Bitcoin- & Lightning-Nodes im Test – Casa Node

Full Nodes sind das Rückgrat des Bitcoin-Netzwerks. Sie speichern vollständige Kopien der Blockchain, leiten untereinander gültige Transaktionen und Blöcke weiter und sortieren diejenigen aus, die nicht den Konsensregeln entsprechen.

Verteilung der aktuell offen erreichbaren Bitcoin-Full Nodes (Quelle: bitnodes.earn.com)

Die Gesamtheit aller Full Nodes ist damit ein unverzichtbarer Bestandteil der dezentralen Bitcoin-Infrastruktur. Je mehr es von ihnen gibt und je verteilter und unabhängiger sie voneinander sind, desto robuster und widerstandsfähiger ist das gesamte Bitcoin-Netzwerk.

Full Nodes sind gut für alle

Einen eigenen Full Node zu betreiben, ist jedoch nicht nur im kollektiven Interesse aller Bitcoiner, sondern auch von persönlichem Vorteil. Denn nur, wer selbst unmittelbaren Zugang zur Blockchain hat und bei Transaktionen nicht auf die Daten Dritter angewiesen ist, kann sich über das korrekte Kommen und Gehen der eigenen Bitcoins sicher sein und damit die Notwendigkeit Dienstleistern vertrauen zu müssen, minimieren.

Was nicht bedeutet, dass man Bitcoin-Dienstleistern nicht trauen kann. Es geht vielmehr darum, ihnen nicht vertrauen zu müssen. Weder in Bezug auf die Daten, die sie einem liefern, noch auf die Daten, die man ihnen mitteilt. Der eigene Full Node ist daher auch in puncto Privatsphäre ein wichtiger Faktor.

Blöd nur, dass der eigene Full Node für den technisch nicht übermäßig versierten Laien bisher eine zwar erstrebenswerte, aber nur schwer zu erreichende Option war. Denn wer nicht genügend Speicherplatz für die gesamte Blockchain auf dem Rechner hat (mehr als 200 GB und steigend) und diesen auch nicht beständig online halten will, der musste sich entweder der anspruchsvollen Aufgabe stellen, sich ein eigenes Full Node-Hardware-Setup zusammenzubasteln und zu bespielen, oder verzichtete im Zweifel eben einfach auf den eigenen Full Node.

Zwar gab es ein paar Anbieter von Out of the Box-Bitcoin-Full Node-Geräten. Doch so richtig durchsetzen konnte sich bislang keiner. Was wohl auch an den sportlichen Preisen im unteren bis mittleren dreistelligen Bereich lag.

Aufstieg der handlichen Bitcoin- und Lightning-Nodes

Doch genau das könnte sich jetzt ändern. Viel billiger sind Plug ’n Play-Full Node-Geräte zwar nicht geworden. Dank Lightning jedoch deutlich attraktiver. Denn ein eigener Bitcoin-Full Node mit einem darauf aufbauenden Lightning-Full Node ist derzeit der schnellste und direkteste Zugang zum Lightning-Netzwerk. Und das ist bekanntlich aktuell der heißeste Shice im Kryptoland.

Aus diesem Grund drängen derzeit gleich mehrere Anbieter für nutzerfreundliche Bitcoin- und Lightning-Full Node-Geräte auf den Markt. Eine Entwicklung die positiv ist. Denn neue Knoten stärken das Netzwerk und eine gute User Experience verbessert die Zugänglichkeit und Akzeptanz von Bitcoin und Lightning.

Doch ob die Geräte diesen Erwartungen gerecht werden können, auch für den Normal-User bedienbar und ihren Preis wert sind, wird sich erst noch zeigen müssen. Daher habe ich die Hersteller um Testgeräte gebeten, die ich in einer Artikelserie vergleichen und vorstellen werde. Los geht es mit dem Casa Node.

Casa Node – der Plug and Play-Node für Einsteiger

Der Casa Node gehört zu den bekanntesten Bitcoin- und Lightning-Full Node-Geräten. Das US-amerikanische Unternehmen Casa wurde zunächst für sein Angebot bekannt, beim individuellen Verwahren von Private Keys zu helfen. Ein Service, der sich mit 10.000 US-Dollar Jahresgebühr vor allem an ein Klientel mit einem Krypto-Vermögen jenseits einer halben Million US-Dollar richtet.

Plug-and-Play ohne viel Gedöhns: Wer will kann sich den Casa Node sogar an die Wand hängen.

Ganz anders beim Casa Node, der sich mit einem Preis von „nur“ 300 US-Dollar an die breite Masse richtet. Dafür bekommt man dann einen für den Dauerbetrieb optimierten Mini-Rechner auf Raspberry Pi-Basis, der auf seiner 1 TB großen Festplatte Bitcoin- (Bitcoin Core) und einen Lightning-Node (LND) laufen hat. Bedient wird das Gerät über das eigens entwickelte Betriebssystem CasaOS.

Der Preis erscheint angesichts der verbauten Hardware recht hoch. Ein Raspberry Pi-Starterkit bekommt man aktuell schon für rund 60 Euro. Doch verkauft Casa eben nicht nur die Technik, sondern vor allem die Dienstleistung, die Hardware auch als Einsteiger unkompliziert und bequem einsetzen zu können. Plug-and-Play statt selber zusammenbasteln. Grafische Benutzeroberfläche statt Kommandozeilen. Und für technische Laien daher eine echte Alternative.

