Archiv der Kategorie: Spielereien

Die schlechtesten Bitcoin Miner aller Zeiten

Über Ken Sherriff, der zeigt, wie man mit 0,67 Hashes pro Tag Bitcoins mit Zettel und Stift errechnet oder historische Lochkarten-Hardware für das Mining verwendet, habe ich immer wieder mal berichtet.

Nun bin ich durch Zufall auf einer anderen Netzkultur-Seite auf einen Artikel über schlechte bzw. sehr umständliche Bitcoin-Miner gestoßen, der ebenfalls Ken Shirriffs arbeiten auflistet, aber eben auch noch zwei mir bislang unbekannte.

Bitcoin Mining mit Taschenrechner und Stempel

Denn mittlerweile haben Martín Nadal und César Escudero Andaluz in ihrem Projekt Bittercoin auch einen alten Taschenrechner zum sympathisch nerdigen, aber ansonsten leider furchtbar schlechten Bitcoin-Miner umgerüstet.

Noch besser finde ich aber eigentlich ihr aktuelles Projekt Bitcoin of Things, in dem ein Stempel zu einem Miner umfunktioniert wurde. Ein Stempel! Das Tolle: Dieser macht das Mining wieder zu echter Handarbeit und verleiht dem Begriff Proof of Work eine ganz praktische Bedeutung.

Wenn es jetzt noch jemandem gelingt, Bitcoin-Mining endlich mit einem Fidget Spinner zu betreiben, dann würde die Hashrate vermutlich ebenso durch die Decke gehen, wie der Bitcoin-Kurs in den letzten Monaten.

Die einflussreichsten Bitcoiner als Tweet-Sammelkarten

Mein Lieblings-Twitteraccount der letzten Wochen ist @WeRateBitcoiner. Dort widmen die Macher den einflussreichsten Personen der Bitcoin-Sphäre jeweils einen einzigen Tweet, in dem sie ihn/sie kurz vorstellen und eine Bewertung in Form von Punkten abgeben. Das sieht dann in etwa so aus:

Wie ein Panini-Sammelheft. Nur mit Bitcoinern. Und auf Twitter

Nun ist das Prinzip nicht neu. Den WeRateDiesundDas-Trend gibt es ja schon länger. Diese Bitcoiner-Variante ist dennoch durchaus bemerkenswert.  Nicht nur bekommt man eine umfassende Liste, wem man beim Thema Bitcoin unbedingt auf Twitter folgen sollte – das kann gerade aktuell in einer der heißesten Phasen der Bitcoin-Scaling-Debatte von großem Vorteil sein – sondern jeder einzelne Tweet ist darüber hinaus gleichsam unterhaltsam wie lehrreich. Selbst für mich, der ich mich mittlerweile eigentlich ganz gut auskenne.

Satoshi, bist du das?

Wer hinter dem Account steht, ist nicht bekannt. Fest steht aber: Hier macht sich also jemand wirklich große Mühe und verpackt seine umfassende Kenntnis über die Geschichte von Bitcoin und die Leute, die diese beeinflusst und vorangetrieben haben, gekonnt in 140 Zeichen. Satirisch, neckisch und immer mit einem Augenzwinkern.

Was für die wilde These steht, dass vielleicht Satoshi selbst den Account betreibt – immerhin hat er sowohl das nötige Fachwissen als auch die Eloquenz Dinge kurz und präzise auf den Punkt zu bringen – ist die Tatsache, dass der prominent angeheftete Tweet ganz oben ihn selbst, Satoshi Nakamoto, bewertet. Besser kann er den Verdacht doch nicht von sich selbst lenken, oder?

Anderseits muss das auch nichts heißen, denn auch bei jedem anderen Betreiber hätte Satoshi Nakamoto diese Position verdient. Insofern kann man das Spekulieren auch sein lassen und sich einfach an ein paar der besten WeRateBitcoiner-Tweets erfreuen.  Hier eine Auswahl:

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Hätteste mal lieber Bitcoin gekauft …

Auf den ersten Blick erscheint das, was BitcoinInstead.com macht, beliebig und banal: Es rechnet aus, wie viel Geldwert man heute besäße, wenn man, anstatt ein neues Smartphone zu kaufen, das Geld zum damaligen Zeitpunkt in Bitcoins investiert hätte.

Ich selbst komme dabei noch ganz gut weg. Meine rund 350 Euro von damals wären jetzt „nur“ rund 1850 Euro wert. Wer dagegen gerade ein iPhone 4s in den Händen hält, muss überlegen, ob der Kauf des Smartphones die halbe Million wert gewesen ist, die man jetzt besäße, wenn man das Geld damals in rund 200 Bitcoins investiert hätte, statt in ein Statussymbol, das so schnell an Wert verliert. Nach drei Jahren ist so ein Ding nämlich abgeschrieben.

