Honigdachs #50 – Bitcoin in der Corona-Krise

Die 50. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig ist. (Abonnieren)

Honigdachs #50 – Bitcoin in der Corona-Krise

Eigentlich sollte diese Folge ja eine besondere sein. 50 Folgen Honigdachs in fast fünf Jahren. Hooray!

Kein Grund zum Feiern …

Doch so sehr wir uns auch freuen, ist uns nur bedingt zum Feiern zu Mute, denn die Zeiten sind unruhig und besorgniserregend. Die Corona-Pandemie stürzt die Welt zunehmend ins Chaos und das Schlimmste steht uns wohl erst noch bevor.

Anstelle einer eigentlich geplanten fröhlichen Feier-Folge, sprechen wir nun also über die Corona-Krise und deren Folgen für Bitcoin und die Welt. Und haben uns dafür mit Marc Friedrich einen Gast eingeladen, der sich mit dem Thema besonders gut auskennt. Der Bestseller-Autor warnt seit Jahren in seinen Büchern vor dem nächsten Crash und eckt dabei mit seinen Thesen auch gerne einmal an. Doch nun ist der ja Crash da. Oder nicht? Oder noch nicht?

Das alles diskutieren wir in dieser Folge durchaus kontrovers aber immer mit einer positiven Grundhaltung. Natürlich jeder schön in individueller Heimisolation. Also hört rein und wundert euch nicht wenn der Sound bei dem einen oder anderen für kurze Zeit mal etwas knarzig klingt. Das ist nur vorübergehend.

… aber bald!

Die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick und die offizielle Jubiläumsfolge mit allem drum und dran holen wir natürlich nach.

Danke aber schon jetzt an euch, die ihr uns seit fünf Jahren immer wieder hört und so viel positives Feedback gebt.

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BitcoinPriceMap – Der Bitcoin-Preis im globalen Vergleich

Aktuell ist im Bitcoin-Preis ja wieder ordentlich Dynamik. Zwar hat sich der Kurs seit dem markanten Einbruch vor zwei Wochen wieder einigermaßen gefangen und mäandert aktuell um die 6500 US-Dollar-Marke. Der Weg dahin war kein gerader, sondern auf Grund einiger signifikanter Auf und Abs von spürbarer Volatilität geprägt.

Der Bitcoin-Kurs erholt sich langsam, aber kontinuierlich.

Doch kann man genau genommen ja gar nicht von dem Bitcoin-Preis reden. Bitcoin hat ja nicht nur einen, sondern viele Preise. Diese bilden sich nämlich immer dort, wo Angebot und Nachfrage zusammenkommen. In der Regel sind das die Börsen im Netz. Aus den Daten der Börsen kann man dann zwar einen Mittelwert bilden, den man als so etwas wie den Bitcoin-Preis bezeichnen könnte. Man sollte aber trotzdem nicht vergessen, dass dieser Mittelwert global dennoch ziemlich große Differenzen beinhalten kann.

BitcoinPriceMap – Wo Bitcoins auf der Welt aktuell wieviel kosten

Mit der BitcoinPriceMap hat der Brasilianer Miguel Medeiros nun eine Karte entwickelt, die diese Unterschiede sehr anschaulich darstellt. Dafür zieht er sich die Daten von den Börsen in verschiedenen Ländern, rechnet alles in US-Dollar um und stellt die Ergebnisse auf einer Weltkarte gegenüber.

In manchen Ländern zahlt man aktuell fast 1000 US-Dollar mehr pro Bitcoin.

Das ist insofern interessant, als dass mir vorher nicht klar war, wie groß die Preis-Unterschiede in einzelnen Regionen tatsächlich sind. Dass Bitcoins in Nigeria bspw. vergleichsweise teuer sind (zehn Prozent über globalem Mittel) überrascht mich weniger. Dass Argentinien da jedoch nahezu gleichauf liegt, schon. Insbesondere da ein Bitcoin in Venezuela aktuell kaum teurer ist als im gemittelten Rest der Welt. Und warum ein Bitcoin in Australien gerade rund 1000 US-Dollar billig ist als überall sonst, wirft natürlich auch Fragen auf.

