Honigdachs #22 – Die verschollene Folge

Eigentlich sollte an dieser Stelle schon lange die 22. Honigdachs-Folge erschienen sein, unser Live-Podcast, den wir am letzten Tag des 34C3 auf der Chaos West Bühne direkt gegenüber vom Bitcoin/Ethereum/Monero-Tisch in Bild und Ton aufgenommen haben.

Honigdachs #22 – Die verschollene Folge

Leider war es mir jedoch bis heute nicht möglich, an die entsprechenden Aufnahmen zu kommen. Erst hieß es: „Bringt eine Festplatte mit, wir ziehen euch das direkt rüber.“ Dann: „Nee, rüberziehen geht nicht, lädt gerade alles hoch, aber heute abend kriegt ihr den Link.“ Und nun sind wir schon seit längerem bei dem Stand, dass sämtliche Daten nach der Postproduktion „in ein paar Wochen“  auf media.ccc.de landen.

Wenn das endlich passiert, bin ich selbstverständlich der erste, der die Honigdachs-Folge direkt hier einbindet.

Merke: Immer an die Redundanz denken. Immer!

Natürlich ist es extrem ärgerlich, dass es zu dieser Verzögerung kommt, aber abgesehen von der etwas unglücklichen Kommunikation, kann ich den Chaos Bühne West-Machern letztlich  jedoch keinen Vorwurf machen.

Die Bühne, die sie auf dem 34C3 organisiert und betrieben haben, war von der technischen Ausstattung her spitzenmäßig und bot einer Vielzahl von Talks, Diskussionen und kurzweiligen Unterhaltungsprogrammen wie dem Nerd-Quiz oder eben unserem Podcast außerhalb des offiziellen Programms eine Plattform, die den 34C3 inhaltlich enorm bereicherten. Gerade wer sich für Bitcoin und Blockchain-Konzepte interessierte, war hier an der richtigen Stelle. Immerhin gab es allein zu Namecoin (ja den gibt’s noch) gleich drei(!) Vorträge.

Vielmehr ärgere ich mich aber über mich selbst, denn ich hätte ja einfach mein Aufnahmegerät während der Aufnahme an einen Ausgang anstöpseln und so zumindest einen Audiomitschnitt direkt mit nach Hause nehmen können. Hab ich aber nicht gemacht. Ich hatte ja meine Festplatte dabei und dachte, das reicht.

Vorfreude, schönste Freude

So bleibt mir aber leider aktuell an dieser Stelle nicht mehr, als das Versprechen, dass ich die Folge schnellstmöglich nachliefere und die Gewissheit, dass es eine wirklich gute Folge geworden ist. Das war zumindest das Feedback derer, die sie schon kennen, weil sie im Publikum saßen. Am Ende des Podcasts waren es nämlich mehr als zu Beginn.

Bitcoin im Mainstream (Japan Edition) und was das bedeutet

Gestern ging es hier noch um das Beispiel Hip Hop und Rap, an dem sich erkennen lässt, wie Bitcoin in Deutschland (und den USA) über die künstlerische Auseinandersetzung damit immer mehr in den Alltag und die Wahrnehmung der Gesellschaft getragen wird.

Verschiedene Kulturkreise nehmen Bitcoin unterschiedlich an

In Japan passiert das genauso. Nur zeigt sich das gleiche Phänomen dort eben in einem anderen Erscheinungsbild – orientiert an den dortigen kulturellen Gewohnheiten. Da rappen dann eben nicht Sido, Savas und Co. von Kryptowährungen, sondern es singen und tanzen die Virtual Currency Girls. (Wobei der Unterschied in dem Fall vielleicht doch nicht ganz so groß ist, Sido trug ja mal eine ähnliche Maske.)

Interessant an dieser Gegenüberstellung ist nun aber nicht allein die Beobachtung, wie verschiedene Kulturkreise unterschiedlich mit Bitcoin umgehen, sondern dass sie es können und auch machen. Denn es verdeutlicht zwei charakteristische Eigenschaften des Phänomens Bitcoin: die Unverbindlichkeit und die Interpretationsfreiheit.

