Bitcoin-Presseschau

Bitcoin-Presseschau #63

Die Bitcoin-Presseschau fasst jeden Sonntag die wichtigsten Informationen, Entwicklungen und Links aus dem Bereich Bitcoin und digitale Währungen zusammen. Für die Woche vom 20. bis 26. April 2015 mit folgenden News und Themen:

Der Bitcoin-Kurs …

hatte zur Wochenmitte wieder deutlich ins Plus gedreht, dann ging es langsam bergab und heute sackte der Kurs noch einmal recht deutliche ab, sodass der Wert unter der von vergangenem Sonntag liegt.

2015-04-19_Bitcoinkurs 2015-04-26_Bitcoinkurs

#Digitales Bezahlen – Der Bitcoin-Podcast

On The Air

Musste diese Woche leider erneut krankheitsbedingt ausfallen.

Links und eine Übersicht über alle bisherigen Episoden, sowie den RSS-Podcast-Feed gibt es auf der zugehörigen #Digitales Bezahlen-Seite.

Nachrichten der Woche

MIT übernimmt Bitcoin-Kern-Entwicklung

Nun ist es offiziell. Nachdem bekannt wurde, dass die Bitcoin Foundation nicht mehr über die nötigen Mittel verfügt die Arbeit der drei Bitcoin-Kern-Entwickler Gavin Andresen, Wladimir van der Laan und Cory Fields zu finanzieren (siehe Bitcoin-Presseschau #61), hatte das MIT Media Lab angeboten mit der eigens dafür ins Leben gerufenen Digital Currency Initiative, einer Art akademischem Kompetenzcluster, der Bitcoin-Grundlagenforschung eine neue Heimat zu geben (siehe Bitcoin-Presseschau #62).

Seit dieser Woche nun bezahlt nicht mehr die Bitcoin Foundation, sondern die Digital Currency Initiative die Gehälter von Fields, von der Laan und Andresen. Letzterem war es dabei wichtig noch einmal explizit darauf hinzuweisen, dass die Weiterentwicklung von Bitcoin damit nun genauso wenig einzig und allein im Umfeld des MIT Media Lab stattfinde, wie sie zuvor auch nicht exklusiv bei der Bitcoin Foundation angesiedelt war. Bitcoin bleibe weiterhin ein Open-Source-Software-Projekt mit Mitwirkenden auf der ganzen Welt.

Für die Bitcoin Foundation ist es jedenfalls ein herber Imageverlust. Bruce Fenton, der neue Geschäftsführer der Bitcoin Foundation, erklärte seinerseits, dass es keine Ambitionen mehr gebe, die Entwicklung selbst zu finanzieren. Treffendster User-Kommentar zu diesem Statement: „In other words they stopped doing the only thing that made sense.“

Neue Entwicklungen im Fall Mt.Gox

Ein neuer Bericht deckt auf, dass die Bitcoins der Pleitebörse Mt.Gox nicht auf einmal, sondern über Jahre hinweg permanent aus der Hot Wallet entwendet wurden. Besonders spannend sind dabei zwei Aspekte: Zum einen ist damit die Schadensumme weit weniger imposant, da viele der Bitcoins gestohlen wurden als der Preis noch bedeutend niedriger war. Zum anderen ist das betrügerische Verhalten der Mt.Gox-Verantwortlichen exorbitant größer, sollten sie davon Kenntnis gehabt und die Börse dennoch weiter betrieben haben. Sollten sie es nicht bemerkt haben, ist wiederum deren Inkompetenz kaum mehr in Worte zu fassen.

Mt.Gox-Geschädigte können indes noch bis zum 29. Mai ihre Ansprüche geltend machen.

Bitcoin in Spanien nicht umsatzsteuerpflichtig

Kleines Statement, große Wirkung. Weil die spanischen Behörden klar gestellt haben, dass auf Bitcoin-Transaktionen keine Umsatzsteuer anfällt, wird ein Boom für die dortige Bitcoin-Industrie erwartet, da potentielle Bitcoin-Startups ihre Geschäftsmodelle nun effektiver und rechtssicherer gestalten könnten. Ausdrücklich gelobt wird dabei die Offenheit und das Augenmaß der spanischen Institutionen, die damit eine gezielte Wirtschaftsförderung betreiben.