Zu wenige Börsen beschränken die Aussagekraft

Ein Teil der Antwort könnte dabei, wie so oft, in der dünnen Datenbasis liegen. Denn sonderlich breit ist die Auswahl der Börsen, die herangezogen werden, nicht. Außerdem scheinen viele eher klein zu sein. Von den meisten habe ich zumindest noch nie etwas gehört. Wobei das natürlich nichts heißen muss.

Aber selbst in den Ländern mit vielen und vor allem volumenstarken Börsen – USA, China etc. – wird bislang jeweils nur eine einzige Börse als Quelle herangezogen. Oder eben gar keine, wenn es wie bei uns in Deutschland, keine gibt. Und wo verortet man denn eigentlich Börsen wie Binance, die letztlich keinen festen Standort haben, sondern immer in die Jurisdiktion wechseln, die für sie gerade am vorteilhaftesten ist?

Gutes Tool für einen Perspektivwechsel

Doch auch wenn es für die BitcoinPriceMap methodisch noch Luft nach oben gibt, ist sie auch so schon jetzt ein wirklich interessantes Tool, das hilft, das eigene Verständnis und die eigene Persepktive auf Bitcoin zu erweitern und interessante Fragen aufwirft, über die man sonst vielleicht so nicht nachgedacht hätte.

Bitcoin-Meetups trotz Virus? Let’s meet in VR!

Pandemiebedingt ist es derzeit ja leider nicht möglich sich IRL zu treffen. Damit fallen auf absehbare Zeit natürlich auch bundesweit sämtliche Bitcoin-Meetups und -Stammtische aus.

Das könnte man nun einfach so hinnehmen, aber es liegt nun einmal in der Natur von Bitcoinern, dass sie Sachen ungern einfach so hinnehmen. Insbesondere dann nicht, wenn es doch eine technische Lösung gibt.

Mit Virtual Reality gegen die Virus Reality

Die findigen Bitcoiner aus Ulm verlegen daher ihr reguläres Meetup am kommenden Donnerstag kurzerhand vom virusverseuchten meatspace ins Keimfrei-Virtuelle und laden gleichmal den gesamten deutschsprachigen Raum zum ersten Bitcoin Meetup Germany in Virtual Reality.

Da passenderweise am Donnerstag auch unser Bitcoin-Stammtisch hier in Leipzig gewesen wäre, habe ich natürlich Zeit, auch da zu sein und nach dem Vortrag mit auf dem Panel „sitzen“ und zu diskutieren.

Vortrag, Panel und Fragen und Antworten, kostenlos und für alle

Für ordentlich Programm ist also gesorgt und falls ihr auch Lust habt (Zeit habt ihr ja ohnehin, was wollt ihr denn sonst machen?), mal was Neues auszuprobieren und dabei auch noch die Crème de la Crème der deutschsprachigen Bitcoin-Szene treffen wollt, kommt vorbei und loggt euch ein.

Glück gehabt, auch im virtuellen Raum muss keiner stehen

Das Ganze ist kostenlos und man braucht auch kein spezielles VR-Equipment. Ein Rechner (idealerweise mit Windows) reicht vollkommen. Nur für Getränke und das sonstige leibliche Wohl muss hier natürlich jeder selbst sorgen.

Die Präsentationstechnik ist auch erfolgreich getestet.

Ich freue mich jedenfalls drauf. Inmitten der allgegenwärtig mitschwingenden Endzeitstimmung könnte das das Programm-Highlight der Woche werden.

Bitcoin und die Corona-Krise

„Die große Corona-Krise hat die ganze Welt fest im Griff und lässt erbarmungslos alle wichtigen Märkte crashen. Alle? Nein! Eine kleine unbeugsame Kryptowährung namens Bitcoin widersetzt sich dem übermächtigen Abwärtstrend und bleibt trotz allem wertstabil.“

So hätten sich wohl viele Bitcoiner die Beschreibung dieses Donnerstags gewünscht. Bitcoin – aus der globalen Krise 2008 geboren – beweist sich schon in der nächsten globalen Krise nur wenige Jahre später als verlässliche und entkoppelte Anlageklasse. Ein Wertaufbewahrungsmittel, das nicht mit den klassischen Märkten wie Gold, Aktien, Anleihen und Öl korreliert.

Doch es kam anders.

