How to steal bitcoin

Wer – wie ich – großen Wert darauf legt seine Bitcoins sicher aufzubewahren, sollte sich mit diesem hervorragenden Blogpost hier beschäftigen: How to steal Bitcoin.

Anstatt nämlich den Leser mit unzähligen Du-must-Vorschriften und allerlei semi-klugen Tipps zu überfordern, geht der Autor den elegant Weg einfach mal die theoretische Perspektive eines potentiellen Bitcoin-Diebes einzunehmen, der nach einem simplen Weg sucht die Dummheit anderer Bitcoin-User auszunutzen um schnellen Profit zu machen.

Der Leser wiederum kann so – anstatt eine öde mach-dies-nicht-mach-das-nicht-Sicherheitsbelehrung über sich ergehen zu lassen – selbst entscheiden, ob es bspw. gut ist ein eh schon unsicheres Passwort als Grundlage für den eigenen Private Key zu nehmen und das ganze auch noch bei einem zwielichtigen Online-Generator machen zu lassen. Ist natürlich ein Extrembeispiel und keiner von uns wäre einfältig genug darauf reinzufallen, oder?

Und selbst wenn nicht, lernt man beim Lesen dieses Artikels mit dem etwas anderen Dreh ganz nebenbei ein paar Fakten über die Funktionsweise von Bitcoin-Adressen, die man – Stichwort Transferwissen – mit Sicherheit auch in anderen Situationen gebrauchen kann, wenn bspw. niemand vertrauenswürdiges da ist, den man fragen kann. Denn letztlich gewinnt der, der nicht auf die Hilfe anderer angewiesen ist, sondern eigenständig die beste Entscheidung für die Sicherheit seiner Bitcoins treffen kann.

Bildnachweis: “SBC6120 and Morrow Designs terminal setup” Flickr-User vaxomatic (CC BY 2.0)

Geckos wissen, wer der Altcoin-Babo ist!

Über die Schwierigkeit der Vergleichbarkeit von Altcoins habe ich ja schon mehrfach, zum Beispiel hier und da, geschrieben. Das Problem ist nach wie vor, dass sich die Wertigkeit von Altcoins nur sehr schwer operationalisieren lässt. D.h. es gibt außer der Marktkapitalisierung (Anzahl der Währungseinheiten multipliziert mit dem Wert einer Einheit) bisher kaum feste Parameter, anhand derer die verschiedenen Coins verglichen werden können bzw. gibt es da schon ein paar Ansätze, aber wie misst man denn eigentlich die Leistungsfähigkeit einer Community, die hinter einem bestimmten Coin steht?

Diesem Problem hat sich nun www.coingecko.com angenommen. Mit Hilfe einer nachvollziehbaren Methodik sollen sich dort ab jetzt verschiedene Altcoins nach unterschiedlichen Kriterien ranken lassen:

  • Developer (Uses development activity on public source code repositories (eg. Github))

  • Community (Looks at discussions and popularity of a coin from social media and forum content (eg. Bitcointalk, Reddit)

  • Liquidity (Looks at the cryptocurrencies‘ trading activity on all major exchanges)

Das Ganze mündet dann in den sogenannten Gecko-Score, quasi der all in one-Leistungsindex für Altcoins.

Noch ist die Seite im Aufbau und vielleicht guckt da ja bald auch noch mal ein Grafikdesigner drüber, der dem Ganzen ein bisschen mehr optische Substanz verleiht, denn es steckt viel Arbeit in der Seite und das soll man ihr ruhig ansehen dürfen. Und nützlich ist der Service auch. Vor allem, wenn man sich mal ein Bild zu einem Coin machen will, der nicht in den Top 5 zu finden ist.

Es wunder mich übrigens tatsächlich, dass es bisher noch gar keinen GordonGekko-Coin gibt, eine Art Geckocoin gibt es zwar schon, der hat aber weder was mit Michael Douglas noch mit CoinGecko zu tun.

