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Global Cryptocurrency Benchmark Study

Es kommt bei mir selten vor, dass Tabs so lange in meinem Browser offen bleiben, wie der zur ersten Global Cryptocurrency Benchmark Study. Denn normalerweise verlieren die Inhalte im Crypto-Ökosystem schnell an Aktualität und alsbald lohnt es dann (oftmals leider) nicht mehr einen Beitrag zu schreiben.

Zahlen zu Bitcoin, die es nirgendwo anders gibt

Bei der Global Cryptocurrency Benchmark Study ist das anders. Die wurde zwar bereits in der ersten Jahreshälfte 2017 veröffentlicht und damals auch hier und da auf Blogs und Newsseiten erwähnt. Insgesamt hat jedoch noch nicht die Beachtung gefunden, die sie eigentlich verdient hat. Denn wer sich für das Bitcoin-Ökosystem als Ganzes interessiert, findet hier gleich eine ganze Reihe fundierter Zahlen, die es nirgendwo anders gibt.

employes in cryptocurrency
Angestellte in Krypto-Unternehmen (S. 23)

So bietet die Studie z. B.  Zahlen zu Arbeitsplätzen (S. 23), denen zufolge mindestens 1876 Menschen bereits Vollzeit in der Krypto-Industrie arbeiten. Die meisten davon in Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum, die wenigsten mit 29 in Afrika.

Statistik ohne Marketing-Verzerrung

Auch die Anzahl der Menschen, die Kryptowährungen benutzen, ist eine elementare Frage, auf die es bislang aber keine verlässliche Antwort gibt. Kann es in einem dezentralen System auch gar nicht geben. Die Daten der Studie lassen aber zumindest begründete Schätzungen zu und das ist in diesem Falle besser als nichts. Zwischen 2,9 und 5,8 Millionen schätzen die Autoren (S. 25).

Diese Zahl mag überraschen, wenn schon einzelne Wallet-Anbieter wie blockchain.info im vergangenen November die 10 Millionen Wallets-Marke überschritten (aktuell sogar mit knapp 17 Millionen). Genau deswegen ist diese Studie aber so wichtig, denn sie trennt Statistik und Marketing und versucht so ein realistischeres Bild des Krypto-Ökosystems zu zeichnen und ist damit u. a. für Journalisten eine relevante Quelle.

Global Cryptocurrency Mining Map (S. 93)

Auch der Themenkomplex Mining ist aufschlussreich. Insbesondere die Mining Map ist dabei interessant. Denn hier werden globale Mining-Locations anhand der Faktoren Internetgeschwindigkeit, Klima und Stromkosten verglichen.

Vorsicht vor zu schnellen Schlüssen

Natürlich kann man kritisieren, dass auch diese Studie, so sehr sie sich auch bemüht, belastbare Zahlen zu erarbeiten, doch auch an der Herausforderung der Dezentralität scheitert. Denn ein Wert von knapp 2000 Vollzeit-Arbeitsplätzen, die weltweit in der Krypto-Industrie geschaffen wurden, ist nicht nur mengenmäßig ein Witz, sondern verleitet auch dazu, all die statistisch nicht Erfassten bzw. Erfassbaren zu vergessen. Ich selbst befasse mich bspw. durchaus nahezu Vollzeit mit Bitcoin ohne statistisch aber als bitcoinvollzeitbeschäftigt zu gelten. 90 Prozent der Menschen, die ich im Bereich Bitcoin kenne, geht es vermutlich ähnlich. Man muss daher auch die Daten der Global Cryptocurrency Benchmark Study kritisch lesen.

Nichtsdestotrotz ist sie jedoch eine enorme Bereicherung für alle, die auf der Suche nach fundierten Erkenntnissen über das Phänomen Bitcoin sind. Zumal geplant ist, die Studie regelmäßig zu wiederholen und ich gehe davon aus, dass schon die nächste noch viel mehr interessante und bisher schlichtweg nicht erhobene Informationen liefern wird.