Import aus den USA

Doch bevor man soweit ist, muss man den Casa Node erst einmal bekommen. Das kann mitunter etwas schwieriger werden, da sich der Zoll beim Import des Gerätes aus den USA mitunter noch einmal dazwischenschaltet. Bei meinem als kostenlos deklariertem Testgerät, gab es zwar keine Schwierigkeiten. Ich habe aber von Leuten gehört, die das Paket persönlich vom Zoll holen und dabei noch einmal rund 60 Euro bezahlen mussten.

Ein Hologramm-Sticker macht die Verpackung nicht sicherer, sieht aber schön aus.
Setup und Installation

Hat man das Gerät dann aber in den Händen, kann man direkt loslegen. Strom, Internet und das Adapterkabel zwischen verbauter Festplatte und dem Raspberry Pi anschließen, Browser öffnen und den Casa Node ansteuern.

Scheint ein häufiges Problem zu sein. Der Casa Node muss im Heimnetz direkt über die IP angesteuert werden.

Leider lässt sich das Gerät beim Test nicht wie in der Anleitung beschrieben im lokalen Heimnetz über www.casa-node.local finden. Ein Problem, das offensichtlich häufiger auftritt. Der Fehler ist daher auch in den FAQ bei den Problemlösungen als erstes aufgeführt.

Die Lösung, das Gerät stattdessen direkt über dessen IP anzusteuern, funktioniert unkompliziert, erhöht aber die Komplexität für Nicht-Techniker. Gerade wenn man den Anspruch hat, die Bedienung so einfach wie möglich zu gestalten, sollte hier eine andere Lösung gefunden werden.

Los geht’s: Updates & Synchronisieren

Ab hier läuft der weitere Konfigurations- und Einrichtungsprozess aber erfreulich unkompliziert und erfordert vom Benutzer eigentlich nur noch eines: viel Geduld. Zunächst bringt sich das Gerät softwaremäßig auf den aktuellen Stand.

Automatische Updates sind nützlich. Die 30 Minuten sind aber nur ein ungefährer Richtwert.

Danach erfolgt die Einrichtung des Nodes. Wie bei jeder Bitcoin-Wallet wird eine Seed Phrase erzeugt, die als Backup dient.

Neue Installation oder einen alten Zustand wiederherstellen?

Anschließend beginnt der Casa Node mit der Synchronisation. Zwar kommt das Gerät standardmäßig mit einer vorinstallierten Kopie der Blockchain, doch müssen vor dem ersten Einsatz noch die Blöcke zwischen Versand aus den USA und Inbetriebnahme beim Nutzer synchronisiert werden.

In meinem Fall waren das rund 3000 Blöcke, was bedeutet, dass die vorinstallierte Blockchain rechnerisch rund drei Wochen in Verzug war.

Bevor es losgehen kann müssen sowohl der Bitcoin- als auch der Lightning-Node synchronisiert sein.
Vertrauen ist gut und nötig

Wer den von Casa vorinstallierten Blockchain-Daten nicht vertraut, der kann seinen Casa Node die Blockchain auch noch einmal von Grund auf neu aus dem Bitcoin-Netzwerk ziehen lassen. Doch sollte man dabei berücksichtigen, dass diese Neu-Synchronisierung bei der verbauten Hardware schätzungsweise rund einen Monat dauern wird und der Node in dieser Zeit nicht einsatzbereit ist.

Ganz davon abgesehen, dass es auch widersprüchlich wäre, den voreingespielten Blockchain-Daten von Casa weniger zu vertrauen, als den Blockchain-Daten, die neu über die hauseigene CasaOS-Software auf den Casa Node gespielt werden. So oder so könnte Casa die Daten manipulieren. Ein Umstand, den man bei einem Plug-and-Play-Gerät in Kauf nehmen muss.

Die große Geduldsprobe

Davon aber unabhängig beginnt nun der Teil, in dem man als User etwas hilflos und allein gelassen wird. Denn während der Synchronisation des Bitcoin– und des Lightning-Full Nodes fliegt man immer mal wieder aus dem System. Wiederholt tauchen neue irritierende Meldungen mit statischen Wartezeiten auf. Mal gibt es eine Fortschrittsanzeige, dann wieder nur allgemeine „Loading“- oder „Syncing“-Hinweise und man fragt sich, ob man womöglich etwas falsch gemacht hat? Aber außer geduldig abzuwarten, bleibt einem letztlich ohnehin keine Option.

Ausgesperrt und die einzige Option ist warten. Diese Meldung tauchte mehrfach auf.

Wer die Wartezeit nutzt, um sich im Internet nach anderen Erfahrungsberichten umzusehen, wird feststellen, dass das wohl nicht ungewöhnlich ist und man für die komplette Einrichtung des Casa Nodes einfach gleich einen ganzen Tag einplanen sollte.

Da diese aber automatisch im Hintergrund verläuft, muss man sich glücklicherweise sonst aber nicht weiter darum kümmern. Als Nutzer hätte ich mir hier aber trotzdem gewünscht, etwas besser informiert zu werden und zu erfahren, was das Gerät eigentlich gerade genau macht.

Doch ist das Jammern auf hohem Niveau. Denn im Vergleich zum eigenständigen Aufsetzen eines Nodes auf der gleichen Hardware ist ein bisschen warten auch für Laien eine durchaus machbare Aufgabe. Nach einer Nacht war mein Casa Node jedenfalls online und einsatzbereit.

Bitcoin – Lightning – System. Die grafische Benutzeroberfläche des Casa Node ist so einfach wie möglich gestaltet.
Was man mit dem Casa Node machen kann

Um nun die ersten Zahlungen im Lightning-Netzwerk zu machen, müssen Kanäle zu anderen Nodes geöffnet werden. Dafür ist es notwendig den Full Node zunächst einmal mit ein paar Bitcoins auszustatten.