Der schwarze Corona-Schwan wirft alles durcheinander

Vor einer Woche noch bei über 9000 US-Dollar, brach der Bitcoin-Kurs zusammen mit den Aktienmärkten am Donnerstag massiv ein. Verlor zwischenzeitlich binnen Stunden mehrere Tausend Dollar an Wert und dippte in der Nacht kurzzeitig sogar auf unter 4000 US-Dollar. Seit Gestern steht der Bitcoin zwar wieder bei über 5000 US-Dollar. Unterm Strich bleibt aber ein Verlust von rund 40 Prozent innerhalb einer Woche. Für viele Bitcoiner eine Überraschung. Und ein Schock.

https://twitter.com/TorbjrnBullJens/status/1238125172302979074
Die Volatilität ist nicht das Problem

Allerdings nicht wegen der Wertschwankung an sich. Plötzliche Volatilität ist man bei Bitcoin schließlich seit jeher gewöhnt. Zwar eher selten, aber hin und wieder auch im zweistelligen Prozentbereich.

Was viele jedoch überrascht, ist die Tatsache, wie sehr sich Bitcoin von der allgemeinen Verunsicherung der klassischen Märkte hat nach unten reißen lassen. Das war so schließlich nicht vorgesehen.

Dass es trotzdem so gekommen ist, ist bemerkenswert und spannend gleichermaßen, werfen die gestrigen Ereignisse doch Fragen auf, die man im Rahmen des Bitcoin-Experiments eigentlich schon für beantwortet hielt.

Die Kursentwicklung der letzten Jahre deutete schließlich darauf hin, dass sich die These von Bitcoin als „Sicherer Hafen“ gegen Verwerfungen auf den klassischen Märkten als valide erweist. Soweit, dass sie eigentlich gar nicht mehr wirklich hinterfragt wurde und sich sogar zu einem der wichtigsten Alleinstellungsmerkmale von Bitcoin entwickelte.

Wir wissen weniger über Bitcoin als wir denken

Doch offensichtlich lagen wir in diesem Punkt falsch mit dem, was wir über Bitcoin zu wissen meinten. Denn wäre dem nicht so, hätte der Kurs nicht derart korreliert crashen dürfen. Und dass das für viele so überraschend kam, deutet darauf hin, dass es möglicherweise noch andere Bitcoin-Erkenntnisse gibt, die bisher als einigermaßen gesichert angenommen werden, in Wahrheit jedoch wohl nur Thesen sind, die bisher einfach nur noch nicht be- oder widerlegt wurden. Oder Annahmen, die in ihren Konsequenzen bislang schlichtweg noch nicht zu Ende gedacht wurden.

So warten viele Bitcoiner ja schon seit Jahren darauf, dass Bitcoin durch die Zulassung von ETFs und eine flächendeckende rechtliche Annerkennung als „offizielle“ Investitionsmöglichkeit endlich zu einem Magneten für institutionelles Geld wird. In der Hoffnung, dass das große Geld™ den Kurs massiv beflügelt und gleichzeitig dafür sorgt, dass sich auch die Volatilität langfristig in einem beständigen Rahmen einpendelt.

Eine Hoffnung, die jedoch stark auf der seit Donnerstag gründlich erschütterten „Sicherer-Hafen“-Annahme beruht und darüber hinaus zu einer weiteren Verpflechtung von Bitcoin mit bestehenden Marktmechanismen führen würde. Genau das würde aber künftig ähnliche korrelierte Markt-Entwicklungen noch viel wahrscheinlicher machen und den „Sicherer-Hafen“-Anspruch weiter untergraben. Ein Dilemma.

Denn man kann nicht auf das Geld von Investoren scharf sein, aber gleichzeitig nicht wollen, dass diese Investoren Bitcoin wie jedes andere ihrer Investments behandlen. Also im Zweifel zusammen mit all ihren anderen Anlagen massenhaft verkaufen, wenn sie dazu gezwungen sind.

Was die Corona-Krise für Bitcoin bedeutet

Was zu der letztlich relevanten Frage führt, wie wir den Kursrutsch für Bitcoin bewerten müssen und was wir daraus lernen können. Haben die Bitcoin-Kritiker am Ende womöglich doch Recht? Wenn das digitale Geld in turbulenten Zeiten wie diesen kein sicherer Hafen ist, was ist Bitcoin dann überhaupt wert?

