Diven.

How high is the Blockchain?

Interessant ist es auch, sich anlässlich des runden Blockjubiläums mal über die korrekte Beschreibung der Blockchain Gedanken zu machen. Die ist nämlich gar nicht so intuitiv., wie viele denken. Das zeigte auch meine spontane, nicht-repräsentative Twitter-Umfrage neulich.

Denn obwohl es natürlich irgendwie naheliegt, dass eine Kette „lang“ ist, spricht man bei den Blöcken der Blockchain jedoch von der Blockhöhe. Die Blöcke bauen nämlich aufeinander auf. Wegen mir muss man da aber nicht pingelig sein. Die Blockchain als 600.000 Blöcke lang zu bezeichnen, finde ich im Sinne der besseren Verständlichkeit auch vollkommen okay.

Das Blockgewicht spielt übrigens erst seit der Aktivierung von Segwit eine Rolle bei der Größenbezeichnung einzelner Blöcke. Man findet die Angabe des Block Weight daher in einigen Blockexplorern ebenso wie die Block Height.

Denen, die aber meinten, die Blockchain sei „breit“, saß vermutlich der Schalk im Nacken. Oder aber es handelt sich hierbei um einen genialen metaphorischen Dreh. Denn wenn man fragt „How high is the Blockchain?“ schlägt man ja durchaus den Bogen zur richtigen Antwort und hat ganz nebenbei auch den einzigen Titel für ein „Blockchain“-Buch, das ich tatsächlich noch lesen wollen würde.

Block 600.000 – Wo noch nie jemand zuvor gewesen ist

Doch genug geschlaumeiert. Kommen wir zum praktischen Teil. Wer die geometrische Erscheinung der Blockchain nämlich abschließend selbst erkunden will, für den habe ich noch diesen traumhaften Echtzeit 3D-Blockexplorer von Scott Darby im Angebot, der jedes Science Fiction-Herz höher schlagen lässt.

Im Zentrum liegt der Mempool, um den sich alles dreht und um den auch die Blockchain Block für Block wächst. Transaktionen fliegen durch den Raum und werden in die kristallartige Baumstruktur der jeweiligen Blöcke eingarbeitet. Jede Transaktion bildet je nach Größe eine eigene Struktur, die sich beim freien Umherfliegen erkunden lässt.

Kurzum: Dieser Blockexplorer weckt bei mir die Vorfreude auf die kommende The Expanse-Staffel und ist gleichzeitig das beste Mittel sich die Zeit bis dahin mit Bitcoin-Nerd-Stuff zu vertreiben. Und das Beste ist: Da man im Raum nicht weiß, wo oben und unten ist, ist es auch egal, ob die Blockchain nun lang, hoch oder breit ist.

Wie sich Nordkoreas Krypto-Ambitionen stoppen lassen

Ich bin die Tage eher zufällig auf ein bemerkenswertes Paper gestoßen, dessen Thema mich direkt in seinen Bann schlug und das ich gerade mit großem Interesse gelesen habe: Closing the Gap. Guidance for Countering North Korean Cryptocurrency Activity in Southeast Asia von David Carlisle und Kayla Izenman.

Nordkoreas Krypto-Ambitionen verstehen

Wie der Name schon sagt, geht es dabei im Kern um Nordkoreas wachsende Ambitionen, bestehende Sanktionen mit Hilfe von Kryptowährungen zu umgehen und wie man dem mit Blick auf die Region Südostasien begegnen könnte.

Klicken führt direkt zum Paper

Was das Paper so spannend macht und warum ich es mir direkt runtergeladen habe, ist, dass es eine Breite an Informationen aufbereitet, die man so nicht jeden Tag im Netz findet.

Allen voran natürlich über Nordkorea, dessen wachsende Cyberarmy und die konkreten Versuche, nun auch Kryptowährungen in ihren umfangreichen und seit Jahren erprobten Maßnahmenkatalog zur Umgehung von Sanktionen zu integrieren.

Von Nordkorea über Russland und Iran bis Venezuela

Es geht aber auch darum, wie andere Länder in ähnlichen Situation das Thema Kryptowährungen angehen: Russland mit seinem „Cyber-Rubel“, der Iran und natürlich Venezuela mit seinem ominösen „Pedro“-Projekt.

Außerdem bekommt man durch den Fokus auf Südostasien auch einen Einblick in die Bitcoin- und Kryptowährungssituation in Ländern wie Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, den Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam. Alles Länder, aus denen man jetzt nicht jeden Tag etwas erfährt.