Diese Bitcoins können über die integrierte Bitcoin Core-Wallet ganz „klassisch“ direkt über die Blockchain empfangen und verschickt werden. Oder eben zum Öffnen eines oder mehrerer Zahlungskanäle genutzt werden.

Eastcoast-Leipzig-Westcoast – Nur drei von derzeit rund 30.000 Zahlungskanälen im Lightning-Netzwerk

Die „Autopilot“-Funktion übernimmt dabei einen Großteil der Arbeit, wenn man Kanäle nicht manuell erstellen und verwalten will. Binnen weniger Minuten hatte ich drei Zahlungskanäle zu sehr gut vernetzten Nodes in den USA und damit mein Tor ins Lightning-Netzwerk geöffnet.

Ab jetzt konnte ich selbst per Lightning bezahlen und als später ein paar andere Knoten ihrerseits Kanäle zu mir eröffneten, auch Bitcoins über das Netzwerk empfangen. Denn das geht bekanntlich nur, wenn die entsprechende Kapazität auf der Gegenseite vorhanden ist, die zu einem fließen kann oder man selbst bereits hinreichend viel Geld(-Kapazität) verschickt hat, dass dieses von der anderen Seite wieder zurückfließen kann. (Mehr zum Aufbau und der Funktion von Kanälen in Lightning hier)

Test: Bitcoins über Lightning empfangen und versenden

Da es bislang deutlich einfacher ist, Geld über Lightning zu verschicken (geht immerhin auch per Smartphone-App) als zu empfangen, war letzteres die Herausforderung des Praxistests.

Erfreulicherweise lief das unkompliziert und reibungslos. Beide Test-Zahlungen von meinem Tippin.me-Account auf meinen Node wurden erfolgreich binnen Sekunden durch das Netzwerk geroutet. Zu verschwindend geringen Gebühren.

Überraschenderweise gab es mit dem Bezahlen größere Probleme. Während ich meinen eigenen Tippin.me-Account problemlos erreichte, gelang es mir trotz mehrfacher, über drei Tage verteilter Versuche nicht, einen „I got Lightning working and all I got was this Sticker“ zu kaufen. Das ist insofern verwunderlich als dass beide Anbieter, Tippin.me und Blockstream, in Kalifornien ansässig sind und im Lightning-Netzwerk eigentlich gut verbunden.

Mehr Informationen wären hilfreich

Da sich aber nicht herausfinden ließ, ob der Fehler vom Casa Node oder dem ja selbst noch sehr experimentellen Lightning-Netzwerk zu verantworten ist, gehe ich hier nicht weiter darauf ein. Aber auch, weil ich es gar nicht kann.

Meinen Lightning-Node und ein paar Kanäle habe ich zwar zum Laufen gebracht, diesen Sticker konnte ich aber trotzdem nicht kaufen.

Denn genau das ist einer der Kritikpunkte am Casa Node. Tatsächlich hätte ich mich gerne auf Ursachen- und Fehlersuche begeben. Die sehr simpel und übersichtlich gehaltene Benutzeroberfläche bietet hierfür nur leider keinerlei Möglichkeit. Wenn etwas schiefläuft, muss man das einfach akzeptieren und kann es nur weiter versuchen. Dieser aufgezwungene Fatalismus ist auf Dauer jedoch frustrierend.

So sehr ich die grafische Benutzeroberfläche des Casa Node auch zu schätzen gelernt habe. Hier hätte ich mir die Möglichkeit zum Umschalten in eine Art Expertenmodus gewünscht, der einem detailliertere Einblicke in die Abläufe unter der Haube des Casa Node ermöglicht.

Ohnehin wäre es aus Nutzersicht insgesamt interessant, mehr Daten und Statistiken des eigenen Nodes einsehen zu können. Nicht nur wie viele Kanäle man hat, sondern auch wie viele Zahlungen schon geroutet wurden. Mich würde zum Beispiel interessieren, ob einer meiner mittlerweile sieben Kanäle zwischenzeitlich schon einmal Teil der Route einer anderen Zahlung gewesen ist.

Fazit

Nichtsdestotrotz fällt mein Fazit für den Casa Node sehr positiv aus. Für technisch wenig versierte Nutzer ist er ein überraschend einfacher Weg, ein aktiver Teil des selbst ja noch hochexperimentellen Lightning-Netzwerks zu werden.

Die konsequente Fokussierung auf einfache Bedienbarkeit ist für viele Nutzer sinnvoll und gelungen, wenn man von dem verwirrenden Setup-Prozess einmal absieht. Hier lässt sich die Nutzerführung durch bessere Kommunikation noch deutlich verbessern.

Auch wäre ein optionaler Expertenmodus wünschenswert, der einen detaillierteren Einblick in den eigenen Node ermöglicht. Doch ist das etwas, was sich durch ein Update nachreichen ließe. Hier sollte man dem Casa-Team Zeit geben, mit dem Netzwerk und den Nutzerwünschen zu wachsen.

Ansonsten ist der Casa Node aber ein gelungener Plug-and-play-Full Node, der besonders für Einsteiger und technische Laien interessant ist und dessen einfache und übersichtliche Bedienung den Preis rechtfertigt.


Den Casa Node gibt es für 300 US-Dollar (plus Zoll) im Shop von Casa.

Financial Fackellauf im Lightning-Netzwerk

Man muss schon unter einem Stein gelebt haben, wenn man in den vergangenen Wochen nichts von der Lightning Network Trust Chain gehört hat. Kaum ein anderes Thema begeistert und elektrisiert die Bitcoin-Community derzeit mehr. Aus guten Gründen.

