Bitcoin ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen

Bitcoin hat gerade Konjunktur, das ist kein Geheimnis. Doch ist der Kursanstieg nur einer von vielen Faktoren, an denen sich das ablesen lässt. Auch in den Top-Google-Anfragen 2017 in der Kategorie Global News liegt “Bitcoin” mit Platz 2 auf einer Spitzenposition. Weltweit wohlgemerkt.

Bitcoin als Tagesthemen-Top-Thema

Da passt es ganz gut, dass sich nun auch hierzulande die großen Medien auf das Thema stürzen. Das ist insofern bemerkenswert, als dass es vor einem Jahr noch undenkbar gewesen wäre, dass die Tagesthemen, wie am Montag geschehen, Bitcoin als Top 1-Aufmacherthema bringen. Mit Einspieler, Börsen-Schalte und abgerundet durch einen durchaus positiv-optimistischen Kommentar (bis ca. Minute 7:15).

Die Macht des Geldes

Erstaunlich, so könnte man nun meinen, was Geld so alles bewirken kann. Denn wenn man ganz ehrlich ist – denselben Kommentar hätte man auch schon vor einem Jahr oder vor zwei Jahren oder vor drei Jahren bringen können. An der Idee und dem Potential von Bitcoin und der Blockchain hat sich schließlich seit dem nicht viel verändert. Das, was sich jedoch stark entwickelt hat, ist der Wert. Wenn man diese Tatsache provokant zuspitzen wöllte, könnte man nun also behaupten, dass es letztlich nur eine Frage des Geldes (bzw. Wertes) war, bis Bitcoin auf die Tagesthemen-Pole-Position kommt.

Allerdings wäre das zu einfach und würde der Situation auch nicht gerecht. Denn Bitcoin ist eben nicht nur im Preis gestiegen, sondern es ist offensichtlich, dass die Idee Bitcoin – beschleunigt durch den rasanten Preisanstieg – immer mehr die Gesellschaft durchdringt. Heute ist Bitcoin Thema auf der Straße, in Familien und an Stammtischen. Vor einem Jahr war das noch nicht so. Die Tagesthemen mussten Bitcoin daher als Thema setzen, denn die Idee Bitcoin (und dass sie tatsächlich vielleicht sogar funktionieren könnte!) ist aktuell eben eines der aufregendsten und kontroversesten Themen. Der rasante Preisanstieg und das damit verbundene Medieninteresse war letztlich nur ein Katalysator diesen Durchdringungsprozess zu beschleunigen, die Idee Bitcoin in die Mitte der Gesellschaft zu tragen und Menschen dazu zu bringen, sich damit auseinanderzusetzen.

Bitcoin als prominentes Thema im Kulturradio

Ein anderer Indikator dafür ist übrigens, dass heute eine fast einstündige Diskussion zu Bitcoin und der Blockchain auf SWR 2 lief, einem Kulturradio(!) (Kann man hier nachhören. Spoiler: Ich war einer der Gesprächspartner). Auch das wäre vor einem Jahr noch undenkbar gewesen, galt Bitcoin bis dato doch als nerdiges Tech- und weirdes Wirtschafts-Thema, aber doch keinesfalls tauglich für ein Kulturradio.

Doch gehört es meines Erachtens genau dorthin, denn Bitcoin ist eben nicht nur Technologie und Geld, sondern ein Phänomen, dass unsere Gesellschaft transformiert. Zumal ja auch Geld letztlich eine kulturelle Errungenschaft und das vielleicht prägendste Medium unserer Gesellschaft ist. Das eigentlich Paradoxe ist daher genau genommen, dass Geld als Kulturgut bislang viel zu selten als Thema (auch für Kulturwellen) betrachtet wurde.

Aber genau das ändert sich gerade und hier zeigt sich eine der wuchtigen Stärken von Bitcoin: Niemand muss welche besitzen, um sich nicht dennoch mit der Idee auseinanderzusetzen und zu beginnen, Geld und wie wir als Gesellschaft damit umgehen wollen, kritisch zu hinterfragen.

Dieser Prozess läuft nun und er wird bleiben, selbst wenn der durch Spekulationen ohne Frage überhitzte Bitcoin-Kurs sich wieder normalisiert hat. Denn eines steht bei Bitcoin ohne Frage fest: Die Idee ist mächtiger als der Wert.