Destruktive Bitcoin-Gamification

Was genau der Advanced Bitcoin Simulator tatsächlich sein will, ist mir noch nicht ganz klar. Ich meine, was er auf den ersten Blick bietet, ist recht schnell beschrieben: Als Spieler schlüpft man in die Rolle eines unbedarften Bitcoiners, durchlebt noch einmal die Geschichte rund um Bitcoin der letzten sechs Monate und scheitert am Ende ganz kläglich, weil man auf falsche Versprechen/dubiose ASIC-Anbieter/inkompetente Bitcoin-Börsen/undurchsichtige Investments reinfällt und jeden erdenklichen Anfängerfehler macht, den man beim Thema Bitcoin machen kann.

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So weit so gut, aber was steckt nun dahinter? Was ist die Message? Künstlerische Aufklärung? Eine gamifizierte Warnung? Die Verbitterung des Programmierers? Das wird bei dem Ganzen nicht klar, denn letztlich bietet das Spiel gar keine Handlungsalternativen. Man kann als Spieler nur dumme Sachen machen, den Verstand zu benutzen ist per Regelwerk nicht vorgesehen. In solch einem Setting ist das Scheitern vorprogrammiert, der Spieler wird künstlich verdummt. Falls das beabsichtigt ist, worin liegt dann der didaktische Ansatz? Soll das Spiel einfach nur eine Bitcoin-Enthusismus-Bremse sein? Ein spielerischer Spielverderber?

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Aus seinen Fehlern lernen kann man in dem Spiel auf jeden Fall nicht, es stehen auch beim zweiten Versuch nur die selben einfältigen Handlungsoptionen zur Auswahl. Das erneute Scheitern ist unvermeidlich. Warum hier nicht einen Shut down laptop-Button als unaufdringliches zusätzliches Element einbauen? Als augenzwinkernden Hinweis, als spielerische Option dem Setting des destruktiven Bitcoin-Hamsterrades zu entkommen.

Das Spiel zeigt ja durchaus richtig intelligente Ansätze, wenn man z.B. bei dem Versuch die in Wahrheit unerreichbaren positiven accomplishments zu erfüllen, immer mehr negative sammelt, aber für einen signifikanten edukativen Mehrwert reicht das alleine nun mal nicht.

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Immerhin wurde die offensichtlich reichlich vorhandene pessimistische Kreativität für viele ironischen Anspielungen und Insider-Humor genutzt. So lohnt es sich zumindest für Spieler, die sich etwas besser mit der Bitcoin-Thematik auskennen, den Advanced Bitcoin Simulator immerhin einmal durchzuspielen.

Mein persönlicher Lieblingssatz ist ja dieser hier:

„On bitbuddychat they’re saying that a pair of wealthy twins have started investing in bitcoin. The twins are famous for having not invented social media. Their interest is seen as good news for bitcoin.“

Bitcoin-Feature mit Goldgräberstimmung

Das heutige Posting ist besonders geeignet für diejenigen unter uns, die sich noch ein bisschen vom Wochenende erholen müssen. Denn wenn es nicht unbedingt sein muss, sehe ich gar keinen Grund zu Beginn der Woche gleich alle Sinne auf einmal in Alarmbereitschaft zu versetzen. Wir fangen deshalb erst einmal nur mit den Ohren an und die Augen können noch einmal für knapp zwölf Minuten Pause machen.

Bei Radio Corax ist nämlich ein kurzes Feature erschienen, dass sich dem Thema Bitcoin auf rein hörspielerische Art nähert. Grundidee ist dabei der Vergleich vom Bitcoin-Minen mit der historischen Goldgräberstimmung Alaskas. Was mir an dieser Umsetzung besonders gut gefällt, ist, wie die Autorin ihre Geschichte auf Originaltöne aus einem alten Goldrausch-Film oder -Hörspiel gründet. Aber macht euch mit den Ohren ein eigenes Bild:

Das Feature steht übrigens unter Creative Commons-Lizenz und wer mag kann es hier herunterladen.

