Archiv der Kategorie: Meinung

Das (immerhin hübsche) Krypto-Periodensystem

Es gibt zwar Atomic Swaps, also Austausch-Transaktionen, die direkt und ohne Mittelsmann per Smart Contract zwischen einer Blockchain (bspw. Bitcoin) und einer anderen Blockchain (bspw. Litecoin) stattfinden. Aber mehr als das Wörtchen „atomar“ verbindet die Kryptowelt mit der der Chemie sonst eigentlich nicht.

Das Krypto-Periodensystem – immerhin ist es hübsch

Insofern ist ein Periodensystem als Vorlage um Bitcoin, Altcoins und Token konzeptionell zu verorten eigentlich keine naheliegende Entscheidung. Wenngleich ich jedoch zugeben muss, dass diese Form der grafischen Aufbereitung durchaus eine sehr ästhetische ist.

krypto-periodensystem
Sieht immerhin schön ordentlich aus: das Krypto-Periodensystem

Nichtsdestotrotz darf man sich von dieser Darstellung nicht täuschen lassen. Die Größengleichheit der einzelnen Kästchen deutet eine Gleichwertigkeit der einzelnen Coins an, die vermutlich nicht nur Bitcoin-Maximalisten die Haare zu Berge stehen lässt. Und sowieso: Warum sind hier eigentlich nur so wenige Coins verortet? Immerhin zählt Coinmarketcap knapp 1900 verschiedene Coins und Token auf. Wo sind deren Kästchen?

Sortierung nach Halbwertszeit wäre besser gewesen

Vor allem fehlt mir hier aber eine Ordnung, mit der man wirklich einen inhaltlichen Mehrwert hätte herstellen können. Sehr viel interessanter als die Coins nach ihren letztlich wenig trennscharfen Kategorien zu sortieren (ist „Fintech“ etwa kein „Business & Enterprise“ und ist nicht auch alles irgendwie „Other“?), wäre hier doch offensichtlich eine Sortierung nach Halbwertszeit.

Also ganz wortwörtlich: Wie lang hat das Projekt gebraucht, seinen Wert vom jeweiligen All Time High zu halbieren? Wie schnell fällt es in sich zusammen?

Die Halbwertszeit als Maßstab für den Zerfall eines Elementes der Kryptoversums und eine entsprechend aufbereitete Sortierung wäre tatsächlich mal eine schöne und vor allem hilfreiche Parallele zur Chemie. Aber hey, das Krypto-Periodensystem sieht immerhin hübsch aus.

„… blubb, blubb, blubb, BLOCKCHAIN!!! BAHN!!! blubb, blubb, blubb …“

Dieses durchaus aufwändig gemachte „Hey,  guckt mal alle her, auch wir von der Bahn machen jetzt irgendwas mit Blockchain!!!“-Video ist ein echtes Fundstück. Bisher galten nämlich Daimler und die LBBW als die Könige des Blockchain-Bullshit-Bingos, aber das konnte die Deutsche Bahn wohl nicht auf sich sitzen lassen.

Also hat man eine hübsche Stange Geld in die Hand genommen und ein Filmchen erstellen lassen, in dem zwar sehr viel geredet, aber leider nichts gesagt wird. Außer natürlich den obilgatorischen „Yeah!-Blockchain-Technologie-Hype-Bullshit-Bingo-Geschwafel“. 

Hübsch gemacht aber ohne Aussage. Das will keiner sehen

So viel Aufwand für ein Video, das Null Inhalt hat und das dann mit knapp 800 Klicks in vier Monaten auch noch kaum jemand sehen will. (Hier bitte eigenständig einen Deutsche Bahn-Püntklichkeit-trifft-auf-Blockchain-Hype-Zug-längst-abgefahren-Witz nach Wahl einfügen.)

Litecoin Foundation kauft sich bei nicht-sicherer Bank ein

Vermutlich hätte ich wie viele andere niemals von der Existenz der WEG Bank erfahren, wenn da nicht letzte Woche die überraschende Nachricht durchs Netz gereicht wurde, dass die Litecoin Foundation zusammen mit der Zahlungsplattform Tokenpay 9,9 Prozent an ebendieser kleinen deutschen Nischenbank erworben hat. (Statement Tokenpay / Statement WEG Bank).

Die Infrastruktur der WEG Bank ist nicht sicher

Nun wurde dazu eigentlich auch schon fast alles geschrieben, aber ein kleines, Im Juli 2018 nicht unerhebliches Detail macht doch stutzig: Offensichtlich hält es die WEG Bank trotz großem Brimboriums um die nun seit fast zwei Monaten geltende DSGVO immer noch nicht für nötig, ihre Website zu verschlüsseln. Also nicht nur teilweise nicht, sondern gar nicht. Etwas, dass ich im Jahr 2018 nicht für möglich gehalten hätte.

WEG nicht sicher
Screenshot vom 16.7.2018: Nicht einmal das Kontaktformular der WEG-Bank ist geschützt.

