Bitcoin aus Verbrauchersicht aktuell eingeordnet

Julian Gräfe von der ARD-Sendung plusminus hat diesen, wie ich finde, durchaus gelungenen Beitrag zu Bitcoin produziert, der vergangene Woche im Fernsehen lief.

Interessante Protagonisten (Es gibt nicht viele, die ihren Bitcoin-Reichtum so offen nach außen tragen. Aus Gründen), kritische Einschätzungen, die obligatorische Umfrage, der ebenso obligatorische Praxistest und ein sehr sachliches Fazit – mehr kann man dem durchschnittlichen ARD-Zuschauer in acht Minuten nicht zumuten.

Sehenswert ist der Beitrag aber vor allem auch, weil er zeigt, wie Bitcoin aktuell außerhalb der Crypto-Filterbubble wahrgenommen wird. Etwas, das man als Teil der Bubble im Blick behalten sollte.

Honigdachs #24 – Bitcoin und Steuern

Die 24. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan (bitcoinprivacy.net), Manuel (guidap.de) und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist.

Abonnieren kann man den Podcast u. a. per iTunes oder RSS-Feed.

Honigdachs #24 – Bitcoin und Steuern

Wie schon lange versprochen, widmen wir uns diese Folge einem der derzeit meist diskutierten, aber auch unbequemsten Themen rund um Bitcoin: die Steuer.

Denn weil 2017 für viele ein extrem gutes Jahr fürs Krypto-Portfolio war, stehen sie alle dieses Jahr in der Pflicht, die Steuern für ihr Krypto-Handeln korrekt zu ermitteln und abzuführen. Doch das ist eben alles andere als einfach.

 

Es ist komplexer, als man denkt

Selbst die bekannte Faustformel, dass Bitcoin-Gewinne nach einem Jahr steuerfrei sind, ist nicht so pauschal anwendbar, wie gedacht und letztlich immer von Einzelfall zu Einzelfall zu betrachten.

Die schlechteste Wahl ist es trotzdem, Scheuklappen auszufahren und sich erst gar nicht um die Steuerthematik zu kümmern. Zum einen hat der Fiskus voraussichtlich ein sehr großes Interesse, an die 726 Millionen Euro Steuermehreinnahmen zu kommen, die 2017 durch den Handel mit Kryptowährungen errechnet wurden.

Zum anderen steht ja (noch) (fast) alles für immer nachvollziehbar in der Blockchain und ist damit auch für Behörden analysierbar. Das wiederum ist für Drittens relevant: Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt und kann empfindliche Strafen mit sich bringen.

Besser jemanden fragen, die sich auskennt
Anka Hakert
Anka Hakert, Rechtsanwältin, Fachanwältin für Steuerrecht

Das allein wären schon drei gute Gründe diese Podcast-Episode sehr aufmerksam zu verfolgen. Doch ist der wohl beste unsere Gesprächspartnerin Anka Hakert. Sie ist Fachanwältin für Steuerrecht bei der auf Kryptowährungen spezialisierten Kanzlei Winheller und gehört zu den ersten Anwälten, die sich in Deutschland mit der Besteuerung von digitalen Währungen beschäftigt haben.

Mit ihr sprechen wir ausführlich über die wichtigsten Eckpunkte der Bitcoin-Besteuerung und ihr solltet euch das alle unbedingt anhören. Denn egal, ob Bitcoin, Altcoin, Hardfork, Airdrop oder ICO – mitunter kann schon eine Feinheit in der Formulierung von Gesetzen oder Gerichtsurteilen zu unterschiedlichen Beurteilung der Rechtslage führen.

Insofern sei an dieser Stelle auch noch einmal darauf hingewiesen, dass alle im Podcast getätigten Aussagen die individuelle Steuerberatung nicht ersetzen können und darüber hinaus nur jetzt gelten. In ein paar Monaten kann die Rechtslage schon wieder eine ganz andere sein.

Wer zuhört, hat den ersten Schritt schon getan

Doch lasst euch davon nicht abschrecken. Denn die gute Nachricht ist: Auch wenn vielleicht viel Fleiß nötig sein wird, ist bisher noch keiner an der Steuerklärung verzweifelt. Und mit dem Hören dieses Podcasts habt ihr den wichtigen ersten Schritt bereits getan.

Ein zweiter Schritt wäre übrigens sich für dieses kostenlose Webinar am 9.3. anzumelden: Besteuerung von digitalen Assets wie Kryptowährungen und Token.

