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Der junge Vogel fängt den Bitcoin

Drüben bei paymentandbanking.com ist vor kurzem der Artikel Bitcoin – Das Geld der kommenden Generationen erschienen, in dem die These aufgestellt wird, dass es vor allem die jungen Leute sind, die sich mit Bitcoin auseinandersetzen, es annehmen und nutzen.

Die Digital Money Natives sind kein neues Phänomen

Das ist jetzt keine ganz neue Idee. Ich habe hier im Blog immer mal wieder über die Digital Money Natives geschrieben und auch eine Umfrage der Bundesbank deutete schon vor drei Jahren stark in diese Richtung.

Dennoch ist es wichtig immer wieder darauf hinzuweisen. Denn die Digital Money Natives werden nicht nur mit jedem Tag mehr (und in absehbarer Zeit sogar in der Mehrheit sein), sondern sie vollbringen in puncto Bitcoin auch jetzt schon ganz außerordentliche Leistungen.

Early Bird front
Early Bird Gets The Bitcoin: Auf knapp 80 Seiten alles, was Kind man über Bitcoin wissen muss

So wie Andrew K. Courey, der es leid war, immer dieselben Fragen zu Bitcoin beantworten zu müssen, sich daher kurzerhand hinsetzte und mit elf Jahren alles aufschrieb, was er zu dem Zeitpunkt über Bitcoin wusste.

Bitcoin? Ist doch kinderleicht!

Herausgekommen ist dabei das Buch Early Bird Gets The Bitcoin. The Ultimate Guide To Everything About Bitcoin, ein kompakter Ratgeber für Bitcoin-Neulinge jeden Alters.

„This is my attempt to provide that one place to start – a true introduction to Bitcoin. To summarize the answers to a few of these questions.
– Yes, you should care
– No, you are not to late
– Yes, this is a huge deal that could change the world, though it is still to early to know how huge.“

Einblicke in die Lebenswelt einer neuen Generation

Das Besondere an diesem Büchlein ist nun weniger der Inhalt, der insgesamt treffend und verständlich ist, sich gut ließt und nur bei ein paar Details Fehler enthält. Viel bemerkenswerter ist hingegen die Perspektive und Einstellung aus bzw. mit der Andrew sich seinem Thema gewidmet hat.

Early Bird back
Einfach mal ein Buch über Bitcoin schreiben? Der 11-jährige Andrew hat es gemacht.

Die sagt nämlich viel mehr über eben diese Digital Money Natives aus, die Generation, die gemeinsam mit Bitcoin oder sogar erst danach das Internet mit all seinen Möglichkeiten als nicht wegzudenkende Infrastruktur unserer Gesellschaft kennen und nutzen lernt. Ein Beispiel:

„There is a public document that tracks all of the Bitcoin transactions ever in the history of Bitcoin – this is called a blockchain. Think of it as a public Google Docs file that everyone has access to. This is very powerful, because you cannot fake a transaction that everybody using Bitcoin can see.“ 

Das Schlüsselwort hier ist Google Docs file„, eine einfache und kostenlose Möglichkeit, gemeinsam im Internet Dokumente zu erstellen und zu verwalten, die ebenfalls vor allem von jüngeren, netzaffinen Menschen genutzt wird, die nicht an ihrer einst mühsam erworbenen Microsoft Word-Kompetenz kleben.

Dass Andrew hier also mit einem Begriff arbeitet, der seiner unmittelbaren Lebenswelt entspringt und nicht auf die unter Erwachsenen weit verbreitete, zwar korrekte aber eben auch etwas dröge Verteilte Datenbank-Analogie zurückgreift, steht exemplarisch für die offene und unvoreingenommene Herangehensweise der Digital Money Natives: Wichtiger als das, was war, ist das, was ist, und das, was kommt.

Nicht die Alten, sondern die Jungen erarbeiten die Zukunft

In diesem Kontext wird Bitcoin als (aus Digital Money Native Sicht) bereits lange und beständig existierendes Phänomen mit großem Zukunftspotential an sich gar nicht mehr in Frage gestellt. Und in zeitgemäßen Erklärungen wird zudem mit Vergleichen gearbeitet, die ebenfalls bereits Teil der aktuellen digitalen Lebenswelt sind. Dass diese Lebenswelt für Nicht-Digitale Money Natives mitunter zu unkritisch, befremdlich und futuristisch erscheinen mag, ist ganz normal. Das nennt man alt werden.

Wer zumindest geistig dagegen angehen will, der sollte es vielen anderen gleich tun und mal einen Blick in Andrews Buch werfen. Rund 1500 Mal wurde Early Bird Gets The Bitcoin bereits in insgesamt 13 Länder verkauft. 24 Exemplare gingen dabei bisher nach Deutschland.