Selbst wenn man mit Bitcoin nicht viel zu tun hat, macht das das Paper mit all seinen Quellen und Verweisen zu einem wirklich aufschlussreichen Dokument. Eine Publikation, die man für weitere Recherchen auf jeden Fall auf dem Schirm haben sollte.

Sieh deinem Bitcoin- & „Krypto“-Portfolio beim Schrumpfen zu

Okay, die Überschrift ist etwas gemein. Aber was kann ich denn dafür, wenn ich just an dem Tag auf diesen praktischen Cryptocurrency Portfolio Tracker stoße, wenn Bitcoin und alle anderen Kryptowährungen kräftig nach unten gehen? Nichts, genau!

Bitcoin Kursentwicklung am 24.9.2019
Free and Open Source Portfolio Tracker

Also müssen wir da jetzt alle durch. Denn unabhängig vom aktuellen Kursgeschehen ist DFD Cryptocoin Values wirklich etwas, nach dem ich Freunde von mir lange gesucht haben: Eine Möglichkeit, die Entwicklung eines Bitcoin- oder (fast) beliebigen „Krypto“-Portfolio zu verfolgen, ohne dabei allzu viele sensible Informationen über sich selbst preisgeben zu müssen. So zumindest das Versprechen des Entwicklers:

Open source / free private cryptocurrency investment portfolio tracker, with email / text / Alexa alerts, charts, mining calculators, leverage / gain / loss / dominance stats, and other crypto tools.

Privately track your investment in Bitcoin, Ethereum, Monero, Litecoin, Grin, Cosmos, and an unlimited number of other altcoins / cryptocurrencies. Customize the coin list / alerts / charts to your favorite assets and exchange pairings. No limits, add as many coins / markets as you want.“

Für echte und virtuelle Portfolios

Ich persönlich brauche nicht mal all Funktionen und erst recht nicht all die Coins, die der Portfolio Tracker bietet, kann aber jedem empfehlen, zumindest mal mit der Demo rumzuspielen. Wer will kann damit ja auch ein virtuelles Portfolio pflegen und ohne Risiko schauen, wie gut man traden kann, bevor man echtes Geld verliert.

Insgesamt also ein schönes Tool. Aber trotzdem noch der Hinweis, dass man sich dennoch immer genau überlegen sollte, von wo man welche Software runterlädt und installiert. Aber eh man auf der Suche nach einem ordentlichen Portfolio Tracker auf irgendeine grellbunte Datensammel-App reinfällt (davon gibt es viel zu viele), ist dieses Open Source-Projekt vermutlich die bessere Option.

Keine halben Bitcoins. Oder: Der irrationale Wunsch nach Ganzheit

Neulich sagte jemand im Gespräch nebenbei etwas Bemerkenswertes:

„Ich wollte gerne Bitcoin kaufen, aber da mir ein ganzer zu teuer ist, habe ich mir stattdessen einen Ether gekauft.“

Dieses Aussage hat mich verdutzt und irritierte und je länger ich darüber nachdachte, desto absurder erschien sie mir. Vor allem, da ich wusste, dass sich derjenige durchaus mit der Bitcoin/Blockchain-Materie beschäftigt hat.

Wieso, so fragte ich mich, hat er sich nicht einfach einen halben Bitcoin gekauft. Oder einen viertel? Oder einen hundertstel? Wenn etwas leicht und präzise zu teilen ist, dann doch dieses praktische digitale Geld mit seinen 100 Millionen(!) Untereinheiten.

Wer Bock auf Schokotorte hat, sich aber keine ganze leisten kann, kauft sich doch auch nicht stattdessen Zwiebeln, nur weil die billiger sind. Man kauft stattdessen eben nur ein Stück Torte. Oder zwei. Oder drei. So viel man sich eben leisten kann oder möchte.

Schon Kinder wissen: Teilen ist doof!

Erstaunlicherweise scheint dieses Logik bei Bitcoin jedoch nicht zu greifen. Denn es ist nicht das erste Mal, dass ich obiges Statement in den vergangenen Jahren gehört habe. Seit der Bitcoin-Kurs Mitte 2017 zu klettern begann, habe ich immer wieder sonst eigentlich sehr vernünftig wirkende Leute getroffen, die mir sagten, dass sie lieber „Coin X“ oder „Token Y“ gekauft haben, weil es für einen ganzen Bitcoin ja leider nicht gereicht hätte.