Bitcoin-Pioniere

Ich halte es grundsätzlich für falsch herausfinden zu wollen, wer sich hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto verbirgt. Der oder diejenigen haben sich entschieden sich der Öffentlichkeit nicht zu offenbaren und niemandem steht es zu diese Entscheidung in Frage zu stellen, so groß die Neugier auch sei. Es wäre eine andere Sitution, wenn Satoshi Nakamoto noch weiterhin aktiv und präsent wäre, dann könnte man das Interesse an ihm möglicherweise mit seinem Status als Person der Zeitgeschichte rechtfertigen, aber er hat sich zurückgezogen bevor Bitcoin auf breites öffentliches Interesse gestoßen ist und das sollte respektiert werden.

Eine gute Sache hat die Suche nach Satoshi Nakamoto jedoch. Sie sorgt dafür, dass eindrucksvolle Geschichten über herausragende Menschen entstehen und die die Leistung und das Leben der Protagonisten mit Fingerspitzengefühl, Einfühlungsvermögen und kritischem Respekt hinterfragend würdigen können. Geschichten, die ohne die Suche nach Satoshi Nakamoto niemals geschrieben worden wären.

Eine dieser Geschichten ist der vor Kurzem bei Forbes erschienene Artikel „Nakamoto’s Neighbor: My Hunt For Bitcoin’s Creator Led To A Paralyzed Crypto Genius“. Dieser erzählt nämlich viel weniger die Geschichte der Suche nach Satoshi Nakamoto (vom Finden ganz abgesehen) als die von Hal Finney, einem Kryptographie-begeisterten Computergenie, der sowohl an der Ausarbeitung von PGP wie auch unmittelbar an der Weiterentwicklung von Bitcoin in der Frühphase beteiligt war. In diesem Zusammenhang stand er damals nicht nur im engen Mailverkehr mit Nakamoto, sondern hat auch die allererste Bitcoin-Transaktion von diesem bekommen. Hal Finney als Bitcoin-Pionier zu bezeichnen ist also durchaus gerechtfertigt und ich habe selten einen persönlicheren Artikel über das doch eher trocken-technische Thema Bitcoin gelesen und das hat nichts damit zu tun, dass Hal Finney an ALS erkrankt ist, einer Krankheit, bei der man zunehmend die Kontrolle über die Muskeln verliert.

Ich überlege ja schon länger eine eigene Seite/Kategorie anzulegen, auf der ich die mit Abstand herausragendsten Bitcoin-/Altcoin-Artikel sammle. Das werd ich jetzt wohl in Angriff nehmen, denn dieser gehört dort definitiv hin.

Kurvige Kryptographie

Kryptografie ist die theoretische Grundlage von Bitcoin und jeder anderen – der Name sagt es schon – Kryptowährung. Aber verstehen zu wollen, wie sie funktioniert, ist für, ich nenn es mal, interessierte Laien nicht immer ganz einfach. Viel Mathe, sehr abstrakt, hohes Häh?-Potential.

Wer sich jedoch einmal auf Elliptic Curve Cryptography (ECC) einlässt, sich ein bisschen Zeit nimmt und eine (im Rahmen des Möglichen) verständliche Einführung hinzuzieht, der wird mit einem faszinierenden Erkenntnis-Abenteuer voller elliptischem Billard, erweiterten euklidischen Algorithmen und heimtückischen Falltüren belohnt.

Als Lektüre empfehle ich den Blogeintrag A (Relatively Easy To Understand) Primer on Elliptic Curve Cryptography des Cloudservice anbieters Cloudflare, der natürlich mit diesem Artikel auch Werbung für seine Verschlüsselungsdienstleistungen machen will, sich dafür aber alle Mühe gibt, das Thema auf ein für interessierte Laien verständliches Niveau herunterzubrechen.

Bildnachweis: „südkurve“ Flickr-User hcl (CC BY-SA 2.0)

Dogecoin Basics

Wer bisher noch keine Ahnung davon hatte, was Dogecoin ist, der wird es nach diesem Video auch nicht wissen. Aber gute Laune macht es allemal.

Und zum Verstehen von Dogecoin kann man sich ja zum Beispiel diesen Artikel bei Zeit-Online durchlesen, der das Phänomen „Dogecoin“ recht treffend zusammenfasst und dabei obendrein nützliche Verweise beinhaltet. Mein Lieblingslink des Artikels ist der zu The Verge mit seinem Doge-Meme-Portrait, die goldene Gurke für den unbrauchbarsten Link geht an einen thematisch veralteten Wired Artikel aus dem Januar. Wer die hiesige Presseschau regelmäßig liest, weiß, dass der dort beschriebene Kanye West-Parodie-Coin schon längst erfolgreich in die Bedeutungslosigkeit verklagt worden ist.