 

#BTCM – Blockchain-Konferenz & Meetup in Essen

Vor einiger Zeit hatte ich bereits über das BlockchainHotel in Essen berichtet, nun steht auch das Programm für die angekündigte Konferenz, das Blockchain Tech Crypto Meetup am 15. und 16. September, online.

Der Name ist zwar etwas sperrig, aber nicht ohne Grund gewählt. Zum einen wollten die Veranstalter wohl gerne BTC ins eigene Akronym integrieren. Zum anderen soll der Name die Ausrichtung klar machen. Denn diese Meetup-Konferenz richtet sich nicht nur an Business-People, sondern soll auch der breiten Community eine Chance geben, sich mal wieder zu treffen und auszutauschen. Idealerweise kommt es zu einer Durchmischung, von der alle profitieren.

Business meets Crypto-Szene

Insofern eröffnen Programm und Location zum einen Raum für ein großes Klassentreffen der hiesigen Bitcoin- und Kryptowährungs-Szene. Zum anderen geht es um konkrete Inhalte für Einsteiger und Fortgeschrittene und hierbei wird es dann auch international. Wobei mich in diesem Zusammenhang ganz besonders freut, dass ein bemerkenswert großer Programmteil von afrikanischen Speakern abgedeckt wird. Das scheint mir wirklich ein Alleinstellungsmerkmal und ist vor allem für mich als Journalist besonders interessant.

Ich werde jedenfalls auch vor Ort sein und wer ebenfalls kommen will, kann sich 10 Prozent des Ticketpreises sparen, wenn er/sie den Couponcode „COINSPONDENT“ benutzt.

Warum „private Blockchains“ Unfug sind

Ich habe einiges Feedback auf meinen letzten Beitrag bekommen, in dem ich Daimler und die LBBW als Könige des Blockchain-Bullshit-Bingo bezeichnet habe. Manche waren dankbar dafür, dass ich so deutliche Worte gefunden habe, andere haben nachgefragt, was genau denn an „privaten Blockchains“ so schlimm wäre.

Da ich davon ausgehe, dass sich noch viele andere diese und ähnliche Fragen stellen, hier noch einmal eine etwas ausführlicher Erklärung, warum „private Blockchains“ ein Widerspruch in sich selbst und damit Unfug sind.

Die Blockchain ist eine Speziallösung

Zunächst ist es wichtig, sich Folgendes zu vergegenwärtigen:

Die Blockchain ist eine ganz spezielle Form einer verteilten Datenbank. Verteilte Datenbanken an sich sind wierum nichts Neues, sondern ein seit Jahrzehnten bewährter und elementarer Bestandteil der IT. Verteilte Datenbank haben bislang jedoch eine wichtige Eigenschaft: Es gibt immer eine zentrale Institution, die sie betreibt, verwaltet und letztlich die Verantwortung für die enthaltenen Daten trägt.

Das kann zum Beispiel eine Bank sein, die ihre Daten aus Sicherheitsgründen nicht auf einem einzigen Server speichert, sondern auf mehreren, räumlich voneinander getrennten. Fällt ein Rechenzentrum aus, kann der Betrieb so im Prinzip dennoch reibungslos aufrecht erhalten werden. Fällt jedoch die Bank selbst als zentrale, den kompletten Datensatz verantwortende Institution aus, dann sind auch alle Daten davon betroffen.

Genau in diesem Punkt unterscheidet sich die Blockchain. Denn es ist die erste und bislang einzige Form einer verteilten Datenbank, die ganz ohne zentrale Betreiber-Institution auskommt. Also ohne Bank. Das hat viele Vorteile. Einer ist zum Beispiel die erhöhte Sicherheit und Verlässlichkeit der Daten. Denn es gibt nicht nur eine (zentrale) Instanz, die die Datenbank betreibt, sondern deren Organisation ist auf tausende gleichberechtigte Teilnehmer verteilt.