Dass er dabei für sein Buch mit Kindle Direct Publishing ganz selbstverständlich ein Angebot nutzt, das viele Ältere vermutlich nicht kennen, befremdlich und/oder futuristisch finden, passt am Ende auch ganz hervorragend.

Blockchain Grundlagen – Schritt für Schritt die Blockchain verstehen

Ich habe selten ein Buch gelesen, dessen Titel so exakt den Inhalt widerspiegelt wie Blockchain Grundlagen. Eine Einführung in die elementaren Konzepte in 25 Schritten von Daniel Drescher. Erst recht keines, das im Titel „irgendwas mit Blockchain™“ machte.

Denn die Erfahrung zeigt: nicht nur Projekte und Unternehmen, sondern auch Bücher, die „irgendwas mit Blockchain™“ machen – davon gib es mittlerweile eine ganze Reihe –  neigen zu einer überdurchschnittlich hohen Bullshit-Quote. Bei Blockchain Grundlagen ist das jedoch erfreulicherweise anders. Genau das macht es zum ersten „Blockchain“-Buch, das ich mit konstanter Begeisterung gelesen habe.

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Was ist Was: Geld – Bitcoin für Kinder erklärt

Ich habe Anfang des Jahres im Auftrag einer Bank 120 Quizfragen für Kinder und Jugendliche zum Thema Geld miterarbeitet. Das war eine größere Herausforderung, als man denkt. Das Quiz sollte ja nicht langweilig werden, nicht zu leicht und nicht zu schwer sein, genügend Aha-Momente bieten und letztlich aber auch informativ und didaktisch anspruchsvoll sein.

Was ist Was (Band 78): Geld. Vom Tauschhandel zum Bitcoin

Als nun neulich das Was ist Was-Buch Geld. Vom Tauschhandel zum Bitcoin auf meinem Schreibtisch landete, dachte ich schon nach wenigen Seiten: Wow, wie viel schneller wäre ich mit der Recherche gewesen, wenn ich damals schon dieses Buch gehabt hätte.

Denn dieser Was ist Was-Band bietet zwischen den kurzweiligen und abwechslungsreichen Hauptthemen (von der Produktion des Geldes über seine Historie und internationale Variationen bis hin zum Umgang der Gesellschaft mit Geld) jede Menge „Angeberwissen“, „Schon gewusst?“ und „Funny Facts“, sodass man auch als Erwachsener das Buch so schnell nicht mehr aus der Hand legt, wenn man einmal mit blättern begonnen hat.

Was ist Was - Bitcoin 2
Bitcoin auf einer Seite zusammengefasst. Zum Lesen bitte kaufen. Kostet nur 9,95 Euro
Ideal für Neugierige jeden Alters

Dass der aktuelle Band dabei auf der letzten Doppelseite mit dem Thema Zukunft des Geldes auch auf Bitcoin und andere Kryptowährungen eingeht, ist konsequent und erfreulich gleichermaßen. Denn dass Bitcoin nicht wieder verschwinden wird, kann heute niemand mehr ernsthaft bestreiten. Insofern muss das Thema unbedingt auch standardmäßiger Teil der Kinder- und Jugendbildung werden. Wenn das auf so unterhaltsame Weise wie hier passiert, umso besser.

Wer also auf der Suche nach einem Geschenk ist oder selbst sein Wissen rund um das Thema Geld erweitern will, dessen letztlich logische Weiterentwicklung Bitcoin ist, kann hier getrost zugreifen. Zumal 9,95 Euro dafür ein wirklich fairer Preis ist. Ich jedenfalls, weiß jetzt, wo ich beim nächsten Quiz nach Material für gute Fragen suche.

Partnerlink: Was ist Was (Band 78): Geld. Vom Tauschhandel zum Bitcoin, Tesloff 2017, 47 Seiten, 9,95 Euro

Du fragst: Warum Bitcoin? Ich sage: Lies dieses Buch!

Bitcoin zu verstehen, ist nichts, was man mal eben nebenbei machen kann. Im Gegenteil: Bitcoin als ein sich beständig erweiterndes, facettenreiches Phänomen zu durchschauen, erfordert nicht nur einiges an Zeit und Muße, sondern vor allem gute Quellen.

Von denen gibt es (deutschsprachig) bislang aber nicht wirklich viele: Eine Handvoll Blogs, die aktuell berichten. Unregelmäßige Artikel und Berichte in den „traditionellen“ Medien (vor allem, wenn der Bitcoin-Kurs wie derzeit mal wieder im Achterbahn-Modus nach oben tendiert). Dazu noch ein paar lesenswerte Newsletter, nerdige Foren, Podcasts, Meetup-Treffen und das war es dann aber auch schon.

