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Honigdachs #29 – Bitcoin Wallets 2018

Die 29. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan, Manuel und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist. (iTunes/RSS-Feed)

Honigdachs #29 – Bitcoin Wallets 2018

Die Sommerpause ist vorbei und wie versprochen widmen wir uns in dieser Folge erneut dem Thema Wallets. Da hat sich nämlich in den drei Jahren seit unserer ersten Wallet-Folge einiges getan und wir sprechen über den aktuellen Stand bei Mobile und Hardware Wallets, de langsamen Bedeutungsverlust von reinen Software-Wallets, neue, bessere Adressformate und das große Problem: echte Privatsphäre. Die ist nämlich nur mit großem und ambitioniertem Aufwand zu erlangen und nichts für Bequemliche.

Der unterm Strich Favorit – für alle die, die die Folge nicht hören wollen oder können, ist übrigens die bislang noch recht unbekannte Samourai-Wallet. Die bietet nämlich jede Menge fortschrittlicher Sicherheits- und Privatsphäre-Features, ist aber dennoch durchaus auch noch experimentell.

Mit dabei haben wir diese Folge mal wieder einen Gast: David, vom hiesigen Bitcoin-Stammtisch, der uns um seine eigenen Erfahrungen und Recherchen in Bezug auf Bitcoin-Wallets bereichert.

Viel Spaß beim Hören dieser launigen Viererrunde.

Die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick. Honigdachs #29 – Bitcoin Wallets 2018 weiterlesen

Honigdachs #1 – Bitcoin-Wallets

Hier ist sie endlich – die erste Folge von Honigdachs, dem neuen Bitcoin-Podcast, den Stefan (bitcoinprivacy.net), Manuel (guidap.de) und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer doch etwas zu wenig war.

Daher treffen wir uns ab jetzt monatlich noch einmal zusätzlich und diskutieren etwas ausführlicher zu einem bestimmten Bitcoin-Thema. In der ersten Folge zum Beispiel ganz allgemein über Bitcoin-Wallets.

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Bitcoinprivacy – So groß und klein ist Bitcoin

Als Journalist bin ich immer wieder auf der Suche nach Fakten, die meine Thesen oder die Aussagen von Dritten be- oder widerlegen. Und obwohl die Daten in der Blockchain frei zugänglich sind und es jede Menge Bitcoin-Datenanalyse-Tools gibt, bin ich doch bislang an einer, wie ich finde, recht einfachen Frage  gescheitert:

Wie viele Menschen nutzen eigentlich Bitcoin?

Klar, es gibt Statistiken zur Anzahl von Transaktionen, zu Nodes im Netzwerk und immer mal wieder lassen große Paymentprovider ein paar Zahlen durchsickern, aber das Fehlen einer zentralen Institution macht es schwer die tatsächliche Verbreitung von Bitcoin valide zu messen.

Dankenswerterweise haben jedoch zwei Mitglieder des Leipziger Bitcoin-Stammtischs bitcoinprivacy.net ins Leben gerufen, eine Website, die die Daten der Blockchain mit dem eigens entwickelten Bitcoin-Graph-Explorer durchscannt, und dadurch Ergebnisse hervorbringt, die ich so nirgendwo anders (kostenlos) gefunden habe.

Bitcoin Statistiken
Statistiken von bitcoinprivacy.net

Zum Beispiel die Anzahl der Bitcoin-Adressen, die nicht leer sind. Diese Zahl ist insofern interessant, als dass es sich dabei aller Wahrscheinlichkeit nach um aktive Adressen handelt, wenn man mal von verlorenen Private Keys absieht.

Leere Bitcoin-Adressen von denen mit Guthaben trennen

Und auch wenn ich dadurch immer noch nicht weiß, wie viele Menschen genau Bitcoin nutzen, ist dieser Wert wesentlich aufschlussreicher als bspw. die Anzahl der MyWallet-Nutzer von blockchain.info. Deren Zähler geht bei jeder generierten Wallet nämlich immer nur aufwärts, aber berücksichtigt nicht, ob die angelegten Adressen überhaupt aktiv genutzt werden.

Aber das wäre marketingtechnisch auch keine gute Idee, denn bitcoinprivacy.net zeigt, dass die Zahl der aktiven Adressen, also derer mit einem Guthaben darauf, gar nicht so viel größer ist als die aller MyWallets. Ohnehin war ich überrascht, wie klein die Anzahl von Bitcoin-Adressen mit Guthaben ist. Wenn man bedenkt, dass es für viele Bitcoin-Nutzer üblich ist, mehr als eine Adresse zu benutzen, sinkt die Anzahl aktiver Bitcoiner wiederum.

Privatsphäre-Check und offene Bitcoin-Daten

Das ist übrigens ein weiteres Feature von bitcoinprivacy.net – das Clustern von Adressen, die zusammen gehören. Denn Bitcoin ist bei weitem nicht so anonym wie vielfach noch behauptet wird und es ist durchaus möglich verschiedene Adressen konkret ein- und demselben Ursprung zuzuordnen. Daher kann jeder auf bitcoinprivacy.net auch seine eigenen Adressen prüfen.