Ein dritter, noch diesen Artikel von Anka Hakert drüben bei heise.de zu lesen: Richtig versteuern: Kryptogeld-Millionär, was nun?

Die restlichen Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick.

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Der Club des Bitcoin-Bedauerns

Der Bitcoin Regret Club ist eine hübsch-ironische Spielerei von ISL, einer Agentur „that regrets not investing in cryptos earlier.“ Und weil es sich zusammen eben schöner bedauert als alleine, haben sie kurzerhand besagten Club des Bitcoin-Bedauerns ins Leben gerufen.

Dessen Herzstück ist ein Rechner, bei dem man angeben kann, wie viel Geld man zu einem beliebigen Zeitpunkt in Bitcoin eigentlich hätte investieren müssen. Nur, um dann ganz konkret bedauern zu können, wie viel man eigentlich hätte, aber, weil man es ja leider nicht tat, heute eben auch nicht hat. („Sucks, doesn’t it?“)

Selbstmitleid für alle!

Und weil schnöder Mammon hier zu wenig emotional triggert, kann man sich das Ergebnis daher auch gleich in plastischer Gegenwerte umrechnen lassen. („That’s when regret really kicks in“).

100 US-Dollar heute vor sieben Jahren investiert, wären aktuell also nicht nur gut 1,2 Millionen US-Dollar, sondern auch 1275 iPhone X („Does Face ID pick up frowns?“) oder 0,016 Mona Lisas („c. 1503, Leonardo da Vinci, oil on regret.“).

Wer sich heute also noch nicht genügend selbst bemitleidet hat: Hier lang.

Das Internet – Online Drogen kaufen seit 1971

Dieses Video hier ist ein Fundstück, aus einem Smithonian-Artikel, der der Frage nachgeht: What Was the First Thing Sold on the Internet?  Die wenig überraschende Antwort: Marihuana.

Irgendwann zwischen 1971 und 1972 kauften demzufolge Studierende der Stanford University über das Arpanet, dem Vorläufer des Internets, Gras bei Studierenden des MIT. Zwar fehlen weitere Quellen, um den Vorgang endgültig zu verifizieren, andererseits ist aber auch nicht sonderlich unrealistisch, dass das tatsächlich so passiert ist.

Per Definition zur schönen heilen Welt

In jedem Fall sähe das aber gar nicht gut aus, wenn dieser Drogenhandel offiziell als erste jemals getätigte E-Commerce-Transaktion in die Geschichtsbücher eingehen würde. Daher wird dieser Handel (zumindest in obigem Werbevideo) kurzerhand aus dem Begriff E-Commerce herausdefiniert.

Drogen zu kaufen, egal ob über das Netz oder nicht, war damals schließlich illegal und (das ist ja allgemein bekannt) im Internet werden offiziell keine verbotenen, sondern ausschließlich legale Güter gehandelt. So etwas wie „Drogen-E-Commerce“ kann es also logischerweise gar nicht geben.

Das ist eine etwas merkwürdige Argumentation, insbesondere wenn man bedenkt, dass moralisch im Graubereich agierende Branchen wie bspw. die Pornoindustrie und ja, auch der Drogenhandel, historisch betrachtet maßgebliche Treiber neuer Technologien sind.  Ohne sie würde es den offiziellen E-Commerce von heute (noch) gar nicht geben.

Ich finde es also durchaus legitim zu sagen, dass einer der ersten Verkäufe über das Netz wohl Drogen waren. Das gibt es nichts Schönzureden.

Erste Bitcoin-Transaktion war nicht illegal

Zumal es das auch einfacher macht, wenn mal wieder jemand mit dem schlichten Argument kommt, dass Bitcoin verboten oder streng reguliert werde müsse, weil damit ja so viel Drogen im Netz gehandelt würden. Denn dann kann man darauf verweisen, dass es schon vor mehr als 40 Jahren bei einer der ersten Web-Transaktionen überhaupt um Drogen ging. Beim ersten echten Bitcoin-Handel ging es hingegen lediglich um zwei vollkommen harmlose Pizzen.

Wie Bitcoin nicht aus dem Nichts entstanden ist

Bämm! Auf einmal war es einfach da! ist eine dieser Mythen um Bitcoin, die sich hartnäckig halten. Doch stimmt das eben nur bedingt.

