Honigdachs #9 – Geschäftsmodelle mit Bitcoin

Die neunte Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan (bitcoinprivacy.net), Manuel (guidap.de) und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist.

Honigdachs – 09 – Geschäftsmodelle mit Bitcoin

Dieses Mal sprechen wir über das, was wir schon seit langem thematisieren wollten: Mit welchen Ideen lässt sich im Bitcoin- und Blockchainland eigentlich Geld verdienen? Und mit welchen nicht. Denn sind wir mal ehrlich. In den vergangenen siebeneinhalb Jahren haben wir schon viele Bitcoin-Businesses kommen und gehen gesehen. Und viele sind noch immer auf der Suche nach dem richtigen Weg, den digitalen Goldschatz zu heben, der in Bitcoin vermutet wird.

Wir reden uns also einmal quer durchs gesamte Ökosystem, diskutieren Ideen, die bisher noch niemand umgesetzt hat und lassen auch uns selbst dabei nicht aus, sondern geben Einblicke in unsere persönlichen Strategien und Erfahrungen, unseren Lebensunterhalt mit Bitcoin zu verdienen. Was nicht immer leicht ist. Aber hört und lest selbst. Denn bei diesem Thema platzt die Liste der Shownotes geradezu aus allen Nähten. Und das ist erst der Anfang.

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Geld verschenken als Geschäftsmodell

Eine bemerkenswerte Erkenntnis aus sieben Jahren Bitcoin lautet: Digitales Geld zu verschenken, kann ein gewinnbringendes Geschäft sein.

Klingt erst einmal ungewöhnlich. Tatsächlich hat das Verschenken von Bitcoins aber große Tradition. Denn insbesondere in der Anfangszeit des digitalen Geldes gab es eine Handvoll Leute, die zwar viele Bitcoins besaßen, diese Bitcoins waren aber nichts bzw. nur sehr wenig wert. Eben weil es nur eine Handvoll Leute gab, die Bitcoins hatten und diese nutzen konnten.

Das Henne-Ei-Problem

Damit Bitcoin zu dem werden konnte, was es heute ist – digitales Geld, das Millionen Menschen für täglich hunderttausende Transaktionen nutzen – musste daher zunächst die Verbreitung gesteigert werden. Der einfachste Weg dafür war, Bitcoins über eine sogenannte Faucet (z. Dt. „Wasserhahn“) zu verschenken. Die Bitcoins liefen dabei über eine Website, bei der man als Nutzer seine Bitcoin-Adresse eingab und auf diese dann eine vorbestimmte Summe Bitcoins geschickt bekam. Einfach so. Weil man sich für Bitcoins interessierte. Waren ja damals auch nicht so viel wert wie heute.

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Faucets halfen Bitcoin das Henne-Ei-Problem zu überwinden.

Auf diese Weise kamen aber Stück für Stück immer mehr Menschen in den Besitz von Bitcoins und die Chance, dass sie diese nutzten, um untereinander Geschäfte damit zu tätigen, stieg. Und damit auch der Wert von Bitcoins, weil mit der steigenden Verbreitung auch sukzessive ein Angebot-Nachfrage-Markt für Bitcoins entstand.

Wachsende Verbreitung führt zu einem steigenden Kurs

Heute ist ein einziger Bitcoin mehr als 600 Euro wert und Grund dafür sind auch die ersten Faucets, deren Betreiber ein gutes Geschäft gemacht haben. Denn hatten sie Anfangs zwar mehr Bitcoins, waren diese kaum etwas wert. Heute haben sie weniger Bitcoins, aber jeder einzelne ist bedeutend im Wert gestiegen, sodass unterm Strich ein ordentliches Plus bleibt.

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Weniger ist mehr. Selbst wenige Bitcoins sind heute um ein Vielfaches mehr wert als viele Bitcoins in den frühen Jahren.

