Mind-Blowing-Bitcoin-Speech

Auf der diesjährigen DLD Conference gab es ein Panel mit dem Namen Bitcoin: Money Sans Frontieres.

Im Mittschnitt sind vier sehr interessante Kurzvorträge plus Gruppendiskussion zu sehen, die zwar leider meist ohne die Präsentationsfolien abgefilmt wurden, aber einen sehr interessanten Einblick in die Bitcoin-Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln geben. Zum Beispiel aus dem argentinischen, wenn man sich Gedanken über die finanzielle Zukunft der eigenen Kinder macht.

Wer keine Stunde Zeit hat sich das ganze Video anzuschauen, dem empfehle ich zum Vortrag von Johann Gevers bei Minute 36 zu springen, der bei mir mit seiner Rede einen echten Mind-Blow-Effekt ausgelöst hat. Er erweitert nämlich den Betrachtungshorizont und ordnet Bitcoin in einen viel größeren gesamtgesellschaftzlichen Prozess ein, in dem künstliche, fehleranfällige, zentralistische Strukturen in Politik und Wirtschaft dank dezentraliserter Energieerzeugung, dezentraler Produktion und eben dezentralem Finanzsystem überwunden werden können.

Nun habe ich endlich auch verstanden, warum die Erfindung des massentauglichen 3-D-Druckers ebenso wie die des Bitcoins ein ebenso brillianter wie relevanter Meilenstein für die freie Gestaltung unserer Zukunft ist.

Bei Minute 54:13 enthüllt im Übrigen Satoshi Nakamoto seine wahre Identität. Überraschung: Er ist Deutscher und kann tatsächlich nicht so gut mit Worten umgehen. Und leider teilt er das Schicksal jedes großen unbekannten Heldens. Keiner glaubt ihm. Er hätte also auch sagen können er sein Batman.

Satoshi Wer?

Die Kollegen von Vice haben einen sehr lesenswerten Artikel online, der dem Bitcoin-Erfinder-Phantom Satoshi Nakamato nachspürt. Ob es nun immer ein und dieselbe Person war, die unter dem Pseudonym in Newsgroups und Foren aktiv war, ist auch aus den gesammelten Zitaten nicht eindeutig herauszulesen. Immerhin lassen diese aber Rückschlüsse auf die politische Motivation Satoshis zu. Er ist wohl kein Anarchist, aber zutiefst enttäuscht von der Ungerechtigkeit einer Politik, die sich willfährig von einem maroden Finanzsystem in Geiselhaft nehmen lässt.

Nehmen wir mal an das stimmt so, dann ist Satoshi in jedem Fall ein positives Beispiel und politisches Vorbild, dass sich nicht mit Missständen zufrieden gibt, sondern im Rahmen seiner Möglichkeiten aktiv wird. Und wenn man eben, so wie er es von sich behauptet, besser mit Code als mit Worten umgehen kann, dann erschafft man so etwas einfaches wie Bitcoin. Denn, falls man seinen vermeintlichen Zitaten Glauben schenkt, widmet sich Satoshi mittlerweile „komplexeren Aufgaben“. Was eine Ansage.

Die Statements des rätselhaften Bitcoin-Schöpfers Satoshi
Nakamoto
– Vice

Bitcoin Infografik

Grundlagenwissen für alle, die sich selbst eher zu den visuellen Typen zählen, aber keine Lust auf Erklärvideos haben. Die Zahlen sind wie immer mit Vorsicht zu genießen, weil schon ein knappes Jahr alt. Wer kein Tablet nutzt, klickt zweimal aufs Bild um es zu vergrößern.

Bitcoin 101: The Digital Currency Revolution

via Online Accounting Degree Programs

Die internationale Bitcoin-Gretchenfrage

Bitcoin ist eine sehr junge Währung und ihre steigende Popularität zwingt uns unsere auf dem bestehenden Finanzsystem basierende Definition von Geld zu überdenken. Das ist leichter gesagt als getan, denn jedes Land nutzt sein hoheitliches Recht, Bitcoins nach eigenem Ermessen zu bewerten. Ist der Bitcoin eine Währung, ein Handelsgut oder etwas ganz anderes? Ist es legal Bitcoins zu minen, sie zu besitzen oder damit zu handeln? Schon bei diesen grundlegenden Fragen herrscht internationale Uneinigkeit.

Das ist umso problematischer, weil es ja gerade eine der viel beworbenen Eigenschaften von Bitcoin ist, dezentral und unabhängig von Ländergrenzen und hoheitlichen Definitionsansprüchen zu fungieren. Zumindest im Idealfall. Ob der aber jemals erreicht werden kann, darf bezweifelt werden.

Bis dahin sammelen Zachary Taylor und Marc Nickel zum Glück für uns auf BitLegal in einer übersichtlichen Karte und Ampelfarben die Positionen und öffentlichen Bewertungen der einzelnen Staaten. Sofern sie denn bisher schon Position bezogen haben.

Island ist beispielsweise rot, weil dort der Besitz und der Kauf von Bitcoins aus Eurokrisen-Bankenpleite-Gründen verboten ist. Lustigerweise ist es aber erlaubt, Bitcoins zu minen und zu verkaufen, denn so käme ja Geld auf die Insel. Logisch, oder?

Ab ins Bitcoin-Ressort!