Denn ja, 2008 tauchte zwar auf einmal jemand namens Satoshi Nakamoto mit seinem Bitcoin-Whitepaper auf, um das Konzept wenige Monate später auch praktisch umzusetzen und die Bitcoin-Blockchain zu starten. Doch handelte es sich dabei auf intellektueller Ebene keineswegs um einen unvorhersehbaren Urknall, sondern vielmehr um eine konsequente Weiterentwicklung jahrzehntelanger Vorarbeit.

Bitcoin – Mehr als die Summe seiner Teile

Die große Leistung von Satoshi Nakamoto war es vielmehr, bereits bestehende Konzepte zu digitalem Geld, privaten Transaktionen, Kryptographie, dezentralisierten Datenbanken und mehr so zu kombinieren, dass sie zu mehr werden als nur die Summe ihrer Teile: Bitcoin. A Peer-to-Peer Electronic Cash System und damit zu dem Bitcoin, das seit bald zehn Jahren die Welt verändert.

Interessanterweise bin ich just die letzten Tage gleich auf mehrere Quellen gestoßen, die helfen, die Mär des spontanen Bitcoin-Urknalls zu durchschauen und zu verstehen, welche und wie viel Arbeit eigentlich vorab bereits geleistet wurde, um Bitcoin, wie wir es heute kennen, überhaupt erst zu ermöglichen.

Relevante Prä-Bitcoin-Ereignisse im Zeitstrahl

Zum einen ist da dieser Tweet von @btcmrkts mit einer sehr übersichtlichen Zeitstrahl-Grafik, die insgesamt 15 relevante Ereignisse bis ins Jahr 1976(!) auflistet. Die kann man sich durchaus mal zwischenspeichern. So übersichtlich findet man das bisher selten aufbereitet.

Die Bitcoin-Vorgeschichte als Video

Als zweites veröffentlichte Felix Kern vor wenigen Tagen das Video Die Geschichte der Blockchain/Bitcoin. Darin geht er noch einmal detaillierter auf die wichtige Vorarbeit u. a. von David Chaum, Wei Dai, Nick Szabo und dem Proof of Work-Konzept für Bitcoin ein.

Insgesamt ein sehenswertes Video (vor allem, da es ganz generell noch immer viel zu wenig deutschsprachige Erklärvideos gibt). Nur den Ausblick auf Ethereum als „Blockchain 2.0“ und IOTA als „Blockchain 3.0“ würde ich so nicht unterschreiben. Im Gegensatz zum Rest des Videos handelt es sich hierbei weniger um tatsächliche Fakten als vielmehr um von Ethereum bzw. IOTA formulierte Marketing-Narrative. Möglicherweise besitzt Felix Kern auch Anteile an beiden und übernimmt die daher hier so.

Nich Szabo im Podcast-Gespräch

Als drittes dann noch der Hinweis auf die Podcast-Folge der Tim Ferris Show, in der dieser sehr angenehm mit Nick Szabo plaudert, dem „Quiet Master of Cryptocurrency“.

Ein Titel, der im Übrigen ebenso wenig aus der Luft gegriffen ist, wie Bitcoin. Der Name Nick Szabo fällt nämlich regelmäßig, wenn darüber spekuliert wird, wer hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto stehen könnte. Immerhin taucht er auch in beiden obigen Quellen auf und hat als Informatiker und Jurist den Begriff Smart Contract noch vor der Jahrtausendwende inhaltlich geformt, lange bevor dieser im „Blockchain“-Hype als Buzzword verwaschen wurde, um jeden noch so einfallslosen ICO künstlich aufzubauschen.

Ein sehr kluger und besonnener Mann, dem man unbedingt zuhören sollte, wenn man mal die Chance dazu hat. Das Gespräch ist nicht sonderlich technisch, sondern bewusst sehr Laien-freundlich. Einigermaßen gute Englischkenntnisse sind aber unabkömmlich.

Licht und Schatten des Bitcoin-Journalismus

Eigentlich bin ich ja der Meinung, dass sich das journalistische Niveau in Bezug auf die Berichterstattung rund um Bitcoin in den letzten Jahren merklich verbessert hat: mehr technisches Verständnis, ausführlichere Recherchen, differenziertere Schlussfolgerungen. Eigentlich.

Doch es gibt trotzdem immer wieder Ausreißer, die den Durchschnitt mit aller Macht in die Tiefe ziehen wollen. Wie zum Beispiel dieser Beitrag Bitcoin ist pure Energie – und deshalb umweltschädlich von Jörg Schieb, einem „Internetexperten“ und „Netzkenner“ (laut Selbstbeschreibung), der für den WDR arbeitet und es tatsächlich schafft, mir mit diesem Artikel die Grenzen meiner kognitiven Schmerztoleranz aufzuzeigen.