Frische Bitcoin- & Blockchain-Lektüre

Morgen (0:00 Uhr deutscher Zeit) ist es soweit, die ersten Bitcoin Futures werden zum Handel verfügbar sein.  Wie sich das kurz- und mittelfristig auf den Bitcoin-Kurs auswirken wird, ist noch vollkommen unklar. Viele halten einen Kurseinbruch aber für nicht unwahrscheinlich. Das wiederum bedeutet jedoch nicht, dass es nicht auch genügend andere gibt, die von einem weiter steigenden Kurs ausgehen. Fakt ist jedoch: Seit Freitag geht es mit dem Kurs tendenziell bergab und aktuell liegt er laut Bitcoin Average fast 3500 US-Dollar unter den 17.000 US-Dollar vom Freitag.

Wer also schnell noch emotional auf die unmittelbar bevorstehenden Bitcoin Futures reagieren möchte – wahlweise euphorisch, besorgt oder irgendwas dazwischen – heute wäre dafür wohl noch die beste Gelegenheit.

Keep calm and educate yourself

Für alle andere habe ich hier ein paar Lesetipps rund um die Themen Bitcoin und Blockchain, die einem helfen, in diesen turbulenten Zeiten einen kühlen Kopf zu bewahren. Denn der beste Weg mit all dem FUD (steht für: Fear, Uncertainty and Doubt) klarzukommen, der derzeit im Netz und den Medien floriert, ist, möglichst viel zu lernen. Denn Bitcoin und die Blockchain zu verstehen ist ein Prozess, den man nicht outsourcen kann.

t3n 50 Bitcoin-Blockchain
t3n 50 – Bitcoin & Blockchain

Los geht’s mit der aktuellen Jubiläumsausgabe der t3n, die das Schwerpunktthema “Bitcoin/Blockchain” hat, optisch passend in einem fetten BlingBling-Look daherkommt und mir gleich aus zwei Gründen sehr sympathisch ist.

Zum einen hatte ich vor Jahren schon die Idee, einen sehr ähnlichen Spruch auf T-Shirts drucken zu lassen, bin aber nie dazu gekommen und freue mich nun, dass die Idee scheinbar gut genug war, dass sie auch jemand anderes hatte. (Auch wenn das einem gewissen Sido offensichtlich nicht ganz so gut gefällt)

Zum anderen haben ich mit Bitcoin. Die Währung, die es nicht geben dürfte selbst den Artikel zu dem Magazin beisteuern dürfen.

Wer darüber hinaus noch mehr über den Inhalt des Heftes erfahren will – hier gibt es das Inhaltsverzeichnis und hier ein digitales Pageflip mit ein paar Artikeln im Auszug. Sparfüchse können auch einfach warten. Früher oder später landen alle Magazin-Texte auch auf t3n.de

Recht Innovativ 02/2017

Von diesem Fachmagazin hatte ich noch nie gehört, bis ein Probeheft neulich in meinem Briefkasten lag.

Recht Innovativ Blockchain

Ein Artikel zog dann aber direkt meine Aufmerksamkeit auf sich: Bermudadreieck Ethereum – wo Recht derzeit baden geht: Grenzen der Nutzung von Smart Contracts.

Auf immerhin 17 Seiten wird dort diskutiert, warum Smart Contract ein irreführender Begriff ist und u.a. im Hinblick auf die Aspekte Eigentum, Datenschutz, Privatsphäre und Komplexität durchaus problematisch ist.

Diese Sicht ist insofern erfrischend, weil sie sich dem breiten und oftmals unkritischen Smart Contract-Hype entgegenstellt, der ja allgemein in der fachlich nicht so versierten Öffentlichkeit vorherrscht.

Einziger Nachteil: Als Fachzeitschrift mit Schwerpunkt Recht richtet sich die Zeitschrift weniger an ein Massenpublikum als vielmehr an eine eher liquide Fach-Zielgruppe. Mit 89 Euro pro Ausgabe ist die Zeitschrift daher wohl eher etwas für die, die solche Summe aus der Portokasse bezahlen oder einen Arbeitgeber haben, der die Kosten übernimmt.

Möglicherweise kann man die Artikel ja auch bald über die zugehörige Website lesen. Bisher funktioniert die aber leider noch nicht wirklich.

Doku: Bitcoin – Blase oder Digitales Gold?

Das Y-Kollektiv hat eine ganz interessante Kurzdoku über Bitcoin online gestellt und wer wie ich die Woche nicht gern direkt mit Arbeit beginnt, findet hier eine sinnvolle Alternative.

Raus auf dem Eat-Work-Buy-Sleep-Repeat-Hamsterrad

Von der etwas ambivalenten niederländischen Aussteigerfamilie, die ihr Haus für Bitcoins versetzt hat, nun auf dem Campingplatz wohnt und auch gar nicht zurück will (andererseits aber offensichtlich auch nicht auf den Luxus einen riesigen Fernsehers verzichtet) bis zum kritischen Tech-Journalisten gibt es in der guten Viertelstunde eine abwechslungsreiche Reise durch Bitcoin, die Fragen beantwortet, aber auch neu aufwirft.