Ich wundere mich einfach nur. Kann denn eine Bank in einem so  stark regulierten Markt wie dem deutschen wirklich so naiv, unbedarft und technisch aus der Zeit gefallen sein, dass sie im Juli 2018 ihre Website samt Kontaktformular straf- und folgenfrei gänzlich unverschlüsselt ins Netz stellt? Erschreckenderweise ja.

Wo sind die Abmahnanwälte, wenn der Markt sie braucht?

Erschreckend insofern, da hier offensichtlich die (Selbst-)Regulation des Marktes versagt hat. Denn ein in puncto Datensicherheit so verantwortungslos agierendes und technisch rückständiges Unternehmen sollte eigentlich in einer Branche, deren Kernthema Vertrauen ist, nicht so lange bestehen dürfen. Doch wo ist die Konkurrenz, wo sind die pfiffigen Abmahnanwälte, wenn man sie mal braucht?

Vielleicht kümmern sich ja die Litecoin Foundation und Tokenpay als Anteilseigner nun bald um dieses Thema und zwingen die WEG Bank technisch auf die Höhe der Zeit. Das wäre nicht nur den Kunden zu wünschen, sondern brächte auch großartige Schlagzeilen mit sich, wenn erst die Krypto-Unternehmen kommen müssen, um einer deutschen Bank zu zeigen, wie man sicher und zeitgemäß mit diesem komischen neuen Ding namens „Internet“ umgeht.

Über den Mikrokosmos Crypto-Twitter

Ich habe vor einer ganzen Weile mal der Redaktion des Online-Ablegers einer der großen deutschen Zeitungen einen Artikel über Crypto-Twitter angeboten.

Mein Vorschlag war, einen Artikel über das zunehmende Spannungsverhältnis zu schreiben. Auf der einen Seite Twitter, die Kommunikationsplattform, die seit 2009 von der Szene für alle Themen rund um Bitcoin genutzt wird (und auch für mich eine der zentralen Informationsplattformen ist), auf der anderen Seite immer mehr Scam-Bots, penetrantes Kurznachrichten ICO-Marketing und eine teils toxische Kommunikationskultur. Die Absage der Redaktion kam dann mit der kurzen Begründung: „Unsere Leser interessieren sich leider nicht für Twitter.“

Crypto-Twitter ist trotzdem ein interessantes Thema

„Oha!“ dachte ich damals, „wenn nicht einmal explizite Online-Medien Themen bzgl. Twitter für relevant genug halten …“, habe kurz überlegt eine Henne-Ei-Diskussion mit dem Redakteur zu starten, mich dann aber nicht weiter daran gestört. Denn da ich ja regelmäßig eine Kolumne für das Global Investor-Magazin schreibe, habe ich das Thema dann eben dort aufgegriffen.

Und da dieser Texte nun offensichtlich lange genug nur den Käufern des gedruckten Magazins zugänglich war, ist der Text Eine Symbiose mit Tücken nun auch online frei zugänglich.

Trotz nerviger Schwächen ist Twitter eine der wichtigsten Kommunikationsplattformen für die Bitcoin- und Blockchain-Community. Doch muss man mit dem Kurznachrichtendienst umzugehen wissen.

Alle meine bisherigen Kolumnen für das Magazin gibt es übrigens hier und die nächste habe ich auch schon fertig geschrieben. Wird dann vermutlich in ca. einem viertel Jahr online erscheinen.

Das Internet – Online Drogen kaufen seit 1971

Dieses Video hier ist ein Fundstück, aus einem Smithonian-Artikel, der der Frage nachgeht: What Was the First Thing Sold on the Internet?  Die wenig überraschende Antwort: Marihuana.

Irgendwann zwischen 1971 und 1972 kauften demzufolge Studierende der Stanford University über das Arpanet, dem Vorläufer des Internets, Gras bei Studierenden des MIT. Zwar fehlen weitere Quellen, um den Vorgang endgültig zu verifizieren, andererseits ist aber auch nicht sonderlich unrealistisch, dass das tatsächlich so passiert ist.

Per Definition zur schönen heilen Welt

In jedem Fall sähe das aber gar nicht gut aus, wenn dieser Drogenhandel offiziell als erste jemals getätigte E-Commerce-Transaktion in die Geschichtsbücher eingehen würde. Daher wird dieser Handel (zumindest in obigem Werbevideo) kurzerhand aus dem Begriff E-Commerce herausdefiniert.

Drogen zu kaufen, egal ob über das Netz oder nicht, war damals schließlich illegal und (das ist ja allgemein bekannt) im Internet werden offiziell keine verbotenen, sondern ausschließlich legale Güter gehandelt. So etwas wie „Drogen-E-Commerce“ kann es also logischerweise gar nicht geben.

Das ist eine etwas merkwürdige Argumentation, insbesondere wenn man bedenkt, dass moralisch im Graubereich agierende Branchen wie bspw. die Pornoindustrie und ja, auch der Drogenhandel, historisch betrachtet maßgebliche Treiber neuer Technologien sind.  Ohne sie würde es den offiziellen E-Commerce von heute (noch) gar nicht geben.