Ganz viel Schatten beim WDR

Denn es tut wirklich weh, zu lesen, wie dort noch im Jahr 2018 falsche Tatsachen (nein, Grafikkarten sind nicht wegen Bitcoin-Mining ausverkauft), absurde Behauptungen (nein, Bitcoins sind nicht Energie) und wilde Thesen auf Stammtischniveau (doch, Bitcoins haben einen anderen Zweck als die Gier zu befriedigen) zusammengewürfelt werden, um das scheinbar starre Weltbild des Autors zu bestätigen.

Leider drängt sich dadurch jedoch der Eindruck auf, dieser vermeintliche „Internetexperte“ und „Netzkenner“ hat die letzten zehn Jahre in Bezug auf das Thema Bitcoin geistig in einer Höhle verbracht. Was ja durchaus okay wäre, denn jeder darf machen, was er will und niemand muss sich mit Bitcoin auseinandersetzen. Nur darf man dann eben nicht versuchen, einen Beitrag darüber zu schreiben, der diese Kompetenzlücke so deutlich offenbart. Oder man sollte zumindest in der Lage sein, eine ganz einfache Basis-Recherche per Suchmaschine (aka „googlen“) durchzuführen.

Wer googlen kann ist klar im Vorteil

Dann findet man nämlich zum Beispiel diesen Beitrag bei Deutschlandfunk Kultur: Diskussion um Bitcoin – Digitalwährung als Klimakiller oder diesen bei Zeit Online: Bitcoin. Der verkannte Stromfresser oder diesen bei CoinCenter: Five myths about Bitcoin’s energy use, einer namhaften und renommierten Non-Profit-NGO mit Bildungs- und Aufklärungsanspruch.

Was mich aber ebenso besorgt wie der Beitrag selbst, ist, dass solch ein Unsinn im Jahr 2018 beim WDR offensichtlich problemlos alle redaktionellen Instanzen durchläuft und unredigiert(?) online geht. Gestern war halt Karneval, ne? Da kann man sich auch schon mal als „Internetexperte“ verkleiden. Dann muss das auch keiner mehr gegenlesen.

Wenn die Kommentare besser sind als der Artikel

Glücklicherweise bleibt der Beitrag jedoch nicht unkommentiert. Gleich mehrere Leser kritisieren den Beitrag und zeigen in ihren Kommentaren deutlich mehr Fachkompetenz und Recherche-Ambitionen als der Autor selbst.

wdr kommentare
Merkwürdige Einstellung des Autors. Wenn sich Fragen aufdrängen, sollte man diese als Journalist doch versuchen zu beantworten, oder?

Dieser hingegen zeigt sich nicht nur uneinsichtig, sondern spricht sich letztlich sogar selbst die journalistische Kompetenz ab.  Denn für ihn „… drängt sich die Frage auf, wozu das alles.“

Interessant. Denn warum ist er dann nicht auf der Suche nach einer Antwort auf eben diese durchaus berechtigte und interessante Frage? Genau das ist doch seine Aufgabe als Journalist. Insbesondere, wenn man der „Netzexperte“ im Haus ist. Fragen stellen kann jeder. Gute Antworten zu finden, ist die Herausforderung.

promolinks beim WDR
Krypto-Promo-Links beim WDR: Ist doch Karneval. Da muss man auch keine Kommentare moderieren. (Screenshot vom 14.02., 10:43 Uhr)

Doch dass es beim WDR mit der journalistischen Sorgfaltspflicht eben nicht so genau genommen wird, zeigt auch die allgemein fehlende Moderation der Kommentare. Dort scheint man jedenfalls problemlos Promo-Reflink-Köder zu irgendwelchen Mining-Angeboten auslegen zu können.

Wie ironisch das ist: Während man oben vollmundig die Energieverschwendung des Minings anprangert, erlaubt man unten in den Kommentaren dubiose Werbung für noch dubiosere Mining-Angebote.

Licht: Wie man guten Bitcoin-Journalismus macht

Glücklicherweise ist dieser WDR-Beitrag aber derzeit nur einer unter vielen Beiträgen, die sich mit dem Phänomen Bitcoin auseinandersetzen. Einen der besseren hat dabei wiederum Philip Banse kürzlich für Deutschlandfunk Kultur gemacht: Betrug mit Bitcoins.