Zumal manche Faucets auch nicht nur von einer Einzelperson immer wieder mit frischen Bitcoins befüllt wurden, sondern von vielen Mitgliedern der Bitcoin-Community, da ja alle ein Interesse an der wachsenden Verbreitung des digitalen Geldes hatten und haben. Der Grund dafür – das muss man allerdings auch ganz deutlich betonen – war jedoch nicht immer primär profitorientierter Natur. Viele Bitcoiner verschenkten damals ihr digitales Geld auch einfach aus dem Idealismus, mit Bitcoin endlich ein Geld ohne Banken zu haben. Und um die Macht der Banken zu brechen, sollten davon möglichst viele Menschen gebrauch machen.

Das Geschäftsmodell von Faucets hat sich gewandelt

Heute ist die Situation etwas anders. Die Faucets von damals existieren nicht mehr. Warum auch. Bitcoin ist mittlerweile so weit verbreitet, dass man kein Geld mehr verschenken müsste, um ein Wachstum voranzutreiben. Was manche aber nicht darin hindert, es dennoch zu tun.

Dennoch gibt es weiterhin Bitcoin-Faucets. Und manche haben aus der Idee, Geld zu verschenken, ein gewinnbringendes Geschäftsmodell entwickelt. Wie das aussehen kann, zeigt zum Beispiel diese Artikelserie bei 99Bitcoins.

Hier die Liste der Artikel, die bisher erschienen sind. Allein die Dramatik der fortlaufenden Überschriften zeigt jedoch, dass das Faucet-Business durchaus auch von Ups and Downs geprägt ist. Wer einsteigen will, braucht also nicht nur technisches Know-How, sondern auch einiges an Durchhaltevermögen.

Für Außenstehende aber durchaus unterhaltsam und lehrreich zu lesen.

Titelbild: nekidtroll (CC BY-SA 2.0)

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Wie die EU Bitcoin grund- und nutzlos regulieren will

Die Europäische Kommission hat vergangene Woche einen Vorschlag angenommen „der die Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung weiter stärken und die Transparenz in Bezug auf die tatsächlichen Eigentümer von Gesellschaften und Trusts steigern soll.“ Darin taucht auch dieser sonderbare Absatz auf:

„Bekämpfung der Risiken von Terrorismusfinanzierung im Zusammenhang mit virtuellen Währungen:

Um den Missbrauch virtueller Währungen zur Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verhindern, schlägt die Kommission vor, Umtausch-Plattformen für virtuelle Währungen und Anbieter von elektronischen Geldbörsen in den Geltungsbereich der Richtlinie zur Bekämpfung der Geldwäsche einzubeziehen. Diese Einrichtungen müssen künftig ihre Kunden im Zuge ihrer Sorgfaltspflichten kontrollieren. Damit wird der Anonymität solcher Transaktionen ein Ende gesetzt.“ (Die genauen Details stehen hier).

Das ist ein ganz bemerkenswerter Vorstoß, denn er ist in vielerlei Hinsicht unbegründet und zeigt, wie wenig die EU-Kommission das Thema Bitcoin verstanden hat.

1. Werden Bitcoin und andere „virtuelle“ Währungen überhaupt zur Terrorfinanzierung genutzt?

Nein. Zumindest nicht, wenn man auf Europol hört: „Despite third party reporting suggesting the use of anonymous currencies like Bitcoin by terrorists to finance their activities, this has not been confirmed by law enforcement.“

2. Ist Geldwäsche mit Bitcoin ein relevantes Problem?

Schwer zu sagen, aber wohl eher nicht. Denn alle Bitcoins zusammen genommen, sind derzeit rund 10 Milliarden Euro wert. Das klingt viel, ist es aber nicht. Denn die gut 15 Millionen Bitcoins, die bisher im Umlauf sind, sind auf Millionen Nutzer verteilt und können nicht mal eben so zusammengekauft werden. Selbst Satoshi Nakamoto, als mit Abstand mutmaßlich größter Einzelbesitzer, könnte mit seiner ca. einen Million Bitcoins daher aktuell maximal 600 Millionen Euro auf einmal verschieben. Zugegeben: Das wäre immer noch eine ganze Menge. Allerdings weiß man gar nicht, ob Satoshi Nakamoto überhaupt EU-Bürger ist. Und auch die Wahrscheinlichkeit, dass die anderen Top-Bitcoin-Adressen nicht in den Geltungsbereich der EU fallen, ist hoch. Immerhin wurde das meiste Geld in Bitcoin-Startups bislang in den USA investiert und China beherbergt die mit Abstand umsatzstärksten Börsen.

