Bitcoin-Presseschau

Bitcoin-Presseschau #62

Die Bitcoin-Presseschau fasst jeden Sonntag die wichtigsten Informationen, Entwicklungen und Links aus dem Bereich Bitcoin und digitale Währungen zusammen. Für die Woche vom 13. März bis 19. April 2015 mit folgenden News und Themen:

Der Bitcoin-Kurs …

… hat Anfang der Woche einen ordentlichen Knick nach unten hingelegt und ist zwischenzeitlich rapide bis auf 216 Dollar gefallen. Als eine mögliche Ursache wird auf das Verkaufen von rund 2000 Bitcoin durch Factom spekuliert, das das Unternehmen zuvor in einer noch immer laufenden Crowdinvest-Runde eingenommen hatten. Seit dem Tiefpunkt am Montag klettert der Kurs aber wieder, liegt trotzdem aber noch immer unter dem Niveau von vergangenem Sonntag.

2015-04-12_Bitcoin-kurs 2015-04-19_Bitcoinkurs

#Digitales Bezahlen – Der Bitcoin-Podcast

On The Air

Musste diese Woche leider erneut krankheitsbedingt ausfallen.

Links und eine Übersicht über alle bisherigen Episoden, sowie den RSS-Podcast-Feed gibt es auf der zugehörigen #Digitales Bezahlen-Seite.

Nachrichten der Woche

MIT will Bitcoin-Entwicklung übernehmen

Letzte Woche hatte ich auf die Turbulenzen rund um die Bitcoin Foundation hingewiesen, die wahrscheinlich vor großen Umbrüchen steht. Ein insofern elementares Thema, als das die Bitcoin Foundation bisher auch die technische Pflege und Weiterentwicklung der Bitcoin-Technologie finanziell absichert. Diese Woche nun hat Joi Ito, Direktor des MIT Media Labs, das Angebot gemacht, dass das MIT so etwas wie eine neutrale akademische Heimat für u.a. zur technischen Koordinierung von Bitcoin bieten könne. Er wolle damit Bitcoin mehr Stabilität geben. Zitat:

„Mit Bitcoin ist es ähnlich wie mit dem Internet, außer dass viele finanzielle Interessen sehr schnell involviert waren, bevor genügend Standards definiert wurden. [Bitcoin] entwickelt sich enorm schnell, viel schneller als jedes Standardisierungsgremium. Und wir haben das zusätzliche Problem, das gleichzeitig sehr viel Geld im Spiel ist.“

Unter diesen Voraussetzungen „einen nichtkommerziellen, neutralen Raum zu schaffen, in dem sich Akademiker und Wissenschaftler über Bitcoin austauschen können“, halte ich für einen der besten Vorschläge seit langem und wenn man jemandem zutrauen kann das adäquat umzusetzen, dann wahrscheinlich dem MIT, das den Worten gleich Taten hat folgen lassen und die Digital Currency Initiative bereits ins Leben gerufen hat.

Bitcoin Foundation bestimmt neuen Geschäftsführer

Wir bleiben thematisch bei der Bitcoin Foundation. Die hat mit Bruce Fenton nämlich einen neuen Geschäftsführer ernannt. Fenton ist nicht unumstritten und verkörpert in gewisser Hinsicht genau das, was MIT Media Lab-Direktor Joi Ito mit Blick auf die dominanten Wirtschaftsinteressen kritisiert. Immerhin hatte Fenton u.a. im Februar dieses Jahres den hochexklusiven Satoshi Roundtabel, eine Art wirtschaftselitäres Davos für Bitcoin in der Karibik, ins Leben gerufen und damit in der Community für irritierte Reaktionen gesorgt.

Nun soll Bruce Fenton u.a. genau diese Community wieder mit der Bitcoin Foundation versöhnen. Das wird nicht leicht, denn zumindest in diesem Q&A auf Zapchain bekommt er einen Vorgeschmack des Gegenwinds, der ihm in der kommenden Zeit begegnen wird. Wobei er selbst dabei keinen überzeugenden Eindruck hinterlässt, wenn er nur auf die positiven Kommentare und Anmerkungen antwortet (und auch das nur sehr abstrakt und schwammig) und die kritischen ignoriert.