Das erste originäre Lightning-Experiment

Zum einen handelt es sich hierbei um das erste originäre Lightning-Experiment, das ein selbstverstärkendes Momentum erreicht hat aka „viral“ geht. Zwar gab es zuvor schon einige interessante Experimente mit Lightning. Aber weder sind Auktionen etwas gänzlich Neues (auch wenn sie im Millionstel Centbereich stattfinden), noch Spiele, in denen Nano-Transaktionen Interaktionen auslösen und auch satoshis.place ist zwar eine höchst kreative Pixel-Spielwiese, aber letztlich doch auch nur eine angepasste Umsetzung eines vormaligen Reddit-Experiments.

Bei der Trust Chain ist das anders. Dieser Payment-Staffellauf ist vollkommen neuartig und wäre ohne das Lightning-Netzwerk (als Payment-Infrastruktur) und Twitter (als kollektives Kommunikationsmedium) zuvor nicht möglich gewesen.

Höher, weiter, exotischer, prominenter

Darüber hinaus hat die Trust Chain mittlerweile auch schon die Bitcoin- und Lightning-Nerd-Nische verlassen und zieht durch immer neue Besonderheiten und „Rekorde“ das Interesse einer wachsende Öffentlichkeit auf sich. Die Trust Chain wird immer länger, die Teilnehmer des Experiments prominenter und die Umstände, unter denen es weitergeht immer ausgefallener. Doch was ist es denn eigentlich, was das Lightning Network Trust Chain-Experiment so besonders macht?

https://twitter.com/hodlonaut/status/1086703428791865345
Am Anfang war ein Tweet

Alles begann Mitte Januar mit einem Tweet von @hodlonaut in dem diese/r ankündigte eine Zahlung von 100.000 Satoshi (0,001 Bitcoin, gut 3 Euro) über das Lightning-Netzwerk zu schicken. Der Empfänger solle dann seinerseits noch einmal 10.000 Satoshi draufpacken und die Summe an jemand anderes weiterleiten, der dann ebenfalls noch einmal 10.000 Satoshi draufpackt, das Paket weiterreicht und so weiter. Bis die Kette irgendwann einmal abbricht (und man idealerweise etwas daraus lernen kann).

Eigentlich ein ganz einfaches Prinzip und lange lief dieses Experiment selbst unter dem Radar der meisten Bitcoiner. Doch begann die Trust Chain irgendwann eine wachsende Eigendynamik zu entwickeln.

Denn mit der Anzahl der Teilnehmer stieg auch der Wert der „Fackel“, die unter den Augen der Community immer weiter durchs Netzwerk wanderte. Und damit auch die Neugier, zu sehen, wann und wie dieses Experiment scheitert, weil die Technik versagt oder jemand ausschert und den wandernden Honeypot einfach für sich behält.

https://twitter.com/hodlonaut/status/1091067464560066566

Doch obwohl es zwischenzeitlich schon danach aussah. Bislang wächst die Trust Chain immer weiter und mit ihr der Betrag, der mitwandert.

Die Welt ist nicht genug

Fast 190 Mal wurde die Payment-Fackel dabei schon durch das Netzwerk gereicht und durchquerte dabei rund 40 Länder auf sechs Kontinenten. Ob man zusätzlich auch die Antarktis auf der Reiseroute der Trust Chain abhaken kann, bleibt jedoch umstritten. Zumindest stand aber einer der beteiligten Netzwerkknoten auf einem Stein, der vor nicht allzu langer Zeit noch in der Antarktis lag.

Das allein zeigt aber: An Enthusiasmus und Begeisterungsfähigkeit mangelt es den Teilnehmern des Trust Chain-Experiments nicht.

… wo keine Transaktion jemals zuvor gewesen ist.

Was auch die Suche und Umsetzung immer neuer Herausforderungen zeigt. Denn Geld mit Hilfe des Internets einfach nur schnell, billig, unzensierbar und nicht manipulierbar von A nach B senden, ist ja zu einfach.

Zwischenzeitlich verließ die Trust Chain daher sogar die Erde und sogar das Internet. Dabei erreichte und verließ eine Transaktion einen Flieger über dem Atlantik und die „Fackel“ wurde mittlerweile sogar per Satellit übertragen.

Wobei einigen Bitcoinern aber auch das noch nicht genug ist. So kursiert bereits die Idee, eine Transaktionen zum Mond und zurück zu schicken.

https://twitter.com/eriklaan/status/1094977836732035072

Sollte das gelingen, wäre das natürlich eine außergewöhnliche Demonstration und bestes Guerilla-Marketing. Wobei die Trust Chain aber auch so in den Fokus einer immer größeren Öffentlichkeit rückt.

Prominente Lightning-Mitstreiter

Für einen ganz besonderen Aufmerksamkeitsschub hat dabei Hop #151 gesorgt. Mit diesem landete die Trust Chain nämlich bei Jack Dorsey, dem CEO von Twitter

https://twitter.com/jack/status/1092892320842706944

Das kam nicht sonderlich überraschend. Denn zum einen ist „Bitcoin-Twitter“ ohnehin eine der zentralen Kommunikations-Plattformen der Community und zum anderen ist Jack Dorsey auch noch CEO von Square, über deren Cash-App die Nutzer schon seit mehr als einem Jahr Bitcoins kaufen können.

