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Bitcoin- & Blockchain Presseschau #93

Seit der letzten Presseschau ist wieder einige Zeit vergangen. Das liegt aber nicht am Unwillen meinerseits, aktuell über Bitcoin- und Blockchain-Themen zu berichten, sondern vielmehr daran, dass ich mir wirklich vornehme, nur die Links hier mit aufzunehmen, die den Klick (mindestens für ein paar Tage) auch wirklich wert sind.

An irgendwelchen Artikeln, Videos, Posts und Pressemitteilungen mangelt es keineswegs. Im Gegenteil – mein Postfach, RSS-Reader und sonstige Quellen sind jeden Tag proppevoll. Tendenz wachsend. Aber wenn man ehrlich ist, lohnt sich aktuell der Großteil kaum zu lesen. Zu viel Irrelevanz, zu schnell veraltet, langweilig oder oftmals letztlich nur billige PR.

Doch es gibt auch die Perlen, für die sich die Suche lohnt und die ich hier wieder zusammengetragen habe. Es reicht ja, wenn sich einer die Mühe macht, die Spreu auszusortieren. Falls du das auch so siehst und deine Zeit lieber sinnvoll einsetzt, freue ich mich wie immer über eine kleine Spende. Danke!

Bitcoin. Das Fünf-Minuten-Problem – Süddeutsche Zeitung

Ein gut geschriebener Artikel, der Bitcoin in seiner aktuellen Situation verständlich einordnet. Fazit: Es gibt durchaus vielversprechende Anwendungsszenarien, aber für den großen Durchbruch ist die Technik noch nicht ausgereift genug. Besonders gut liest sich der Artikel in Ergänzung zum gestrigen Blogpost, in dem es darum geht, wie das Berliner Bitcoin-Startup Bitwala das Geschäftsmodell der Banken angreift. In diesem Artikel wird nämlich mit Bitbond auf ein anderes Berliner Bitcoin-Startup eingegangen, das die gleiche Mission, aber eine leicht andere Ausrichtung hat.

Einzig der Schluss ist etwas zu engstirnig geraten. Es gibt bei Weitem nicht „nur zwei Szenarien“ für Bitcoin (die laut Artikel beide eher suboptimal sind). Immerhin beweist der im Bericht ebenfalls portraitierte Bitcoin-Pionier Jörg Platzer mit der dieses Wochenende im Room 77 stattfindenden S3ND – Bitcoin Wallet Standard Development Initiative ganz aktuell, dass auch an anderen Szenarien fleißig gearbeitet wird.

How an Anarchist Bitcoin Coder Found Himself Fighting ISIS in Syria – Wired

Diese Geschichte über Amir Taaki sollte man auf vielen Gründen unbedingt lesen. Nicht nur, weil Taaki ohnehin ein umstrittener Charakter ist, sondern auch, weil sie intensiv und anschaulich verdeutlicht, wie breit das ideologische Spektrum innerhalb der Bitcoin-Community ist. Den einen geht es nur ums Geld. Anderen geht es um viel, viel mehr. Genau diese Heterogenität macht Bitcoin stabil.

99% of Blockchain Startups Are Bullshit – Jamie Burke

Interessante, ausführlich erläuterte These: Reine „Blockchain-Startups“ sind mangels Geschäftsmodell zum Scheitern verurteilt. Was laut Burke jedoch funktionieren kann, ist, wenn man Blockchain als Basistechnologie mit anderen Anwendungen/Trends kombiniert: 3D, AI, Robitics etc. Als Investor hat er daher für sich den Terminus Blockchain+ entwickelt. Ein hoffnungsvolles Zeichen für das langerwartete Ende des hohlen Blockchain-Hypes.

The Bitcoin Balance of Power Poster – Audun Gulbrandsen

Audun Gulbrandsen hat sich die Mühe gemacht, die komplexe Verteilung der „Macht“ bei Bitcoin einmal detailliert aufzuschlüsseln. Denn so wie wir aus vielen Bereichen unserer Gesellschaft eine Gewaltenteilung und -verschränkung kennen – einfachstes Beispiel: Legislative, Judikative, Exekutive – sind letztlich auch bei Bitcoin verschiedene Institutionen bzw. Gruppen daran beteiligt, dass das ganze überhaupt funktionieren und langfristig Wert entwickeln kann: Nutzer, Miner, Entwickler, Wallet-Anbieter, Börsen etc.