Mehr als nur Hättendetten

Und genau hier liegt das, was mich dann doch an BitcoinInstead.com begeistert. Unter der vermeintlichen Hätte-hätte-Fahrradkette-Oberflächlichkeit verbirgt sich nämlich eine kleine aber feine Kapitalismuskritik.

Denn gerade Smartphones mit ihren übertrieben kurzen Erneuerungszyklen sind ein schönes Beispiel, wie Hype und Marketing das subjektive Interesse (Geld machen, Statussymbol etc.) unverhältnismäßig stark über kollektive Interessen (Umweltschutz, verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen, Arbeitnehmerrechte und soziale Standards in den Produktionsländern etc.) erheben.

Wenn Bitcoin daher Menschen dazu bringt, ihren Smartphone-Konsum kritisch zu reflektieren, dann ist das gut. Mal ganz davon abgesehen, dass BitcoinInstead eine von potentiell unendlich vielen Datenspielereien ist, die man mit den offenen Daten von Bitcoin machen kann. Bitte mehr davon!

Ride the Bitcoin-Rocket-Rollercoaster

Wer sich dieser Tage einen schnellen und nerdig-sympathischen Überblick über den aktuellen Bitcoin-Kurs verschaffen will, der sollte, wie ich, bitcoinrollercoaster.com permanent in einem Tab geöffnet halten.

Der Bitcoin-Rollercoaster weiß immer, was zu tun ist

Denn egal, ob der Kurs-Ritt gerade mal wieder Richtung Mond zeigt oder doch wieder nach unten – irgendwie macht die Seite immer gute Laune. Was vielleicht auch an den, egal wie der Kurs ist, immer optimistischen Sprüchen liegt, die wechselnd eingeblendet werden. Das liest sich über die Zeit dann etwa so:

„$10K INCOMMING!“ ,

„GREEN!“,

„HODL!“,

„BUY THE DIP!“

„TO THE MOON!“ ┗(°0°)┛

… und mehr braucht man doch eigentlich auch nicht zu wissen, oder?

($=1 -> $=0) Oder: Der schnellste Weg eine Regierung zu stürzen

Man kann von Rick and Morty halten, was man will. Eklig, abgefahren, grandios und WTF! sind nur ein paar Beschreibungen, die mir beim Schauen der Serie immer wieder durch den Kopf gehen.

Was man jedoch zweifelsohne über Rick and Morty sagen kann: In Bezug auf Storytelling hat in dieser Serie eine Klasse erreicht, die ihresgleichen sucht. Dicht, verwoben, begeisternd und voller subtilem Tiefgang, mit dem der Finger immer präzise in die Wunde gelegt wird.

Nehmen wir zum Beispiel die Frage, wie man die intergalaktische Regierung am schnellsten vernichtet. Krieg und Konflikt? Viel zu umständlich. Wesentlich wirkungsvoller ist es, mal eben den Wert der zentralisierten Währung zu manipulieren. Nach unten. Die Folgen davon sehen dann in etwa so aus:

Das Ganze ist natürlich vollkommen fiktiv und könnte in der Realität niemals passieren. Niemals.

Wer sich mehr für das Storytelling-Konzept des Rick and Morty-Schöpfers Dan Harmon interessiert (es lohnt sich wirklich!) findet hier mehr Informationen.

R.I.P. all ihr Altcoins

Ich weiß nicht, wer sich die Seite altcoinobituaries.com ausgedacht hat, aber ich mag den Humor. Denn dort werden in trefflich pointierten „Todesanzeigen“ einige der prominenteren Altcoins verbal zu Grabe getragen, die rückwirkend betrachtet doch nicht hielten, was mitunter vollmundig versprochen wurde. Darunter zum Beispiel:

  • Dogecoin – „Dogecoin! You were fun. We’re sorry your cute face couldn’t save you!“
  • Steem – „Steem was a revolutionary new way to write articles on the internet and lose money at the same time.“
  • Auroracoin – „All of Iceland is using it. We promise!!!!!!“
  • Namecoin –  „Namecoin, we’re sorry to see you go. We actually kind of liked you“ 
  • Vericoin –  „Looks like the zombie tried to come back a few times, but ultimately fell into its grave.“ und viele mehr.
Lieber ein Ende mit Schrecken …

Das muss man nicht mögen und kann bei dem ein oder anderen Projekt auch anderer Meinung sein, aber die jeweiligen Kursdaten, die ebenfalls angezeigt werden, sprechen schon irgendwie für sich.  Vor allem aber ist es gut, dass jemand sich mal traut, all die gescheiterten „Experimente“ für gescheitert zu erklären.

altcoin obituaries peercoin (1)
Auch Peercoin wird offiziell für tot erklärt
Totgesagte leben länger

Der einzige Altcoin, bei dem die virtuelle Todesanzeige auf altcoinobituaries.com aber vielleicht doch etwas zu früh kam, ist Litecoin, das in den letzten zwei Wochen ein recht ordentliches Comeback erlebte.