In diesem Netzwerk verliert der Einzelne ganz bewusst an Bedeutung. Weder kann er gegen den Konsens aller die Daten willkürlich bearbeiten, dafür bleibt deren Integrität aber auch gewährleistet, fällt er (oder hunderte andere mit ihm) aus. Daraus folgt auch: Je größer und dezentraler das Netzwerk, das die Blockchain betreibt, desto sicherer sind die Daten darin.

Dezentralität lohnt, hat aber auch ihren Preis

Um nun zu verstehen, warum „private Blockchains“ Unsinn sind, ist es wichtig, sich klar zu machen, dass die herausragenden Eigenschaften der Blockchain (Ausfallsicherheit, Nicht-Manipulierbarkeit, Dezentralität etc.) natürlich auch ihren Preis haben. Denn verglichen mit anderen verteilten Datenbanken ist die Blockchain extrem langsam, hat eine enorm begrenzte Kapazität und ist unglaublich verschwenderisch in Bezug auf Ressourcen wie Energie und benötigte Rechenleistung. Darüber hinaus sind alle Daten in der Blockchain für jedermann offen einsehbar.

Das ist jedoch nicht optional, sondern Grundbedingung, dass die Blockchain überhaupt funktioniert. Würde man Daten in der Blockchain irgendwie auf „privat“ setzen, würde das das gesamte System ad absurdum führen. Denn die Daten in der Blockchain sind nur dann sicher und vertrauenswürdig, wenn jeder Netzwerkteilnehmer sie gleichberechtigt auf Richtigkeit überprüfen kann. Das ist nun einmal der Preis, den man beim Einsatz der Blockchain zu zahlen hat. Und er ist nicht verhandelbar.

Dafür bekommt man im Gegenzug aber zum Beispiel mit Bitcoin ein staaten-, banken- und grenzenloses Geld, das nicht zensierbar ist und dessen Vorteile gegenüber den oben genannten Nachteile offenbar überwiegen.

Als Zwischenfazit lässt sich daher festhalten: Die Blockchain ist eine sehr spezielle Form einer verteilten Datenbank, die keine zentrale Institution benötigt. Das macht sie enorm innovativ und – siehe Bitcoin – für bestimmte Anwendungen sehr erfolgreich. Allerdings bringt die Blockchain auch Eigenschaften mit sich, die sie nicht für alle Anwendungen zur idealen Lösung machen. Denn sie ist vergleichsweise langsam, ressourcenhungrig und bietet nur Platz für wenige Daten. Zudem geht es nicht ohne Transparenz. Das sind die Eigenschaften, die die Blockchain ausmachen und sie können nicht einfach so verändert werden.

Eine Blockchain ist kein Wunschkonzert

An dieser Stelle wird nun deutlich, warum „private Blockchains“ so widersinnig sind. Denn die Blockchain einzusetzen, lohnt nur, wenn man ihre Vorteile auch voll zu nutzen weiß: Offenheit, Dezentralität, Transparenz der Daten etc.

Baut man hingegen, wie die Daimler-LBBW-„Blockchain“-Lösung, eine in sich abgeschlossene Datenbank, um genau das Gegenteil zu erreichen – zentrale Kontrolle über die Daten und beschränkter Zugriff darauf – stellt sich die Frage, warum eine Blockchain hierfür die optimale Lösung sein sollte? Immerhin holt man sich dadurch all die Nachteile ins Boot (langsame Geschwindigkeit, hoher Ressourcenbedarf, begrenzte Kapazität) ohne aber die Vorteile zu nutzen, die eine offene Blockchain ermöglicht. Zumal die Sicherheit der Daten in einem sehr kleinen Blockchain-Netzwerk eben auch sehr klein ist.

Kurzum: Egal welches Problem –  eine „private Blockchain“ ist immer die schlechteste Wahl. Denn will ich etwas privat und zentralisiert machen, sind „klassische“ Datenbank-Lösungen effizienter, billiger und sicherer. Will ich mir hingegen die Vorteile einer offenen, dezentralen Lösung wie der Blockchain zu eigen machen, muss ich mich mit ihren Eigenschaften arrangieren.