Für den Wochenstart eigentlich genau das Richtige.

“Free the world from a totalitarian financial surveillance system”

Eigentlich wollte ich nur ganz kurz in die Aufzeichnung der Baltic Honeybadger Bitcoin Conference reinschauen, die vor kurzem in Riga stattgefunden hat. Doch dann hat Andreas Antonopoulos angefangen zu sprechen und (ich hätte es eigentlich wissen müssen) ich bin hängengeblieben.

Nicht, weil ich jedes seiner Argumente teile, sondern weil es kaum eine andere Person gibt, die einen so sehr zum Nachdenken über Bitcoin und dessen Platz in dieser Welt anregt, wie er. Und zwar mit jedem seiner Talks aufs Neue.

Als Empfehlung fürs Wochenende verlinke ich daher diesen Talk (ab 1:44:00) inkl. ausführlichem Frage-Antwort-Teil. Manche seiner Thesen sind radikal, andere durchaus streitbar, aber genau das braucht eine gesunde Debatte jenseits einer, leider derzeit oft geführten “Eigentlich habe ich ja keine Ahnung von Bitcoin, aber eines weiß ich mit Sicherheit: Es ist eine Blase!”-Argumentation.

Wer etwas mehr Zeit hat, der findet in der Aufzeichnung noch Talks einer ganzen Reihe weiterer Top-Bitcoiner.  So weit bin ich aber selbst noch nicht.

Honigdachs #21 – Was den Bitcoin-Kurs crashen lassen könnte

Die 21. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan (bitcoinprivacy.net), Manuel (guidap.de) und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist.

Honigdachs 21 – Was den Bitcoin-Kurs crashen lassen könnte

Whoohoo! Seit dem letzten Honigdachs hat der Bitcoin-Kurs noch einmal ordentlich an Fahrt aufgenommen und vor Kurzem nun auch die die 9000 US-Dollar-Marke durchbrochen.

Insbesondere auf Reddit wurde diese symbolische Marke durch exzessiven Gebrauch obigen Dragon Ball Z-Memes gefeiert. Fast so als hätten Leute sehr, sehr lang darauf gewartet, das endlich mal einsetzen zu dürfen.

In diesem Zusammenhang drängt sich aber natürlich die Frage auf, wie lange der immer rasantere Aufwärtstrend noch anhalten kann und wenn, durch was eine möglicherweise ebenso rasante Talfahrt eingeleitet werden könnte? Darüber sprechen wir in der aktuellen Folge, denn obwohl auch wir den weiteren Kursverlauf nicht vorhersehen können, ist eines doch sicher:

https://twitter.com/BryceWeiner/status/933906675991318528

Die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick.

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Die dritte Welle – die Ära der Bitcoin-Klone

Es ist schon interessant, wie sich das Bitcoin-Ökosystem in der zweiten Hälfte dieses Jahres verändert hat. Die Abspaltung von Bitcoin Cash Anfang August hat nämlich geradezu eine Welle ausgelöst, in deren Folge eine vollkommen neue Kryptowährungs-Unterklasse entstanden ist: die der Bitcoin-Klone.

Denn neben Bitcoin Cash gibt es bereits (oder ist mindestens angekündigt): Bitcoin Gold, Bitcoin Silver, Bitcoin Diamond, Bitcoin Clashic (eine “Classic”-Variante von Bitcoin Cash) und Super Bitcoin. (Die ehemaligen, mittlerweile überholten Bitcoin-Fork-Variationen Bitcoin XT, Bitcoin Classic, Bitcoin Unlimited etc. mal außen vorgelassen.)

Um zu verstehen, warum wir es hier mit einem neuen Phänomen zu tun haben, muss man sich einmal die beiden bisherigen Wellen anschauen, in denen sich das Krypto-Ökosystem ausdifferenziert hat: Altcoins & Blockchain 2.0-Projekte

Die erste Welle: Altcoins

Fangen wir ganz vorne in der Schöpfungsgeschichte an. Am Anfang war Bitcoin und Bitcoin war gut. Dann aber kamen findige Entwickler, nahmen den frei verfügbaren Bitcoin-Quellcode, änderten hier und da ein paar Parameter und kreierten aus Bitcoin heraus eigene, neue Kryptowährungen: die Altcoins.

Diese waren nicht mit Bitcoin kompatibel und bekamen daher komplett eigene Netzwerke, eigene Blockchains und es bildeten sich eigene kleine Communities. Einige der berühmtesten noch immer am Markt zu findenden Vertreter sind Litecoin, Dogecoin, Monero oder ZCash.