Ich finde es also durchaus legitim zu sagen, dass einer der ersten Verkäufe über das Netz wohl Drogen waren. Das gibt es nichts Schönzureden.

Erste Bitcoin-Transaktion war nicht illegal

Zumal es das auch einfacher macht, wenn mal wieder jemand mit dem schlichten Argument kommt, dass Bitcoin verboten oder streng reguliert werde müsse, weil damit ja so viel Drogen im Netz gehandelt würden. Denn dann kann man darauf verweisen, dass es schon vor mehr als 40 Jahren bei einer der ersten Web-Transaktionen überhaupt um Drogen ging. Beim ersten echten Bitcoin-Handel ging es hingegen lediglich um zwei vollkommen harmlose Pizzen.

Licht und Schatten des Bitcoin-Journalismus

Eigentlich bin ich ja der Meinung, dass sich das journalistische Niveau in Bezug auf die Berichterstattung rund um Bitcoin in den letzten Jahren merklich verbessert hat: mehr technisches Verständnis, ausführlichere Recherchen, differenziertere Schlussfolgerungen. Eigentlich.

Doch es gibt trotzdem immer wieder Ausreißer, die den Durchschnitt mit aller Macht in die Tiefe ziehen wollen. Wie zum Beispiel dieser Beitrag Bitcoin ist pure Energie – und deshalb umweltschädlich von Jörg Schieb, einem „Internetexperten“ und „Netzkenner“ (laut Selbstbeschreibung), der für den WDR arbeitet und es tatsächlich schafft, mir mit diesem Artikel die Grenzen meiner kognitiven Schmerztoleranz aufzuzeigen.

Ganz viel Schatten beim WDR

Denn es tut wirklich weh, zu lesen, wie dort noch im Jahr 2018 falsche Tatsachen (nein, Grafikkarten sind nicht wegen Bitcoin-Mining ausverkauft), absurde Behauptungen (nein, Bitcoins sind nicht Energie) und wilde Thesen auf Stammtischniveau (doch, Bitcoins haben einen anderen Zweck als die Gier zu befriedigen) zusammengewürfelt werden, um das scheinbar starre Weltbild des Autors zu bestätigen.

Leider drängt sich dadurch jedoch der Eindruck auf, dieser vermeintliche „Internetexperte“ und „Netzkenner“ hat die letzten zehn Jahre in Bezug auf das Thema Bitcoin geistig in einer Höhle verbracht. Was ja durchaus okay wäre, denn jeder darf machen, was er will und niemand muss sich mit Bitcoin auseinandersetzen. Nur darf man dann eben nicht versuchen, einen Beitrag darüber zu schreiben, der diese Kompetenzlücke so deutlich offenbart. Oder man sollte zumindest in der Lage sein, eine ganz einfache Basis-Recherche per Suchmaschine (aka „googlen“) durchzuführen.

Wer googlen kann ist klar im Vorteil

Dann findet man nämlich zum Beispiel diesen Beitrag bei Deutschlandfunk Kultur: Diskussion um Bitcoin – Digitalwährung als Klimakiller oder diesen bei Zeit Online: Bitcoin. Der verkannte Stromfresser oder diesen bei CoinCenter: Five myths about Bitcoin’s energy use, einer namhaften und renommierten Non-Profit-NGO mit Bildungs- und Aufklärungsanspruch.

Was mich aber ebenso besorgt wie der Beitrag selbst, ist, dass solch ein Unsinn im Jahr 2018 beim WDR offensichtlich problemlos alle redaktionellen Instanzen durchläuft und unredigiert(?) online geht. Gestern war halt Karneval, ne? Da kann man sich auch schon mal als „Internetexperte“ verkleiden. Dann muss das auch keiner mehr gegenlesen.

Wenn die Kommentare besser sind als der Artikel

Glücklicherweise bleibt der Beitrag jedoch nicht unkommentiert. Gleich mehrere Leser kritisieren den Beitrag und zeigen in ihren Kommentaren deutlich mehr Fachkompetenz und Recherche-Ambitionen als der Autor selbst.

wdr kommentare
Merkwürdige Einstellung des Autors. Wenn sich Fragen aufdrängen, sollte man diese als Journalist doch versuchen zu beantworten, oder?

Dieser hingegen zeigt sich nicht nur uneinsichtig, sondern spricht sich letztlich sogar selbst die journalistische Kompetenz ab.  Denn für ihn „… drängt sich die Frage auf, wozu das alles.“

Interessant. Denn warum ist er dann nicht auf der Suche nach einer Antwort auf eben diese durchaus berechtigte und interessante Frage? Genau das ist doch seine Aufgabe als Journalist. Insbesondere, wenn man der „Netzexperte“ im Haus ist. Fragen stellen kann jeder. Gute Antworten zu finden, ist die Herausforderung.

promolinks beim WDR
Krypto-Promo-Links beim WDR: Ist doch Karneval. Da muss man auch keine Kommentare moderieren. (Screenshot vom 14.02., 10:43 Uhr)

Doch dass es beim WDR mit der journalistischen Sorgfaltspflicht eben nicht so genau genommen wird, zeigt auch die allgemein fehlende Moderation der Kommentare. Dort scheint man jedenfalls problemlos Promo-Reflink-Köder zu irgendwelchen Mining-Angeboten auslegen zu können.

