Bitcoin-Daten-Zeitreise

Genau das richtige, wenn man nach der ganzen Mt.Gox-Nachrichtenflut der letzten Tage seinen Horizont mal wieder wieder ein bisschen erweitern will um sich zum Beispiel einen fundierten Überblick über die bisherige Geschichte von Bitcoin von 2007 bis Januar 2014 zu verschaffen: History of Bitcoin.

History of Bitcoin 2

Auf einer Datenachse ordnet die Webseite diverse Meilensteine der Bitcoin-Historie und verknüpft diese mit hübschen Visualisierungen, Bildern, Links, News und Videos. Ein schönes Fundstück ist zweifelsohne der legendäre 10.000 Bitcoin-Pizzahandel von 2010.

History of Bitcoin 3

Dass die Seite nicht ganz auf dem neuesten Stand ist, ist im Hinblick auf die Dichte der aktuellen Ereignisse verständlich. Was aber definitiv noch fehlt ist eine Suchfunktion. Unter dem Schlagwort „Mt.Gox“ hätte man dann zum Beispiel das hier finden können:

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Sonder-Presseschau

Das Ende von Mt.Gox

Eigentlich haben alle nur noch darauf gewartet, gestern war es nun (endlich) soweit. Die ehemals größte Bitcoin-Börse Mt.Gox hat ihre Website aus dem Netz genommen, all ihre Tweets gelöscht und ein Statement gepostet:

oder anders gesagt:

Verbunden mit dem mutmaßlichen Ende von Mt.Gox ist der angebliche Verlust von rund 750.000 Bitcoins, einem – je nach Wechselkurs – dreistelligen Millionenbetrag von Anlegern auf der ganzen Welt. Dementsprechend groß waren Interesse und Resonanz in den „traditionellen“ Medien. Die journalistische Umsetzung ist jedoch nicht jeder Redaktion gleichermaßen gut gelungen. Zeit für eine Sonder-Presseschau.

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Map of Coins

Es ist wahrlich nicht leicht den Überblick zu behalten, wann wie wo welcher Altcoin entstanden ist und wie dieser mit jenem zusammenhängt. Ist der eine nur eine Abwandlung des anderen oder basiert er womöglich auf einer gänzlich anderen Funktionsweise?

Eine gute Datenvisualisierung kann in solchen Fällen helfen und die Map of Coins macht genau das. Und zwar ganz konsequent in Form einer Münze.

Screenshot mapofcoins.com2

Monat für Monat kann man abgleichen wie das Altcoin-Universum wächst und sich ausdifferenziert. Nicht nur Dataporn-Fetischisten werden daran ihre Freude haben, deshalb meine uneingeschränkte Bookmark-Empfehlung.

Litecoin-Mining in der Plastekiste

Zum Wochenstart gibt es hier mal ein schönes Video, in dem uns Maurice den Aufbau seines Scrypt-Mining-Rigs zeigt, die Komponenten erklärt und natürlich auch auf Kosten und Performance eingeht.

Bitcoins lassen sich mit diesem Miner nicht berechnen, denn die beruhen auf der SHA256-Verschlüsselung. Mit dem Scrypt-Algorithmus lassen sich hingegen Altcoins wie Litecoin oder Dogecoin minen, die beide hinter dem Bitcoin mittlerweile ebenfalls einen beachtlichen Wert erreicht haben. Im Allgemeinen sind Scrypt-basierte Kryptowährungen zwar schneller und mit weniger Aufwand zu minen, ich persönlich würde bei dem Stromverbrauch von konstant 1300 Watt aber ein schlechtes Gewissen kriegen.

Auch interessant ist der Reuters-Selbstversuch im Litecoin-Mining. Fazit: Es ist gar nicht so leicht.

Von Bitcoins und Bio-Bauern

Die Entwicklung von Bitcoin in Argentinien beobachte ich seit längerem mit großem Interesse. Nicht nur weil das Land flächen- und bevölkerungsmäßig zu den größten drei Südamerikas gehört, sondern auch weil die volkswirtschaftliche Situation in Argentinien so dermaßen aus dem Ruder gelaufen ist, dass sie mit den traditionellen staatlich-marktwirtschaftlichen Steuerungsinstrumenten kaum mehr zu kontrollieren ist. Hohe Inflation und strenge Finanzregulierungen haben zu großer Unsicherheit in der Bevölkerung geführt und die daraus entstehende Vertrauenskrise in den heimischen Peso beschleunigt wiederum die Inflation. Der klassische Teufelskreis.