Was viele jedoch überraschte war, wie offen positiv Jack Dorsey Position zu Bitcoin zu bezog. Und zwar nur zu Bitcoin, da er offensichtlich kaum Interesse an Altcoins, irgendwelchen Token oder sonstigen „Blockchain“-Projekten zu haben scheint.

Ein Standpunkt, der von der Bitcoin-Community natürlich dankbar aufgenommen und gefeiert wurde. Erst recht da Jack Dorsey mittlerweile auch ankündigte, Lightning in die Cash-App integrieren zu wollen.

Wobei das letztlich weniger überrascht, wenn man berücksichtigt, dass er auch Investor von Lightning Labs ist, einer der Firmen, die die Umsetzung des Lightning-Networks maßgeblich mit vorantreiben.

Die Schattenseiten der Fackel

Wie jedes soziale Experiment das lange genug läuft oder eine hinreichende Größe erreicht, zeigt aber auch die Trust Chain, dass sie nicht nur aus positiven Aspekten besteht. Immerhin wurde die „Fackel“ nicht immer sofort und freiwillig weitergereicht, sondern mitunter erst auf sozialen Druck der Community. Das kann man gut finden oder nicht.

Aktuell regt sich aber vor allem Unmut darüber, dass die Trust Chain im Wert von aktuell rund 100 Euro in den Händen sogenannter Shitcoiner liegt, die eigentlich nicht zum Kern der Lightning-Community gehören und die Aufmerksamkeit, die ihnen dadurch nun zu Teil wird, für ihre Shitcoin-Projekte missbrauchen.

Aber auch hier kann man über Pro und Contra streiten.

Noch ist das Experiment nicht vorbei

Wer sich nun aber selbst ein Bild vom Fortgang des Lightning Network Trust Chain-Experiments machen will, der findet gesammelte Infos auf takethetorch.online und Aktuelles auf Twitter unter dem Hashtag #LNtrustchain.

Onecoin-Rechtsstreit – Zusammenfassung, Ergebnis, Abrechnung

english version below

tl;dr Rechtsstreit beendet, Vergleich geschlossen, viel gelernt, Spenden können ab sofort zu 100% zurück abgerufen werden.

Mehr als anderthalb Jahre hat es gedauert. Jetzt ist es endlich soweit. Mit diesem Beitrag schließe ich nun offiziell meine Akte Onecoin, berichte über den Verlauf und das Ergebnis meines Rechtsstreits und leite die Auflösung des damit verbundenen Spendenfonds ein.

Doch der Reihe nach:

Onecoin-Rechtsstreit – Zusammenfassung, Ergebnis, Abrechnung weiterlesen

Honigdachs #35 – Politik und Bitcoin

Die 35. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist. (iTunes/RSS-Feed)

Honigdachs #35 – Politik und Bitcoin

Dieses mal hinterfragen wir (um es mal ganz vorsichtig auszudrücken), den Standpunkt des Medienwissenschaftlers David Golumbia, der es mit seinen wirklich kruden Thesen zur „Politik von Bitcoin“ sogar bis in den Deutschlandfunk geschafft hat.

Doch auch wenn wir kaum ein gutes Haar an Golumbia lassen, so ist es doch ein guter Anlass, sich ganz generell mal (wieder) mit der eigenen politischen Ausrichtung zu beschäftigen. Und zu fragen, ob die überhaupt mit Bitcoin kompatibel ist.

Doch Politik ist nicht alles

Weil aber auch der aktuelle Stand nicht zu kurz kommen soll, gibt es hintendran dann noch ein paar technischere Neuigkeiten. Wir diskutieren über die Vor- und Nachteile von Neutrino und erklären, warum wir Grin interessant finden, dem Projekt aber auch nicht viel mehr abgewinnen können.

Grin war als Thema übrigens auch ein Hörerwunsch. Wenn auch ihr ein (für die breitere Masse) interessantes Thema oder eine Frage habt, immer her damit. Wir freuen uns über Feedback, Kritik und Anregungen.

Nun aber erst einmal viel Spaß beim Hören:

Die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick

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Ist die Blockchain nur ein Abfallprodukt?

Der israelische Bitcoin-Entwickler Udi Wertheimer hat kürzlich auf Twitter eine durchaus provokante These über Blockchains veröffentlicht: Dass eine Blockchain nämlich keineswegs etwas sei, was man haben möchte, geschweige denn in irgendeiner Weise promoten sollte. Die Blockchain sei vielmehr ein Abfallprodukt und notwendiges Übel, um zu erreichen, was man eigentlich haben möchte: eine Konsensentscheidung, wem welches Guthaben gehört.

Das ist eine ungewöhnliche Position, die selbst für Bitcoiner durchaus herausfordernd sein kann und doch lohnt es sich, das Thema „Blockchain“ auch von diesem Standpunkt zu betrachten.

Kritik an der Blockchain ist berechtigt

Nehmen wir zum Beispiel die vielfach geäußerte Kritik, dass Bitcoin so enorm viel Energie verbrauche. Diese Kritik ist ja durchaus begründet. Das Bitcoin-Netzwerk benötigt nun einmal sehr viel Strom zur Absicherung seiner Integrität. Doch geht es in diesem Fall eben nicht anders.

Genau das ist aber der Punkt. Eben weil es so aufwändig ist, eine sichere Blockchain zu etablieren, sollte man um jeden Preis vermeiden, eine Blockchain einzusetzen, wenn dies nicht unbedingt nötig ist. Für rein digitales, zensur- und manipulationssicheres Geld (Bitcoin) gibt es nun einmal (bislang) keine andere Lösung. Für alle anderen bisher propagierten „… but with Blockchain!“-Lösungen in der Regel aber schon.