Wer also mehr von der aktuellen Blocksize-Debatte verstehen und sich nicht nur auf twittertauglich, aber oft zu sehr vereinfachte Thesen verlassen will, sollte sich diesen Artikel durchlesen. Checks and Balances, wie es im Englischen etwas treffender beschrieben wird, ist (nicht nur im Falle von Bitcoin) ein sehr interessantes Thema.

The Bitcoin Balance of Power Poster
Von wegen apolitisch: Die Gewaltenteilung- und verschränkung bei Bitcoin
Bitcoin Scaling Debate. Explain Like I’m 5 Years Old – Wyre

ELI5 (Explain like I’m 5) ist im Netz zu einem beliebten Format geworden, um komplexe Themen auf wirklich einfache Beispiele herunterzubrechen, die selbst ein Fünfjähriger verstehen können sollte. Klappt nicht immer, lohnt sich aber trotzdem oft zu lesen.

Michael nimmt sich der Blocksize-Debatte an. Als Ergänzung zu seinem Post verweise ich gerne noch auf die aktuelle Folge des Honigdachs-Podcasts, in dem wir dieselbe Thematik, aber etwas ausführlicher, besprechen.

Reg now behind invisible HTML5 Bitcoin paywall – The Register

Schöne Idee von The Register: Um sich einen zusätzliches Einkommen zu generieren, das niemandem weh tut, setzt die IT-Fachseite ab sofort auf eine unsichtbare HTML5-Bitcoin-Paywall.  Die funktioniert so, dass jeder Browser, der die Seite besucht im Hintergrund automatisch per JavaScript zu minen beginnt. In der Summe von vielen Millionen Lesern soll sich das angeblich rechnen. Wenn man die Seite nicht unterstützen will, kann man JavaScript im Browser natürlich auch deaktivieren. Schöner Effekt: Ob man selbst zum Miner geworden ist, sieht man durch ein leichtes, rhythmisches Ein- und Ausblenden des Textes, den man liest. Wie das funktioniert, sieht man auf dieser Seite. Es lohnt sich dabei auch ein Blick auf das Veröffentlichungsdatum.

By reading this article, you’re mining bitcoins – Quartz

Ganz und gar nicht aprilig ist dieser Artikel von Quartz, dem ein ähnlicher Ansatz wie im vorigen Beitrag zu Grunde liegt, bei dem es aber nicht um schnöden Profit geht, sondern darum, das Prinzip Bitcoin anschaulich zu erklären: Mining, Double Spending, Hashes, Proof of Work – Wer einen soliden Blick hinter die „Magie“ werfen will, die Bitcoin am Laufen hält, ist hier richtig. Dass der Artikel schon dreieinhalb Jahre alt ist und trotzdem noch aktuell, zeigt seine Qualität.

Ethereum und der „Proof of Death“

Ethereum ist damit wohl endgültig in der Mitte der Gesellschaft angekommen, oder? Immerhin ist es Dank The Catch S02E03 jetzt wohl auch Teil der modernen Popkultur.

Ich erinnere an dieser Stelle aber noch einmal gerne an den Tweet von Vlad Zamfir, der zeigt, wie viel Fiktion in der obigen Drehbuch-Variante vom Proof of Death steckt.

 Props & Credits

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Titelbild: “Zeitungsausträger” Flickr-User barmala (CC BY 2.0)

Die ARD zeigt gleich zwei Prime-Time Bitcoin-Dokus

Ich habe mir den heutigen Tag aus zwei Gründen im Kalender markiert. Zum einen ist heute der zweite Geburtstag von Bitcoin. Der erste ist der 3. Januar, an dem der Genesis-Block gemined wurde, erst seit dem 9. Januar 2009 läuft die Blockchain jedoch quasi durchgehend.

ARD zeigt Darknet-Doku zur Hauptsendezeit

Der andere Grund ist jedoch die Dokumentation „Das Darknet“, die heute Abend 22:45 Uhr in der ARD ausgestrahlt wird und in der erwartungsgemäß auch das Thema Bitcoin eine Rolle spielen wird.