Mit Unverbindlichkeit meine ich, dass keine Gesellschaft gezwungen wird, sich mit Bitcoin zu beschäftigen. Es gibt keine Institution, die den Umgang damit kollektiv verbindlich vorschreibt und definiert. Vielmehr steht es jeder Gesellschaft frei bzw. deren Individuen und Institutionen, selbst auszutesten, inwieweit Bitcoin Teil ihrer Kultur werden kann und soll.

Das bedeutet im Umkehrschluss aber natürlich auch, dass es die Möglichkeit gibt, Bitcoin abzulehnen, falls es sich als nutz- und funktionslos erweist bzw. sich kein gesellschaftliches Bedürfnis besser dadurch befriedigen lässt, als durch alle bislang verfügbaren Optionen. Jeder kann Bitcoin nutzen, niemand muss es.

Bitcoin ist Auslegungssache

Die Interpretationsfreiheit wiederum bedeutet, dass Bitcoin nicht ausdefiniert ist, sondern von jeder Gesellschaft in die eigenen Lebenswirklichkeit integriert und auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden kann. Bitcoin (als konkretes Projekt) befindet sich schließlich in einer beständigen Weiterentwicklung, einer Art institutionalisierten Evolution. Trotzdem kann jeder es jederzeit nehmen und schauen, ob und welche individuellen Ziele oder Probleme sich damit erreichen oder lösen lassen.

Während ein nicht-zensierbares, staatenunabhängiges Geld derzeit bspw. in Venezuela das Überleben sichern kann, bedeutet es für deutsche Rapper hingegen, dass sie sich „Malle kaufen können“. In Argentinien wiederum sind Kryptowährungen der einfachste Weg, am internationalen Geldhandel teilzunehmen und in China ist Glücksspiel viel mehr Bestandteil der kulturellen Identität als bei uns. Dass dort daher auch gerne mit technisch möglicherweise vollkommen sinn- und nutzlosen Altcoins oder ICO-Token spekuliert wird, überrascht daher nicht.

Letztlich hat das Wort Bitcoin daher in jedem Land oder jedem Kulturkreis eine leicht andere Bedeutung mit unterschiedliche Konnotationen, die durch die gesellschaftliche Auseinandersetzung damit immer wieder neu bestimmt und bewertet werden müssen.

Bitcoin ist nur schwer zu fassen

Das wiederum macht es aber im Übrigen auch schwer, bis nahezu unmöglich, Bitcoin auf globaler Ebene zu regulieren, wie es bspw. Bundesbank-Vorstandsmitglied Joachim Wuermeling gerade gefordert hat.

Zum einen, weil es bislang weder eine verbindliche Definition gibt, was Bitcoin eigentlich ist (Geld? Technologie? Chance? Bedrohung?), noch welche Probleme durch eine Regulierung möglicherweise gelöst und welche Chancen damit gleichzeitig verbaut würden. Ganz davon abgesehen, dass sich Bitcoin in der Realität bedeutend schneller weiterentwickelt als staatliche (vor allem demokratische) Institutionen politische Entscheidungen produzieren können.

Insbesondere, wenn der Wunsch am Phänomen Bitcoin teilzuhaben, aus welchen konkreten Gründen auch immer, aus der Gesellschaft heraus wächst und sich dort zunehmend verankert. In Südkorea haben jedenfalls schon knapp 220.000 Menschen die Petition gegen angedeutete, aber als „ungerechtfertigt“ empfundene Regulierungen vom Staat unterzeichnet.

Time to hodl (your street credibility)

Lange war sie (auch von mir) erwartet worden, nun ist sie also da: die große Krypto-Kurskorrektur. Alle Kryptowährungen sind derzeit tief und nachhaltig in den roten Zahlen und zeigen markante Verluste.

Bitcoin ist beispielsweise wieder unter die 10.000 US-Dollar-Marke gefallen, Ethereum hat in nur fünf Tagen weit mehr als ein Drittel an Wert verloren und der überraschende Kursgewinner 2017, Ripple, liegt aktuell sogar schon rund 70 Prozent unter seinem Allzeithoch von Anfang Januar.