Neue Sichtweisen sind gut für den Diskurs

Wie herausfordernd (im positiven Sinne) diese unkonventionelle Sichtweise auf Blockchains sein kann, sieht man auch am weiteren Verlauf der durch die These ausgelösten Diskussion. Den vorgebrachten Pro-Blockchain-Argumenten, begegnet Wertheimer nämlich mit guten Gegenargumenten.

Wie zum Beispiel die oftmals so positiv beworbene Unveränderlichkeit, die letztlich jedoch gar kein immanentes Feature einer Blockchain ist, sondern die sich aus dem bereits kritisierten hohen Energieverbrauch, der hinreichenden Größe eines dezentralisierten Netzwerks und aus diversen anderen Faktoren ergibt. Im besten Fall.

Aufgrund dieser vielen unterschiedlichen Faktoren, die in ihrer Gesamtheit die positiven und negativen Eigenschaften einer Blockchain beeinflussen, gleichzeitig in Summe aber nur schwer zu kontrollieren sind, könne man eine Blockchain daher auch nicht als eine Form von Produkt sehen. Sondern nur als Nebenprodukt.

Dass die historisch in einer Blockchain abgelegten Daten trotzdem einen bestimmten Nutzen haben können, ist dabei aber tatsächlich ein Punkt, über den man noch länger diskutieren könnte.

Für den aktuellen Stand, wem welcher Bitcoin gehört, ist das stetig wachsende Archiv an Provenienz-Daten jedoch kaum relevant. Unter Privatsphäre-Aspekten wäre es sogar von Vorteil, wenn die Transaktionshistorie jedes einzelnen Bitcoin nicht dauerhaft und offen gespeichert wäre. Allerdings würde man damit eben auch die Option verlieren, zusätzliche Daten per Time-Stamping in der Blockchain zu verankern. Ist es das wert?

Doch genau um solche Denk- und Diskussionsanstöße geht es hier ja. Dass „Blockchain“ kein Zauberallheilmittel ist, ist mittlerweile bekannt. Dass es vielleicht noch viel weniger, nämlich nur ein Abfallprodukt ist, ist (noch) eine provokante und unpopuläre Definition. Trotzdem ist an dieser These etwas dran.

Vor allem, wenn Udi Wertheimer für die Begründung so plastische Analogien verwendet wie diese:

Bild: Toxic (CC BY 2.0)

Guter Podcast über Vollgeld, Inflation und Bitcoin

Beim vergangenen Bitcoin-Stammtisch wurde ich auf die 208. Folge des Omega Tau-Podcast aufmerksam gemacht. Darin ist der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, zu Gast, der wunderbar erklärt, welche verschiedenen Geld-Definitionen es gibt und wie Schuldengeld, Vollgeld, Inflation, Krisen und Bitcoin im Großen und Ganzen zusammenhängen und zueinander zu verorten sind. Das alles angenehm ruhig, sachlich, gut verständlich und undogmatisch.

Schon etwas älter, aber immer noch aktuell

Ich hatte Thomas Mayer hier im Blog schon einmal mit einem sehr guten Interview beim Deutschlandfunk verlinkt, das jedoch sehr zu meinem Ärger nicht mehr online abrufbar ist.

Glücklicherweise ist das bei diesem Podcast anders, obwohl der sogar noch älter ist. Trotz seines Alters hat dieses Gespräch (dem man tatsächlich noch deutlich mehr als die eine Stunde gut hätte zuhören können), aber nichts an Aktualität eingebüßt und ist eine hervorragende Quelle, wenn es darum geht, die Grundlagen unseres vorherrschenden Geldsystems verstehen zu wollen.

Hier kann man den Podcast direkt hören. Wer diese Folge runterladen möchte, klickt hier.

Blockchain & Kultur – Neue Podcast-Serie im DLF

Der Deutschlandfunk hat dieser Tage unter dem Titel Blockchain Stories eine achtteilige Radio- und Podcast-Serie online gestellt. Das Besondere dabei: Alle Beiträge sind von der Kultursendung Corso verantwortet, was dem Thema einen erfrischenden Blickwinkel verleiht.

„Blockchain“ aus der Kulturperspektive

So geht es neben einem obligatorischem Blockchain-Grundlagen-Beitrag und einem über Bitcoin als Geld der Zukunft (das Stück habe ich gemacht) auch noch einmal konkret um die Aspekte Klima, Patente, Musik, Gaming und Politik.

Wobei insbesondere über letztere Folge noch zu reden sein wird. Der interviewte Medienwissenschaftler David Golumbia vertritt nämlich ein paar sehr kontroverse und irritierende (Verschwörungs-)Theorien. Aber dazu dann mehr in der nächsten Honigdachs-Podcast-Folge.

Solide, aber nicht ganz auf der Höhe der Zeit

Insgesamt sind alle Beiträge solide und ich finde es gut, dass sich die Redaktion für das Thema „Blockchain“ ein paar neue Blickwinkel hat einfallen lassen. Warum nicht mal eine Ethereum-Mine anstelle einer Bitcoin-Mine besuchen und über Gaming und die Blockchain wurde bisher ja auch noch nirgends so prominent gesprochen.

Dennoch gibt es auch Kritik. Einige Beiträge wirken nämlich nicht ganz aktuell. So ist ja nicht erst seit gestern klar, dass es grundsätzlich keine gute Idee ist, komplexe digitale Spiele dezentral auf einer Blockchain laufen zu lassen. (Weil es zum einen keine Blockchain gibt, die das technisch leisten könnte und es zum anderen auch keinen guten Grund gibt, Spiele nicht mehr, wie bisher, zentral zu verwalten.) Warum also noch so ausführlich darüber reden, wenn es doch eigentlich um die „Zukunft des Zocken“ gehen soll?

