Dinero Electronico Ecuador Staatswährung

Digitales Bezahlen #18 – Der Bitcoin-Podcast

Jeden Mittwoch gibt es hier die aktuelle Folge des #DigitalesBezahlen-Podcasts, den ich in Kooperation mit dem Leipziger Onlineradio detektor.fm produziere. Abonnieren kann man den Podcast hier. Mehr Informationen und eine Übersicht über alle bisherigen Folgen gibt es auf der zugehörigen Podcast-Seite.

Kampf der Dollarisierung

Diese Woche haben wir über Ecuador gesprochen und wie das kleine Land dem großen Dollar den Kampf angesagt hat. Seit der Jahrtausendwende hat Ecuador keine eigene Staatswährung mehr. Politische und wirtschaftliche Instabilität haben das Land damals zur Dollarisierung gezwungen. Der Sucre wurde abgeschafft, der US-Dollar zur offiziellen Staatswährung und das Land verlor einen Großteil seiner geldpolitischen Souveränität.

Mit der ersten elektronischen Staatswährung weltweit will der kleine Andenstaat dieser Schmach nun begegnen. Doch ganz so schnell wird es den Dollar nicht loswerden.

Mehr Handys als Einwohner in Ecuador

Knapp 16 Millionen Einwohner hat Ecuador. Weniger als 40 Prozent von ihnen führen ein Bankkonto. Aber wie in vielen anderen Entwicklungsländern auch sind Handys in Ecuador weit verbreitet. Über 17 Millionen Mobiltelefone sind in dem kleinen Staat an der Westküste Südamerikas angemeldet.

Für das Land und gegen den Dollar

Diese Voraussetzungen will der ecuadorianische Präsident Rafael Correa nutzen um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Mit dem neuen Bezahlsystem Dinero Electrónico will er den Menschen zum einen selbst in abgelegenen Regionen des Landes den einfachen Zugang zum Geldtransfermarkt ermöglichen. Auf der anderen Seite will er fast 15 Jahre nach der Dollarisierung im Jahr 2000 ein Stück geldpolitische Hoheit über sein Land zurückgewinnen.

Dinero Electrónico ist mit dem kenianischen M-Pesa vergleichbar

Die Zeichen stehen gut, dass ihm zumindest ersteres gelingt, vergleicht man das Dinero Electrónico mit ähnlichen Projekten. Das seit 2007 bestehende kenianische M-Pesa-Bezahlmodell zum Beispiel funktioniert so gut, dass das Angebot mittlerweile auch in andere afrikanische Länder, nach Afghanistan, Indien und Rumänien expandiert ist.

Pioniere des digitalen Bezahlens

Allerdings ist M-Pesa ein privatwirtschaftliches und kein volkswirtschaftliches Projekt und vorerst wird Ecuador auch weiterhin auf den Dollar als stabile Grundlagenwährung angewiesen bleiben, denn ein neues elektronisches Bezahlsystem alleine, macht noch keine Staatswährung. Nichtsdestotrotz übernimmt der kleine Andenstaat mit seinem Versuch der Dollarisierung elektronisch zu begegnen, eine Pionierrolle im Bereich des staatlichen, digitalen Bezahlens.

Bild: DINERO ELECTRONICO 3″ von Flickr-User Agencia de Noticias ANDES (CC BY-SA 2.0)