Wie ironisch das ist: Während man oben vollmundig die Energieverschwendung des Minings anprangert, erlaubt man unten in den Kommentaren dubiose Werbung für noch dubiosere Mining-Angebote.

Licht: Wie man guten Bitcoin-Journalismus macht

Glücklicherweise ist dieser WDR-Beitrag aber derzeit nur einer unter vielen Beiträgen, die sich mit dem Phänomen Bitcoin auseinandersetzen. Einen der besseren hat dabei wiederum Philip Banse kürzlich für Deutschlandfunk Kultur gemacht: Betrug mit Bitcoins.

Den empfehle ich nicht nur den Karnevalisten vom WDR sich mal gut anzuhören, sondern jedem. Denn der ist aktuell, relevant, gut recherchiert und ansprechend aufbereitet. Und das sage ich nicht nur, weil ich da auch kurz zu Wort komme.

Wer jedenfalls die Spannbreite der journalistischen Kompetenz beim Thema Bitcoin im Jahr 2018 erfahren will, sollte beide Beiträge nacheinander lesen bzw. hören. Das zeigt, wie weit Licht und Schatten in diesem Bereich auseinander liegen und dass es noch einiges an Aufklärungsarbeit gibt.

Bild: Hinode Observes 2011 Annular Solar Eclipse (CC BY 2.0)

Bitcoin, Strom & viele, viele Missverständnisse

In dieser Woche sind gleich zwei Beiträge erschienen, die sich kritisch mit dem Stromverbrauch von Bitcoin auseinandersetzen.

Dass kritisch in diesem Zusammenhang extra betont werden muss, ist bedauerlich, aber leider notwendig. Denn bisher wimmelt es beim Thema „Bitcoin & Strom“ im Netz ja eher von einseitigen, schlecht recherchierten und eher auf empörte Emotionen zielenden Berichten, die vielleicht für ’nen schnellen Klick gut sind, für mehr aber mehr eben auch nicht. Der allgemeine Erkenntnisgewinn ist jedenfalls bislang ungefähr dieser: „Oh nein, Bitcoin verbraucht voll viel Strom! Wir werden alle sterben!“

 

Nun ist das zugegeben aber auch echt kein ganz leichtes Thema und auch ich habe lange überlegt, wie sich die Zusammenhänge sinnvoll und verständlich beschreiben lassen. Am Ende ist es aber doch ganz gut geworden, auch wenn ich schließlich aus Platzgründen ca. 90 Prozent der Aspekte und Argumente weglassen musste, die ich zwischenzeitlich gesammelt hatte.

Zeit Online – Bitcoin. Der verkannte Stromfresser

Ja, Bitcoin benötigen sehr viel Energie. Nein, deshalb fangen die Meere nicht an zu kochen. Der Stromverbrauch ist ein Problem, aber nicht das Ende von Kryptowährungen.

Umso besser ist es daher, dass nahezu zeitgleich, aber in einem anderen Medium, der Beitrag meines guten Freundes und Journalisten-Kollegen Jochen Dreier erschienen ist.

Vorab hatten wir uns zwar über das Thema ausgetauscht und bestimmte Aspekte diskutiert, sind dann aber bei der Recherche und Umsetzung komplett eigene Wege gegangen. Dementsprechend haben beide Beiträge nun auch leicht unterschiedliche Schwerpunkte.

Deutschlandfunk Kultur – Diskussion um Bitcoin – Digitalwährung als Klimakiller 

Mit dem Höhenflug von Bitcoin hat auch eine Debatte über den Energieverbrauch der Kryptowährung eingesetzt: Bitcoin sei ein monströser Energiefresser. Der Energieverbrauch sei so hoch wie der von Dänemark. Wie seriös sind die Berechnungen und Vergleiche?

Für den größtmöglichen Erkenntnisgewinn empfehle ich daher einfach beide Beiträge zu lesen bzw. hören.

Bild: lightning (CC-BY 2.0)

Von Hypershitcoinisation und Deadcoins

Zur Zeit wird alles gekauft, was nur in irgendeiner Weise irgendwas mit „Krypto“ zu tun hat. Selbst ein Projekt wie Dogecoin, um das es in den letzten Jahren wirklich recht still geworden ist, hat (neben aktuell 35(!) anderen „Kryptowährungen“) mittlerweile eine Marktkapitalisierung von mehr als einer Milliarde US-Dollar erreicht. Alle Kryptowährungen zusammengenommen sind aktuell sogar mehr als eine dreiviertel Billion US-Dollar wert.

Das sind Zahlen in Größenordnungen, die der menschliche Geist eigentlich nicht mehr verorten kann. Dennoch muss man aber kein Genie sein, um hier eine rasant wachsende giergetriebene Blase zu erkennen.