Eine berechtigte Frage, auf die die Antwort wie so oft bei Bitcoin lautet: Zum jetzigen Zeitpunkt können wir das schlichtweg nicht sagen, für einen Abgesang ist es aber definitiv noch zu früh. Aus dem einfachen Grund, dass wir gestern zwar einen massiven Einbruch des Bitcoin-Kurses gesehen haben, wir aber noch ganz am Anfang der Corona-Krise stehen. Eine Krise, in der sich weit mehr als Bitcoin beweisen muss.

Man muss dabei kein sonderlicher Pessimist sein, um davon auszugehen, dass die gestrigen Marktreaktionen nicht das Schlimmste war, was uns noch bevorsteht. Wenn die Bundeskanzlerin offen sagt, dass die Situation außergewöhnlicher sei als zu der Zeit der Bankenkrise, dann hat sie damit Recht. Denn im Gegensatz zu 2008 ist die Krise, in die die Banken insbesondere hierzulande gerade rutschen und so bedrohlich sie auch wirken mag, dieses Mal nur ein Nebenschauplatz.

In erster Linie bedroht das Corona-Virus nämlich nicht die Bilanzen von Banken sondern das Leben von Milliarden Menschen weltweit. Der Umgang mit dem Virus ist folglich ein direkter Stresstest für die Integrität und Performanz jedes einzelnen Staates, seiner Gesellschaftsform, seiner Institutionen, der Werte, für die er steht und des Sozialgefüges, in dem diese Werte gelebt werden.

Und es ist keinesfalls ausgeschlossen, dass es Staaten gibt, die diesen Test nicht bestehen werden. Was im Übrigen nicht nur für den Iran gilt.

Menschenleben oder Bankenbilanzen?

Im Hinblick auf die Banken bedeutet das, dass Regierungen dieses Mal womöglich nicht nur vor der Entscheidung stehen werden, (schon wieder) die Banken zu retten oder nicht. Im schlimmsten Fall müssen sie abwägen, ob sie die Mittel der Gesellschaft eher dafür einsetzen, um marode Banken zu retten oder Menschenleben.

Es braucht nicht viel Phantasie, um zu erkennen, dass in einem solchen Fall das Budget für eine mögliche Bankenrettung, sofern sie überhaupt kommt, kein „whatever it takes“ sein kann und wahrscheinlich nicht für alle Institute reichen wird.

Wenn das Virus Ärzte wie in Italien jetzt schon dazu zwingt, zu entscheiden, wem man die Behandlung versagt und damit womöglich sterben lässt, weil die Überlebenschancen anderer besser sind und die medizinischen Kapazitäten nicht für alle reichen, dann wird keine Gesellschaft in dieser Krise akzeptieren, nicht auch offensichtlich marode Banken „sterben“ zu lassen, um zumindest den einigermaßen überlebensfähigen eine Chance zu geben.

https://twitter.com/aantonop/status/1238126574278512640

In diesem Kontext wirkt die Tatsache, dass Bitcoin am Donnerstag kurzzeitig die Hälfte seines Wertes eingebüßt hat, gleich sehr viel weniger dramatisch. Denn eines darf man nicht vergessen. Alles, was bei Bitcoin passiert, ist live und ungeschönt. Es gibt kein Fangnetz und keine Rettungsschirme. Selbst wenn der Kurs crasht, weiß man jederzeit, woran man ist. Und dass der Kurssturz von selbst einen Boden auf immer noch hohem Niveau gefunden hat, zeigt, wie es um das grundsätzliche Vertrauen in Bitcoin steht: ziemlich gut.

Bitcoin braucht kein Fangnetz, es ist das Fangnetz

Im Gegensatz zu Banken war Bitcoin noch nie auf eine Rettung von außen angewiesen und wird es auch nie sein. Für das Fortbestehen von Bitcoin ist es egal, ob Banken pleite gehen oder nicht. Selbst wenn tatsächlich der absolute Worst case eintritt und wir Staaten scheitern sehen, wird das Bitcoin nicht schaden. Im Gegenteil.

Denn genau für solch ein Extremfall wurde Bitcoin gemacht. Nicht als sicherer Hafen für institutionelle Investoren, sondern als globales und universelles Geldsystem, dass auch in den schlimmsten Zeiten, also Zeiten systemischer Krisen, verlässlich funktioniert.

