Millionenschwere Schattenminer

Auf Format.at ist ein sehr lesenswerter Artikel erschienen, der das Bitcoin-Minen und die Industrie, die mittlerweile um diese „Modeerscheinung“ gewachsen ist, kritisch unter die Lupe nimmt.

Dass der Ottonormal-User heute keinen (großen) finanziellen Gewinn mehr macht, wenn er jetzt noch mit schmalem Budget ins Mining-Business einsteigt, ist ein offenes Geheimnis. Wer jedoch auch weiterhin an der Mining-Euphorie sehr gut verdient, sind die ASIC-Chip- und Geräte-Hersteller. Noch bevor sie ihre Mining-Werkzeuge überhaupt hergestellt und getestet haben, verkaufen manche von ihnen diese schon vorab per Pre-Order an die gutgläubigen Privat-Miner, die ihrerseits auf mehr Rechenleistung und ein bisschen mehr vom Bitcoin-Kuchen hoffen. Allein durch diese Pre-Orders sammeln die Hersteller Millionenbeträge ein.

Besonders spannend ist der Artikel jedoch, weil er noch einen logischen Schritt weiter geht und implizit die Frage stellt, warum die Hersteller der Chips nicht einfach selbst nach Bitcoins minen, wenn sie schon die entsprechende Technik entwickeln. Immerhin wären sie ja die ersten, die von neuen, noch effizienteren und leistungsfähigeren Minern profitieren würden noch bevor die breite Masse an Hobby-Minern die Rechenleistung und den Schwierigkeitsgrad des Bitcoin-Netzwerks mit neuen Geräten in die Höhe treibt?

Die wenig überraschende Antwort: Natürlich gibt es schon längst  solche Unternehmen, die wie Hedgefonds möglichst unbemerkt und von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen ihr eigenes hochspezialisiertes Mining-System entwickeln. Vermutlich arbeitet nicht nur das ominöse US-Unternehmen 21e6 an solch einer hochspezialisierten Mining-Anlage bzw. „Gelddruckmaschine“. Die Indizien, die der Artikel zusammenträgt, legen diese Vermutung zumindest nahe.

Sollte das stimmen, stellt sich jedoch sofort eine Frage: Was passiert mit dem Netzwerk, wenn einzelne Super-Miner unbemerkt die Rechenleistung so stark bündeln, dass sie die Integrität des Netzwerkes mit einer 51%-Attacke korumpieren könnten?

Link: Format.at – Bitcoin-Miner – Auf der Suche nach dem virtuellen Gelddrucker

Open Coinmap

Wer schon immer wissen wollte, wo er eigentlich seine ganzen  Bitcoins (BTC) und/oder Litecoins (LTC) ausgeben kann, der sollte sich die Seite www.coinmap.org als Lesezeichen speichern.

Auf der Karte werden alle Geschäfte angezeigt, die mindestens eine der beiden digitalen Währungen akzeptieren und über Geschäfts- oder Ladenräume verfügen, die man als Kunde besuchen kann. Das schließt zwar den Großteil aller Bitcoin-/Litecoin-Anbieter aus, denn es liegt in der Natur der Sache, dass die meist nur im Netz zu finden sind, macht die digitalen Währungen im Gegenzug aber sehr viel „Real-Life“-tauglicher und auch nutzerfreudlicher, wenn nicht ständig Links zu dubiosen Online-Bitcoin-Casinos pop-upen und werbeflimmern.

Mehr als 2500 BTC-Läden (ca. 220 LTC-Läden) sind weltweit schon in die Karte eingetragen und da das Ganze auf OpenStreetMap basiert, kann auch jeder neue Geschäfte und Läden in die Karte eintragen.

Bitcoin: Spekulationen und Steuern

Als sogenanntes „privates Veräußerungsgeschäft“ sind nur 600 Euro Gewinn aus dem Handel mit Bitcoins und anderen digitalen Währungen steuerfrei, wenn die Coins innerhalb eines Jahres wieder verkauft werden. Gehen die Gewinne darüber hinaus, muss für die gesamten Spekulationsgewinne Einkommenssteuer gezahlt werden.

Wer also im großen Stil mit Bitcoins spekulieren will, sollte überlegen ob und inwieweit sich vielleicht ein langfristiges Investment mehr auszahlt. Denn behält man die Bitcoins länger als ein Jahr entfällt diese Regelung. Zumindest theoretisch, denn bisher sind viele Fragen zur Besteuerung von Bitcoin-Transaktionen noch nicht gelöst.