HYPERSHITCOINISATION!!!

Vor allem, weil der Run auf „Krypto“-Projekte sich eben gar nicht so sehr auf die bekanntesten, bewährtesten und technisch vielversprechendsten Projekte konzentriert, sondern auf alles, was schnelle Profite verspricht.

Irgendwelche Shitcoins ohne Alleinstellungsmerkmal, ohne Community, ohne Developer, ohne anständige Review des Codes und letztlich auch vollkommen ohne Realwelt-Nutzen. Auch skurille Tokens irgendwelcher dubiosen ICOs haben plötzlich Milliardenwert, obwohl weder funktionierender Code existiert, geschweige denn die intellektuelle Grundlage dafür. Dafür aber Marketingbudget.

Unter den fünf Krypto-Projekten, mit den größten Kursgewinnen 2017 sind daher wenig überraschend weder Bitcoin noch Ethereum. Auf Nummer eins steht dort vielmehr Ripple, also ein Krypto-Konzept, das man eigentlich nicht einmal mit zwei zugedrückten Augen als „Währung“ bezeichnen könnte, das in keinster Weise dezentral ist (der kleinste gemeinsame Nenner von Kryptowährungen), dessen Token überflüssig sind und das in der Realität offensichtlich auch niemand so richtig benutzt oder zu benutzen plant.

Ripple, oder wie es scherzhaft schon genannt wird: der Fidget Spinner unter den Kryptowährungen.

Gier macht blind, Erfahrung macht klug

Wie also nun umgehen mit dieser Situation der Hypershitcoinization? Das ist tatsächlich eine der derzeit meist gestellten Fragen im Kryptoökosystem. Denn dass die Shitcoin-Blase irgendwann platzen wird, scheint unausweichlich.  Doch wann und wie verheerend werden die Folgen sein? Wie viele Menschen werden ihr naiv investiertes Geld verlieren und gibt es eine Möglichkeit, sie jetzt noch davor zu bewahren?

Andreas Antonopoulos meinte auf diese Frage vor einiger Zeit sinngemäß, dass es keine Möglichkeit gebe. Jeder müsse alleine lernen, auf sein Geld aufzupassen und damit vernünftig umzugehen. Und bei Bitcoin und Co. zum derzeitigen Stand ist dieser Lernprozess eben in der Regel der, auf die harte Tour: Man verliert sein Geld.

Doch diese persönliche Erfahrung sei eben auch enorm wichtig. Denn wenn man die Leute von vornherein warnen und belehren würde, würden sie einem ohnehin nicht glauben (siehe die Banker, die ja schon seit Jahren erfolglos vor Bitcoin warnen) und man würde sie zudem auch noch künstlich dumm halten. Denn der nächste Krypto-Scam kommt bestimmt. Dann vielleicht nicht in Form eines Shitcoins, nutzlosen ICO-Tokens oder Krypto-Fidget-Spinner, aber er kommt.

Denkt an die Deadcoins!

Ich stimme dem größtenteils zu, sehe die Sache aber nicht ganz so fatalistisch. Denn man sollte durchaus den Versuch unternehmen, Leute aufzuklären, bevor sie investieren. Eine Seite, die in diesem Zusammenhang ganz hilfreich sein kann, ist deadcoins.com. Diese Listet nämlich tote Coins auf, also solche Kryptoprojekte, die schon gescheitert oder als Betrug aufgeflogen sind oder deren Parodie-Halbwertszeit schon lange überschritten ist und die es nicht wie Dogecoin geschafft haben, zu einem festen Bestandteil und Projekt mit zeitgeschichtlichem Status in der Krypto-Kultur zu werden.

Dort findet man dann vielleicht den ein oder anderen Denkanstoß, inwieweit all diese gehypeten Shitcoins mit ihren fancy Namen eine Investition wirklich wert sind. Immerhin gibt es schon allein mit dem Anfangsbuchstaben „A“ mehr als 30 Deadcoins, Wobei ja niemand sagen kann, dass das tatsächlich schon alle sind. Die Dunkelziffer ist vermutlich noch höher.

Bitcoin ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen

Bitcoin hat gerade Konjunktur, das ist kein Geheimnis. Doch ist der Kursanstieg nur einer von vielen Faktoren, an denen sich das ablesen lässt. Auch in den Top-Google-Anfragen 2017 in der Kategorie Global News liegt „Bitcoin“ mit Platz 2 auf einer Spitzenposition. Weltweit wohlgemerkt.

Bitcoin als Tagesthemen-Top-Thema

Da passt es ganz gut, dass sich nun auch hierzulande die großen Medien auf das Thema stürzen. Das ist insofern bemerkenswert, als dass es vor einem Jahr noch undenkbar gewesen wäre, dass die Tagesthemen, wie am Montag geschehen, Bitcoin als Top 1-Aufmacherthema bringen. Mit Einspieler, Börsen-Schalte und abgerundet durch einen durchaus positiv-optimistischen Kommentar (bis ca. Minute 7:15).