Selbst wenn also in der EU Geldwäsche mit Bitcoin betrieben wird, was sich auch nicht ausschließen lässt, muss man also davon ausgehen, dass der Umfang dieses Vergehens vergleichsweise gering ist. Besonders, wenn man berücksichtigt, dass den EU-Staaten durch Steuervermeidungsstrategien von Großkonzernen jährlich Steuereinnahmen im Wert von geschätzt 50 bis 70 Milliarden Euro entgehen, also dem Fünf- bis Siebenfachen des Gesamtwerts aller existierenden Bitcoins.

Mal ganz davon abgesehen, dass Geldwäsche und Steuerhinterziehung kein ganz neues Phänomen sind, sondern es bereits seit Jahren effiziente und bewährte „klassische“ Methoden gibt. So ist es auch nach den Panama Papers noch immer ein leichtes, in den USA eine Briefkastenfirma zu eröffnen.

3. Sind die geplanten Maßnahmen der EU denn wenigstens zielführend?

Auch diese Frage muss man wohl mit Nein beantworten. Denn, alle guten Absichten in Ehren, Bitcoin-Börsen und Wallet-Anbieter allein in der EU zu reglementieren, bringt bei einem Phänomen, das nicht an Ländergrenzen gebunden ist, erst einmal gar nichts und wer Bitcoin anonym nutzen will, den wird dieser regional begrenzte Beschluss nicht davon abhalten. Dann kauft man die Bitcoins eben bei einer Börse in China, Südafrika, den USA oder in Grobritannien (Brexit, yay!). Die meisten Börsen sitzen eh nicht in Europa.

Es ist also durchaus zweifelhaft, dass die von der EU-Kommision geplanten Maßnahmen überhaupt das erreichen könnten, was sich die Verantwortlichen wünschen. Was aber noch viel schlimmer ist: Für Bitcoin-Startups und Entwickler innerhalb der EU könnten die geplanten Maßnahmen einen echten Standortnachteil bedeuten. Denn langristig, wenden sich dort die Unternehmen ansiedeln, wo sie die besten Bedingungen für ihr Geschäft vorfinden.

Was allerdings nicht zwingend bedeutet, dass das ein Ort ist, der auf jede Regulierung verzichtet. Im Gegenteil: Viele Gründer und Investoren, mit denen ich in den vergangenen Jahren gesprochen habe, warten darauf, dass es in Deutschland und der EU einheitliche und verbindliche Aussagen dazu gibt, wie man in Zukunft mit der Schlüsseltechnologie Bitcoin umzugehen gedenkt. Eine solide Bitcoin-Strategie würde allen Beteiligten nämlich die nötige Planungssicherheit geben, die brauchen.

Mit dem aktuellen Entwurf ist die EU-Kommission von solch einer konstruktiven Strategie jedoch noch weit entfernt. Glücklicherweise ist der Vorschlag aber auch noch nicht beschlossen.

Mehr zur Bitcoin und der EU im Radio

Gestern waren die Vorschläge der EU auch Thema beim Deutschlandfunk (Wirtschaft am Mittag, ab Minute 13:25). Sehr hörenswert, weil da auch ein paar Leute aus Brüssel zu Wort kommen.

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Mining – Oder Chinas Macht über Bitcoin

Mehr oder weniger zufällig bin ich neulich auf Planet Money – The Economy Explained gestoßen, einen Podcast des US-amerikanischen National Public Radio (NPR), der in hörerfreundlichen Häppchen à 15 bis 20 Minuten verschiedenste Geschichten aus dem thematischen Gesamtkosmos „Wirtschaft“ erzählt.