Über den Sinn, Zweck und die Wertigkeit der Alleinstellungsmerkmale dieser und hunderter weiterer Altcoins lässt sich zwar trefflich streiten, doch lässt sich allerdings auch nicht bestreiten, dass einige wenige Altcoins durchaus ihre Nische im Krypto-Ökosystem gefunden zu haben scheinen. Wenngleich man ohne Zweifel 99 Prozent aller jemals generierten Altcoins im besten Fall als vollkommen nutzlos, im schlimmsten Fall als betrügerisch und gefährlich einstufen muss.

Irgendwann war dann aber die Luft raus. Zu viele sinnentleerte Spaßcoins, plumpe Plagiate und betrügerische Abzock-Kryptowährungen haben den Altcoin-Hype zum Erliegen gebracht. Irgendwann war einfach zu offensichtlich, dass es bei den meisten Altcoin-Projekten nicht um das geht, was ihre Whitepaper vollmundig versprachen, sondern letztlich nur um Spekulation und schnelle Profite. Also begann die nächste Welle: die der Blockchain 2.0-Projekte.

Die zweite Welle: Blockchain 2.0-Projekte

Hierbei standen nun nicht einfach nur mehr neue Krypto-Währungen auf dem Marketingplan, sondern nun ging es um erweiterte oder sogar vollkommen neue Blockchain-Konzepte. Ethereum ist hierbei der prominenteste Vertreter, aber auch Waves, Lisk, StellarIOTA und viele andere zählen zu dieser Kategorie. Sie alle  wollen “mehr” bieten, als einfach “nur” Transaktionen abzuwickeln. Sie wollen Plattformen sein, auf denen Smart Contracts (“intelligente” “Verträge”) laufen und/oder auf denen eigene neue Token und Kryptowährungen erzeugt, emittiert und verwaltet werden können.

Die Welle der Blockchain 2.0-Projekte war noch größer als die Altcoin-Welle, da sich mit dem schönen Marketingbegriff “Blockchain” – um mal in der Sprache unserer Zeit zu bleiben – quasi “aus Kacke Bonbons machen lässt”.

Kein Startup, dass nicht irgendwas mit “Blockchain” macht, kein Unternehmen, das nicht dringend irgendwelche Prozesse auf “Blockchain-Technologie” umstellen muss, keine Branche, die nicht aus “Blockchain”FOMO heraus in blinden Aktivismus verfällt, egal, wie unsinnig das Ergebnis ist. Über die Könige des Blockchain-Bullshit-Bingos  habe ich ja bereits geschrieben, wenngleich dieser Titel mittlerweile noch viel, viel mehr Leuten und Unternehmen zustehen würde.

Wobei aber auch hier Hoffnung besteht. Manche Leute lernen eben sehr, sehr langsam. Aber sie lernen.

Nichtsdestotrotz hält der “Blockchain”-Marketing-Hype weiter an. Die über die Blockchain 2.0-Projektplattformen generierten Token und Konzepte haben immerhin allein dieses Jahr unter dem Kürzel ICO (steht für “Initial Coin Offering”) Investitionen in Höhe von mehr als drei Milliarden(!) US-Dollar auf sich vereint.

Dass nicht ein einziges dieser ICO-Projekte seine Existenz bisher durch ein funktionierendes Produkt und eine reale Nachfrage danach gerechtfertigt hat – geschenkt. Dafür zerstreiten sich aber die Verantwortlichen, verschwinden mit dem eingesammelten Geld oder haben ihren ICO gleich von einem Steuerparadies aus hochgezogen, weil klar war, dass die Aufsichtsbehörden früher oder später ein sehr kritisches Auge auf den ICO-Hype werfen werden.

All das erinnert stark an die Gier-Entartung der Altcoin-Welle in ihrem Endstadium und man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass die Voraussetzungen immer schlechter werden, um mit einem neuen Blockchain 2.0-Projekt noch so richtig fett Kohle zu machen. So langsam ist das Thema nämlich durch, denn zurecht werden die Stimmen der Kritiker lauter, die nach den Ergebnissen fragen, die erneut in all den fancy Whitepaper vollmundig versprochen wurden.

Doch da die Palette vorzeigbarer Resultate in dieser Hinsicht eher dünn ist, sind findige Geschäftsleute nun eben dabei, eine neue Krypto-Klasse ins Leben zu rufen, mit der sich erneut wieder richtig viel versprechen und Geld machen lässt, ohne am Ende tatsächlich auch ein Ergebnis liefern zu müssen: die Bitcoin-Klone.