Die Macht des Geldes

Erstaunlich, so könnte man nun meinen, was Geld so alles bewirken kann. Denn wenn man ganz ehrlich ist – denselben Kommentar hätte man auch schon vor einem Jahr oder vor zwei Jahren oder vor drei Jahren bringen können. An der Idee und dem Potential von Bitcoin und der Blockchain hat sich schließlich seit dem nicht viel verändert. Das, was sich jedoch stark entwickelt hat, ist der Wert. Wenn man diese Tatsache provokant zuspitzen wöllte, könnte man nun also behaupten, dass es letztlich nur eine Frage des Geldes (bzw. Wertes) war, bis Bitcoin auf die Tagesthemen-Pole-Position kommt.

Allerdings wäre das zu einfach und würde der Situation auch nicht gerecht. Denn Bitcoin ist eben nicht nur im Preis gestiegen, sondern es ist offensichtlich, dass die Idee Bitcoin – beschleunigt durch den rasanten Preisanstieg – immer mehr die Gesellschaft durchdringt. Heute ist Bitcoin Thema auf der Straße, in Familien und an Stammtischen. Vor einem Jahr war das noch nicht so. Die Tagesthemen mussten Bitcoin daher als Thema setzen, denn die Idee Bitcoin (und dass sie tatsächlich vielleicht sogar funktionieren könnte!) ist aktuell eben eines der aufregendsten und kontroversesten Themen. Der rasante Preisanstieg und das damit verbundene Medieninteresse war letztlich nur ein Katalysator diesen Durchdringungsprozess zu beschleunigen, die Idee Bitcoin in die Mitte der Gesellschaft zu tragen und Menschen dazu zu bringen, sich damit auseinanderzusetzen.

Bitcoin als prominentes Thema im Kulturradio

Ein anderer Indikator dafür ist übrigens, dass heute eine fast einstündige Diskussion zu Bitcoin und der Blockchain auf SWR 2 lief, einem Kulturradio(!) (Kann man hier nachhören. Spoiler: Ich war einer der Gesprächspartner). Auch das wäre vor einem Jahr noch undenkbar gewesen, galt Bitcoin bis dato doch als nerdiges Tech- und weirdes Wirtschafts-Thema, aber doch keinesfalls tauglich für ein Kulturradio.

Doch gehört es meines Erachtens genau dorthin, denn Bitcoin ist eben nicht nur Technologie und Geld, sondern ein Phänomen, dass unsere Gesellschaft transformiert. Zumal ja auch Geld letztlich eine kulturelle Errungenschaft und das vielleicht prägendste Medium unserer Gesellschaft ist. Das eigentlich Paradoxe ist daher genau genommen, dass Geld als Kulturgut bislang viel zu selten als Thema (auch für Kulturwellen) betrachtet wurde.

Aber genau das ändert sich gerade und hier zeigt sich eine der wuchtigen Stärken von Bitcoin: Niemand muss welche besitzen, um sich nicht dennoch mit der Idee auseinanderzusetzen und zu beginnen, Geld und wie wir als Gesellschaft damit umgehen wollen, kritisch zu hinterfragen.

Dieser Prozess läuft nun und er wird bleiben, selbst wenn der durch Spekulationen ohne Frage überhitzte Bitcoin-Kurs sich wieder normalisiert hat. Denn eines steht bei Bitcoin ohne Frage fest: Die Idee ist mächtiger als der Wert.

Die dritte Welle – die Ära der Bitcoin-Klone

Es ist schon interessant, wie sich das Bitcoin-Ökosystem in der zweiten Hälfte dieses Jahres verändert hat. Die Abspaltung von Bitcoin Cash Anfang August hat nämlich geradezu eine Welle ausgelöst, in deren Folge eine vollkommen neue Kryptowährungs-Unterklasse entstanden ist: die der Bitcoin-Klone.

Denn neben Bitcoin Cash gibt es bereits (oder ist mindestens angekündigt): Bitcoin Gold, Bitcoin Silver, Bitcoin Diamond, Bitcoin Clashic (eine „Classic“-Variante von Bitcoin Cash) und Super Bitcoin. (Die ehemaligen, mittlerweile überholten Bitcoin-Fork-Variationen Bitcoin XT, Bitcoin Classic, Bitcoin Unlimited etc. mal außen vorgelassen.)

Um zu verstehen, warum wir es hier mit einem neuen Phänomen zu tun haben, muss man sich einmal die beiden bisherigen Wellen anschauen, in denen sich das Krypto-Ökosystem ausdifferenziert hat: Altcoins & Blockchain 2.0-Projekte

Die erste Welle: Altcoins

Fangen wir ganz vorne in der Schöpfungsgeschichte an. Am Anfang war Bitcoin und Bitcoin war gut. Dann aber kamen findige Entwickler, nahmen den frei verfügbaren Bitcoin-Quellcode, änderten hier und da ein paar Parameter und kreierten aus Bitcoin heraus eigene, neue Kryptowährungen: die Altcoins.