Gespannt bin ich insofern, als dass ich im Vorfeld bereits mit dem Produktionsteam in Kontakt stand und in etwa weiß, wie groß und umfangreich die Recherche war. Der griffige und plakative Titel lädt zwar zum Schubladendenken à la „Bitcoin = böses, böses Internetgeld“ ein, aber davon sollte man sich nicht täuschen lassen. Zum einen ist Bitcoin beim Thema Darknet nur ein Aspekt von vielen. Zum anderen gehe davon aus, dass uns eine gut recherchierte, differenziert ausgearbeitete und trotzdem verständlich aufbereitete Dokumentation erwartet. Darauf lässt jedenfalls auch die Sendungsbeschreibung schließen:

„Es ist eine dunkle Welt, in der man wissen muss, wie man verschlüsselt und anonymisiert im Internet unterwegs ist: das Darknet: Tummelplatz für Drogendealer, Waffenhändler und Kinderschänder. Aber auch Zufluchtsort für Journalisten, Whistleblower und politisch Verfolgte in vielen Ländern der Welt. Durch die immer umfassendere digitale Überwachung ist das Darknet für Menschen in immer mehr autokratisch regierten Ländern der Welt überlebensnotwendig.

Annette Dittert hat sich auf eine Reise begeben, um die helle und dunkle Seite dieses digitalen Paralleluniversums kennenzulernen. Sie trifft den Drogendealer, der im realen Leben ein 45-jähriger Familienvater ist; den Waffenhändler, der von Sonderermittlern der Polizei geschnappt wurde, nachdem er Fehler beim Versenden der Ware machte und den Mann, der Kriminellen mit seinem Fachwissen hilft, im Darknet mittels Verschlüsselung und Anonymisierung illegale Geschäfte abzuwickeln.

Das Darknet hat die kriminelle Unterwelt verändert. Aber auch die Gegenseite rüstet auf. Das BKA fahndet mit immer mehr verdeckten Ermittlern im verborgenen Netz, immer häufiger kommen sie vor allem Waffenhändlern der kriminellen Unterwelt auf die Spur, was die Szene deutlich verunsichert.

In Istanbul trifft Annette Dittert den Journalisten Baris Pehlivan, dessen Computer von der türkischen Regierung mit einem Trojaner infiziert wurde, der belastende Dokumente auf seine Festplatte spielte. Der Journalist wurde daraufhin zu 19 Monaten Haft verurteilt. Erst als ein Computerspezialist den Trojaner fand, kam Baris Pehlivan wieder frei. Die syrische Journalistengruppe „Raqqa is being slaughtered silently“ benutzt Darknet-Technologien, um über Gräueltaten in der IS-Hochburg zu berichten.

Unterstützt werden solche Journalisten und Whistleblower von einer kleinen Gruppe digitaler Spezialisten, sogenannte „White Hat Hacker“. Annette Dittert trifft einen von ihnen, der sich noch nie vor Fernsehkameras begeben hat: Claudio Guarnieri. Seit Jahren ist er in der ganzen Welt unterwegs, um bedrohten Journalisten und Menschenrechtlern Nachhilfe in digitaler Sicherheit zu geben.

In China erfährt Annette Dittert, dass das Darknet dort längst von Parteihackern eingenommen ist. Auf Island besucht sie eine Bitcoinfarm, wo die digitale Währung des Darknet in riesigen Rechnerfarmen „geschürft“ wird.

Fazit: Das Darknet ist einerseits die Heimat einer kriminellen Unterwelt, andererseits ist es aber auch ein letzter Freiraum und Zufluchtsort für viele Menschen in einer Welt, in der Regierungen Milliarden investieren, um ihre Bürger komplett zu überwachen. Annette Ditterts Recherchen im Darknet sind eine Reise durch eine neue Welt.“

ARD Weltspiegel mit Bitcoin-Beitrag am Sonntagabend

Außerdem lief bereits gestern im Weltspiegel ein kleiner Spin-off-Beitrag aus obiger Recherche zum Thema „Bitcoins – Das Geld der Zukunft?“, der (für die Kürze) nicht nur inhaltlich und gestalterisch gut gemacht ist, sondern auch sehr ansehnliche Info-Grafiken beinhaltet und erklärt.

Gerade das ist wichtig, denn letztlich ist die große Herausforderung, die enorm heterogene ARD-Hauptzielgruppe bei ihrem kleinsten gemeinsamen Wissens-Nenner abzuholen.

Dass das gestern schon einmal gelungen ist, konnte ich direkt an den Zugriffszahlen hier auf der Seite sehen. Die gingen im Anschluss an den Beitrag nämlich deutlich nach oben, u. a. weil viele Leute nach „bitcoin island“ und ähnlichen in obigem Beitrag erwähnten Kombinationen gesucht haben.

suchbegriffe bitcoin

Ich bin also nicht nur auf die Doku heute Abend gespannt, sondern auch auf die Reaktionen, die sie zweifelsohne hervorrufen wird.