Christian Ollick fast die steuerlichen Folgen von Bitcoin-Transaktionen bei haufe.de zusammen.

Studieren per Bitcoin

Die Meldung, dass die Universität Nikosia Studiengebühren künftig auch in Bitcoin akzeptieren wird, ging bereits letzte Woche durch die Ticker.  Für das ZDF-Blog Hyperland und heute.de habe ich die Ambitionen der Zyprioten nun noch einmal zusammengefasst und eingeordnet.

Denn die Uni will Bitcoins nicht nur als Zahlungsmittel nutzen, sondern bietet ab diesem Frühjahr auch einen M. Sc. Digital Currencies an, der den Einfluss von Digitalen Geldsystemen auf den Alltag untersuchen und begleiten soll. Langfristiges Ziel der Zyprioten ist es nicht nur einen Bitcoin-Wirtschaftscluster zu bilden, sondern zu einem zentralen internationalen Finanz- und Handelszentrum für Bitcoin zu werden. Das ist insofern spannend, als dass Zypern ja wegen der Euro-Krise noch immer unter dem Euro-Rettungsschirm ESM steht und vergangenes Jahr mit zehn Milliarden Euro gestützt werden musste.

Erste Bitcoin Verlust-Versicherung

Das Londoner Start-up Elliptic bietet sogenannte Digital Currencies Services an, darunter nun mit dem elliptic vault den ersten Versicherungsschutz für Bitcoins. Wer Angst vor Cyperattacken, Diebstahl oder anderweitigem Verlust hat, kann seine Bitcoins gegen Gebühr im digitalen Tresor des Unternehmens einlagern. Bei Verlust werden die Bitcoins dann durch eine Versicherung ersetzt, die für die Regulierung den Bitcoin-Dollarkurs zum Zeitpunkt der Schadensmeldung zu Grunde gelegt. Ganz im Sinne der Bitcoin-Idee, bieten die Briten ihren Tresor-Service nicht nur für die Insel, sondern weltweit an.

Mehr Informationen:
Link: BBC – Bitcoin vault offering insurance is ‚world’s first‘
Link: Futurezone – Bitcoin-Safe mit Versicherung gestartet
Link: RT – ‘Deep cold storage’ vault created for virtual currency bitcoin

„Bitcoin wird seine Nische finden“

Rainer Böhme, Professor am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Münster erklärt im Interview mit dem Deutschen Anleger Fernsehen den aktuellen Hype um Bitcoins.

Sein Fazit: Bitcoin wird seine Nische finden, sich aber nicht massenhaft verbreiten. Allerdings habe die Idee der dezentralen Kontrolle durch Kryptologie bei Währungen und anderen virtuellen Transaktionssysteme eine große Zukunft.

Das ganze Interview kann man Deutschen Anleger Fernsehen nachhören bzw. -sehen, wobei ich die unter das Telefoninterview gelegten Videoschnipsel und Standbildfahrt absolut albern finde. Geht sowas wirklich auf Sendung?

Bitcoin: Die Grundlagen

Bei Dradio Wissen gibt Andreas Noll in einem Gespräch einen sehr anschaulichen Überblick zum Thema Bitcoin. Vom Grundprizip über Anwendungsmöglichkeiten bis hin zu Kritik und den aktuellen Stand der Diskussion.

Der Beitrag ist vom Mai 2013, deshalb stimmen die Zahlen, gerade was die aktuellen Kurse angeht, heute natürlich nicht mehr. Ein sehr interessanter Beitrag ist es dennoch und vor allem gut für den grundsätzlichen thematischen Einstieg.

Nachhören kann man den Beitrag auf der Seite von DRadio Wissen.

Bitcoins aus dem NES

Es ist mit Sicherheit nicht effektiv, auf einer alten Nintendo- Spielekonsole von 1985 Bitcoins zu minen, aber schön zu wissen, dass es geht und dass es Leute gibt, denen es beim Bitcoin-Minen nicht nur um Effektivität geht. Außerdem gibt es dafür ja den SNES.

Was dem Nintendo-Miner aber definitiv bisher fehlt, ist ein Bildschirmschoner auf dem Super Mario analog zum Mining-Prozess solange gegen virtuelle Blöcke springt, bis irgendwo ein Bitcoin rauskommt. Das wäre ohnehin eine schöne Idee für die nächste Miner-Generation. Gamification trifft Bitcoin: Mining-Mario!

via RetroMiner

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