Ähnlich wie in anderen finanzkrisengeschüttelten Ländern auch müssen die Menschen aber trotzdem irgendwie sehen wie sie alleine mit dieser großen finanziellen Unsicherheit zu Recht kommen. Manche, wie die Bauern der Tierra Buena-Initiative, sehen dabei in Bitcoin eine echte Alternative und die Macher von BitcoinFilm.org haben die Geschichte von Santiago Zaz und seinen Kollegen in einer sehr sehenswerten Kurzdokumentation zusammengefasst und ins Netz gestellt:

Bitcoins: Liberating Organic Farmers

Es ist im Übrigen schon der zweite Film von BitcoinFilm.org und die Jungs möchten auch noch mehr Dokumentationen über Bitcoin im Alltag von Menschen in Argentinien und auf der ganzen Welt drehen. Dafür sind sie auf der Suche nach beidem, guten, persönlichen Geschichten und finanzieller Unterstützung. Beides kann man ihnen über ihre Website zukommen lassen, die – so hoffe ich – deswegen ein bisschen hinterher ist, weil sie gerade mit neuen Filmen beschäftigt sind.

Wen es jetzt selbst in den Fingern juckt einen Film zum Thema Bitcoin zu machen und wer just in diesem Moment eine passende Musik dafür sucht, darf gerne auf den Soundtrack von BitcoinFilm.org zurückgreifen, der explizit für jeden Film mit Bitcoin-Bezug freigegeben ist.

Und weil heute Samstag ist und wir alle ein bisschen mehr Zeit haben hier noch der ebenfalls sehr sehenswerte erste Film von BitcoinFilm.org:

Bitcoins in Argentina

Bitcoins minen im Selbstversuch – Update

Die Frage, ob es sich noch lohnt selbst nach Bitcoins zu minen, wird im Netz ja immer wieder gestellt. Für DRadio Wissen habe ich über den Jahreswechsel einfach mal den Test gemacht. Mit einem sehr überschaubaren Investitionskapital, großen Erwartungen und einer Woche Testzeitraum.

Das Ergebnis kann man bei DRadio Wissen nachhören.

Update vom 21. Februar 2014

In einem Anflug geistiger Umnachtung haben sich die Verantwortlichen von DRadio Wissen im Zuge ihrer Programmreform dazu entschieden ihr über Jahre mit viel Mühe und Arbeit aufgebautes und durch den Rundfunkbeitrag von der Öffentlichkeit finanziertes Beitragsarchiv offline zu stellen. Damit verschwinden auch jede Menge gut recherchierte Beiträge zum Thema Bitcoin vollkommen grundlos aus dem öffentlichen Zugriff. Freier Zugang zu Wissen und Bildung sieht anders aus.

Ich habe selten eine idiotischere Entscheidung erlebt und ganz offensichtlich muss man im Hause DRadio Wissen um ein Netzradio zu leiten weder das Internet verstanden haben – Stichwort Hyperlink – noch sich bildungspolitisch relevanten Zielen verbunden fühlen – Stichwort UNESCO „Open Access – Chancen für den Zugang zum Wissen für alle“

Es gab mal eine Zeit, da waren die Mitarbeiter von DRadio Wissen Stolz darauf, dass alle Beiträge online stehen und nicht gelöscht werden. Blöd, wer darauf vertraut hat. Glücklicherweise habe ich meinen Beitrag ja noch auf dem Rechner und stell ihn hier rein, die Anmoderation müsst ihr nun aber seber lesen.

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Bitcoin-Volatilität

Eines der am häufigsten genutzten Argumente gegen Bitcoin ist seine vergleichsweise hohe Volatilität, also die Schwankungen im Wert. Betrachtet man die vergangenen zwölf Monate waren die Wechselkurs-Kapriolen beim Bitcoin tatsächlich enorm und bewegten sich in einem Rahmen zwischen zehn und über 1.000 US-Dollar. Für die letzten 30 Tage ist die durchschnittliche Preisschwankung hingegen viel niedriger, liegt aber dennoch deutlich über den relativ stabilen Werten von Gold, Euro und Dollar.

Alles also eine Frage des statistischen Blickwinkels und grundsätzlich muss eine hohe Volatilität ja nicht unbedingt schlecht sein. Immerhin könnte der Kurs – für spekulative Anleger von Interesse – auch große Sprünge nach oben machen. Für die allgemeine Etablierung von Bitcoin in Handel und Gesellschaft ist tatsächlich jedoch eine verlässlich niedrige Volatilität von Vorteil, da der Einsatz von Bitcoin im Alltag ähnlich wie bei Euro und Dollar vor allem auf Vertrauen in seine Wertstabilität beruht.

In jedem Fall lohnt es sich aber die allegemeine Preisschwankung des Bitcoin im Auge zu behalten und eine gute Möglichkeit dafür bietet die Website btcvol.info. Sie stellt die jeweils aktuelle Volatilität der letzten 30 Tage dar und bietet zusätzlich eine Übersicht über die langfristige Indexentwicklung. Grundlage ist dabei der Wechelskurs Bitcoin zu US-Dollar. Hier noch ein Snippet der Website:

Why is volatility important?

