Schlagwort-Archive: Bargeld

ARD-Doku über Pro und Contra von Bargeld

Lief neulich abends in der ARD, nun ist die Doku Welt ohne Geld. Wie die Abschaffung von Banknoten vorangetrieben wird  auch in der dortigen Mediathek und bei Youtube erschienen.

Eine, wie ich finde, ganz interessante und ausgewogene Betrachtung der Pro- und Contra-Argumente rund ums Bargeld. Dass Bitcoin und Co. dabei keine Rolle spielen (außer einmal auf einem abgefilmten Computerbildschirm), ist okay. Irgendwo muss man längenbedingt die inhaltliche Grenze ziehen und die Doku ist auch so sehr sehenswert.

Welche Rolle könnte Bitcoin spielen?

Wobei es natürlich schon auch interessant wäre, Bitcoin in dem hier im Film aufgezeigten Spannungsfeld zwischen individueller Privatsphäre, digitalem Fortschritt und datengetriebener Massenüberwachung zu verorten.

Bargeldloses Bezahlen ist auf dem Vormarsch. Es ist schnell, einfach und bequem. Weltweit haben bargeldlose Transaktionen das Bezahlen mit Bargeld längst abgelöst. Noch halten Bundesbank und Bundesregierung am Bargeld fest. Aber können sie die Entwicklung hin zur bargeldlosen Gesellschaft aufhalten? Denn viele haben ein Interesse daran, dass wir aufhören, mit Bargeld zu bezahlen. Banken wollen Münzen und Scheine loswerden, weil deren Bereitstellung teuer ist. Politiker wollen weniger Bargeld, um Kriminalität und Terrorismus zu bändigen. Zentralbanker wollen Bargeld abschaffen, weil sich dann leicht Negativzinsen durchsetzen lassen. Und digitale Bezahlkonzerne wie Paypal oder Visa wollen einfach von allen Geldgeschäften profitieren und dabei möglichst viele Finanzdaten über uns Verbraucher sammeln. Ihr Ziel: die komplette Kontrolle über unser Kaufverhalten.

Wer profitiert von der bargeldlosen Welt?

Die Doku „Welt ohne Geld“ zeigt, wer hinter den Stichwortgebern der weltweiten Anti-Bargeld-Lobby steckt: die „Better than Cash Alliance“ in New York etwa, unterstützt von Konzernen wie Visa oder Mastercard. Ihr Credo: eine bessere Welt dank digitaler Bezahlsysteme. Je mehr Menschen ins internationale Finanzsystem integriert werden, desto mehr Wachstum und Arbeitsplätze. Dabei profitieren in erster Linie die Bezahlkonzerne selbst, dank Gebühren und dem Zugriff auf unermessliche Datenschätze. Wir alle werden „gläsern“. Aber auch Staaten nutzen die neuen Möglichkeiten, via Bezahldaten mehr über uns zu erfahren. Auf der Strecke bleibt das Interesse der Bürger am Bargeld: als Wertaufbewahrung und um unabhängig zu sein von den Interessen Dritter. Bargeld ist und bleibt ein Stück Freiheit. 

3sat sagt: „Bye bye Bargeld“ & „Hello Bitcoin!“

An Bargeld scheiden sich die Geister. Die einen wollen es unbedingt behalten, weil es sich privat und anonym nutzen lässt. Die anderen wollen es abschaffen, weil es unpraktisch ist und sich mit Bargeld-Transaktionen kein Geld verdienen lässt. Und im Spannungsfeld dieser beiden Pole gibt es noch eine Vielzahl weiterer Positionen, Argumente und Beispiele, die mal mehr für die eine, mal mehr für die andere Seite sprechen. Auch Schindluder wird mit beiden Varianten gleichermaßen getrieben. Schwer sich in dieser Debatte also eine fundierte Meinung zu bilden.

Von Bargeld über Kreditkarten bis Bitcoin

In genau diese Lücke stößt die tolle 3sat-Doku „Bye Bye Bargeld“ die einen weiten Bogen schlägt von Schweden, dem Musterbeispiel einer bargeldlosen Gesellschaft, bis hin zu Bitcoin und den hochgesteckten Erwartungen an die Blockchain-Technologie und dabei viele Menschen zu Wort kommen lässt: Banker und Bowlingbahnbetreiber, Sicherheitsexperten und Obdachlose, Wissenschaftler, Gründer, Pfarrer.