Das hätte man schneller abhaken und zum tatsächlich interessanteren Ausblick in die Zukunft kommen können. Diesen jedoch aus dem schon vor langer Zeit verblühten Hype um tokenisierte Collectibles wie Crypto Kitties abzuleiten, wirkt etwas aus der Zeit gefallen. Nach bald anderthalb Jahren ist dieses Thema in Krypto-Jahren schon fast als historisch zu betrachten. Ein daraus abgeleiteter Blick in die Zukunft entsprechend retro-futuristisch.

Ein Beitrag auf der Trend- und technischen Höhe der Zeit hätte sich dagegen auch mit den Möglichkeiten und Konsequenzen von Lightning-basierten Micro- und Nanopayments (alles kleiner 1 Cent) auf Gaming beschäftigt. Dieser Aspekt fehlt jedoch leider ganz.

Zwischen Krypto-Historie und Realitäts-Futurismus

Nichtsdestotrotz ist das aber Kritik auf hohem Niveau. Denn was für jemanden, der sich selbst bereits intensiv mit der Materie auseinandersetzt, bereits krypto-historisch ist, kann für den prototypischen Deutschlandfunk-Kulturmagazin-Hörer trotzdem futuristisch (genug) sein. Insofern überwiegt die Tatsache, dass Bitcoin und seine Auswirkungen überhaupt und immer mehr als gesellschaftsrelevantes Kulturthema wahrgenommen und diskutiert wird, die Kritik deutlich.

Zumal die einzelnen Stücke auch wirklich schön anzuhören sind. (Vom Golumbia-Interview mal abgesehen, das ohne den Kontext seines Buches wie das Dümmste wirkt, was jemals über Bitcoin gesagt wurde.)

Die acht Beiträge sind im Einzelnen:

#1 Blockchain für Dummies erklärt
Wohl kaum ein anderes Phänomen wird in der Netzkultur so stark diskutiert wie die Blockchain. Ein Heilsbringer soll sie sein, der die Macht hat, das Internet zu verändern und viele Probleme der Zukunft zu lösen. Wie sie funktioniert, wissen aber nur die wenigsten. Ein Erklärungsversuch.

#2 Bitcoin = digitale Währung der Zukunft
Obwohl es Bitcoin schon seit zehn Jahren gibt, hat noch kaum jemand dieses digitale Bargeld so richtig verstanden. Trotzdem wächst das Phänomen beständig. Warum eigentlich?

#3 Besuch einer Ethereum-Mine
Bis vor Kurzem konnte man mit Kryptowährungen ziemlich schnell Millionär werden. Wertverlust hin oder her: Das digitale Geld wird immer noch in sogenannten Kryptominen geschürft. Das gilt auch für Ethereum, das mehr Einsatzmöglichkeiten bietet. Einblicke in eine Parallelwelt aus Strom und Kabeln.

#4 Die Politik der Bitcoin
Die Blockchain gilt als fortschrittliche Erfindung. Die Attraktivität dieser neuen Technologie bringt allerdings politische Gefahren mit sich. Sie sei effektiver in der Verbreitung von Ideologie als alles andere, sagte Medienwissenschaftler David Golumbia im Dlf.

#5 Digital und dreckig
Der Hype um den Bitcoin hat zu einem digitalen Goldrausch geführt. Aber das Schürfen der Kryptowährung verschlingt enorme Mengen Energie. Mittlerweile dürfte ein Teil der Klimaerwärmung aufs Konto des Bitcoin gehen. Eine umweltfreundliche Nutzung der Technologie scheint dennoch möglich.

#6 Revolution des Patentrechts?
Seit der Erfindung des Papiers werden wichtige Dokumente mit einem Stempel verifiziert. Heutzutage versehen Computer Dateien mit einem Zeitstempel. Die Blockchain könnte dieses Verfahren vereinfachen und sicherer machen – für Musiker und andere Kreative. Steht eine Revolution des Patentrechts bevor?

#7 Die Zukunft der Musik
Eine Revolution der Musikwelt steht bevor: Dank der Blockchain wird es Musikern durch innovative Geschäftsmodelle angeblich bald möglich sein, digitale Welten mit ihren eigenen Regeln zu erschaffen. Darin läge das Potential, sich neu zu erfinden, sagte Medienkünstler Mathew Dryhurst im Dlf.

#8 Computerspiele neu gedacht
Blockchain in Computerspielen – dort würde man die Technologie nicht vermuten. Diese Gamedesignerszene ist zwar überschaubar, will die digitale Spielewelt aber mit neuen Ideen bereichern: So könnten die Nutzer virtuelle Welten mit eigenen Entwürfen erweitern. Ein Blick in die Zukunft des Zockens.

Bitcoin explained, 698 BC

Schönes Fundstück für den entspannten Wochenstart: Bitcoin explained. Oder wie es in der Beschreibung heißt: „We all have a crypto-friend who sounds like this guy. Gold back in 698 BC was no different…“

Meine Lieblingsstellen: „I tell you what a finite resource is – my fucking patience“ und „It’s silver or as I like to call it: Lite Gold Cash!“

Und selbstverständlich muss man sich dann auch noch das Sequel anschauen. Made my day!