Insgesamt erinnert die Situation stark an das bunte Trainerkarussell, das man aus dem Fußball kennt, nur das Bruce Fenton nun eben keinen Bundesligisten, sondern die Bitcoin Foundation vor dem Abstieg in die Bedeutungslosigkeit retten soll. Diese wiederum kündigt die Personalie im eigenen Haus mit einem erstaunlich lieblos editierten Blogbeitrag an. Möglicherweise waren alle so sehr mit der von der Bitcoin Foundation diese Woche in London organisierten DevCore-Konferenz beschäftigt.

In jedem Fall liegt viel Arbeit vor Bruce Fenton und die Forderung nach umfassender Transparenz wird dabei von Seiten der Community am häufigsten geäußert. Die hat die Bitcoin Foundation in jedem Fall nötig, so veraltet wie bspw. die Informationen sind, die man auf der Website unter „Trancparancy“ erhält.

Wer übrigens selbst Fragen zur Bitcoin Foundation hat. Der Bundesverband Bitcoin e.V. ist offizieller Partner und „in Deutschland der direkte Ansprechpartner für alle Belange, die die Bitcoin Foundation betreffen.“ Den Kontakt findet ihr hier.

Mehr Mobile Payment für Berlin

Die Mobile-Payment-Initiative NFC City Berlin der großen Mobilfunkanbieter und einer Handvoll Handelsketten hat dafür 2000 Kassenterminals in 500 Berliner Geschäften umgerüstet. Ziel ist es die Hauptstädter ans mobile Bezahlen heranzuführen. Mehr Informationen zur technischen Umsetzung und ein FAQ gibt es auf der zugehörigen Website www.zahl-einfach-mobil.de

Links & Lesetipps

+ Was ist das Zahlungsmittel der Zukunft?
Diese Frage stellt das +3-Magazin der Süddeutschen Zeitung in seiner kommenden Ausgabe und bittet sowohl Experten als auch Leser um ihre Stellungnahmen. Die Meinungen gibt es dann am 8. Mai als Beilage zur SZ.

+ Bitcoin is the world’s most dangerous idea
„Adapt or die“ ist das Fazit von Sander Duivestein in diesem lesenswerten Artikel über das Blockchain-Potential. Der Digitale Darwinismus warte nicht auf zögernde und zaudernde Unternehmen.

+ Extracting the Private Key from a TREZOR … with a 70 $ Oscilloscope
Hardware-Wallets wie Trezor gelten bisher ja als eine der sichersten Varianten zur Aufbewahrung von Bitcoin. Hundertprozentige Sicherheit können aber auch diese Geräte offenbar noch nicht garantieren, wie Jochen Hoenicke mit einem „kriminellen Budget“ von 62 Euro zeigt. Wobei der Angriff mit einem Oszilloskop aber schon Einiges an Fachkenntnissen erfordert.

+ EverDreamSoft Plans To Release A Video Game That Uses Decentralized CryptocurrencyEs überrascht noch immer, dass Kryptowährungen und digitales Geld in der Spieleindustrie bisher keine größere Rolle spielen.

+ Bitcoin Wallets – We have found 78 items matching your search.
Nicht ganz frei von Duplikaten, aber trotzdem eine beeindruckende Anzahl.

So I got my miner today, 18 months after I ordered, what does the community think I should do with it?
Da kommen ein paar recht amüsante Vorschläge zusammen.

+ Das Ministry of Inflation beweist: „Bitcoin is a bubble!“

Die Bitcoin-Presseschau #63 erscheint kommenden Sonntag, den 26. April. Bis dahin eine schöne Woche!

Titelbild: “Zeitungsausträger” Flickr-User barmala (CC BY 2.0)