Die Crypto-Community stimmt sich auf hodln ein

Ich will an dieser Stelle gar nicht so sehr nach Gründen suchen (es gibt nicht den einen)  oder spekulieren, wie der Kursverlauf der kommenden Tage, Wochen und Monate aussehen könnte. Da gibt es ohnehin schon genug Meinungen im Netz. Wobei jedoch schon auffällt, wie gelassen die Community wieder einmal reagiert (Bildung statt Panik) und sich auf ihre Lieblingsbeschäftigung, das Hodln einstimmt.

Ein Grund dafür ist in jedem Fall auch die Gewöhnung an solcherlei Events, die mittlerweile regelmäßig auftreten und bislang niemals das Ende von Bitcoin (und Co.) bedeuteten, sondern mittel- bis langfristig immer den Weg für den nächsten großen Kursanstieg bereiteten. Das sieht im übrigen auch manch ein Bank-Analyst so: Bitcoin headed to ($40.000 to) $100,000 in 2018, says analyst who predicted last year’s price rise

Hodl your street credibility, too!

Trotzdem ist es natürlich höchst interessant zu beobachten, wie andere Personen auf den Kurseinbruch reagieren. Denn seit Bitcoin in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, sind eben auch viele Menschen auf den Krypto-Zug aufgesprungen, die auf eine Situation wie diese möglicherweise nicht gut genug vorbereitet waren.

Einige, die in den letzten Tagen vor dem Crash mit besonders dicken Eiern über ihre Krypto-Investment-Strategie berichteten, waren die Deutschrapper Sido & Savas, die zusammen mit einigen ihrer Kollegen den Song „Hodln“ ins Netz stellten und dabei zugaben zwar„keine Ahnung von Kryptographie“ zu haben, aber „20k in Ripple zu kloppen“. (Kann man machen, darf man sich aber eben jetzt auch nicht wundern, wenn das nun nur noch 6k sind.)

Aber mal abgesehen von der Musik (ich persönlich steh weder auf Auto-Tune-Effekte noch auf Deutschrap) und der genretypisch etwas unreflektierten I don’t care-Herangehensweise, bin ich doch beeindruckt von Dichte der Fachtermini, die in dem Lied verwendet werden. Dafür auf jeden Fall Respekt, wenngleich man inhaltlich in vielen Fällen nicht schlimmer an Kryptowährungen herangehen könnte. Mir fehlt bspw. die Strophe, in der Sido, Savas & Co. erklären, wie sie all ihre märchenhaften Kryptogewinne korrekt versteuern. Durch das Teilen ihrer Expertise in diesem Bereich hätten sie mich und viele andere vermutlich als Fans gewinnen können.

Wie #Kryptofit sind die Deutschrapper in der Krise?

Noch viel interessanter finde ich jedoch die Frage, ob und inwieweit die Rapper aktuell tatsächlich auch dazu stehen, was sie in dem Song so selbstbewusst behaupten. „Hodln“ sie tatsächlich? Haben sie in Panik all ihre Shitcoins mit Verlust abgestoßen oder sind sie tatsächlich richtig konsequent, kaufen aktuell sämtliche Sinnlos- Token-Dips und stecken bspw. genau jetzt noch einmal 20k in Ripple?

Hierzu jetzt mal ein korrektes Statement wäre in der Tat ziemlich gut für die (crypto) street credibility. Denn um in einem Hyper-Bullenmarkt wie Ende 2017 die eigenen Gewinne zu feiern und „Mallorca kaufen zu wollen“, braucht man keine dicken Eier. In einer Kursrutsch-Situation wie aktuell, aber schon. Jetzt könnten Sido, Savas und Co. zeigen wie „Hashtag Kryptofit“ sie ihr Mentor Julian Hosp wirklich gemacht hat oder ob sie letztlich doch nur ein bisschen auf der FOMO-Welle mitgeschwommen sind.

Ungeachtet dessen ist obiger Song aber auch so ein weiteres Zeugnis dafür, dass Bitcoin längst im Mainstream angekommen ist, wie dieser Tweet aus dem April 2013 zeigt (an den sich Felix glücklicherweise erinnerte).

Und wem das nicht reicht oder wer, wie ich, weniger auf Deutschrap steht, findet mit teamHODL – Lamboland (2017)88N8 – Digital Gold (2017 – Danke für den Tipp, Wosch!), Gramatik – Satoshi Nakamoto (2016) und ytcracker – Bitcoin Baron (2013) drei durchaus hörbare englischsprachige Alternativen.

