Friedemann Brenneis im Interview mit der salvadorianischen Wirtschaftsministerin Maria Luisa Hayem und der Vize-Außenministerin Adriana Mira über ein Jahr Bitcoin in El Salvador auf der Bühne der BTC 22 in Innsbruck.

Ein Jahr Bitcoin in El Salvador.
Kritische Fragen an die Regierung

Mitte September fand in Innsbruck die BTC 22-Konferenz statt und eines der Programm-Highlights am Samstagabend war das Panel mit zwei hochrangigen Vertreterinnen der salvadorianischen Regierung, das ich moderieren durfte.

Gut ein Jahr zuvor hatte das kleine Land in Zentralamerika als erster Staat der Welt Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel eingeführt und sich mit diesem äußerst erfolgreichen, aber nicht unumstrittenen PR-Stunt in den Fokus der Weltöffentlichkeit katapultiert.

Auch die Bitcoin-Community hat Fragen

Auch in der Bitcoin-Community wird das Bitcoin-Projekt in El Salvador seitdem durchaus kontrovers diskutiert. Denn es läuft längst nicht alles nach Plan und in weiten Teilen der salvadorianischen Bevölkerung ist der große Bitcoin-Aufschwung bisher nicht angekommen. So zumindest der Eindruck, den ich selbst bei meiner Reise nach El Salvador Ende 2021 bekommen und den ich hier in einer Reportage aufgeschrieben habe. Seitdem hat sich auch nicht viel verändert.

Umso bemerkenswerter war es, dass es den Organisatoren der BTC 22 gelungen ist, vor diesem Hintergrund zwei unmittelbar Verantwortliche des Bitcoin-Projekts, die salvadorianische Wirtschafsministerin Maria Luisa Hayem und die Vize-Außenministerin Adriana Mira, zu einem Panel nach Innsbruck zu bringen, wo sie sich vor Publikum und live im Stream meinen kritischen Fragen zum Stand von Bitcoin in El Salvador stellen sollten.

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Was folgte, war ein bemerkenswerter Auftritt, der bei vielen im Publikum für Ernüchterung sorgte, denn obwohl die beiden Politikerinnen viel redeten, sagten sie schlussendlich doch sehr wenig.

Vor, über, unter und zwischen den Zeilen

Nichtsdestotrotz war das Panel aufschlussreich. Denn auch das permanente Nicht-Beantworten von berechtigten Fragen verrät etwas und in manchen Fällen sogar viel. Schließlich hätte es neben den wirklich unbequemen Fragen bei manch anderer durchaus dankbare Antwortoptionen gegeben. Doch auch die haben sie nicht genutzt. (Wer mehr dazu erfahren will – in Folge 76 des Honigdachs-Podcas „German Interrogation Police“ besprechen wir detaillierter die Hintergründe dieses Gesprächs.)

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Ein wichtiges Zeichen nach außen

So blieb es am Ende bei einem Panel, das leider wenig überraschende Informationen bot, aber dennoch sehr wertvoll war. Denn allein die Tatsache, dass das Bitcoin-Projekt in El Salvador auf großer Bühne so prominent kritisch hinterfragt wurde, sendet ein wichtiges Signal, dass Bitcoiner nicht einfach alles durch die rosarote orangene Brille sehen, sondern durchaus den Diskurs suchen.

Die nächste BTC 23 in Innsbruck findet derweil vom 14. bis 17. September 2023 statt.


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