Bitcoin-Presseschau

Bitcoin-Presseschau #46

Die Presseschau fasst jeden Sonntag die wichtigsten Informationen, Entwicklungen und Links aus dem Bereich Bitcoin und digitale Währungen zusammen. Diesmal für die Woche vom 17. bis 23. November 2014.

Der Bitcoin-Kurs …

… ist wieder deutlich gefallen und damit weiter entfernt denn je von einem neuen, durch den Silk Road 2.0-Bust erhofften Allzeithoch. Das kommt wenig überraschend, hat eine neue Studie doch herausgefunden, dass Bitcoin-Kurssprünge vor allem durch Medienhypes ausgelöst werden.

2014-11-16_Bitcoinkurs 2014-11-23_Bitcoinpreis

Aber der Bitcoin-Kurs ist auch nicht alles und ohnehin ist es gut, sich immer mal wieder vor Augen zu führen, dass Bitcoin in rein finanzieller Hinsicht bisher eine nahezu vernachlässigbare Größe ist. Was sich aber allein auf den finanziellen Ist-Zustand bezieht, nicht auf das Potential von Bitcoin und Kryptowährungen.

Links und Nachrichten der Woche

Neu im Radio: Über Bitcoin-Wallets

On The Air

Diese Woche haben wir über Bitcoin-Wallets gesprochen. Was das eigentlich ist, wie man sie einsetzt und wo man eine gute Übersicht über seriöse Wallet-Anbieter findet und warum im Frühjahr diverse iPhones wegen Biitcoin-Wallets zerbrochen, zerhackt und erschossen wurden. Nachhören kann man das Audio hier:

Nachhören, downloaden und abonnieren

Mehr Informationen und den Podcast zum Nachhören und Downloaden gibt es im zugehörigen Post. Links und eine Übersicht über alle bisherigen Episoden, sowie den RSS-Podcast-Feed gibt es auf der #Digitales Bezahlen-Seite.

Mozilla nimmt ab sofort Bitcoin-Spenden

Gefordert wurde es immer wieder, jetzt hat die Mozilla Foundation sich endlich durchgerungen und eine eigene Seite für Bitcoin-Donations ins Netz gestellt. Eine längst überfällige Entscheidung, denn wer Bitcoin akzeptiert, riskiert nichts, außer, dass durch eine zusätzliche, zeitgemäße Bezahloption mehr Gelder fließen.

mozilla accepts bitcoin

50.000 Bitcoin unter dem digitalen Hammer

Die US-Behörden versteigern derzeit weitere 50.000 Bitcoin, die sie 2013 beim Dichtmachen der Silk Road sicher gestellt haben. Derzeitiger Gegenwert: knapp 18 Millionen US-Dollar. Hardcore-Bitcoin-Believer Tim Draper, der im Juni bereits 30.000 Bitcoins aus einer ersten Auktion erstanden hatte, will auch wieder mitbieten. Obwohl sein Investment in den letzten Monaten fast die Hälfte an Wert verloren hat. Sein Argument: “The price is even better than the last auction.” 

Amsterdam – Hauptstadt des Bitcoin

Das ist die Vision von BitStraat, einem niederländischem Startup, das nun gemeinsam mit BitPay 100 Bezahlterminals an lokale Geschäfte verteilt. Ambintionierte Pläne, aber nicht unrealistisch, denn die Niederlande sind sehr weit vorne, was die Adaption von Bitcoin angeht. Sowohl in Den Haag als auch in Arnhem gibt es jeweils schon einen „Bitcoin-Boulevard“.

Globale Bitcoin-Uneinheitlichkeit

Finnland hat entschieden, dass auf Bitcoin-Transaktionen keine Mehrwertsteuer zu erheben ist, weil es sich dabei um ein Zahlungsinstrument handelt. In Belgien sieht man das schon länger ähnlich, in Australien ganz und gar nicht. In Deutschland gibt es noch keine abschließende Entscheidung, sondern bisher nur Statements und Einschätzungen.

Google stellt stranges Bezahlmodell vor

Google hat diese Woche mit Contributor ein neues Geschäftsmodell für bzw. gegen Online-Werbung vorgestellt. Für einen kleinen Monatsbeitrag kann sich der User im Netz quasi von Werbung frei kaufen, wenn diese über Google-Werbenetzwerke ausgeliefert würde. Die Seitenbetreiber bekommen wiederum einen kleinen Obulus für jeden entgangenen potentiellen Werbeklicker. Überzeugend finde ich den Ansatz ganz und gar nicht, denn man kann auch einfach einen Werbeblocker nutzen und – um die für viele Seitenbertreiber wichtigen Einnahmen durch Reklame nicht zu kappen – ihnen direkt ein paar Bits oder Satoshis zukommen lassen. Denn der einzige der von dem umständlichen Contributor-Modell profitiert, ist Google als die Geld verwaltende, Zahlungs-, Nutzer- und Werbedaten abschöpfende Zentralinstanz.

Lügen und Betrügen gehört zur Identität des Banker-Berufsbilds

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Uni-Zürich. Besonders spannend ist die Aussage, dass die Menschen privat durchaus ehrlich agieren, aber wenn sie sich im Kontext ihrer Profession als Banker sehen zu hinterhältigen Betrügern mutieren.

Was das über unser bestehendes Geld- und Finanzsystem im Zusammenhang mit Bitcoin bedeutet, kann sich jeder selbst zusammenreimen.

Tweet der Woche

Fünf Dollar Gebühren bei 50 verschickten  Dollar, ist gar nicht so nächstenliebe-weihnachtlich, wie das Bildmotiv vermitteln soll.

Die nächste Presseschau erscheint kommenden Sonntag, den 30. November. Bis dahin eine schöne Woche!

Titelbild: “Zeitungsausträger” Flickr-User barmala (CC BY 2.0)

Ein Gedanke zu „Bitcoin-Presseschau #46“

  1. Hallo die Runde!

    Vielen Dank für den Hinweis, dass die Mozilla-Organisation jetzt auch Bitcoin-Spenden entgegen nimmt. Mit einer ersten Minispende von 3,09 US-$ habe ich mal gleich einen ,Test gefahren‘.

    Heute Morgen stellte ich fest, alles hat geklappt. Gestern Abend gab es nach meinen ca. 15 Minispenden etwas Auffälliges. Im Normalfall kam die erste der sechs ,Quittungen‘ nach einigen Minuten. Gestern (also Sonntag, 23 Nov. 2014, gg. 18.30 h) kam keine und ich habe dann vergessen, es später noch einmal zu prüfen. Aber wie gesagt, jetzt ist die Knete da…

    Also regelmäßiger Nutzer von Thunderbird und Firefox will ich mir jetzt einen Modus ausdenken, wie ich regelmäßig ,rüberwachsen‘ lassen kann.

    LibreOffice hat auch schon eine Mini-Spende erhalten.

    So das wäre es – in vier Wochen ist Heiligabend.

    Allen eine schöne Woche und immer ein paar BTC in der Börse.

    Gerd Taddicken – Nordenham

    2014-11-24, ca. 07.53 h

    Ach ja: Auch ein Test: Die erste Datei (Bild) von der Quittung in meinem Wiki = http://taddicken.wikiprojekt.net/wiki/Datei:Quittung_2014-11-24_ca.07.30_Uhr.jpg

    +++

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