Die Dritte Welle: Bitcoin-Klone

Hierbei handelt es sich nun um eine ganz neue Mode. Zwar wird wie bei den Altcoins eine komplett eigene Kryptowährung ins Leben gerufen oder diese mit Hilfe der Infrastruktur von Blockchain 2.0-Projekten erzeugt, doch gibt es einen entscheidenden Unterschied. Während sich Altcoins und Blockchain 2.0-Projekte noch ganz bewusst und explizit von Bitcoin als der digitalen Leitwährung und dem Blockchain-Vorzeigeprojekt abzugrenzen versuchen, suchen die Bitcoin-Klone vielmehr ganz bewusst die Nähe von Bitcoin.

Das wird zum einen durch die Übernahme des Namens deutlich, geht aber soweit, dass insbesondere von Seiten von Bitcoin Cash mit großem Marketingaufwand  immer wieder ganz gezielte Nebelkerzen gezündet werden, um die Menschen zu verwirren, welches Bitcoin den nun das echte sei. Zum Beispiel durch Radiowerbung oder bewusst irreführende Tweets.

Diese Vorgehensweise ist jedoch insofern höchst irrational, da dadurch eine mögliche Massenadaption von Bitcoin maßgeblich behindert und verzögert wird. Denn wenn die Leute noch nicht einmal Bitcoin verstanden haben, werden sie wohl kaum anfangen, zwei Bitcoins zu verstehen. Oder ist das jetzt nur eines? Oder wie oder was?

Immerhin wurden schon eine ganze Menge Bitcoin Cashs an Segwit-Adressen gesendet. Bitcoin Cash hat aber Segwit als technische Erweiterung gar nicht implementiert, sondern nur das ursprüngliche Bitcoin. Dementsprechend können die Coins nun nicht mehr ohne den massiven Eingriff Dritter von diesen Adressen zurückgeholt werden. Aber das ist eben der Usability-Preis, den man zahlen muss, wenn man Bitcoin klont. Dann sehen sich die Adressen eben zum Verwechseln ähnlich und man setzt die eigenen Nutzer einem Risiko aus, das warum noch einmal nötig ist?

Antwort von Bitcoin Cash-Jesus Roger Ver: Aus Prinzip!

Im Windschatten dieses Bitcoin-Bitcoin Cash-Konflikts sind nun jedenfalls eine ganze Reihe anderer Klon-Projekte entstanden, die ebenfalls alle vom guten Namen “Bitcoin” profitieren und Teil vom Marktkapitalisierung-Kuchen abhaben oder gleich ihren eigenen Bitcoin-Franchise-Kuchen backen wollen. Bitcoin Cash ist das noch einigermaßen gelungen, Bitcoin Gold schon deutlich weniger.

Ist aber auch kein Wunder, denn über den Sinn dieser Bitcoin-Klone muss man nicht streiten. Es gibt nämlich keinen, außer damit Geld machen zu wollen oder andere persönliche Interessen umzusetzen (wie bspw. Fehden auszutragen).

Fest steht jedoch schon jetzt, dass auch die Ära der Bitcoin-Klone in absehbarer Zeit wieder zu Ende gehen wird. Wie bei den Altcoins und den Blockchain 2.0-Projekten gibt es, wenn überhaupt, nur sehr, sehr wenig Platz neben Bitcoin, wenn es kein hinreichendes Alleinstellungsmerkmal gibt. Selbst bei Bitcoin Cash ist das nicht vorhanden, denn es wird zwar viel Geld in Marketing investiert, aber eine wirkliche Roadmap, wohin es mit diesem Bitcoin-Klon langfristig gehen soll, existiert nicht. Genauso wie die Kompetenz solch einen Plan mit Innovation anzureichern und technisch schließlich auch umzusetzen. (Das heißt aber nicht, dass es Bitcoin Cash nicht noch eine Weile geben wird.)

Bitcoin ist und bleibt der Ursprung von allem

Doch kehren wir gedanklich noch einmal zu dem Bild der drei Wellen zurück, durch die sich überlagernd das Krypto-Ökosystem in den letzten Jahren immer mehr erweitert hat und noch immer erweitert. Interessant daran ist doch zu beobachten, dass alle diese Wellen immer den selben Ausgangspunkt hatten: Bitcoin.