Gerade kleine mengen Bitcoins sind schwer umzurechnen, wirken abstrakt und besonders klein.

Statt einem Stück Schokotorte haben sie also lieber einen haufen (vermutlich sogar fauler) Zwiebeln gekauft. Hauptsache sie haben für ihr Geld eine möglichst große Summe bekommen. Wichtiger als das, was sie letztlich kauften, war ihnen wie viel sie davon bekommen haben.

Mehr ist besser

In der Bitcoin-Community ist dieses „Problem“ natürlich bekannt. Obwohl es letztlich ja nur symbolisch ist, haben es ja auch viele Bitcoiner genossen, mal eben zum Dogecoin-Millionär oder sogar Milliardär zu werden. Einfach nur, weil man es kann und es sich schon irgendwie besonders angefühlt hat, in seiner digitalen Brieftasche auf einmal eine siebenstellige Zahl vor dem Komma zu sehen. Selbst wenn man wusste, dass diese Zahl letztlich ja nur eine virtuelle Illusion ist. Aber ist das Geld nicht immer?

Über die Jahre gab es daher immer wieder Versuche, auch Bitcoin für Freunde ganzer Zahlen attraktiver zu machen und es in kleinere, handlichere Zwischeneinheiten zu unterteilen. „Bits“, „Millibits“ und andere Vorschläge setzten sich aber nie flächendeckend durch. Meist, weil man am Ende doch nie genau wusste, auf welche der acht Nachkommastellen von Bitcoin sich der jeweilige Begriff denn nun eigentlich genau bezieht.

Kleiner ist besser

Zwei Entwicklungen könnten nun aber dazu führen, dass diese Problematik (zumindest etwas) an Bedeutung verliert: Der aktuelle Bitcoin-Kurs und Lightning.

Seit etwa vier Monaten mäandert der Bitcoin-Kurs nun schon um die 10.000 US-Dollar-Marke. Die ist nicht nur psychologisch wichtig, sondern hat auch den Vorteil, dass sich Bitcoins bei diesem Kurs recht einfach umrechnen lassen. 1 US-Dollar sind 0,0001 Bitcoin (oder eben ein Millibit). Pi mal Daumen funktioniert das entsprechend auch mit dem Euro

Bei einem Kurs von ca. 10.000 US-Dollar ist das Umrechnen von 0,00049041 BTC viel leichter.

Das Umrechnen von Bitcoin in „echtes“ Geld ist bei diesem Kurs also zur Zeit weit weniger kompliziert. Es ist vielmehr, wie wenn man früher nach Italien oder Frankreich in den Urlaub gefahren ist. Auch da hatte man sich ja irgendwann an den Umrechnungskurs gewöhnt.

Der war damals allerdings auch langfristig vergleichsweise fix und natürlich kann sich die Volatilität und damit der Wechselkurs bei Bitcoin jederzeit wieder ändern. Trotzdem – den Bitcoin-Kurs einigermaßen im Hinterkopf zu haben, kann durchaus praktisch sein und hätte bei einigen der Leuten in diesem Video wohl zu einer anderen, nämlich der deutlich lukrativeren Entscheidung geführt.

Lightning macht den Bitcoin klein

Anders ist der Effekt von Lightning, dem 2nd-Layer-Zahlungsnetzwerk, das derzeit auf Bitcoin entsteht. Das arbeitet ja bekanntlich gar nicht mehr auf der Grundlage von Bitcoin, sondern seiner (bisher) kleinsten Untereinheit, dem Satoshi (1 Sat = 0,00000001 Bitcoin).

Wirkt viel mehr, ist aber immer noch die gleiche Menge Bitcoins.

Das hat bei einem Projekt, das alltagstaugliche Klein- und Kleinstzahlungen mit dem digitalen Geld ermöglichen soll, natürlich vor allem praktische Gründe. Denn aus der Gewöhnung heraus können wir Menschen große Summen vor dem Komma sehr viel besser verorten als fitzelig kleine Nachkommastellen. Der Umgang mit vielen ganzen Satoshis ist für uns also sehr viel einfacher und intuitiver als die Verwendung von kleiner Bitcoin-Bruchstücke.