Klar, seit 2014 gibt es auch Jörg Platzers durchaus lesenswerte Bitcoin-Einführung Bitcoin kurz und gut. Aber das Büchlein ist inhaltlich nun auch schon deutlich in die Jahre gekommen und, wie der Titel schon sagt, eben auch sehr kurz.

Was bislang fehlte: ein gutes Bitcoin-Grundlagen-Buch

Was also seit langem fehlt, ist ein aktuelles Buch, das es schafft, einen umfassenden Status Quo des sich beständig weiterentwickelnden Phänomens Bitcoin zu beschreiben und sinnvoll einzuordnen. Solch ein Buch zu schreiben, ist indes keine leichte Aufgabe. Vor allem, wenn es das Ziel sein soll, nicht nur Nerds und Fanboys anzusprechen, sondern Bitcoin einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Elfriede Sixt gelingt mit ihrem Buch Bitcoins und andere dezentrale Transaktionssysteme genau das: einen umfassenden Überblick zu bieten, ohne dabei aber zu oberflächlich zu bleiben. Das ist erfreulich. Denn wenn mich nun Interessierte nach einem guten und substantiellen Einstieg ins Thema Bitcoin fragen, verweise ich ab jetzt auf dieses Buch. Die knapp 200 Seiten beinhalten nämlich alles, was sich zu dem Thema derzeit sinnvoll in Buchform zusammentragen lässt. Wenngleich das Medium selbst für Punktabzüge sorgt.

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Digital Gold – Bitcoin spannend wie ein Krimi

Da es hier auf der Seite ja gerade etwas ruhiger zugeht, hier eine aktuelle Lesempfehlung, mit der sich die Wartezeit ganz hervorragend überbrücken lässt: Digital Gold von Nathaniel Popper

Wobei ich schon sehr skeptisch war, als ich das Buch in den Händen hielt. Der New York Times-Reporter hatte im Mai diesen Jahres im Rahmen der Veröffentlichungspromo einen Artikel aus ebendiesem Buch für die reichweitenstarke Zeitung exzerpiert, auf dessen Grundlage er Nick Szabo als Mastermind hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto identifizierte. Ich halte das aus medienethischen Gründen noch immer für eine schlechte Entscheidung. Warum, kann man hier nachlesen.

Digital Gold – trotzdem ein bemerkenswertes Buch

Nathaniel Popper hatte also keinen guten Start bei mir. Und doch hat er es geschafft mich mit Digital Gold in kürzester Zeit zu begeistern und so sehr in seinen Bann zu ziehen, dass ich mich im Sommerurlaub (der ja eigentlich auch Urlaub vom Bitcoin-Business war) regelrecht zwingen musste das Buch auch mal wieder aus der Hand zu legen. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass man die Geschichte von Bitcoin so spannend erzählen kann.

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Bitcoin-Sommerlektüre – 12 Lesetipps

Der Sommer steht vor der Tür und für viele ist das die ideale Zeit am Strand, am See oder im Garten liegend mal wieder ein gutes Buch zu lesen. Aber welches Buch soll es sein? Und gibt es da nicht was zu unser aller Lieblingsthema Bitcoin?

Bitcoin-Bücher für den Sommer

Es gibt! Und um euch die Auswahl zu erleichtern, habe ich pünktlich zum Sommer die Unterseite Bücher & Literatur in der hiesigen Bitcoin-Mediathek überarbeitet und aktualisiert. Denn ich selbst lese sehr gerne Bücher, die sich direkt oder indirekt mit Bitcoin befassen und mittlerweile hat sich ein ganzer Stapel angesammelt, von dem das ein oder andere auch für euch interessant sein könnte.

Immerhin ist wirklich alles dabei. Vom Sachbuch über Romane bis hin zum Comic. Dabei ist es auch egal, ob man sich selbst eher als Bitcoin-Experte oder Laie bezeichnen würde. Es gibt Fachliteratur für Gründer und Software-Entwickler, aber auch richtig gut und unglaublich spannend erzählte Bitcoin-Geschichten, für die man keinerlei Vorwissen braucht.

Zwar habe ich noch nicht zu allen Büchern eine ausführliche Rezension geschrieben, denn auch ich brauche Zeit zum Lesen, aber das soll euch ja nicht daran hindern parallel auch schon mal reinzulesen.