Vielleicht lohnt sich also doch auch bei dem ein oder anderen vermeintlich totgesagten Projekt noch ein Fünkchen Hoffnung? (Ja, ich schiele auf dich, Dogecoin! Raffst du dich auf und steigst noch einmal in das Rennen ein?)

Deep inside Bitcoin-Hardware-Wallets

Ich bin vor Kurzem im Netz auf stellaw.info gestoßen, einen nerdigen Blog, auf dem sich gbg sehr intensiv mit Hardware-Wallets auseinandersetzt und diese auf Herz und Nieren überprüft. Inklusive auf- und ggf. kaputt machen, versteht sich.

Bitcoin-Wallets: Aufmachen, anschauen, selber bauen

Bemerkenswert ist dabei nicht nur die Passion, mit der er sich den Geräten widmet oder eigene Projekte durchführt (wie bspw.
I built my own Trezor clone: DINOSAUR HIPHOP ZERO
), sondern auch, wie viele Modelle er schon getestet hat, von denen ich bislang noch nie etwas gehört habe.

Wobei das eine aber auch mit dem anderen zu tun haben könnte. Denn gbg ist zu Recht durchaus kritisch. Aber genau das macht seine Arbeit so wertvoll. Denn wer will seine Bitcoins schon einem Stück Technik anvertrauen, das niemand auf Herz und Nieren geprüft hat?

Bitcoin-Bastler aus Leidenschaft

Fun fact: Eine früheres Projekt von gbg war es, seine uralte NES-Spielekonsole in einem Bitcoin-Miner zu verwandeln. Nicht wegen des Profits, sondern einfach, weil es möglich ist. Und um dieses Projekt wiederum ging es vor mehr als drei Jahren im allerersten Beitrag hier im Blog.

Blockchain 3.0 – Der Whitepaper-Generator

Eine der weit verbreiteten Fehlinformationen über „Blockchain-Projekte“ ist, dass man, um ein solches ins Leben zu rufen, tatsächlich eine innovative Idee bräuchte. Oder fundierte Kenntnisse in Kryptographie. Oder ein hochqualifizierter Entwickler sein muss. Oder Ökonom. Also quasi Satoshi Nakamoto, nur besser. Satoshi Nakamoto 2.0. Oder am besten gleich 3.0!

Ein „Blockchain-Projekt“ braucht nicht viel

Letztendlich ist das alles aber ganz schön hoch gegriffen, wenn man doch eigentlich nur ein bisschen schnelles Geld machen will. Mit möglichst wenig Aufwand, versteht sich. Zumal die anhaltende Schwemme von ICOs (Initial Coin Offerings) inhaltsleerer „Blockchain-Projekte“ zeigt: das braucht man doch alles gar nicht.

Was man braucht, ist eine shiny, shiny Website, die hübsch aussieht und ganz viel verspricht, einen Social-Media-Fön, der den öden 0815-Standard-Scheiß zum nächsten richtig heißen Scheiß™ aufpustet und natürlich ein grundsolides Whitepaper,  in dem die Vision und der Weg dahin glasklar formuliert ist. Letzteres ist wahrscheinlich der aufwändigste Punkt, denn ohne Whitepaper geht es nun wirklich nicht.

Zum Glück muss man sich darum jetzt auch keine Sorgen mehr machen, denn mit dem Blockchain 3.0 Whitepaper Generator von Koinster lässt sich auch das nun mit wenigen Klicks zusammenstellen.

Jetzt das The Coinspondent-Whitepaper lesen!

Ich hab das direkt ausprobiert und präsentiere hiermit das offizielle The Coinspondent-Whitepaper mit dem knackigen Titel: Deine Muddi: Secure Decentralised Generalised One-time Ring Signature Peer-to-Peer Scalable Off-Chain Untraceable Electronic Instant Cash System and MimbleWimble Transaction Ledger Consensus Algorithm

deine muddi blockchain
Zum Lesen klicken
Deine Muddi hat ’nen Feuchten Händedruck

Auf 105 Seiten (kürzer ging es wirklich nicht!) wird dort sachlich, logisch und absolut überzeugend argumentiert, warum es eine absolut gute Idee ist, ich sag mal 1000 Bitcoins oder besser noch mehr an diese Spendenadresse zu schicken. Immerhin bekommt ihr dafür eine wirklich einmalige Kryptowährung, mit ganz besonderen Eigenschaften, wie die folgenden Whitepaper-Auszüge ja bereits überzeugend zeigen.