So viel Brainpower floss 2017 in Bitcoin

Ich überlege schon länger, wie man am besten den intellektuellen Wert eines Kryptowährungsprojekts darstellen und operationalisieren kann. Denn Marktkapitalisierung alleine – das ist kein Geheimnis – ist ein vergleichsweise schlechter, weil einseitiger Indikator, um umfassend die Qualität und das Potential einer Kryptowährung zu bestimmen.

Marktkapitalisierung alleine führt in die Irre

Ein Faktor (von vielen), den man in diesem Zusammenhang daher ebenso berücksichtigen müsste, ist der Intellekt, die Brainpower und das Engagement, die in die Pflege und Weiterentwicklung des Basis-Protokolls fließen. Wie viele Entwickler sind daran beteiligt? Wie fleißig sind sie? Wie erfahren und kompetent? Wie heterogen ist deren Zusammensetzung etc?

Ein anderer ist der Impact-Faktor, also eine Operationalisierung, wie oft und welche Kryptowährungen sich auf die Idee bzw. das Konzept einer anderen Kryptowährung berufen oder sich selbst daraus ableiten. Zum Beispiel: Wie oft und in welchen Whitepaper wird sich auf Bitcoin als Referenz bezogen? In welchen und wie oft auf Ethereum usw. usf.?

Auch intellektuelle Faktoren sind bedeutend

Meine These ist, dass schon die Berücksichtigung dieser beiden intellektuellen Faktoren ein deutlich anderes Bild vom Krypto-Ökosystem zeigen, würden als zum Beispiel die aktuell 36 Prozent „BTC Dominance“ bei coinmarketcap.com vermuten lassen.

marktkapitalisierung bitcoin
coinmarketcap.com, Stand: 16. Januar

Und vielleicht gibt es da draußen ja jemanden mit einer bevorstehenden Abschlussarbeit oder auf der Suche nach einer interessanten Studienfrage, der oder die dem mal methodisch nachgehen wollen. Ich stünde jedenfalls zur Diskussion dieser Frage zur Verfügung.

Visualisierungen für einen ersten Eindruck

Einen sehr ansprechenden Eindruck über die Brainpower, die 2017 übrigens in Bitcoin (Core) geflossen ist, ist dieses Video, in dem die kollektive Arbeit am Bitcoin Github-repository visuell aufbereitet wird.

Das gibt es übrigens auch gebündelt für die vorangegangenen acht Jahre.

Falls es ähnliche Visualisierungen auch für andere Projekte gibt (Ethereum, Bitcoin Cash, Monero etc.), freue ich mich über die entsprechenden Links und binde die dann hier ein. Erstellt wurden die Videos übrigens mit Gource.

Vielleicht kann man hier dann zumindest einen ersten Eindruck über die intellektuelle Wertigkeit verschiedener Projekte bekommen. Bis dahin haben wir vorerst nur den Blick auf Bitcoin. Aber der zeugt durchaus von Vitalität und Potential und verspricht einiges für 2018.

Privatsphäre durch Bitcoin-Gewinne stärken

Privatsphäre ist eines der Hauptziele, aus denen heraus Bitcoin überhaupt erst ins Leben gerufen wurde. Doch ist das Thema größer als dass Bitcoin allein das Werkzeug sein könnte, um die Integrität unser aller Privatsphäre zu sichern und wieder herzustellen. Denn es geht dabei ja nicht nur um den Schutz sensibler und persönlicher Transaktions- und Finanzdaten, sondern um ein Grundrecht.

Es lohnt sich für Privatsphäre zu kämpfen!

Eindrucksvoll gezeigt und durchgesetzt hat das vor einigen Jahren Max Schrems, der als Student begann, sich mit dem datenhungrigen Goliath Facebook auseinanderzusetzen, auf sein Recht klagte und damit u.a. das Safe-Harbor-Abkommen zum Datenaustausch zwischen der EU und den USA kippte. Durch sein beharrliches Engagement hat er uns allen damit einen großen Dienst erwiesen, ohne dass wir selbst etwas dafür tun mussten.