Ob und inwieweit Bitcoin diese Erwartungen in den kommenden Monaten wird erfüllen können oder womöglich sogar müssen, werden wir sehen. Wir wissen heute noch nicht, wie die Welt nach Corona aussehen wird. Vielleicht werden wir am Ende vergleichsweise glimpflich davon gekommen sein. Ich möchte mich aber nicht darauf verlassen müssen. Sehr viel wahrscheinlicher stehen uns nämlich extrem turbulente Zeiten bevor.

Und in diesem Fall zu wissen, dass es ein zensur- und manipulationsresistentes Geldsystem gibt, das zwar nicht perfekt aber auch nicht mehr ultra-experimentell ist, und im Notfall nicht von Politik und Ländergrenzen abhängig ist, lässt mich deutlich besser schlafen.

Honigdachs #49 – Bitcoin-Wallets 2020

Die 49. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig ist. (Abonnieren)

Honigdachs #49 – Bitcoin-Wallets 2020

Bei „Bitcoin-Wallet“ denkt man ja erst einmal an nichts Spektakuläres. Bitcoins empfangen, verwahren und verschicken. Mehr muss so eine Wallet ja nicht können. Doch ganz so einfach ist es eben doch nicht. Denn Wallets sind für den Nutzer nicht nur die zentrale und wichtigste Schnittstelle zu Bitcoin. Sie sind zudem in puncto Nutzererfahrung, Funktionen, Konzept und Prioritäten sehr unterschiedlich.

Ganz davon abgesehen, dass es gar nicht so leicht ist, überhaupt zu definieren, was eine „Wallet“ denn nun genau ist. Hier unser Überblick zum aktuellen Stand von Wallets. Denn das Ökosystem entwickelt sich rasant. Und natürlich gibt es auch Empfehlungen, welche Wallets wir aktuell für besonders tauglich halten.

Viel Spaß beim Hören und die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick.

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Zu Gast im Einundzwanzig-Podcast

Neben unserem hauseigenen Honigdachs haben sich in den letzten Jahren eine handvoll weiterer deutschsprachiger Bitcoin-Podcasts etabliert.

Einer davon ist der Einunzwanzig-Podcast und vergangene Woche war ich dort als Gast eingeladen. Also haben Dennis und ich eine gute Stunde lang über die Bedeutung von sozialem Konsens geredet, über Lichtgeschwindigkeit und Dezentralität und darüber, warum die Community ein gewisses Maß an Toxizität braucht.

Nachhören kann man das Ganze auf allen bekannten Plattformen oder direkt hier.

… und der nächste Honigdachs steht auch schon bald wieder an.

Steelwallet – Bitcoins für die Ewigkeit sichern

Zugegeben – wie soll man wissen, ob man Bitcoins überhaupt für die Ewigkeit sichern kann, wenn man die Zukunft gar nicht kennt. Aber ist das ein Grund es nicht trotzdem zu versuchen? Genau! Und deswegen habe ich auch direkt zugesagt, als mich Aljoscha von Steelwallet neulich fragte, ob ich ebensolcheine Steelwallet mal ausprobieren wollen würde.

Mit rostfreiem Stahl gegen alle Eventualitäten

Kurze Zeit später lag dann ein schmuckloser Pappumschlag mit zwei je knapp 180 Gramm schweren fast quadratischen Plättchen (ca. 10×10 cm) aus rostfreiem Stahl und einem halbautomatischen Stanz-Stift in meinem Briefkasten.

Zwei Platten aus rostfreiem Stahl zur Sicherung zweier 12-Wörter- oder eines 24-Wörter-Seeds

Jedes Plättchen zeigt dabei ein lasergraviertes Raster mit 24×26 Feldern. Vertikal mit dem Alphabet und horizontal mit den Zahlen 1-6 (Vorderseite) und 7-12 (Rückseite), wobei jeder Zahl vier Spalten untergeordnet sind, die dann die Buchstaben-Zeilen kreuzen.

In diese Felder kann man dann den Seed einstanzen, also die individuelle Wortreihenfolge, die eine Bitcoin-Software-Wallet zufällig erzeugt und aus der sie alle zugehörigen Schlüssel und Adressen ableitet, die dann im Alltag wiederum Zugang zu den eigenen Bitcoins ermöglichen.