Ist das Ende vom Bargeld nun gut, schlecht oder unvermeidbar?

In 45 Minuten ergibt sich daraus eine spannende, kritische, gut recherchierte und lehrreiche Reportage, die immer mal wieder ein paar bemerkenswerte Erkenntnisse liefert. Wie zum Beispiel: „Das meiste Bargeld sitzt an irgendwelchen Orten, von denen Zentralbanken keine Ahnung haben.“

Ich lass das mal einfach so stehen, denn wer wissen will, ob diese Aussage nun unter „gut“ oder „schlecht“ einzusortieren ist, der sollte sich selbst zuerst die Dokumentation anschauen und dann eine eigene Meinung bilden.

Um Bitcoin und die Blockchain geht es übrigens recht ausführlich und solide ab Minute 34.

Bitcoin-Presseschau #71

Die Bitcoin-Presseschau fasst jeden Sonntag die wichtigsten Informationen, Entwicklungen und Links aus dem Bereich Bitcoin und digitales Geld zusammen. Für die Woche vom 27. Juli bis 2. August 2015 mit folgenden Themen:

  • Neues vom Kurs
  • Ethereum ist am Start
  • Mt.Gox-Pleitier verhaftet
  • neuen Bitcoin-Investitionsrekorde
  • Bei Insolvenz sind auch die Bitcoins weg
  • Bitcoin und E-Commerce sind noch keine Freunde
  • Dezentralisierung ist nicht immer geil
  • ansteckende Krankheiten lieben Bargeld
  • Puerto Rico ist pleite
  • Bitcoin für Dummies

Bitcoin-Presseschau #71 weiterlesen

Deutsche Bundesbank akzeptiert Bitcoin

Zumindest langsam und erst einmal nur thematisch, aber hey! Für die Bundebank ist das ein Riesenschritt. Bisher ist sie in Wort und Tat ja eher Bitcoin-avers aufgetreten.

Bundesbank erhebt offizielle Bitcoin-Zahlen

In ihrer aktuellen Veröffentlichung Zahlungsverhalten in Deutschland 2014. Dritte Studie über die Verwendung von Bargeld und unbaren Zahlungsinstrumenten widmet sie Bitcoin nun nicht nur einen eigenen Infokasten, sondern hat in der Datenerhebung erstmals auch einen „kleinen Frageblock zu virtuellen Währungen wie Bitcoins“ untergebracht. Das ist auch angebracht, denn der neue thematische Schwerpunkt der repräsentativen Studie lag auf „baren versus unbaren Zahlungsinstrumenten“.

Kritik und Einordnung der Daten

Die Datenerhebung fand dabei von Mai bis Juli 2014 statt. In Bitcoin- und Internet-Zeitrechnung sind diese mehr als acht Monate eine durchaus relevante Zeitverschiebung, die man bei der Interpretation der Ergebnisse aus heutiger Sicht berücksichtigen muss. Die täglichen Transaktionen sind im Verhältnis zwar nur geringfügig gewachsen, ob die Bekanntheit und die Nutzungszahlen jedoch immer noch valide sind, kann man zumindest anzweifeln.

Zumal das Studiendesign in diesem Punkt einen großen Schwachpunkt hat. Es wurden nämlich nur Personen ab 18 Jahren befragt und damit die Bitcoin-Nutzergruppe der jüngeren Digitale Money Natives außen vor gelassen. Dass aber gerade die jüngeren Bevölkerungsgruppen sehr affin für digitales Geld sind, legt die Bundesbank-Studie selbst nahe. Immerhin bescheinigt sie Bitcoin in der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen mit 41 Prozent den höchsten Bekanntheitsgrad.

Nach dem Klick der Bundesbank-Text zu Bitcoin in voller Länge. Die gesamte Studie gibt es hier.

Deutsche Bundesbank akzeptiert Bitcoin weiterlesen