Nun gibt es jedoch die Möglichkeit, Max Schrems nicht nur zu danken, sondern ihn konkret dabei zu unterstützen, sich noch viel mehr für die Privatsphäre und den Schutz der Daten von jedem einzelnen von uns einzusetzen. Dieser Tage läuft nämlich das Crowdfunding für den Start der von ihm mitinitiierten NGO noyb (steht für „none of your business“).

Datenschutz gemeinsam durchsetzen

Ziel ist es, eine tatkräftige Institution aufzubauen, die die Datenschutzrechte von uns allen verteidigt und gegen Verstöße (insbesondere von Unternehmen) vorgeht. Systematisch und notfalls eben auch gerichtlich. Um diese Aufgabe wahrzunehmen werden zum Start nun 250.000 Euro gebraucht, von denen aktuell bereits 176.000 Euro zusammen gekommen sind.

Das wiederum zeigt, wie wichtig und bedeutend das Thema Datenschutz für die Menschen ist und auch, dass die Chancen gut stehen, in den verbleibenden gut zwei Wochen das gesetzte Funding-Ziel zu erreichen.

Bitcoin nutzen, bedeutet Verantwortung zu übernehmen

Wer Kryptowährungen daher nicht nur als Möglichkeit sieht, schnell reich zu werden, sondern sich (auch) den Idealen von Bitcoin verbunden fühlt, sollte überlegen, zumindest einen kleinen Teil der Gewinne der letzten Monate sinnvoll zu investieren. Die Datenschutz- und Priatsphäre-NGO noyb läge dabei jedenfalls genau auf einer Linie mit den Werten, für die auch Bitcoin und einige andere Kryptowährungen stehen.

Denn der Staat kann zwar den rechtlichen Rahmen für Datenschutz und Privatsphäre definieren, doch sind wir selber in der Verantwortung diesen aktiv mitzugestalten und unsere Rechte schlussendlich auch durchzusetzen. Die Finanzierung einer entsprechenden Organisation ist dabei ein einfacher und effektiver erster Schritt. Zumal noyb neben der Mitgliedschaft auch Spenden nicht nur per „Good Old Bank Account“ (sic!), sondern auch in Bitcoin, Ether und Litecoin akzeptiert, die ggf. sogar steuerlich anerkannt werden.

PS: Vielleicht kann ja auch jemand der Organisation dabei helfen, eine zeitgemäße und sichere Kryptowährungs-Umgebung inkl. Multisig-/SegWit-/HD-Adressen und Co aufzubauen. Sie sind für jede Hilfe dankbar.

Cryptomaps – Hübsch gewichtete Krypto-Kursübersicht

Wer eine schnelle Übersicht über den Kryptowährungsmarkt sucht und dabei weniger auf Zahlen wert legt als auf eine sinnvolle visuelle Aufbereitung, ist möglicherweise bei cryptomaps.org an der richtigen Stelle.

cryptomaps.org
Daten der letzten Stunde sortiert nach Marktkapitalisierung

Die Seite stellt nämlich alle Coins und Token gewichtet nach ihrer Marktkapitalisierung dar, sortiert nach dem zugrunde liegenden Hash-Algorithmus und farbcodiert entsprechend der jeweiligen Kursentwicklung.

Klingt relativ einfach, ist aber in der Tat sehr praktisch wenn man sowohl den Gesamtmarkt als auch einzelne größere Projekte erfassen will.

http://cryptomaps.org/
Daten der letzten 24 Stunden sortiert nach Marktkapitalisierung

Für kleinere Krypto-Projekte wird die Ansicht dann aber doch etwas fummelig, wobei hier die Suchfunktion weiterhelfen kann. Insgesamt aber auf jeden Fall eine sinnvolle Ergänzung zu coinmarketcap.com und Co.

cryptomaps.org
Daten der letzten sieben Tage sortiert nach Marktkapitalisierung

Von Hypershitcoinisation und Deadcoins

Zur Zeit wird alles gekauft, was nur in irgendeiner Weise irgendwas mit „Krypto“ zu tun hat. Selbst ein Projekt wie Dogecoin, um das es in den letzten Jahren wirklich recht still geworden ist, hat (neben aktuell 35(!) anderen „Kryptowährungen“) mittlerweile eine Marktkapitalisierung von mehr als einer Milliarde US-Dollar erreicht. Alle Kryptowährungen zusammengenommen sind aktuell sogar mehr als eine dreiviertel Billion US-Dollar wert.