Wer diesen Seed gut aufbewahrt, kann seine Wallet und damit die eigenen Bitcoins auch im Falle eines Falles jederzeit einfach wiederherstellen. Der Seed ist also das Backup und die Idee der Steelwallet ist es nun, dieses Backup, so sicher und unverwüstlich wie möglich in der physischen Welt zu schützen.

Wie sichert man einen Seed am beständigsten?

Mit dieser Idee ist die Steelwallet natürlich nicht alleine auf dem Markt. Schon seit langem gibt es verschiedene Konzepte und Ausführungen auf dem Markt. In einem sehr ausführlichen Stresstest (Teil 1, Teil 2) hat Jameson Lopp verschiedene Seed-Storage-Systeme verglichen und die Steelwallet kam dabei u.a. aufgrund der einfachen Handhabung ganz ordentlich bei weg. Ein Fazit, dem ich mich durchaus anschließen kann.

Denn weder braucht man außer dem beigelegten Stanzer noch weiteres Werkzeug, noch sonderlich viel Kraft oder Geschick um die Steelwallet zu nutzen. Einzig etwas Konzentration und ein guter Plan sind von Nöten.

Mnemonic Code Converter – Mnemonic Codes für alle!

Hat man einen Seed (ich habe für den Test natürlich keinen echten genommen, sondern mir hier einen generiert), markiert man die entsprechenden Felder mit einem Filzstift vor.

Man muss nicht die ganzen Wörter stanzen

Da die ersten vier Buchstaben reichen, um das entsprechende Wort im Seed-Wortpool eindeutig zuzuordnen, muss man pro Wort auch nur vier Buchstaben markieren. Meinen Seed „metal sheriff feed witness slush range wall usual accuse because judge eight“ markiere ich entsprechend nur mit den Buchstaben „meta“, sher“, „feed“, „witn“, „slus“, „rang“, „wall“, „usua“, „accu“, „beca“, „judg“ und „eigh“.

Besser erst markieren und ggf. korriegieren, bevor für die Ewigkeit gestanzt wird.

Das ist auch schon der komplizierteste Teil des Prozesses, den man mit der nötigen Sorgfalt durchführen sollte. Denn wenn man mal eben in der Spalte oder Zeile verrutscht, was bei der geringen Größe durchaus mal passieren kann, kann man den Fehler noch vor dem Stanzen korrigieren.

Mit dem Stanz-Stift werden die Markierungen dann verewigt

Sind die Felder richtig markiert, wird der beigelegte Stanz-Stift auf die Punkte gesetzt und runtergedrückt bis es klickt. Die innenliegenden Federn geben dann einen Impuls an die Spitze, der genau ausreicht, eine kleine, aber eindeutige Markierung in dem jeweiligen Feld zu hinterlassen. Fertig.

Das Ganze dauert nicht lang, ist vom Geräuschpegel nicht störend und hinterlässt keinen Müll. Unterm Strich also wirklich eine einfache und praktische Lösung.

Den Seed zu stanzen ist nur die halbe Miete

Vorausgesetzt natürlich man hat sich einen guten Plan gemacht, wo man die Stahlplättchen später aufbewahren möchte. Denn nur weil der Seed in der Steelwallet jetzt gegen Schäden durch Wasser, Feuer, Korosion und Elektrizität geschützt ist, kann er natürlich immer noch gestohlen oder oder ausgelesen werden, solange er allzu leicht zu finden ist.

Im Gegensatz zu einem Backup auf Papier lässt sich die Steelwallet aufgrund der Maße und des Gewichts aber nicht ganz so einfach und unauffällig verstecken. Dafür erlaubt das Material aber eben auch etwas robustere Verstecke. Im Garten vergraben, in den Kamin kleben, im Aquarium versenken – der Phantasie sind hier erst einmal keine Grenzen gesetzt. Gerade wenn es darum geht, einen bestimmten Seed sehr lange aufzubewahren.

Allerdings würde ich mir hierfür noch eine Möglichkeit wünschen, die Reihenfolge der Plättchen zu markieren. Denn wem seine Wallet einen 24-Wörter-Seed vorgibt, der braucht beide Plättchen. Da die aber komplett identisch sind, wäre es hilfreich zu wissen, welche der Platten die ersten zwölf und welche die zweiten zwölf Wörter des Seeds enthält. Aber das ist letztlich ein Problem, das man als Nutzer zur Not auch selbst oben rechts in der Ecke mit einer bzw. zwei Markierungen lösen könnte. Wenn man daran denkt. Ansonsten muss man es später eben ausprobieren.

