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„Auf Protokollebene“ – Delegationsreise nach El Salvador.

Auf Deutschlandfunk Kultur lief neulich meine Reportage über die Bitcoin-Delegationsreise neulich nach El Salvador. Dabei handelte es sich nicht um einen Beitrag über Bitcoin in El Salvador und ob das digitale Geld gut oder schlecht für das Land und die Menschen ist – davon gibt es ja mittlerweile ein ganze Reihe. Es ging vielmehr um die bemerkenswerte Tatsache, dass ein staatenloses Open-Source-Projekt aus dem Netz aka „Neuland“ mittlerweile die diplomatische Ebene erreicht hat und es quasi-diplomatische Beziehungen zwischen einem Land und einem Netzphänomen gibt.

Das ist eine neue Ebene der Digitalisierung, mit der wir uns aber womöglich in Zukunft häufiger beschäftigen müssen. Denn die Verbindungen zwischen Offline- und Online-Welt werden noch dichter werden. Immerhin arbeitet Mr. Zuckerberg an seinem Metaverse und neulich habe ich mit einem Computerchemiker gesprochen, der meinte, dass wir nicht drum herumkommen werden, die KI künftig in unseren Zoom-Calls als gleichwertiges Mitglied zu betrachten.

Insofern war ich selbst sehr verwundert über den Dreh, den die beiden Moderatoren meinem Beitrag gaben. Statt meiner Anmoderation (die man als Autor standardmäßig als Vorschlag immer mitliefert), gab es eine neue, die – warum auch immer – direkt einen negativen Dreh auf das Thema Bitcoin in El Salvador hatte. Stichwort Geldwäsche und so. Noch befremdlicher war jedoch die Abmoderation, in der beide Moderatoren ihre offenkundig auf einem nicht sehr fundierten Wissensstand beruhende Abneigung gegen Bitcoin feierten. Das war weder professionell (als Moderator sollte man Präsentation und Meinung trennen können) noch kollegial, denn eigentlich sind Autoren, Redakteure und Moderatoren Teil des selben Teams.

An der Moderation gab es daher auch im Nachhinein viel Kritik. Diese wurde gehört und man versicherte mir, dass man die Moderation so auch nicht wieder machen würde. Immerhin. Warum sie dann aber immer noch in dieser Form online steht, bleibt mir ein Rätsel. On-Air mag sich sowas ja versenden. Das Netz vergisst jedoch nicht.

Da ich hier aber natürlich alle meine Beiträge sammele, habe ich mich daher entschieden, nicht den gesendeten Beitrag zu archivieren, sondern die originale Version.


Auf Protokollebene.
Bitcoin-Delegationsreise nach El Salvador

Anmoderation: Delegationsreisen in andere Länder –normalerweise ist das etwas, das auf beiden Seiten von offizieller Seite organisiert wird – von staatlichen oder wirtschaftsnahen Institutionen wie Handelskammern, Wirtschaftsverbänden, Ländervertretungen oder Botschaften.

Doch was passiert eigentlich, wenn bei so einer Delegationsreise auf einmal das Internet ins Spiel kommt und nur eine der beiden Parteien aus einem „echten“ Land, die andere hingegen aus der digitalen Welt stammt? Kann es überhaupt so etwas wie diplomatische Beziehungen zwischen einem Staat und einem staatenlosen Netzphänomen geben? Und wenn ja, wie könnten diese aussehen?

Genau diese Fragen hat eine Delegationsreise Mitte November nach El Salvador aufgeworfen. Rund 40 Bitcoiner*innen aus dem deutschsprachigen Raum sind dabei in das kleine mittelamerikanische Land gereist. Offiziell eingeladen und mit diplomatischer Begleitung.

Auslöser dafür war die Entscheidung El Salvadors dieses Jahr als erstes Land der Welt das digitale Open-Source-Geld als offizielles Zahlungsmittel anzuerkennen. Die Berliner Bitcoin-Community hatte daraufhin quasi-diplomatische Beziehungen aufgenommen, deren bisheriger Höhepunkt nun eben eine umfassende Delegationsreise bildete. Inklusive Treffen mit  Minister*innen, akademischem Austausch, Besichtigung einer staatlichen, mit Vulkanenergie betriebenen Bitcoin-Mine und dem Ausloten der Möglichkeiten wirtschaftlicher Zusammenarbeit.