Zum Vergleich – in Deutschland sind die Institutionen ziemlich träge und man will zunächst ein laufendes Verfahren am europäischen Gerichtshof zum Thema Bitcoin-Umsatzsteuer abwarten und agiert dabei gleichzeitig eher restriktiv. Da jedoch nicht einmal klar ist, wann es ein Urteil geben wird, gerät die Bundesrepublik durch ihr Nichtstun zunehmend ins Abseits und deutsche Bitcoin-Kompetenz fließt derzeit massiv in Firmengründungen im Ausland.

Dogecoin-Gründer Jackson Palmer zieht sich zurück

Wie integer und sympathisch Dogecoin-Gründer Jackson Palmer ist, hat er schon einmal bewiesen, als er das Angebot ausschlug das Dogecoin-Projekt für eine halbe Million Dollar zu verkaufen. Nun sorgt er erneut für Schlagzeilen, indem er sich vorerst komplett aus dem Krypto-„Business“ zurückziehen will. Seine, leider absolut nachvollziehbare Begründung:

„All in all, the cryptocurrency space increasingly feels like a bunch of white libertarian bros sitting around hoping to get rich and coming up with half-baked, buzzword-filled business ideas which often fail in an effort to try and do so.“

Ich mag den Mann wegen seiner Einstellung und seiner Ehrlichkeit und es ist schade, aber irgendwie auch verständlich, dass er ebendiesen „bros“ nun das Feld überlässt.

Links & Lesetipps

+ Cash Is Here To Stay Despite The Rise Of Bitcoin, Venmo, And Apple Pay
Beinhaltet einen klugen Gedanken, der Idealisten und selbsternannten Disruptoren vielleicht nicht gefallen mag, dem die Realität aber Recht gibt: Es ist erfolgversprechender die Funktionen vom allgemein beliebten Bargeld zu erweitern, als es komplett ersetzen zu wollen.

+ M-Pesa Shuts Down as Servers Move from Germany to Kenya
Ich wusste gar nicht, dass M-Pesa bisher quasi über Deutschland abgewickelt wurde, finde es aber gut, wenn das kenianische Erfolgsprojekt auch in dieser Hinsicht künftig auf eigenen Beinen steht.

+ Botswana’s First Bitcoin ATM Has Arrived
Und sobald sie ihn aufgestellt haben, heißt es: Botswana: 1, Deutschland: 0

+ Bitcoin will change Ukraine forever
Interssante Einblicke in die Bitcoin-Situation des krisengeschüttelten Landes.

+ Should banks give up on millennials?
Wenn es nach der Autorin Kelly Dilworth, selbst ein „Millenial“, geht, dann sollten Banken nicht damit rechnen, dass sie mit ihrem derzeitigen Geschäftsmodellen große Umsätze mit der kommenden Generation machen werden.

+ Da bitlegal.org leider schon vor einiger Zeit seinen Dienst eingestellt hat, hier zumindest ein Update für Asien:

+ How to make an altcoin
Ray Dillinger erklärt Stück für Stück wie man seinen eigenen Altcoin kreiert. Sehr technisch, aber durchdacht, denn Schritt eins ist die Frage zu beantworten, warum man überhaupt einen eigenen Altcoin erschaffen will. Interpol bspw. beantwortet diese Frage derzeit mit: Um Krypto-Kriminalität besser verstehen zu können.

Die Bitcoin-Presseschau #64 erscheint kommenden Sonntag, den 3. Mai. Bis dahin eine schöne Woche und vergesst nicht auch mal wieder eine kleine Unterstützer-Spende zu hinterlassen!

Titelbild: “Zeitungsausträger” Flickr-User barmala (CC BY 2.0)