Ideal nur für die Langzeit-Aufbewahrung einzelner Seeds

Für die Alltags-Wallet(s) auf dem Smartphone wäre die Steelwallet allerdings nicht meine erste Wahl. Sie ist zwar einfach erstellt, aber wer wie ich mehrere und immer neue Wallets nutzt, was im rasant wachsenden und sich beständig wandelnden Bitcoin-Ökosystem ja durchaus üblich ist, müsste sich jedes Mal wieder eine neue Steelwallet kaufen.

Bei einem Preis von knapp 60 Euro für zwei Plättchen geht das schnell ins Geld. Ganz davon abgesehen, dass es ab einer gewissen Menge immer schwer werden würde, kiloweise Stahlplättchen unauffällig aber trotzdem einigermaßen zugänglich zu verstecken. Außerdem sehen alle Steelwallets gleich aus. Auch die eindeutige Zuordnung von diesem Seed-Backup zu jener Wallet könnte da irgendwann schwierig werden.

Am Ende muss also jeder für sich selbst entscheiden, ob und wie viele Steelwallets (oder alternative Angebote) er nutzen will. Dass es aber überhaupt die Möglichkeit gibt, seinen Seed mit so wenig Aufwand langfristig gegen physische Einflüsse sichern zu können, ist klasse.

Bitcoin ohne Internet – Ein Zwischenstand

Als Internetprotokoll läuft Bitcoin über das Internet und wenn es kein Internet gibt, dann gibt es auch kein Bitcoin. Könnte man meinen, doch ganz so einfach ist es nicht.

Denn auch wenn das weltweite Netzwerk ausfällt, existiert Bitcoin natürlich offline erst einmal auf tausenden Rechnern weiter, die nur darauf warten, wieder miteinander kommunizieren um den Nakamoto-Konsens wiederherzustellen. Bekanntermaßen reicht im Ernstfall ja eine einzige Kopie der Blockchain, um das ganze Bitcoin-System wieder hochzuziehen. Also theoretisch.

Ideal ist das natürlich nicht. Denn je länger der kontinuierliche Konsensfindungsprozess unterbrochen ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, einer erfolgreichen Attacke auf das „wahre“ UTXO-Set (d.h. auf den aktuellen Stand, wem welcher Bitcoin gehört). Außerdem ist Geld, das man nicht verlässlich transferieren kann, recht unpraktisch.

Bitcoin ohne Internetinfrastruktur

Deshalb arbeitet man schon seit Jahren daran, Bitcoin auch ohne Internet verfügbar zu machen. Denn ein gutes Geld sollte auch dann funktionieren, wenn aus politischen Gründen Leitungen gekappt oder manipuliert werden oder eine Naturkatastrophe Teile der Infrastruktur unbrauchbar macht. Kommt ja alles vor.

In Finnland hat man schon vor sechs Jahren die Blockchain testweise per DVB-T ausgestrahlt und damit beachtliche 95 Prozent der Bevölkerung in dem dünn besiedelten Land erreicht.

Um nicht nur Finnland, sondern die ganze Welt zu erreichen, läuft die Blockchain mittlerweile auch über Satelliten und Neil Woodfine arbeitet für Blockstream, die Firma, die genau das ermöglicht. In einem sehenswerten Vortrag beim Bitcoin-Meetup in Zürich berichtete er über den aktuellen Stand von Bitcoin ohne Internet.

Und wer nur wenig Zeit hat oder keine Lust auf Video, für die hat Neil den Vortrag und seine Kernaussagen auch noch einmal in eine handliche Reihe Tweets gepackt.

PocketCap – Der private BTC-Portfolio-Tracker

Vorgestern ist der Bitcoin-Kurs zum ersten Mal in diesem Jahr über 10.000 US-Dollar gestiegen. Mittlerweile liegt er wieder darunter. Dennoch ist das für viele eine symbolisch wichtige Marke, die aufhorchen lässt.

Welche Bedeutung die 10k-Marke aber letztlich für das eigene Portfolio hat, ist von Fall zu Fall verschieden. Hat man darüber gekauft, ist man noch immer im Minus. Hat man seine Bitcoins sehr günstig erworben, ist der Kurs natürlich exorbitant gut. Hat man jedoch sowohl darüber als auch darunter gekauft, ist es gar nicht so leicht, zu sagen, ob man gerade im Plus oder im Minus liegt.