Das sind Zahlen in Größenordnungen, die der menschliche Geist eigentlich nicht mehr verorten kann. Dennoch muss man aber kein Genie sein, um hier eine rasant wachsende giergetriebene Blase zu erkennen.

HYPERSHITCOINISATION!!!

Vor allem, weil der Run auf „Krypto“-Projekte sich eben gar nicht so sehr auf die bekanntesten, bewährtesten und technisch vielversprechendsten Projekte konzentriert, sondern auf alles, was schnelle Profite verspricht.

Irgendwelche Shitcoins ohne Alleinstellungsmerkmal, ohne Community, ohne Developer, ohne anständige Review des Codes und letztlich auch vollkommen ohne Realwelt-Nutzen. Auch skurille Tokens irgendwelcher dubiosen ICOs haben plötzlich Milliardenwert, obwohl weder funktionierender Code existiert, geschweige denn die intellektuelle Grundlage dafür. Dafür aber Marketingbudget.

Unter den fünf Krypto-Projekten, mit den größten Kursgewinnen 2017 sind daher wenig überraschend weder Bitcoin noch Ethereum. Auf Nummer eins steht dort vielmehr Ripple, also ein Krypto-Konzept, das man eigentlich nicht einmal mit zwei zugedrückten Augen als „Währung“ bezeichnen könnte, das in keinster Weise dezentral ist (der kleinste gemeinsame Nenner von Kryptowährungen), dessen Token überflüssig sind und das in der Realität offensichtlich auch niemand so richtig benutzt oder zu benutzen plant.

Ripple, oder wie es scherzhaft schon genannt wird: der Fidget Spinner unter den Kryptowährungen.

Gier macht blind, Erfahrung macht klug

Wie also nun umgehen mit dieser Situation der Hypershitcoinization? Das ist tatsächlich eine der derzeit meist gestellten Fragen im Kryptoökosystem. Denn dass die Shitcoin-Blase irgendwann platzen wird, scheint unausweichlich.  Doch wann und wie verheerend werden die Folgen sein? Wie viele Menschen werden ihr naiv investiertes Geld verlieren und gibt es eine Möglichkeit, sie jetzt noch davor zu bewahren?

Andreas Antonopoulos meinte auf diese Frage vor einiger Zeit sinngemäß, dass es keine Möglichkeit gebe. Jeder müsse alleine lernen, auf sein Geld aufzupassen und damit vernünftig umzugehen. Und bei Bitcoin und Co. zum derzeitigen Stand ist dieser Lernprozess eben in der Regel der, auf die harte Tour: Man verliert sein Geld.

Doch diese persönliche Erfahrung sei eben auch enorm wichtig. Denn wenn man die Leute von vornherein warnen und belehren würde, würden sie einem ohnehin nicht glauben (siehe die Banker, die ja schon seit Jahren erfolglos vor Bitcoin warnen) und man würde sie zudem auch noch künstlich dumm halten. Denn der nächste Krypto-Scam kommt bestimmt. Dann vielleicht nicht in Form eines Shitcoins, nutzlosen ICO-Tokens oder Krypto-Fidget-Spinner, aber er kommt.

Denkt an die Deadcoins!

Ich stimme dem größtenteils zu, sehe die Sache aber nicht ganz so fatalistisch. Denn man sollte durchaus den Versuch unternehmen, Leute aufzuklären, bevor sie investieren. Eine Seite, die in diesem Zusammenhang ganz hilfreich sein kann, ist deadcoins.com. Diese Listet nämlich tote Coins auf, also solche Kryptoprojekte, die schon gescheitert oder als Betrug aufgeflogen sind oder deren Parodie-Halbwertszeit schon lange überschritten ist und die es nicht wie Dogecoin geschafft haben, zu einem festen Bestandteil und Projekt mit zeitgeschichtlichem Status in der Krypto-Kultur zu werden.