So, und jetzt gleich nochmal das Video schauen. Der Sound ist so hervorragend mistig, dass man ihn nicht mehr aus dem Kopf kriegt. Will man irgendwann aber auch gar nicht mehr.

Milton Friedman & Bitcoin

Milton Friedman gilt ohne Frage als einer der einflussreichsten Wirtschaftswissenschaftler des vergangenen Jahrunderts und war bis zu seinem Tod 2006 ein großer Verfechter des Liberalismus. Weniger Staat, mehr freier Markt, so kann man seine Devise zusammenfassen.

Wir kennen dieses Credo hierzulande von einer liberalen Partei, die nicht zu Unrecht aus dem Bundestag gewählt wurde, weil sie im Zuge permanenter Überbeanspruchung des Freiheitsbegriffs das Gefühl dafür verloren hat, wo Freiheit in Verantwortungslosigkeit übergeht. Auch Friedman ist immer wieder kritisiert worden, weil der radikal freie Markt in der Praxis eben doch nicht so richtig gut funktioniert wie in der Theorie.

Wer die Zeit hat sollte sich mal den Wikipedia-Artikel zu den Chicago Boys durchlesen, die von Friedman inspiriert vor allem in Chile wirkten und das Land als Prototypen für ihre Deregulierungs- und Privatisierungsexzesse nutzten. Heute ist Chile zwar eines der am weitesten entwickelten Länder Lateinamerikas, aber das vor allem auf Kosten sozialer Gerechtigkeit, wie jahrelange Studentenproteste gegen zu hohe Studiengebühren exemplarisch zeigten.

Das wirklich Spannende ist nun aber, dass Friedman Bitcoin als logische Konsequenz des Internets vorhergesagt hat und zwar – was die positiven wie negativen Eigenschaften angeht – sehr detailliert.

Kennen konnte Friedman Bitcoin in der Form nicht nicht, er starb zwei Jahre bevor Satoshi Nakamoto sein Whitepaper veröffentlichte, allerdings gab es auch schon zu Friedmans Lebzeiten diverse E-Money-Ansätze.

CoinDesk hat ebenfalls einen aufschlussreichen Artikel zu Friedmans Bitcoin-Prognose veröffentlicht, der mir in der Summe aber ein klein bisschen zu Pro-Bitcoin ausfällt, denn letztlich muss man sich ja schon die Frage stellen, inwieweit unregulierte Kryptowährungen zwar in der Theorie ganz gut funktionieren, ob es nicht doch aber Aspekte gibt – Stichwort soziale Verantwortung – die gesamtgesellschaftlich besser funktionieren, wenn sie koordiniert werden.

How Economist Milton Friedman Predicted Bitcoin – CoinDesk

Bildnachweis: „Milton Friedman“ von Flickr-User ellenm1 (CC BY 2.0)

Fancy Kursrechner

Der Cryptonator möchte genau das sein, was man bisher in der Regel nur mit einer gut sortierten Lesezeichensammlung und ordentlich Copy & Paste  geschafft hat: Ein verlässlicher Kursumrechner. Und zwar nicht nur für Bitcoin und Dollar, sondern für etliche Krypto- und (bisher) vier Fiatwährungen: Euro, Dollar Yuan und Rubel.

„Cryptonator is synchronized with all the major exchanges and calculates the most accurate and precise cryptocurrency exchange rates.“

Wichtig hinsichtlich Transparenz und Validität wäre es allerdings, wenn man auch nachvollziehen könnte, welche Börsen das denn eigentlich sind und auf Grund welcher Kriterien. Ansonsten aber ein hilfreiches Tool, die bewährte Lesezeichensammlung sollte man aber deswegen noch nicht gleich löschen.

Aktuelles, Kritisches und Hintergründiges zu Bitcoin, Blockchain und Crypto-Kultur