Sämtliche Altcoins sind aus Bitcoin entstanden, sämtliche Blockchain 2.0-Projekte sind aus Bitcoin abgeleitet und die Klone sind sogar wieder näher an Bitcoin herangerückt, wo alle anderen Projekte zuvor die Abgrenzung gesucht haben. Das ist bemerkenswert. Ganz vereinzelt hat es zwar hier und da ein Projekt geschafft, selbst zu einem Ausgangspunkt für einen Ableger zu werden (Ethereum und Ethereum Classic / Bitcoin Cash und Bitcoin Clashic), aber über die Zeit hinweg betrachtet, muss man sagen, dass es nach wie vor nur ein einziges Projekt gibt, an dem sich im Prinzip alle der mehr als 1000 Altcoin-Blockchain-ICO-Klon-Variationen orientieren: Bitcoin.

Es ist daher davon auszugehen, dass auch die nächste Welle von Krypto-Projekten, egal wie diese dann heißen und aussehen werden, auch wieder von Bitcoin ausgehen wird.

“Geld” verstehen – Mit diesen Podcasts wird’s leichter

Ich bin vor einiger Zeit auf die Podcasts von BR2 Radio Wissen gestoßen, einen unglaublich reichhaltigen Fundus an interessanten, bunten und lehrreichen Sendungen, die sich jeweils mit einem Thema oder einer Person beschäftigen und dieses in je rund 20 Minuten sehr ansprechend aufbereiten.

“Geld” verstehen – dank BR2 Radio Wissen-Podcasts

Was mich dabei besonders begeistert: immer wieder stehen explizit Geld- und geldpolitische Themen auf dem Programm und ich habe mir daher mal die Mühe gemacht, das Archiv nach ein paar entsprechenden Sendungen zu durchforsten.

Die sind nämlich nicht nur für mich interessant und ich werde diese künftig in mein Uni-Seminar mit aufnehmen (es gibt nämlich teilweise sogar sendungsbegleitende Bildungsmaterialien), sondern generell für alle, die sich für das Thema “Geld” interessieren. Daher empfehle ich die folgenden Podcasts explizit auch allen, die sich mit Bitcoin beschäftigen.

Lehrreich und unterhaltsam

Ich habe nämlich schon gelernt, dass John Maynard Keynes’ Ideen zu seiner Zeit unerhört, unkonventionell und entgegen den vorherrschenden Paradigmen waren. Heute hingegen gilt er als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Ökonomen und nahezu die gesamte Weltwirtschaftspolitik orientiert sich an seinen Theorien.

Die ökonomische Idee von Bitcoin ist 2009 ebenfalls als unkonventionelle Idee und entgegen den vorherrschenden Paradigmen gestartet. Heute ist sie zwar noch immer unkonventionell und experimentell, aber schon jetzt lässt sich auch hier ein Wandel in der Wahrnehmung feststellen. Ist das womöglich der Anfang?

BR2 Radio Wissen – “Geld”-Podcasts

Hier jedenfalls die Podcasts zum Thema “Geld”, die ich herausgesucht habe. die ich herausgesucht habe. (Selber stöbern lohnt aber auch!) Die Sendungen kann man jeweils direkt anhören oder downloaden. Zu “Bitcoin” gibt es übrigens noch nichts. Vielleicht sollte ich da mal mit der Redaktion in Kontakt treten …

Bretton Woods – Der Traum von einer stabilen Weltwährung

Sommer 1944: Während des Zweiten Weltkriegs treffen sich in einem US-amerikanischen Dorf 800 Ökonomen und Politiker aus 44 Ländern. Thema: die Weltwirtschaft nach dem Krieg. Kompromiss: Bretton Woods. (mp3)

Ausstieg aus dem Euro – Was wäre, wenn

Franc, Drachme, D-Mark – die Sehnsucht nach nationalen Währungen ist groß, vor allem in Krisenzeiten. Aber was würde passieren, wenn ein Land die Eurozone verlässt? Ökonomen warnen vor chaotischen Zuständen. (mp3)

Wenn ein Staat pleitegeht – Von Schuldenerlässen und Neuanfängen

Unruhen, Aufstände, Umstürze – wenn einem Land das Geld ausgeht, birgt das große Risiken. Eine geordnete Staatsinsolvenz könnte dem Land einen Neuanfang ermöglichen. Warum wird die Idee nicht umgesetzt? (mp3)

John Maynard Keynes – Ökonom der Krise

Er war genauso einflussreich wie auch umstritten: John Maynard Keynes. Er entwickelte Konzepte, die der Wirtschaft in starken Krisen auf die Beine helfen sollten. (mp3)

Friedrich Hayek – Wirtschaftsliberaler Nobelpreisträger

Friedrich August von Hayek gilt als Vordenker des Neoliberalismus. Seine Idee, dass Märkte am besten funktionieren, wenn Preise sich frei bilden, hatte großen Einfluss. Den Sozialismus bekämpfte er zeitlebens. (mp3)