Dort findet man dann vielleicht den ein oder anderen Denkanstoß, inwieweit all diese gehypeten Shitcoins mit ihren fancy Namen eine Investition wirklich wert sind. Immerhin gibt es schon allein mit dem Anfangsbuchstaben „A“ mehr als 30 Deadcoins, Wobei ja niemand sagen kann, dass das tatsächlich schon alle sind. Die Dunkelziffer ist vermutlich noch höher.

1001 Bitcoin- und Blockchain-Links für die ruhigen Feiertage

Das hier ist der Beitrag, mit dem ich mich nun in die verdiente Weihnachts- und Neujahrspause verabschiede. Denn erst kommt Weihnachten und danach findet quasi direkt vor meiner Haustür der 34C3 statt, sodass ich eher dort als vor dem Rechner zu finden sein werde.

Geplant ist zwischen den Tagen zwar noch eine Honigdachs-Folge, aber ob die noch 2018 online gehen wird, kann ich nicht versprechen. Erfahrungsgemäß überschätzt man die verfügbare Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr und unterschätzt, was man in den Tagen eigentlich alles noch erledigen wollte.

Auf jeden Fall möchte ich aber ohne große digitale Anhängsel ins neue Jahr starten und packe in diesen Beitrag daher all die Links, schon ewig offenen Tabs und Medien, über die ich in den vergangenen Wochen vielleicht ganz bestimmt mal einen Beitrag machen wollte, aber einfach keine Zeit dafür gefunden habe.

2017? Bitcoin! BITCOIN!!1!!!!

Denn was war 2017 für ein Jahr! Community-Drama, Blockchain-Hardforks, Kurs-Explosion, massiv gestiegenes öffentliches Interesse und beim Schreiben dieser Zeilen geht es mit dem Preis gerade wieder ordentlich bergab. Einerseits könnte man sagen: Alles wie immer. Anderseits muss man aber auch feststellen: Dieses Jahr ist Bitcoin mit viel Trara in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Ich jedenfalls habe mich im letzten Jahr keine Sekunde gelangweilt.

Bitcoin für alle!

Nicht mal, als ich in einem dreistündigen Vortrag in dem Mehrzweckraum eines Soziokulturellen Zentrums in einem kleinen 15.000 Einwohner-Städtchen den drei(!) anwesenden und hochbetagten Senioren, Bitcoin erklärte. Das war, um es vorsichtig auszudrücken, eine Herausforderung. Aber eine reizvolle und lehrreiche.

Ich erwarte im Übrigen nicht, dass das Jahr 2018 weniger ereignisreich wird. Im Guten, wie im Schlechten. Aber genau das ist ja, was Bitcoin so spannend macht. Ich freue mich jedenfalls drauf.

Ihr hoffentlich auch. Kommt gut durch alle Feiertage und schaut nächstes Jahr hier mal wieder rein. Dann gibt es mit Sicherheit auch Updates zu meiner Onecoin-Klage. Ich erwarte, dass die juristische Auseinandersetzung bald in eine Phase eintritt, über die sich dann auch endlich wieder zu berichten lohnt.

Ein bunter Teller voller Artikel, Links und mehr

Nach dem Klick nun all die Fundstücke des Jahres, die ich und ihr uns geben können, wenn wir wegen des vollen Rotkohl-Bauchs nicht schlafen können, eine Auszeit von der Familie brauchen (aka Real-Life-Overkill) oder die viele freie Zeit sonstwie sinnvoll gestalten möchten. Because Bitcoin never sleeps.

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Lightning & Payment-Channels für Einsteiger

Lightning gilt als der große Hoffnungsträger für eine Skalierung der Anzahl von Bitcoin-Transaktionen, ohne dabei die Blockchain selbst mit eben diesen Transaktionen fluten und damit überlasten zu müssen. Wie es (vereinfacht) funktioniert, erklärt dieses Video sehr anschaulich.

Die Playlist , aus der das Video stammt, hat dabei noch weitere Themen im Angebot:

Lohnt sich vielleicht für den ein oder anderen, auch da mal reinzuschauen.