Man ist nie zu alt, um Bitcoins zu minen

Statistiken behaupten, dass die, die sich mit Bitcoin beschäftigen, meist zwischen 20 und 35 Jahre alt sind. Das mag schon stimmen, aber dieser sympathische ältere Herr ist dann die passende Ausnahme. Immerhin bastelt er mit stolzen 75 Jahren gemeinsam mit dem Sohnemann an seiner Kryptowährungs-Mine. Die scheint angesichts des Lärms nicht gerade klein, immerhin minen sie neben Bitcoin auch Ethereum, Monero und Dash.  Und um die generationenübergreifende Krypto-Begeisterung komplett zu machen: Auf BItcoin und Co. hat ihn sein Enkel gebracht. Smarte Familie.

Beide, Vater und Sohn, sind übrigens Elektriker, wobei der Senior ganz nebenbei auch einen passablen Bauchredner mimt, so wenig wie er beim Sprechen die Lippen bewegt. Wahrlich beeindruckend dieser Mann.

Zu Besuch in einer Schweizer Bitcoin-Mine

Wenn man von Bitcoin-Minen spricht, dann denken viele sofort an China, Island und Südosteuropa. Aber auch in der Schweiz gibt es Bitcoin-Minen, die sich durchaus refinanzieren können und Peter Buchmann hat für das Schweizer Radioprogramm des SRF solch eine Mine besucht und gleich drei Radio-Beiträge daraus gebastelt.

Besonders die Reportage ist dabei besonders hörenswert, weil es eben nicht nur um das Thema Geld geht, sondern auch um die Motivation des Minenbesitzers, Guido Rudolphi, sich so aktiv für staatenloses Geld einzusetzen: „Es ist für mich eine tiefe politische und sozialpolitische Überzeugung, dass es so etwas braucht.“

Bonusmaterial

Die Mitglieder des Blockchain Meetups Zürich haben die Bitcoin-Mine ebenfalls besucht und jede Menge Bilder davon hochgeladen, die zeigen, dass diese Schweizer Bitcoin-Mine, obwohl es wohl die größte des Landes ist, dennoch in einer anderen Liga spielt als chinesische Minen.

Island und die heißen Bitcoin-Minen

Der Business Insider hat sich aufgemacht eine Bitcoin-Mine auf Island zu besuchen. Das Land bietet klimatisch ja ideale Voraussetzungen für solch ein wärmeintensives Geschäft und die Versorgung mit günstiger Geothermie-Energie macht das Geschäft erst profitabel und wenigstens halbwegs umweltfreundlich.

Der Artikel ist okay, aber die zugehörige Bildstrecke ist spannend. Besonders, weil sich darin weitere Details zum Mining-Business verstecken, die einen schon mal hellhörig werden lassen:

„CEO Marco Streng says energy companies “offer us helicopter rides whenever we arrive,” and speculates they may be one of the biggest single users of power in the country.“

Auch dieses weitere Imagevideo ist interessant, weil es an einigen Punkten erschreckend ehrlich ist: “Working inside a bitcoin mine is absolutely terrible.”

Alles in allem eine große angelegte Marketing-Kampagne von Genesis-Mining, aber ein bisschen mehr Transparenz tut dem Mining-Business ganz gut. Insofern sind auch die Live-Streams aus dem Rechenzentrum auf Island eine feine Idee, vor allem da #2 und #3 auch Ton bzw. Lärm übertragen. (Aber dass bei #1 die Fahne umgefallen ist, scheint noch keiner bemerkt zu haben.)

Bitcoin-Presseschau #73

Die Bitcoin-Presseschau fasst jeden Sonntag die wichtigsten Informationen, Entwicklungen und Links aus dem Bereich Bitcoin und digitales Geld zusammen. Für die Woche vom 10. bis 16. August 2015 mit folgenden Themen:

  • Neues vom Kurs
  • Immer mehr Bitcoin-Unternehmen verlassen New York
  • Immer mehr Banker verlassen für Bitcoin ihren Arbeitgeber
  • Shiny Flakes-Details vor Prozessbeginn durchgesickert
  • Bitcoin-Crowdinvesting für Privatanleger
  • Kryptowährungen im Vergleich
  • Kinder an die Bitcoins!
  • Ethereum bietet auch Kriminellen viele neue Möglichkeiten
  • FinTech-Welt kartographiert
  • Die 21 wichtigsten Mining-Pools im Überblick
  • Mehr Licht ins Cointelegraph-Mysterium

Bitcoin-Presseschau #73 weiterlesen

Solar-powered-Lauben-Bitcoin-Mining

Irgendwo in Großbritannien hat sich jemand den feuchten heimlichen Traum vieler Bitcoiner verwirklicht: Bitcoin-Mining mit Solar-Energie. Dafür hat er sich zwei Solar-Panels auf die Gartenlaube gepackt und das ganze dann mit seinen Minern verbunden. Dieses Video zeigt die Installation.

