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Ein „The DAO“-Macher rekapituliert sein Blockchain-Experiment

Christoph Jentzsch von Slock.it war einer der Initiatoren von The DAO, dem Blockchain-basierten Crowdinvestment-Experiment, das vergangenes Jahr erst steil durch die Decke ging und dann genauso schnell wieder auf den Boden der Tatsachen abstürzte. Wobei noch heute viele Fragen um die DAO offen sind.

In diesem TEDx-Talk rekapituliert Christoph Jentsch nun die Ereignisse aus seiner Sicht.

The DAO – war da nicht was?

Ich lasse das an dieser Stelle unkommentiert, weil ich mich nicht entscheiden kann, ob ich dem „Abhaken, weitermachen!“- oder dem „Moment, wir müssten da erst noch ein paar Dinge aufklären“-Lager zugehörig fühle. „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust.“, passt da quasi wie der Faust aufs Auge.

Wer mehr Hintergrundwissen braucht, kann mit Hilfe der folgenden beiden Artikel aus dem letzten Jahr Aufstieg und Scheitern der DAO nachvollziehen.

Bonusmaterial – Noch mehr Christoph Jentzsch

Christoph Jentzsch stand vor einiger Zeit auch der Redaktion von heute.de zum Thema Blockchain Rede und Antwort.

TED Talk: Die Blockchain als Wikipedia für Werte

Pünktlich zum Wochenstart gibt es mit dem TED-Talk „How the blockchain will radically transform the economy“ von Bettina Warburg frischen Input zum Verständnis von Bitcoin und der Blockchain.

Wie bei TED-Talks in der Regel der Fall, lohnt sich das Anschauen ohne Frage. Trotzdem bin ich nicht hundertprozentig vom didaktischen Konzept dieser Präsentation überzeugt. Zwar merkt man, dass Bettina Warburg das Prinzip Blockchain verstanden hat, dennoch versucht sie „die Blockchain“ zu erklären, ohne jedoch die Blockchain zu erklären.

Man kann Blockchain nicht ohne Bitcoin erklären

Denn es ist zwar nicht falsch von der technologischen Vereinfachung von Institutionen, der Abschaffung von Unsicherheit und Dezentralisierung zu reden, letztlich bleiben aber die beiden für den Zuschauer wohl wichtigsten Frage unbeantwortet:

Warum funktioniert die Blockchain überhaupt und warum haben wir das nicht schon längst?

Für eine Antwort auf diese Fragen müsste man jedoch auch über die spieltheoretische Bedeutung von Bitcoin als Basis des ökonomisches Anreiz-Prinzips  sprechen, ohne das eine echte Blockchain (inklusive all der Stärken, die sie mit sich bringt) nun einmal nicht funktioniert. Oder eben keine Blockchain ist, sondern nur „Blockchain-Technologie“. Aber darüber, dass das nur eine hohle Phrase ist, hab ich neulich erst geschrieben.

„Blockchain“-Argumentationen kritisch hinterfragen!

Gerade deswegen ist obiger TED-Talk jedoch eine sehr gute Gelegenheit, das eigene kritische Denken zum Thema „Blockchain“ zu schulen. Denn auch hier sieht man die heimliche Vermischung der Begriffe „die Blockchain“ und „Blockchain-Technologie“, die sich letztlich aber nicht widerspruchsfrei unter einen Hut bringen lassen. Denn führt man die Argumentation von Bettina Warburg weiter, arbeiten jede Menge Finanzinstitutionen mit großem Interesse daran, sich selbst überflüssig zu machen. Das wage ich zu bezweifeln.

Über das Phänomen Bitcoin und warum es so relevant ist

Eine meiner Alltagsbeobachtungen aus drei Jahren Bitcoin-Recherche ist: Besonders oft führt die Tatsache zu Missverständnissen, dass der Begriff „Bitcoin“ nicht nur eine oder zwei Bedeutungen hat, sondern drei.

Die drei Bedeutungen von „Bitcoin“
  • Bitcoin als Geldeinheit („Kann ich mit Bitcoins bezahlen?“)
  • Bitcoins als Bezeichnung für eine Technologie (Bitcoin. A Peer-to-Peer-Electronic Cash System – hier spielt auch die Blockchain eine Rolle) und
  • Bitcoin als Phänomen

Letztere ist die Bedeutung, die oftmals eher unbewusst verwendet wird, eigentlich aber die größte Relevanz hat. Denn das Phänomen Bitcoin beinhaltet letztlich alles, was bislang aus der Idee Bitcoin entstanden ist und noch daraus entstehen wird: Bitcoin selbst (als Geldeinheit und Technologie), alle Blockchain-, Blockchain 2.0- und Blockchain 3.0-Projekte, sämtliche Altcoins, jedes Unternehmen im Krypto-Ökosystem, jede App, jedes Kunstprojekt, das Bitcoin bzw. die Blockchain nutzt, jedes Lied, das darüber gedichtet wird, jede Kulturtechnik, die wir im Umgang mit digitalem Geld entwickeln usw. usf. Kurzum: alles.

Wie das Phänomen Bitcoin die Welt verändern wird

Oder um es anders zu sagen: Bitcoin als Phänomen zu betrachten, bedeutet sich damit auseinanderzusetzen, wie die Erfindung von Bitcoin unsere Gesellschaft grundlegend beeinflusst und nachhaltig transformiert. Klingt vielleicht abstrakt und schwer verständlich, ist es aber gar nicht, wenn man sich

a) erst einmal auf den Gedanken eingelassen hat, dass Bitcoin eben nicht nur dieses ominöse Drogengeld aus dem Internet™ ist, sondern von seiner Bedeutung her in einer Liga spielt mit Begriffen wie „Internet“ und „Social Media“. Und

b) solche TED-Vorträge sehen kann, wie „The future of money“ von Neha Narula, ihres Zeichen Director of Research der Digital Currency Initiative am MIT Media Lab. Darin veranschaulicht sie nämlich sehr prägnant, dass die Erfindung von Bitcoin letztlich unausweichlich war (und vom Prinzip her gar nicht so kompliziert ist) und wie es uns helfen wird, unnötig bremsende Barrieren in der Entwicklung der Gesellschaft zu überkommen.

Wer Bitcoin verstehen will, sollte diesen TED-Talk schauen

Keine leichte Aufgabe und umso größer ist mein Respekt, wie gut sie das macht. Wer das Potential und die Vision verstehen will, die das Phänomen Bitcoin beinhaltet, sollte sich diese 16 Minuten unbedingt anschauen.

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… und ich hab nun einen Ohrwurm.

Bitcoin, die Zukunft und der ganze geile Rest

Charles Hoskinson hat neulich einen sehr knackigen, aber sehenswerten TEDx-Vortrag zum Thema „The Future Will Be Dezentralized“ gehalten. Dabei argumentiert er in einem beachtenswerten Tempo von den Problemen und der Lebenswirklichkeit der „Unbanked“ über die Vorteile der Blockchain gegenüber anderen „distributed databases“ zu Namecoin, Ethereum, Smart Contracts und BitPesa bis hin zu Lösungsansätzen um das Internet über Dezentralisierung zu noch mehr Menschen zu bringen.

Fazit: In 15 Minuten bekommt man das Maximum an dem präsentiert, was man in 15 Minuten verstehen kann und wenn Mathematiker beim Thema Bitcoin anfangen von Magie zu sprechen, ist das schon ein bisschen geil.