Und wie es der Zufall wollte, war Folge 708 „Bitcoin Divided“ gleich ein Thema, das ich gerne hier aufgreife, denn es geht um Bitcoin, China, die Blocksize-Debatte und warum Bitcoin als Projekt vor großen Herausforderungen steht.

New York Times Journalist und O-Töne aus der ganzen Welt

Dass das Thema nicht auseinanderfliegt, dafür sorgt auch der Gast Nathaniel Popper. Seines Zeichens Journalist bei der New York Times und Autor eines der bisher besten Bücher über Bitcoin. Der hat nämlich über Bitcoin in China recherchiert und über die Bedeutung des Landes für das digitale Geld anschließend nicht nur einen sehr aufschlussreichen Artikel in der Times geschrieben: „How China Took Center Stage in Bitcoin’s Civil War“ und eine Bilderstrecke erstellt, sondern auch eine Menge O-Töne mitgebracht.

Wer diesen Podcast hört und den Artikel liest, kann in kurzer Zeit sehr viel darüber lernen, warum Bitcoin und China (zumindest derzeit) untrennbar miteinander verbunden sind.

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Vier Zukunftsszenarien für die Blockchain

Holla! Mit diesem sehr aufwändig produzierten, Matrix-inspirierten Video: „Future of Blockchain“ haben sich die Verantwortlichen von Deloitte aber mächtig ins Zeug gelegt, um sich als erfahrene Blockchain-Experten mit Weitsicht am Berater-Markt zu positionieren.

Und das Budget, das für diesen Film freigegeben wurde, kann man einfach mal als Indiz dafür nehmen, wie wichtig das Thema in der Branche ist. Aber nichtsdestotrotz: das Ergebnis lässt sich sehen.

Ein ideales Video als Einstieg in die Diskussion

Und nicht nur das: Es ist darüber hinaus auch bestens geeignet, um ins Gespräch über Bitcoin und die Blockchain-Technologie zu kommen, zu diskutieren und zu streiten.

Warum ist bloß vorher noch niemand auf die Idee gekommen, nicht nur ein mögliches Szenario für eine künftige Blockchain-geprägte Welt zu skizzieren, sondern gleich vier? Im Fall von Deloitte sind das:

„Szenario 1: Survival of the Biggest

In dieser Welt ist Blockchain ein voller Erfolg. Aber vielleicht nicht ganz so, wie es sich der eine oder andere Romantiker erträumt hat. Die Blockchain ist schneller, sicherer und flexibler als alles davor Dagewesene. 

Szenario 2: Niche evolution

Blockchain – war da was? Der Sturm im Wasserglas legte sich nach dem Hype ganz schnell wieder. Erinnerst du dich noch an die hysterische Debatte um das Vertrauen in das System? Schwarze Schafe in der Finanzindustrie, Korruption und immer wieder Wirtschaftskrisen? 

Szenario 3: One-eyed in the kingdom of the blind

Die Blockchain ist grandios gefloppt. Ein Milliardengrab. Massive Sicherheits- und Geschwindigkeitsprobleme. Hackerangriffe. Und das alles, obwohl die Voraussetzungen anfangs gar nicht schlecht aussahen.

Szenario 4: Blockcracy

Blockchain – ein Geschenk für die Welt! Die Erfindung der Elektrizität – sehr praktisch. Verbrennungsmotor? Hat uns einander näher gebracht. Das Internet? Der Beginn der Informationsgesellschaft. Blockchain? Der Beginn einer ganz neuen Ära. Und wir hatten fast schon die Hoffnung auf eine gerechtere Welt aufgegeben.“

Ich halte keines der Szenarien für gänzlich ausgeschlossen, wenngleich mir Nr. 2 doch etwas abwegiger erscheint, als die anderen. Hängt aber auch immer mit dem Standpunkt zusammen, von dem man das Thema betrachtet. In jedem Fall ein sehenswertes Video, bei dem ich jedes Mal, wenn ich die rote und blaue „Pille“ sehe, aus unerfindlichen Gründen Bock auf M&M’s kriege.

morpheus

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Happy Bitcoin-Halbierung!