Diese waren nicht mit Bitcoin kompatibel und bekamen daher komplett eigene Netzwerke, eigene Blockchains und es bildeten sich eigene kleine Communities. Einige der berühmtesten noch immer am Markt zu findenden Vertreter sind Litecoin, Dogecoin, Monero oder ZCash.

Über den Sinn, Zweck und die Wertigkeit der Alleinstellungsmerkmale dieser und hunderter weiterer Altcoins lässt sich zwar trefflich streiten, doch lässt sich allerdings auch nicht bestreiten, dass einige wenige Altcoins durchaus ihre Nische im Krypto-Ökosystem gefunden zu haben scheinen. Wenngleich man ohne Zweifel 99 Prozent aller jemals generierten Altcoins im besten Fall als vollkommen nutzlos, im schlimmsten Fall als betrügerisch und gefährlich einstufen muss.

Irgendwann war dann aber die Luft raus. Zu viele sinnentleerte Spaßcoins, plumpe Plagiate und betrügerische Abzock-Kryptowährungen haben den Altcoin-Hype zum Erliegen gebracht. Irgendwann war einfach zu offensichtlich, dass es bei den meisten Altcoin-Projekten nicht um das geht, was ihre Whitepaper vollmundig versprachen, sondern letztlich nur um Spekulation und schnelle Profite. Also begann die nächste Welle: die der Blockchain 2.0-Projekte.

Die zweite Welle: Blockchain 2.0-Projekte

Hierbei standen nun nicht einfach nur mehr neue Krypto-Währungen auf dem Marketingplan, sondern nun ging es um erweiterte oder sogar vollkommen neue Blockchain-Konzepte. Ethereum ist hierbei der prominenteste Vertreter, aber auch Waves, Lisk, StellarIOTA und viele andere zählen zu dieser Kategorie. Sie alle  wollen „mehr“ bieten, als einfach „nur“ Transaktionen abzuwickeln. Sie wollen Plattformen sein, auf denen Smart Contracts („intelligente“ „Verträge“) laufen und/oder auf denen eigene neue Token und Kryptowährungen erzeugt, emittiert und verwaltet werden können.

Die Welle der Blockchain 2.0-Projekte war noch größer als die Altcoin-Welle, da sich mit dem schönen Marketingbegriff „Blockchain“ – um mal in der Sprache unserer Zeit zu bleiben – quasi „aus Kacke Bonbons machen lässt“.

Kein Startup, dass nicht irgendwas mit „Blockchain“ macht, kein Unternehmen, das nicht dringend irgendwelche Prozesse auf „Blockchain-Technologie“ umstellen muss, keine Branche, die nicht aus „Blockchain“FOMO heraus in blinden Aktivismus verfällt, egal, wie unsinnig das Ergebnis ist. Über die Könige des Blockchain-Bullshit-Bingos  habe ich ja bereits geschrieben, wenngleich dieser Titel mittlerweile noch viel, viel mehr Leuten und Unternehmen zustehen würde.

Wobei aber auch hier Hoffnung besteht. Manche Leute lernen eben sehr, sehr langsam. Aber sie lernen.

Nichtsdestotrotz hält der „Blockchain“-Marketing-Hype weiter an. Die über die Blockchain 2.0-Projektplattformen generierten Token und Konzepte haben immerhin allein dieses Jahr unter dem Kürzel ICO (steht für „Initial Coin Offering“) Investitionen in Höhe von mehr als drei Milliarden(!) US-Dollar auf sich vereint.

Dass nicht ein einziges dieser ICO-Projekte seine Existenz bisher durch ein funktionierendes Produkt und eine reale Nachfrage danach gerechtfertigt hat – geschenkt. Dafür zerstreiten sich aber die Verantwortlichen, verschwinden mit dem eingesammelten Geld oder haben ihren ICO gleich von einem Steuerparadies aus hochgezogen, weil klar war, dass die Aufsichtsbehörden früher oder später ein sehr kritisches Auge auf den ICO-Hype werfen werden.

All das erinnert stark an die Gier-Entartung der Altcoin-Welle in ihrem Endstadium und man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass die Voraussetzungen immer schlechter werden, um mit einem neuen Blockchain 2.0-Projekt noch so richtig fett Kohle zu machen. So langsam ist das Thema nämlich durch, denn zurecht werden die Stimmen der Kritiker lauter, die nach den Ergebnissen fragen, die erneut in all den fancy Whitepaper vollmundig versprochen wurden.

Doch da die Palette vorzeigbarer Resultate in dieser Hinsicht eher dünn ist, sind findige Geschäftsleute nun eben dabei, eine neue Krypto-Klasse ins Leben zu rufen, mit der sich erneut wieder richtig viel versprechen und Geld machen lässt, ohne am Ende tatsächlich auch ein Ergebnis liefern zu müssen: die Bitcoin-Klone.