Sollten Banken die Finger von der Blockchain lassen?

Bleibt die Frage, inwieweit es trotzdem sinnvoll sein kann, wenn Banken mit der sogenannten „Blockchain-Technologie“ experimentieren. Ich halte das für sehr sinnvoll, insbesondere wenn das Ergebnis ist, dass die Blockchain in vielen Fällen eben nicht das geeignete Werkzeug ist, sondern möglicherweise eine andere, Blockchain-inspirierte Lösung.

In jedem Fall gilt es aber solch ein Blockchain-Bullshit-Bingo zu vermeiden, wie es Daimler und die LBBW fabriziert haben. Sich das Ethereum-Protokoll zu nehmen, es auf einer privaten Instanz laufen zu lassen und dann zu behaupten man hätte die Blockchain genutzt, ist in etwa so zutreffend, wie wenn man sich Laufschuhe ausleiht, diese einmal zu Hause anzieht und dann behauptet einen Marathon gelaufen zu sein. Kann man machen, ist aber eben …

Abschließender Hinweis

Im Sinne der Argumentation habe ich in diesem Text einige Punkte vereinfacht.

Daimler und die LBBW, Könige des Blockchain-Bullshit-Bingo

Letzte Woche haben Daimler und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) eine Pressemitteilung mit dem Titel herumgeschickt: „Daimler und LBBW setzen erfolgreich Blockchain bei Schuldschein-Transaktion ein“.  „Holla!“, soll man da wohl denken, „da sind ist aber zwei Unternehmen ganz auf der Höhe der Zeit!“

Blöd nur, dass beide Unternehmen tatsächlich überhaupt nichts mit einer Blockchain gemacht haben, sondern sich vielmehr mit ordentlich Kapital im Rücken zu den Königen des Blockchain-Bullshit-Bingos krönen.

Weder Daimler noch die LBBW haben die Blockchain verstanden

Denn auf die kritische Nachfrage hin, wo ich auf der angeblich verwendeten Ethereum-Blockchain denn besagter Schuldschein-Smart Contract zu finden sei, kam die wenig überraschende Antwort: „Es handelt sich in der Tat um eine private Blockchain. Für das Pilotprojekt haben wir eine private Blockchain gewählt, da diese eine höhere Sicherheit bietet, während wir gleichzeitig komplette Kontrolle über das Netzwerk behalten.“

Übersetzt heißt das: Um einen Schuldschein zu verwalten haben die LBBW und Daimler eine extrem ineffiziente interne Datenbank aufgesetzt, die keinen einzigen Vorteil von dem mit sich bringt, den eine echte Blockchain bietet, sondern nur letztlich nur alle Nachteile. „Hooray! Glückwunsch!“ Man braucht nicht viel Fantasie um zu erraten, wie die Karriere dieses „Prototypen“ wohl verlaufen wird.

Blockchain-Bullshit-Bingo zur Täuschung der Öffentlichkeit

Das alles wäre nicht ganz so schlimm, wenn solcherlei Tests (obwohl die Ergebnisse vorab durchaus erwartbar sind) intern durchführt und auswertet werden und man fern der Öffentlichkeit in einem Lernprozess seine Schlüsse daraus zieht.

Peinlich wird es jedoch, wenn man auf ganz dicke Hose macht und die eigene Verirrtheit mit solch stolzgeschwellter Brust nach vorne trägt, wie es Daimler und die LBBW mit folgendem Promovideo machen.

Dabei ist es nicht nur drollig, zu sehen, wie die Unternehmensvertreter ihrer absolut authentischen Begeisterung für „Blockchain“ eloquent und vollkommen ungeskriptet Ausdruck verleihen. Es ist auch bemerkenswert, wie viel Geld in die Hand genommen wird, um die Öffentlichkeit in voller Absicht zu täuschen.