PocketCap zum Investmenttracking

Wer daher den sich ja schon seit einigen Monaten abzeichnenden Kursfrühlings nutzen will, sich nun endlich mal einen fundierten Überblick zu verschaffen, wie man selbst eigentlich kurstechnisch so dasteht, für den könnte die Browser-App PocketCap von Sergiu Bologa eine hilfreiche Option sein.

Beispielportfolio: 3 mal Bitcoin zu unterschiedlichen Preisen gekauft, fast 100% Gewinn gemacht.

Wer zum Beispiel vor Jahren mal 10 Bitcoins zum Preis von je 1000 USD, später dann noch einmal 5 Bitcoins für je 10.000 USD nachgekauft und voller Enthusiasmus sogar 1 Bitcoin beim All-Time-High von 20.000 USD gekauft hat, sieht hier schnell, dass er zum jetzigen Zeitpunkt unterm Strich mit rund 76.000 USD Zuwachs seine Investition nahezu verdoppelt hat.

Da die Seite die Daten von Coinmarketcap zieht, kann man dem eigenen Portfolio neben Bitcoin auch noch eine Vielzahl von anderen Altcoins hinzufügen und sich seine Investitionsübersicht dementsprechend haargenau konfigurieren. Vorausgesetzt natürlich man weiß überhaupt noch, wann man was zu welchem Kurs gekauft hat.

Schutz von Daten und Privatsphäre

Doch selbst wenn man das weiß, stellt sich die Frage, ob man diese Daten überhaupt an einem Punkt gesammelt preisgeben möchte? Denn bekanntermaßen ist es keine gute Idee allzu viele Details über das eigene Portfolio bekannt werden zu lassen.

Sergiu ist sich dieses Dilemmas natürlich bewusst und hat PocketCap dementsprechend als möglichst private Open Source-Lösung konzipiert, bei der die eingegebenen Daten den Browser nicht verlassen. Im Reddit-Thread erklärt er das etwas ausführlicher:

It’s private for a few reasons:

  1. The data you enter never leaves your browser. The communication between your browser and the server is made only to get data from the server and never to send any data. You can check this by looking at the code (it’s open source) or by looking in the browser’s Developer Tools -> Network tab and see what requests are made to the server. You’ll see there all the data exchanged between the server and the browser.
  2. The portfolio is persisted by using the URL hash. So every time you create a portfolio the hash in the URL is changed to contain the data you entered and you can use that to later access your portfolio. That generated URL is in your complete control, the browser never sends it to the server.
  3. There’s a feature that remembers your last added portfolio but again is 100% in your browser and never leaves it. The mechanism is called LocalStorage and it’s a way to store some data in user’s browser without using a server for this. You can check this by accessing the app from another browser.
  4. This is the made idea behind this app, to keep it private and only in your control. So if we can consider that your browser is in your full control, than PocketCap is also in your full control.

Wenn man PocketCap also nicht gerade auf einem öffentlichen oder ungeschützt zugänglichen Rechner ausführt, kann man es also durchaus nutzen. In jedem Fall ist es sauber und ansprechend designed und bietet viele hilfreiche Informationen, selbst wenn man sich nur mal einen groben Überblick über den Stand des eigenen Investments verschaffen möchte oder ein „Hätte-ich-mal“- oder „Was-wäre-wenn“-Szenario“ durchspielen möchte.

Honigdachs #48 – Auf ein gutes Bitcoin-Jahr

Die 48. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin zu reden auf Dauer zu wenig ist. (Abonnieren)

Honigdachs #48 – Auf ein gutes Bitcoin-Jahr

Wie versprochen nehmen wir in dieser Folge unsere unterbrochene Debatte der letzten Folge wieder auf, ob und inwiefern 2019 für Bitcoin ein gutes oder schlechtes Jahr war. Dabei schauen wir aber nur kurz zurück und blicken vor allem nach vorn. Denn so oder so. 2020 verspricht ein sehr viel aufregenderes Jahr zu werden. Allein, was bisher schon alles passiert ist …

Viel Spaß beim Hören und die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick.

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Aktuelles, Kritisches und Hintergründiges zu Bitcoin, Blockchain und Crypto-Kultur