Weltweite Bitcoin-Ankäufe visualisiert

Hier mal wieder was aus der Daten-Visaulierungs-Ecke. Die Website fiatleak.com zeigt eine Echtzeit-Übersicht, wo auf der Welt Fiatgeld, also „echtes“ Geld, in welchen Mengen in Bitcoin umgetauscht wird.

Das ist ganz nett anzuschauen – je größer das fliegende Bitcoin-Symbol, desto höher die Summe – aber nicht represantativ, denn es gibt einen ziemlichen China-Bias, da die Daten nur auf dem Handelsvolumen einiger bestimmter BTC-Börsen beruhen, nicht auf allen.

Generell sollte man da mal wieder ein gründliches Quellen-Update machen und in diesem Zuge auch gleich den faulen Apfel Mt.Gox entfernen. Das wirkt sich nicht so gut auf die Seriösität aus. Ansonsten aber schon beeindruckend das Ganze einfach mal ein bisschen laufen zu lassen und den Summen beim Wachsen zuzuschauen.

Bitcoin und Afrika

Ich interessiere mich ja sehr für die Themenschnittmenge Bitcoin und Afrika. Das ist eine spannendere Themenkombination als man vielleicht auf den ersten, eurozentristischen Blick denken mag. Bitcoin und Afrika – da sehe ich enormes Entwicklungspotential, allerdings – wie bei Afrika-Themen leider üblich – muss man schon selbst die Initiative ergreifen und gründlich im Netz suchen um spannende Quellen aufzutun und erst einmal herauszufinden, welche Länder des Kontinents diesbzüglich am aktivsten sind. Südafrika, klar, aber auch Kenia oder Simbabwe haben durchaus rege Bitcoin-Communities.

In Zukunft werde ich daher hier im Blog einen kleinen Schwerpunkt auf das Thema legen und immer mal wieder ein paar Beiträge dazu einstreuen. Den Anfang macht ein sehr interessanter Artikel über die AfriKoin, eine Konferenz zum Thema Emerging Africa Digital Money Trends & Innovation, die im November in Nairobi stattgefunden hat und auf der natürlich auch Bitcoin eine Thema war. Der Artikel ist ein guter Einstieg in die afrikanische Finanzwelt und er zeigt, dass bereits jetzt einiges geht auf dem schwarzen Kontinent. Vom kenianischen Leuchtturmprojekt M-Pesa über Googles BepaPay bis hin zu afrikanischen Online- und Mobile Payment-Startups.

Zur besseren Wiederauffindbarkeit aller Beiträge mit Afrika-Bezug gibt es übrigens in der linken Menüleiste nun auch eine entsprechende Rubrik und wer einen guten Linktipp hat, immer her damit.

Update: Hier nochmal der Link zum Artikel, der jetzt auch im Beitrag verlinkt ist: Can Bitcoin transform Africa? – Wamda

TTT zu BTC

Das ARD-Kulturmagazin titel thesen temperamente hat sich dem Thema Bitcoin angenommen und in einem angenehm unaufgeregten Beitrag einen durchaus erhellenden Bogen von Bitcoin im Allgemeinen über die Währungssituation in Argentinien bis hin zu Auroracoin, dem isländischen Regional-Altcoin-Projekt gezogen.

An dem Beitrag gibt es – wie bei ttt zu erwarten – absolut nichts auszusetzen. Mir scheint einzig, dass die Autoren am Ende sehr viel brauchbares Interviewmaterial zur Verfügung hatten, letztlich aber nur diesen kleinen Sendeplatzhappen bekommen haben. Den haben sie auf jeden Fall gut genutzt und vielleicht kommt da ja noch mehr. Irgendwann.

Den TTT-Beitrag gibt es hier, bis die ARD-Rechtsaufseher am 9.3. den Stecker ziehen.

Bitcoin-Icons für lau

Das hier ist ein wahres Goldstück für jeden, der auch nur irgendwie in entferntester Weise mit Web- und Grafikdesign zu tun hat, denn Reddit-User mmmSausage hat ein Set mit 56 Bitcoin-Icons erstellt und dieses zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt!  Hier noch ein Snippet der beigefügten Nutzungsrechte:

  • These icons are free to use for personal and commercial digital and print projects.

  • They are not allowed to be resold in any capacity.

  • They are not allowed to be reused in any logo related form.

  • If you want to ask any questions regarding my work or hiring me you can message me via my website at www.joelandy.co.uk

Die Icons gibt es als ai-Datei oder als pdf, nach dem Klick hab ich noch ein paar Vorschaubilder des Sets hochgeladen und wer die Arbeit von Joe zu schätzen weiß, ist selbstverständlich eingeladen ihm für seine Mühen ein paar Bitcoin zukommen zu lassen.

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Ab ins Bitcoin-Resort Pt. II

Vor ein paar Wochen habe ich über das First-Bitcoin-Ressort auf Zypern berichtet, eine Appartementsiedlung am Meer speziell für Bitcoiner (Bitcoinerinnen? Bitcontainer? Gibt’s dafür schon einen Begriff?).