Denn die Frage, die sich beim Anschauen und Fremdschämen zwangsläufig stellt ist: Für wie dumm halten die Macher eigentlich die Leute, für die dieses Video gedacht ist? Mehr Blockchain-Bullshit auf so wenig Raum unterzubringen, ist jedenfalls kaum möglich´und erfordert einiges an Vorsatz.

Blockchain kills the video star

Aber was will man erwarten von Unternehmen, in denen mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Erfindung de Internets zur Abwicklung des Geschäftsbetriebs nach eigener Aussage noch immer Fax-Bestätigungen nötig sind.

Dass Bitcoin und die Blockchain erschaffen wurden, um genau solche Institutionen letztlich obsolet zu machen, entbehrt in diesem Zusammenhang nicht einer gewissen Ironie. Und erleichtert mich.

Im Ruhrpott eröffnet das erste Blockchain-Hotel

Als ich das erste Mal von der Idee eines BlockchainHotels hörte, war ich irritiert. Verständlicherweise, denn  in den vergangenen Monaten wurde der Begriff „Blockchain“ immer wieder wild mit allem Möglichen kombiniert, um zu schauen, ob sich die daraus entstehenden, teils kuriosen Mixturen irgendwie zu Geld machen lassen.

Drei gute Gründe für das Blockchain Hotel

Mittlerweile habe ich mich aber davon überzeugen lassen, dass es vielleicht doch gar keine so skurrile Idee ist, ein monothematisches Schulungs- und Tagungshotel rund um Bitcoin- und die Blockchain aufzubauen. Denn erstens ist die Nachfrage nach guten Bildungsangeboten zu dem Thema groß. Zweitens ist das Konzept erprobt. Mit dem Linux-Hotel gibt es nämlich (trotz dieser Website!) bereits ein erfolgreiches Vorbild und „Schwester“-Hotel. Und drittens steckt hinter dem BlockchainHotel nicht irgendwer, sondern die umtriebigen Jungs, die auch die Website bitcoin-treff.de ins Leben gerufen haben, nachdem sich localbitcoins aus dem deutschen Markt zurückgezogen hatte.

BlockchainHotel Karte
In Essen, mitten im Ruhrpott eröffnet das erste BlockchainHotel
Hotel plus Konferenz + Meetups + Schulungen

Künftig wollen die Betreiber das BlockchainHotel also nutzen, um dort selbst Workshops, Meetups und Konferenzen zu veranstalten, aber auch anderen eine All-Inclusive-Lösung für Bitcoin- und Blockchain-Veranstaltungen zu geben.

Noch ist das Hotel im Aufbau, aber die ersten Events stehen bereits fest. Am 15. und 16. September findet eine Konferenz statt, in der Woche davor gibt es die ersten Schulungen und Workshops, die man zusätzlich besuchen kann und ab kommendem Montag findet dort monatlich ein thematisches Meetup statt.

Bei der Konferenz werde ich dann übrigens auch vor Ort sein und mir selbst ein Bild machen können. Nach allem, was ich bisher gehört habe, steckt aber bereits jetzt viel Arbeit, Energie und Herzblut in dem Projekt.

So bewertet die BaFin die Blockchain-Technologie

Dass sich die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) seit längerem mit der Blockchain und ihren Möglichkeiten auseinandersetzt, ist kein Geheimnis. Nun ermöglicht die Behörde mit diesem umfassenden Artikel jedoch endlich auch einen Einblick, was sie unter dem Begriff „Blockchain-Technologie“ versteht und wie sie selbst zu dem Thema steht.

Das ist nicht nur für Leute interessant, die sich beruflich mit der BaFin auseinandersetzen (müssen), sondern auch für alle, die  sich grundsätzlich für die Thematik interessieren. Denn da es zu den Anforderungen gehört, die an die BaFin gestellt werden, verständlich zu schreiben, hat man sich hier Mühe gegeben, Funktion und Potential anschaulich herunterzubrechen.