Und der positive Nebeneffekt: Auf einmal ist es auch bei Bitcoin wieder ganz leicht, zum Millionär zu werden. Vor allem aber muss sich nun niemand mehr Altcoin-Zwiebeln kaufen, wenn er eigentlich Bitcoin-Schokokuchen haben will. Denn einen Sack voll Satoshis (derzeit kostet einer rund 0,0001 Cent – lässt sich gerade auch sehr gut umrechnen) kann sich nun wirklich jeder leisten.

Epic Bitcoin Rap Battle

Diese Bitcoin Rap Battle Debate: Hamilton vs. Satoshi wird seit gestern felißig durchs Netz gereicht und zwar vollkommen zurecht.

Zentralisiertes vs. dezentralisiertes Geld

Man muss dabei gar nicht genau wissen, wer Alexander Hamilton war (Wikipedia: „einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten, deren erster Finanzminister und einer der ersten Staatstheoretiker der repräsentativen Demokratie“), denn er steht hier einfach repräsentativ für das auf Kontrolle ausgelegte zentralisierte Finanzsystem.

Da hätte man also auch diverse andere historisch „Verantworliche“ nehmen können. Das Video wurde aber in den USA produziert.

https://twitter.com/reidhoffman/status/1169599231075577856

Über Satoshi Nakamoto muss ich hier nicht viel sagen. Er übernimmt den argumentativen Gegenpol.

Mit Liebe zum argumentativen Detail

Aber nicht nur die Machart und die Easter Eggs (Wer findet und erkennt alle auftauchenden „Bitcoin-Promis“?) haben mich begeistert. Ich halte auch die Lyrics und die tatsächliche inhaltliche Auseinandersetzung für sehr gelungen, weil sie die öffentliche Debatte ziemlich gut widerspiegelt und eine enorme Bandbreite and Vorwürfen und Gegenargumenten ausgetauscht wird, ohne dass es am Ende einen Gewinner gäbe. Oder doch?

Ein kurzer Scan der mittlerweile mehr als 1700 Kommentare zeigt jedenfalls, dass für die Mehrheit Satoshi vorne liegt. Das verwundert aber auch nicht. Zum einen gibt es Bitcoins zu gewinnen und keine Dollar und zum anderen sind die sozialen Netzwerke vermutlich eher nicht der Ort, an dem sich der klassische Hamilton-Homie in seiner Freizeit rumtreibt.

Aber sei´s drum. Am Ende ist das Video sehr gelungenes und zeitgemäßes Edutainment und ich werd es gerne in meine Materialsammlung für mein Uni-Seminar aufnehmen.

Honigdachs #42 – Bitcoins sicher aufbewahren

Die 42. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist. (Abonnieren)

Honigdachs #42 – Bitcoins sicher aufbewahren

Nach der Sommerpause sprechen wir nun also über Sicherheit. Genauer: Wie man seine Bitcoins sicher aufbewahren kann. Doch das ist gar nicht so leicht. Denn selbst die als Allzweck-Wunderwaffe vermarkteten Hardware-Wallets haben ihre Tücken und sind bei weitem nicht so sicher, wie man es gerne hätte.

Was besser dagegen hilft – sie als Taco tarnen oder Hardware-Wallet-Multisig? Wir sprechen darüber.

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Neue Shitcoin-Listicles – Von FiatMarketCap bis CoinMarketCrap

CoinMarketCap ist über die Jahre zu einer Institution im Bitcoin-Ökosystem geworden. Das kann man mögen oder nicht, Fakt ist aber, dass sich die Seite zu einem quasi Standard für die schnelle Informationsbeschaffung einfacher Kurs- und Wert-Statistiken in Bezug auf Bitcoin und aktuell fast 2500(!) andere „Kryptowöhrungen“ entwickelt hat.

Das CoinMarketCap-Prinzip hat sich also bewährt und früher oder später führt das zu Alternativen oder interessanten Remixen.

FiatMarketCap dreht den Basiswert-Spieß um

Eine davon ist FiatMarketCap, das den Spieß umdreht und nicht den Wert einzelner Kryptowährungen in US-Dollar anzeigt, sondern den Wert staatlicher Währungen in Bitcoin. Das Ziel der Seite:

1. Darüber lachen, dass alle Werte in Bitcoin bezeichnet sind.
2. Verfolgen zu können, wie Bitcoin gegenüber den größten Fiat-Währungen in den kommenden Monaten/Jahren steigt
3. Zu zeigen, welche Fiat-Währungen sich im Vergleich zu Bitcoin besonders schlecht zur Wertaufbewahrung eignen

China. die USA, die Euro-Zone und Japan verfügen über das meiste Geld.