Geld im Gehirn – Was der Mammon im Kopf anstellt

Das Gehirn kann nicht gut mit Geld umgehen, sagen Hirnforscher. Was aber passiert mit unserem Gehirn, wenn Geld ins Spiel kommt? (mp3)

Inflation – Die Geschichte eines Phänomens

Inflation ist kein Phänomen der Gegenwart. Es ist in der Geschichte schon häufig aufgetreten und das nicht nur in Deutschland. (mp3)

Die Geschichte des Geldes – Von der Muschel zur Kreditkarte

Muscheln, Vieh und Steine – all das haben Menschen schon als Zahlungsmittel genutzt. Die Geschichte des Geldes ist sehr vielseitig und hat auch viel mit Vertrauen zu tun. (mp3)

Es werde Geld – Wie aus Nichts Alles wird

Woher kommt unser Geld? Und wie bekommt es seinen Wert? Die Antworten darauf sind alles andere als beruhigend. Ganz normale Geschäftsbanken können zum Beispiel Geld quasi aus dem Nichts erschaffen. (mp3)

Währungsmonopol – Das staatliche Privileg, Geld zu drucken

Die EU hat den Euro als Zahlungsmittel festgelegt. Dieses Währungsmonopol ist ein relativ neues Phänomen. Noch bis ins späte 19. Jahrhundert gab es auf deutschem Gebiet viele rivalisierende Währungen.  (mp3)

Banken – Geldgeber oder Geldgeier?

Heute sind Banken viel mehr als Geldsammelstellen für Bürger. Sie gewähren Staaten Kredite, finanzieren Unternehmen oder handeln am Finanzmarkt. Dabei haben einige während der Finanzkrise zig Milliarden verspielt. (mp3)

Glücksfaktor Geld? – Das Wohlstandsparadox

Nie war so viel Wohlstand wie heute: Das Pro-Kopf-Einkommen der Deutschen hat sich in den letzten 50 Jahren sogar mehr als verdoppelt. Aber wie steht es mit dem Glück? Sind wir mit doppelt so viel Geld auch doppelt so glücklich?  (mp3)

Wodurch der Bitcoin-Preis entsteht – Heute in der ZEIT

Es ist soweit, der nächste größere Artikel von mir zum Thema Bitcoin ist heute in der Die Zeit erschienen: Bitcoin. Ein Hype aus dem Nichts.

Hype? Welcher Hype?

Und bevor sich jemand beschwert: Mit der Überschrift hatte ich nichts zu tun und finde sie auch äußerst unglücklich gewählt. Denn wenn man den Artikel liest, muss man sich doch fragen, welchen “Hype” der Überschriften-Redakteur denn eigentlich meint?

Immerhin geht es in dem Artikel ja genau darum, zu zeigen, dass Bitcoin eben nicht nur heiße Luft ist, wie es der Begriff “Hype” impliziert. Vielmehr gibt es einen echten Bedarf für Bitcoin und aus dem generiert sich ein nicht unerheblicher Teil des Wertes.

Aber wer sich Die Zeit kauft (und das sind bei einer verkauften Auflage von knapp 500.000 nicht wenige), liest in der Regel eh nicht nur die Überschriften. Insofern muss man deswegen auch kein großes Fass aufmachen. Ärgerlich ist es aber trotzdem.

Positiv: Der Artikel steht auch frei im Netz

Was mich hingegen sehr freut: Der Artikel ist einer von denen aus der aktuellen Print-Ausgabe , die gleichzeitig auch online publiziert wurden. Wer sich die grundsätzlich sehr gut investierten 5,10 Euro für die Zeitung nicht leisten kann oder will, der findet den Bitcoin-Artikel auch hier.

Ab heute: Bitcoin & das Darknet im Parlament

Vor einiger Zeit hatte ich kurz erwähnt, dass es hier auf dem Blog etwas ruhiger zugeht, weil ich gerade vermehrt im Auftrag anderer über Bitcoin schreibe. Nun ist es endlich soweit, dass die ersten Ergebnisse dieser Arbeit aus dem Druck kommen und allgemein zugänglich werden.

Wie zum Beispiel die aktuelle Ausgabe von Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), einer monothematischen Zeitschrift, von der die meisten von euch vermutlich noch nie etwas gehört haben (ginge mir vermutlich ähnlich, wenn ich nicht Politikwissenschaft studiert hätte). Diese Zeitschrift wird von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben und erscheint regelmäßig als Beilage der Wochenzeitung Das Parlament. (Na, wer kennt die?)