Es ist soweit! Der Countdown ist beinahe abgelaufen, die Rakete wackelt schon und die Uhr steht fast auf Zwölf. Soll heißen: Das Bitcoin-Halving steht unmittelbar vor der Tür!

Weniger Bitcoin, doppelte Party

Das wiederum bedeutet, dass sich die Menge an Bitcoins, die pro Block erzeugt und an die Miner ausgegeben werden, heute zum zweiten Mal in der Geschichte von Bitcoin halbiert. Bekamen die Miner ganz zu Anfang noch 50 Bitcoins pro Block, waren es die letzten vier Jahre 25 Bitcoins. Ab heute abend so ca. gegen 19:30 Uhr werden es dann nur noch 12,5 Bitcoin sein. Für viele in der Bitcoin-Community ist das ein Grund zu feiern.

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Denn die Menge aller Bitcoins ist nicht unendlich, sondern per Design auf knapp 21 Millionen begrenzt. Und genau diese Endlichkeit sorgt nicht nur dafür, dass Bitcoins überhaupt erst einen Wert haben, sondern auch, dass dieser langfristig steigt. Denn kommen künftig immer weniger „neue“ Bitcoins in Umlauf, steigt der Wert aller bestehenden, selbst wenn die Nachfrage unverändert bleibt. Dabei wächst das allgemeine Interesse an Bitcoin sogar. Laut Theorie sollte der Bitcoin-Kurs also nur eine richtung kennen: to the moon!!! ┗(°0°)┛ ..○.

Gutes Halving oder schlechtes Halving?

Allerdings ist Bitcoin eben nicht nur Theorie, sondern auch viel Praxis. Und wie sich das Bitcoin Halving in der Praxis auswirken wird, in welche Richtung die für die Qualität des Bitcoin-Netzwerks wichtigen Indikatoren Preis, Hashrate und Difficulty kurz-, mittel-, und langfristig gehen werden, wird sich erst noch zeigen. Möglicherweise passiert erst einmal gar nichts. Möglicherweise steigen sogar Miner aus und das Netzwerk wird zunächst langsamer und ineffizient.

Ausschließen kann man solche negative Effekte nicht, allerdings gehen nur die wenigsten davon aus, dass Bitcoin durch das Halving ernsthaft zurückgeworfen wird oder einen Schaden davon trägt. Die meisten sind schlichtweg in Feierlaune.

Dezentrale Deflationspartys weltweit

Wer mitfeiern und sich selbst einer der Partys anschließen will:

Nach dem Klick noch eine schicke Infografik, die das mit dem Halving noch einmal etwas anschaulicher erklärt.

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Honigdachs #8 (Spezial) – Privacy & Monero

Die achte Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan (bitcoinprivacy.net), Manuel (guidap.de) und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist.

Honigdachs – 08 (Spezial) – Privacy & Monero

Dieses Mal mit einer Spezialfolge zum Thema Privatsphäre und Monero, einem Altcoin, der genau diese Privatsphäre im digitalen Bezahlen um jeden Preis bewahren will. Nicht nur, weil Bitcoin eben nicht so anonym ist, wie vielfach noch fälschlicherweise angenommen wird, sondern weil es viele gute Gründe gibt, warum die eigenen Finanzdaten nicht in falsche Hände geraten dürfen. Selbst von denen, die von sich behaupten, nichts zu verbergen zu haben.