Auch Solar-powered Bitcoin-Mining braucht Enthusiasmus

Bitcoin-Mining mit Solar-Energie klingt zunächst nach Gelddrucken, aber reich wird dieser Miner damit auch nicht. Zwar konnte er die Kosten für die Investition von rund 1000 Pfund durch vormaliges Minen und den Verkauf alter Hardware decken, aber die Ausbeute der Panele reiche nicht immer, sodass doch auch konventioneller Strom gebraucht wird um die jetzigen Miner rund um die Uhr laufen zu lassen. Die wiederum sind nicht mehr High-End, sodass am Ende pro Monat nur ein paar Pfund Gewinn bleiben.

Aber um großen Profit gehe es bei diesem Projekt auch nicht und vielleicht ist das ja auch erst eine Vorstufe davon wie dezentralisiertes Mining später einmal aussehen könnte.

Bitcoin Mining mit Lochkarten

Ken Shirriff ist ja so etwas wie der MacGyver des Bitcoin. Wenn es etwas zu basteln, improvisieren oder auszuprobieren gibt, dann macht er es.

80 Sekunden für einen Hash

Nachdem er in seinem letzten Projekt Bitcoins händisch mit Zettel und Stift errechnet hat, ist er nun wieder auf Technik umgestiegen und hat Bitcoins auf einem transistorbasierten, mit Lochkarten programmierbaren IBM 1401 aus den 60er Jahren gemined. Zumindest hat er es probiert, denn die Rechenleistung des 1401 ermöglicht nur einen Hash alle 80 Sekunden und sein Fazit deshalb:

„Es hat sich gezeigt, dass dieser Computer minen kann, aber so langsam, dass die ganze Lebensdauer des Universums nicht ausreichen wird um einen ganzen Block erfolgreich zu minen.“

IBM und Bitcoin – eine Geschichte für die Zukunft

Trotzdem eine feine Sache und ein schönes Detail am Rande. Denn so wie Ken Shirriff nun BItcoin auf ein historisches IBM-Gerät gebracht hat, arbeitet IBM ja derzeit daran mit Bitcoin in der Zukunft eine Infrastruktur für das Internet der Dinge aufzubauen.

21, Inc & die Bitcoin-Chips fürs Internet der Dinge

Heute verweise ich nur ganz kurz auf die (nach langen Spekulationen) nun endlich offizielle Bekanntgabe, was das bisher bestfinanzierte amerikanische Bitcoin-Unternehmen 21 Inc denn nun eigentlich machen will und was das ominöse Licht ist, das so viele namhafte Investoren und Kooperationspartner hat monatelang begeistert aber schweigsam um das Unternehmen kreisen lassen.

21, Inc – Die Kurzfassung

Es geht um spezielle Chips namens BitShare (nicht zu verwechseln mit BitShares!), die integriertes Bitcoin-Mining ermöglichen und damit jedes Gerät, das Zugang zum Internet hat, zu einem Mini-Miner machen und so die Grundlage für das Internet der Dinge legen sollen.

21, Inc – Wie es der Geschäftsführer sieht

Balaji S. Srinivasan, Mitgründer und neuer CEO von 21, Inc, beschreibt in „A bitcoin miner in every device and in every hand“ das eigene Geschäftsmodell.

21, Inc – Die Geschäftsführersicht ohne „crazy talk“

Redditor pb1x „übersetzt“ den Crazy-Geschäftsführer-Talk in „something that could possibly make sense“.

21, Inc – aus Investorensicht

Zusätzlich sind im Netz auch ein paar interessante Folien aufgetaucht, die wohl aus der Präsentation für Investoren stammen und nicht alles, aber einiges, des ambitionierten Planes von 21.co verraten:

21, Inc. – Investor Slides

Fazit

Gemeinsam mit den Superwallets klingen die BitShare-Chips nach dem großen Ding, mit dem Bitcoin unseren Umgang mit Geld und dem Internet binnen kurzer Zeit revolutionieren könnte. Allerdings ist es noch zu früh für Lorbeeren. Erst muss 21, Inc seine Kritiker widerlegen und u.a. beweisen, dass der aktuelle Bitcoin-Kurs für das eigene Geschäftsmodell doch nicht zu niedrig ist.