Bis auf einen Punkt fast alles richtig erklärt

Dass sich dabei der sachliche Fehler eingeschlichen hat, Nodes und Miner im Bitcoin-Netzwerk pauschal gleichzusetzen, sei verziehen, wenn das zeitnah korrigiert wird. Denn ein Node verdient keine Bitcoins, ist aber dennoch wichtig für die Infrastruktur des Netzwerks. Miner hingegen leisten die Arbeit und können dabei auch Nodes sein, müssen es aber nicht, wenn sie bspw. in Pools organisiert sind.

Angesichts der derzeitigen Gräben zwischen Minern und einem Großteil der Community und den daraus erwachsenden weitreichenden Konsequenzen – Stichwort UASF etc. –  ist es wichtig das trennscharf zu unterschieden. Hier darf man von der BaFin durchaus noch ein kleines bisschen mehr behördliche Akribie erwarten.

Update (19.6.2017)

Die BaFin hat umgehend auf die Kritik reagiert und den Passus überarbeitet. Vorbildlich!

Honigdachs #17 – UASF, SegWit2x, Ethereum & ICOs

Die 17. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan (bitcoinprivacy.net), Manuel (guidap.de) und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist.

Honigdachs 17 – UASF, SegWit2x, Ethereum & ICOs

Diese Folge klingt allein vom Titel her etwas nerdig und ist es an der ein oder anderen Stelle möglicherweise auch. Aber es geht nun einmal um die Themen, die im Bitcoinlang gerade ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Allen voran die Skalierungskampfpositionen SegWit2x, UASF (User Activated Softfork) und UAHF (User Activated Hardfork). Wir sprechen darüber, was das ist und wie es mit Bitcoin weiter geht.

Natürlich geht das nicht, ohne auch über Ethereum und die derzeitigen der Realität komplett entrückten ICO-Funding-Rekorde zu sprechen. Dreistellige Millionenbeträge binnen kürzester Zeit zu sammeln, ist für sich schon extrem. Das ganze aber auf einer Plattform zu machen, deren „gutmütiger Diktator“ so instinktlos und grün hinter den Ohren ist, gibt dem Ganzen mehr als nur ein Geschmäckle. Oder sind wir womöglich nur neidisch?

So oder so ist eines sicher: Uns stehen turbulente und vermutlich recht volatile Wochen und Monate bevor. Die teils verbesserungswürdige Soundqualität ist daher aktuell unsere geringste Sorge. Nichtsdestotrotz geloben wir Besserung!

Die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick.

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Consensus 2017 – ein ausreichender Rückblick

Mit Bitcoin- und Blockchain-Konferenzen ist das so eine Sache. Erst gab es wenige. Dann schossen Sie wie Pilze aus dem Boden. Zwischenzeitlich gab es verteilt über die ganze Welt so viele, dass die Inhalte komplett austauschbar wurden und nun sehen wir seit einiger Zeit einen Konsolidierungsprozess.

Consensus – Eine Konferenz sie alle zu binden?

Großer Gewinner desselben ist ohne Frage die Consensus-Konferenz, die vor Kurzem nun bereits zum zweiten Mal in New York stattfand und sich immer mehr als zentrales Krypto-Branchen-Event etabliert. Zumindest ist die Nachfrage trotz stattlicher Ticketpreise so groß, dass kommendes Jahr wohl die Teilnehmerzahl auf 5000 verdoppelt werden soll.

Wobei das jedoch wenig überrascht, angesichts der Tatsache, dass die Marktkapitalisierung aller Krypto-Projekte zusammen gerade die 100 Milliarden US-Dollar-Marke geknackt hat.

In jedem Fall aber habe selbst ich kurz überlegt, ob ich im kommenden Jahr zur Consensus 2018 nach New York reisen sollte. Und das, obwohl ich den Newsletter des Consensus-Hausmediums Coindesk ob dessen unglaublich anstrengend-penetrantem Konferenz-Marketing gekündigt habe.