Bitcoin- und Blockchain-Presseschau #97

Neues Jahr, Zeit mal wieder eine Bitcoin-Presseschau zu schreiben. Dieses Mal dreht sich alles um das 10-Jährige von Bitcoin, Rückblicke und den aktuellen Status Quo. Wie immer habe ich nur Artikel rausgesucht, die den Klick auch wirklich wert sind.


Why Bitcoin Matters for FreedomTime Magazine

Auf diesen Text von Alex Gladstein hatten wir schon im letzten Honigdachs-Podcast hingewiesen. Nichtsdestotrotz gehört er auch in diese Presseschau, denn er behandelt die wichtige Frage, warum es gut ist, dass Bitcoin da ist.


Happy 10th birthday, bitcoin. It’s amazing you still existThe Guardian

Ein erfrischendes Meinungsstück von Tibor Fischer über den aktuellen Stand von Bitcoin, in dem er kein Blatt vor den Mund nimmt und beiden Seiten, Bitcoin-Befürwortern und Bitcoin-Gegnern, gleichermaßen den Kopf wäscht.


Bitcoin By the Numbers: 2018 Recap – Jameson Lopp

Jameson Lopp fasst das Bitcoin-Jahr 2018 noch einmal in einer Vielzahl Zahlen und Statistiken zusammen. Denn: „… by using a diversity of metrics and sources we can get a better rough idea of what’s going on.“ Fazit: „Yes, Bitcoin fared poorly in terms of exchange rate in 2018. But by almost any other metric the system is improving and growing.

So ist bspw. die Zahl der Abonnenten des Bitcoin-Subreddits r/bitcoin vergangenes Jahr um 61 Prozent gestiegen und auch die Zahl wissenschaftliche Veröffentlichung mit Bezug zu Bitcoin wächst weiter beständig (2014: mehr als 14.000).

Ansonsten gingen die Gebühren für On-Chain-Transaktionen stark runter, Bitcoin-Adressen werden häufiger wiederverwendet (was man eigentlich nicht machen sollte) und die Verankerung von zusätzlichen Daten in der Bitcoin-Blockchain (OP_RETURN-Outputs) steigt seit Jahren immer rasanter.

Das Lightning-Netzwerk wächst ebenso rasant, doch geht offensichtlich die Zahl der Bitcoin-Knoten signifikant zurück. Um ein Drittel ist sie 2018 auf rund 65.000 gefallen. Interessant dabei: Hier in Deutschland zeigt der Trend offensichtlich in die andere Richtung.


Fifteen dead cryptocurrency predictions, twelve months onNic Carter

Nic Carter hat am 1. Januar 2018 einen Hash getweetet, der für 15 Kryptowährungen stand, von denen er ausging, dass sie binnen eines Jahres tot seien (mehr als 95 Prozent Wertverlust, keine technische Weiterentwicklung).

Nun hat er aufgelöst, auf welche Coins er sich damals festlegte (u.a. IOTA, Bitcoin Gold, Tether, Augur und Dash), wie deren Performance tatsächlich war und was wir daraus lernen können. Vor allem ein Schluss ist beachtenswert: Shitcoins zu durchleuchten ist unverhältnismäßig aufwendig, denn es gibt keinerlei Entlohnung. Deswegen macht es auch kaum einer. Sehr lesenswerte Analyse!


Bitcoin at 10Coindesk

Weil ja derzeit immer irgendetwas an Bitcoin zehn Jahre alt wird (Whitepaper, Genesis-Block, erster zweiter Fullnode, erste Transaktion etc.), hat jetzt auch Coindesk eine „10 Jahre Bitcoin“-Sonderseite mit allerlei Geschichten und Fundstücken veröffentlicht.

Hodl – Wahrscheinlich DAS Bitcoin-Meme überhaupt.

Nicht alles ist hier Klick wirklich wert, aber dass sie den original HODL-Meme-Creator aufgespürt und ihn dazu gebracht haben, vor laufender Kamera noch einmal betrunken seinen legendären Hodl-Post von damals vorzulesen (betrunken!), hat schon was. (Das Video ist ansonsten ziemlich fade, daher am besten direkt zu Minute 5:53 springen).


Das war’s für diese Presseschau. Wer mag hinterlässt ein paar Satoshis.


Der Bitcoins-statt-Rauchen-Rechner

Das hier ist die richtige Website zur Jahreszeit. Denn mit dem Smoking vs. Acquiring Bitcoin Calculator kann man sich ganz leicht einen Motivationschub für den guten Neujahrsvorsatz holen. Dieser Rechner zeigt einem nämlich, wie lange es dauert, bis man sich einen Bitcoin kaufen kann, wenn man sofort mit dem Rauchen aufhört.

Nach dem aktuellen Tagespreis hier in Deutschland geht das immerhin schon nach gut anderthalb Jahren, wenn man auf eine Schachtel Kippen pro Tag verzichtet!

Mehr Motivation durch mehr Aufhören

Das mag jetzt vielleicht nicht allzu motivierend klingen. Anderthalb Jahre sind zugegebenermaßen eine ganz schön lange Zeit. Aber das Tolle am Sparen ist ja, dass man sich das alles schön rechnen kann.

Wer nämlich einfach nach Großbritannien zieht und dort aufhört, zwei Schachteln täglich zu rauchen, der hat seinen Bitcoin in nicht einmal einem halben Jahr zusammen.

Und wer sogar nach Australien geht und dort einfach nicht mehr 15 Schachteln Kippen am Tag smökert, hat seinen Bitcoin sogar schon nach zwei Wochen zusammen. Zwei Wochen! Besser geht es doch gar nicht.

Also für wen das jetzt kein ordentlicher Anreiz ist, dem kann ich auch nicht mehr helfen.

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