Wie genau die Monero-Community das erreichen will, und was die Entwickler antreibt und motiviert, lassen sich Stefan und Manuel in dieser Folge persönlich erklären. Denn mit „Dr. Fred“ und Riccardo Spagni aka „fluffypony“ sind zwei Mitglieder der Monero-Community zu Gast. Wobei Riccardo Spagni als Teil des Core-Teams der Monero Entwickler ein besonders aktives Mitglied ist und durchaus interessante Thesen vertritt. Zum Beispiel, dass bislang alle Altcoins nutzlos sind. Umso erfreulicher also, dass er den weiten Weg von Südafrika nach Leipzig in den Bau der Honigdachse gefunden hat.

Hinweis: diese Folge ist ausnahmsweise auf Englisch.

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Neuigkeiten von CryptoWoo

Vor einiger Zeit habe ich hier den Berliner Felix Stein und sein Projekt CryptoWoo vorgestellt, ein WordPress-Plugin, das es in wenigen Schritten ermöglicht Bitcoin und Altcoin-Zahlungen über den eigenen WooCommerce-Shop anzunehmen. Dafür gäbe es zwar auch andere Optionen, wie bspw. Zahlungsdienstleister, allerdings hat man dann immer wieder einen Mittelsmann. Wer jedoch auf Sicherheit, Unabhängigkeit und Privatsphäre steht, für den ist CryptoWoo die bessere Option. Zeit mal nachzufragen, was sich bei dem Projekt in den letzten Wochen getan hat.

Was gibt es Neues bei CryptoWoo? Woran arbeitest du gerade?

Felix: Das nächste Update wird eine deutsche Übersetzung enthalten und mit Smartbit ist eine weitere Block-Explorer API hinzugekommen. Ich arbeite auch gerade an einem Feature, das es erlaubt, den Shop mit dem Daemon der Electrum Wallet nutzen zu können. Das Feature wäre ein Mittelweg zwischen den bereits in CryptoWoo vorhandenen Optionen, bei denen man sich entweder auf einen der API-Provider verlassen oder im anderen Fall einen privaten Block Explorer mitsamt Full Node verwenden muss. Ein Grundgerüst steht, allerdings wird es noch eine Weile dauern bis das Feature dann im Plugin zu finden ist. Außerdem experimentiere ich gerade mit dem Segregated Witness Testnet und bereite CryptoWoo für die Akzeptanz von Segregated Witness-Transaktionen vor.

Wie entscheidest du dabei, welche neuen Entwicklungen du in CryptoWoo übernimmst? Die Blocksize-Debatte läuft ja nun schon sehr lange und zwischenzeitlich war es schwer zu erkennen, welche Lösung sich letztlich durchsetzen wird.

Felix: Im Allgemeinen folge ich der Bitcoin-Entwickler-Mailingliste und schaue mir regelmäßig sowohl neue Bitcoin Improvement Proposals als auch informelle Konzepte an. Dabei verschaffe ich mir frühzeitig einen Überblick und beschäftige ich mich näher damit, wenn sich ein Konsenz abzeichnet.

SegWit enthält meiner Meinung nach einige sinnvolle Verbesserungen und wäre selbst ohne den erhöhten Transaktionsdurchsatz eine gute Idee. Das Ergebnis der Blocksize-Debatte ist jedoch noch offen und das Thema wird uns wohl noch eine ganze Weile begleiten. Es kommt eben nicht nur auf die Größe an, sondern auch darauf, was man damit anstellt.

Mit CryptoWoo bist du ja aus tiefer persönlicher Überzeugung ein Pionierdienstleister für ein Internet, in dem Bezahlen nicht mehr über zentrale Dienste laufen soll. Woran liegt es deiner Meinung nach, dass sich selbst nach den Snowden-Veröffentlichungen so wenig Menschen Gedanken darum machen, wem sie ihre Finanzdaten anvertrauen?