Alles, was man zu Consensus 2017 gelesen haben muss

Dann aber habe ich mit großer Freude den Consensus 2017 Recap von WhalePanda gelesen und dachte mir: So lange jemand anderes solch lesenswerte Zusammenfassungen schreibt, kann ich mir die Reise vorerst doch noch sparen.  Zitat:

„The opening show was cringeworthy. In case you missed it you can still watch it here from my live stream (bad quality). I was sitting in the back together with Fran and Tuur and we all had the feeling it was the start of a Onecoin conference.“

Wer dagegen lieber die offizielle Berichterstattung lesen möchte: Coindesk hat den Rest der Haus-Konferenz selbstverständlich hinreichend abgedeckt.

Zu dünnes Bitcoin- & Blockchain-Programm der Republica 2017

In Berlin startet heute wieder die Republica. Ich bin aber erneut nicht vor Ort. Ich hatte zwar angeboten, wie vergangenes Jahr gemeinsam mit Christian und Anna einen Bitcoin-Praxis-Workshop durchzuführen. Immerhin wurde uns beim letzten Mal die Bude eingerannt und in unseren für 42 Leute ausgelegten Raum drängten sich mehr 100 Personen und eine ganze Reihe musste sogar außen vor bleiben. „Interesse der Teilnehmer“ ist jedoch für die Programmentscheidungen offensichtlich nicht unbedingt ein relevanter Faktor: Standardabsage ohne Begründung.

Nichtsdestotrotz habe ich mir das Programm angeschaut und wenn ich doch auf der Republica wäre, würde ich mir die folgenden Sessions anschauen. Das sind jedoch mal wieder nicht allzu viele, weswegen die Entscheidung, auch ohne eigene Session nicht hinzufahren, für mich auf jeden Fall die richtige war.

Blockchange – How science revolucionizes democracy, work and nature using blockchain – Montag, 8. Mai – 12:15 bis 12:45, Stage 5

Blockchain technology changes more than the financial industry. Scientists have proposed revolutionary concepts for managing our democracy, forests and other natural systems as well as the way we work. Discussing potential benefits and risks, Thomas Wagenknecht introduces “Futarchy” and similar DAO governance models to change political systems, “terra0” which proposes a self-owned augmented forest and a concept to compensate founders and employees.

Disrupting organizations: Decentraliced autonomous organisations on the blockchain – Montag, 8. Mai – 12:45 bis 13:15, Stage 5

Blockchain is the driving force of the next generation Internet, also referred to as the Decentralized Web. It allows us to decentralise trust. Smart contracts on the Blockchain radically reducing transaction costs creating the basis for a P2P society, allowing for new forms of organisational structures that were not feasible before. What is the state of that technology and what are the pitfalls and challenges of Blockchain based DAOs (Decentralized Autonomous Organizations)?

Diese Session löst ein erstaunlich starkes Déjà-vu zum letzten Jahr in mir aus. Damals lautete die Session der Vortragenden Blockchain, smart contracts & the future of democracy und wenn ich mir so überlege, was sich im vergangenen Jahr konkret Bedeutendes in diesem Bereich getan hat, fällt mir nicht sehr viel ein und auch damals ging es auch schon um DAOs. Ich möchte das aber auch nicht vorschnell schlecht machen. Vielleicht ist die Session eine positive Überraschung.

Fintech Meetup – Montag, 8. Mai – 17:15 bis 18:15, Meet up Green

Organisiert von einem der Bitwala-Mitgründer, ist das wohl die einzige Session, auf der es erwartbar auch um Bitcoin gehen wird:

Staatliche Korruption, Nutzerdaten, FinTech Potenziale … wie werden wir künftig mit Geld umgehen? Welche Zahlungsmittel sind noch denkbar? FinTech birgt das Potenzial, Machtstrukturen zu ändern und in Frage zu stellen – Bitcoin für Bitcoin.

Energie-Blockchain: Stromhandel über den Gartenzaun – Mittwoch, 10. Mai – bis 12:15, Stage T

Blockchain macht direkte Geschäfte zwischen Stromerzeugern und -verbrauchern möglich, unabhängig von Versorgern und – zumindest theoretisch – zu minimalen Transaktionskosten. Damit hat die Technologie das Zeug dazu, die Energiebranche radikal zu verändern, stärker noch als die Finanzindustrie.