Den empfehle ich nicht nur den Karnevalisten vom WDR sich mal gut anzuhören, sondern jedem. Denn der ist aktuell, relevant, gut recherchiert und ansprechend aufbereitet. Und das sage ich nicht nur, weil ich da auch kurz zu Wort komme.

Wer jedenfalls die Spannbreite der journalistischen Kompetenz beim Thema Bitcoin im Jahr 2018 erfahren will, sollte beide Beiträge nacheinander lesen bzw. hören. Das zeigt, wie weit Licht und Schatten in diesem Bereich auseinander liegen und dass es noch einiges an Aufklärungsarbeit gibt.

Bild: Hinode Observes 2011 Annular Solar Eclipse (CC BY 2.0)

Honigdachs #23 – Lightning-Netzwerk Teil 1

Die 23. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan (bitcoinprivacy.net), Manuel (guidap.de) und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist.

Honigdachs 23 – Lightning-Netzwerk (Teil 1)

Dieses Mal sitzen wir krankheitsbedingt nur zu zweit beisammen, denn Manuel hat es kurz vor der Aufnahme die Stimme entzogen. Wir wollten aber das Thema Lightning-Netzwerk trotzdem unbedingt besprechen. Nicht nur, weil der letzte veröffentlichte Podcast schon so lange zurück liegt, sondern auch, weil Lightning als Thema aktuell ebenso heiß wie herausfordernd ist.

Denn wer anfängt, sich tiefer gehend mit dem Konzept zu beschäftigen, kommt früher oder später an den Punkt, an dem sich Lightning ebenso magisch anfühlt, wie, als man das erste Mal das Gefühlt hatte, Bitcoin zu verstehen.

Lightning bringt die Magie zurück ins Magic Internet Money

In dieser Folge begeben Stefan und ich uns daher auf die Suche nach genau diesem magischen Aha-Moment und nehmen euch mit in das grundlegende Konzept von Lightning. Oder machen zumindest den Anfang. Denn eine gute Stunde reicht natürlich nicht, der ganzen Magie auf den Grund zu gehen. Fortsetzung folgt aber.

Falls ihr euch gut vorbereiten wollt, legt euch am besten Zettel und Stift zu recht. Denn wer selber malt, der versteht es noch leichter.  Meine Zeichnung sah am Ende jedenfalls ungefähr so aus und half mir zwischendurch sehr, die richtigen Fragen und Antworten zu finden.

Lightning Bild 1
Malen hilft: Grundlagen von Payment-Channels

Die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick.

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UNICEF lässt Gamer Spenden für notleidende Kinder minen

Dass sich UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, schon seit Jahren umtriebig mit den neuen Möglichkeiten beschäftigt, die sich aus Kryptowährungen und dem Einsatz einer Blockchain ergeben, ist bekannt. Der UNICEF Innovation Fund hat schließlich selbst schon  knapp 100.000 US-Dollar in das südafrikanisches Blockchain-Projekt Trustlab/9Needs investiert.

Game Chaingers – Rechenleistung für syrische Kinder spenden

Nun läuft mit Game Chaingers gerade ein anderes Experiment, dessen Herangehensweise unkonventionell, pragmatisch und daher geradezu vorbildlich ist. Gamer mit einer leistungsstarken Grafikkarte werden dazu aufgefordert, deren Leistung zu spenden, um damit Kryptogeld zu minen, das wiederum syrischen Kindern zu Gute kommen soll. Eine smarte und zeitgemäße Idee mit dem Ziel, neue Fundraising-Quellen zu erschließen.

Mining für die gute Sache

Das Prinzip ist dabei simpel und ist bereits von anderer Seite bekannt, wenn die Browser von tausenden Internetnutzern gekapert werden, um heinlich Monero zu minen.

In diesem Fall passiert das aber freiwillig und anstelle von Monero fließt die Rechenleistung in das Ethereum-Netzwerk. Über 500 Gamer bzw. Grafikkartenbesitzer haben bereits mitgemacht, aktuell vereint der Pool gut 2 GH/s und hat etwas mehr als 1600 Euro erwirtschaftet. Für ein so ungewöhnliches und progressives Experiment gar nicht schlecht.

Strom als neues Werttransfermedium

Interessant ist in diesem Fall zudem, wie „Geld“ als Medium in dem Spendenprozess letztlich überflüssig gemacht wird. Mit Hilfe der Blockchain und dem Proof-of-Work werden vielmehr Strom und Hardware-Leistung zu dem, was wertvoll ist und UNICEF bekommen und verwerten möchte.