Felix: Das ist eine gute Frage. Ich persönlich hatte nach den Snowden-Veröffentlichungen ein Umdenken erwartet. Es war ja vorher schon kein Geheimnis, dass da Einiges im Argen liegt, aber spätestens seit diesem Zeitpunkt kann das niemand mehr als abstruse Verschwörungstheorie darstellen. Wahrscheinlich sind trotzdem die möglichen negativen Auswirkungen für den Einzelnen zu abstrakt. Und wenn dem Menschen kein direkt wahrnehmbarer Schaden oder Gefahr droht, ist er oft nur schwer zum Ändern des eigenen Verhaltens zu bewegen.

Vielleicht muss man die negativen Auswirkungen für den Einzelnen einmal ganz konkret benennen. Hast du Beispiele, warum zentralisierte Bezahlverfahren im Netz für mich als Ottonormal-Nutzer, der „ja nichts zu verbergen hat“, ein Problem sind?

Felix: Selbst wenn Otto nichts dagegen hat, dass er zu jeder Zeit überwacht und aufgezeichnet wird, sollte es ihm doch schon etwas mulmig werden, wenn unbekannte Dritte mit Hilfe dieser Daten immer mehr Kontrolle über Ottos Leben bekommen. Die Daten geben Aufschluss darüber, ob Otto bald in Urlaub fährt, ob er demnächst Vater wird oder ob er vor einer Scheidung steht, welche politische Meinung Otto vertritt und welche Dinge ihm wichtig sind. Diese Informationen werden in zentralen Datenbanken gesammelt, was Datendiebstahl an dieser Stelle dann besonders lohnenswert macht.

Wer hier immer noch kein ungutes Gefühl hat, der sollte sich bewusst machen, dass Otto nicht nur seine Daten frei Haus liefert, er kann auch nur mit Zustimmung Dritter über sein eigenes Geld verfügen. Es muss nicht gleich eine Zahlung an den Zigarrenhändler aus Kuba, den Glücksspielanbieter oder eine Spende an Wikileaks sein: Mit zentralisierten Bezahlverfahren kann Otto nicht frei entscheiden, wann und wofür er sein Geld ausgibt.

Solange Otto der Wert dieser Daten nicht bewusst ist, und er annimmt, dass er ohnehin „nichts zu verbergen“ hat, ist ihm auch das Ausüben von Kontrolle verständlicherweise nicht so wichtig. Das Problem mit dem Kontrollverlust ist jedoch, dass man oft erst im Nachhinein feststellt, dass man die Kontrolle doch besser behalten hätte.

Wen siehst du in der Verantwortung, die Menschen für die Problematik mit dem Umgang mit personenbezogenen Daten zu sensibilisieren. Die Politik? Digitale Aktivisten wie Netzpolitik.org oder die Bitcoin-Community? Oder ist da am Ende jeder für sich selbst verantwortlich?

Felix: Natürlich ist es wünschenswert, wenn Organisationen hier Aufklärungsarbeit betreiben. Jedoch geht es ja gerade darum, die Dinge in die eigenen Hände zu nehmen. Daher ist am Ende jeder für sich selbst verantwortlich. Ich habe auch ehrlich gesagt keine Idee, was man den Leuten denn noch erzählen soll, um sie zum Umdenken anzuregen. Die personenbezogenen Daten sind ja auch nur ein Aspekt. Vielleicht wird das dem Einzelnen aber erst klar, wenn kein Geld mehr aus dem Automaten kommt und die Plastikkarte trotz „eingeräumtem Verfügungsrahmen“ an der Kasse nicht mehr angenommen wird.

In den letzten Monaten ist Ethereum in der Öffentlichkeit immer präsenter geworden und zur zweitgrößten Kryptowährung aufgestiegen. Obwohl es ursprünglich nicht dafür gemacht war, entwickelt sich auch Ether immer mehr zu einem digitalen Geld. Wie siehst du diese Entwicklung und wird man über CryptoWoo bald auch mit Ether bezahlen können?

Felix: Die Integration des „Shifty“ Button von Shapeshift ermöglicht es Kunden bereits seit einer Weile, mit Ether und rund 35 anderen Kryptowährungen zu bezahlen. Dabei sendet der Kunde seinen Altcoin an eine Adresse von Shapeshift, die dann ihrerseits den entsprechenden Betrag in wahlweise Bitcoin, Dogecoin, Litecoin oder BlackCoin an eine Adresse des Händlers senden.