Die Dritte Welle: Bitcoin-Klone

Hierbei handelt es sich nun um eine ganz neue Mode. Zwar wird wie bei den Altcoins eine komplett eigene Kryptowährung ins Leben gerufen oder diese mit Hilfe der Infrastruktur von Blockchain 2.0-Projekten erzeugt, doch gibt es einen entscheidenden Unterschied. Während sich Altcoins und Blockchain 2.0-Projekte noch ganz bewusst und explizit von Bitcoin als der digitalen Leitwährung und dem Blockchain-Vorzeigeprojekt abzugrenzen versuchen, suchen die Bitcoin-Klone vielmehr ganz bewusst die Nähe von Bitcoin.

Das wird zum einen durch die Übernahme des Namens deutlich, geht aber soweit, dass insbesondere von Seiten von Bitcoin Cash mit großem Marketingaufwand  immer wieder ganz gezielte Nebelkerzen gezündet werden, um die Menschen zu verwirren, welches Bitcoin den nun das echte sei. Zum Beispiel durch Radiowerbung oder bewusst irreführende Tweets.

Diese Vorgehensweise ist jedoch insofern höchst irrational, da dadurch eine mögliche Massenadaption von Bitcoin maßgeblich behindert und verzögert wird. Denn wenn die Leute noch nicht einmal Bitcoin verstanden haben, werden sie wohl kaum anfangen, zwei Bitcoins zu verstehen. Oder ist das jetzt nur eines? Oder wie oder was?

Immerhin wurden schon eine ganze Menge Bitcoin Cashs an Segwit-Adressen gesendet. Bitcoin Cash hat aber Segwit als technische Erweiterung gar nicht implementiert, sondern nur das ursprüngliche Bitcoin. Dementsprechend können die Coins nun nicht mehr ohne den massiven Eingriff Dritter von diesen Adressen zurückgeholt werden. Aber das ist eben der Usability-Preis, den man zahlen muss, wenn man Bitcoin klont. Dann sehen sich die Adressen eben zum Verwechseln ähnlich und man setzt die eigenen Nutzer einem Risiko aus, das warum noch einmal nötig ist?

Antwort von Bitcoin Cash-Jesus Roger Ver: Aus Prinzip!

Im Windschatten dieses Bitcoin-Bitcoin Cash-Konflikts sind nun jedenfalls eine ganze Reihe anderer Klon-Projekte entstanden, die ebenfalls alle vom guten Namen „Bitcoin“ profitieren und Teil vom Marktkapitalisierung-Kuchen abhaben oder gleich ihren eigenen Bitcoin-Franchise-Kuchen backen wollen. Bitcoin Cash ist das noch einigermaßen gelungen, Bitcoin Gold schon deutlich weniger.

Ist aber auch kein Wunder, denn über den Sinn dieser Bitcoin-Klone muss man nicht streiten. Es gibt nämlich keinen, außer damit Geld machen zu wollen oder andere persönliche Interessen umzusetzen (wie bspw. Fehden auszutragen).

Fest steht jedoch schon jetzt, dass auch die Ära der Bitcoin-Klone in absehbarer Zeit wieder zu Ende gehen wird. Wie bei den Altcoins und den Blockchain 2.0-Projekten gibt es, wenn überhaupt, nur sehr, sehr wenig Platz neben Bitcoin, wenn es kein hinreichendes Alleinstellungsmerkmal gibt. Selbst bei Bitcoin Cash ist das nicht vorhanden, denn es wird zwar viel Geld in Marketing investiert, aber eine wirkliche Roadmap, wohin es mit diesem Bitcoin-Klon langfristig gehen soll, existiert nicht. Genauso wie die Kompetenz solch einen Plan mit Innovation anzureichern und technisch schließlich auch umzusetzen. (Das heißt aber nicht, dass es Bitcoin Cash nicht noch eine Weile geben wird.)

Bitcoin ist und bleibt der Ursprung von allem

Doch kehren wir gedanklich noch einmal zu dem Bild der drei Wellen zurück, durch die sich überlagernd das Krypto-Ökosystem in den letzten Jahren immer mehr erweitert hat und noch immer erweitert. Interessant daran ist doch zu beobachten, dass alle diese Wellen immer den selben Ausgangspunkt hatten: Bitcoin.

Sämtliche Altcoins sind aus Bitcoin entstanden, sämtliche Blockchain 2.0-Projekte sind aus Bitcoin abgeleitet und die Klone sind sogar wieder näher an Bitcoin herangerückt, wo alle anderen Projekte zuvor die Abgrenzung gesucht haben. Das ist bemerkenswert. Ganz vereinzelt hat es zwar hier und da ein Projekt geschafft, selbst zu einem Ausgangspunkt für einen Ableger zu werden (Ethereum und Ethereum Classic / Bitcoin Cash und Bitcoin Clashic), aber über die Zeit hinweg betrachtet, muss man sagen, dass es nach wie vor nur ein einziges Projekt gibt, an dem sich im Prinzip alle der mehr als 1000 Altcoin-Blockchain-ICO-Klon-Variationen orientieren: Bitcoin.

Es ist daher davon auszugehen, dass auch die nächste Welle von Krypto-Projekten, egal wie diese dann heißen und aussehen werden, auch wieder von Bitcoin ausgehen wird.