Volatility means that an asset is risky to hold—on any given day, its value may go up or down substantially. The more volatile an asset, the more people will want to limit their exposure to it, either by simply not holding it or by hedging. Volatility also increases the cost of hedging, which is a major contributor to the price of merchant services. If Bitcoin volatility decreases, the cost of converting into and out of Bitcoin will decrease as well.

What definition of volatility does btcvol.info use?

The standard deviation of daily returns for the preceding 30-day window. This is a measure of historical volatility based on past Bitcoin prices. When the Bitcoin options market matures, it will be possible to calculate Bitcoin’s implied volatility, which is in many ways a better measure.

Wie Bitcoin im Detail funktioniert

Es ist die hohe Kunst des Journalismus komplexe Sachverhalte so einfach und anschaulich wie möglich zu erklären. Allerdings muss man das Thema dafür jedoch selbst erst einmal verstanden haben.

Gerade beim Thema Bitcoin gab es in letzter Zeit immer wieder Beispiele, die den Schluss nahe gelegt haben, dass der Autor/die Autorin das nicht haben und – zugegeben – es ist auch gar nicht so leicht zu spezifischen Fragen im Netz gute, detaillierte und sachkundige Quellen zu finden. Und wenn man sie gefunden hat, braucht es meist auch noch einige Zeit sie zu lesen und zu verstehen. Es lohnt sich in der Regel aber trotzdem.

So auch bei den beiden folgenden Quellen, die sich sehr detailliert mit den ganz elementaren Funktionsmechanismen des Bitcoin-Protokolls auseinandersetzen. Zunächst emfehle ich den Blog-Post Bitcoins the hard way: Using the raw Bitcoin protocol von Ken Sherriff.  Darin dokumentiert er Schritt für Schritt wie er einfach nur versucht eine einzelne Bitcoin-Transaktion manuell auszuführen.

Dass man dafür das gesamte System im Sinne von wann passiert hier eigentlich was ziemlich gut durchschauen muss, ist naheliegend, gewinnt aber an Bedeutung, wenn man berücksichtigt, dass schon der kleinste Fehler, und sei es nur ein Vertipper, die Transaktion fehlschlagen lässt, ohne dass es einen Hinweis auf die Fehlerursache gibt. Ich verrate nur so viel: Er hat es geschafft.

Der Text ist ausführlich und anspruchsvoll und um ihn zu verstehen bedarf es einiges an Zeit und Konzentration. Wer die aber aufbringt, wird – wie ich – so begeistert sein, dass er ihn anschließend gleich noch einmal liest. Und das ist gut, denn mit diesem Vorwissen ist das folgende Erklärvideo How Bitcoin Works Under the Hood von CuriousInventor wie die Kirsche auf dem Eis.

Das ist nämlich anschaulich illustriert, aber nicht minder anspruchsvoll. Das bereits angelesene Vorwissen hilft hier definitiv den knackig aneinandergereihten Slides, Erklärungen und Schlüssen zu folgen. Für Einsteiger vielleicht nicht das erste Video der Wahl, für alle anderen schon. Der Geist will ja schließlich auch ein bisschen gefordert werden, oder?

Bitcoins the hard way: Using the raw Bitcoin protocol – Ken Sherriff’s Blog

Bitcoins kaufen leicht gemacht

Der derzeit einfachste Weg an Bitcoins zu kommen, ist sie zu kaufen. Dass das einfacher ist als viele denken, hat Martin Weigert herausgefunden und seine Vorgehensweise Schritt für Schritt dokumentiert. Mittlerweile gibt es ja genügend vertrauenswürdige Bitcoin-Exchanges und sich eine Wallet anzulegen ist so einfach wie eine Mail-Adresse einzurichten.

Tatsächlich soll es aber künftig für jedemann noch einfacher werden an Bitcoins zu kommen. Verschiedene Anbieter entwickeln gerade Systeme damit Bitcoins künftig auch ganz bequem im Laden gekauft werden können. Das soll dann ähnlich funktionieren wie wenn man eine Prepaid-Handykarte kauft. Der Händler sammelt das Geld ein, der Kunde bekommt die Bitcoins, wenn er mag, direkt aufs Smartphone geschickt. Spannend ist dabei, dass einige Systeme auf Basis von SMS funktionieren sollen um den Einsatz auch in weniger entwickelten Regionen der Welt noch einfacher zu ermöglichen. Definitiv eine vielversprechende Zukunftsbranche.

Wie und warum ich 0,1 Bitcoin erwarb – netzwertig.com

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