„Feuchter Haendedruck“ is the main internal crypto-fuel of Deine Muddi, and is used to pay transaction fees.“

„Users would thus need to „activate“ their accounts with Feuchter Haendedruck, but once the Feuchter Haendedruck is there it would be reusable because the contract would refund it each time.“

„Suppose that the contract’s storage starts off empty, and a transaction is sent with 10 Feuchter Haendedruck value, 2000 gas, 0.001 Feuchter Haendedruck gasprice, and 64 bytes of data, with bytes 0-31 representing the number 2 and bytes 32-63 representing the string CHARLIE.“

Also los! Öffne deine Wallet und

Unterstütze Deine Muddi!

Die obligatorische Social Media-Kampagne hab ich übrigens auch schon gestartet.

Unterstütze deine Muddi

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Bigger than bitcoin

Enter the Blockchain! Der Virtual-Reality-Blockexplorer

Ich hätte nicht gedacht, dass es soweit kommen würde, aber spätestens jetzt müssen wir Blockexplorer wohl als eigene Mediengattung definieren.

vr blockexplorer bitcoin

Denn was ursprünglich mit blockchain.info, blockr.io etc. als einfache Schnittstelle zwischen dem menschlichen Nutzer und seinem Computer auf der einen Seite und den kryptischen Rohdaten der Blockchain auf der anderen begann, wird zunehmend hübscher, komplexer und interaktiver.

Feel the blockchain. Be the blockchain.

Nun ist also auch der erste Virtual-Reality-Blockexplorer in Arbeit und wie dieses Vorab-Video zeigt, wird das wohl eine erstaunlich unterhaltsame Angelegenheit. Oder wie es dieser Dialog auf Reddit beschreibt: „it can´t get more geeky.“ – „Yes it can. I didn’t see him try to mine for blocks.“

Bitcoin Traffic – Willkommen auf dem Blockchain-Highway

Reddit-User spottedmarley hat mit Bitcoin Traffic eine optisch sehr ansprechende Visualisierung von Bitcoin-Transaktionen gebastelt. Oder wie er es nennt: „My Artsy Fartsy Bitcoin Traffic Visualization Thingy“. Und das trifft es ziemlich gut.

Bitcoin Traffic blockchain highway (1)
Bitcoin Traffic – Kein Stau auf dem Blockchain-Highway
Kein Stau auf der Blockchain. Aber davor.

Das Wort „Traffic“ ist dabei wörtlich zu nehmen – den die Transaktionen werden durch (Auto-)Scheinwerfer dargestellt, die über ein virtuelles Autobahnkreuz flitzen. Das wirkt erstaunlich beruhigend und meditativ, denn der Verkehr ist überschaubar und kein Stau in Sicht.

Das wiederum bildet jedoch nicht ganz die Realität ab, denn auf diesem Blockchain-Highway mag es zwar ruhig zugehen, durch die andauernde Scaling-Debatte wissen wir jedoch: Die Zubringer sind verstopft, weil immer mehr Fahrzeuge auf die Autobahn wollen. Es werden aber nur maximal sieben pro Sekunde draufgelassen. Wegen des anhaltend großen Andrangs steigt daher auch die Maut, um auf die Bitcoin-Autobahn drauf zu kommen.

Gute Metapher – viele Ideen

Nichtsdestotrotz ist Bitcoin Traffic eine wirklich schön gemachte Visualisierung und wenn nur die Hälfte der Vorschläge umgesetzt werden, die begeistert auf Reddit diskutiert werden, dann kann man das glatt dauerhaft auf einem zweiten Monitor laufen lassen:

„Brilliant. Now for the obvious unsolicited input:
1) size of car based on size of transaction
2) color of car based on country of transaction
3) speed of car based on transaction fee paid
4) new blocks confirmed add to building size in background
5) current price on a billboard on side of road
Enjoy!“

„I can do sound too, so my idea for representing TX size is to give each TX a horn honk … from a tiny quiet beep for tiny TXs to a semi truck woooooonk for big ones 🙂
i like the billboard idea … or maybe one of those big traffic displays you see on the highway .. „15 minute travel time to MOON!“