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Bitcoin, Strom & viele, viele Missverständnisse

In dieser Woche sind gleich zwei Beiträge erschienen, die sich kritisch mit dem Stromverbrauch von Bitcoin auseinandersetzen.

Dass kritisch in diesem Zusammenhang extra betont werden muss, ist bedauerlich, aber leider notwendig. Denn bisher wimmelt es beim Thema „Bitcoin & Strom“ im Netz ja eher von einseitigen, schlecht recherchierten und eher auf empörte Emotionen zielenden Berichten, die vielleicht für ’nen schnellen Klick gut sind, für mehr aber mehr eben auch nicht. Der allgemeine Erkenntnisgewinn ist jedenfalls bislang ungefähr dieser: „Oh nein, Bitcoin verbraucht voll viel Strom! Wir werden alle sterben!“

 

Nun ist das zugegeben aber auch echt kein ganz leichtes Thema und auch ich habe lange überlegt, wie sich die Zusammenhänge sinnvoll und verständlich beschreiben lassen. Am Ende ist es aber doch ganz gut geworden, auch wenn ich schließlich aus Platzgründen ca. 90 Prozent der Aspekte und Argumente weglassen musste, die ich zwischenzeitlich gesammelt hatte.

Zeit Online – Bitcoin. Der verkannte Stromfresser

Ja, Bitcoin benötigen sehr viel Energie. Nein, deshalb fangen die Meere nicht an zu kochen. Der Stromverbrauch ist ein Problem, aber nicht das Ende von Kryptowährungen.

Umso besser ist es daher, dass nahezu zeitgleich, aber in einem anderen Medium, der Beitrag meines guten Freundes und Journalisten-Kollegen Jochen Dreier erschienen ist.

Vorab hatten wir uns zwar über das Thema ausgetauscht und bestimmte Aspekte diskutiert, sind dann aber bei der Recherche und Umsetzung komplett eigene Wege gegangen. Dementsprechend haben beide Beiträge nun auch leicht unterschiedliche Schwerpunkte.

Deutschlandfunk Kultur – Diskussion um Bitcoin – Digitalwährung als Klimakiller 

Mit dem Höhenflug von Bitcoin hat auch eine Debatte über den Energieverbrauch der Kryptowährung eingesetzt: Bitcoin sei ein monströser Energiefresser. Der Energieverbrauch sei so hoch wie der von Dänemark. Wie seriös sind die Berechnungen und Vergleiche?

Für den größtmöglichen Erkenntnisgewinn empfehle ich daher einfach beide Beiträge zu lesen bzw. hören.

Bild: lightning (CC-BY 2.0)

Bitcoin Visualizer – So voll sind die Blöcke

Eric Miller hat mit dem Bitcoin Visualizer ein kleines Tool geschaffen (Code auf Github), das auf einen Blick eine Übersicht darüber geben soll, wie es aktuell um die Kapazität der Blöcke in der Blockchain steht. Und man sieht: Die Wanne ist voll. Denn je dunkler der Block, desto voller ist er.

„The color represents how close it is to capacity in byte size. Blocks are limited by the bitcoin protocol to 1mb, and many blocks are already very close to that limit, as you can see.“

Volle Blöcke machen Bitcoin teurer

Volle Blöcke bedeuten, dass die Gebühren pro Transaktionen steigen, was in Zusammenhang mit der bislang ohnehin beschränkten Kapazität von ca. sieben Transaktionen pro Sekunde in der öffentlichen Diskussion als einer der Hauptkritikpunkte an Bitcoin gesehen wird.

SegWit soll die Blockgröße besser nutzen

Glücklicherweise steht die Aktivierung von SegWit kurz bevor einer technischen Maßnahme, die neben einigen anderen Verbesserungen auch eine Vergrößerung der Kapazität mit sich bringt und als wichtiger erster Schritt zur langfristigen Skalierung von Bitcoin gilt. Dabei werden zwar nicht die Blöcke größer, aber der vorhandene Platz effizienter genutzt.

Wenn alles so läuft, wie geplant, sollte der Bitcoin Visualizer in einiger Zeit also wieder etwas entspanntere Farben zeigen.