Darüber hinaus gibt es noch drei andere Sessions, die mich aus persönlich interessieren würden, aber nicht unbedingt was mit Bitcoin/Blockchain zu tun haben.

  • Wie Podcasts mehr Leute erreichen können – Montag, 8. Mai – 12:15 bis 12:45, Stage 8
    Podcasts und Audio im Netz könnten noch viel erfolgreicher sein: für NutzerInnen UND MacherInnen. In verschiedenen Bereichen fehlt Bewegung. Wie noch mehr Bewegung in dieses spannende Umfeld kommen kann, wird hier vorgestellt und diskutiert.
  • Banks and Fintechs – Frenemies?  – Dienstag, 9. Mai, 16:45 bis 17:15, Lightning Talks 1
    Der plakative Titel ist dem aktuellen Trend in der Finanzbranche entnommen. Banken und FinTechs arbeiten immer mehr zusammen obwohl beide Seiten gefühlt aus einer anderen Welt kommen.
  • Geld im digitalen Journalismus – Wege zu innovativen Geschäftsmodellen – Mittwoch, 10. Mai – 12:30 bis 13:00. Media Cube
    Der digitale Wandel stellt Medienunternehmen vor eine große Herausforderung: Wie lässt sich online mit Informationsjournalismus Geld verdienen? Führt der Weg dahin über Kämpfe um das sogenannte Leistungsschutzrecht, Adblocker oder “zahlungswillige” UserInnen? Oder muss die Medienbranche stattdessen ebendiese UserInnen sowie deren Bedürfnisse ins Zentrum stellen, um daraus innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln? Und falls ja, wie geht das? Wir diskutieren mit euch, ob und wie man existierende digitale Geschäftsmodelle für Medien nutzbar machen kann.

Alles in allem ist das Bitcoin- und Blockchain-Programm auf der Republica also mal wieder recht überschaubar. Aber auch darüber hinaus fühle selbst ich mich, der ich mich als Blogger, Journalist und Medienschaffender im Allgemeinen sowohl beruflich wie auch privat nahezu rund um die Uhr mit digitalen Themen beschäftige, nur sehr begrenzt vom Komplettprogramm angesprochen. Aber dass Anspruch und Wirklichkeit auf der Republica schon länger nicht mehr so richtig kongruent verlaufen, sind wir ja bereits gewohnt.

PS: Gut, wer letztes Jahr dabei war …

… denn die Bitcoins, die wir vergangenes Jahr an die Workshop-Teilnehmer verteilt haben (0,0125 BTC bzw. ca. 5 Euro pro Person), sind aktuell 18,40 Euro wert. Keine schlechte Quote.

Wir und die Blockchain – Knackige & sehenswerte Dokumentation

Der Schweizer Ökonom und Filmemacher Manuel Stagars hat mal eben eine äußerst sehenswerte Dokumentation zum Thema Blockchain gedreht und ins Netz gestellt: The Blockchain and us.

Das „mal eben“ meine ich dabei durchaus respektvoll anerkennend. Denn im Gegensatz zu anderen Bitcoin-Dokus, bei denen man seit Jahren darauf wartet das mal mehr als der Trailer veröffentlicht wird, war von diesem Projekt im Vorfeld nicht viel zu hören. Dass das Ergebnis dann so kurzweilig und prägnant ist, erfreut beim Sehen umso mehr. Denn Stagars fliegt mit seinen Experteninterviews an einem erkennbaren roten Faden durch das bislang doch eher schwammige „Blockchain“-Thema.

In der Kürze liegt die Würze

Wobei das Fliegen sowohl als bildhafter Vergleich dient als auch als Grundsatz. Mit gut 30 Minuten ist diese Doku nämlich angenehm prägnant und letztlich konsequent. Denn alles zum Thema Blockchain passt eh nicht in einen Film, egal wie lang man ihn machen würde. Dann lieber kurz und knackig.