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Weltwirtschaftsforum mit streitbarer „Staats-Bitcoin“-These

Das Weltwirtschaftsforum beschäftigt sich schon seit einiger Zeit mit Bitcoin und stellt dabei durchaus die richtigen Fragen. Wie zum Beispiel in diesem Video über die Blockchain.

Vergangene Woche gab es nun ein neues Video mit der konkreten Frage, was passiert, wenn ein Land eine digitale Währung wie Bitcoin herausgeben würde.

Ein „Staats-Bitcoin“ wäre gut! Nur was soll das sein?

Grundsätzlich eine relevante Frage. Zumal die Antworten suggerieren, dass das für alle Beteiligten enorme Vorteile hätte.

Dennoch lässt einen das Video etwas ratlos zurück. Denn es bleiben viel mehr Fragen offen, als Antworten gegeben werden. So wird bspw. auf den offensichtlichen Widerspruch der Titelfrage gar nicht näher eingegangen: Denn wie soll ein Staat eigentlich eine explizit nicht-staatliche Währung „wie Bitcoin“ herausgeben? Denn entweder ist es eine offizielle, zentral organisierte Währung oder es ist eine Kryptowährung wie Bitcoin, deren Kerneigenschaft das genaue Gegenteil ist: die dezentrale Nicht-Kontrollierbarkeit.

Oder geht es in dem Video letztlich nur um eine Art staatliches E-Geld, das man, weil das Wort gerade so trendig ist, einfach mit Bitcoin in einen Topf wirft? Wird schon keiner merken, dass das nicht passt.

Erregung erzeugt Interaktion, Fakten sind zweitrangig

Möglicherweise ist diese Verwirrung aber auch ein ganz bewusster Teil der Kommunikationsstrategie des Weltwirtschaftsforums. Denn mit seiner schrägen These provoziert es, dass darüber diskutiert wird.

Bei Facebook hat das leicht angepasste Video (man beachte die subtile, reichweitensteigernde Änderung des Titels) nicht nur mehr als 140.000 Aufrufe, sondern wird auch kontrovers diskutiert. Nicht immer sachlich und fachlich korrekt – aber, hey – so funktioniert Social Media nun einmal: Emotionen und Erregung sind wirksamer als Fakten. Und die PR-Leute vom Weltwirtschaftsforum wissen diese Klaviatur recht gut zu spielen.

Wer echte Fakten will, muss selber lesen

Dass bei allen Unschlüssigkeiten bei den Usern da am Ende eine Message hängen bleibt wie „das Weltwirtschaftsforum hält Bitcoin für eine gute Sache“, stört mich persönlich jetzt nicht. Doch wer sich für die Fakten interessiert, sollte sich besser direkt auf der Seite der Bank of England informieren.

Ecuador startet digitale Staatswährung

Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit ist Ecuador seit vergangenem Donnerstag offiziell das erste Land, in der mit einer staatseigenen digitalen Währung, dem Dinero Electrónico, bezahlt werden kann.

Bereits im Juli vergangenen Jahres hatte das Parlament ein Gesetz verabschiedet, das der Zentralbank erlaubt digitales Geld zu erschaffen. Seit Dezember konnten dann erste Account angelegt werden. Nun lassen sich also auch Transaktionen tätigen. Damit ist das digitale Geld offiziell im Umlauf. Trotzdem ist es weiterhin umstritten.

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