Zwei weitere schöne Features der Website sind die Richlist, die die 1000 meistgefüllten Adressen auflistet und damit einen tiefen Einblick in die (Un-)Gerechtigkeitsverteilung von Bitcoin gibt und die Suchmaske zur Verteilung des Bitcoin-Wohlstandes. Dort kann man explizit suchen wie viele Adressen mehr als einen bestimmten Betrag beinhalten.

bitcoin privacy user wallets
Aktuelle gibt es 101 Adressen, die mehr als 10.000 Bitcoins beinhalten.

So befinden sich aktuell die Hälfte aller Bitcoins auf Bitcoin-Adressen mit mehr als 500 Bitcoins, ein Viertel auf Adressen mit mehr als 5000 Bitcoins und 10 Prozent aller Bitcoins liegen auf Adressen mit mehr als 50.000 Bitcoins, von denen es übrigens 18 Stück gibt.

Weitere Bitcoin-Statistiken benötigt?

Den Link zu bitcoinprivacy.net und anderen Bitcoin-Daten- und Statistik-Seiten gibt es im Link-Archiv.

Rise of the Bitcoin-Superwallets

Zwei Meldungen zeigen, welch beeindruckenden Fortschritt Bitcoin-Unternehmen mittlerweile vorweisen können, wenn es um den viel diskutierten Aspekt geht, wie Bitcoin aus seiner Nerd-Ecke herausgeholt und massentauglich gemacht werden kann. Denn die ersten „Superwallets“ werden angekündigt, also digitale Geldbörsen, die gleichzeitig Bitcoin und Fiat-Währungen wie Dollar, Euro und Yuan verwalten können sollen und damit die Grenzen zwischen digitalem und analogem Geld aufheben sollen.

Superwallets in den USA

In den USA arbeiten bspw. Coinbase und Circle an ihren Superwallets. Snippet aus dem betreffenden Wired-Artikel This Digital Wallet Could Finally Get You Into Bitcoin:

„Circle’s new features are meant to reduce the friction of using bitcoin. “If I say I believe in the bitcoin movement and I want to hold bitcoin instead of dollars, but a friend doesn’t necessarily care about bitcoin, or even care that I want to have bitcoin, that’s fine,” Allaire says. “Circle will convert any money that friend sends me to bitcoin, but make it so that they would still be sending dollars.”

Superwallets in China

In China hat OKCoin mit OKLink seine hauseigene Entwicklung vorgestellt und die grundsätzliche Funktionsweise von Superwallets näher erläutert.

Das Prinzip ist dabei ganz einfach. Geldwerte werden in den landestypischen Währungen verwaltet, sobald jedoch eine Transaktion ausgelöst wird, wird das Geld in Bitcoin umgewandelt innerhalb von kürzester Zeit an den Empfänger, egal wo auf der Welt, verschickt und dort von Bitcoin wieder in die lokale Währung umgewandelt.

Bitcoin als TCP/IP-Protokoll für Transaktionen

Da das ganze automatisch im Hintergrund abläuft, muss der Superwallet-Nutzer, wenn er das nicht will, mit Bitcoin gar nichts zu tun. Aber er könnte. Ebenso wie jedes Unternehmen in das Superwallet-System einsteigen kann, denn das beruht auf Bitcoin und Bitcoin ist frei zugänglich. Transaktionen zwischen Superwallets verschiedener Anbieter wären so problemlos möglich.

Großer Verliere von einem Netzwerk aus Superwallets wären jedoch die bisherigen monopolistisch etablierten Zahlungsnetzwerke wie Visa, Mastercard und Swift, deren transnationales Zahlungsangebot im Vergleich zu Bitcoin sehr viel teurer und langsamer ist.

Mit den kommenden Superwallets könnte Bitcoin also nun endlich dort ankommen, wo es einerseits seine Stärken am besten ausspielen kann und andererseits massenmarkttauglich ist.

Kürzere Bitcoin-Adresse gefällig?

David Shares schreibt unter anderem für den Blog von blockchain.info und seine Nähe zu dem Angebot hat ihn vermutlich auf die Idee zu btcaddr.es gebracht, einem Bitcoin-Adressen-Verkürzer für blockchain.info-Wallets.

Sicherheitsbedenken mitbedacht

Was mich zunächst irritiert hat: Warum sollte ich jemandem meine Wallet-Adresse anvertrauen, der sie manipulieren könnte und damit Bitcoins umleiten, wenn mir jemand welche schickt? Das allerdings hat David Shares durchaus bedacht, denn blockchain.info-Adressen können individuell getagged werden. Und das bedeutet selbst wenn ich einen Adress-Shortener wie btcaddr.es benutze, würde ich den Betrugsversuch erkennen, weil mir blockchain.info die Validität meiner markierten Adresse bestätigt oder eben nicht. Deswegen funktioniert der Service aber eben auch nur für blockchain.info-Adressen.

QR-Codes sind nicht immer hilfreich

Trotzdem ist die Idee gut, denn QR-Codes sind zwar eine feine Sache, aber nicht in jeder Lebenslage die einfachste Variante eine Bitcoin-Adresse zu kommunizieren. Am Telefon zum Beispiel. Da wäre btcaddr.es/coinspondent die sicherere Option, falls ich mir jemals zusätzlich auch noch eine blockchain.info-Wallet zulegen werde.