Darüber, dass Zypern in Sachen Bitcoin ambintioniert ist, habe ich ja schon geschrieben. Das darf man zurecht auch kritisch sehen. Hier nun aber nun ein konsequentes und gleichzeitig irgendwie auch verstörendes Beispiel dafür, dass sie es wirklich ernst meinen:
The First Bitcoin Resort

Schon ab nur 120 Bitcoins gibt es Garten-Appartments mit Pool oder voll ausgestattete Penthouse-Suiten mit Whirlpool und Grillecke auf dem Dach. Gut, Golf spielen müsste ich erst noch lernen, damit ich mich nicht langweile, aber Meerblick und der Yachthafen um die Ecke sind schon ganz nett. Am besten finde ich jedoch den Slogan A Resort for Bitcoiners to Spend Their Summers Together. Zitat von der Website:

„Use the bitcoins you have to buy a place to spend your summers on the beach with other Bitcoin enthusiasts, in a vivid community that will create Bitcoin hackathons and brainstorming sessons while drinking margaritas on the beach.“

Das klingt so strange, gerade deswegen würde ich mir das glatt gerne mal anschauen. Ich fürchte allerdings meine Bitcoin-Reserven reichen dafür noch nicht ganz. Das Angebot läuft nämlich nur noch bis Ende März.

Kundenfreundliche Mining-Hardware

Neulich habe ich zu einem Artikel gebloggt, dass die Bitcoin-Mining-Hardware-Hersteller sich ihre Geräte über Pre-Order finanzieren lassen, also das Geld von den Kunden einsammeln, noch bevor die Hardware überhaupt entwickelt wurde. Hier nun das kundenfreundliche Gegenteil.

Im Interview mit dem Bitcoinmagazin erzählt Filip Pawczyński, polnischer Bitcoin-Enthusiast und verantwortlich für den Anbieter cryptostore.io, der den Bi•Fury USB-Miner vertreibt, warum sie sich (sehr sympathisch!) gegen Pre-Order entschieden haben und lieber die Geräte auf Vorrat produzieren um sie direkt an die Kunden versenden zu können.

Das Interview ist darüber hinaus auch sehr spannend, weil es Einblicke in die polnische Bitcoin-Bewegung gibt. Ein thematischer Blick in Nachbarland, der lohnt.

Um mal einen Eindruck von den Bi•Fury USB-Miner zu geben: dieses Video zeigt die polnische unit testing facility. Die Kompaktheit der Miner ist beeindruckend, aber die Lüfter sind laut. SEHR, SEHR LAUT!

„Es ist eine Illusion die Banken abschaffen zu können“

Kritische Fragen zum Thema Bitcoin haben die Moderatoren der Sendung Breitband bei Deutschlandradio Kultur gestellt, kritische Antworten haben sie bekommen. Denn der Informatikprofessor Raúl Rojas, der sich schon seit den Neunzigern mit digitalen Währungen beschäftigt, zeichnet im Interview ein ziemlich ernüchterndes Bild von Bitcoins.

Seiner Meinung nach hätten CyberCash und Digicash bereits in den Neunzigern bessere Algorithmen und Protokolle benutzt als Bitcoin heute. Sie seien damals aber von Banken ins Leben gerufen worden, nicht von „Idealisten“. Insgesamt sieht er in Bitcoins zwar einen interessanten Ansatz, sie würden aber definitiv nicht das Zahlungsmittel der Zukunft, sondern seien längst zum Spekulationsobjekt geworden.

Ich persönlich finde es wichtig sich auch mit den kritischen Tönen zum Thema Bitcoin auseinanderzusetzen. Viel zu oft und gerne werden die Schattenseiten, von denen keiner behaupten kann, dass es sie nicht gebe, ja ausgeblendet.

Den ganzen Beitrag kann man entweder direkt hier nachhören oder auf der Seite von Breitband.

Bitcoin visualisiert. Kritisch und in 3-D

Es gibt ja dieses eine Bitcoin-Erklärvideo, das auf fast jeder Seite auftaucht, die Bitcoins in irgendeiner Weise erklären will. Und das ist auch in Ordnung, weil kurz, übersichtlich und schön gemacht.

Duncan Elms zeigt jedoch, dass es sich durchaus lohnen kann, sich im Web nicht nur auf ein einziges Erklärvideo zu stützen. Seine Variante ist nämlich nicht nur optisch eine Stufe anspruchsvoller, sondern geht auch auf Themen ein, die im Standard-Video nicht auftauchen: Darknet und Silk Road, Hackerangriffe auf Mt.Gox oder den Einfluss, den allein die Existenz von Bitcoin auf unsere Wahrnehmung von „Geld“ hat.

Zwei kleine Nachteile hat das Video jedoch. Einige der Informationen sind nicht mehr ganz aktuell (es werden bspw. nur noch 25 statt 50 BTC ausgeschüttet) und an manchen Stellen ist es so schön anzusehen, dass man Gefahr läuft erst sich selbst in den Bildern und anschließend den thematischen Anschluss zu verlieren. Aber dann drückt man eben den Replay-Button.

Bitcoin: Mal ganz einfach gefragt

Man kann von dem journalistischen Format Jung und Naiv halten, was man mag. Ich persönlich glaube ja, dass es sich durchaus lohnt, Menschen auch mal ausreden zu lassen, aber da gehen die Meinungen offensichtlich ein bisschen auseinander.

Ungeachtet dieser Frage stellt Tilo Jung zum Thema Bitcoin auch ein paar von denen, die sehr naheliegend sind für jemanden, der überhaupt keine Ahnung von digitalen Währungen hat. Einfach so aus dem Bauch heraus. Kann man sich anschauen, denn weitergehende Informationen findet man anschließend ja glücklicherweise auch im Netz.

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