Da FiatMarketCap ein Spaß-Experiement ist, kann man auf der Seite auch nicht viel mehr machen. Man findet hier aber durchaus ein paar Fun Facts für die nächste Party. Zum Beispiel dass alles Geld des vor Afrika gelegenen Inselstaats São Tomé und Príncipe aktuell gerade einmal für 14 Bitcoins reichen würde und dass Katar zwar wohlhabend ist, aber alle Katar-Riyal der Welt dennoch nicht reichen würden, um sämtliche bisher existierenden gut 17,5 Millionen Bitcoins zu kaufen.

Vorausgesetzt natürlich die Zahlen auf FiatMarketCap stimmen. Was sich nicht ganz so einfach nachvollziehen lässt, aber im Sinne von Punkt 1 seiner Existenzgründe letztlich auch nicht ganz so wichtig ist.

CoinMarketCrap – alles Kacke außer Bitcoin

Remix Nummer zwei ist CoinMarketCrap, dessen Name nicht nur ein wunderbares Wortspiel, sondern auch Programm ist. Denn im Prinzip ist die Seite anzeigentechnisch ein reduzierter Klon von CoinMarketCap, bei dem alle „Kryptowährungen“ nach Bitcoin letztlich aber nur durchnummerierte Shitcoins sind. Frei nach dem Motto „There’s Bitcoin and then there’s shitcoin“.

CoinMarketCrap zeigt Bitcoin und die Top 99 Shitcoins nach Marktkapitalisierung

Für einige mag das etwas hart wirken, ich finde diese satirische Darstellung aber durchaus sinnvoll. Kryptwährungen haben immer eine Bringeschuld. Sie müssen zunächst einmal zeigen, dass sie sinnvoll sind, ein Zweck erfüllen und es wert sind, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Jede Kryptowährung ist also zu Beginn ein Shitcoin. Das war ja auch bei Bitcoin anfangs nicht anders.

Ob es aber jemals auch ein anderer Coin schaffen wird, das Shitcoin-Label endgültig abzulegen (außerhalb der Bubble hat das ja selbst Bitcoin noch nicht), bleibt fraglich. Vielleicht ja, vermutlich nein. Denn: All (Crypto) Roads lead to Bitcoin.

Wann kommt FiatMarketCrap?

Bleibt nur noch die Frage, ob und wann im nächsten Schritt möglicherweise auch FiatMarketCap und CoinMarketCrap fusioniert werden. Noch scheint mir ein FiatMarketCrap ja sehr extrem. Aber wer weiß. Ein Blick nach Argentinien zeigt: Nach der Krise ist vor der Krise.

Honigdachs #41 – Bitcoin in der Türkei

Die 41. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist. (Abonnieren)

Honigdachs #41 – Bitcoin in der Türkei

Eigentlich hatten wir ja versprochen, als nächstes über den sicheren Umgang mit Bitcoin sprechen zu wollen. Nur hatten wir dabei leider nicht bedacht, dass Sommerferien sind und wie schwer es da ist einen gemeinsamen Aufnahmetermin zu finden. Doch dann tauchte plötzlich dieser bemerkenswerte Tweet auf, der die Türkei hinsichtlich der Nutzung als DAS Bitcoin-Land schlechthin krönte. Noch vor den USA, Deutschland oder Argentinien. Wer hätte das gedacht?

https://twitter.com/TheCryptoDog/status/1159172659785003008

Also habe ich kurzerhand Philipp Mattheis zum Gespräch ans Mikro gebeten. Er ist Auslandskorrespondent, (lebt noch) in Instanbul, hat lange Zeit u.a. für die Wirtschaftswoche von dort und dem Nahen Osten berichtet. Vor allem aber kennt sich Philipp sehr gut mit Bitcoin aus, interessiert sich seit vielen Jahren für das Thema und hat mit Kryptopia ein tolles Buch über dieses faszinierende „Land“ geschrieben.

Ob er die Statistik für plausibel oder realitätsfern hält und wie es um Bitcoin in der Türkei und anderen nah- und fernöstlichen Ländern steht, erfahrt ihr auf unserem kleinen Honigdachs-Ausflug nach Istanbul (not Constantinople)

Die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick

Honigdachs #41 – Bitcoin in der Türkei weiterlesen