Das klassische Mittelsmann-Finanzsystem und alle, die als solche auch von Spenden-Transaktionen profitieren, gucken hierbei in die Röhre. Geld bleibt zwar noch die „Recheneinheit“, aber mit dessen Transfer lässt sich in diesem Fall kein Geld mehr verdienen. Und gegen den guten Zweck, mit Mining Spenden für syrische Kinder zu sammeln, lässt sich zudem auch noch ganz schlecht Lobby machen.

Ich mag den mutigen UNICEF-Ansatz, immer neue Blockchain-basierte Experimente einfach mal direkt ins Leben zu rufen, daher sehr. Der Zweck ist das (überschaubare) Risiko mehr als wert.

Das Game Chainger-Experiment läuft noch 50 Tage

Wer nun selber zum Game Chainger werden will: Die Aktion läuft noch gut 50 Tage und wer wie ich keine leistungsstarke Grafikkarte hat, kann das Experiment aber natürlich auch mit altmodischen Zahlungsarten unterstützen.

Noch mehr Hintergrundinfos zu dem Projekt gibt es beim Guardian: „Unicef recruits gamers to mine Ethereum in aid of Syrian children“

Bitcoin, Strom & viele, viele Missverständnisse

In dieser Woche sind gleich zwei Beiträge erschienen, die sich kritisch mit dem Stromverbrauch von Bitcoin auseinandersetzen.

Dass kritisch in diesem Zusammenhang extra betont werden muss, ist bedauerlich, aber leider notwendig. Denn bisher wimmelt es beim Thema „Bitcoin & Strom“ im Netz ja eher von einseitigen, schlecht recherchierten und eher auf empörte Emotionen zielenden Berichten, die vielleicht für ’nen schnellen Klick gut sind, für mehr aber mehr eben auch nicht. Der allgemeine Erkenntnisgewinn ist jedenfalls bislang ungefähr dieser: „Oh nein, Bitcoin verbraucht voll viel Strom! Wir werden alle sterben!“

 

Nun ist das zugegeben aber auch echt kein ganz leichtes Thema und auch ich habe lange überlegt, wie sich die Zusammenhänge sinnvoll und verständlich beschreiben lassen. Am Ende ist es aber doch ganz gut geworden, auch wenn ich schließlich aus Platzgründen ca. 90 Prozent der Aspekte und Argumente weglassen musste, die ich zwischenzeitlich gesammelt hatte.

Zeit Online – Bitcoin. Der verkannte Stromfresser

Ja, Bitcoin benötigen sehr viel Energie. Nein, deshalb fangen die Meere nicht an zu kochen. Der Stromverbrauch ist ein Problem, aber nicht das Ende von Kryptowährungen.

Umso besser ist es daher, dass nahezu zeitgleich, aber in einem anderen Medium, der Beitrag meines guten Freundes und Journalisten-Kollegen Jochen Dreier erschienen ist.

Vorab hatten wir uns zwar über das Thema ausgetauscht und bestimmte Aspekte diskutiert, sind dann aber bei der Recherche und Umsetzung komplett eigene Wege gegangen. Dementsprechend haben beide Beiträge nun auch leicht unterschiedliche Schwerpunkte.

Deutschlandfunk Kultur – Diskussion um Bitcoin – Digitalwährung als Klimakiller 

Mit dem Höhenflug von Bitcoin hat auch eine Debatte über den Energieverbrauch der Kryptowährung eingesetzt: Bitcoin sei ein monströser Energiefresser. Der Energieverbrauch sei so hoch wie der von Dänemark. Wie seriös sind die Berechnungen und Vergleiche?

Für den größtmöglichen Erkenntnisgewinn empfehle ich daher einfach beide Beiträge zu lesen bzw. hören.

Bild: lightning (CC-BY 2.0)

Bitcoin-Augenschmaus-Erklär-Werbung

Am Ende ist es zwar nur Reklame für eine Geldsende-App, über die man jetzt auch Bitcoins kaufen kann, aber das ändert nichts daran, dass My First Bitcoin and the Legend of Satoshi Nakamoto eine liebevoll gestaltete und wunderschön anzusehende Liebeserklärung an Bitcoin in digitalem Kinderbuchformat ist.

my first bitcoin

Wer sich die fünf Minuten nimmt, da mal durchzuscrollen (und ein bisschen mit der Maus zu wackeln) wird auf dem Sterbebett später nicht sagen können, dass das verschwendete Lebenszeit war.

Aktuelles, Kritisches und Hintergründiges zu Bitcoin, Blockchain und Crypto-Kultur