Bitcoin ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen

Bitcoin hat gerade Konjunktur, das ist kein Geheimnis. Doch ist der Kursanstieg nur einer von vielen Faktoren, an denen sich das ablesen lässt. Auch in den Top-Google-Anfragen 2017 in der Kategorie Global News liegt „Bitcoin“ mit Platz 2 auf einer Spitzenposition. Weltweit wohlgemerkt.

Bitcoin als Tagesthemen-Top-Thema

Da passt es ganz gut, dass sich nun auch hierzulande die großen Medien auf das Thema stürzen. Das ist insofern bemerkenswert, als dass es vor einem Jahr noch undenkbar gewesen wäre, dass die Tagesthemen, wie am Montag geschehen, Bitcoin als Top 1-Aufmacherthema bringen. Mit Einspieler, Börsen-Schalte und abgerundet durch einen durchaus positiv-optimistischen Kommentar (bis ca. Minute 7:15).

Die Macht des Geldes

Erstaunlich, so könnte man nun meinen, was Geld so alles bewirken kann. Denn wenn man ganz ehrlich ist – denselben Kommentar hätte man auch schon vor einem Jahr oder vor zwei Jahren oder vor drei Jahren bringen können. An der Idee und dem Potential von Bitcoin und der Blockchain hat sich schließlich seit dem nicht viel verändert. Das, was sich jedoch stark entwickelt hat, ist der Wert. Wenn man diese Tatsache provokant zuspitzen wöllte, könnte man nun also behaupten, dass es letztlich nur eine Frage des Geldes (bzw. Wertes) war, bis Bitcoin auf die Tagesthemen-Pole-Position kommt.

Allerdings wäre das zu einfach und würde der Situation auch nicht gerecht. Denn Bitcoin ist eben nicht nur im Preis gestiegen, sondern es ist offensichtlich, dass die Idee Bitcoin – beschleunigt durch den rasanten Preisanstieg – immer mehr die Gesellschaft durchdringt. Heute ist Bitcoin Thema auf der Straße, in Familien und an Stammtischen. Vor einem Jahr war das noch nicht so. Die Tagesthemen mussten Bitcoin daher als Thema setzen, denn die Idee Bitcoin (und dass sie tatsächlich vielleicht sogar funktionieren könnte!) ist aktuell eben eines der aufregendsten und kontroversesten Themen. Der rasante Preisanstieg und das damit verbundene Medieninteresse war letztlich nur ein Katalysator diesen Durchdringungsprozess zu beschleunigen, die Idee Bitcoin in die Mitte der Gesellschaft zu tragen und Menschen dazu zu bringen, sich damit auseinanderzusetzen.

Bitcoin als prominentes Thema im Kulturradio

Ein anderer Indikator dafür ist übrigens, dass heute eine fast einstündige Diskussion zu Bitcoin und der Blockchain auf SWR 2 lief, einem Kulturradio(!) (Kann man hier nachhören. Spoiler: Ich war einer der Gesprächspartner). Auch das wäre vor einem Jahr noch undenkbar gewesen, galt Bitcoin bis dato doch als nerdiges Tech- und weirdes Wirtschafts-Thema, aber doch keinesfalls tauglich für ein Kulturradio.

Doch gehört es meines Erachtens genau dorthin, denn Bitcoin ist eben nicht nur Technologie und Geld, sondern ein Phänomen, dass unsere Gesellschaft transformiert. Zumal ja auch Geld letztlich eine kulturelle Errungenschaft und das vielleicht prägendste Medium unserer Gesellschaft ist. Das eigentlich Paradoxe ist daher genau genommen, dass Geld als Kulturgut bislang viel zu selten als Thema (auch für Kulturwellen) betrachtet wurde.

Aber genau das ändert sich gerade und hier zeigt sich eine der wuchtigen Stärken von Bitcoin: Niemand muss welche besitzen, um sich nicht dennoch mit der Idee auseinanderzusetzen und zu beginnen, Geld und wie wir als Gesellschaft damit umgehen wollen, kritisch zu hinterfragen.

Dieser Prozess läuft nun und er wird bleiben, selbst wenn der durch Spekulationen ohne Frage überhitzte Bitcoin-Kurs sich wieder normalisiert hat. Denn eines steht bei Bitcoin ohne Frage fest: Die Idee ist mächtiger als der Wert.

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