Lesen macht schön und gutes Karma

Einen kleinen Hinweis noch in eigenes Sache. Alle Bücher habe ich mit Amazon-Partnerlinks ausgestattet. Wenn ihr darüber bestellt, unterstützt ihr automatisch meine Arbeit hier an diesem Blog und die damit verbundenen Kosten. Denn auch ich habe die meisten der Bücher aus eigener Tasche bezahlt um sie hier vorstellen zu können.

Nun aber viel Spaß beim Lesen!

PS: Falls ihr euch nicht entscheiden könnt, nehmt Digital Gold von Nathaniel Popper. Mein persönliches Lese-Highlight des Sommers.

Digital Gold - Nathaniel Popper groß

Geld ohne Staat – eine Bitcoin-Utopie

Mit Aaron Koenigs Bitcoin. Geld ohne Staat (Amazon-Partnerlink) ist vor Kurzem das zweite deutsche Buch zum Thema Bitcoin erschienen. Im Gegensatz zu Jörg Platzer, der in Bitcoin kurz & gut. Banking ohne Banken die Grundlagen und Entstehungsgeschichte von Bitcoin vor allem aus einer technischen Perspektive darstellt, geht Koenig das Thema in seinem Buch von einem wirtschaftspolitischen Standpunkt an, der österreichischen Schule der Ökonomie.

Das verspricht eine spannende Auseinandersetzung, steht diese Theorie doch ebenso wie Bitcoin mitunter im direkten Widerspruch zu den Grundlagen der bestehenden globalen Finanzwirtschaft. Doch trotz einiger erzählerisch cleverer Kniffe, kann Koenig diese Erwartungen in Bitcoin. Geld ohne Staat nicht erfüllen. Denn das Buch ist unterhaltsam und kurzweilig. Gerade dadurch bedient es jedoch eines der Haupt-Klischees, dem wirtschaftstheoretisch argumentierenden Bitcoin-Anhängern immer wieder begegnen. An den kritischen Stellen bleibt es zu einfach.

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Cryptocurrency – Die Bitcoin-Pflichtlektüre

Vor einiger Zeit habe ich auf eine Rezension von Cryptocurrency. Wie virtuelles Geld unser Leben verändert (Amazon Partnerlink) auf Deutschlandradio Kultur hingewiesen, über die ich mich damals freute, weil sie das Thema Bitcoin auf einen sehr prominenten Sendeplatz setzte.

Cryptocurrency – Man sollte es gelesen haben

Mittlerweile habe auch ich das Buch gelesen und je weiter ich dabei kam, desto sicherer bin ich mir, dass der damalige Rezensent Volker Finkhammer das Buch nicht wirklich gewissenhaft gelesen haben kann.

Anders ist nicht zu erklären, dass seine Rezension inhaltlich und einordnend so oberflächlich geblieben ist, anstatt zu dem Fazit zu kommen, dass die beiden Wirtschaftsjournalisten Michael Casey und Paul Vigna mit Cryptocurrency das mit Abstand umfassendste, bestrecherchierte und lesenswerteste Buch zum Thema Bitcoin geschrieben haben. Und jeder, der sich in irgendeiner Weise für Bitcoin interessiert, sollte es gelesen haben.

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Bitcoin – kurz & größtenteils gut

Jörg Platzer ist einer der prominentesten Bitcoiner in Deutschland. Nun hat er ein Buch über Bitcoin geschrieben. Das war dringend notwendig, denn bisher fehlte es an fachkundiger Grundlagenliteratur, die das komplexe Phänomen Bitcoin aufschlüsselt und dem neugierigen und interessierten Publikum auf verständliche Weise nahe bringt.

Bitcoin kurz & gut. Banking ohne Banken soll diese Lücke nun füllen. Das Buch ist unterhaltsam, lehrreich und für solch ein anspruchsvolles Thema überraschend kurzweilig, überzeugt aber noch nicht hundertprozentig. Trotzdem wird „Der Platzer“ erst einmal das deutschsprachige Standardwerk zum Thema Bitcoin werden und alles in allem auch zu Recht.

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Die Jagd nach dem Bitcoin-Comic

Ich habe mir gerade mein Exemplar von Bitcoin – The Hunt for Satoshi Nakamoto vorbestellt.

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Dass es früher oder später auch ein Comic über Bitcoin geben würde, war abzusehen. An konkret diesem Projekt finde ich jedoch gleich mehrere Aspekte spannend. Zum einen handelt es sich um das erste Projekt von Swarm, einer Bitcoin-Crowdfunding-Plattform, die ich seit einiger Zeit beobachte. Zum anderen ist es eine der ersten nennenswerten Counterparty-Anwendungen.

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