Im Bezug auf eine direkte Akzeptanz von Ether glaube ich momentan nicht, dass der zusätzliche Aufwand den zusätzlichen Nutzen rechtfertigt. Daher wird es in CryptoWoo außer dem Umweg über Shapeshift wohl vorerst keine Möglichkeit geben, Ether zu akzeptieren.

Gewinnen! Gewinnen! Gewinnen!

Wie beim letzten Mal auch war Felix so freundlich, drei CryptoWoo-Bundles bestehend aus je einer Single Store Lizenz + dem HD Wallet Addon zur Verfügung zu stellen, die an dieser Stelle verlost werden. Dafür müsst ihr nur folgende Frage beantworten: Welche der Features, die CryptoWoo bietet, sind eurer Meinung nach die wichtigsten? Eure Top 5 schickt ihr mir dann bis zum 20.7. per Mail und wenn mehr als drei mitmachen, entscheidet random.org über die Gewinner. Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Update: Die Gewinner sind benachrichtigt. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben.

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Die Bitcoin Block Clock

Ich habe gerade auf meine bitcoinclock geschaut und es ist schon lange nicht mehr nur Fünf vor Zwölf, sondern das nächste Halving-Event steht unmittelbar bevor. Soll heißen: Wenn nichts Unerwartetes dazwischen kommt, erhalten die Bitcoin-Miner ab kommenden Samstag gegen 17:30 Uhr nur noch 12,5 anstatt 25 Bitcoins als Belohnung für jeden Block, den sie der Blockchain anhängen.

Party aus wirtschaftlichen Gründen

Genau das erfreut viele Bitcoiner aus dem einfachen Grund, dass ein sinkendes Angebot an „frischen“ Bitcoins laut Lehrbuch bei gleich bleibender Nachfrage zu höheren Preisen führt. Der Kurs sollte also langfristig nur eine Richtung kennen: nach oben. Denn in vier Jahren (so in etwa) kommt schon die nächste planmäßige Halbierung. Seit geraumer Zeit wird daher das jetzige, zweite Halvening der Bitcoin-Historie in der Community mit entsprechender Vorfreude und Feierlaune erwartet.

Selbstgebasteltes Full-Node-Block-Visualisierungs-Sparschwein

Wer ungeduldig ist und die Zeit bis dahin noch sinnvoll nutzen will, der kann sich bis zum Wochenende auch noch schnell selbst eine stylische Bitcoin Block Clock basteln. Die kann dann nicht nur den Block-Countdown bis zum nächsten Halvening anzeigen, sondern ist gleich auch noch ein „not-boring full node, network visualizer and BTC piggy bank“. Und Matthew Zipkin hat dieses schmucke Ding nicht nur konstruiert, sondern Code und Bauanleitung auch auf Github hochgeladen.

Hier noch ein paar hübsche Bilder:

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Von Kryptowährungen und anderen Vertragsformen

Das passt ja: Gerade habe ich über meine Erfahrungen mit dem Bitcoin-Kauf in Österreich geschrieben, da schickt mit Stefan eine Mail (danke dafür!) mit einem Hinweis zu dieser aktuellen Ausgabe der ORF-Radiosendung Dimensionen – die Welt der Wissenschaft mit dem Thema: „Kryptowährungen. Digitales Geld oder eine neue Vertragsform?“

Von Bitcoin über Ethereum bis hin zu DAOs

Ich habe mir die knappe halbe Stunde gerade angehört und kann die Sendung empfehlen, wenn man nicht der komplette Einsteiger ist. Denn es geht zwar auch um die Grundlagen, aber dann eben auch bis hin zu Ethereum und DAOs und dem Internet der Dinge. Für eine Wissenschaftssendung aber vollkommen in Ordnung. Hörtipp!

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