Damals hielt ich das ganze für eine lustige, halbernst gemeinte Idee und habe das mehr so aus Neugier beobachtet. Auf der Inside Bitcoins Konferenz in Berlin saß ich nun aber zufällig direkt neben Udi Ilan, dem Präsidenten der hinter dem The First Bitcoin Resort stehenden Immobilienfirma und nachdem er mir sein Faltblatt in die Hände gedrückt hat, habe ich die Gelegenheit genutzt ihm mal ein paar Fragen zu stellen. Hier nun die Antworten zusammengefasst.

Bitcoin resort

Zunächst einmal das Wichtigste: Das Bitcoin-Resort gibt es tatsächlich. Die ganze Anlage steht schon und von den rund 400 Wohnungen sind ungefähr 160 bereits verkauft. Allerdings haben noch nicht wirklich viele Eigentümer ausschließlich in Bitcoin bezahlt. Genaugenommen bisher nur zwei, einer aus Schweden und einer aus Großbritannien. Man kann die Wohnungen nämlich auch ganz klassisch in Rubel, Pfund, Kronen oder mit Öl kaufen, denn bisher kommen die meisten Interessenten aus dem Vereinigten Königreich, Skandinavien, Russland und dem Nahen Osten.

Die Preise für ein Appartement liegen zwischen 60.000 € und 250.000 € und daran orientiert sich dann auch der jeweilige Bitcoin-Preis. Um die Wertstabilität während des Kaufprozesses abzusichern – eine Wohnung zu kaufen ist ja mitunter etwas bürokratischer und zeitaufwändiger – sichert sich die Firma mit Optionen ab.

Der große Vorteil von Bitcoin sei aber, dass sich Bitcoins sowohl international schnell transferieren als auch innerhalb kürzester Zeit in andere Währungen umtauschen ließen. Ähnlich wie die Universität von Nikosia dient Bitcoin also auch hier eher als Medium des Werttransfers denn als Investitionsgut. Ein Schelm der dabei an Schwargeld, Steuerflucht oder Geldwäsche denkt.

Ganz von der Hand zu weisen ist diese Vermutung aber nicht, denn immerhin soll The First Bitcoin Resort denjenigen eine Investitions-Option bieten, die große Gewinne mit Bitcoin gemacht haben und nun nach einer Möglichkeit suchen ihr Vermögen wertstabil anzulegen. Ob und inwieweit der Gegenwertwert der Bitcoins dabei vom neuen Appartement-Besitzer zuvor zu Hause versteuert wurde, interessiert die Firma nicht. Das ist zugegebenermaßen auch gar nicht deren Aufgabe, lässt aber vor dem Hintergrund der Eurokrise weder Zypern noch den Bitcoin so richtig gut da stehen und ist am Ende wohl Wasser auf die Mühlen der Kritiker.

Pumpen ohne Muckibude

Es gibt ja verschiedene Wege sich über die aktuellen Geschehnisse zum Thema Bitcoin und digitale Währungen zu informieren. Twitter ist auch hier ein sehr effektives Mittel und wer sich dort mal ein bisschen in der Szene umschaut, wird früher oder später auf den Begriff Pump & Dump stoßen, eine Form der Kursmanipulation, die bereits vom Aktienmarkt bekannt ist.

Dabei geht es – ganz kurz gesagt – darum durch eigene Verkäufe den Kurs zu drücken, um sich später bei einem niedrigeren Kurs wieder einzukaufen und so insgesamt die eigenen Anteile zu erhöhen oder andersherum durch eigene Ankäufe die Nachfrage zu steigern und den Preis hochzutreiben um dann im großen Stil mit Gewinn zu verkaufen. In beiden Fällen versuchen die Akteure eine Eigendynamik des Kurses zu provozieren und in der Regel sind es unerfahrene Händler, die bspw. durch Panikverkäufe die Gewinne der Dump & Pump-Initiatoren finanzieren.

Seitdem nun mehr nicht nur Bitcoins einen gewissen Wert erreicht haben, sondern auch hunderte verschiedene Altcoins mit nur wenigen Klicks an Bitcoin- und Altcoin-Börsen gehandelt werden können, lassen sich mit Pump & Dumps auch bei digitalen Währungen attraktive Gewinne erzielen. Vorausgesetzt man schafft es eine gewisse Diskretion zu bewahren.

Insofern ist es vermutlich nicht im Interesse der Pump & Dump-Profiteure, dass bunnydog auf Reddit eine exemplarische Beschreibung eines erfolgreichen Altcoin-Pump & Dumps gepostet, eine lebhafte Diskussion ausgelöst und damit wichtige Auklärungsarbeit zum besseren Verständnis undurchsichtiger Kursmanipulationen an Börsen – online wie offline – geleistet hat.

Doge Defender Episode #1: How a Pump and Dump Works – Reddit

Bildnachweis: „We got control“ Flickr-User !unite (CC BY 2.0)

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