Friedemann Brenneis hat die Reisegruppe nach El Salvador begleitet.

Der Vollständigkeit halber: Die Deutschlandfunk Kultur-Version mit der merkwürdigen An- und Abmoderation gibt es hier.

PS: Manchmal kommt es zu Reibungen. Dessen ungeachtet bin ich aber nach wie vor ein großer Fan des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks im Allgemeinen und von Deutschlandfunk ( Kultur) und Breitband im Speziellen.

Wie Bitcoin das Leben von Bitcoin-„Millionären“ verändert

Arte hat vor kurzem eine sehenswerte Reportage über Die Bitcoin-„Millionäre“ veröffentlicht. Ich schreibe das Wort hier in Anführungszeichen, weil viele Leute mit dem Begriff „Millionär“ vermutlich etwas anderes assoziieren, als das, was hier gezeigt wird.  Wenngleich die Protagonisten durchaus ein (geld-)sorgenfreies Leben leben. Zumindest derzeit.

Millionär sein ist kein Beruf

Denn der Reichtum und das Millionärsein ist für sie im Kern nicht, das, worum es geht. Die einen arbeiten trotzdem (oder gerade wegen Bitcoin?) sehr emsig. Die anderen brechen komplett aus dem Arbeits- und Konsum-Hamsterrad aus und leben trotz ihres Krypto-Reichtums minimalistischer als vorher. Aber dafür sorgenfrei und ganz im Moment.

Tolle unaufgeregte Reportage mit schönen Bildern aus der ganzen Welt, interessanten Protagonisten und dem kleinen Highlight, dass man mal sieht, wie so ein Bitcoin-Meetup in Thailand abläuft.

https://youtu.be/N4OmE9bn7Pw

Traumhafte Gewinne, ohne staatliche Kontrollen – das verheißen Bitcoins und andere Internetwährungen. Ihre Anhänger glauben an eine finanzielle Revolution. Trotz extrem schwankender Kurse und Warnungen vor einer gefährlichen Blase investieren sie weltweit Milliarden in das digitale Geld. Mit zu hohem Risiko?

Der Holländer Didi Taihuttu (39) hat für Bitcoins und andere digitale Währungen sein Leben und das seiner Familie auf den Kopf gestellt. Noch vor einem halben Jahr besaß der Unternehmer ein Haus und drei Autos. 2017 verkaufte er alles und investierte sein Vermögen in digitale Währungen. Die kalte Jahreszeit verbringt die Familie nun in Thailand. Zwar hat sich Didis Vermögen allein im letzten halben Jahr um das Fünffache vermehrt und rein rechnerisch ist er nun Millionär. Aber die Bitcoin-Familie will langfristig Gewinn machen und pflegt deshalb einen minimalistischen Lebensstil. Brechen die Kurse ein, könnten Didi und seine Familie von heute auf morgen bankrott sein.Auch Robert Küfner und Till Wendler glauben an eine Revolution des Finanzwesens durch digitale Währungen. Und sie wollen ganz vorn mit dabei sein. In der Krypto-Hochburg Berlin haben die beiden Bitcoin-Millionäre das Start-up Advanced Blockchain AG gegründet. Die Pioniere beraten Unternehmen, wie sie die Technologie hinter den Bitcoins – die so genannte Blockchain – künftig nutzen können. Eine dezentrale Datenverarbeitung, die niemand manipulieren kann – mit dieser Idee sollen Finanzmarkt und Industrie umgekrempelt werden. Investoren und namhafte Firmen stehen bereits vor der Tür. Doch noch fehlt es den Jungunternehmern an Mitarbeitern mit dem richtigen Know-how. Auf der Suche nach Programmierern reist Till Wendler in die Ukraine. Die Jungunternehmer stehen extrem unter Druck. Wer im Markt der neuen Krypto-Technologie mitspielen will, muss schnell sein.