Aus Politik und Zeitgeschichte – Darknet (und Bitcoin)

Das aktuelle Heft widmet sich jedenfalls dem Oberthema Darknet und neben sechs anderen Autoren, die sich von je anderen Perspektiven diesem Thema nähern, wurde ich gefragt, ob ich einen Artikel zu meinem Spezialthema beisteuern könnte. Konnte ich. Ergebnis: Phänomen Bitcoin. Geld, Technologie und gesellschaftliches Ereignis.

Apuz Bitcoin Darknet 2
Klicken um direkt zum Heft zu gelangen.

Ich freue mich aus gleich zwei Gründen sehr, dass ich das machen durfte. Zum einen weil dieses Heft seinen Autoren im Vergleich zu den meisten anderen Druckmedien sehr viel Platz einräumt. Gerade im Fall eines so facettenreichen und vielschichtigen Phänomens wie Bitcoin ist das natürlich von Vorteil.

Eine Institution mit enormer Reichweite

Der zweite Punkt ist, dass man die Reichweite dieses Medium, auch wenn es viele (noch) nicht kennen, enorm ist. Mit einer Startauflage von 70.000 liegt Aus Politik und Zeitgeschichte bspw. gar nicht so weit weg vom Handelsblatt, dass im dritten Quartal 2017 etwas über 85.000 Exemplare (pro Tag) verkaufte.

Wobei die APuZ-Distribution jedoch eine gänzlich andere ist. Die Zeitschrift geht nämlich zusammen mit Das Parlament (die übrigens vom Bundestag herausgegeben wird) größtenteils kostenlos unters Volk, in Bildungseinrichtungen, an politische Institutionen und in deren Peripherie.

Das aktuelle Darknet/Bitcoin-Heft kommt dementsprechend  also nicht nur in die Zeitung Das Parlament, sondern zusammen mit dieser in großer Stückzahl auch tatsächlich in den Bundestag und alle damit verbundenen Institutionen. Und damit letztlich auch in die Hände sehr vieler Entscheidungsträger und -beeinflusser, die sich bisher womöglich noch nicht wirklich mit Bitcoin auseinandergesetzt haben, die im Jahr 2017 aber eigentlich gut darüber Bescheid wissen sollten.

Alle Inhalte kostenlos und unter Creative Commons Lizenz

Doch ist das politische Ökosystem nicht die einzige Zielgruppe. Denn gemäß des Auftrags der Bundeszentrale für politische Bildung sollen die Hefte eben nicht nur Fachpublikum erreichen, sondern jedem Bürger zugänglich sein. Deshalb sind alle APuZ-Texte nicht nur auch online abrufbar, sondern stehen auch unter einer Creative Commons Lizenz, sodass sie auch leicht weiter verbreitet werden können und dürfen. Darüber hinaus kann man sich sowohl diese aktuelle wie auch viele ältere Ausgaben kostenlos zuschicken lassen.

Wer also immer schon mal ein Beispiel für die sinnvolle Verwendung von Steuergeldern gesucht hat: Das hier ist eines und ich empfehle sehr, Gebrauch davon zu machen. Zumal auch die Artikel der anderen Autoren äußerst lesenswert sind.

Honigdachs #20 – 20.000 Jahre Bitcoin-Podcasting

Die 20. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan (bitcoinprivacy.net), Manuel (guidap.de) und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist.

Honigdachs 20 – 20.000 Jahre Bitcoin-Podcasting

Unglaubliche zwei Jahre ist es nun schon her, dass der Honigdachs aus seinem Bau kroch um ein Bitcoin-Podcast zu werden. Auf dem Papier mag das wenig klingen, aber in Bitcoin-Jahren gerechnet ist das eine Zeitspanne galaktischen Ausmaßes. Das erkennt man nämlich auch daran, dass sich der Wert von Bitcoin seit wir den Podcast machen verzwanzigfacht(!) hat.

 

Grund genug also, die 20. Folge zu nutzen, um mal eine kleine Rückschau zu halten, was wir in den letzten 24 Monaten alles besprochen haben und was davon heute schon wieder ganz anders ist. Denn das Bitcoin-Ökosystem entwickelt sich eben rasant.

Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass wir im Podcast noch über die bevorstehende Segwit2x-Fork plaudern, während die kurz nach unserer Aufnahme bereits wieder abgesagt wurde.

Aber da das ja nicht unser einziges Thema war, denn wir haben auch über die aktuelle Kursexplosion gesprochen. Doch auch da war die Realität schon wieder schneller. Macht aber alles nichts, denn der Rest lohnt sich trotzdem auch zu hören.

Die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick.

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Aktuelle, kritische und hintergründige Informationen zu Bitcoin, der Blockchain und digitalem Wandel